Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Umberto Eco – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Leinwand, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 15. April 2018

 

Jede Rezeption ist (…) eine Interpretation und eine Realisation,
da bei jeder Rezeption das Werk in einer originellen Perspektive neu auflebt.

Umberto EcoDas offene Kunstwerk

 

Auf der Autobahn - 100 x 80 cm - Acryl und Tusche auf Leinwand - 2006 (c) Gemälde von Susanne Haun

Auf der Autobahn – 100 x 80 cm – Acryl und Tusche auf Leinwand – 2006 (c) Gemälde von Susanne Haun

 

Na dann schauen wir mal, ob sich die Rezeption / Interpretation von diesem Gemälde aus dem Jahr 2006 ändert.

 

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zitiert nach:
Klein, Armin, (Hrsg.), Kompendium Kulturmarketing, Handbuch für Studium und Praxis, München 2014, S. 8.

Das offene Kunstwerk und fünf Iris – Teil 2 – Zeichnungen von Susanne Haun

Bei jeder Rezeption eines Kunstwerks ist immer ein subjektiver Anteil im Spiel.

Seit dem modernen (bedeutungsoffenen) Kunstwerk existiert eine Freiheit in der Interpretation. Es geht nicht um die Anzahl der möglichen Interpretationen sondern es geht um die qualitative Interpretation, die ein ganzes Weltbild sein kann.

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im Barock beginnt der Mensch sich in der Kunst dem Kanonischen (kirchlichen Bedeutung/ bestimmte ikonologische Vorgaben) zu entziehen. Im 19. Jahrhundert entstand der Symbolismus, in der Literatur sollte jedes einzelne Wort eine „Aura des Unbestimmten“³ enthalten. Als Beispiel kann hier Kafka und Joyce genannt werden.

Moderne Kunst hat laut Eco eines gemeinsam, sie soll einen endlichen Kosmos so vorstellen, dass er in seinen Deutungsmöglichkeiten unbegrenzt ist. Es gibt jedoch auch „Werke in Bewegung“³ die keine verschiedenen Interpretationen benötigen, um immer neue Ansichten zu generieren, z. B. Alexander Calders „Mobiles“.

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Laut Adorno ist das moderne Kunstwerk von seinem „Rätselcharakter“ bestimmt. „Kunstwerke sind Dinge, schreibt Adorno, „von den wir nicht wissen, was sie sind“.“²

Auch wenn der Rahmen zwischen Kunst und Nichtkunst oft Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen Künstler und Betrachter ist, bewegt sich der Betrachter/Interpret in einem vom Künstler gewollten Interpretationsspielraum.

Wichtig ist, dass der Betrachter sich auf die Kunst einlässt, sich mit ihr vertraut macht, dann fördert die Fremdheit der Kunst eine intime Auseinandersetzung mit ihr.

Entgegen diesen Ausführungen betrachten moderne Ästhetiken das „Kunstwerk als Träger von Wahrheit“.² Um hierzu klare Gedanken fassen zu können, müssen wir uns mit der Ästhetik (der sinnlichen Wahrnehmung) von Kunst und Kunsttheorien beschäftigen. An der Uni wird dazu mehr als ein Seminar angeboten.

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Irisknospen 48 x 40 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nachdem ich gestern die Iris klar erkennbar in vielen Einzelheiten gezeichnet habe, habe ich von meinem Wissen um die Iris profitiert und mit weichen, reinen Pastellfarben in Ultramarin, Grün und Ocker in der Größe 48 x 40 cm Irisknospen gezeichnet. Ich habe die Pastellpigmente nicht mit Fixierspray gebunden, teilweise liegen sie noch krümmlig auf dem Papier.

Sind diese Bilder offenen dem Betrachter gegenüber?

Welche Interpretationsmöglichkeiten erhält der Betrachter aus dieser Serie und wie kann er sie mit einem Weltbild zusammenbringen?

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Quelle: ²Rebentisch, Juliane. Theorien der Gegenwartskunst, Hamburg 2013.
³Eco, Umberto. “Die Poetik des offenen Kunstwerks”, Berlin 1977.

Das offene Kunstwerk und zwei Iris – Teil 1 – Zeichnungen von Susanne Haun

Beim Studium der Kunstgeschichte bin ich ständig neuen Inspirationen ausgesetzt. So wie ich es mir gewünscht habe.

Dieses Semester trete ich trotz aller Inspiration etwas ruhiger, um mehr Zeit zum Zeichnen zu haben, mich auf die Ausstellung in Grimma vorzubereiten (siehe hier) und um mein viertes Buch im Edition Fischer Verlag zu schreiben. Das vierte Buch handelt von Mischtechniken aus Pastell, Kohle, Acryl, Aquarell und Collage. Es hört sich beim Lesen wie ein Kessel Buntes an, der Leitfaden wird aber das Pastell sein.

Iris Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Iris Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zwei meiner Arbeiten für das neue Pastell – Buch sind aus meinen spanischen Eindrücken in Barcelona entstanden. Erholsamerweise habe ich gezeichnet, was ich sehe: Iris! Ich habe sie nicht an einem Tag gearbeitet sondern mit Ruhe und Besinnlichkeit die Linien gesetzt.

Nachdem ich mir die drei Ergebnisse angeschaut habe, wollte ich freier arbeiten, mich von der Vorlage lösen. Ich bin mit meiner Arbeit und meinen Gedanken dazu noch nicht fertig, ich werde dann berichten. Sicher hängt dieser Drang nach Freiheit mit meiner Auseinadersetzung mit dem Begriff des „offenen Kunstwerks“ zusammen.

Iris Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Iris Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein offenes Kunstwerk wird erst durch sein Interpretiertwerden ins Werk gesetzt. Geschlossene Werke geben dem Betrachter eine Lesart vor. Die Iris wird eine Iris bleiben und bietet nur wenig Interpretationsraum. Sicher, sie können aus vielen Perspektiven gesehen werden, doch sie bleiben immer eine Iris.

Iris Version 3 mit Pastell (c) Zeichnung von Susanne Haun

Iris Version 3 mit Pastell (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie erreicht der Künstler eine Bedeutungsoffenheit?
Er kann sein Werk zum Beispiel konkret unvollendet lassen oder konzipiert es im Sinn einer generellen Bedeutungsoffenheit. Damit benötigt das Werk nicht nur den Künstler sondern auch „fortgesetze Akte kongenialer Interpretation“. Umberto Eco setzt sich in seinem Text „Die Poetik des offenen Kunstwerks“ mit dem Thema auseinander. Laut Eco gilt für geschlossenes wie offenes Werk: „Jedes Kunstwerk, ob formal geschlossen oder nicht, fordert“ eine freie schöpferische Antwort“.“

Ich beschäftige mich weiter mit dem offenen Kunstwerk, es ist längst noch nicht alles gesagt und die Iris ist längst noch nicht in allen Aspekten von mir wiedergegeben.

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Quelle: Rebentisch, Juliane. Theorien der Gegenwartskunst, Hamburg 2013.

Lavendel zum Namen der Rose – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Juli 2010

Gestern habe ich für 1€ beim Trödler die Hörspielfassung von „Der Name der Rose“ gekauft. Es sind „nur“ 5 CDs im Gegensatz zur 26stündigen Hörbuchfassung. Es ist Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe und es macht Freude es zu hören.

Dabei malte ich meinen Lavendel. Mein Balkonlavendel ist schon ziemlich klein und meine Mutter hat in ihrem Garten große Lavendelbüsche zwischen ihren altrassigen Rosen. Meine Mutter gestattete mir auch, einige Blüten zu pflücken. So kann ich morgen meine Augen in die Blüten versenken und den Lavendel noch einmal zeichnen.

Meine heutige Lavendelzeichnung ist sehr groß, das Gewicht der Form ist besonders rechts klar zu erkennen und die Plazierung und das Auslaufen des Stengels gibt der Zeichnung Spannung; zum Kontrast der Zeichnung muss ich nicht viele Worte verlieren.

Lavendelblüte - Zeichnung von Susanne Haun - 36 x 48 cm - Tusche auf Bütten

Lavendelblüte - Zeichnung von Susanne Haun - 36 x 48 cm - Tusche auf Bütten

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