Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 161 – Immanuel Kant

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 25. September 2016

 

„Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, der ist nur fern.“

Immanuel Kant

 

Traueranzeige Erika Zeidler geb. Goedicke

 

 

Mama mit 2 Jahren - Zeichnung von Susanne Haun - 17 x 22 cm - Tusche auf Hahnemühle Selection

Mama im Alter von 2 Jahren – Zeichnung von Susanne Haun

 

Gleiter und Storchenflügel – Glasobjekte von Susanne Haun

Die Ausstellung „Flughafen Berlin Tegel – Eine Hommage“, Zeichnung,Fotografie und Aquarelle rückt näher.

So habe ich wieder einen konstruktiven Tag in der Werkstatt meines Bruders verbracht, um Sockel und Glas zu Objekten zu verbinden.

Gleiter (c) Glas Objekt von Susanne Haun

Gleiter (c) Glas Objekt von Susanne Haun

Die Glaserei meines Bruders liegt genau neben dem Flughafen Tegel, das heißt, die Flugzeuge kommen zum Anfassen nahe vom Himmel herunter. Ich fand das sehr passend zu unseren Arbeiten zum Projekt.

Auch die organisatorischen Arbeiten für die Ausstellung schreiten voran. Es wird während der Ausstellung einen Wettbewerb geben. Das Hotel Ibis Berlin Airport hat drei Preise für den Wettbewerb gesponsort:

2 Gutscheine für jeweils 2 Übernachtungen inklusive Frühstück  im  ibis Hotel Berlin Airport und im Grand City Central Hotel Berlin  und ein Frühstück für zwei Personen im ibis Hotel Berlin Airport . Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle.

Ich werde persönlich auch zwei “Kleingewinne” sponsoren. Einmal mein Buch “Mit Tusche zeichnen und kolorieren” im Edition Michael Fischer Verlag (hier bei Amazon) und das Buch “Sternzeichen” im curach-bhan Verlag (hier bei Amazon).

Die einführenden Worte zur Ausstellung wird Dr. Peter Funke, Kunstwissenschaftler Berlin, sprechen.

Natürlich sprechen auch unsere Schirmherrin Frau Katrin Schultze-Berndt, die Bezirksstadträtin für Schule, Bildung und Kultur und ich hoffe, auch Frau Dr. Cornelia Gerner, die Leiterin des Fachbereichs Kunst und Geschichte und des Heimatmuseums Reinickendorf wird auch etwas sagen.

Keine Angst – es wird nicht nur geredet! Aber aufgeregt bin ich schon, je näher der Termin kommt.


.

Gleiter und Storchenflügel – Glasobjekte

Objekt Otto Lilienthal – Konzept von Susanne Haun und Objektrohling von Ullrich Zeidler

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Der Traum vom Fliegen, Konzeptkunst, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Februar 2012

Objekt Otto Lilienthal – Konzept von Susanne Haun und Objektrohling von Ullrich Zeidler

„Was ist Konzeptkunst?“
fragte mich vor einiger Zeit Gabi Stark (hier ihr Blog) und ich schrieb ihr einen Artikel für ihren Newsletter, den man hier abonieren kann.

Ein Bild erschließt sich uns relativ schnell – wir stehen davor und können sofort
sagen: „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“. Wir müssen es dafür nicht
interpretieren und wir brauchen keine Biographie des Künstlers.
Bei der Konzeptkunst wird der Betrachter aufgefordert, sich in das Werk hinein zu
versetzen oder hinein zu fühlen und sich mit den Gedanken des Künstlers
auseinander zu setzen und seine eigenen Gedanken hinzuzufügen.
Es sind oft Skizzen von Objekten, die noch keine Ausführung gefunden haben und
als Idee stehen bleiben.

Entstehung Objekt Otto Lilienthal in der Glaserei Terasa (c) Foto von Jeanette Zeidler

Entstehung Objekt Otto Lilienthal in der Glaserei Terasa (c) Foto von Jeanette Zeidler

Der Begriff KONZEPTKUNST ist ein Sammelbegriff für künstlerische Arbeiten, für die
es keine klare Definition gibt – am Anfang wurden z.B. auch abstrakte Bilder dazu
gezählt, heute zählen die vielfältigen Ausdrucksarten der Computerkunst dazu.
Skizzen und Bauanleitungen von Objekten zählen zur Konzeptkunst. Ich überlege
die ganze Zeit, ob die Anleitungen und Skizzen von Otto Lilienthal nicht selber
schon zur Konzeptkunst gezählt werden können. Bevor Lilienthal sich dazu
entschied, Ingenieurwesen zu studieren, waren seine Freunde der Meinung, er wird
Künstler.

Ich finde der Grat zwischen Mathematik, Naturwissenschaft und Kunst ist
sehr schmal. Man denke nur an die vielen Entwürfe und Zeichnungen von Leonardo
da Vinci. Ist er der erste Konzeptkünstler?

Dadurch, dass die Bauanleitung als Konzept für die Kunst steht, ist der Betrachter
der Anleitungen gefordert, die Objekte mental zusammenzusetzen. Er ist dann
wieder gefordert und kann die Kunst nicht alleine an sich „vorbeirauschen“ lassen.
Wenn wir weiter in der Geschichte der Konzeptkunst schauen, dann sehen wir, dass
als Mitbegründer der Konzeptkunst Sol LeWitt gilt.

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (3)

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (3)

Er plante vorab das gesamte Kunstwerk, so dass die Ausführung mechanisch und
auch nicht von ihm selber ausgeführt werden musste.

Vor Sol LeWitt führte Duchamps, Maler- und Objektkünstler, die Gedankenskizzen
in die Kunst ein, die mit der Konzeptkunst noch stärker beachtet wurden. Mich
fasziniert dabei Duchamps 10 jähriges Projekt „Die Neuvermählten, von ihren
Junggesellen entkleidet“. Duchamp ist natürlich ebenso ein Mitbegründer der
Konzeptkunst.

Cy Twombly, der leider Mitte des letzten Jahres verstarb, setzte sich mit der
Konzeptkunst auseinander und baute Zeichensysteme in seine Bilder ein. Diese
Zeichnungen gingen an der Grenze dessen, was der Betrachter „verstehen“ kann,
was kommunizierbar ist.

Der Schaffende kann in der Konzeptkunst nicht nur etwas abbilden, also auf visuelle
Reize des Betrachters eingehen, sondern den Betrachter in das Konzept mit
hineinziehen und ihn daran teilhaben lassen. Ideen und Philosophien werden
dargestellt.

Dieses ineinander Zahnen der Dinge gefällt mir und so habe ich auch besonders
große Freude und Schaffenskraft an meinen Projekten, die ich im Moment
realisiere. Neben der Zeichnung werde ich viel mit Glas arbeiten, was in meiner
Geschichte begründet liegt. Ich komme aus einer Glaserfamilie. Vor meinem Bruder
war mein Vater selbständiger Glasermeister und mein Bruder führt das
Familienunternehmen weiter. So bin ich schon mein Leben lang mit dem Material
Glas konfrontiert. Als 18jährige restaurierte ich mit meinem Vater in der Berliner
Charité Rudolf Virchow die Bleiverglasungen der Kirche des Geländes. Die
Kirchenfenster waren Abstrakt und jede Scheibe hatte eine andere Glasstruktur,
Oberfläche und Farbe.

Zur Konzeptkunst gehört, dass man seine Ideen nicht selber persönlich umsetzen
muss aber kann.

Ich mag es verrückte Ideen, die ich im Kopf habe auch umzusetzen und mir ist es wichtig,
dass sie immer Elemente von mir besitzen, die meine zeichnerische Handschrift tragen.
So habe ich für meine Definition von Konzeptkunst eine andere Lösung gewählt,
die meine Zeichnung als klassisches Element mit einem Glaskubus, den mein Bruder Ullrich
Zeidler, der Glasermeister
ist, nach meinen Vorstellungen baut, kombiniert.
So ist die Rolle des Lebens entstanden: aus Skizzen und eine 1000 x 400 mm
großen Zeichnung. Natürlich kostet es Geld, diese Skizzen und Anleitungen in
Objekte umzusetzen.

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (4)

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (4)

Zur Zeit zeichne ich an einer zweiten Rolle und bin schon auf dem 4. Meter. Die
Konstruktionszeichnungen für den Kubus, der diese Rolle umschließt, ist noch nicht
fertig, da ich aus Zeitgründen mit einem anderen Projekt beschäftig bin.

Am 3. Juni 2012 schließt der Flughafen Berlin Tegel Otto Lilienthal für immer seine
Tore und der Flugverkehr wird von da an von Berlin Schönefeld abgefertigt werden.
Am 4. Juni 2012 wird vom Kunstamt Reinickendorf die Ausstellung Berlin Tegel –
Eine Hommage an den Flughafen im Herzen Berlins“ eröffnet. Ich zeige mit
Christiane Weidner, Fotografin und Frank Koebsch, Aquarellist unsere Gedanken
zum Flughafen.
Dafür habe ich vor 100 Überzeichnungen in A4 auf Konstruktionszeichnungen
Lilienthals zu zeichnen. Thematisch beschäftigt sich alles mit dem Traum vom
Fliegen. Im Moment bin ich bei der Nummer 40 und habe auch schon für die
Präsentation im Objekt erste Skizzen.

Ebenso werde ich für die Ausstellung ein Objekt arbeiten, das Glasscheiben in
verschiedenen Durchsichten auf einen Holzsockel zeigt. Meine Zeichnungen werden
über Sockel und Scheiben gehen und so immer neue Ansichten für den Betrachter
ermöglichen.

Mein Bruder Ullrich Zeidler (hier seine Referenzen) wußte aus den Konstruktionszeichnungen und den Besprechungen, die wir mit dem Material hatten genau, was ich wollte. So kam er gestern mit meinem Objektrohling ins Atelier und ich bin voller Begeisterung für seine Arbeit. Es paßt perfekt! Die runden Ecken hat er sich dazu überlegt, sind sie nicht einmalig geschliffen?

Heute habe ich den Sockel grundiert. Dabei hilft mir meine langjährige Erfahrung mit dem Material Acryl. Ich möchte eine bewegte weiße Fläche als Untergrund für den Glaskörper! Ich mag die Rillen (oder Nute) wo der Glaskörper in den Sockel eingepaßt wird.

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (5)

Objekt - Konzept Otto Lilienthal (c) Foto von Susanne Haun (5)

Ich freue mich sehr auf die Arbeit, mein Objekt zu dem zu gestalten, was ich mir vorgestellt habe.

Danke Ulli, dass du mir das ermöglichst!
.


.

Objekt Otto Lilienthal – Konzept von Susanne Haun

Der Musenkuss und meine Glasflügel für Lilienthal – Konzept von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 24. Januar 2012

„Doch Fieber allein mache noch kein Kunstwerk“
sagte Aris Fioretos im Salon der Berliner Akademie (Quelle Tagesspiegel)

Fioretos habe ich bei einer Podiumsdiskussion in Freiburg life erlebt (siehe hier), so kann ich ihn mir vorstellen, wie er im Salon der Berliner Akademie spricht. Leider habe ich diese Veranstaltung nicht besucht. Ich wollte es, aber dann… Ihr kennt es sicher auch, diesen inneren Schweinehund, den man überwinden muss, um bei Regen aus dem Haus zu gehen….

Ja, ich bin zufrieden - Kubus und Scheibe kommunizieren miteinander - Konzept von Susanne Haun

Ja, ich bin zufrieden - Kubus und Scheibe kommunizieren miteinander - Konzept von Susanne Haun

„Die Frage ist doch: Wie wird der Musenkuss verwaltet? Das ist wichtig!“  Aris Fioretos . Ohne Handwerk, Kalkül und Kontrolle entsteht keine gute Literatur, ist die Meinung von Fioretis, Michael Lentz und Ernst Osterkamp. Ich stimme den Dreien in allen Punkten zu und füge der Literatur die Kunst dazu.

Die Verwaltung des Musenkusses ist nicht immer einfach und macht auch Arbeit.

Neben der Zeichnung werde ich beim Lilienthal Projekt viel mit Glas arbeiten, was in meiner Geschichte begründet liegt. Ich komme aus einer Glaserfamilie. Vor meinem Bruder war mein Vater selbständiger Glasermeister und mein Bruder führt das Familienunternehmen weiter. So bin ich schon mein Leben lang mit dem Material Glas konfrontiert. Als 18jährige restaurierte ich mit meinem Vater in der Berliner Charité Rudolf Virchow die Bleiverglasungen der Kirche des Geländes. Die Kirchenfenster waren Abstrakt und jede Scheibe hatte eine andere Glasstruktur, Oberfläche und Farbe.

Zur Konzeptkunst gehört, dass man seine Ideen nicht selber persönlich umsetzen muss aber kann. Heute haben mein Vater, mein Bruder und ich mein Konzept zum Lilienthal Projekt besprochen. Dazu waren wir in der Glaserei meines Bruders (hier ein Video der Glaserei).

Mein Bruder schaut, ob auch alles o.k. ist - Foto von Susanne Haun

Mein Bruder schaut, ob auch alles o.k. ist - Foto von Susanne Haun

Ich mag es verrückte Ideen, die ich im Kopf habe auch umzusetzen und mir ist es wichtig, dass sie immer Elemente von mir besitzen, die meine zeichnerische Handschrift tragen.

So habe ich meinem Bruder den fertigen Kubus gezeigt und das Rohmaterial für den Sockel und ich zeigte ihm, in welcher Form ich mir die Glasscheiben vorstelle. Um schon einmal ein Gefühl für die Farbe zu erhalten, hat mir mein Bruder drei Scheiben mitgegeben.

Ich bin gerne in der Werkstatt meines Bruders, es sind so viele Interessante Dinge dort.

Storchenflügel - Zeichnung auf Glas von Susanne Haun

Storchenflügel - Zeichnung auf Glas von Susanne Haun

Das erste Scheibe habe ich heute bezeichnet – also auf die Scheibe gezeichnet. Das hat wirklich viel besser geklappt, als ich gedacht habe und ich freue mich sehr über meinen Storchenflügel auf Glas. Er harmonisiert hervorragend mit dem Kubus und den Lilienthal Blättern.

Ausschnitt meiner Atelierwand mit dem Lilienthal Konzept - Foto von Susanne Haun

Ausschnitt meiner Atelierwand mit dem Lilienthal Konzept - Foto von Susanne Haun

.
Die Ankündigung der Ausstellung „Berlin Tegel: Eine Hommage an den Flughafen im Herzen der Stadt“ könnt ihr schon hier auf der Berlin Seite lesen.

Aus der Sicht meines Bruders und das Vergessen – Selbstportrait von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Januar 2012

Mein Bruder und ich sind Geschwister wie sie im Buche stehen.

Wir können uns bis auf’s Messer streiten und im nächsten Augenblick liegen wir uns in den Armen. Das hat sich in den 45 Jahren unseres Geschwisterseins nicht geändert. Wir konnten das mit 5, 12, 20, 30 und auch jetzt noch mit über 40 Jahren.

Durch meines Bruders Augen - Version 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 35 x 35 cm - Tusche auf Bütten

Durch meines Bruders Augen - Version 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 35 x 35 cm - Tusche auf Bütten

Bei meiner Weihnachtsöffnung fotografierte mein Bruder in meinem Atelier und ich benutze die Fotos für die heutigen beiden Selbstportraits. Es ist schwer, sich selber aus der Sicht eines anderen zu zeichnen. Es fällt mir sehr viel einfacher, mich in den Spiegel betrachtend zu zeichnen. Nie im Leben würde ich mich mit offenen Mund, die Zähne sichtbar darstellen und von oben kann ich so oder so nicht in den Spiegel schauen.

Siri Hustvedt berichtet in ihrem Buch „Was ich liebte“ unter anderem von dem Künstler Bill, der sich selber als Schatten malt. Sie schreibt in dem Buch auch über das Vergessen: „Aber wenn wir vergessen haben, (…) erinnern wir uns nicht immer daran, dass wir vergessen haben; das heißt, sich daran zu erinnern, dass wir vergessen haben, ist eigentlich nicht Vergessen, oder?“

Dieses Erinnern, einmal etwas gewußt zu haben, was ich jetzt nicht mehr weis ist für mich ein sehr schmerzhaftes Gefühl. Es hat sehr viel von Verlust an sich.

Durch meines Bruders Augen - Zeichnung von Susanne Haun - 35 x 35 cm - Tusche auf Bütten

Durch meines Bruders Augen - Zeichnung von Susanne Haun - 35 x 35 cm - Tusche auf Bütten

Die ewige Suche nach einem Buch und ein Engel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Glas und Keramik, Portraitmalerei, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 18. September 2011

Ich habe das Gefühl ich suche nur einmal ein Buch und das ist immer. Habe ich das eine gefunden suche ich das andere, das ich doch noch gerade gesehen habe.

Ich weiss, ich habe noch ein Chagall Buch - wo es wohl ist? - Foto von Susanne Haun

Ich weiss, ich habe noch ein Chagall Buch - wo es wohl ist? - Foto von Susanne Haun

Letzte Woche war Claudia Jahnke bei mir und brachte mir eine Karte und einen Textauszug aus dem Fraumünster Zürich mit. Chagall gestaltete die Fenster des Münsters und ich sah hier in Berlin schon eine Ausstellung im Kindermuseum Labyrinth zu diesem Thema vor bestimmt 10 Jahren. Dort wurde den Kindern Chagall nach dem Motto des Museums nahegebracht:

„Die größte Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen.“
(John Locke, Philosoph, 1632-1704)

Damals inspirierten mich die Ausstellung dazu in den Scherbencontainer meines Bruders Ullrich Zeidler, dem Glasermeister, zu kriechen und mir ein paar schöne Stücke herauszuholen und zu bemalen. Hier ein paar Fotos aus meinen ganz alten Atelier von den „Scherben“ von 2004:

Scherbengesichter von Susanne Haun

Scherbengesichter von Susanne Haun

Ich wollte mir die ganzen Fenster nocheinmal anschauen und suchte meine Chagallbücher und fand vier davon in vier verschiedenen Regalelementen. Das kommt davon, wenn man umzieht und seine Bücher nicht sortiert sondern die freundlichen Helfer die Bücher aus den Kisten in die Regale stellen.

Gestern inspirierte mich das gelesene dann zu dieser Zeichnung:

Von Angesicht zu Angesicht - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Von Angesicht zu Angesicht - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Chagall wurde 98 Jahre alt. Die Glasmalerei entdeckte er erst mit 70 Jahren für sich. Ich war sehr erstaunt, als ich las, wieviele Glasfenster er noch bis zu seinem Lebensende schaffen sollte. Es gibt ein vollständiges Werkverzeichnis der Glasfenster Chagalls von Sylvie Forestier.

John Russell schrieb in der „New York Times„: „Unabhängig von ihrer Größe beeindrucken alle seine Glasfenster […] durch ihre Virtuosität, ihre harmonische Anpassung an die Architektur und die Umgebung und ihre neuartige poetische Sensibilität.“

Mich beeindrucken die Glasfenster schon alleine, wenn ich sie mir Chagalls Fenster in meinen Büchern anschaue.

.

.

Auf Armin Rohrs Blog habe ich Armins Beitrag „Mit Licht malen“ entdeckt und bin davon begeistert –

Spontanität – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Marketing, Zeichnung by Susanne Haun on 27. April 2011

In meiner Kunst bin ich oft sehr spontan (im Leben auch).

Julia Tepasse fragt in Ihrer Blogparade
Ist es in der Kunst wichtig, konzeptionell zu arbeiten?

2002 - Pita - Puzzle von Susanne Haun - 140 x 100 cm

2002 - Pita - Puzzle von Susanne Haun - 140 x 100 cm

Ich habe aus Gründen der Präsentation und Rahmung gelernt, meine Spontanität in bestimmten Formaten auszuleben und meine Medien sind Papier, Tusche, Aquarellfarben, Feder und Pinsel.
Das ist mein Konzept.

Alles andere entwickelt sich beim Arbeiten und beim Beschäftigen mit einem Thema.

Unter meiner kreativen Spontanität haben vorwiegend mein Kollege Andreas Mattern
und mein Bruder Bruder Ullrich Zeidler zu leiden.

2003 kaufte ich einen Stapel 70 x 100 cm großen Zeichenkarton und zeichnete mit Ölkreiden und Acryl riesige Puzzle von der Dimension bis 150 x 220 cm groß. Mein Bruder rahmte die Puzzleteile hinter Glas und Andreas hängte sie mir auf. Ich muss euch nicht erzählen, dass sie sich zusammen taten und meine Spontanität boykotierten? Sie erzählten mir irgendetwas von Standardrahmen …..

2003: Mein Bruder Ullrich Zeidler mit meinem Frauenpuzzle - Foto von Susanne Haun

2003: Mein Bruder Ullrich Zeidler mit meinem Frauenpuzzle - Foto von Susanne Haun

Ich war dann seeeehhhhhhr brav und malte lange keine großen Formate auf Papier mehr, bis es mich letztes Jahr mit meiner 10 Meter mal 40 cm großen Rolle pakte.
Ich habe die Rolle zusammen mit zwei Handkurbeln schon meinem Bruder übergeben, damit er sie nun in Glas einlegen kann. Andreas hat dazu die Maße des Toyotas spendiert, denn schließlich muss ich (oder besser gesagt Andreas) meine Rolle in Glas ja auch zur Galerie transportieren können.

2003: Ein Jugendfoto von Andreas und mir bei meiner Ausstellung vom Kunstamt Mitte von Berlin

2003: Ein Jugendfoto von Andreas und mir bei meiner Ausstellung vom Kunstamt Mitte von Berlin

Danke Ulli und Andreas, ich weiss das sehr zu schätzen! Gut dass ihr euch versteht!

Ich kann auch sehr diszipliniert und mit Konzept arbeiten.
Auf dem Bahnhof sind 9 Skizzen in der Größe 15 x 15 cm entstanden.
Da bekomme ich bestimmt an jeeeeeder Ecke einen Rahmen für!

Menschen mit Gepäck Blatt 2 - 15 x 15 cm - Tusche auf Skizzenblock von Susanne Haun

Menschen mit Gepäck Blatt 2 - 15 x 15 cm - Tusche auf Skizzenblock von Susanne Haun

Fazit: Für mich persönlich ist es immer eine Gradwanderung zwischen Spontanität und Konzept.

Menschen mit Gepäck Blatt 5 - 15 x 15 cm - Tusche auf Skizzenblock von Susanne Haun

Menschen mit Gepäck Blatt 5 - 15 x 15 cm - Tusche auf Skizzenblock von Susanne Haun

%d Bloggern gefällt das: