Susanne Haun

Jedermanns Vergänglichkeit – Collage von Susanne Haun

Posted in Collage, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 29. August 2014

Beim Erstellen meiner letzten Collagen hörte ich Roth’s „Everybody“, „Jedermann“. Das Buch hat mich tief ergriffen.

 

Jedermanns Paßbild (c) Foto von Susanne Haun

Jedermanns Paßbild (c) Foto von Susanne Haun

 

Er schildert die Vergänglichkeit hautnah, ich glaubte beim hören, sie anfassen zu können. Ich merkte nicht, dass der Hauptakteur namenlos blieb. Er war für mich – wie es der Titel des Buches verheisst – jeder von uns. Erst als ich den Artikel zum Buch in der online Ausgabe der Zeit las, wurde es mir bewusst: „Der Held bleibt ja namenlos, ein Jedermann; weil wir alle mitgezeichnet sind.“²

 

Identifikation (c) Foto von Susanne Haun

Identifikation (c) Foto von Susanne Haun

 

Als Klappentext zum Hörbuch steht: „Am Ende ist er zu einem verbitterten Mann geworden, der mit seinem Schicksal hadert – ein Mann, der er nie sein wollte.“. Ich sehe das anders, der Protagonist ist nicht verbittert geworden sondern einsam. Und genau diese Einsamkeit beschreibt er detailgenau.

 

Blatt 47 - Jedermanns Vergänglichkeit - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 47 – Jedermanns Vergänglichkeit – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

 

Ich habe schon einige Bücher von Roth gelesen, unter anderem Exit Ghost, hier ist mein Blogbeitrag dazu..

Meine Collage „Jedermanns Vergänglichkeit“ setzt sich aus gefundenen Passbildern zusammen. Ich habe sie zerschnitten und neu zusammengesetzt. So wir aus uns auf den Passbildern ein „Jedermann“.

 

________________________________________
Roth, Philip, Jedermann, 2006.
²Fritz J. Raddatz, „Der Mann, der ich einmal war“, http://www.zeit.de/2006/40/L-Roth, 26.9.2014, 18:31

Ein Mensch – Ein weiter Lichtkreis zittert hinter ihm – Zeichnung von Susanne Haun

„Ein Mensch – Ein weiter Lichtkreis zittert hinter ihm“
Flaubert in den AntoniusVersuchungen

Dieses Zitat habe ich global und nicht unbeeinflusst von den letzten beiden Büchern, die ich gelesen habe, umgesetzt.

Größenvergleich - Ein Mensch entsteht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Größenvergleich – Ein Mensch entsteht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zuerst habe ich mich mit Philip Roth „Exit Ghost“ und anschließend mit Wilhem Genazinos „Liebesblödigkeit“ auseinander gesetzt.

Beide Bücher handeln vom Altern und vom Leben im Alter. Beide Bücher sind von Männern geschrieben und handeln unter anderem von der Angst, im Alter nicht mehr sexuell tätig sein zu können. Sie zeigen die Veränderungen des Lebens mit dem Alter auf.

Roth Buch betrachtet die Sicht des Schriftstellers, der über Schriftsteller schreibt. Spannend fand ich die Veränderungen, die Roth von der New Yorker Bevölkerung nach dem 11. September beschreibt. Mehr von Roth könnt ihr von Laura auf dem Blog Aboutsomething hier lesen.

Genazino schreibt ausgesprochen komisch (sehr schwarzhumorig) über unsere Welt der Alleinunternehmer. Ich musste mit viel Galgenhumor lachen und ob ich den Workshop Teilnehmern die Apokalypse, die Zeichnung oder das Coaching näher bringen möchte, ist glaube ich egal.

Alle diese Überlegungen flossen in meine Zeichnung über den Mensch ein.

Ein Mensch - ein weiter Lichtkreis zittert hinter ihm - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Mensch – ein weiter Lichtkreis zittert hinter ihm – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Für die AntoniusVersuchungen verbrauche ich in der Woche bis zu 10 Federn. Die Acrylate in der farbigen Tusche greifen das Material so schnell bei der wärme an, dass ich kaum mit dem säubern hinter her komme. Die Tusche fließt nur durch saubere Federn.

Mein Werkzeug - die Zeichenfeder (c) Foto von Susanne Haun

Mein Werkzeug – die Zeichenfeder (c) Foto von Susanne Haun

For my english speaking reader:
What is a human being? What happend if a man begins becoming older? I draw today the qote „A human being – a cycle light gimmers around him“ from Flaubert in the temptations of Antonius.

______________________________
Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996
Roth, Philip. „Exit Ghost“. Reinbeck 2009.
Genazino, Wilhelm. Die Liebesblödigkeit. München 2007.

Exit Ghost, Täuschung und Lüge – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Den Kopf ausgestülpt, Rolle, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juli 2013

Die Fähigkeit der Menschen, Dinge in ihrem Gedächtnis / Gehirn zu speichern, lässt im Alter nach.

Es gibt verschiedene Krankheiten, die diese Fähigkeit beeinträchtigen. Das Gehirn und die Seele ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt. So habe ich in letzter Zeit Bücher von zwei großen Literaten zum Thema gelesen.

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

Der Körper des Gruselwesens (c) Zeichnung ovn Susanne Haun

„Der Mensch erscheint im Holozän“ von Max Frisch, in dem ein alter Mann mit fortschreitender Demenz versucht, sein Leben zu meistern.

„Exit Ghost“ von Philip Roth berichtet von einem alten Schriftsteller, der am Ende seines Lebens über den Tod, das Verlassen der Kräfte und den Gedächtnisverlust resümiert.

„Exit Ghost“ hat mir neue Aspekte für das Arktis Projekt eröffnet. Im Arktis Projekt arbeite ich mit dem Autor Klausbernd Vollmar zusammen. Er hat die Arktischen Fantasien geschrieben und er hat natürlich Bilder zu seiner Geschichte im Kopf.

Diese Bilder decken sich nicht immer mit den Bildern, die in meinem Kopf beim Lesen des Texts entstehen.

Es entstand bei meiner Darstellung vom Eis der Arktis die Diskussion, wie realistisch meine Zeichnungen zur Arktis sein sollten.

Da ich noch nie in der Arktis war, können alle Arbeiten von mir zu diesem Thema nur Sinnbilder meiner Wahrnehmung sein – unrealistisch meiner Vorstellung entspringend.

Klausbernd aber denkt an die Erwartungen der Käufer des Buches. Diese Erwartungen kann und möchte ich nicht bedienen, denn ich zeichne nicht für das Publikum oder wie das Publikum es scheinbar gerne möchte. Ich zeichne aus mir heraus.
Wer kann schon wissen, was das Publikum möchte? Denn wir sind nicht in den Köpfen der Leser und Betrachter.

Gerade von oben - mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Gerade von oben – mein Arbeitstisch mit meinen Füssen (c) Foto von Susanne Haun

Philip Roth schreibt in seinem Buch „Exit Ghost“:
„Der Schriftsteller arbeitet jahrelang allein, gibt sich ganz und gar dem Schreiben hin, denkt über jeden Satz zweiundsechzigmal nach und hat doch keinerlei übergeordnetes literarisches Bewusstsein, Verständnis oder Ziel. Alles, was der Schriftsteller akribisch aufbaut, Satz für Satz und Detail für Detail, ist nichts als Täuschung und Lüge. Der Schriftsteller hat keinerlei literaisches Motiv. Sein Interesse, die Wirklichkeit abzubilden geht gegen null. Seine Motive sind immer persönlicher und grundsätzlich niedriger Natur.“

Philip Roth geht da für mein Verständnis sehr persönlich und gnadenlos mit sich um!

Ich frage mich, in wiefern ich diesen Text auf meine Zeichnungen übertragen kann?

Ich habe heute weiter an dem Gruselmonster gearbeitet. Für die Radierung habe ich einzig den Kopf als Thema benutzt, meine Rolle aber bietet mir viel mehr Raum zum arbeiten und so ist auch ein Eisbäroberkörper unter dem Kopf entstanden. Der Kopf selber sitzt unter den Korallen.

Ich bin zum Kapitel „Mythen der polaren Völker“ übergegangen. In dem Kapitel schreibt Klausbernd Vollmar: „Wie alle Mädchen sehnte sie sich nach Abwechslung in der Liebe. So geschah es, dass sie sich einen Eisbären als Liebhaber wählte.“

So habe ich unter dem Gruselmonster den Eisbär und das Mädchen gezeichnet.

Einen Eindruck von Klausbernds Reise in die Aktis könnt ihr hier auf seinem Blog erhalten.

 Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Mädchen und das Gruselwesen (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
My english isn’t so good to write the whole german text in english but I try a little bit.
I read two books from great literatur authors. There are first Max Frisch and second Philip Roth. The wrote about the advancing in age and the loss of memory. It’s a great theme for me.
I found a quote from Roth about the intention of being author and I wonder he wrote, that his interesting to have wrote about the reality is zero.
I discus with Klausbernd Vollmar the necessity to write or to draw in reality.
I don’t do that, I draw my imagination and I like it.

%d Bloggern gefällt das: