Jedermanns Vergänglichkeit – Collage von Susanne Haun

Beim Erstellen meiner letzten Collagen hörte ich Roth’s „Everybody“, „Jedermann“. Das Buch hat mich tief ergriffen.

 

Jedermanns Paßbild (c) Foto von Susanne Haun
Jedermanns Paßbild (c) Foto von Susanne Haun

 

Er schildert die Vergänglichkeit hautnah, ich glaubte beim hören, sie anfassen zu können. Ich merkte nicht, dass der Hauptakteur namenlos blieb. Er war für mich – wie es der Titel des Buches verheisst – jeder von uns. Erst als ich den Artikel zum Buch in der online Ausgabe der Zeit las, wurde es mir bewusst: „Der Held bleibt ja namenlos, ein Jedermann; weil wir alle mitgezeichnet sind.“²

 

Identifikation (c) Foto von Susanne Haun
Identifikation (c) Foto von Susanne Haun

 

Als Klappentext zum Hörbuch steht: „Am Ende ist er zu einem verbitterten Mann geworden, der mit seinem Schicksal hadert – ein Mann, der er nie sein wollte.“. Ich sehe das anders, der Protagonist ist nicht verbittert geworden sondern einsam. Und genau diese Einsamkeit beschreibt er detailgenau.

 

Blatt 47 - Jedermanns Vergänglichkeit - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun
Blatt 47 – Jedermanns Vergänglichkeit – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

 

Ich habe schon einige Bücher von Roth gelesen, unter anderem Exit Ghost, hier ist mein Blogbeitrag dazu..

Meine Collage „Jedermanns Vergänglichkeit“ setzt sich aus gefundenen Passbildern zusammen. Ich habe sie zerschnitten und neu zusammengesetzt. So wir aus uns auf den Passbildern ein „Jedermann“.

 

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Roth, Philip, Jedermann, 2006.
²Fritz J. Raddatz, „Der Mann, der ich einmal war“, http://www.zeit.de/2006/40/L-Roth, 26.9.2014, 18:31

9 comments

  1. eine wunderbare Umsetzung des Themas. -M-, eigentlich sind es ja sogar zwei, die des Jedermanns und das der Vergänglichkeit.
    ich werde dieses Buch bestimmt bald lesen- bislang las ich erst eins von Philip Roth : mein Leben als Sohn, das mich damals sehr beeindruckte … danke für den Tipp

    herzlichst Ulli

    1. Guten Morgen, liebe Ulli,
      ich bin ein Roth-Fan. Ich mag seine Erzählart. Vieles von ihm ist autobriografisch. Du kannst also die Lebensstufen und den Erkenntnisgewinn spüren.
      Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, über den 11. September aus der Sicht von einem Amerikaner zu hören. Darüber berichtet Roth oft.
      Aber ich kenne auch Deutsche, die zu dieser Zeit in New York wohnten und eine interessante Sicht haben.
      Wir können uns das nicht vorstellen.
      Liebe Grüße von Susanne

    1. Liebe Doreen,
      schade, dass du die Collagen am Dienstag nicht an meinen Wänden sehen kannst, danach gehen sie in die Ausstellung nach Bad Doberan bis November.
      Liebe Grüße von Susanne

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