Kunst und Politik

Rebellion in der Kunst

Meine Tage werden begleitet vom Kunst Kalender von Harenberg. Morgens lese ich die dort abgedruckten Weisheiten über Kunst und denke „Aha“ und „Nun ja“.

Auf dem Kalenderblatt von gestern war folgender Satz von Helmut Sturm zu lesen:
„Wir waren [kulturell] so unterernährt, dass überhaupt abstrakt oder kubistisch Malen bereits als Zeichen von Rebellion galt.“

Was gilt heute noch als Zeichen von Rebellion in der Kunst?

Wir hatten schon alles – nackte Menschen werden mit Farbe auf Bildern gedrückt, weiße Leinwände, Videos über Stunden mit der vollen Aufnahme eines Gesichtes, Meese…

Ich habe gerade bei google nach „Kunst + Rebellion“ geschaut und finde „Comic“ und „gegen akademische Kunst“.
Ist es heute nicht geradezu Rebellion, wenn der Künstler akademisch malt?

Tagebucheintragung "Wo schaue ich hin"

4 Kommentare zu „Rebellion in der Kunst

  1. wow, von Deinem Blog bin ich begeistert.
    Gefällt mir wirklich gut.
    Und Deine Frage wegen Kunst und Rebellion, ist ebenfalls sehr interessant und sie ist wahrlich nicht leicht zu beantworten.
    Wenn es jedoch noch eine KunstArt gibt die etwas rebellisches in sich trägt ist wohl „Graffiti“, da sie meist der Gesellschaft ein Dorn im Auge ist und da die Künstler „Täter“ trotz legaler Möglichkeiten sich kreativ auszuleben, auf den Reiz des Illegalen nicht verzichten wollen.

    Aber das ist nur meine Meinung, den die Meisten sehen Graffiti nicht als Kunst, sondern als Schmiererei.
    Es gab wohl in der Geschichte noch nie ein Kunstrichtung die es so schwer hatte.

    Ich lass einen freundlichen Gruß zurück.

    Soulpunk

  2. Es kommt darauf an, welche Kunst du mienst. der klassische Kuntsmarkt fördert nach wie vor in erster Linie die Akademieabgänger.

    Wir haben eine kleine Gruppierung gegründet, die hmal neue Wege in der Kunst gehen will. Auf unserem Blog http://www.spursuche.de wollen wir die Leute an dem Prozess teilhaben lassen, um so auch neue Schichten für die Kunst zu interessieren und zu gewinnen.

  3. ich glaube, dass es heute insgesamt – nicht nur für künstler – schwieriger geworden ist, rebellion auszudrücken. früher ging das einmal, weil die werte, die man mit rebellion verteidigte, von denen, gegen die man rebellierte, nicht unterstützt oder getragen wurden.

    ich meine, dass es letztlich bei alledem um werte geht. und deshalb finde ich das meiste, was heute in der „kunst“ als „rebellion“ formuliert wird, sehr sehr langweilig und oft auch überhaupt gar nicht rebellisch, sondern entweder doof (pubertär) oder kommerziell oder beides.

  4. Mir gefällt Dein Blog sehr gut. Es ist anregend, Deine Fragen zu lesen und darüber nach zu denken. Mach weiter so Susanne!

    Rebellion: das geht auch heute. Obwohl je demokratischer eine Gesellschaft ist, um so mehr andere Ideen akzeptiert sie. Dadurch ist eine „Rebellion“ nur wie ein kleiner Protest. Aber es lohnt sich immer eingefahrene Gedankenwege zu verlassen und unsere angepasste Gesellschaft zu hinterfragen.

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