Susanne Haun

Immanuel Kant – sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Juli 2016

 

Wenn der Kant-Interessierte sich eine Vorstellung vom Aussehen Kants machen möchte, so erhält er bei der google Bildersuche Variationen von wenigen Bildern. Zu Kants Zeiten gab es noch keine Fotos!

 

Immanuel Kant - 25,4 x 25,4 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

Immanuel Kant – 25,4 x 25,4 cm – Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe mich vom Frontispiz des Buchs „Immanuel Kant / Critik der reinen Vernunft“ aus der Diathek der Arbeitsstelle für christliche Bildtheorie, Katholisch-Theologische Fakultät, Westfälische Wilhelms-Universität Münster inspirieren lassen, das ich über das Bildarchiv Prometheus abrief. Diese Kostbarkeit wird im Schiller-Nationalmuseum, Marbach aufbewahrt, das Buch ist mit 1768 / 1781 datiert.

Es ist nicht einfach, eine neue Bildidee für ein so bekanntes Gesicht wie Kant zu finden. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und wollte die Darstellung auf Kants gesicht reduzieren und die Perrücke und den Spitzenkragen weglassen. Bleibt dann vielleicht „der Kant“ übrig?

Ich habe mich im Rahmen meines Philosophiestudiums im Grundkurs Moralphilosophie mit der Frage Ist Immanuel Kants deontologische Moralphilosophie oder John Stuart Mills Utilitarismus die überzeugendere Konzeptualisierung moralischen Handelns? beschäftigt.²

Diese Frage wird im Theaterstück Terror im Deutschen Theater Berlin im weitesten Sinne diskutiert (siehe hier).

 

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² Bei Interesse können meine Ausführungen dazu hier als pdf (für den Blog mit geänderten Deckblatt) heruntergeladen werden.
 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 101 – Immanuel Kant

Posted in Philosophie, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 19. Juli 2015

„Der kategorische Imperativ ist also nur ein einziger, und zwar dieser: handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.“²
Immanuel Kant

Dialog Bewusst-Sein Blatt 5 Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dialog Bewusst-Sein Blatt 5 Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

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² Kant, Immanuel, Sämtliche Werke, Band 2, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Rheda-Wiedenbrück 2000.

Kant in der U-Bahn – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Mai 2014

Lust
Glück – Aristoteles
Nützlich
Fremdbestimmt
Vernunft und Pflicht – Kant

Die fünf Möglichkeiten der Handlung.

Jeder Mensch entscheidet, wie er handelt.

Ethik x 5 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ethik x 5 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich und der kategorische Imperativ Kants – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Philosophie, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Februar 2014

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde!“
Kants kategorischer Imperativ.

Klausbernd schrieb im gemeinsamen Blog mit Dina einen interessanten Beitrag über Zitate.

Den kategorischen Imperativ habe ich in einer der Philosophie Vorlesung kennengelernt und seither geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Würden wir alle diese einfache Regel befolgen, dann sähe es anders auf der Welt aus. Ich glaube, bei manchen Taten muß man sich den kategorischen Imperativ auch einfach einmal bewusst machen.

Ich bin nach den Vorlesungen noch etwas orientierungslos im Zeichnen, in solchen Fällen setze ich mich gerne mit meinem Konterfei auseinander.

Ich und nun - 60 x 80 cm - Tusche auf Bütte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich und nun – 60 x 80 cm – Tusche auf Bütte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Primeln, Kant und die Humanität – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Januar 2013

Ich habe dieser Tage eine schöne, traurige und auch interessante Episode aus Kants Leben gelesen.

Neun Tage vor Kants Tod besuchte sein Arzt und Freund ihn und Kant stand alt, krank und fast blind auf und setzte sich erst wieder, als sein Freund sich gesetzt hatte.
Als Kant wieder zu Kräften kam, sagte er
„Das Gefühl für Humanität hat mich noch nicht verlassen.“1

Verwelkte Primel 31 x 23 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Verwelkte Primel 31 x 23 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Panofsky geht es in seiner Einleitung des Buches „Sinn und Deutung in der bildenden Kunst“, in der er über Kant berichtet, um die Bedeutung des Humanismus, auf die ich hier nicht eingehen will.

Ich habe diese Worte mit dem Bewußtsein der Tochter oder des sterblichen Menschen an sich gesehen. Im Laufe des Lebens baut sich ein jeder Mensch ein bestimmtes – ehrenhaftes – Verhalten auf.

Mein Vater hat mich bis er Mitte 60 war, in allen handwerklichen Dingen unterstützt. Er hat Regale für meine Leinwände gebaut und mir Passepartouts geschnitten und war mit helfender Hand für mich da.
Ich erinnere mich, wie wir in meinen Atelier standen und mein Vater zu mir sagte, dass sei das letzte mal, dass er mir in dieser Art helfen könne, die Kraft große Spanplatten zu heben und als Regal zu verbauen, hätte ihn verlassen und auch sein Blick für Maße wäre verschwunden, so dass er schief schneiden würde. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen, mein Vater ist nun schon 76 Jahre alt.

Größenvergleich - das innere der Primel (c) Foto von Susanne Haun

Größenvergleich – das innere der Primel (c) Foto von Susanne Haun

Wie geht der Mensch damit um, wenn er aufgrund des körperlichen Verfalls nicht mehr nach seinen Grundsätzen leben kann?
Wie Kant, der aufsteht, wenn Besuch kommt. Es ist eine einfache Respektbezeugung, die auch mir im Fleisch und Blut liegt und die ich sogar noch an meinen Sohn weitergegeben habe. Geht es mir nicht gut und ich kann nicht aufstehen, wenn Besuch kommt oder geht, entschuldige ich mich dafür.

Mit diesen Gedanken habe ich meine nun inzwischen zum Teil etwas verwelkte Primel gezeichnet.

Einige Primeln welken (c) Foto von Susanne Haun

Einige Primeln welken (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
I have read these days a beautiful, sad and interesting episode of Kant’s life.
Nine days before Kant’s death, visited him his doctor and friend, Kant stood up and squared old, sick and almost blind and sat down again when his friend was seated.
When Kant regained his strength, he said
„The sense of humanity has not left me yet.“
With these thoughts, I drew my now become part of something wilted primrose.

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1Panofsky, Erwin. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst (Meaning in the Visual Arts). Köln 1978.

Am Rande der Klippe – Gemälde von Susanne Haun

„Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe
Sie sind immer in Bewegung
Sie sitzen nicht am Rande der Klippe.“

Diarmuid Johnson

Ab dem 30. Januar 2013 werden meine Arbeiten in der Irischen Botschaft Berlin gezeigt (siehe meinen Bericht hier).

Entstehung - Am Rande der Klippen (c) Leinwand von Susanne Haun

Entstehung – Am Rande der Klippen (c) Leinwand von Susanne Haun

Es sind Arbeiten, die alle von den Gedichten „Dämonen“ von Diarmuid Johnsen inspieriert sind. Deshalb liefere ich euch heute eine Kostprobe seiner Arbeit. Diarmuid wird bei der Ausstellungseröffnung das Gedicht vortragen und auch Querflöte spielen. Auf seiner Homepage erhaltet ihr einen Eindruck seiner Musik..

Die drei Zeilen haben mich zu Papierarbeiten 17 x 22 cm und einer Leinwand der Größe 100 x 50 cm geführt.

Am Rande der Klippen 100 x 50 cm (c) Leinwand von Susanne Haun

Am Rande der Klippen 100 x 50 cm (c) Leinwand von Susanne Haun

Klippen und Steilküsten üben auf mich eine enorme Faszination aus. Nicht nur vom malerischen sondern auch vom persönlichen Erleben. Auf Rügen kann ich nicht genug von den Kreidefelsen bekommen. Auf Rügen muss ich bei meinen Spaziergängen natürlich immer an Casper David Friedrich denken, den großen Romantiker (hier mein Bericht vom Oktober 2010 von Rügen)

Meine Nichte schenkte mir zu Weihnachten das Buch „C.D.Friedrich Das Eismeer Durch Tod zu neuem Leben“ von Peter Rautmann.

Ein Kapitel trägt die Überschrift „Das Erhabene“. Kant bezeichnet darunter „Gegenstände der Natur, die nicht als schön zu bezeichnen sind: „ungestaltete Gebirgsmassen, in wilder Unordnung übereinander getürmt, (…)“²

Ich hoffe, ich verstehe Kant richtig, dass die Natur selber nicht erhaben ist, sondern dass sie als Bezugspunkt zur Größe der vernunftbegabten Menschen stehen soll.
Es werden H. und G. Böhme zitiert: „Das Erhabene ist keine objektive Eigenschaft von Dingen der Natur, sondern eine subjektive Aussage des Menschen.“³

Detail - Am Rande der Klippen (c) Leinwand von Susanne Haun

Detail – Am Rande der Klippen (c) Leinwand von Susanne Haun

Wenn ich oben auf dem Kreidefelsen stehe oder früher auf dem Gipfel der Berge, wenn die Lüfte an den Haaren und den Körper zerren, der Himmel blau ist und alle Knochen vom Aufstieg weh tun, habe ich ein besonderes Gefühl. Das Gefühl ein kleines Teil vom Ganzen zu sein, das Gefühl einen kleinen Teil des Ganzen überwunden zu haben.

Dieses Gefühl stellt sich bei mir bei der letzten Zeile von Diarmuids Gedicht ein und genau mit dieser Stimmung habe ich gezeichnet und gemalt.
Die Zeichnungen entstanden schon im Oktober 2011 zu Beginn unseres Projektes.
Die Leinwand dazu entstand in den letzten Tagen.

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten 2011 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die anderen Leute kommen nie zur Ruhe 17 x 22 cm Tusche auf Bütten 2011 (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
Rocks and cliffs practice on me an enormous fascination. Not only from the picturesque but also from the personal experience. I can not get enough from the island Rügen and the chalk cliffs of them. On complaints I have during my walks obviously always think of Casper David Friedrich, the great Romantics (here’s my report of October 2010 from Rügen)
If I’m on top of the chalk cliffs or earlier at the summit of the mountains when the air drag by the hair and the body, the sky is blue, and do all my bones in my body rise hurt, I have a special feeling to be a little part of the world.

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² Rautmann, Peter. C.D.Friedrich Das Eismeer Durch Tod zu neuem Leben. Frankfurt am Main 1991.
³ Böhme, Harmut und Gernot. Das Andere der Vernunft. Frankfurt 1985. Seite 221
Hofstätter, Hans H., Caspar David Friedrich, Das gesamte graphische Werk. München 1974.

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