Susanne Haun

12 Monate Ringelnatz – Ein Kalender von Hans Hilmar-Koch und Arndt Weigend

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 13. August 2018

 

 

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

 

Hans-Hilmar Koch habe ich vor Jahren über das Netzwerk Druckgrafik kennengelernt, 2014 stellte ich in seiner Galerie Blickwinkel in Schwerin meine Radierungen aus (siehe hier).

Hilmars Arbeiten und seine Vita findet ihr beim stilhaus, eine Seite, auf der sich das Stöbern lohnt. Das stilhaus ist zwischen Kiel und Fehmarn zuhause. Auch ich als Berlinerin benötige 5 Stunden Autofahrt, um anzukommen. Leider zu lange! Dafür war uns die Anfahrt zum Jubiläum zum Buchdruckmuseum in Krakow am See (siehe hier) nicht zu weit. Hilmar betreibt das Museum seit 20 Jahren und bewahrt viele Maschinen und Buchstabensätze vor dem verschrotten.

 

 

„Seit 1998 gibt es in Krakow am See in der Alten Schule ein Museum der Buchdruckkunst zum Anfassen, ein Unikat in der Museumslandschaft des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Hierbei handelt es sich nicht um eine Technikansammlung schlechthin. Alle Maschinen und Geräte sind so ausgesucht und angeordnet, dass der Besucher sich in die Arbeitswelt eines Buchdruck-Familienbetriebes der 1920er und 30er Jahre hineinversetzen kann.“ ist auf der Tourismus-Seite von Krakow am See zu lesen.

Beim Jubiläum stellte Hilmar mit dem Künstler Arndt Weigend den aktuellen Ringelnatz Kalender vor und ich konnte nicht widerstehen, ihn zu kaufen. Hilmar hat mir Fotos von der Produktion des Ringelnatz-Kalenders gesendet, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

 

Ihr wollt auch einen Ringelnatz.Kalender?

Ihr könnt ihn per E-Mail hans-hilmar.koch@t-online.de  oder Telefon/Fax: 038457 23872 bei Hilmar direkt bestellen. Hilmar ist auch oft bei Messen zu finden. Auch dort könnt ihr den Kalender erwerben.

 

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

 

Galerie Wedding: Wer bin ich und wer bist du? — Weddingweiser

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 21. Juni 2018

 

Nachdem ich die Vernissage der Ausstellung „I Am Large, I Contain Multitudes“ in der Galerie Wedding besucht habe, schrieb ich folgenden Beitrag für den Weddingweiser.

 

 Einblick in die Ausstellung I AM LARGE in der Galerie Wedding (c) Foto von Susanne Haun

Einblick in die Ausstellung I AM LARGE in der Galerie Wedding (c) Foto von Susanne Haun

 

Bis zum 15. Juli zeigt die Galerie Wedding im Rathaus Wedding in der Müllerstraße die Ausstellung „I Am Large, I Contain Multitudes“. Sie fragt mit den Exponaten nach den Dingen, die dem Leben einen Sinn geben und wie eine erfolgreiche Selbstinszenierung gelingen kann.

943 weitere Wörter unter dem Link zum Weddingweiser:  Galerie Wedding: Wer bin ich und wer bist du? — Weddingweiser

 

 

Morbider Charme: Videokunst im Krematorium Wedding

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 9. Juni 2018

 

Dieser Artikel erschien zuerst im Weddingweiser (siehe hier).

 

Galerie Ebensperger, Eingang Platanenstraße 30, Foto: S. Haun

Galerie Ebensperger, Eingang Platanenstraße 30, Foto: S. Haun

 

Videokunst ist derzeit in der Galerie im Krematorium Wedding zu sehen. Bis zum 30. Juni können in der Galerie Ebensperger im

Krematorium Wedding Arbeiten vom Berliner Filmemacher Romuald Karmakar gesehen werden. Ein Blick in die Ausstellung.

 

 

 

 

Choräle in der Aussegnungshalle

Das Werk „Byzantion“ von 2017, ein 14-minütiges Digitalvideo, das Karmakar schon in Kassel auf der documenta 14 zeigte, füllt mit seinen Gesängen den gesamten oberen Ausstellungsbereich. Mussten Besucherinnen und Besucher in Kassel im Westpavillion der Orangerie teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um in den Genuss des Filmes zu kommen, kann man nun in Ruhe in der ehemaligen Aussegnungshalle im Wedding die dargebotenen Choräle genießen.

 

 

Eine Szene aus dem Video „Byzantion“. Es hatte bei der Dokumenta in der Kassel 2017 Premiere. © Pantera Film

Eine Szene aus dem Video „Byzantion“. Es hatte bei der Dokumenta in der Kassel 2017 Premiere. © Pantera Film

Insgesamt umfasst die Galerie im Krematorium eine Fläche von 1000 Quadratmeter. Diese besondere Ausstellungsfläche steht unter Denkmalschutz und passt hervorragend zu den choralen Gesängen des Films. Die Drehorte werden im Film gezeigt, es handelt sich um die Kirchen “Ieros Naos Analipseos tou Kyriou” in Athen, Griechenland und die Kirche “St. Vladimir” in Island.

 

 

 

 

In den Kellerräumen sind weitere Werke zu sehen. Sechs Fernbedienungen braucht es, um alle Videos in Gang zu setzen und eine halbe Stunde vor Öffnung der Ausstellungen müssen alle Geräte eingeschaltet werden, um den Besucherinnen und Besuchern die Videos zu präsentieren.

 

Ausstellungsbereich unter der Aussegnungshalle (c) Galerie Ebensperger

Ausstellungsbereich unter der Aussegnungshalle (c) Galerie Ebensperger

 

Kunst in der Herrentoilette

 

Installation in der Herrentoilette. © Ludger Paffrath, Courtesy Ebensperger Berlin/Salzburg

Installation in der Herrentoilette. © Ludger Paffrath, Courtesy Ebensperger Berlin/Salzburg

Selbst die Herrentoilette wird als Ausstellungsfläche genutzt. Über dem Waschbecken, wo eigentlich der Spiegel erwartet wird, zeigt ein Flachbildschirm „Das Himmler-Projekt – Manfred Zapatka und die Rede Heinrich Himmlers bei der SS-Gruppenführertagung in Posen am 4. Oktober 1943“. Karmakar schuf das Werk im Jahr 2000, es ist 182 Minuten lang. Der Film erhielt den Adolf-Grimme-Preis Spezial (2002), den 3sat-Dokumentarfilmpreis (2000) und wurde 2008 vom Museum of Modern Art in New York in die Liste der 250 wichtigsten Anschaffungen des Museums seit 1980 aufgenommen.

Ich persönlich wollte keine drei Stunden auf der Herrentoilette ausharren, gleichwohl mich der Ausstellungsort sehr beeindruckte. Durch das sakrale Fenster mit gelbem Glas fällt auf das erste Urinal ein Lichtschein, der im starken Kontrast zu den unverputzten Mauersteinen steht.

 

 

 

Zwei Eingänge führen in die Ausstellung

 

Galerie Ebensperger, Eingang vom Silent Green aus, Foto: S. Haun

Galerie Ebensperger, Eingang vom Silent Green aus, Foto: S. Haun

Von der Platanenstraße 30 (gegenüber der Platanenstraße 10) führt eine Tür in die Galerie Ebensperger. Wir mussten schon etwas suchen, bis wir die Tür fanden und uns klar wurde, dass erst eine Klingel den Eintritt ermöglicht. Hier sollte die Besucherin, der Besucher keine Hemmungen haben, es lohnt sich, zu klingeln und einzutreten. Der Zugang über das Silent Green ist ebenfalls möglich, hierzu einfach am Café Mars vorbei geradezu gehen.

Leider gibt es von der derzeitigen  Ausstellungssituation Karmakars  in der Aussegnungshalle noch keine vom Künstler abgesegneten Fotos, weswegen wir hier Fotos der Lokation von vergangenen Ausstellungen zeigen.

 

Galerie Ebensperger im Krematorium Wedding, Plantagenstraße 30, Freitag 12–18 Uhr und Samstag/Sonntag 11–17 Uhr geöffnet, aktuelle Ausstellung bis 30. Juni

 

Doreen Trittel in der Ausstellung Healing in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 11. Mai 2018

 

Pünktlich zum Galerie Weekend startete die Ausstellung Healing in der Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS, Gartenstr. 114, 10115 Berlin-Mitte mit den Öffnungszeiten: Mo-Sa, 12-19 Uhr. Die Ausstellung kann noch bis zum 30.06.2018 besucht werden.

 

Susanne Haun besucht Doreen Trittel in der Ausstellung Healing (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun besucht Doreen Trittel in der Ausstellung Healing (c) Foto von M.Fanke

Die Ausstellung wurde von Paulina Tsvetanova, der Besitzerin der Galerie, kuratiert. In der Pressemitteilung ist zu lesen:

„Die Galerie PAULINA’S FRIENDS in Berlin-Mitte hat 29 internationale Künstler und Designer durch einen Wettbewerb ausgewählt. Sie bekommen Raum, um ihre besonderen Werke in der Ausstellung „Healing“ zu präsentieren. Die Kreativen erzählen mit Bildern, Skulpturen, Installationen, Fotografien, Keramikobjekten, Multimedia oder Mode persönliche Geschichten von Stärke, Hoffnung, Liebe und persönlicher Erlösung, die beflügeln und wichtige Lebensfragen beantworten.

Alle 29 internationalen Künstler und Designer, die in der Galerie PAULINA’S FRIENDS im Rahmen der Kunstaustellung „Healing“ zu erleben sind, werden auf folgender Internetseite mit ihren Werken vorgestellt: www.paulinasfriends.com/h-e-a-l-i-n-g  “

Auch Doreens Statement zu ihren Arbeiten bereichert die Pressemitteilung:

„Eine der vertretenen Künstlerinnen ist Doreen Trittel. Sie stellt mehrere Zielscheiben aus, die normalerweise für Gewalt und Krieg stehen. Von ihr wurden sie in neue Symbole für Liebe und Frieden verwandelt (siehe Foto oben). Ihre Werke mit dem Titel „SCHIESSEN FÜR DEN FRIEDEN!“ sind auch eine Anspielung auf die momentane globale Situation mit zahlreichen kriegerischen Konflikten. Doreen Trittel meint: „Situationen, die ausweglos erscheinen, können durch Mut und Kreativität verändert werden. Es gibt immer mehr als eine Option. Ich hoffe, dass dies auch für komplexe Konstellationen, wie zum Beispiel den Krieg um Syrien, gilt.“ “

Ich mag Doreens Werk sehr, es regt zum Nachdenken an und von der Künstlerin selber weiss ich, dass die Idee, bzw. das Konzept oft vor den einzelnen Elementen des Werks steht. Ich bin fasziniert davon, wie symbolträchtig Doreen arbeitet und wie sie ihre Ideen visualisiert.

Die Reihe „SCHIESSEN FÜR DEN FRIEDEN!“ zeigt sehr eindrücklich, wie Doreen kriegerische Symbole augenzwinkernd in friedliche Symbole überführt.

Am 2. Juni wird Doreen einen Workshop zum Thema Collage in der Galerie anbieten:

Collagen-Workshop: Die Schönheit der Kunst und ihre Fähigkeiten, Sa, 2.06, 14-18 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten. 

Lasst uns das Leben im gemeinsamen Kreativsein feiern und dies in in einer selbst gefertigten Collage ausdrücken. Erfahre in netter und lockerer Runde, wie aus der Zerstörung durch Reißen und Schneiden etwas wundervoll Neues durch Gestalten und Kleben entstehen kann – ganz intuitiv und nach Herzenslust, allein durch Dein Tun. Wenn Du magst, kannst Du gern persönliche Materialien, wie zum Beispiel Fotos, Papier oder Stoffreste, mitbringen. Zeitschriften, Schere und Kleber sind herzlich willkommen. Es sind keine künstlerischen oder handwerklichen Vorkenntnisse erforderlich. Eine spontane Teilnahme ist leider nur bei einem freien Platz möglich. Daher sichere Dir einen von 8 Plätzen besser unter kontakt@hehocra.de.

Gerne hätte ich am Workshop teilgenommen, jedoch sind wir genau an diesem Wochenende verhindert. Vielleicht hat die eine oder andere von euch Zeit, den Workshop zu besuchen.

Zur Ausstellung selber: Ich persönlich finde 29 Künstler*innen einfach zu viel für eine Ausstellung. Während der Vernissage konnten die Werke, die sowieso schon auf engsten Raum präsentiert sind, durch die Fülle der Vernissagegäste fast gar nicht betrachtet werden. Ich vermute, dass im alltäglichen Ausstellungsbetrieb mehr Ruhe zum geniessen der Werke vorhanden ist.

Weitere Infos aus der Pressemitteilung:

Teilnehmende Künstler/innen:
Adi Davidoff (BG), Andreas Brunolupo (DE), Beate Flierl (DE), Britta Schwalm (DE), Claudia Hartwig (DE), Dagmar Gester (DE), Donat Fritschy (CH), Doreen Trittel (DE), Dr. Klaus Chmillon (ES/DL), Elisabeth Schneller (CH), Eva Lippert (DE), Evelyne M. Fricker (AU), Graf Seibert (DE), Gret Beth (DE), Hannes Albert (DE), Julia Antonia (DE), Jutta Imelda Kanneberger (DE), Lucy Libre (DE/MEX), Lukas & Robertson (CZ), Pasquale Aleardi (CH, IT, GRC), Peter Schlangenbader (DE), Philippe Ségalard (FR), Simone Birk (CH), Tatawa (Wei Tan) (MYS), Ulrike Hofmann-Schüll (DE), Uwe Schwarz (DE), Valentina Pisarra (DE/IT), w e i s s über den tod hinaus (DE), Dr. Yoanna Planchette (BG/FR)

Parallel zu Ausstellung „Healing“ findet ein gleichnamiges Festival statt. Es bietet interaktive Workshops & Kurse zu Themen wie Bodywork, Selbsterkenntnis und -management, Mindfulness, Work-Life-Balance und vieles mehr: www.paulinasfriends.com/healing-festival
Zur Concept-Gallery PAULINA’S FRIENDS:

Der Schwerpunkt der Galerie liegt auf der Schnittstelle/Interaktion von Kunst & Design. Alle Kunstgattungen und kreativen Disziplinen sind vertreten. Angeboten werden Kunst, Design und Mode – zeitlos, universal, einzigartig  (es werden nur Unikate verkauft).

 

Beiträge für „Mein Wedding“ auf der Müllerstraße gesucht

Posted in Ausschreibung, Ausstellungstip by Susanne Haun on 1. Mai 2018

 

Dieser Artikel erschien zu erst in der Berliner Kiez Zeitung Weddingweiser (siehe hier).

Auch in diesem Jahr wird es wieder die Mittelstreifen-Ausstellung in der Müllerstraße geben. Bis zum 15. Juli können Kunstschaffende und Kreative auch aus dem Bereich Kitas und Schulen dafür bildnerische Werke unter dem Motto „Mein Wedding5“ einreichen. Die Ausstellungseröffnung ist voraussichtlich am Samstag, den 1. September um 11 Uhr in der Schiller-Bibliothek.

 

Plakatgestaltung im Rahmen von „mein wedding 4“, 2017 auf der Müllerstraße. Plakatgestaltung von Susanne Haun (c) Foto Fanke

Plakatgestaltung im Rahmen von „mein wedding 4“, 2017 auf der Müllerstraße. Plakat von Susanne Haun (c) Foto M.Fanke

 

Zum 5. Mal initiiert die Standortgemeinschaft Müllerstraße e. V. diese besondere Art der Ausstellung von Kunstwerken in einer open air gallerie auf der Müllerstraße. Eine Jury, die sich aus Mitgliedern des Vereins zusammensetzt, wird entscheiden, welche Arbeiten groß auf der Müllerstraße herauskommen. Ganz im Sinne des Jahresthemas „Digitalisierung“ der Standortgemeinschaft werden in diesem Jahr auf den Plakaten QR-Codes aufgedruckt. Diese QR-Codes führen interessierte Betrachterinnen und Betrachter der Plakate entweder auf die Internetseite der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler oder auf Wunsch auch zur Projektseite von „Mein Wedding5“ auf der Internetseite der Standortgemeinschaft Müllerstraße e. V.

Es ist jedes Jahr wieder spannend, wie die Plakate das Erscheinungsbild der Müllerstraße verändern und welche teilweise ganz persönliche Momente dargestellt werden. Letztes Jahr beteiligte sich unter anderem die Leo-Lionni-Grundschule im Rahmen eines Projektes ihrer Schule mit dem Deutschen Kinderschutzbund. Die Schülerinnen und Schüler wurden an ihren Lieblingsorten im Wedding fotografiert. Gabriele D.R. Guenther zeigte vor drei Jahren ihre Arbeit „Fragmente 2“. Mit diesem Bild führte die Künstlerin die Verschiedenheiten, die im Wedding neben- und miteinander existieren, zusammen und bildete als Resultat etwas Einheitliches, das den Menschen hier symbolisch ein neues, gemeinsames Gesicht verlieh. Auch Weddingweiser-Fotografin Sulamith Sallmann und Weddingweiser-Fotograf Andaras Hahn haben sich in der Vergangenheit beteiligt.

Die Fotografie ist zurzeit das am meist verwendete Medium des Wettbewerbs. Ob ohne Bearbeitung vom Speichermedium, digital verändert oder als Collage sind alle Möglichkeiten der Fotografie möglich.

 

Wer kann sich bewerben?

Jede und Jeder, der gerne kreativ arbeitet, es gibt keine Altersbeschränkung nach oben oder nach unten.

Gibt es ein Thema?

Es muss ein deutlicher Bezug zum Wedding erkennbar sein. Es ist jedoch nicht nötig, dass die / der Beteiligte im Wedding wohnt.

Welche künstlerischen Techniken sind erlaubt?

Die Art der Gestaltung bleibt den Teilnehmenden überlassen. Ob fotografierte Street-Art, Bemalung mit Pinsel oder Stift, Collagentechnik oder Fotografie – alles ist möglich.

Wie groß muss die Arbeit sein?

Die Größe des Originals ist unerheblich. Es kann eine kleinste Zeichnung oder ein Aquarell sein. Die Vergrößerung als Plakat wird von der Standortgemeinschaft vorgenommen.

Form der Bewerbung

Um zu gewährleisten, dass eine Vergrößerung der eingereichten Arbeiten auf das endgültige Format ohne Verluste erfolgen kann, sollten die Arbeiten möglichst im Größenverhältnis 3:2 und in ausreichender digitaler Größe abgegeben werden. Die Bewerbung ist ausschließlich per E-Mail an Winfried Pichierri unter w.pichierri@planergemeinschaft.de oder Demet Yasar unter  d.yasar@planergemeinschaft.de möglich.

Wie viele Arbeiten können eingereicht werden?

Es können maximal drei Arbeiten pro Person eingereicht werden.

Wann ist der Abgabetermin?

Bis zum 15. Juli 2018 können die Arbeiten eingereicht werden.

Wer beantwortet weitere Fragen?

Winfried Pichierri (w.pichierri@planergemeinschaft.de) und Demet Yasar (d.yasar@planergemeinschaft.de) beantworten gerne Fragen, auch per Telefon unter (030) 88 59 14 32.

 

„Mein Wedding5″ wird gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden, aktive zentren Berlin,  mensch.müller, Standortgemeinschaft Müllerstraße, Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen des Bezirksamt Mitte.

 

Eva und Adele im Lampenfieber

Posted in Ausstellungstip by Susanne Haun on 26. April 2018

Das Duo Eva & Adele hält seit 27 Jahren an ihrem künstlerischen Konzept fest.

Diese Konsequenz veranlasste den me Collectors Room Berlin (Stiftung Olbricht) das Paar in einer retrospektiven Gesamtinstallation unter dem Namen “L’AMOUR DU RISQUE“ zu präsentieren.

Vom 27. April bis zum 27. August 2018 kann das Werk des außergewöhnlichen Paars in der Auguststr. 26 in Berlin besichtigt werden.

Gestern fand das Presse-Preview der von Dr. Heike Fuhlbrügge kuratierten Werk-Show statt.

 

 

Sicher, ich wusste vor dem Besuch des Presse-Previews zu dem mich Doreen Trittel begleitete, wer Eva & Adele sind und ich bin schon lange beeindruckt von ihrer kontinuierlichen Arbeit und der Treue ihrem Konzept gegenüber. Jedoch habe ich nicht erwartet, zwei so sympathische herzliche Menschen kennenzulernen. Mit dem Gedanken an ihr Konzept, „Over the Boundaries of Gender“ denkend, betitele ich die beiden als Menschen, für die das Weibliche oder Männliche keine Rolle spielt, sie selber bezeichnen sich als drittes Geschlecht.

Die Direktorin des me Collector Rooms, Julia Rust, stellte gemeinsam mit der Kuratorin Dr. Heike Fuhlbrügge das Duo vor und ich fand es besonders charmant, dass Eva und Adel vor Beantwortung der Fragen um Verständnis für ihr Lampenfieber baten. 27 Jahre stehen die beiden in der Öffentlichkeit und trotzdem ist jede Präsentation neu und aufregend für sie. Berlin bezeichnen sie als Entstehungsort ihres Werkes, als ihre Heimat, ihren Lebensmittelpunkt und ihr persönliches Fort Knox, in dem sie sich regenerieren können.

 

Doreen Trittel in der Ausstellung Eva und Adele, me Collectors Room Berlin, Foto von Susanne Haun

Doreen Trittel in der Ausstellung Eva und Adele, me Collectors Room Berlin, Foto von Susanne Haun

 

Die Begriffe Kunst und Performance empfanden die beiden nicht als ausreichend, um ihr Werk zu definieren, weswegen sie ihr Konzept auch mit dem Namen Futuring belegten. Unter der Decke hängt da Wort FUTURING von 2013 als Neonschriftzug, der die gesamte Ausstellung einzuschließen scheint.

Betritt die/ der Besucher*in den Ausstellungsraum, fällt der Blick auf 6 rosa übereinander gestapelte Koffer in unterschiedlicher Größe. In diesen Koffern, berichten die beiden, haben sie gerade in den ersten Jahren ihre Präsentation wie Postkarten und Flyer mit sich getragen, um sie bei ihren Erkundungen in der Welt zu verteilen. Als Biografische Skulptur N°1 stellten die beiden 1997 ihre Koffer erstmals im Sprengelmuseum aus. New York und Paris folgten und nun können die zur Kunst geadelten Koffer auf einem rosa Holztisch in der Ausstellung besichtigt werden. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich subjektiver Weise diese Skulptur oder die 165 Kostümpläne von 1996 – 2018 als das für mich eindrucksvollste Element der Ausstellung betrachte.

 

 

Trotz großem Ansturm hatten Doreen und  ich das Glück, ein kleines persönliches 5-Minuten Interview mit den beiden zu erhalten. Ihre Strategie „Wherever we are is Museum“ zeigt, dass sich Eva und Adele in einem permanenten Zustand der Performance und Öffentlichkeit bewegen und so fragte ich, ob sie in den 27 Jahren nicht Augenblicke gab, wo ihnen die Anstrengung der Arbeit zu viel wurde. Doreen ergänzte, ob sie sich schon einmal überlegt hätten, einfach aufzuhören, Eva und Adele zu sein.

 

Susanne Haun, Eva und Adele, Doreen Trittel im me Collectors Room Berlin, Foto von Tina Volk

Susanne Haun, Eva und Adele, Doreen Trittel im me Collectors Room Berlin, Foto von Tina Volk

 

Die Antwort der beiden ist eindrucksvoll und einheitlich. Es hätte kritische Augenblicke am Anfang der Konzipierung ihres Werks gegeben, die sie sehr analytisch betrachtet hätten. Daraus hätte sich eine Basis für ihr Lebenskunstwerk ergeben. Wut und Verzweiflung gehören genau wie Frieden und Liebe dazu. Sie hätten sich auch in existenziellen Situationen am Abgrund befunden, aber all dies würde von der Freiheit, die sie beide innerhalb ihres Konstrukts besitzen kompensiert. Die Freude und der Schaffensdrang der beiden, sowie ihre analytische Herangehensweise an ihr Werk hat sie nicht an ein Ende denken lassen.

Es ist für mich spürbar, dass sie von ganzem Herzen Eva & Adele sind, ein Werk, das kein Ende kennt.

 

Doreen und ich konnten nicht widerstehen, einige Selfies von uns zu machen und eine Auswahl möchte ich heute und hier auch zeigen. Den schönen Puschel, den ich an meinem Halsband trage, kann die / der Besucher*in im Shop des me Collector Rooms kaufen. Neben Handtaschen, Strümpfen, Parfüm und mehr gibt es eine bunte Collection an Artikeln, die die Ausstellung begleiten und die als Erinnerung gekauft werden können.

Die Ausstellung hallt nach, Doreen und ich sprechen immer wieder über Momente, die wir dort gemeinsam erlebten.  Wie Doreen die Ausstellung und den Besuch wiedergibt, kannst Du hier nachlesen: Eva & Adele: Kunstwerk in Persona.

Die Ausstellung hat uns sehr inspiriert und wir können  jedem nur empfehlen, sich die Zeit für einen Besuch zu nehmen:

Informationen zur Ausstellung:

Eva & Adele “L’AMOUR DU RISQUE“

27. April bis zum 27. August 2018

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht

Auguststraße 68, 10117 Berlin
Fon +49 30 86 00 85-10
Fax +49 30 86 00 85-120
info[at]me-berlin.com
http://www.me-berlin.com

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog und ein umfassendes Begleitprogramm.

Eintritt Wunderkammer und Ausstellungen

Regulär 8 Euro / Ermäßigt 4 Euro
Gruppenticket 4 Euro/Person (für Gruppen ab 10 Personen)

Mehr Informationen zu Gruppentarifen und Ermäßigungen erhalten Sie auf der Homepage des me Collector Rooms (siehe hier).

Veranstaltungen

06.05., 15 Uhr: Kuratorinnenführung mit Dr. Heike Fuhlbrügge
26.05., 16 Uhr: Vortrag von Dr. Marcus Steinweg
09.06., 16 Uhr: Talk mit EVA & ADELE und Dr. Heike Fuhlbrügge
27.06., 19 Uhr: Art & Dinner mit EVA & ADELE

Unvergleichlich – Afrika zuhause in Berlin – Ausstellungstip von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Januar 2018

 

Die Ausstellung „Unvergleichlich -Kunst aus Afrika im Bode-Museum“ hat mich sehr in ihren Bann gezogen.

 

Unvergleichlich - Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Unvergleichlich – Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es werden „herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.“² lautet die offiziele Beschreibung zur Ausstellung.

Bode-Museum , Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke , 10117 Berli, Mo geschl. Di – So. von 10 – 18 Uhr, Do. bis 20 Uhr. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen.

 

 

Im Hinblick auf unseren Afrikaurlaub hat mich die Ausstellung besonders interessiert und veranlasste mich zum Besuch des Bode – Museums. Ich hätte jedoch nicht erwartet, wie beeindruckend ich den Besuch empfinden werde.  Die Ausstellungsstücke des Bodemuseums sind mir wohl vertraut, ich gehe gerne dorthin und setze den Fokus bei jedem Besuch auf andere Sammlungsstücke.

 

Bodemuseum - Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

Bodemuseum – Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

 

Durch den Vergleich habe ich auch die wohlbekannten Exponate neu erlebt und ich wurde neugierig auf die afrikanischen Ausstellungsstücke. Zufällig entdeckte ich auf dem Flohmarkt das politisch völlig unkorrekte Buch Kunst der Welt, Afrika von 1959³, dass mir einen kurzen Kunsthistorischen Überblick gestattete.

 

Natürlich habe ich gezeichnet und M. hat viele Fotos in der Ausstellung gemacht.

 

Die Webseite der Ausstellung bietet unglaublich viel Informationsmaterial, es macht Spaß darauf zu stöbern. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen. Der Film zur Ausstellung hat mich sehr fasziniert, so dass ich euch den Link nicht vorenthalten möchte.

 

 

Weitere Filme findet ihr auf der Website des Bode Museums zur Ausstellung (siehe hier).

_______________________________

² Quelle und weitere Infos unter www.afrikaimbodemuseum.de , Öffnungszeiten 
³ Leuzinger, Elsy. Afrika, Baden-Baden 1959.

 

Einladung zur Ausstellung Querbrüche – Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther

Posted in Ausstellung, Ausstellungstip, Kunstzentrum Tegel Süd by Susanne Haun on 29. August 2017

 

Gabriele D.R. Guenther und ich laden euch herzlich zu unserer Wochenendausstellung „Querbrüche“ vom 13. – 15. Oktober 2017 im Kunstzentrum Tegel-Süd in den Galerieräumen im 1. Obergeschoss in der Neheimer Str. 54 – 60 in 13507 Berlin ein.

 

Die Einladung der Ausstellung Querbrueche – Susanne Haun und Gabriele D.R. Guenther kann hier heruntergeladen werden.

Veranstaltungen / Programm

Freitag, den 13.10.2017

19 Uhr Eröffnung

20 Uhr Musikperformance: Loitering and Everything In Between
Musik: Achim Kaufmann
Lyrik: Gabriele D.R. Guenther

Samstag, den 14.10.2017

19 Uhr Filmvorführung
Dokumentarfilme von AugenZeugeKunst
Anna-Maria Weber

Sonntag, den 15.10.2017

11 Uhr Vortrag
Gericaults Floß der Medusa: Der anhaltende
Skandal um die Darstellung des Morbiden
Susanne Haun

14:30 Uhr
Frank Gratkowski
Saxophon, Klarinette
Achim Kaufmann
Synth

15 Uhr Finissage

 

Wochenendausstellung „Querbrüche“

Susanne Haun und Gabriele D.R. Günther

Kunstzentrum Tegel-Süd in den Galerieräumen im 1. Obergeschoss in der Neheimer Str. 54 – 60 in 13507 Berlin

Anfahrt
Bahnverbindung: U6 Richtung Tegel bis Holzhauser Straße, ca. 10 Min. Fußweg.
Busverbindung: 133 und X33 bis Kamener Weg, ca. 5 Min. Fußweg.
Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

13. – 15. Oktober 2017

Öffnungszeiten
Fr. 19.00 – 21.00 Uhr
Sa.11.00 – 19.00 Uhr
So. 11.00 – 17.00 Uhr

 

Einladung Ausstellung Querbrüche Susanne Haun und Gabriele Guenther Außen

 

Einladung Ausstellung Querbrüche Susanne Haun und Gabriele Guenther Innen

 

Die documenta 14 sprach meine Sinne größtenteils nicht an und doch war es faszinierend – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, documenta 14, Kassel, Reiseberichte by Susanne Haun on 31. Juli 2017
documenta 14 - Fridericianum (c) Foto von Susanne Haun

documenta 14 – Fridericianum (c) Foto von Susanne Haun

Ich wollte nur einen schnellen Blick auf die die documenta 14 werfen und so ging es nach einem Besuch bei meinem Sohn in Göttingen weiter nach Kassel.

Eigentlich schließt sich documenta und schnell schon aus. Einen ganzen Tag hatten wir uns für die weltweit größte Ausstellung reserviert, aber schon nach drei Stunden waren wir genervt von den vielen Menschenmengen. Nach einem Spaziergang in der Karlsaue, die mich 2012 besonders beeindruckte (siehe hier), haben wir beschlossen lieber die Gemäldegalerie alter Meister auf der Wilhemshöhe zu besuchen und anschließend nach Hause zu fahren.

Wir begannen mit der documenta Halle, die Schlange am Eingang war lang aber es ging zügig voran. Es war innen so voll, dass ein sinnlicher Eindruck so gut wie gar nicht möglich war. Von den Fotos von Gerda aus Athen (siehe hier) kannte ich schon Cecilia Vicunas Werk Quipu Womb (The Story of the Red Thread, Athens, 2017, gefärbte Wolle, ca. 6 x 8 Meter) ich habe extra ein Foto für Gerda gemacht, damit sie das Werk im Kontext der documenta Halle in Kassel sehen kann. Interessant fand ich den textilen Wandbehang Historja (2003 – 2007, Stickereien, Druck, Applikationen und Wolle auf Leinen, 39 cm x 23,5) von Britta Marakatt-Labba. Auch die aus Schiffswrackteilen bestehenden Musikinstrumente (Fuilermo Galindo, Fluchtzieleuropa-havarieschallkörper 2017) fielen ins Auge, alle drei von mir genannten Werke vermittelten eine besondere, konträre Haptik.

 

documenta 14 - Parthenon der Bücher (c) Foto von 4 documenta 14 - Parthenon der Bücher (c) Foto von M.Fanke

documenta 14 – Parthenon der Bücher (c) Foto von 4 documenta 14 – Parthenon der Bücher (c) Foto von M.Fanke

 

Es war mir aufgrund der Fülle nicht möglich, die Werke in den kleinen Räumen wahrzunehmen, dummerweise wollten wir von unten durch das Café nach oben. Auch das war nicht möglich – die Halle wurde gerade wegen Überfüllung geschlossen.

Ich war froh, wieder draußen zu stehen und wir machten uns auf den Weg zu Marta MinujínsParthenon der Bücher“, der mir ausgesprochen gut gefiel. Es ist ein beeindruckendes Bauwerk und wir erlebten auch mit, wie eine der letzten Säulen mit „verbotenen“ Büchern gefüllt wurde. Es war interessant, die verbotenen Bücher zu betrachten und freute mich über entdeckte Werke, die auch in meinem Bücherregal stehen. Aber in welchem Teil der Welt sind eigentlich Konsalik Bücher verboten? Es interessiert mich wirklich – vor allem auch die Begründung.

Ein Pendant zum Parthenon der Bücher ist über dem Eingang des Fridericianums zu finden, es steht nun statt Museum Fridericianum „Being safe is scary“ – zu deutsch: „Sicher zu sein ist beängstigend“, ein Werk der Künstlerin Banu Cennetoglu.

 

documenta 14 - Fridericianum (c) Foto von Susanne Haun

documenta 14 – Fridericianum (c) Foto von Susanne Haun

Die Mühle des Blutes (Antonio Vega Macotela, The Mill of Blood) vor der Orangerie war schon gleich am Anfang der großen Show aufgrund der Aktion zweier Kinder reparaturfällig. Nun läuft sie nur noch zwei Stunden an bestimmten Tagen, an denen wir nicht Vorort waren. Die documenta braucht für den Betrachter immer mehr Vorbereitungszeit, um den Kontext zu verstehen. Die Blutmühle ist ein Nachbau einer der Mühle die in Bolivien zur Zeit der spanischen Eroberer unter Einsatz von Sklaven Silbermünzen prägten. Leider war das Werk wie so viele andere Werke gar nicht bis spärlich beschriftet. Bis auf den Künstlernamen gibt es meistenteils kaum Informationen zu den Werken oder zur Technik oder wenigstens kurzen Hinweisen zum Sinn. Für mich ist der Sinn der Blutmühle ohne die eigene Aktion verfehlt. Denn nur, wenn ich selbst in die Mühle steigen und sie drehen kann, kann ich doch verstehen, was der Künstler mir sagen will.

 

documenta 14 - Orangerie (c) Foto von M.Fanke

documenta 14 – Orangerie (c) Foto von M.Fanke

Sehr gut hat mir die Videoinstallation des Filmkünstlers Romuald Karmakar, BYZANTION (2017, 14 Minuten) in der Orangerie gefallen. Hier konnte ich einen Bezug zur Buchmalerei des Mittelalters herstellen, das reduziert bewegte Bild und die Chorgesänge hatten beruhigende Wirkung auf mich. Ich empfinde solche Bezüge wichtig, um mich mit einem Werk auseinanderzusetzen und mich zurechtzufinden. Ich kann mich der Kunst nur entsprechend meiner Sozialisierung nähern. Ja, meine Sozialisierung ist europäisch geprägt. Ich bin Europäerin also geht es nicht anders. So wie ein Afrikaner oder Asiat sich den Werken in seiner Sozialisierung nähert. Der Betrachter vollendet das Werk.

In der Gemäldegalerie in Kassel im Schloss Wilhelmshöhe habe ich mir speziell die Utrechter Caravaggisten angeschaut. Die Beschriftung und die Zusatzinformationen zu Restaurierungen waren löblich! Im ersten Stock konnten wir durch die Fenster die Achse des Parks bewundern. Leider ist fotografieren im gesamten Museum ohne Fotogenehmigung nicht gestattet. Die berühmten Wasserkaskaden Kassels werden nur an zwei Tagen in der Woche angestellt. Überflüssig zu erwähnen, dass wir an keiner dieser beiden Tage vor Ort waren.

Übrigens, die mit Jutesäcke verhüllten Torhäuser von Ibrahim Mahama erinnern mich mitnichten an Christo. Die Wirkung ist eine völlig andere. Für die Documenta 14 hat Mahama laut dem Tagesspiegel ein Schlüsselwerk geschaffen, das wohl in Erinnerung bleiben wird. Der Tagesspiegel vergleicht das Werk mit Walter de Marias „Vertikaler Erdkilometer“ oder die „1000 Eichen“ von Joseph Beuys. Jeder Besucher, der zur Wilhelmshöhe möchte, passiert die von Mahama mit Jutesäcken verhängten Torhäuser. Die um die Welt gereisten Jutesäcke nehmen Bezug auf internationalen Handel und Politik, Abhängigkeiten werden aufgezeigt. [1]

 

documenta 14 - Wartende vor der Neuen Galerie (c) Foto von M.Fanke

documenta 14 – Wartende vor der Neuen Galerie (c) Foto von M.Fanke

Vielleicht hätte ich mich vor dem Besuch mehr mit der documenta 14 beschäftigen müssen. Gerade habe ich mir das art magazine vom April 2017 online in der Bücherei ausgeliehen (http://voebb.onleihe.de). Dort lese ich: „Eine der Grundmetaphern, mit denen Adam Szymczyks Team im Vorfeld das Konzept der D14 umriss, war »Stille«. Als Innehalten, Verweigerung, als Ausdruck von Poesie, aber auch als Pause zur Strukturierung von Musik und Sprache ist sie ein subtiler Schlüssel zum Verständnis der Arbeiten und der Idee einer Widerständigkeit von Kunst.“ [2]

Stille kann meiner Auffassung nach bei dieser großen Anzahl von Besuchern der documenta 14 nicht dargestellt (hergestellt?) werden. Einzig in der Orangerie habe ich trotz der vielen Menschen ein wenig davon gespürt.

Ich beschäftige mich gerade mit der Visualisierung von Dichtung in den Bildern Poussins. War es für Zeitgenossen Poussins genauso schwer den bildnerischen Eindruck in Worte zu fassen wie es uns heute mit den Werken der documenta fällt?

Die documenta ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen, ich merke es beim Schreiben dieses Berichts, den ich so ausführlich nicht geplant hatte.

 

 

___________________

[1] Kuhn, Nicola, Die Politik des Jutesacks, in: Tagesspiegel, Berlin, 24.7.17,
http://www.tagesspiegel.de/kultur/documenta-kuenstler-ibrahim-mahama-die-politik-des-jutesacks/20096642.html

[2] Brigles, Till, Glossar, in: art magazin,  Hamburg 2017, S. 54.

Pan Menelaos Medusa und Moses in der Gemäldegalerie alter Meister in Dresden – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Architektur, Ausstellungstip, Dresden, Portraitmalerei, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Mai 2017

 

Am Samstag waren wir in Dresden in der Gemäldegalerie alter Meister.

Neben den alten Meistern, die wir lang und ausführlich betrachtet haben, kann seit Dezember 2016 auch die Mengs’sche Abguss-Sammlung und Meisterwerke der Renaissance- und Barockskulptur in der Gemäldegalerie Alte Meister betrachtet und gezeichnet werden (siehe hier). Natürlich darf man nicht den Tintenfüller mit in die Gemäldegalerie nehmen, so habe ich einen weichen Bleistift verwendet. Besonders mag ich meinen Moses von Michelangelo. Wir haben ihn schon in Rom bewundert (siehe hier). Ich mochte es, den Kopf in Dresden groß zu sehen, in Rom kommt man selbstverständlich nur auf Distanz an das Original heran.

 

Moses von Michelangelo - Abgusssammlung antiker Plastik in der Gemäldegalerie Dresden (c) Zeichnung von Susanne Haun

Moses von Michelangelo – Abgusssammlung antiker Plastik in der Gemäldegalerie Dresden (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

Ich kenne Dresden sehr gut und habe einige Zeit regelmäßig dort gearbeitet. So war es nicht notwendig, touristisch unterwegs zu sein. Ich mochte unseren Schlendergang durch die Altstadt, ohne Ziel und einfach das Leben festhaltend.

 

 

 

%d Bloggern gefällt das: