Die Qual einer Schimäre – Entstehungsgeschichte eines Gemäldes von Susanne Haun (1)
Bildidee
Unter einer Schimäre wird ein Trugbild, Hirngespinst bzw. eine leere Wahnvorstellung verstanden. Sie steht für ein feuerspeiendes Ungeheuer aus der griechischen Mythologie, das in seiner Körpermitte eher Ziege als Löwe war. Die Wortgeschichte der Schimäre beginnt beim altgriechischen χίμαιρα (chimaira). Im Deutschen ist das Wort erst im 15. / 16. Jahrhundert in lateinischer Form zu entdecken. Interessant finde ich, dass eine Übersetzung ins Deutsche erst im 18. Jahrhundert stattfand, aus dem Fabelwesen wird das Hirngespinst und Trugbild. Ich dachte zuerst an die bayrischen Wolpertinger, ein Mischwesen aus unterschiedlichen Tieren.
Erste Zeichnung – erste Linien auf der Leinwand
Schon im Dezember 2022 zeichnete ich in meinen Tagebucheintragungen Löwe und Schlange. Drei Zeichnungen aus 2022 hatte ich schon länger zu einer Gruppe zusammengefasst, in der Absicht, das Thema dieser Zeichnungen in großen Leinwänden zu malen. Ein schwieriges Unterfangen, was auf einer 10 x 15 cm großen Zeichnung formatfüllend ist, muss nicht unbedingt eine Leinwand füllen.