Susanne Haun

Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel – Dante – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Dante Alighieri, Zeichnung by Susanne Haun on 6. März 2017

 

Ich arbeite weiter am Dante – Zyklus: „Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel“ sprach mich künstlerisch als Satz an.

 

1 Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel - 51 x 32 cm - Tusche und Aquarell auf Kuperdruckpapier (c) Zeichnung von  Susanne Haun

Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel – 51 x 32 cm – Tusche und Aquarell auf Kuperdruckpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

2 Detail Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel - 51 x 32 cm - Tusche und Aquarell auf Kuperdruckpapier (c) Zeichnung von  Susanne Haun

Detail Ihr schmachvoll Fortgejagten aus dem Himmel – 51 x 32 cm – Tusche und Aquarell auf Kuperdruckpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe mich beim Papier vergriffen, statt eines Aquarellbogens habe ich ausversehen einen Bogen Kupferdruckpapier gegriffen. Dadurch fransen die Tuschelinien aus. Erst habe ich mich geärgert aber wer schmachvoll aus dem Himmel gejagt wird, der kann auch in den Linien ausfransen 🙂

#1 Entrada (siehe hier)
#2 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen (siehe hier)
#3 Ich war im Kreis der Wartenden (siehe hier)
#4 Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt (siehe hier)
#5 Dessen Füsse er mit einer Eisenzange kopfüber hielt (siehe hier)
#6 Der Pechsee des Teufels (siehe hier)

Der Pechsee des Teufels – Dantes – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 1. März 2017

 

Beim Pechsee des Teufels aus Dantes göttlicher Komödie habe ich auf die Farbe Blau gesetzt.

 

1 Der Pechsee des Teufels -Ausschnitt - 25 x 25 cm - Tusche und Aquarell auf Karton (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Der Pechsee des Teufels -Ausschnitt – 25 x 25 cm – Tusche und Aquarell auf Karton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Variert habe ich in den Formaten 25 x 25 cm, 50 x 70 cm und 15 x 15 cm. Es ist nicht einfach, sich immer wieder auf ein neues Format einzulassen. Nach den beiden blauen Arbeiten griff ich nach einem schon mit rot bearbeiteten Blatt, jedoch bin ich mit meinem Blau zufriedener, obwohl die Hölle ja eigentlich immer rot und schwarz von den Menschen gedacht wird.

Beim Zeichnen habe ich den Pechsee wahrlich in meinen Ohren blubbern gehört.

 

 

Wie schon berichtet waren wir letzte Woche  beim Workshop von Anna beim bbk (siehe hier).  Heute zeige ich euch meinen zweiten geschnittenen Film. Dieses Mal habe ich StopMotion mit einen Film kombiniert, den ich 4 x schneller abspiele als er aufgenommen wurde und als ich reel zeichne. Er hat etwas von Slapstik. Mit dem Ton habe ich noch Schwierigkeiten. Beim ersten Film habe ich hintereinander einen Uhrzeiger als Geräusch laufen lassen. Ich wollte keine Beschwingende Musik im Hintergrund, es passt von meinem Verständnis aus nicht zu Dantes Komödie. Dieses mal habe ich sogar den Originalton leise gestellt und ganz auf Ton verzichtet. Ich denke noch darüber nach, ob das besser als Geräusche oder Musik ist.

 

 

Bisherige Projektschritte:
#1 Entrada (siehe hier)
#2 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen (siehe hier)
#3 Ich war im Kreis der Wartenden (siehe hier)
#4 Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt (siehe hier)
#5 Dessen Füsse er mit einer Eisenzange kopfüber hielt (siehe hier)

Dessen Füsse er mit einer Eisenzange kopfüber hielt – Dantes – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Februar 2017

 

Dantes göttliche Komödie lässt mich noch lange nicht los.

Ich arbeite erst mit der Farbe und dann setze ich die Linien und spiele mit den Formaten und Papiertypen.

Heute faszinierten mich die Worte: „Dessen Füsse er mit einer Eisenzange kopfüber hielt.“

 

 

Letzte Woche waren wir wieder beim Workshop von Anna beim bbk (siehe hier). Dieses mal haben wir unsere Filme mit dem iPhone geschnitten. Gut vorbereitet hatte ich schon einige Filmschnippsel vorbereitet und kann euch hier nun stolz das Ergebnis meines ersten genschnittenen Films präsentieren.

 

 

 

Bisherige Projektschritte:
#1 Entrada (siehe hier)
#2 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen (siehe hier)
#3 Ich war im Kreis der Wartenden (siehe hier)
#4 Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt (siehe hier)

 

Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt – Dantes – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Februar 2017

 

Die nächsten Arbeiten der Serie zu Dantes göttlicher Komödie habe ich auf Burgund Aquarellkarton in der Größe 24 x 32 cm gefertigt. Der Aquarellkarton ist leider zu groß, um die fertigen Arbeiten scannen zu können. So muss wieder der Fotoapparat mit meinem 50mm Festbrennweite Objektiv herhalten.

 

2 Der Himmelsbote und die Feuergräben - 32 x 24 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Himmelsbote und die Feuergräben – 32 x 24 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Im nächsten Salon (siehe hier) kündige ich den Zyklus als expressive Zeichnungen, in dem ich Zeit, Historie und das Narrative verknüpfen möchte, an. Das Historische und Narrative ist klar fehlen noch Erläuterungen zur Zeit!

 

1 Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt - 32 x 24 cm - Tusche unf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Gesang vor der Ankunft der Höllenstadt – 32 x 24 cm – Tusche unf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Der Duden beschreibt expressiv als ausdrucksvoll, ausdrucksstark, ausdrucksbetont, mit Ausdruck. Arbeite ich mit der Feder und Tusche, dann arbeite ich sehr kontrolliert und bedacht. Ich kann nur so schnell arbeiten, wie ich die Feder mit Tusche über das Papier führen kann. Das verleitet mich dazu, über die einzelnen Schritte nachzudenken, zu pausieren und die Gedanken gleiten zu lassen.

Lege ich eine Zeit fest, in der die Zeichnung entstehen sollte, dann werde ich gezwungen, schneller und aus dem Bauch heraus zu agieren. Dazu benötige ich viel Wissen und Sicherheit. Im ersten Schritt trage ich die Aquarellfarben auf. Um schneller zu sein, geschieht das gleich aus der Tube heraus – ungewöhnlich für Aquarellfarben.

 

3 Das sind die Ketzergräben samt den Jüngern - 32 x 24 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das sind die Ketzergräben samt den Jüngern – 32 x 24 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Bisherige Projektschritte:
#1 Entrada (siehe hier)
#2 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen (siehe hier)
#3 Ich war im Kreis der Wartenden (siehe hier)

 

 

Ich war im Kreis der Wartenden – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Februar 2017

 

Wer google mit dem Begriff Dantes Komödie füttert, erhält seitenweise Einträge.

#3-1 Ich war im Kreis der Wartenden - 20 x 30 cm - Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

#3-1 Ich war im Kreis der Wartenden – 20 x 30 cm – Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Als Hörbuchfan habe ich mir schon vor langer Zeit ein Hörspiel (siehe hier) produziert vom Bayrischen Rundfunk von Dantes berühmter Komödie gekauft. „Die Schauspieler-Elite der 50er und 60er Jahre brilliert in dieser berühmten Hörspielproduktion: Marianne Hoppe, Käthe Gold, Peter Lühr, Wolfgang Büttner, Robert Graf, Kurt Horwitz, Bernhard Minetti u.v.a.“ wird die CD-Sammlung angepriesen. Ich mag die Überlagerungen von Musik und Sprache dieser Produktion.

#3-3 Zerberus - 20 x 30 cm - Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

#3-3 Zerberus – 20 x 30 cm – Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wer die göttliche Kömödie klassisch vorgelesen bekommen möchte, der kann diesem Link zum Bayrischen Rundfunk folgen und die Komödie kostenlos herunterladen. Literarisch Wissenswertes zur Komödie kann ebenfalls beim Bayrischen Rundfunk gelesen werden (siehe hier).

#3-2 Entrada Version 2 - 20 x 30 cm - Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

#3-2 Entrada Version 2 – 20 x 30 cm – Tusche und Aquarell auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

Während ich zeichne, höre ich die göttliche Komödie.

Resultierend aus meiner Unzufriedenheit der letzten Ergebnisse habe ich zu meinem Medium, der Feder und Tusche gegriffen und die Aquarellfarbe direkt aus der Tube aufgetragen. Aus der Arbeit mit diesen fünf Zeichnungen habe ich mir wieder in Erinnerung gerufen, dass weniger mehr ist und werde weiter die Farbe expressiv aber sparsamer einsetzen.

Bisherige Projektschritte:
#1 Entrada (siehe hier)
#2 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen (siehe hier)

Flecken in der Kunst und als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliehen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Februar 2017

Ich habe den Eindruck, ich quäle mich mit meinem neuen Projekt.

Ich sehne mich danach, die Höllenkreise Dantes in meinem wohlbekannten Ausdruck darzustellen, so wie ich den  Antonius Zyklus in Szene gesetzt habe, hier noch einmal der Projektblog (siehe hier) zu Antonius  von Ute Schätzmüller und mir dazu. Meine kleinen Zeichnungen erscheinen mir kraftvoll.

 

#2-2 Eine Wölfin, die hochträchtig war - 20 x 30 cm - Tusche auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

#2-2 Eine Wölfin, die hochträchtig war – 20 x 30 cm – Tusche auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Aber bedeutet es nicht, wenn die Zeichnerin bei der eigenen Handschrift bleibt, das Werk stagniert? Oder sollte ich mich glücklich schätzen, meine Handschrift gefunden zu haben und erkennbar zu sein? Und bin ich nicht auch in meinen neuen Bildern erkennbar?

Letzte Woche habe ich in einem Seminar im Kupferstichkabinett die Kaffeekleckszeichnungen von Michael Echter kennengelernt. Hier können sie im Überblick auf der Online Datenbank des Museums angeschaut werden.

Wie die ungemalten Bilder von Nolde basieren sie auf dem Prinzip in einem Klecks Linien und Motive zu entdecken.

Dieses mal habe ich zum Bearbeiten meiner farbigen Aquarellkleckse  ein Schulfüller mit blauer Tinte benutzt. Die Tinte fliesst zu langsam, die Feder ist zu dünn, ich schaffe es nicht, in einer Minute das Blatt zu füllen und bin frustriert.

 

#2-1 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliegen - 20 x 30 cm - Tusche auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

#2-1 Als ich mich zur Tiefe wandt, zu fliegen – 20 x 30 cm – Tusche auf Zeichenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich gebe noch nicht auf – ich werde weiter experimentieren – meine Schränke sind voller Papier, Aquarellfarben und Tusche.

Es tut mir gut, alleine zu arbeiten. Ich brauche nach langer Zeit die Auseinandersetzung mit mir selber.

Bisherige Projektschritte:
#1 Entrada (siehe hier)

 

 

 

Entrada – treten sie ein, meine Herrschaften – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Aquarell, Dante Alighieri, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Februar 2017

 

Am 28. März 2017 findet mein nächster KunstSalon statt (siehe hier).  Der Salon handelt von der „Verschollenen Generation“, die zur Zeit des Expressionismus in Deutschland tätig war.

 

# 1-3 Dante Alighieri Willst du zu ihm, der lenkt das All - 20 x 30 cm - Tusche und Aqaurell auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

# 1-3 Dante Alighieri Willst du zu ihm, der lenkt das All – 20 x 30 cm – Tusche und Aqaurell auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Nicht zur „verschollenen Generation“ aber doch zur selben Zeit gehört Emil Nolde (siehe hier), der besonders mit seinen ungemalten Bildern aus seiner Zeit der inneren Emigration nichtsdestotrotz zum Thema passt. Es gibt eine eindrucksvolle Anekdote über Nolde aus dieser Zeit. Er hatte während des Nationalsozialismus Malverbot und bekamm von seinen Freunden heimlich Farbe und Papier. Das Papier war in der Größe, dass er seine Hand darüberlegen und somit bei Gefahr seine Arbeit verstecken konnte. Ich mag die ungemalten Bilder sehr.

An diesem Kunstsalon der „verschollenen Generation“ möchte ich eine besondere, neue Serie von Zeichnugnen mir ausstellen.

 

# 1-2 Dante Alighieri Entrada - Ob Mensch of Schatten - 20 x 30 cm - Tusche und Aqaurell auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun(2)

# 1-2 Dante Alighieri Entrada – Ob Mensch of Schatten – 20 x 30 cm – Tusche und Aqaurell auf Skizzenpapier (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Einige Inspirationsquellen liegen meiner Serie zugrunde.

Die ersten drei Blätter habe ich auf 100g Skizzenpapier von Hahnemühle gezeichnet. Das Papier ist von der Farbe eines warmen Crèmetons, der mir sehr gefällt.

Zuerst habe ich Horadam Aquarellfarbe aufgetragen, ohne dass ich dabei ein Motiv im Kopf hatte. Nach dem Trocknen der Farbe habe ich mir pro Blatt 1 Minute Zeit genommen, um mit Füller die Linien gesetzt. Dabei habe ich Dante Alighieris göttliche Komödie als Hörbuch gehört. Die ersten drei Blätter sind mit meinem Artpen und brauner Tusche gezeichnet. Mir fehlte gerade bei der „Entrada“ ein wenig Farbe, weswegen ich nachträglich noch einmal einige Aquarellakzente setze.

 

 

 

 

 

Mehr Liebe in den Schnüren – Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Tiere, Zeichnen mit der Nähmaschine, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Juni 2016

Angeregt durch mein Salonthema Die Akzeptanz von textiler Kunst (siehe hier) habe ich mich mit Montagen von Stoff auf Leinwand beschäftigt.

 

 Entstehung Veritable Wax Block Prints Hitarget 1315704 - 125 x 125 cm (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Entstehung Veritable Wax Block Prints Hitarget 1315704 – 125 x 125 cm (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Nach der Montage habe ich die Leinwand grundiert und anschliessend zeichne ich auf diese Leinwand. Den Namen meines 125 x 125 cm großen Gemäldes habe ich der Stoffbezeichnung entnommen: Veritable Wax Block Prints Hitarget 1315704. Zum Salon habe ich den Zwischenstand der Leinwand präsentiert! Was für ein Glück, denn Nathalie Wolters schaute auf mein Werk und bemerkte, dass ich mehr Liebe in die Schnüre stecken könnte. Ich amüsierte mich, denn es sind meine Worte, die ich zu meinen Schülerinnen und Schüler sage, wenn sie lustlos schraffieren.

Es kam, wie es kommen muss, ich habe mir viel Stoff gekauft, aus denen ich Schnüre nähen und die dann auf meine Leinwand montiert werden. Schnüre sind wie Linien! Ich bin selber gespannt, wie ich an der Leinwand weiterarbeite und was ich probieren werde.

 

 

 

Können wir zeitgenössische Kunst fassen? – Bericht von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Film, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 20. Juni 2014

Klausbernd Vollmar (hier ein Link zu seinem gemeinsamen Blog mit Dina) und ich diskutieren immer noch über das Wesen des Ichs und der Kunst (siehe Beitrag hier).

Wie arbeiten wir innerhalb unserer Kunst? Gibt es unterschiede zwischen der Wort- und der Bildkunst.

Was ist heute überhaupt Bildkunst? Sollte es eine neue Studienrichtung – die Bildwissenschaften geben? Und zählen zu diesen Bildwissenschaften auch alle Facebook Fotos?

Ich möchte über die Bildkunst heraus wachsen. Noch bin ich davon entfernt – ich bin Zeichnerin. Und das will ich auch bleiben. Aber ich möchte die Zeichnung mit dem Wissen, was ich beim Studium erwerbe anreichern. Wie kann ich das machen? Es ist eine gute Frage.

 

Vor zwei Jahren experimentierte ich mit Animationen. Hier eines der Ergebnisse:

 

 

 

Mich inspiriert das Seminar „Zeitgenössische Kunst“ sehr. Es gehört zu meinem Modul „Theorie und Methode“ was ich mit diesem Seminar abschliessen werde. Ich finde es dort sehr passend. Bei jedem Termin wird eine neue zeitgenössische Kunstrichtung vorgestellt und wir diskutieren darüber. Oft fragen wir uns „Ist das Kunst?“. Dabei ist es wichtig, dass wir uns auf sie in allen neuen Formen einlassen.

Der Sprung, von den ursprünglichen Denkmustern zu den neuen ist sehr schwer. Auch ich habe damit meine Probleme und aus den Gesprächen mit meinen Kommilitoninnen in diesem Seminar weiss ich, dass auch die jungen Menschen damit Schwierigkeiten haben. Aber diese Schwierigkeiten gab es schon immer, selbst die Impressionisten, die uns heute so leicht verständlich scheinen, hatten Probleme sich durchzusetzen und verstanden zu werden.

Klausbernd stellte die Theorie auf, dass Wortkunst anders entsteht als Bildkunst. Ich denke, der Entstehungsprozeß ist abhängig von der Art des Denkens der Künstler. In der Zeitgenössischen Kunst wird anders gedacht. Alte Wege werden verlassen. Als Beispiel möchte ich euch die Spekulation in der Kunst vorstellen. Nicht die wirtschaftliche Spekulation sondern die Spekulation in der Philosophie nach Kant. Und da beginnt das Dilemma. Wir können die Kunst nicht mehr mit den Augen alleine erfassen, der sinnliche Eindruck muss durch theoretisches Wissen komplettiert werden.

„Spekulation ist eine philosophische Denkweise zu Erkenntnissen zu gelangen, indem man über die herkömmliche empirische oder praktische Erfahrung hinausgeht und sich auf das Wesen der Dinge und ihre ersten Prinzipien richtet.“ so steht es im Wikipedia und es ist natürlich viel zu einfach gesagt. Aber es trifft den Kern.

Als Beispiel könnte ihr euch die Ausstellungsseite Fridericianums (siehe hier) Arbeiten zu diesem Thema anschauen. Es ist sinnvoll, euch einfach mal ein paar der Künstler anzuschauen, indem ihr den Links an der Seite folgt. Was haltet ihr davon?

Sehr interessant sind die Arbeiten des Künstlers Ryan Trecartin. Ich war entsetzt als ich seine Videoarbeiten (siehe hier) sah und doch muss ich die ganze Zeit seither darüber nachdenken. Hier seht ihr einiges bei Vimeo. Es ist wichtig auch den Ton zu hören. Unser Dozent erzählte, dass bei der Venedig Bienale jeweils ein Film auf eine Raumseite projeziert wurde und dazu auf dem Boden die Requisiten des Films lagen. Das muss ein unglaublicher Sinneseindruck gewesen sein.

Auch hier ist die Sprache noch die Bildwelt.
Die zeitgenössische Kunst sprengt jegliche Regeln. Und genau das ist es doch auch, was zeitgenössische Kunst ausmacht. Sie ist voller philosphischer Ansätze und von der Philosophie kaum zu trennen.

Deshalb Klausbernd glaube ich, dass der Unterschied zwischen Bild- und Wortkunst nicht im sinnlichen Erlebnis oder in der Theorie der Art des Denkens liegt.

 

Wer Interesse hat, kann nun hier Klausbernd und meinen Dialog lesen. Ich würde mich freuen, eure Meinung zu lesen:

Klausbernd said, on 14. Juni 2014 at 15:22

Liebe Susanne,
jede Malerin, Grafikerin und Illustratorin steht in der Geschichte der Produktion von Bildern. Es hilft der Künstlerin sehr, denke ich, ihren Standort in dieser Geschichte reflektieren zu können. Insofern gehört dein Kunstgeschts- und Philosophiestudium zur Weiterbildung in deiner Kunst – eine aufwändige in der Tat, aber eine notwendige zur Weiterentwicklung, oder?
Ganz liebe Grüße von der sonnigen Küste Norfolks
Klausbernd
Ich habe auch u.a. Philosophie und Literaturgeschichte studiert, was dem Schreiben meiner Romane sehr geholfen hat. Aber da stellten wir ja schon die Frage auf meinem Blog, ob grundsätzlich das Schreiben nicht intellektueller ist als das Malen …
Antwort

Susanne Haun said, on 14. Juni 2014 at 19:03

Liebe KB,
eine sehr befriedigende, wenn auch aufwendige Art der Weiterbildung. Ich beginne, die Welt anders zu sehen, es macht mir Freude. Es ist sehr viel Arbeit und meine sozialen Kontakte leiden, auch meine Kunden. Aber irgendwoher muß ja die zusätzliche Zeit herkommen und der Vorlesungsplan ist jedesmal so interessant, dass ich mich noch sehr zusammennehmen muss, damit ich nicht noch mehr Seminare und Vorlesungen besuche.  Wie schön, KB, der Wettstreit der Künste um 1500 herum wird bei dir im Blog auf unsere Zeit übertragen: Literatur gegen Malerei: die Paragone: Zu den Künstlern, die sich in Form von Traktaten am Paragone-Diskurs beteiligten, gehörten Leon Battista Alberti, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci, die alle die Malerei als die edelste der Künste favorisierte. Meine Suppe ist fertig, ich wünsche dir einen schönen Abend, lg Susanne
Klausbernd said, on 16. Juni 2014 at 12:06

Liebe Susanne,
mir ging es nicht in meiner Aussage über die EDELSTE der Künste, was ja ein Werturteil ist, sondern mir ging es um die Qualität der unterschiedlichen Künste, also in dem Sinne, dass Schreiben mehr zum Intellektuellen hin tendiert und Malen/Zeichnen mehr zum Sinnlichen. Das ist für mich eine Qualitäts-, aber Wertaussage – und überhaupt, ist das ein Gefühl von mir, eine subjektive Aussage ohne Bewertung.
Habe eine schöne Woche
liebe Grüße von
Klausbernd und Dina und unsere geliebten Buchfeen Siri und Selma
Susanne Haun said, on 18. Juni 2014 at 07:51

Oh, KB, das denke ich ist ein Urteil, dass die zeitgenössischen Künstler nicht gerne hören. Die Epoche der Moderne ist beendet. Was beginnt nun? Im Seminar “Zeitgenössische Kunst” untersuchen wir gerade die Strömungen der Gegenwartskunst. Sie ist intellektueller denn je. Kaum ein Werk kann nur noch durch den sinnlichen Eindruck begriffen werden. Natürlich entfernt sich die zeitgenössische Kunst zum Teil auch vom Malen und Zeichnen und baut doch wiederum darauf auf.
Ich werde im Laufe der Woche ein paar Beispiele zur Zeitgenössischen Kunst auf meinem Blog vorstellen. Der philosophische Aspekt der neuen Kunst ist dabei unübersehbar. Ob wir diese Kunst sofort begreifen oder für uns annehmen, das ist eine andere Sache.
Ich würde zu den Beispielen unseren Dialog gerne als Dialog mit im Artikel schreiben. Denn er steht auch zum Teil für meinen inneren Dialog, den ich beim Anblick der zeitgenössischen Kunst führe.
Einen schönen Tag dir und auch Dina und den Buchfeen von Susanne
Klausbernd said, on 18. Juni 2014 at 11:19

Liebe Susanne,
ich bin mir sehr unsicher, über den Unterschied zwischen der Wortkunst und der Bildkunst. Ich war mit einer Zeichnerin, die Expeditionszeichnerin ist, das letzte Mal in der Arktis. Dabei fiel mir auf, dass wir oftmals ziemlich unterschiedlich wahrnahmen. Sicherlich viel zu vereinfacht ausgedrückt, hatte ich das Gefühl, sie denkt mit dem Stift, indem sie zeichnet und entwickelt ihre “Endzeichnung” aus gezeichneten Entwürfen. Das ist ähnlich, wie ich schreibe: ich schreibe einen Entwurf, den ich immer wieder überarbeite, bis der “Endtext” steht. Bei mir, so hatte ich das Gefühl, ist die Entwicklung bis zum fertigen Text durch theoretische Überlegungen geprägt, bei ihr war die Entwicklung mehr sinnlich, wie ich es wahrnahm. Sie zeichnete, verwarf, nachdem sie den Entwurf von Farbe und Linienführung betrachtete und dann wurde neu gezeichnet. Ich will es mal so ausdrücken: Sie SAH, was zu veränderändern war (und war nicht so an Reflektion interessiert), ich DENKE darüber nach, was an meinen Texten zu verändern ist.
Von dieser Erfahrung her sind meine Aussagen über den Unterschied zwischen Schreiben und bildschaffender Kunst geprägt.
Ja, du kannst gern unseren Dialog in deinem Text aufnehmen. Siri & Selma 😉 schrieben ja über Landschaftsfotografie in einem unserer letzten Blogs. Da geht es über Reflexion beim Abbilden und Otto von Münchow drückte es auch nochmal in seinem Kommentar zu diesem Blog aus, dass jeder, der ein Bild schafft, in der Historie der Bildproduktion steht. Well, in diesem Blog vertreten Siri & Selma die andere Seite der Münze: Es geht um die Reflexion in der bildschaffenden Kunst.
Ich finde das Thema so interessant, da es mir schwer fällt, es richtig zu verstehen. Ich sehe aus persönlicher Erfahrung einen Unterschied zwischen Wort- und Bildkunst, auf der anderen Seite kann ich ihn nicht fassen.
Ganz liebe Grüße aus Cley, wo ich gerade ganz down-to.earth meinen Rasenmäher reparierte
Klausbernd
liebe Grüße auch von Dina, Siri & Selma
Susanne Haun said, on 19. Juni 2014 at 14:28

Lieber KB,
ich denke, dass in der Wort- sowie in der Bildkunst jeder seine eigene Art der Arbeit finden muss. Ich benötige für meine Arbeiten sehr viele theroretische Überlegungen, ich zeichne selten “nur” aus der Emotion hinaus sondern informiere mich umfassend über das Thema, zu dem ich zeichne. Mein gewonnenes Wissen fliess dann direkt und indirekt in die Zeichnung ein. Trotzdem sind die Zeichnungen sinnlich erfasst, denn das recherchierte Wissen sowie mein handwerkliches Können führen mich zur spontanen kreativen Handlung.
Ich möchte diesen Dialog von der “bildschaffenden” Kunst lösen, denn die “bildende” Kunst ist soviel mehr in den letzten 100 Jahren geworden.
Danke, dass ich unseren Dialog für meinen Beitrag nutzen kann. Ich werde ihn aber erst morgen schreiben, denn dafür brauche ich Ruhe und Zeit, um meine Gedanken geordnet in den Rechner zu schreiben. Beides habe ich heute nach der Uni nicht mehr.
Ich wünsche euch vieren in Cley einen schönen ABend, LG Susanne
Klausbernd said, on 19. Juni 2014 at 18:51

Liebe Susanne,
wir haben heute den ganzen Tag einen Schuppen fürs Kaminholz gebaut und zwei kleine Schuppen restauriert. Nachher, du glaubst es kaum, möchte Dina mit mir in den Pub gehen, da England heute spielt und dort public viewing ist. Ich geb’s zu, ich habe noch nie so etwas elebt. Selma und Dina halten das für eine Bildungslücke. Ich bin gespannt und freu mich auf alle Fälle aufs Bier. Von Fußball haben Siri und ich keine Ahnung, oh dear …
Ich bin darauf gespannt, was du schreiben wird. Ich habe fast keine Ahnung von Kunstgeschiche, meine Schwester ist die Spezialistin. Sie gibt mir stets Nachhilfe 😉
Auch dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße aus dem hochsommerlichen Cley
Klausbernd
die anderen 3 lassen auch lieb grüßen

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