Susanne Haun

Der Rahmen als wesentliches Element meiner Kunst – Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Berühmt, Portraitmalerei, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2020

 

 

Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Das Mädchen mit dem Perlenohrring nach Klee, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Schon 2006 entschied ich mich, meine Kunst in weiß lackierten Rahmen zu präsentieren.

Einheitliche Rahmen in verschiedenen Größen gehören zu meinem Ausstellungs- bzw. Präsentationskonzept.

Die schlichten weißen Passepartouts und Rahmen verstärken die auf das minimalste konzentrierten Zeichnungen und lassen sich perfekt kombinieren.

Das Weiß hat einen entscheidenen Nachteil: Die Rahmen sind sehr empfindlich und nach jeder Ausstellung verlieren sie etwas von ihrem weißen Charme.

So bleibt mir nichts anderes übrig als öfter neue Rahmen zu bestellen. Ich verkaufe meine Zeichnungen gerne mit den Ausstellungsrahmen, denn so kann das Bild gleich an die Wand gehangen werden. Die vielen Rahmen, ich schätze, dass ich um die 100 Rahmen in verschiedensten Größen besitze, bringen natürlich ein Lagerproblem mit sich, so dass ich sie in allen Ecken und Enden in meinem Atelier stapele.

 

 

Manchmal reicht es auch, Passepartouts in passender Ausschnittsgröße zu kaufen. So habe ich es auch dieses Mal gehandhabt. Ihr erinnert euch noch an das Mädchen mit dem Perlenohrring (-> klick) ? Ich habe es in vier Variationen gezeichnet.

Nun kann ich durch neue Passepartouts die Damen auch Rahmen.

Heute zeige ich euch meine Variation des Mädchens nach Klee. Es hat mir mit jeder Interpretation mehr Spaß gemacht, mich mit dem Mädchen auseinanderzusetzen.

 

 

Das Mädchen hat seinen Weg in meine Präsentation in der Pariser Galerie Singulart gefunden (-> Klick).

Hier die Objektbeschreibung zur Zeichnung:

Johannes Vermeer (1632 – 1675) malte das Mädchen mit dem Perlenohrring ca. 1665 in Öl auf Leinwand in der Größe 44,5 x 39 cm. Das Bild befindet sich heute im Mauritshuis in Den Haag, das lt. eigener Aussage, das „einzigartige niederländische Gemälde des sogenannten Goldenen Zeitalters beherbergt.
Susanne Haun hat sich malerisch gefragt, was den Reiz und Charme dieses Gemäldes von Vermeer ausmacht.
Die Haltung? Die Jungend? Der Blick? Das Tuch um

den Kopf? Der Ohrring? Die Farben Blau und Ocker? Der aus dem dunklen kommende Blick?
In dieser Arbeit erforscht sie im Stil von Paul Klee die Haltung und den etwas kummervollen Blick des Mädchens. Dabei ist es ihr wichtig, vom Farbkonzept Vermeers abzuweichen.
Susanne Haun verwendet hochwertigen Aquarellkarton von Hahnemühle und lichtechte Antiktusche von Rohrer für ihre Arbeit.

 

Macht die Renovierung von Zimmern Spaß? Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2020

 

 

Renovieren, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 20207

Renovieren, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Es ist wieder etwas ruhiger auf meinem Blog geworden. Wir renovieren gerade.

Ich nehme mir vor, dass ich Freude am Renovieren verspüre. Das ist gerade am Beginn des Wochenendes auch so. Ich bin hoch motiviert und freue mich darauf, dass die Räume durch unsere Arbeit wieder frisch und neu werden.

Jedoch klappt es nie so, wie man es sich vorgestellt hat und da man in der Regel nur sehr selten renoviert, fallen die Handgriffe schwer und als Theoretiker lesen wir viele Handwerker Blogs im Netz.

Gestern nahm ich mir schon morgens vor, den Tag mit ein paar Skizzen vom Renovieren zu beginnen. Sonntags verlässt mich meistens die Lust am Renovieren und ich wollte mich motivieren.

 

 

Zitat am Sonntag – Simone Weil

Posted in Leinwand, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 24. Mai 2020

 

 

Man muss das Mögliche vollbringen,

um das Unmögliche zu berühren.

Simone Weil, 1909 – 1943, französische Philosophin

 

Impressionen bei der Ausstellungseröffnung Artenvielfalt in der Klosterkirche Grimma (c) Foto von M.Fanke

Ausstellungsansicht der Leinwand Altertrum (400 x 140 cm) von Susann Haun in der Klosterkirche Grimma (c) Foto von M.Fanke

 

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Zitiert nach Zitatkalender 365 Frauen wie wir, Dortmund 2019, 17. Mai 2020

Das Netz quillt über voller Mädels mit Perlenohrringen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2020

 

Ausgerechnet das Mädchen mit dem Perlenohrring hat es ihr angetan. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es noch einer Interpretation dieses Themas bedarf. Sie bleibt stur dabei. Es soll das Mädchen mit dem Perlenohrring sein.

Johannes Vermeer (1632 – 1675) malte das Mädchen mit dem Perlenohrring ca. 1665 in Öl auf Leinwand in der Größe 44,5 x 39 cm. Das Bild befindet sich heute im Mauritshuis in Den Haag, das lt. eigener Aussage, das „einzigartige niederländische Gemälde des sogenannten Goldenen Zeitalters beherbergt.

 

Mein Mädchen mit dem Perlenohring, Tusche und Acryl auf Aquarellkarton, 44,5 x 39 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019Mein Mädchen mit dem Perlenohring, Tusche und Acryl auf Aquarellkarton, 44,5 x 39 cm, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Schaut man in die Bilder-Google-Suche, so quillt das Netz über von Interpretationen dieses scheinbar immer noch interessanten Frauenportraits.

Was aber macht den Reiz und Charme dieses Gemäldes von Vermeer aus?

Die Haltung? Die Jungend? Der Blick? Das Tuch um den Kopf? Der Ohrring? Die Farben Blau und Ocker? Der aus dem dunklen kommende Blick?

Interessant!

Eine gute, sogar gesprochene, Bildbeschreibung erhaltet ihr auf der Seite von „the artinspector / alexandra tuschka“ (siehe hier).

Ich habe das Gemälde zeichnerisch interpretiert und empfinde es als „langweilig“. Sicher, man sieht, ich habe es gezeichnet. Meine Handschrift ist erkennbar und doch bin nicht ich darin.

So habe ich begonnen, mich selber in meinem Tageskalender in dieser Haltung zu zeichnen. Ich bin noch am Nachdenken, wie ich dieses Portraitthema Vermeers aufgreifen und etwas individuelles daraus schaffen kann.

Ach! Ich werde es wie Picasso angehen und mich mal eine Weile mit diesem Thema beschäftigen. Picasso hat 58 Versionen von  Las Meninas von Velázquez interpretiert.

Dann ging es weiter in meinem Kopf und das Thema verselbständigte sich und begann, mir Freude zu bereiten. Diesen Beitrag habe ich schon im August geschrieben und ihn heute vervollständigt.

 

 

 

Projekt ohne Namen – Er spuckt durch den Kreis – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Marker, Projekt ohne Namen, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Mai 2020

 

#47

„Wenn, ja wenn ich dich anspucken würde, …

„…wäre ich sehr verdutzt!“

 

Spucke, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Spucke, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Ich möchte kurz auf den Satz #46 eingehen. Ich fragte Jürgen nach einem besonderen Symbol, Jürgen beantwortete es sehr gelungen mit dem Kreis.

#46 (siehe hier)
S: „Ein besonderes Symbol …“
J: … ist der Kreis: it goes around and around and around!“

Vorher machte sich Jürgen Gedanken um die Bedeutung des Symbols:

  • Ein besonderes Symbol steht für alles.
  • Ein besonderes Symbol geht immer.
  • Symbol gleich Bedeutungsträger
  • Besondere Symbole sind Alpha und Omega, weil es nur das ist, was wir wirklich wissen.
  • Symbol gleich Zeichen
  • Die Seele ist etwas Besonderes, weil es danach weitergehen könnte.
  • Gaunerzinken

Ich dachte beim Symbol eher an die kunsthistorisch / ästhetische Bedeutung.

Trotz der zahlreichen Möglichkeiten im Internet zu recherchieren bin ich ein Fan vom guten alten Lexikon. Zu Weihnachten habe ich mir die 6 Bändige Studienausgabe des Lexikons der Ästhetischen Grundbegriffe geschenkt und lese darin je nach Interessenslage. Der Artikel zum Symbol ist 19 Seiten lang, alleine die Einleitung geht über 3 Seiten.
Nur kurz dazu geschrieben, im Alltag wird das Wort Symbol heute als bildhaftes Zeichen mit einer Zusatzbedeutung bezogen. Der Artikel ist von Heinz Hamm geschrieben und besonders schön fand ich den Satz, das ein Symbol im realen Leben wie in der Kunst alles werden kann, was auf der Welt sinnlich wahrnehmbar ist. Im folgenden Artikel geht Hamm auf die verschiedenen Bedeutungen durch die Epochen und Philosophen ein.

Ich persönlich sehe in einem Symbol tatsächlich ein bildhaftes Zeichen. Das spannende ist, das jeder diese Zeichen anders liest. Deshalb freue ich mich auch immer, wenn die Betrachterinnen und Betrachter mir erzählen, was sie auf meinen Bildern sehen. Ich mochte jedoch die Aufzählung Jürgens zum Symbol sehr.

Ihr erkennt daran, wie unterschiedlich Jürgen und ich an die Welt herangehen 🙂

Nichtsdestotrotz gefiel mir der Kreis sehr und ich habe ihn zeichnerisch mit in die #47 herübergenommen.

Als neuen Satzanfang gebe ich Jürgen einen weniger „verkopften“ Satzanfang mit auf den Weg.

Wollen wir sehen, was daraus wird!

#48 „Ich hülle mich in einen Vorhang…“

 

Den Verlauf des Projekts ohne Name, das am 24. November 2016 begann, habe ich auf einer Seite meines Blogs zusammengefasst (-> klick). Ich werde die Seite regelmäßig aktualisieren.

 

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Zur Erinnerungsaufrischung der Leserinen und  Leser:

Julian Schnabel eignete sich 1989 ein gefundenes Ölgemälde 51 x 38,5 Inches (1,40 x 1 Meter) an.

Der Künstler bearbeitete es mit Ölfarbe und Marker und eignete sich damit das Kunstwerk an, machte es zu einem Teil seinesŒuvres.

«Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt.

Schnabel ist kein Kopist, er setzt mit seiner Arbeit bewusst einen Stachel in das Konzept der Autorschaft. Wenn ihr diesem Link folgt (Klick) könnt ihr euch von Andreas Beyer von der Universität Basel als Audiodatei anhören, was unter Aneignung in der Kunst zu verstehen ist.

In diesem Artikel der NY Times (Klick) könnt ihr ein Foto von Schnabels angeeigneten Ölgemälden sehen. Ich vermute, dass die meisten von euch Schnabel bisher eher als Filmregisseur wahrgenommen haben. Vielleicht hat der eine oder andere schon den neusten Film Schnabels über van Gogh gesehen? Wilhem Dafoe spielt den schon so oft dargestellten Künstler, der durch seine Naturdarstellungen und vor allem durch sein abgeschnittenes Ohr einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte einnimmt.

Seit ca. zwei Jahren arbeiten Jürgen und ich am Projekt ohne Namen. Wir werfen uns angefangene Sätze in unseren Blöggen zu, die der andere – natürlich künstlerisch – beantwortet. In diesen Sätzen werden die jeweiligen aktuellen Themen der beiden verarbeitet.

So kommt es, dass ich mit meinen Markerstiften und Acryl mir den Schnabel angeeignet habe. Natürlich nicht sein Original. Bei irgendeinem Flohmarktbesuch kaufte ich mir fasziniert den Katalog JULIAN SCHNABEL – Fox Farm Paintings, December 1, 1989, – Januarx 6, 1990, The Pace Gallery, 32 East 57th Streer, New York 10022.  Der Katalog ist 30,5 x 22,8 cm groß.

Veröffentlichen und Verkaufen im Internet – Seminar von Susanne Haun beim bildungswerk des bbk Berlins

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 18. Mai 2020

 

 

 

Im Juni könnt ihr trotz corona beim bildungswerk des bbk Berlins ein von mir neu konzipiertes Seminar zum Thema Veröffentlichen und Verkaufen im Internet besuchen.

Gerade zu Corona Zeiten ist als Künstlerin/ Künstler wichtig im Netz präsent zu sein!

Ich möchte die Erfahrungen, die ich bei Saatchi und singulart mit der Anmeldung, Vermarktung und dem Verkauf gemacht habe, gerne weitergeben.

ZEIT: Montag, 15. Juni .2020 von 12-17 Uhr Anmeldeschluss: 10.6.2020
ORT: bildungswerk des bbk berlin, Köthener Str. 44, 10963 Berlin (Seminarraum, 3. Etage, Fahrstuhl)

Die Teilnehmeranzahl wird auf 5 Personen begrenzt! Ihr habt also die Möglichkeit in kleiner Runde auf Abstand an dem Seminar teilzunehmen.

Saatchi (Amerikanische Plattform) und Singulart (Französiche-Europäische Plattform) sind sehr große, bekannte Plattformen und stehen vom Handling stellvertretend für alle anderen. Im Workshop wird das Prinzip der Online-Galerie erklärt, das gut auf alle anderen Plattformen übertragen werden kann.

Dieses Seminar beschäftigt sich mit den Plattformen Saatchi und Singulart. Der Aufbau sowie auch die Vorgehensweise, um dort die eigene Kunst hochzuladen und zu präsentieren werden erläutert. Es werden Hinweise gegeben, wie durch diese Webpräsenz Kunst verkauft werden kann. Es werden unterschiedliche Hilfen vorgestellt, die diese Plattformen den Künstler*innen bieten. Die beiden Plattformen stehen stellvertretend für den Umgang mit Online-Galerien.

Als Beispiel wird in diesem Seminar gezeigt, wie der eigene Account bei Saatchi eröffnet und gepflegt werden kann. Es werden Hinweise zur Vernetzung des Accounts in die eigene Internetpräsenz wie Homepage, Blog, Facebook, Instagram etc. gegeben.

Ausführlich über die Vernetzung der eigenen Präsenz im Internet wird im Seminar Soziale Medien für Künster*innen von Susanne Haun gesprochen, der am nächsten Tag beim bbk Berlin stattfindet.

Der Kurs findet ab 4 Anmeldungen statt, maximale Teilnehmerzahl 5 Anmeldungen, Kursgebühr 30 Euro.
Bitte über das Bildungswerk des bbk hier (KLICK) anmelden.

Hier ein Beispiel aus meiner Präsentation bei singulart:

Susanne Haun bei singulart (-> Klick)

 

Präsentation der Leinwand Erinnerung im Gestern von Susanne Haun auf singulart

Präsentation der Leinwand Erinnerung im Gestern von Susanne Haun auf singulart

 
 

Zitat am Sonntag – Hanna Suchocka

Posted in Tiere, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 17. Mai 2020

 

In kritischen Lagen soll man nicht Sündenböcke suchen,

sondern einen Ausweg.

Hanna Suchocka, 3. April 1946 in Pleszew, polnische Politikerin und Juristin

 

 

Ziegenbock - Zeichnung von Susanne Haun- 20 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Ziegenbock – Zeichnung von Susanne Haun- 20 x 20 cm – Tusche auf Bütten

 

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Zitiert nach Zitatkalender aus der Helmut Lingen Verlag Gmbh, 2016 Köln, Kalenderblatt 24. September 2017

 

1. Tag – Carrara – Stadt des Marmors – Bergbau – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, St.Andrea di Compito, Toskana, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Mai 2020

 

Tyrrischen Meer (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun am Tyrrischen Meer (c) Foto von M.Fanke

 

Letztes Jahr verbrachten wir einen kleinen Teil unserer Zeit in der Toskana in St. Andrea di Compito.

Ich habe unter der Kategorie Reiseberichte die bisherigen Blogbeitrag zum Aufenthalt abgelegt (-> Klick).

Im Rahmen dieses Aufenthalts waren wir auch zwei Tage in Carrara. Sieht man davon ab, was für eine Schande an der Natur der Raubabbau des Marmors ist, ist es sehr faszinierend, in (bzw. um) den Abbruchgebieten zu laufen und zu sehen, wie die riesigen Marmorblöcke transportiert werden.

Am ersten Tag in Carrara besuchten wir einen Steinbruch, davon berichte ich heute, am zweiten Tag liefen wir ein wenig in den Bergen Carraras, davon berichte ich in den nächsten Tagen.

Meine Skizzenbücher scannte ich gleich nach dem Urlaub ein, es ist schwierig für mich, die einzelnen Seiten den korrekten Tagen zuzuordnen. Ich bin erstaunt und nehme die Skizzenbücher aus dem Schrank, um anhand der Chronologie die Seiten erneut den Tagen zuordnen zu können.

 

 

Ich habe zum Glück zusätzlich zu meinen Skizzen Tagebuch geschrieben und kann nun authentisch auch in Worten berichten.

 

 

31.5.2019

Carrara ist bekannt für sein Marmor und es hat mich schon immer interessiert, wie der Marmor abgebaut wird.

Im Baedecker Reiseführer wird die Abbruch Cava die Frantiscritti als Geheimtipp angegeben. Schon die Anfahrt durch die Apuanischen Alpen ist ein Erlebnis, das Weiß der Berge ist nicht etwas Schnee, sondern es kennzeichnet die Marmorsteinbrüche, von denen es heute noch einige gibt.

Unterwegs halten wir an einem Eingang zum Steinbruch an einer Snackbar an, trinken Cappuccino und schauen den LKW’s zu, wie sie die Marmorblöcke ins Tal fahren. Auch die LKW-Fahrer trinken hier ihren Cappuccino. Ich mag die geschäftige Atmosphäre und kaufe mir für 12 Euro eine nackte Marmorschönheit. Später stelle ich fest, dass sie mit Sockel im Souvenierladen des Cava Museums für nur 1 Euro mehr verkauft werden. Jede der Figuren ist anders und ich mag meine ohne Sockel viel mehr, sie hat so etwas ursprünglicheres.

Intermezzo am 14.5.2020: Meine Mutter filmte in meiner Kindheit gerne mit der Super-8 Kamera die Autofahrten in den Bergen aus dem Auto. Ich mag diese wackeligen Filme. Und so filmte ich auch aus dem Auto unsere Fahrt von der Küste Carraras in den Steinbruch. Eine kleine Anmerkung: Der Film ist auf vierfache Abspielgeschwindigkeit eingestellt, Micha ist rasant aber nicht sooooo rasant gefahren.

 

 

In Frantiscritti angekommen, müssen wir uns zwischen einen Besuch im Inneren des Marmorbruchs oder eine Jeaptour auf dem Berg hinauf entscheiden. Da wir noch eine Wanderung in den Bergen von Carrara planen, entscheiden wir uns für die Höhle. Beides wäre uns zu teuer gewesen. 10 bzw. 12 Euro kostet so eine 40 minütige Tour jeweils.

Die Fahrt im Jeep ins Innere des Berges dauert nur wenige Minuten, 600 Meter im Berg erwartet uns eine große Höhle, über uns 400 Meter Gestein. Der Guide erklärt uns, dass hier der Abbruch beendet ist. Ingenieure messen die Statik und die dicken Pfeiler stützen den Berg wie die Pfeiler einer Kathedrale das Dach des Gotteshauses. Der Saal, der dabei zwangsläufig entsteht, wird als Veranstaltungsraum benutzt. Um ihn zu schmücken, hat ein für uns unbekannter Künstler die Szene aus der Sixtinischen Kapelle, in der Gott Adam Leben einhaucht, gemalt. Die Kopie ist nicht gut aber auch lange nicht so schlecht, wie ich es schon erlebt habe.

Es ist unerhört laut in der Höhle. Etwas tiefer finden Abbrucharbeiten statt, die wir beobachten können. In der Renaissance brauchte ein Arbeiter einen ganzen Tag um 6 cm des gewünschten Marmorblocks freizuschneiden. Die Blöcke haben ein Standardmaß von …. Heute werden sie mit einem Gabelstapler auf die LKW’s geladen. Ob der Gabelstapler nur für uns Touris kommt und einen Block in der Ecke ablegt? Ich verpasse das Spektakel beinahe, da ich fasziniert in den von Arbeitern belebten Teil der Höhle schaue. Nein, liebe Mädels, es sind keine Cola-Tragenden Jungs, sie sind alle gut eingepackt, denn in der Höhle herrschen konstant um die 14 Grad und es ist auch Helmpflicht.

Wieder draußen an der frischen Luft, beschließen wir der Route der LKW’s zum Hafen von Carrara zu folgen. Eine schöne Strecke, 30 Minuten brauchen wir, bis wir am Tyrrischen Meer ankommen. Etwa 100 Meter im Landesinneren ist ein schöner Platz, wo wir es uns bei Cappuccino bei Nannini gut gehen lassen, bevor wir den häßlichen Hafen hinter uns lassen und die Küstenstraße entlang fahren. Kindheitserinnerungen werden bei mir wach. So war das in den 70ger in Bibione an der Adria, als Mama, Papa, Ulli und ich direkt am Strand auf dem Campingplatz Urlaub machten. Die gleiche Stimmung finden wir hier auf der Küstenstraße und ich fühle mich wohlig in meinen Kindheitserinnerungen. Leider sind alles private Hotelstrände und es dauert, bis wir an einem freien Strand kommen und das Wasser, die Wellen und den Wind geniessen können.

Ein schöner Tag geht langsam zu Ende.

 

 

In Zeiten der geschlossenen Grenzen möchte ich euch zum Abschluss mit einem Meeresrauschen erfreuen.

 

 

Zootiere – Aus dem Skizzenbuch von Susanne Haun

Posted in Skizzen, Skizzenbuch, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Mai 2020

 

 

Stilllebenregal von Susanne Haun, Foto (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Stilllebenregal von Susanne Haun, Foto (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Gestern habe ich Zootiere in schnellen, sicheren Linien in mein Skizzenbuch gezeichnet.

Ich war nicht im Zoo, ich habe einen Karton von Tieren, mit denen Kindern spielen. Sie sind heute proportional gut ausgeformt und ich „quäle“ sonst meine Malschülerinnen und Malschüler, sie zeichnerisch zu erfassen.

Mein Ziel war es, den starren Gummitieren Leben einzuhauchen.

 

 

Aus meiner Bloghistorie: Von der Wirkung der Linie – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Mai 2020

 

 

Verblühender Mohn – 15 x 20 cm, Tusche auf handgeschöpften Silberburgpapier (c)Zeichnung von Susanne Haun

 

Schon 2009 habe ich Erwägungen zur Linie geschrieben.

Siehe hier in meinem Beitrag Mohn, von der Wirkung der Linie (-> Klick)

Ich schrieb 2009:

Heute habe ich mich wieder mit Mohn beschäftigt. Eigentlich taucht gleichzeitig mit dem Motiv Mohn der Gedanke Kitsch im Kopf auf. Das rot der Blüte verführt viele Malende, den Mohn über das Rot zu definieren.

Mit Kitsch beschäftige ich mich lange nicht mehr, aber ich denke, dass genau dieser Gedanke mich dazu bewogen hat, den Mohn 2012 mit blauer Farbe zu zeichnen. Den Blogbeitrag zu den blauen Mohnblüten kannst du hier (-> Klick) nachlesen.

 

 

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