Susanne Haun

Projekt ohne Namen – Das Rhizom – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Dezember 2018

 

 

Deleuze, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Deleuze, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Das Portrait von Deleuze hängt schon seit 5 Jahren in meinem Atelier und schaut mir beim Arbeiten zu.

 

Jürgen hat mir die Vervollständigung meines letzten Satzes (#23 siehe hier) gesendet und ich möchte gerne über das von ihm verwendete Wort Rhizom diskutieren, bevor ich seinen nächsten Satz (#24) vollende.

Ich schrieb als Letztes: „Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die …“
und Juergen antwortete: „…die das Rhizom fressen wird!“

Was aber genau ist ein Rhizom und was versteht Jürgen unter einem Rhizom?

Hier meine Diskussionsgrundlage  für Jürgen:

Wie verstehst du Rhizom? Biologisch als Wurzelstock? Der Wurzelstock wird das Inhaltsverzeichnis fressen? Oder verstehst du das Rhizom philosophisch? Deleuze versteht das Rhizom als Methaper für Wissensorganisationen und Weltbeschreibung. Wie kann aber ein Inhaltsverzeichnis bzw. Wissensquelle von einer Wissensorganisation befressen werden, da ja das Inhaltsverzeichnis schon eine Wissensorganisation darstellt?
2017 schreibst du als Buchalov, dass Juergen wie immer rumdruckste, und glaube, er wisse gar nicht so genau – im Detail jedenfalls, was ein Rhizom ist. Jürgen erzählte Buchalov allerdings immer von dem Rhizom als Methode der künstlerischen Erarbeitung von Themen, dem Rhizom als Präsentationsform und dem Rhizom als künstlerisches Thema.
Aber werden Wissensquellen tatsächlich von Präsentationsformen oder künstlerische Themen gefressen? Ist es nicht vielmehr so, dass genau diese Inhaltsverzeichnisse und Wissensquellen am Anfang unserer künstlerischen Arbeit stehen?

Ich mag diese Art von Diskussionen und bin gespannt, wie sie sich entwickeln wird.

Dieselben Fragen stellte ich auch in Jürgens Blog in den Kommentaren und er antwortete mir sofort (freu), dass er fressen im Sinn von assimilieren verstehe. Da war mir alles klar. Das Inhaltsverzeichnis wird in Jürgens Netzwerk des Wissens eingegliedert. Ich mag es, wenn sich Themen kreuzen. Ich weiss, Jürgen beschäftigst sich lange mit dem Rhizom. Die Bilder in seinem Atelier haben für ihn Index-Charakter zu Situationen und Wissen und oft besitzt nur er den Schlüssel. Aber ich bin sicher, dass seine Bilder beim Betrachten andere Denkprozeße bei mir auslösen als bei ihm. Und somit scheint mir jedes Bild in diesem Sinne ein Rhizom? Oder habe ich hier einen Denkfehler?

 

 

 System-der-kenntnisse-des-menschen.jpg: Der ursprünglich hochladende Benutzer war Asb in der Wikipedia auf Deutsch derivative work: Saibo (Δ) - System-der-kenntnisse-des-menschen.jpg (Digitalisierung von Kopie vom Original.) Das figürlich dargestellte System der Kenntnisse des Menschen (deutsche Übersetzung von de:Baum des Wissens zu Beginn von Band 1 der de:Encyclopédie von 1751, im Original Systême figuré ses connoissances humaines. Entendement. Memoire, Raison, Imagination)

Von Deleuze und Guattari vorgeschlagene, metaphorische Verwendung des botanischen Begriffs Rhizom: Das figürlich dargestellte System der Kenntnisse des Menschen (deutsche Übersetzung von de:Baum des Wissens zu Beginn von Band 1 der de:Encyclopédie von 1751, im Original Systême figuré ses connoissances humaines. Entendement. Memoire, Raison, Imagination)

 

 

Im folgenden findet ihr den bisherigen Projektverlauf:

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

Seneca – Philosoph und Lehrer Neros sowie die Farbe Blau – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Januar 2017

 

Seneca wurde 4 Jahre v.Chr. in Cordoba geboren, sein Vater nahm ihn früh mit nach Rom, um Reden Ciceros zu hören.

 

2 Meine Vorstellung von Seneca - Blau - Version 1 - 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Seneca – Blau – Version 1 – 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Seneca widmete sich dem Studium der Rhetorik, Philosophie und Literatur. 54 nach Christus begann er den 17jährigen Nero zu unterrichten. Mit 69 Jahren verlangte Nero von Seneca den Tod, er beschuldigte ihn an der Mitwisserschaft an einer Verschwörung gegen ihn. Seneca vergiftete sich.

Bei Senecas Schriften steht die Etik im Mittelpunkt. Er wollte mit seinen Gedanken praktisch wirkend  helfen, das Leben der einzelnen zu gestalten.

Ich habe es schwierig empfunden, nach den Büsten mit Senecas Abbild zu zeichnen. Keine Falte und kein Charakterzug scheint der Stein zu offenbaren. So half ich mir mit der Farbe blau um die carput mortuum Tusche zu vertiefen.

 

„Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet. Du verlierst dadurch das Heute.“
Seneca, DE BREVITATE VITAE²

 

 

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²http://www.dennis-kleine.com/seneca/seneca-zitate.html, 3.1.17, 10:14 Uhr

Nietzsche und sein Kutscherpferd – 80 x 60 cm – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Leinwand, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Juli 2016

 

„Die geistigsten Menschen … erleben auch bei weitem die schmerzhaftesten Tragödien: aber eben deshalb ehren sie das Leben, weil es ihnen seine größte Gegnerschaft entgegenstellt.“ Nietzsche, Götzen-Dämmerung

Hier könnt ihr die Zeichnung sehen, die vor dieser Leinwand entstanden ist.

Bei dieser Leinwand war mir wichtig, auf die Gedankenbruchstücke, die sogennanten Wahnsinnszettel hinzuweisen.

 

 

 

Wie aus einem Dämon Nietzsche wird – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Leinwand, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Juli 2016

 

Ich arbeite gerne auf Leinwände, auf denen ich schonmal eine Motiv festgehalten habe. Für Nietzsche auf meiner Leinwand habe ich dafür eine Leinwand aus dem Dämonenzyklus ausgesucht. Ich fand es irgendwie passend.

Beim erneuten Grundieren achte ich darauf, dass noch Erinnerungsspuren zu sehen sind, die ich gut in das neue Motiv integrieren kann. Es ist etwas aufwendiger, die Linien der Zeichnung auf Leinwand zu etablieren als auf Papier. So werde ich die Entstehung der Leinwand auf mehrere Tage verteilen, so wie ich auch mehrere Tage für die Zeichnung benötigte.

 

 

 

Die Geschichte von Nietzsche und dem Kutschpferd – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juli 2016

 

Es ist schon über einen Monat her, da bekam ich vom Meiner Verlag die Geschichte von Nietzsche und dem Kutschpferd gesendet.

 

Nietzsche und das  Kutscherpferd - 25 x 25 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c)  Zeichnung von Susanne Haun

Nietzsche und das Kutscherpferd – 25 x 25 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

„Friedrich Nietzsche schlang unter Tränen die Arme um den Hals des Pferdes einer Mietkutsche und wollte es nicht mehr loslassen, nachdem er mitansehen musste, wie der Kutscher auf das Tier einprügelte. Nietzsche empfand dabei einen so ungeheuren Schmerz, daß er sich veranlasst sah, dem Pferd seine Zuneigung zu bezeugen. Auf diese Begebenheit folgten Tage des sich steigernden Wahnsinns – wie ein Besessener schrieb Nietzsche an Freunde und Bekannte, auch an Cosima Wagner, die er Ariadne nennt, kurze und längere Briefe und Gedankenbruchstücke – sog. Wahnsinnszettel, die er mit ‚Dionysos‘ oder ‚Der Gekreuzigte‘ oder z.B. mit ‚Nietzsche Caesar‘ unterschrieb.“

Seither habe und hatte ich viele Bilder im Kopf, die sich zuerst in einer Zeichnung im Format 25 x 25 cm manifestierte. Ich wollte als erste Umsetzung das Format nutzen, für das ich mich für meine Serie der Philosophen Köpfe entschieden hatte.

Das Format birgt  im Zusammenhang mit der Geschichte um Nietzsche einige Tücken, so musste ich den Pferdekopf verkleinern, dass beide gemeinsam Platz auf dem Blatt finden. Die Hände habe ich vergrößert dargestellt, ich empfinde die Fürsorge, die Nietzsche dem Pferd entgegen bringt, als wichtiges Element.  Jedoch ist das Format einfach zu klein, um alles darzustellen, was  die Geschichte erzählt. So habe ich mich entschieden, die Geschichte auf Leinwand zu bannen. Dazu habe ich schon erste zeichnerische Überlegungen angestellt. Die Leinwand, die dazu auf meinem Arbeitstische liegt, hat die Größe 80 x 60 cm und auf ihr werde ich nicht nur Nietzsche und das Pferd sondern auch die darauf folgenden Tage darstellen.

 

Vorbereitung für Nietzsche und das  Kutscherpferd auf Leinwand (c)  Zeichnung von Susanne Haun

Vorbereitung für Nietzsche und das Kutscherpferd auf Leinwand (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Immanuel Kant – sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Juli 2016

 

Wenn der Kant-Interessierte sich eine Vorstellung vom Aussehen Kants machen möchte, so erhält er bei der google Bildersuche Variationen von wenigen Bildern. Zu Kants Zeiten gab es noch keine Fotos!

 

Immanuel Kant - 25,4 x 25,4 cm - Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

Immanuel Kant – 25,4 x 25,4 cm – Tusche auf Hahnemühle Aquarellkarton (c) sinnbildnerische Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe mich vom Frontispiz des Buchs „Immanuel Kant / Critik der reinen Vernunft“ aus der Diathek der Arbeitsstelle für christliche Bildtheorie, Katholisch-Theologische Fakultät, Westfälische Wilhelms-Universität Münster inspirieren lassen, das ich über das Bildarchiv Prometheus abrief. Diese Kostbarkeit wird im Schiller-Nationalmuseum, Marbach aufbewahrt, das Buch ist mit 1768 / 1781 datiert.

Es ist nicht einfach, eine neue Bildidee für ein so bekanntes Gesicht wie Kant zu finden. Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und wollte die Darstellung auf Kants gesicht reduzieren und die Perrücke und den Spitzenkragen weglassen. Bleibt dann vielleicht „der Kant“ übrig?

Ich habe mich im Rahmen meines Philosophiestudiums im Grundkurs Moralphilosophie mit der Frage Ist Immanuel Kants deontologische Moralphilosophie oder John Stuart Mills Utilitarismus die überzeugendere Konzeptualisierung moralischen Handelns? beschäftigt.²

Diese Frage wird im Theaterstück Terror im Deutschen Theater Berlin im weitesten Sinne diskutiert (siehe hier).

 

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² Bei Interesse können meine Ausführungen dazu hier als pdf (für den Blog mit geänderten Deckblatt) heruntergeladen werden.
 

Gedanken und zeichnerische Notizen zur Langeweile – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Langeweile, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Juli 2016

An der Uni habe ich den Text Boredom and Art: Passions Of The Will To Boredom von Julian Jason Haladyn² kennengelernt.

Detail Leinwand Hat meine Gedanken gelöscht (c) Susanne Haun

Detail Leinwand Hat meine Gedanken gelöscht (c) Susanne Haun

Schon die Einleitung hat mich zum Nachdenken angeregt.

Nach Lektüre des Texts, habe ich mich als erstes gefragt, welche Vorstellung Julian Jason Haladyn von Langeweile hat und ob diese sich mit meiner Vorstellung von Langeweile deckt.

Unter Langeweile verstehe ich ein Subjekt, dass nicht weiß, wie es seine Zeit verbringen soll. Ich verstehe unter Langeweile nicht das körperliche Nichtstun und Denken, was sehr anregend sein kann.

Langeweile wird im Duden als unangenehm, lästig empfundenes Gefühl des Nicht-ausgefüllt-Seins, der Eintönigkeit, Ödheit, das aus Mangel an Abwechslung, Anregung, Unterhaltung, an interessanter, reizvoller Beschäftigung entsteht, beschrieben.

Auf diese Definition greift Halady gleich am Anfang seines Texts zurück.

Halady beschreibt Langeweile als elitär. Er zitiert Benjamin, der die Langeweile als spezifisch modernes Phänomen beschreibt.

Langeweile befällt alle Klassen und die Langeweile einer Hausfrau, eines Fabrikarbeiters ist nicht weniger bedeutsam als die eines Politikers oder Philosophen. Das Leiden kann an individuellen Attributen oder sozialen Problemen innerhalb der Gesellschaft liegen. Langeweile entsteht aus der Beziehung zwischen dem Subjekt und der Welt. Halady stellt eine Verbindung zwischen der Industrialisierung und der Langeweile der konsumierenden Kultur her. Scheinbar wird die Langeweile mit der Erfüllung unserer Konsumwünsche bekämpft. Ich finde die Erkenntnis Haladys, dass die Langeweile eine Herausforderung der gelebten Sinnlosigkeit der Existenz ist, sehr interessant und nachdenkenswert. Ich verstehe nicht, was Halady damit meint, dass die Langeweile aktiv verwendet werden soll, um das Interesse der Menschen in Frage zu stellen.

Die Vorstellung von Langeweile soll als positive Erfahrung gesehen werden, als bewusster oder unbewusster und wissentlicher oder unwissentlicher ästhetischer Zustand der Moderne.

Leider ist mir aus der zur Verfügung gestellten Einleitung des Buchs nicht klargeworden, wie ich das  Kunstwerk in Zusammenhang mit der Langeweile zu betrachten habe.  Soll das Werk die Langeweile hervorrufen, die das Subjekt bewusst in Zeiten der Reizüberflutung zur Erholung benötigt?

Ich bin gespannt auf die Sitzung am Mittwoch.

Meine Überlegungen, wie ich eine Zeichnung zum Thema Langeweile gestalte, sind noch im Entwicklungsstadium. Gut passen meine Zeichnungen zum Thema Dämonen zur Langeweile.

 

 

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Haladyn, Julian Jason. Boredom and Art: Passions Of The Will To Boredom, Winchester u. Washington 2015, S. 1 – 5.

Die wahre Belohnung für´s Zeichnen oder warum ich studiere – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Philosophie, Sketchnote, Skizzen, Skizzenbuch, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Juli 2016

 

Vorige Woche las ich auf den Blog der Frankfurter Zeichnerin Martina Wald den Beitrag

Die wahre Belohnung für´s Zeichnen“ (siehe hier) .

 

Atelierraum (c) Foto von Susanne Haun

Atelierraum und Kunstraum  (c)  Susanne Haun

 

Martina zitert in ihrem Beitrag Kurt Vonnegut, den US-amerikanischer Schriftsteller.

„Übt jegliche Kunst, Musik, Gesang, Tanz, Schauspielern, Zeichnen, Malen, Bildhauern, Poesie, Schreiben, egal ob gut oder schlecht, nicht für Geld aus oder um berühmt zu werden, sondern um die Erfahrung zu machen “zu werden”, um herauszufinden, was in euch steckt, um die Seele wachsen zu lassen.“²

Genau das ist der Grund, warum ich Kunstgeschichte studiere und Philosphie als Nebenfach studiert habe! Immer wieder werde ich gefragt, was ich mit meinem Studium anfangen will und welche Arbeit ich hoffe, damit zu erhalten.

Ich studiere um des Wissens und des Austauschs wegen. Das Studium liefert mir Ideen, Inspirationen und Informationen. Ich möchte meine Profession, die auch meinen Beruf ist, nicht wechseln. Ich bin Künstlerin mit all‘ meinem Sein.

Ideen, Inspirationen und Informationen, ist das Disegno der Zeichnerin. Nicht nur an der Uni, auch im Netz, auf der Strasse bei Ausstellungen, in der Familie – überall – finde ich es.

Besonders freue ich mich, dass gestern die Zusage für mein Masterstudienplatz Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin erhalten und den Studienabschluss für den Bachelor beantragt habe. Das bedeutet, dass ich bald mein Abschlusszeugnis und die Zensur für die Bachelorarbeit erhalte. Ich bin schon neugierig, wie ich abgeschlossen habe.

 

Übrigens, Die OrchIDEE ist auch eine Idee:

 

 

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²Quelle: Internetseite: Letters of Note, http://www.lettersofnote.com/2013/10/make-your-soul-grow.html, 24.6.2016, 9:40 Uhr

Die innere und äußere Vergänglichkeit – Gedanken von Susanne Haun

Posted in Philosophie, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Februar 2016

Unter innerer Vergänglichkeit verstehe ich meine eigene Endlichkeit, meinen Tod.  Ich habe mich in den letzten Jahren mit meiner Vergänglichkeit beschäftigt und dachte, ich hätte den Teufel gebannt und meinen Frieden mit der Vergänglichkeit geschlossen. Viele Zeichnungen beschreiben diesen Zustand.

 

Innere Vergänglichkeit - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Innere Vergänglichkeit – 15 x 20 cm – Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Wie konnte ich mich nur so täuschen! Es gibt die äußere Vergänglichkeit, die um ein vielfaches grausamer als die Innere ist. Unter äußerer Vergänglichkeit verstehe ich den langsamen Tod eines lieben Menschen. Es ist ein völlig hilfloses Sitzen und Ausharren, während der geliebte Mensch immer mehr verschwindet. Es bleibt nur eins: die Liebe, die ein Band schnürt, das stark macht.

 

Äussere Vergänglichkeit - 15 x 12 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Äussere Vergänglichkeit – 15 x 12 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es gibt eine Krankheit, die schlimmer als Krebs ist, eine Krankheit, die die Persönlichkeit vollständig zerstört und eine leere Hülle zurücklässt. Auf dem Weg zur leeren Hülle muss der geliebte Mensch erleben, wie der Geist sich leert. Zurück bleiben Angst,  Verzweiflung, Wut und irgendwann das große Nichts. Sind dagegen die Schmerzen des Krebs nicht greifbar?

 


 
 

Sollte ein Künstler sich mit Kunsttheorie beschäftigen?

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 9. November 2015

Meine Auseinandersetzung mit Hegel schlägt Wellen.

21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein guter Künstlerfreund Jürgen alias Buchalov (siehe hier) rief mich letzte Woche an und bemerkte, dass er meinen Blog sofort schließen würde, wenn er das Wort Hegel lese.

Das ist ganz klar auch eine Reaktion, ähnlich, wie die von Xenia (siehe hier), der Poetin und Kunsthistorikerin, die in Facebook schrieb, sie betrachte meine Kunst sehr gerne ohne Hegel.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Künstler sich auch mit Kunsttheorie beschäftigen sollte.

Jürgen und ich beschäftigten uns in der Kolumba mit Kunsttheorie (siehe hier) und das erweiterte den Geist und hat extrem viel Spaß gemacht.

Xenia als Kunsthistorikerin ist auch Theorielastig.

Daraus folgere ich, dass es nicht an der Kunsttheorie sondern an Hegel selber liegen muß.

Wer also ist der Adressat von Hegels Vorlesung über die Ästethik?

20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun (1)

20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

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