Susanne Haun

Die blaue Grotte – Aquatinta Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung by Susanne Haun on 9. April 2020

 

Die blaue Grotte, Version 2, 15 x 20 cm, Aquatinta von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020.JPG

Die blaue Grotte, Version 2, 15 x 20 cm, Aquatinta von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Manche Dinge brauchen zwei Anläufe, um so umgesetzt zu werden, wie sie im Kopf entstanden sind. Schon meine erste Skizze meiner Gedanken im Kopf war nicht präziese. Heute sehe ich, wieviel Streß und wie wenig Zeit ich im November letzten Jahres hatte. Mir fehlte die Ruhe für eine Radierung.

So bearbeitete ich die Zinkplatte mit Sandpapier, schlief zu tief geätzte Flächen heraus und gab der Höhle Struktur. Schon schnell war mit klar, dass ich das Boot in einem zweiten Bearbeitungsgang in die leere Fläche ätzen muss. Aber ich war auch mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Mir erschienen die Linien und Fächen zu undefiniert.

So beschloss ich die Radierung in der Covid-19 Corona Entschleunigung nochmals zu erstellen. Mit mehr Ruhe! Nun bin ich zufriedener.

Bei dieser zweiten Radierung habe ich Aqua Wash Kupferdruckfarben von Charbonnel verwendet, weil sie wasserabwaschbar und ungiftig sind. Ansonsten verwende ich die ölhaltigen, traditionellen Farben von Charbonnel. Da meine Presse in meiner Atelierwohnung steht, ist es für mich sehr viel angenehmer, Abends nicht mit dem Geruch von Ölfarben ins Bett zu gehen. Die Aqua Wash Farbe wischt sich sehr einfach, was für mich klar ein Vorteil ist. Ich muss jedoch lernen, dass das Papier nicht zu nass sein darf, damit die Farbe nicht verschwimmt und über den Rand und in das Druckerfilz eindringt. Für die traditionellen Farben muss das Papier viel nasser sein. Dickes Kupferdruckpapier nimmt die wasserlösliche Farbe schwerer an als dünnes Papier. Alles Dinge, für die ich ein Gefühl bekommen werde. Ich bin zufrieden mit den Farben und so habe ich mir verschiedene Farben beim Boesner Online Shop (Werbung ohne Auftrag) bestellt.

Ich überlege, ob ich eine zweite Platte mit einer zweiten Farbe für die Grotte erstelle und beide Platten übereinander drucke. Es lohnt sich, längere Zeit an einem Motiv zu arbeiten.

 

 

Rückseiten haben etwas von Vergänglichkeit – Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung, Tiere, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 16. November 2013

In meinem Grafikschrank liegen neue Radierplatten der Größe 30 x 40 cm.

Aber es juckte mir in den Fingern, die Rückseite einer Radierung vom Januar 2012 als Grundlage für meine heutige Radierung zu benutzen. Hier seht ihr die Vorderseite der Radierung.

Die Rückseite hatte geätze Stellen, denn ich hatte sie nicht korrekt abgeklebt und die Säure konnte unter der Folie den Zink angreifen. Ich war gespannt, wie diese zufälligen Flächen zusammen mit den sehr durchdachten und kontrollierten Linien wirken würden.

Hic locus est ubi mors docet vivos - 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Ich bleibe den Themen Vergänglichkeit und Insekten treu. Die auf den Rücken liegende tote Fliege und verwelkte Blumen sind kein neues Thema. Es ist ein Thema aus einer längst vergangenen Zeit. Aber es ist auch heute noch spannend, die Linien dieser Teilnehmer der Natur zu ziehen.

Inzwischen habe ich mir auch ein Lehrbuch über Insekten angeschafft, ein Kinderbuch aus dem Jahr 1963 mit dem Titel „Das Reich der Insekten“ aus dem Delphin Verlag, Stuttgart und Zürich. Nun weiss ich also, dass die Insekten die artenreichste Klasse des Tierreiches ist. Es ist ein Buch ohne Fotos aber mit vielen detailierten Zeichnungen von der Metamorphose der Bienen. Sehr interessant, habe ich alles noch nicht gewusst!

Passend erschien mir dabei die CD „The Devil, You + Me“ von The Notwist zu hören.

Die Ätzung sieht gut aus (c) Radierung von Susanne Haun

Die Ätzung sieht gut aus (c) Radierung von Susanne Haun

Die Strichätzung, die ich ätzte ist auf den schon geätzen Flächen sehr schwach. Hier werde ich mit der Kaltnadel nachhelfen müssen. Aber im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Strichätzung. Ich werde die Nacht darüber schlafen, wie ich die Flächen mittels Aquatinta setzen werde.

Oben rechts vom Betrachter das ausgedachte Insekt wird stehen bleiben, die Fliege unten im Vordergrund braucht noch Kontraste.

Ausschnitt -  Hic locus est ubi mors docet vivos - 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Ausschnitt – Hic locus est ubi mors docet vivos – 30 x 40 cm (c) Radierung von Susanne Haun

Es ist traurig, dass ich kein Latein kann aber ich fand bei dict.cc einen wundervollen lateinischen Satz, als ich nach dem Tod der Fliege fragte:
Hic locus est ubi mors docet vivos = Hier ist der Ort, wo der Tod die Lebenden unterrichtet.
Ich fand diesen Titel sofort passend für die heutige Radierung.

Von ganz groß auf ganz klein – Wellenhexe – Radierung von Susanne Haun

Posted in Arktis, Radierung, Radierungen, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Juni 2013

Es war nicht einfach die Wellenhexe auf das Format 15 x 20 cm zu verkleinern.

Bei dieser Arbeit helfen mir meine täglichen Zeichnungen mit reduzierter Linie. Sie schulen meinen Blick auf das Wesentliche.

Heute habe ich die Zinkplatte geätzt und erst einmal einen schwarzen Andruck radiert.
Das Wetter war einfach zu schön, um an der Radierpresse zu stehen.

Druck der Wellenhexe (c) Susanne Haun

Druck der Wellenhexe (c) Susanne Haun

Am Donnerstag sagte die Dozentin der Vorlesung „Die Zugkraft der Linie“ an der FU, dass Illustrationen und die Editionen mit den 60ziger Jahren verschwanden.
Das möchte ich gerne näher belegt haben! Ist das so?
Verschwinden die Illustrationen und Editionen? Was meint ihr dazu?

For my english speaken reader:
It isn’t easy to reduce the big drawed wavewitch to a smaller one for the etching. On reason of the shining sun I only etch one zinc plate an one print of them.

Die einzig wirklich echte Linie – Radierung von Susanne Haun

Posted in Akt, Arktis, Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Radierungen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Mai 2013

Heute werde ich nach Kreuzberg in die Druckwerkstatt Bethanien gehen und radieren. Als Motiv habe ich mir „Frauen und Ratten verlassen das Schiff“ aus dem Arktis-Zyklus ausgesucht.

Ich bereite dazu immer schon das Motiv und die Zinkplatte vor, so dass ich sogleich nach meiner Ankunft damit beginnen kann, die Linien zu ätzen.

 Die Radierung braucht viel Vorbereitung (c) Foto von Susanne Haun

Die Radierung braucht viel Vorbereitung (c) Foto von Susanne Haun

Ich war sehr erstaunt, dass ich in mehreren Seminaren und Vorlesungen an der Uni immer wieder die Bücher von Koschatzky ans Herz gelegt bekam. Ich besitze die Bücher von ihm schon über 10 Jahre und dachte, sie wären für die Praktiker, die Künstler, geschrieben. Aber wenn ich es recht bedenke, natürlich sollten auch die Kunstgeschichtler wissen, wie bestimmte Techniken funktionieren.

Gestern habe ich in Koschatzkys „Kunst der Graphik“ ein Zitat von H.W.Singer gefunden:
„Die einzig wirklich echte, gleichmäßige Linie ist die radierte. Fein gezogen, bietet sie unnachahmliche Grazie, unübertrefflichen Schwung. Breit geätzt, erhält sie den Charakter einer monumentalen Größe, einer ernsten Wucht, an die nichts anderes heranreicht. Die radierte Linie ist die Linie par excellence, und die Radierung ist das Ideal der Schwarzweißkunst.“

Die Ratte auf Transparentpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Ratte auf Transparentpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein sehr heroischer Satz, über den ich beim Reißen meines Papiers und packen meiner Tasche nachdachte. So kam es auch, dass ich die Zinkplatte zu lange auf dem Herd erhitze und der darauf verteilte Wachs schlug kleine Bläschen. Mal schauen, wie die Bläschen geätzt aussehen. Ich bin neugierig.

For my english speaking reader:

In last time I often omited the translation in english language. I have many appointments, exibitions, Workshops, Uni and the drawing by themselve. It’s not easy for my writing and speaking english, I’am by learning and so I need time to translate.
But I take in hand to do write only one sentence at the least.

Tomorrow I want do go to the printgarage Bethanien to etch a new leaf for my arctis cycle. I decide to etch „Women and Rats are leaving the boat“.

In my lecture of art history at the university, I heard about Koschatzky. I know his books since 10 years ago and I like them.

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Koschatzky, Walter. Die Kunst der Graphik. Wien, 1972.

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