Susanne Haun

Kaskaden von Blätter – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2018

 

Am Pfinstsonntag habe ich mir die Zeit genommen, die Blätter der Straßenbäume zu zeichnen.

 

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kaskaden von Blaettern (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Afrika verarbeiten – das Entstehen von Elefanten – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Afrika erforschen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Mai 2018

 

Afrika verarbeiten - Elefanten im Tuscheglas (c) Foto bzw. Zeichnung von Susanne Haun

Afrika verarbeiten – Elefanten im Tuscheglas (c) Foto bzw. Zeichnung von Susanne Haun

 

Es wird nicht einfach werden, Afrika in meinen Zeichnungen zu verarbeiten, ich habe Bilder im Kopf, die ich ordnen will, die rauswollen. Deshalb beginne ich nicht ganz klein aber auch nicht ganz groß zu zeichnen.

Ich benutze Aquarellkarton „Veneto“ von Hahnemühle in der Größe 50 x 65 cm und mische Rohrer und Klingner Antiktusche in der Farbe Carput Mortuum mit Rohrer und Klingner Zeichnetusche in Karmin und zeichne mit einer medium Zeichenfeder von Standardgraph (der Katalog gibt einen guten Überblick). In letzter Zeit bin ich öfter gefragt worden, womit ich arbeite und so hielt ich es mal wieder an der Reihe, darüber zu schreiben.

Ich würde zum Anfang der Beschäftigung mit der Tuschezeichnung zu einer Kalligraphiefeder raten. Sie ist in jedem Künstlerbedarf erhältlich. Persönlich benutze ich Antiktusche von Rohrer und Kingner und Hahnemühle Aquarellpapier.

Jedoch sind Feder, Papier und Tusche abhängig von den Vorlieben eines jeden Einzelnen. Da heisst es Erfahrungen sammeln. In Berlin und Leipzig biete ich bei boesner speziel zum Thema Tuschezeichnung Workshops an (siehe hier, die Seite wird immer wieder aktualisiert). Ansonsten gebe ich viele Tips und Hinweise  in meinem Buch „Mit Tusche zeichnen und kolorieren“ im Edition Michael Fischer Verlag. Es ist im Handel (siehe hier) und auch bei mir signiert für 14,90 + 2,60 Porto unversichert innerhalb Deutschlands zu erwerben. Sollte jemand ein Buch kaufen wollen, sendet mir einfach eure Adresse, das Buch geht dann mit Rechnung in die Post.

An den Motiv Elefant interessiert mich der Charakter des Tieres, der schon von Disney im Dschungelbuch gut eingefangen wurde und die Struktur der Haus. Es ist unglaublich, wieviele Falten das Tier besitzt. Es ist, als ob ein alter Sack über den Torso des Elefanten gezogen wurde.

 

 

 

Von Namibia – Windhoek nach Botswana – Ghanzi – Bericht von Susanne Haun

Posted in Botswana, Namibia, Reiseberichte, Südliches Afrika, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2018

 

 Flagge von Namibia (c) Foto von M.Fanke

Flagge von Namibia (c) Foto von M.Fanke

 

Die Stadtführung durch Windhoek war eines der Erlebnisse der Afrikareise, die ich noch verdauen muss und die ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Wir erfuhren, wieviele Abgeordnete die Regierung hat, sind durch die von Deutschen erbaute Kirche geschleust worden und lernten das von den Nordkoreanern erbaute Unabhängigkeits-Gedenkmuseum von außen bei über 40 Grad Hitze kennen.

Sehr gut und wissenswert fand ich jedoch, dass „endlich“ das Reiterstandbild zu ehren der gefallenen deutschen Soldaten im Krieg gegen die Hereros und Namas 2009 abgebaut wurde. Eine sehr weise Entscheidung, der ich auch als Deutsche voll zustimme. Es ist eine Schande, dass das Denkmal noch bis 2009 dort stand und die Namibier an die Kolonialherrschafft erinnerte.

Ich hätte die Zeit in Namibias Hauptstadt lieber anders genutzt und wäre sehr gerne in die Nationalgalerie von Namibia oder in das Unabhängigkeits-Gedenkmuseum HINEIN gegangen, statt es von außen bei sengender Hitze zu betrachten, leider mussten wir nach der Stadtführung sofort wieder in den Truck „on the road again“, um unsere 5.627 km „zu schaffen“. Auf eines der Fotos ist „T“ mit dem Tour-Shirt von 2017 zu sehen.

 

 

Nach unserer Nacht auf dem Campingplatz vor den weiten Toren von Windhoek überquerten wir die zweite Grenze der Reise von Namibia nach Botswana und waren dann den gesamten Tag unterwegs. Es entstanden an diesem Tag kaum Fotos, einzig vom Campingplatz. Ich merkte auch langsam die Anstrengung der Reise, ich kann es sogar an meinen Zeichnungen sehen. Es fiel mir nicht mehr so einfach, mein Skizzenbuch täglich zur Hand zu nehmen und ich ging früh zu Bett. Wie sagte Lorine, die Chefin so schön: „This is no holiday, this is adventure!“.

 

 

Da mich immer wieder Leute ansprechen, wie wir die Zelte aufbauten und ob das auch alleine möglich war, zeige ich auch noch ein paar Fotos vom geschäftigen Treiben beim Zeltaufbauen. Der Grundpreis für die Reise ist für ein Zelt mit doppelter Belegung gedacht. Für einen geringen Aufpreis konnte man ein Zelt alleine bewohnen. Beim Aufbau wurde sich gegenseitig geholfen. Elke vermisste zum Beispiel eines Tages ihr iPhone und war ganz verzweifelt. Micha, G.P. und Angelo fanden es schliesslich intakt wieder, sie hatte es in ihr Zelt beim abbauen eingerollt. In der Gruppe halfen sich alle gegenseitig. Allerdings war es eine sehr gute Gruppe, was sich auch in den folgenden Tagen noch zeigte!

Auf dem Campingplatz in Ghanzi konnte man auch kleine runde Hütten mieten, die innen ein unbequem aussehendes Bett besaßen. Wir blieben bei unseren wohlvertrauten Zelten, die schon etwas von Heimat besaßen. Gerne habe ich auch meinen Tascheninhalt sortiert. 4 Wochen aus einem 90 Liter Taschenrucksack zu leben ist nicht einfach 🙂 .

 

 

 

Mehr von unserer Afrikareise könnt ihr in der Kategorie Reiseberichte -> Südliches Afrika lesen (siehe hier). Die jüngsten Berichte sind immer zuerst, das heisst erst nach dem Scrollen könnt ihr die älteren Berichte lesen.
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Beate Gernhuber (siehe hier) von SafariScout.com stand uns bei der Buchung unserer Abenteuer Reise ins südliche Afrika mit Rat und Tat beiseite. Gerne empfehle ich sie an alle, die ähnliche Reisen planen, weiter. Sie hat sehr gute Kontakte zu Nomad und ist auch schon selber als Übersetzerin die Tour mitgefahren.

Ich werde zu jedem Beitrag die original Tourbeschreibung als Fußnote festhalten.

Day 12:

We rise early and take aim for Windhoek, the capital city of Namibia. Today we make a brief stop at the craft markets of Okahandja before arriving in Windhoek in the afternoon. We will take a short walk through the city centre and have the opportunity to view some its better-known landmarks.

Day 13:

Today we travel east and make our way to neighbouring Botswana and the Kalahari Desert. Starkly different to the Namib Desert after which Namibia is named, the Kalahari is no less dramatic and covers over 900 000 square kilometres. This afternoon there is an option of a guided walk with your San hosts, this is an opportunity to learn more about the San culture and interaction with their Desert environment. The San people have long been associated with this harsh environment and tonight we enjoy a dance evening that provides an insight into their culture of song, dance and story-telling.

 

Zu Besuch bei Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2018

Herzlichen Dank für diesen gelungenen Bericht über euren Besuch in meinem Atelier. 🙂

Neuland

Mittlerweile liegt unser Berlinurlaub fast ein Jahr zurück. Ich bin überrascht, wie frisch mir viele Eindrücke noch erscheinen – als wären sie nur wenige Tage alt. Dazu gehört auch unser Besuch im Atelier der Künstlerin Susanne Haun. Susanne und ich kennen uns seit vielen Jahren virtuell. Ihr Blog, auf dem sie regelmäßig über ihre verschiedenen Projekte berichtet, aber auch Urlaubseindrücke und Alltagsszenen künstlerisch verarbeitet, gehörte zu den ersten, denen ich folgte, als ich mit dem Bloggen begann. Ihre Art, über die Entstehung ihrer Arbeiten zu schreiben, und ihre Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte öffnen mir seitdem die Augen auf eine ganz neue Weise. Deshalb freute ich mich riesig, sie endlich auch persönlich kennenzulernen. 

Die Künstlerin erklärt dem Kind, wie eine Radierung entsteht. Was sind das eigentlich für seltsame Metallplatten?

Susanne empfing den Kleinen Entdecker und mich mit Kaffee und Kuchen. Anschließend durften wir uns ein bisschen in ihrem Atelier umschauen, wo es in jeder Ecke etwas Faszinierendes zu…

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Zitat am Sonntag – Luis Buñuel Portolés – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 20. Mai 2018

 

Man muss erst beginnen, sein Gedächtnis zu verlieren, uns sei’s nur stückweise, um sich darüber klar zu werden, dass das Gedächtnis unser ganzes Leben ist.

Luis Buñuel Portolés, in Mein letzter Seufzer

 

Dialog Bewusst-Sein Blatt 6 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dialog Bewusst-Sein Blatt 6 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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Luis Buñuel Portolés, Mein letzter Seufzer, in: Doerr, Anthony, Memory Wall, München 2018, S. 7.
Danke, liebe Gerda für den Buchtipp!

 

Lila Iris am Teich – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Mai 2018

 

Langsam fangen die Blumen und Gräser in Papas Teich an zu wachsen. Heute gibt es mein Skizzenbuch wieder einmal abfotografiert und nicht gescant.

 

 

 

Der Etosha National Park in Namibia – Susanne Haun

Posted in Namibia, Reiseberichte, Südliches Afrika, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Mai 2018

 

Etosha Nationalpark (c) Foto von Susanne Haun

Etosha Nationalpark (c) Foto von Susanne Haun

 

Ehrlich gesagt!

Ich bin nicht der Typ, mit dem Truck stundenlang hinter einem Tier hinterherzujagen und Fotos zu machen. Ich habe die zwei Tage Etosha Nationalpark als sehr anstrengend empfunden! Von Morgens 6 Uhr bis Abends 19 Uhr im Truck mit dem Fernglas oder Teleobjektiv Tiere beobachten ist so gar nicht mein Fall. Vielleicht hätte man mich irgendwo aussetzen sollen, mich und mein Zeichenheft, so dass ich in Ruhe alles hätte beobachten können, Landschaft und Mensch und gerne auch Tiere! Es ist jedoch untersagt, den Truck außerhalb der vorgesehenen Haltepunkte zu verlassen. Es geht fast gar nicht, im Truck Tiere aus einer Entfernung von manchmal über 100 Meter gut zeichnerisch zu erfassen. Die Augen der Tiere sind wenn überhaupt als schwarzer Knopf wahrnehmbar und die Beine als Stöcker.

 

 

Erschwerend kam hinzu, dass es in ungeheuren Mengen geregnet hatte und regnete. So wurde die Wüste grün mit gelben Blüten und die Tiere mussten nicht zu ihren gewohnten Wasserlöchern kommen. Sie fanden überall Wasser und waren so fast gar nicht zu finden.

Nach der Strapaze verzichtete ich am ersten Abend auf das Event, von einem Buschmann zu erfahren, wie aus einem Köcherbaum Pfeil und Bogen erstellt wird.

Aber die Menschen sind verschieden. Tage später unterhielt ich mich auf dem Flughafen Victoria Falls mit anderen Touristen, die meinten, sie hätten gut auf die gesamte erste Woche Wüste verzichten können, um dafür mehr Zeit auf Tierfoto-Safari zu verbringen!

 

 

Am zweiten Tag erreichten wir das Herz des Parks, die Etosha-Pfanne. Es ist der Boden eines ehemaligen Sees im Norden Namibias. Der Name Etosha hat seinen Ursprung in der Ovambo-Sprache und bedeutet „großer weißer Platz“.  An diesem Ort haben alle ihren Spaß, mit der endlosen Weite der Pfanne perspektivisch zu spielen und Fotos zu machen.

 

 

Die zwei Tage Etosha Nationalpark habe ich zusammengefasst und von den vielen Tierfotos, die sich kaum unterscheiden, habe ich eine kleine Auswahl getroffen.

Trotz aller Strapazen habe ich als Dürer-Fan die Begegnung mit dem Nashorn sehr genossen. Hier ist es mir auch tatsächlich schwer gefallen, die Fotos auszusortieren. Ich schätze, das Nashorn hat sich ungefähr 50 Meter vom Bus entfernt im Schlamm gesühlt.

 

 

Mehr von unserer Afrikareise könnt ihr in der Kategorie Reiseberichte -> Südliches Afrika lesen (siehe hier). Die jüngsten Berichte sind immer zuerst, das heisst erst nach dem Scrollen könnt ihr die älteren Berichte lesen.
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Beate Gernhuber (siehe hier) von SafariScout.com stand uns bei der Buchung unserer Abenteuer Reise ins südliche Afrika mit Rat und Tat beiseite. Gerne empfehle ich sie an alle, die ähnliche Reisen planen, weiter. Sie hat sehr gute Kontakte zu Nomad und ist auch schon selber als Übersetzerin die Tour mitgefahren.

Ich werde zu jedem Beitrag die original Tourbeschreibung als Fußnote festhalten.

Day 10:

Rising early this morning head for Etosha National Park. Etosha is the venue for some of the most unique game viewing experiences in Africa. Today we have a full-day to explore the edges of Etosha Pan in search of the abundant wildlife that occurs in the park. Our truck offers us an elevated platform and we will spend some time at the many waterholes dotted throughout the park. Evenings in Etosha are best spent wrapped up warm at the floodlit waterholes at the camps. Those who wish to partake in an optional night drive may do so tonight.

Day 11:

Our second day in Etosha allows another full day to continue our exploration of the park. No day on safari is ever the same and the suspense before that special sighting is the motivation that keeps our eyes wide open. We will exit the park in the late afternoon and make our way to our accommodation outside the park.

Elefant – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Mai 2018

 

 

Elefanten werden auf meinen neuen großen Zeichnungen eine entscheidende Rolle spielen.

 

 

Was ziehe ich zur Vernissage an? Verliebt in ein Kimonokleid im Atelier Nuno

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 16. Mai 2018

 

Dieser Artikel erschien zuerst im Weddingweiser (siehe hier).

 

Verliebt in ein Kimonokleid im Atelier Nuno

atelier nuno (c) Foto von Marie Schmunkamp

atelier nuno (c) Foto von Marie Schmunkamp

Seit einem knappen Jahr wird in der Utrechter Straße 32 im atelier nuno kreativ gearbeitet. Die Maßschneidermeisterin Marie Schmunkamp kreiert mit Leidenschaft und Sorgfalt japanisch inspirierte Mode in europäischen Größen zu erschwinglichen Preisen.

Ich wohne in der unmittelbaren Nachbarschaft und habe mit großer Neugier und Freude seit der Eröffnung durch das ansprechend dekorierte Schaufenster in den kleinen Laden gespäht. Alles ist hell und freundlich und lädt zu einem Besuch ein. Nun bin ich hinein gegangen.

 

Hilfe beim Ankleiden

Susanne Haun im Atelier nuno (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun mit einem Kimonokleid im Atelier nuno (c) Foto von M.Fanke

Schon bei meinem ersten Besuch verliebte ich mich in ein Kimonokleid mit sehr weiten Ärmeln. Es isti in diesem Atelier kein Problem, Kleider anzuprobieren, Marie half mir dabei und erklärte auch gleichzeitig, wo ich welchen Knopf und welches Band zumachen muss, damit ich mich später auch selber anziehen kann.

Der Gürtel besitzt einen Reißverschluss, so dass er nur einmal einstellt werden muss. Ich fand es interessant zu erfahren, dass ein klassischer Kimono (japanisch = 着物, deutsch: Anziehsachen von kiru = anziehen und mono = Ding) normalerweise zwölf oder mehr Einzelstücke enthält und eine japanische Frau nicht in der Lage wäre, ohne Hilfe diese Art Kimono korrekt anzuziehen. Keine Angst, in der Regel sind Maries Kleider ohne Hilfe ankleidbar. Nach einem Tag Bedenkzeit, währenddessen mein Kimono zurückgehängt auf mich wartete, kaufte ich ihn und verabredete mit Marie einen Termin für ein Interview.

 

Die Werdegang der Maßschneiderin

Impressionen aus dem atelier nuno (c) Foto von Susanne Haun

Maßschneidermeisterin Marie Schmunkamp in ihrem Atelier: Foto: Susanne Haun

Nach dem Abitur schloss Marie nach zwei Jahren ihre Maßschneiderlehre ab. Ihre ursprünglichen Pläne, danach sofort Modedesign zu studieren, verwarf sie vorerst, da sie ihre Liebe zum Handwerk entdeckt hatte und so lieber den Meister begann. Sie schloss schon mit 21 Jahren als Bestmeisterin ab, das bedeutet, sie ist die beste in ihrem Gewerk, der Maßschneiderei, und sie ist die Beste von allen Gewerken ihres Jahrgangs. Mit diesen Abschlüssen in der Tasche studierte die Meisterin Modedesign, das Studium schloss sie mit dem Bachelor of Arts ab. Auf meine Frage, wann ihr Herz für die Schneiderei zu schlagen begann, erzählt sie von ihrem Vater, der Flugdrachen näht und von den Kleidern, die sie mit 13 Jahren für sich zu entwerfen begann, weil sie das, was sie sich vorstellte nirgendwo kaufen konnte.

 

Über die Ausbildung im Atelier

 

Marie bildet aus, im Schneidergewerbe wollen mehr junge Leute den Beruf lernen als es Ausbildungsplätze gibt. Zurzeit unterrichtet sie eine Auszubildende im zweiten Lehrjahr und im August fängt noch ein Auszubildender bei ihr an. Es erfordert viel Zeit, auszubilden und bevor Marie einen Lehrvertrag abschließt, kommen die Anwärterinnen und Anwärter zur Probe eine Woche arbeiten. Hier schaut Marie, ob die Chemie stimmt, denn die drei Nähmaschinen stehen auf engstem Raum im zweiten Geschäftsbereich.

Der ebenfalls von Licht durchflutete Raum vermittelt den Eindruck einer guten Arbeitsstimmung. Von der Handwerkskammer festgelegt, erhalten die Auszubildenden im ersten Lehrjahr 160 Euro, im zweiten Jahr 180 Euro und im dritten Jahr 210 Euro im Monat. Marie empfindet das Lehrgeld eher als Taschengeld und viel zu wenig, um davon auf eigenen Füße zu stehen. Jedoch könne sie sich nicht mehr Gehalt für ihre Azubis leisten und wünsche sich, es würde eine Förderung von der Handwerkskammer für Meisterinnen und Meister, die ausbilden, geben. Ich habe gelernt: Es gehört viel Leidenschaft und Idealismus zum Beruf, eine Mischung aus kaufmännischer und kreativer Arbeit.

Ein Blick ins Atelier nuno

Beim Betreten des Ladens fällt der Blick zuerst auf eine Ladentheke aus den 1940er Jahren, in der die Meisterin liebevoll kleine Taschen und andere Accessoires einsortiert hat. Sie sind aus japanischen Stoffen genäht. Mir hat es besonders die rund gehaltene Tasche für Kopfhörer angetan, sie ist nicht nur schön, sondern auch praktisch und verhindert die uns wahrscheinlich allen bekannten verhedderten Kopfhörer, die man aus großen Handtasche zieht. Aus dem Stoff, aus dem mein Kimono genäht ist, gibt es verschieden große Taschen. Neben der Ladentheke hat Marie auch andere Einrichtungsgegenstände aus vergangenen Zeiten, sie mag ihr gut zusammengestelltes Interieur. Es besitzt Seele und man kann die erhaltenen Wertschätzungen der vergangenen Jahre spüren.

 

 

Kleidung sollte zur Stimmung passen

atelier nuno (c) Foto von Marie Schmunkamp

Auch japanische Stoffe gibt es im Atelier nuno. Foto: Marie Schmunkamp

Marie wählt morgens ihre Kleidung, die sie anzieht, nach ihrer jeweiligen Stimmung aus und empfindet es dabei als wichtig, dass man sich in seiner Kleidung wohl fühlt. Diese Philosophie gibt sie an ihre Kunden weiter. Soll sie eine maßgeschneiderte Arbeit fertigen, versteht sie es, das Kostüm, Kleid oder den Anzug ganz nach der Figur der Trägerin oder des Trägers zu schneidern und dabei die kleinen Besonderheiten der Kunden zu kaschieren.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass ich gerne eine Preisvorstellung habe, bevor ich ein Geschäft betrete. Kleider, die Marie nach Konfektionsgrößen näht, kosten zwischen 80 und 180 Euro, Röcke um die 60 Euro. Eine detaillierte Preisliste der Änderungen und Maßanfertigungen hängt transparent hinter der Theke. Japanischen Süßigkeiten, Post-Its und Accessoires sind schon ab 1,50 Euro zu erwerben. Ich habe für 4,95 Euro eine kleine Schmetterlingshaarspange / Brosche für meine Freundin als Geschenk statt Blumen gekauft. Regelmäßig treffen Überraschungen aus Japan ein, so dass sich Besuche immer wieder lohnen. Besonders mag ich, dass jedes Stück im Laden von Marie ein Preisschild trägt und somit das Fragen nach dem Preis entfällt.

Impressionen aus dem atelier nuno (c) Foto von Susanne Haun

Neben den Kimonokleidern gibt es von Schuluniformen inspirierte Kleider mit Matrosenkragen und Schleife sowie auch schulterfreie Lolita-Kleider. Für die Dame um die 50 führt Marie Businessblusen und auch das klassische Etuikleid mit Jacke fehlt nicht in ihrem Repertoire. Für die ambitionierte Hobbyschneiderin bietet Marie japanische Stoffe an, der Meter um die 20 Euro.

Weitere Beiträge über das atelier nuno in der Bloggerwelt findet ihr auf Funkelfaden (siehe hier), Nahtzugabe (siehe hier) und Nipponya (siehe hier).

Auf Maries Homepage, Instagram und Facebook kann man sich vorab über ihr Angebot informieren:

 

atelier nuno, Inhaberin: Maßschneidermeisterin Marie Schmunkamp, Utrechterstraße 32, Telefon: (030) 55 21 50 35, E-Mail: home@atelier-nuno.de, Die–Do 15–18 Uhr, Fr–Sa 12–19 Uhr geöffnet

 

Rhododendron – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Mai 2018

 

Zur Zeit blüht in Papas Garten der Rhododendron.

 

Rhododendron (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rhododendron (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

 

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