Susanne Haun

Palermo – Monreale – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2017

 

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, 9. September 2017

Als Kunsthistorikerin sollte man auf Sizilien die Cattedrale Santa Maria Nuova in Monreale besuchen. Der mit einer Grundfläche von 102 x 40 Meter große Dom besticht durch seine goldenen Mosaiken im Inneren. Scherzhaft wird das Bildprogramm als „Comic des Mittelalters“ bezeichnet.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Palermo „von oben“ aus zu erkunden, das erwies sich als schwierig. Wir lasen im Reiseführer, dass es von San Martino delle Scale einen wunderschönen Blick auf die Hauptstadt Siziliens gibt. Es gab auf jeden Fall ein wunderschönes Ausflugslokal mit Blick auf das einheimische Kloster, in dem Bier gebraut wird und wo 10 Liter Fässer erhältlich sind. Der Blick auf Palermo ist auch o.k. – jedoch haben wir den Dom von Monreale nicht ausmachen können. Die Fahrt von San Martino della Scala nach Monreale ist nicht ohne und erfordert große Konzentration, dafür wird man jedoch mit einem touristenfreien Zugang zum Dom vorbei an einem morbiden, zugewachsenen Brunnen belohnt, das GPS ermittelt den klangvollen Namen Mezzomonreale-Villatasca für diesen Ort, an dem sich Palermo und Monreale treffen. Wir kommen genau zur Mittagspause am Dom an und müssen 1 ½ Stunden auf den Einlass warten. Wir hätten pfiffigerweise zuerst den Kreuzgang besichtigen können, er ist durchgehend geöffnet, jedoch sind wir so auf den Dom fixiert, dass wir uns die Zeit mit einem Spaziergang im sehr touristischen Monreale gekrönt mit Cappuccino und Eis vertreiben.

 

 

 

 

Fast hätte ich vergessen, vom ungewöhnlichen Parkhaus in Monreale zu berichten, es geht steil nach unten und ist in den Berg gehauen, so gibt es Parkplätze im Berg und Parkplätze auf einer Terrasse vor dem Berg. Es ist auf jeden Fall teuer, dort zu parken, 2 Euro pro Stunde, so dass wir letztendlich 8 Euro zahlen. Das sind mit der Autobahngebühr von 3 Euro pro Tour für heute die höchsten Nebenkosten des Autos: 14 Euro. Jedoch ist es müßig darüber nachzudenken, ohne Auto wäre die Anreise nach Monreale für mich zu anstrengend.

Am Eingang der Kirche müssen wir nicht warten, zügig dürfen wir eintreten, wichtig ist, dass die Frauen die Schultern bedeckt haben. Ich habe dafür immer ein Tuch bereit, in Marokko in den Moscheen für den Kopf und in Monreale im Dom für die Schultern.

Viele Bildbände und Fotos habe ich von Monreale gesehen, eine Hausarbeit über Teile des Bildprogramms geschrieben und doch entdecke ich Darstellungen, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ich mag die Engel, die die Himmelsleiter nach oben zu Gott klettern genauso wie das Werkzeug, was beim Bau der Arche gezeigt wird. Es macht mir Freude, die einzelnen Figuren zu identifizieren. Das linke Seitenschiff ist an der Apsis gesperrt, es wird renoviert.

 

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

 

Beim anschließenden Besuch des Kreuzgangs wird es schon nach kurzer Besichtigung laut. Nacheinander erscheinen eine holländische, französische und italienische Reisegruppe, deren Reiseleiter*innen sich gegenseitig in der jeweiligen Sprache zu übertönen versuchen. Schade! Ich mochte es, im Kreuzgang zu sitzen und das Ensemble auf mich wirken zu lassen.

Eigentlich wollten wir danach noch nach Palermo-City aber so gegen 17 Uhr beschlossen wir nach Caronia zurück zu fahren. Wir fuhren am Morgen extra schon um 9 Uhr los, um möglichst viel zu sehen und so war ich einfach sehr müde von den vielen Eindrücken und der Wärme.

 

Vernissage Blumen Hortensie – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 1. November 2017

 

Zur Vernissage Querbrüche habe ich von einem lange nicht mehr gesehenen befreundeten Ehepaar, die ich bei der Geburtsvorbereitung vor 24 Jahren kennenlernte, einen Blumenstrauß mit einer Hortensie bekommen. Ich habe mich sehr über das Wiedersehen und auch über die Hortensie gefreut.

 

Hortensie - 23,5 x 32 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hortensie – 23,5 x 32 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Aus der Vergangenheit vor 10 Jahren: Die Lebensstufen der Frau – Gemälde von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 30. Oktober 2017

 

Vor 10 Jahren hatte ich eine museale Ausstellung im Schleswig Holstein Haus in Schwerin. Dafür malte ich auf eine 4 x 2 Meter  (800g/m²) großen Leinwand die Lebensstufen der Frau.

Marion von FindeSatz fragte mich in Zusammenhang mit ihrem Tagessatz vom 20. Oktober nach meinem Gemälde (siehe hier).

10 Jahre sind eine lange Zeit, ich würde die Lebensstufen der Frau heute vollständig anders interpretieren. Vielleicht werde ich dieses Projekt einmal in Angriff nehmen. Ich weiss noch, dass die Dame vom Museum fassungslos vor der Leinwand stand und meinte, das seien nun die Lebensstufen der Frau und im Vordergrund steht der Mann. Interessant 🙂

Ich habe einfach Fotos und Presse hochgeladen, damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt. Die Leinwand hing durch ein Loch in der Decke und konnte nur vollständig gesehen werden, wenn der Besucher direkt neben der Leinwand stand. Dadurch rückte der Mann tatsächlich in den Vordergrund des Gemäldes. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. An den Wänden hingen meine täglichen Zeichnungen. Die Rückseite der Leinwand bildete eine kleinere Leinwand, die auch ein Frauenthema behandelte.

 

 

Schweriner Volkszeitung 2.5.2007

Schweriner Volkszeitung 2.5.2007

 

Unser Schwerin 22.4.2007

Unser Schwerin 22.4.2007

 

 

Übrigens – die Leinwand existiert nicht mehr in dieser Art. Ich habe sie übermalt. Den Mann in den Vordergrund des Lebens der Frauen zu setzen, nein, das konnte ich nicht bestehen lassen. Über das daraus entstehende Gemälde habe ich schon des öfteren berichtet (siehe hier).

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Eva Strittmatter

Posted in Tiere, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 29. Oktober 2017

 

Urruf
Warten auf ein neues Kind.
Auf den ungewissen Wind.
Wieder einem Frühling glauben.
Unterm Urruf dunkler Tauben.

Eva Strittmatter , deutsche Dichterin und Schriftstellerin

 

Taube - Zeichnung von Susanne Haun

Taube – Zeichnung von Susanne Haun

 

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Strittmatter, Eva, Wildbirnenbaum, Berlin 2009, S. 44.

Wolpertinger – Ziegenlöwentaubenhuhn – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Wolpertinger, Zeichnung by Susanne Haun on 28. Oktober 2017

 

Das Format 50 x 20 cm eignet sich nur bedingt, Tiere zu zeichnen. Ich stoße an allen Rändern an Grenzen. Jedoch hat es mir viel Spaß gemacht, einen länglichen Wolpertinger zu zeichnen, ein Ziegenlöwentaubenhuhn.

 

Wolperting - 50 x 20 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wolperting – 50 x 20 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Übermalungsprojekt – Heike verschwindet unter weiß – Susanne Haun, Heike Schnittker und Jürgen Küster

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Oktober 2017

 

Heike hat mir schon  vor einiger Seite zwei Selbstportraits zum Übermalen gesendet. Da Jürgen noch in Spanien unterwegs war, ließ ich mir Zeit mit dem Übermalen.

Beim ersten Portrait musste ich mich überwinden mit dem Übermalen zu beginnen. Mir gefiel das Portrait von Heike sehr gut besonders die Augen. Ich nahm einen stylefile Marker in Blau, zeichnete mit schnellen Strichen ein Rechteck um die Augen und mit weißem Acryl löschte ich die Linien, die ich im neuen Portrait entbehrlich fand. Heike hat so hochpigmentig gezeichnet, dass die Linien unter dem Acryl durchscheinen, das gefällt mir.

Nach dem zweiten Seminar über das Portrait in der Frühen Neuzeit an der Uni fand ich, dass es Zeit wäre, die Seele mit ins Spiel zu bringen. Und damit Jürgen auch noch Platz hat, habe ich mich nur klein aber fein mit der Seelenwanderung eingebracht.

 

 

Das zweite Portrait drehe ich um und zeichne mich aus dem Gedächtnis mit lotusgrüner Tusche in schnellen Linien. Um Ordnung in das Chaos zu bringen, hilft wieder weiße Acrylfarbe.

 

 

Das ganze Projekt könnt ihr in der Themenauswahl (siehe im Widget rechts KLICK) in der  Kategorie Portraitmalerei -> Übermalungen aufrufen.

 

Monte Nero – Nebenkrater des Etnas auf Sizilien – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2017

 

Sizilien rückt immer weiter in den Hintergrund meiner Gedanken.
Gut, dass ich Tagebuch geführt habe!

 

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, den 5.9.2017

Was wäre ein Besuch Siziliens ohne den Mongibello, den schönen Berg, zu besuchen? Bedingt durch die Lage unserer Ferienwohnung beginnen wir die Erkundung des Etnas von der Nordflanke her, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Navi spuckt für die 98 km von Caronia bis nach Piano Provenzana 2 ½ Stunden Wegzeit aus, wir geben als Wegpunkte Randazzo und Linguaglossa an, da wir aber vorher schon an vielen interessanten Aussichten an der Straße angehalten haben, beschließen wir, auf die Altstadt und die beiden Dome in Randazzo zu verzichten und nur ein Panoramafoto am Straßenrand mitzunehmen.

 

 

 

Die Fahrt war ein Genuss und die Ziegen, die die Straße vor uns überquerten, waren bestimmt extra für mich des Weges gekreuzt.

Piano Provenzana ist der Skiort Siziliens. 2002 wurde die Talstation vollständig unter den Lavamassen begraben. Wir haben auf unserer Wanderung einige Zeugen der Zerstörung gefunden. Inzwischen sind im Winter wieder Skilifte in Betrieb. Im Sommer sieht es Am Piano Provenzana wie in den Skiorten der Alpen im Sommer aus: Skurril stehen die Skilifte still, es herrscht eine Stille im Ort, wo im Winter die Skibars für Musik sorgen. 3 Euro kostet es, hier zu parken. Der Parkwächter kommt mit einem Mofa das weitläufige Parkgelände hochgefahren und kassiert gewissenhaft. Es ist schon 15 Uhr und zu spät für große Touren – dafür haben wir einfach zu sehr auf dem Weg getrödelt, wir sind um 10 Uhr losgefahren und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben war. Bei jedem kleinen Lavastrom haben wir angehalten, Fotos gemacht, gezeichnet und die Landschaft in uns aufgenommen und uns nur einen Espresso zwischendurch gegönnt. Nicht nur die Zeit auch das Wetter spielte für eine längere Wanderung nicht mit, es hatte sich am Etna zugezogen, statt der 28 Grad in Caronia hatten wir eine Temperatur von 16 Grad. Ein Glück war ich schon mit meiner langen Wanderhose losgegangen. Gut informiert wussten wir, dass hier eine gute Wanderausrüstung benötigt wird. Wir hatten Jacken, Tücher und Trekkingstöcke dabei und brachten alles für den kleinen Weg zum Monte Nero. Die Wanderung geht eigentlich weiter zur Grotta del Gelo, in der ein kleiner Gletscher liegen soll. Uns reichte der kleine Einblick in die Kraterlandschaft, mir kamen beim Spazieren Gedanken an die Höllenkreise aus Dantes göttlicher Komödie, an Lucifer und auch an die Brutstätte der Orks aus dem Herrn der Ringe. Besonders interessant fand ich, wie die Pflanzen aus der Lava wachsen, rosa und gelbe Blumen und Etna-Tragant (dornige Polsterpflanze) scheinen aus dem Stein hervorzugehen. Nach hawaiianischer Art bezeichnet man die Lava als Aa-Lava, sie ist blockartig zerbrochen und sollte sich jemand wagen, barfuß auf der Lava zu laufen, ist die lautmalerische Bedeutung des Lavatypus sofort verständlich. Wir verzichten darauf, Barfuß über das Lavafeld zu schlendern, ich bin froh über unsere festen Wanderschuhe. Es bieten sich viele Einblicke in Lava Abbrüche, das Highlight ist der Blick in einen erloschenen Krater.

Nach diesem kurzen Ausflug setzen wir uns wieder ins Auto, es stand in der Zwischenzeit alleine auf den Parkplatz und begannen den sich zähgestaltenden Rückweg. Nach den vielen Eindrücken wollen wir eigentlich nur schnell in unsere Ferienwohnung jedoch zieht sich die Rückfahrt, auf der wir über Cesare fahren, in die Länge. Eigentlich wollten wir noch einen Cappuccino, Cesare hätte sich dafür angeboten, aber das haben wir lieber auf ein andermal verschoben.

 

 

Vanitas Stillleben – Tag 2 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Oktober 2017

 

Das zeichnen eines Stilllebens beginnt mit dem Anordnen der Gegenstände, die auf dem Bild gezeichnet werden sollen, schrieb ich in meinem letzten Beitrag zum Stillleben (siehe hier).

Heute habe ich eine rostige Schraube zu den Gegenständen platziert, ich habe sie vor einiger Zeit beim Spaziergang gefunden.

 

 

Vanitas Stillleben – Tag 1 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Stillleben, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Oktober 2017

 

Das zeichnen eines Stilllebens beginnt mit dem Anordnen der Gegenstände, die auf dem Bild gezeichnet werden sollen.

Ich habe eine große Auswahl dieser Gegenstände und heute habe ich die Strohblumen, die Roswitha Mecke mir bei der Ausstellung Eiswelten schenkte mit den Schneckenhäusern und Mäuseschädel von Nina Alice Schuchardt kombiniert. Natürlich sind für mich diese Gegenstände nicht bloße Naturalien, sie sind verknüpft mit den Personen und Geschichten derjenigen, die sie mir schenkten.

 

Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 2 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Freundschaft – Vanitas Stillleben Vers. 2 – 20 x 50 cm – Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 1 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Freundschaft – Vanitas Stillleben Vers. 1 – 20 x 50 cm – Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Fotos habe ich mit einer Festbrennweite von 50 mm aufgenommen. Die Tiefenschärfe ist bei diesem Objektiv sehr gering – ich habe es zum Fotografieren meiner Zeichnungen gekauft. Mit den unscharfen und scharfen Elementen habe ich bei den Fotografien gespielt:

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Joachim Ringelnatz

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 22. Oktober 2017

 

Zwischen atmenden Stein und Mimose
Wandert und wundert, ohne Schrei,
Ohne Klage, das nicht seelenlose
Nur seelenblinde Vorbei.

Ringelnatz aus IM AQUARIUM IN BERLIN

 

Blatt 83 Weine fliessen Fische zucken (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 83 Weine fliessen Fische zucken (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

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Ringelnatz, Joachim, Gedichte und Prosa, Zürich 1994, S. 129

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