Susanne Haun

Freiheit – der Befreier – Libertator – Simon Bolivar – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Ausstellung, Berühmt, Green Hill Gallery, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 29. Dezember 2015

Vor kurzem habe ich den Film „Libertator“ angeschaut. Er erzählt das Leben Simón Bolívars und ich finde, er passt zum Ausstellungsthema „Im Rausch der Freiheit“ in der Green Hill Gallery (siehe hier).

Obwohl der Film auf der Oskar Liste 2014 stand und Deutschland unterstützend bei der Produktion beteiligt war, ist der Film hier relativ unbekannt. Ich habe ihn per Zufall entdeckt als ich mich in einem Kaufhaus sitzend ausruhte und meine Augen über die angebotenen DVDs gingen. Ein schöner Film, was davon auf Tatsachen beruht und was die Handlung des Films zuträglich ist, kann ich jedoch nicht sagen.

Simon Bolivar - Kampf für die Freiheit Südamerikas (c) Zeichnung von Susanne Haun

Simon Bolivar – Kampf für die Freiheit Südamerikas (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Mein Sinnbild von Melanchthon – die Änderung über die Jahre – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Juli 2015

Die Änderung bezieht sich auf die fünf Jahre zwischen den Zeichnungen von Luther und Cranach zu den Zeichnungen von Melanchthon und Katharina von Bora.

Fünf Jahre liegen zwischen Luther - Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

Fünf Jahre liegen zwischen Luther – Cranach und Melanchthon und Katharina von Bora (c) Foto von Susanne Haun

 

Die Reformation ist eine faszinierende Bewegung der Frühen Neuzeit. Im Zusammenhang mit Kopernikus heliozentrische Weltanschauung (siehe hier) habe ich gelesen, dass Melanchthon im Vorwort von Kopernikus Schrift schrieb, dass er dessen Erkenntnisse  für nicht korrekt hielt. Ich muß nicht schreiben, dass er sein Vorwort nicht mit Kopernikus absprach. Mein Bild von Melachthon ist somit ein wenig negativ geprägt. Nichtsdestotrotz ist er eine interessante Persönlichkeit der frühen Neuzeit.

 

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Melanchthon (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Katharina von Bora – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Geschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juli 2015

Am 3. August werde ich meine Arbeiten bei den Wittenberger Kunstwegen hängen (siehe hier).

Ich berichtete schon, dass ich dafür noch einige Zeichnungen erstellen möchte (siehe hier).

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katharina von Bora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auch hier wieder die Frage, wann eine Zeichnung fertig ist. Ich habe zwei Tage überlegt, ob die obere Version fertig ist, mich dann aber entschlossen, weiter zu zeichnen und ich bin auch zufrieden mit dem Ergebnis!

Die Zeichnung entstand nach einem Gemälde von Cranach. Zur Zeit der Reformation gab es noch keine Kamera.

Ich finde Katharina von Bora faszinierend. Sie war zuerst Nonne und hat dann nach Auflösung der Klöster im reformierten Teil des Deutschen Reichs römischer Nation Luther geheiratet.

Dieses Semester besuchte ich den Einführungskurs Frühe Neuzeit an der FU. Es war ein sehr interessanter Kurs. Eine Änderung der Reformation war die Verweltlichung der Ehe.

Die Reformatoren kritisierten die Geistlichen, die gegen das Zölibat verstießen genauso wie die lockere Ehe- und Sexualmoral der Laien.
Die Ehelosigkeit des Klerus und der Laien wurde abgewertet und die Ehe aufgewertet. Es wurde die Priesterehe favorisiert. Gleichzeitig wurde der voreheliche Geschlechtsverkehrs, sowie das Konkubinat 1577 durch Reichsgesetz verboten. Die Ehe wurde ein „weltlich Ding“ und fiel auch unter die weltliche Ordnungspolitik mit der Schaffung weltlicher Ehe- und Sittengerichte (Institutionalisierung der Ehegerichtsbarkeit) und mit der Ehescheidung (Ehe verliert sakramentalen Charakter). Die Klöster werden aufgelöst (Abschaffung des geistlichen Standes) und das Kirchengut wird von den reformierten Fürsten übernommen.

Wie muss das für die Nonnen gewesen sein, die ihre Heimat verloren? Wer wollte besonders die älteren Nonnen noch heiraten? Wie konnten sie sich nach der Auflösung der Klöster ernähren? Wo gingen sie hin? Es darf auch nicht vergessen werden, dass es sehr gebildete Frauen waren. Nur im Kloster hatten sie überhaupt die Möglichkeit, Bildung zu erhalten. Ein sehr interessantes Thema, ich behalte es im Kopf, wenn ich mal Zeit habe.

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 82 – Diverse Männer

Posted in Aus der Vergangenheit, Portraitmalerei, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 8. März 2015

„A man’s gotta do what a man’s gotta do“

John Wayne, 1939
Gary Cooper, 1952
Alan Ladd, 1953
George Jetson, 1968
John Cleese, 1969
SpongeBob, 2001

Stiermann - Zeichnung von Susanne Haun - 60 x 50 cm - Tusche und Aquarell auf Bütten

Stiermann – Zeichnung von Susanne Haun – 60 x 50 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten

„Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss“

Heinz Rudolf Kunze, 1986
Die Fantastischen Vier, 1991

Auch im Zeitalter des Gender kann ich herzlich über dieses Zitat mit der langen Liste an Schauspielern und Sängern, die es sagten, lachen. Solche Zitate findet Frau, wenn sie müßig im Bücherregal eines ehemaligen Junggesellen stöbert und sich fragt, was sich wohl in einem Buch mit dem Titel: „Ein Mann – Ein Buch“ verbergen mag.

Nach der Lektüre weiß ich nun ansatzweise, wie ein Hirschkopf ausgestopft wird und wie ich ein Rasiermesser wetze. Auch kenne ich die Liste an Büchern und Filme, die im Regal eines jeden Mannes zu stehen haben.

🙂 🙂 🙂

Lesen und Zeichnen – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Berühmt, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Oktober 2014

Letztes Wochenende habe ich gelesen und gelesen.

Ich las einen Text zur Geschichtsphilosophie und über die Frage, was Geschichte überhaupt ist. Nicht einfach zu beantworten.
Wichtig war für mich die Erkenntnis, dass die Beschäftigung mit Geschichte Wissen aber keine Werte hervorbringt.

Ich las Platons Höhlengleichnis.
Ich las über Musterbücher und hörte mir auf youtube eine Vorlesung zu Descartes an.

Van Eyck nach Walhalla (c) Zeichnung von Susanne Haun

Van Eyck nach Walhalla (c) Zeichnung von Susanne Haun

In der Halle des Ruhms, Walhalla Regensburg, sah ich eine Büste, die van Eyck darstellt. Ich denke, sie entstand nach seinem berühmten Selbstportrait mit dem roten Tuch. Für mich sah die Darstellung des Tuchs eher wie ein Turban aus.

Frauen – Zeichnung von Susanne Haun auf der Rolle

Posted in Aus der Vergangenheit, Den Kopf ausgestülpt, Portraitmalerei, Rolle, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juni 2013

Zum gestrigen Frauenheld Lassalle gehören selbstverständlich mehr als eine Frau.

Ludmilla Affing und Hedwig Dohm gehören auch zu den Geliebtinnen von Lassalle. Ebenso wie Sophie Gräfin von Hatzfeldt, deren Sinnbild gerade auf meiner Rolle entsteht. Das Format der Rolle eignet sich gut, um eine Kette aus Köpfen zu bilden.

Morgen kann ich über die Verbindung zwischen den Köpfen nachdenken.

Meine Sinnbilder von Ludmilla Affing  und Hedwig Dohm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Sinnbilder von Ludmilla Affing und Hedwig Dohm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my english speaking reader:
A Womanizer has more than one woman and so I draw today some more woman-protraits on my role.

Der Frauenheld – Zeichnung auf der Rolle von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Den Kopf ausgestülpt, Portraitmalerei, Rolle, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Juni 2013

Wie stellt man einen Frauenheld der Vergangenheit dar?

Einer, der im Duell um eine Frau sein Leben ließ. Einer, der wirklich lebte, von dem zwei bis drei Fotos vorhanden sind und von dem es eine Vorstellung vom Aussehen gibt.

Mir gefiel dabei zum einen die Vorstellung, seinen Kopf genau unter dem Busen einer Frau zu setzen. Ist es nicht sehr gedankenbestimmend, wenn man so viele Frauen im Kopf (im Bett) hat?

Mein Sinnbild von Lassalle (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Lassalle (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Schleife um den Hals – wie ein Geschenkpaket – ist für mich auch ein Zeichen für einen Menschen, der den schönen Dingen des Lebens zuspricht.

Lassalle, den Frauenheld und Politiker, zeichnete ich auf meiner aktuellen Rolle. Mit ihm bin ich am Ende des zweiten Meters angelangt. Hier seht ihr die Zeichnungen, die vor Lassalle auf der Rolle entstanden sind.

For my english speaking readers:
How to draw a womanizer? I draw over his head a bosom. Can he think with them on his head (or brain)? I don’t know this. I think a ribbon on his neck is a symbol for a man who knows to life well.

Wer war Anna Parolini Guicciadini – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 21. April 2013

Es ist spannend, wie sich meine Sichtweise ändert, wenn ich mit bestimmten Aufgaben durch die Gemäldegalerie gehe.

Gemäldegalerie Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Gemäldegalerie Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Dieses Mal haben wir beim Besuch der Gemäldegalerie nach Schrift in den Bildern gesucht. Erst dachte ich, es gibt keine Bilder mit Buchstaben und dann habe ich entdeckt, dass fast alle Bilder Schriftzüge aufweisen.

Jeder von uns hat ein Bild beschrieben. Ich habe mir das Bild „Anna Parolini Guicciadini“ von Agostino Carracci (1557 Bologna – 1602 Parma) ausgesucht. Ich habe sogar ein lizenzfreies Foto des Gemäldes im Internet gefunden.

Anna Parolini Guicciadini - 1598 - Gemäldegalerie Berlin

Anna Parolini Guicciadini – 1598 – Gemäldegalerie Berlin

Rechts über ihrem Kopf steht geschrieben:

HANNA PAROLINA GUICCIADINI
IMAGINEM AVGUST CARRATIVS
PINXIT ANNO LCGG (1598)

Ich mag dieses Portrait, was mir trotz seines Alters so jung geblieben vorkommt. Wer war diese Frau? Sie war sicher belesen und klug. Ich finde leider nichts über sie im Internet.

Aus meinem Skizzenbuch Gemäldegalerie (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aus meinem Skizzenbuch Gemäldegalerie (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hat einer von euch bei der Recherche mehr Glück?
Durch das Gemälde wissen wir, wie sie aussieht und wir kennen ihren Namen. Wir wissen auch durch die Inschrift, wenn ich sie richtig verstehe, dass das Bild 1598 gemalt wurde. Das ist mehr, als wir von vielen, vielen anderen Frauen wissen.

Die Schrift im Buch, was sie hält, ist nicht zu entziffern, aber die Überschrift ist rot dargestellt. Das Buch ist die Gegenwart, die Realitätsebene des Bildes und die Bilddaten über den Kopf die Nachträglichkeit, die die Anna und das Bild formal beschreiben.

Aus meinem Skizzenbuch Gemäldegalerie (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aus meinem Skizzenbuch Gemäldegalerie (c) Zeichnung von Susanne Haun

Maria macht alles wieder gut – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Betrachtungen zur Kunst, Bibel, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Dezember 2012

„Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!“
sagte die Dozentin der FU am Mittwoch im Bode-Museum vor der „Madonna mit Kind“ von 1199 von Priester Martinius.

Die Madonna ist 184 cm hoch und besteht aus Pappelholz. Sie präsentiert das Jesuskind in ihrem Schoss und sitzt auf einem Löwenthron.
Jesus ist wie ein Erwachsener proportioniert und hält die rechte Hand zur Segnungsgeste und signalisiert so seine Sprechbereitschafft. In der linken Hand bietet er einen Apfel an.

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Indem Maria Jesus den Messias gebar machte sie als Frau wieder gut, dass Eva Adam den Apfel der Versuchung zum Essen gab und der Mensch deshalb aus dem Paradies vertrieben wurden.

Ich finde es sehr spannend, was der Betrachter alles von der Skulptur erfahren kann, wenn er nur weiß, wie er schauen muss. Gedanken aus der Mythologie und Religion, die den Betrachter zur Entstehungszeit des Kunstwerkes eingängig waren, sind verloren gegangen, dafür kann der Betrachter heute schneller Bilder wahrnehmen, da sein Auge durch die heutige Bilderflut geschulter ist.²

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Für mich persönlich spannend sind auch die großen Acryl- / Ölkreide Skizzen, die ich vor knapp 10 Jahren von meiner Freundin und ihrem Sohn zeichnete. Die beiden saßen als „Mutter und Kind“ in meinem Atelier Modell!
Meine Freundin präsentierte mir ihren Sohn auf dem Schoß so wie die Madonna Jesus präsentiert. Ich hatte damals bloß keine Ahnung, welche Haltung sie da vor mir einnahm.

Anhand der großen 100 x 70 cm Skizzen auf Packpapier und den Fotos von damals, habe ich sie heute gezeichnet.

For my English-speaking readers:
„Mary makes up for it, what Eva has screwed up!“
said the professor of the FU on Wednesday at the Bode Museum in front of the „Madonna and Child“ by 1199 of priests Martinius.
The Madonna is 184 cm tall and is made of poplar wood. They presented the baby Jesus in her lap and sitting on a lion throne.
Jesus is proportioned like an adult, and his right hand for the blessing gesture, thus showing his speech ready awareness. In his left hand he offers an apple.
By Mary gave birth to Jesus the Messiah as a woman she was well again, that Eve gave Adam the apple of temptation to eat and the people were expelled from Paradise.


_______________________________________-
²Kopp-Schmidt, Gabriele. Ikonographie und Ikonologie. Köln 2004.

Kunst = Kunst – Teil 3 und eine weggeworfene Vergangenheit – Zeichnung von Susanne Haun

Heute gehe ich mit euch und der Kunst ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert.

Ich finde es sehr spannend, wie sich der Kunstbegriff über die Jahrzehnte ändert und ich werde versuchen, die Kunst, die ich mir anschaue, auch im Hinblick auf den zur Zeit der Herstellung gültigen Kunstbegriff anzuschauen.

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts suchten die Künstler nach einer Legitimation für ihre Arbeit. Sie standen unter dem Druck, etwas Besonderes, Revulutionäres schaffen zu müssen, dass dem hohen Anspruch, den die Gesellschaft an die Kunst hatte, genügen mußte. So taten sich viele Künstler aller Gattungen wie bildende Künstler, Dichter und Interlektuelle zusammen und verfaßten Manifeste, in denen sie ihre Vorstellung von Kunst darlegten, wie zum Beispiel die Futuristen oder die Brücke.

Ungeliebte Vergangenheit - Die Beobachterin - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ungeliebte Vergangenheit – Die Beobachterin – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Es wurde begonnen, dem Kunstmarkt vorzuwerfen, durch eine Auratisierung Geld mit der Kunst verdienen zu wollen. Der Definition Kunstbegriff wurde vorgeworfen, für eine Entfremdung zwischen Kunst und Volk zu sorgen.

In Frankreich gründete sich die L’art pour l’art Bewegung, „die Kunst entsprechend als elitäre „Insel“ oder Paradies definiert, fern von sozialer Verantwortung, allein dem Schönen verpflichtet, was nicht selten Eskapismus-Vorwürfe provozierte.“²

Nun sind wir schon fast in unserer Zeit angekommen, aber noch nicht ganz … ich lasse uns wieder Zeit zum Denken.

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Vor ein paar Tagen habe ich meine alten Zeitungen zum Papiermüll gebracht und sah gleich oben auf im Container zwei alte weggeworfene Fotoalben.  Mein Herz zog sich zusammen; eine weggeworfene Vergangenheit. Warum? Ist jemand gestorben und die Erben wollte sich mit den Fotos nicht belasten? Oder wollte jemand seine Jugend und seine Erinnerungen nicht mehr besitzen? War die Erinnerung an das, was einmal war, zu schmerzhaft? Eine sehr schöne Frau ist auf den Fotos abgebildet.

Habe ich das Recht, diese Fotos zu zeigen? Auch wenn sie entsorgt wurden? Es ist mir zu privat, die Fotos klar und deutlich zu zeigen. Was ist der Unterschied zu den alten Fotos, die ich auf dem Flohmarkt kaufe?

Ich nehme mir einen 25 x 25 cm Aquarellblock und beschliessen, alle Bätter dieses Blogs mit Collagen von den Fotoalben zu verarbeiten. Heute beginne ich mit dem ersten, der ungeliebten Vergangenheit, ich nenne es „die Beobachterin“.

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
A few days ago I brought my old newspapers to the waste paper and saw at the top of the container two old discarded photo albums. My heart contracted, a discarded past, . Why? If someone died and the inherits did not want them? Or did someone don’t want to have his youth and his memories? Was the memory too painful? A very beautiful woman is pictured in the photos.
Have I the right to show these photos? Even if they were drop away? It’s too private to show the photos clearly. What is the difference to the old photos that I often bought at the flea market?
I take a lot of 25 x 25 cm watercolor papers and decide to process all sheets of them with collages of the photo albums. Today I begin with the first, the unloved past, I call it „the observer“.

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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

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