Glas und Keramik · Objekt · Zeichnung · Zitat am Sonntag

Zitat am Sonntag – Margaret Atwood

 

Besser bedeutet nie, besser für alle.

Es bedeutet immer schlechter für manche.

Margaret Atwood (*1939, Ottawa, Kanada,kanadische Schriftstellerin und Dichterin)

 

Besser für den einen - schlechter für den anderen, Glasobjekte von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Besser für den einen – schlechter für den anderen, Glasobjekte von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Dieses Zitat stammt aus dem Film (Serie) der Report der Magd. Die Serie zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft von der U.S.A., ich habe mir bisher die ersten zwei Staffeln angeschaut und mache erst einmal eine Pause. Margeret Atwood selber fasziniert mich sehr. Ich habe schon einige Bücher von ihr gelesen und habe so auch mit Interesse den Bericht Aus Worte entstehen Macht in arte über Margaret Atwood gesehen (siehe hier).

 

Glas und Keramik · Objekt · Säulenträger · Zeichnung

Lots Frau – Glasobjekt von Susanne Haun

 

Im Juli diesen Jahres zeichnete Gerda Kazakou zur Geschichte von Lots Frau, ich war fasziniert von ihrem Beitrag (siehe hier: Gesteinsausblühung oder: die Geschichte von Lot ) und nahm mir schon gleich beim Lesen vor, mich ebenfalls mit dem Thema zu befassen.

Weiches gegen Hartes, schreibt Gerda. Mein erster Entwurf zum Thema entstand schon im Juli, die harte Säule inkludiert die schreiende Frau Lots, deren Name in der Bibel nicht erwähnt wird, und die zu diesem Zeitpunkt noch lebendig und weich ist.

 

Lot und seine Frau - 1. Entwurf (c) Zeichnung von Susanne Haun
Lot und seine Frau – 1. Entwurf (c) Zeichnung von Susanne HaunLot und seine Frau – 1. Entwurf (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Während ich meine Zeichnung anschaute, kam die Idee, sie in einen Glaskubus einzuschliessen und mit Organischem zu umgeben. Dazu wollte ich jedoch eine längliche Zeichnung verwenden. Erst zeichnete ich emotional mit dem Pinsel an der Skizze orientiert.

 

Lot und seine Frau - 2. Entwurf - 50 x 20 cm - Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
Lot und seine Frau – 2. Entwurf – 50 x 20 cm – Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Irgendwie war mir die Zeichnung zu spontan, ich wollte sie für den Glaskubus ordnen, außerdem braucht sie auch eine Rückseite, da durch das Glas beide Seiten des Blatts zu sehen sind. Nach dem Erstellen fragte ich mich, ob die spontane Zeichnung nicht mehr dem Thema entspricht. Dann aber fand ich die organischen Beigaben alleine schon so unruhig, dass ich die ruhige kontrolliert zum Thema entstandene Zeichnung wählen wollte.

 

Am Sonntag dann kombinierte ich doch beide Zeichnungen, hinten Lots Frau im Augenblick der Versteinerung, spontan und kraftvoll mit dem Pinsel auf Papier und vorne die Versteinerte Frau Lots. Auch arrangierte ich nur zwei Steine aus Sizilien dazu. Ich fand sie am Strand von Sant’Agata di Militello. Feine weiße Linien ziehen sich durch grauen Stein.

Das Objekt Lots Frau ist 30 x 30 x 36 cm groß, ich zeige es heute das erste Mal in der Öffentlichkeit anläßlich der Ausstellung Querbrüche und bin sehr gespannt, wie das Publikum auf das Objekt reagiert.

 

 

Heute um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung Querbrüche (siehe hier). Wer mein Objekt real sehen möchte ist herzlich eingeladen zum Kunstzentrum Tegel Süd nach Berlin Reinickendorf zu kommen:

Objekte und Zeichnungen von Gabriele D.R. Guenther und Susanne Haun

Musik von Achim Kaufmann und Frank Gratkowski

Filmvorführung von Anna-Maria Weber – AugenZeugeKunst

13. – 15. Oktober 2017

Kunstzentrum Tegel-Süd in den Galerieräumen im 1. Obergeschoss

in der Neheimer Str. 54 – 60 in 13507 Berlin (Reinickendorf)

 Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten
Fr. 19.00 – 21.00 Uhr, Sa.11.00 – 19.00 Uhr, So. 11.00 – 17.00 Uhr

Glas und Keramik · Objekt · Projekt Null · Zeichnung

Die Obszönität der Vermessung der Null (c) Glasobjekt von Susanne Haun

In den letzten Wochen habe ich sehr an meine Glasobjekte gearbeitet.

Nun ist das erste Objekt fertig und ich bin zufrieden. Ohne die vielen Zeichnungen zum Thema Null wären das Objekt ein anderes geworden. So war mir das Thema sofort klar. Während Jürgen außerhalb unseres Zeichnungsformats Holzschnitte arbeite, wende ich mich dem Glas zu. Ich mag die Durchsichtigkeit des Materials und will mit den drei geplanten Objekten in einer Reihe gestellt, die Überlagerung der Null darstellen.

Ich antworte mit diesem Objekt auf Jürgens Vermessung der Null.

Betrachtungen zur Kunst · Glas und Keramik · Zeichnung

Engel auf Keramik von Susanne Haun

Chagall beschäftigte sich erst ziemlich spät (seit 1949) mit Keramik – es entstanden unter anderem im Jahr 50 – 52 neun Wandkeramiken.

„Die Keramik wurde und wird für gewöhnlich eher als kommerzielles und dekoratives Kunstgewerbe betrachet, doch Chagall, Picasso, Braque und Miró brachten diese Kunstgattung mit ihrer jahrtausendealten ästhetischen und praktischen Funktion zu einer neuen Blüte im Bereich der bildenden Kunst.“ schreibt Jacob Baal-Teshuva in der Biografie von Chagall aus dem Taschen Verlag.

Die Eule steht für Melancholie - Susanne Haun
Die Eule steht für Melancholie - Susanne Haun

Besonders aufregend finde ich den 90teiligen „Zug durch das rote Meer“ von Chagall. Diese Wandkeramik mißt 3,07 x 2,31 cm. Hier könnt ihr einen Artikel aus der Welt dazu lesen.

Inspieriert von Chagall, holte ich aus dem Keller weiße Fliesen und begann mit der Arbeit. Die heutigen Materialien machen es uns einfacher, auf Keramik zu malen.

Im Epilog der Biografie Chagalls schreibt „Baal-Teshuva“ übrigens: „Auf Kritik reagierte er überaus empfindlich, aber er nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es darum ging, über andere den Stab zu brechen. Er sprach nicht gern über zeitgenössische Künster, doch wenn es dazu kam, ließ sein Urteil ain Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.“

Ein Diplomat war Chagall also nicht, aber ehrlich!
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Zeichnungen auf Keramiken von Susanne Haun
Zeichnungen auf Keramiken von Susanne Haun

Betrachtungen zur Kunst · Glas und Keramik · Portraitmalerei · Tiere · Zeichnung

Die ewige Suche nach einem Buch und ein Engel – Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe das Gefühl ich suche nur einmal ein Buch und das ist immer. Habe ich das eine gefunden suche ich das andere, das ich doch noch gerade gesehen habe.

Ich weiss, ich habe noch ein Chagall Buch - wo es wohl ist? - Foto von Susanne Haun
Ich weiss, ich habe noch ein Chagall Buch - wo es wohl ist? - Foto von Susanne Haun

Letzte Woche war Claudia Jahnke bei mir und brachte mir eine Karte und einen Textauszug aus dem Fraumünster Zürich mit. Chagall gestaltete die Fenster des Münsters und ich sah hier in Berlin schon eine Ausstellung im Kindermuseum Labyrinth zu diesem Thema vor bestimmt 10 Jahren. Dort wurde den Kindern Chagall nach dem Motto des Museums nahegebracht:

„Die größte Kunst ist, den Kindern alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel zu machen.“
(John Locke, Philosoph, 1632-1704)

Damals inspirierten mich die Ausstellung dazu in den Scherbencontainer meines Bruders Ullrich Zeidler, dem Glasermeister, zu kriechen und mir ein paar schöne Stücke herauszuholen und zu bemalen. Hier ein paar Fotos aus meinen ganz alten Atelier von den „Scherben“ von 2004:

Scherbengesichter von Susanne Haun
Scherbengesichter von Susanne Haun

Ich wollte mir die ganzen Fenster nocheinmal anschauen und suchte meine Chagallbücher und fand vier davon in vier verschiedenen Regalelementen. Das kommt davon, wenn man umzieht und seine Bücher nicht sortiert sondern die freundlichen Helfer die Bücher aus den Kisten in die Regale stellen.

Gestern inspirierte mich das gelesene dann zu dieser Zeichnung:

Von Angesicht zu Angesicht - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Von Angesicht zu Angesicht - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Chagall wurde 98 Jahre alt. Die Glasmalerei entdeckte er erst mit 70 Jahren für sich. Ich war sehr erstaunt, als ich las, wieviele Glasfenster er noch bis zu seinem Lebensende schaffen sollte. Es gibt ein vollständiges Werkverzeichnis der Glasfenster Chagalls von Sylvie Forestier.

John Russell schrieb in der „New York Times„: „Unabhängig von ihrer Größe beeindrucken alle seine Glasfenster […] durch ihre Virtuosität, ihre harmonische Anpassung an die Architektur und die Umgebung und ihre neuartige poetische Sensibilität.“

Mich beeindrucken die Glasfenster schon alleine, wenn ich sie mir Chagalls Fenster in meinen Büchern anschaue.

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Auf Armin Rohrs Blog habe ich Armins Beitrag „Mit Licht malen“ entdeckt und bin davon begeistert – schaut hier</a>.