Susanne Haun

Was lese ich gerade? Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Was ich gerade lese, Zeichnung by Susanne Haun on 2. August 2017

 

Vor einigen Wochen habe ich eins neues Blog – Thema erstellt: Was ich gerade lese nennt sie sich (siehe hier) [1].

Meine Lektüre ist von meinem Studium geprägt und so wundert es nicht, dass ich gerade die Aufsätze des Ausstellungskatalogs Gärten: Ordnung,Inspiration, Glück, herausgegeben von Sabine Schulze, lese.

Der Katalog erschien begleitend zur gleichnamigen Ausstellung im Städelmuseum in Frankfurt am Main (siehe hier) in 2007. Die Homepage des Städel lohnt zum Stöbern, ich lese auch gerne den Blog des Museums.

Der Katalog beginnt mit Zitaten von Künstlern zum Thema Garten, es wird Pink Floyd mit So you think you can tell … heaven from hell …? genauso zitiert wie Beuys Gartenarbeit interessiert mich nicht und Monet Rien au monde m’interesse qu ma peinture et mes fleurs. Ich mag diese erste Seite mit Zitaten, die so unterschiedlich und doch so treffend sind. [2]

Ich schreibe gerade eine Hausarbeit über das Bild Das Reich der Flora, auf dem Poussin den Garten der Flora darstellt (siehe hier). Mit Poussin und Flora habe ich mich vor 5 Jahren schon einmal in Zusammenhang mit Cy Twombly beschäftigt (siehe hier). Ein Glück ist mein Bog mein Gedächtnis – ich hatte diese kurze Auseinandersetzung schlichtweg schon vergessen.

Die Ausstellungsdokumentation gibt einen guten Überblick über die Darstellung von Gärten in der Kunst. Die erste Abbildung ist Das Paradiesgärtlein von 1410/20, das Maria im Hortus conclusus darstellt. Die Pflanzen sind zeitlos nach genauem Naturstudium dargestellt. Der Frömmigkeit wird die weltliche Freude am Garten gegenübergestellt. Die letzte Abbildung des Katalogs ist ein Foto, Paradise 24, Sao Francisco de Xavier, Brazil, 2001 von Thomas Struth. Heute ist dem Ideal des Gartens als kultivierte Natur die Idee des Paradieses in Form von unberührter Natur gewichen.

Für meine Hausarbeit ziehe ich folgende Quintessenz aus dem gelesenen:
„Gärten werden als süße Orte der Erinnerung nach dem Rausschmiss aus dem Paradies bezeichnet. Der Garten bildet eine Einheit zwischen Mensch und Natur. Die Mauer grenzt den Garten als Rückzugsort aus dem fremd bestimmten Leben (Existenz). Es ist der Gegenentwurf zum Alltagsleben außerhalb des Gartens. Im Garten kann der Mensch in seiner ursprünglichen paradiesischen Bestimmung leben. Milton nannte den Garten 1674 in seinem epischen Gedicht Paradise Lost oder den Himmel auf Erden. Schauen wir auf Poussins Gemälde, dann sehen wir, dass die Pergola Ordnung und die Begrenzung des Gartens des Gemäldes ist. Die Pergola schafft Ordnung.“[3]

Das Thema des Seminars, „Mit Farben Pflanzen“, birgt unbedingte parallelen zu meiner Kunst. Gerne zeichne (und arbeite) ich im Garten meines Vaters und es in den letzten Jahren viele Zeichnungen entstanden, so auch die folgenden Geranienzeichnungen vom Anfang des Monats:

 

Mein persönliches Paradies liegt auf dem Balkon im 4. Stock meiner Atelierwohnung, natürlich gut begittert, damit ich nicht aus meinem Paradies herausfallen kann. 😉

 

Balkon Susanne Haun Atelierwohnung (c) Foto von M.Fanke

Balkon Susanne Haun Atelierwohnung (c) Foto von M.Fanke

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[1] Die Blog – Themen bieten meinen  Lesern  die Möglichkeit, sich Beiträge sortiert anzuschauen. Da ich sehr viele Themen in meinem Blog angelegt habe, kann rechts im Blog unter der Auswahlbox Themenauswahl das gewünschte Thema per Mausklick gewählt werden.

[2] Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück, Sabine Schulze (Hrsg.), München, Ostfildern 2006, Hatje Cantz Verlag.

[3] Vergleich: Schulze, Sabine. Konzeption und Ausstellungsrundgang, in: Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück, Sabine Schulze (Hrsg.), München, Ostfildern 2006, S. 14 – 21.
Haun, Susanne. Das undarstellbare in Poussins Garten der Flora, SoSe 2017

 

 

Was lese ich gerade? Torso – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Akt, Formen, Was ich gerade lese, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Juli 2017

 

Vor zwei Wochen habe ich Birgit von Sätze & Schätze (siehe hier) in Augsburg besucht. Sie hat angeregt, dass ich auch einmal von den Büchern bericht, in denen ich gerade lese. Danke für die Idee, Birgit, sie hat mich zum Nachdenken angeregt.

 

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Neben meinen Hörbüchern, meistens eine Mischung aus Krimis (Arne Dahl), Belletristik (Genazino), Literatur (Mann und Dostojewski), lese ich Fachbücher für mein Kunstgeschichte Studium. Die Auswahl meiner Hörbücher sind dominiert vom Angebot. Hörbücher gibt es im Angebot der öffentlichen Bibliothek (siehe hier) zuhauf, leider oft nicht die, die ich lesen möchte. So schaue ich mir regelmäßig die Neuankäufe an und wähle wie im Buchladen aus, was mich interessiert. Das schöne ist, dass die Hörbücher kostenfrei mit einem Bibliothekausweis bis zu 14 Tagen ausleihbar sind.

Die Auswahl der Fachbücher erfolgt in der Uni- oder Kunstbibliothek oder Online über Kubikat (siehe hier) abhängig von den Themen meiner Hausarbeiten und inzwischen auch meiner Masterarbeit, im Moment über die Künstler Poussin, Gericault und Horny. Wie immer habe ich mir viel vorgenommen für das Semester. Nach der Vorstellung meiner Ideen für die Masterarbeit am letzten Semestertag im Colloquium werde ich eine Hausarbeit über Poussins Flora schreiben.

Auf dem Weg nach Augsburg habe ich den Ausstellungskatalog Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form² gelesen. Da die Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts eine Präsensbibliothek ist, kaufe ich gerne – meistens gebraucht – Fachbücher, damit ich sie zuhause und unterwegs lesen und für meine jeweiligen Arbeiten auswerten kann.

Der Maler und Museumsdirektor Thomas Grochowiak schreibt im Katalog Torso, dass beim Publikum eine Vorliebe für Skizzen, die Spontanität und Unverhülltheit der Handschrift zeigen, besteht. Dabei beeindrucken die Verkürzung und Vereinfachung der Ausdrucksmittel.² In meheren Aufsätzen wird das Unvollendete diskutiert.

Ich markiere und schreibe meine Zusammenfassung und Kommentare gleich ins Buch, um später in meiner Masterarbeit die Informationen zu verwerten und vielleicht auch zu zitieren.

Während der Fahrt habe ich auch ein paar Sizzen nach dem Buch erstellt. Ich kann besser denken, wenn ich das Gelesene zeichnerisch verarbeite.

Es ist merkwürdig: meine Zeichnungen zeige ich hier im Blog offen und ehrlich. Mir ist klar, dass sie sicher einige male kopiert werden, doch ich weiss, es sind meine Zeichnungen, die mir niemand nehmen kann.

Bei den Texten, die ich für die Uni schreibe, fällt es mir schwer, etwas davon hier in meinen Blog zu schreiben. Ich empfinde die Texte als viel ungeschützer als gedankliches Eigentum als meine Zeichnungen. Ich besitze in der Zeichnung – in der Kunst allgemein – eine sehr eigene Handschrift, die gut erkennbar ist. Wie aber ist es bei den Texten? Sind sie schon mir persönlich zuordenbar? Wie ist es mit meinen Ideen in der Welt der Kunstgeschichte? Wie schütze ich sie? Bin ich hier zu pingelig?

 

 

 

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² GROCHOWIAK ,THOMAS (Hrsg.). Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form, Ruhrfestspiele, Recklinghausen 1964.

Eine verlassene Puppe aus der Natur – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 5. August 2016

 

Zur Zeit schreibe ich an meiner ersten Master-Hausarbeit. Ich untersuche der Skandal um den Kunstfälscher Tom Keating und untersuche, ob es sich bei seinen Werken um Fälschungen oder eigenwertige ästhetische Strategien handelt?

 

Susanne Haun skizziert eine Puppe (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun skizziert eine Puppe (c) Foto von M.Fanke

 

Wenn ich an einer Hausarbeit schreibe, habe ich folglich weniger Zeit zum Zeichnen. Trotzdem halte ich daran fest, täglich zu zeichnen. Auch wenn ich mir mitunter nur eine halbe Stunde bis Stunde Zeit dafür nehme. Heute habe ich die Mitbringsel aus Roddahn in meinem Skizzenbuch festgehalten. Nina Alice Schuchardt und ihre Familie sammeln für mich Dinge der Natur, die ich gerne in meine Arbeit integriere. Heut habe ich mich mit einer zurückgelassenen Puppe beschäftigt. Vielleicht von einem Schmetterling?

 

Aus der Schreibwerkstatt – Sagenumworbender Schatz – Susanne Haun

Posted in Architektur, Kunstgeschichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Juni 2015

Ich möchte Text und Zeichnung verbinden.

Dazu sollte ich auch einiges mehr über das Schreiben wissen als bisher. Also besuche ich an der Uni das Seminar „Schreibwerkstatt“.

Ich habe in den letzten Jahren im Rahmen meines Studiums einige Hausarbeiten geschrieben und festgestellt, dass mir Recherche, Schreiben und vorweg eine These finden, großen Spaß machen. Wichtig ist mir dabei immer auch ein gut recherchierter Abbildungsteil. Denn ich studiere Kunstgeschichte und das bedeutet auch „lapidar“ gesagt, gute Abbildungen mit Text zu verbinden.

Zur Zeit schreibe ich eine Hausarbeit über den Titusbogen in Rom (siehe hier meinen Bericht dazu). In der Schreibwerkstatt sollten wir einen 3.000 Zeichen langen Zeitungsartikel zu unserem Thema schreiben. Die Bilder, die wir in Rom vom Titusbogen fotografierten, sehen aus, als ob sie unscharf wären. Das sind sie nicht, das Relief des Titusbogen ist in den letzten 2.000 Jahren immer mehr zerfallen. Der Bogen steht in Rom unter freien Himmel  am Eingang des Forum Romanum. Deshalb ist er auch den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Diese sind in Rom nicht unerheblich und die Forscher können beobachten, wie die alten Bauwerke immer mehr Schaden nehmen.

Zur Verdeutlichung des Beutereliefs im Titusbogen habe ich eine einfache lineare Zeichnung des Reliefs gezeichnet.

 

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Sagenumwobener Schatz

Schatzjäger suchen die geraubten Heiligtümer aus dem jüdischen Tempel

Vom legendären Schatz des jüdischen Tempels in Jerusalem fehlt weiterhin jede Spur. Der Leuchter, der Schaubrottisch aus purem Gold, die Posaunen und auch die Worte Gottes bleiben verschwunden. Viele Schatzjäger haben sich seit dem Verschwinden des Schatzes auf dem Weg gemacht, gegraben, geforscht und recherchiert – ohne Erfolg!

Von 66 bis 70 nach Christus tobte der Krieg zwischen Juden und Römer und war mit großen Verlusten auf beiden Seiten verbunden. Der Krieg fand auf jüdischem Territorium statt. In einer letzten großen Schlacht gewann der mutige und stattlich anzusehende Kaiser Titus aus dem Geschlecht der Flavier. Er raubte zum Entsetzen der Bevölkerung Judäas den Tempel aus und brannte ihn anschließend nieder. Ein wichtiges Kulturdenkmal ist damit bis fast auf die Grundmauern niedergebrannt. Einzig erhalten ist die sogenannte Klagemauer, die heute als wichtigste religiöse Stätte des Judentums gilt.

Mit judäischen Kriegsgefangenen im Tross und dem Tempelschatz im Gepäck machte sich Kaiser Titus mit seinem Heer auf den langen Weg nach Hause zur Stadt Rom. Er reiste über Berytos, Syrien, Antiocheia und Ägypten. In jeder großen Stadt, die er durchquerte, veranstaltete er prunkvolle Spiele, bei denen judäische Gefangene durch ihren Tod die Schaulust der Stadtbewohner befriedigten. Der römische Senat bewilligte seinem heimkommenden Helden die größte Ehre: einen Triumphzug durch Rom. Dazu wählte Titus die beiden Anführer der Juden, Simon und Johannes, sowie 700 weitere Gefangene, die durch Größe und Schönheit auffielen, aus. Sie wurden in prachtvolle Gewänder gekleidet, um dem römischen Volk die Wichtigkeit der Gefangenen zu zeigen. In Rom wurde Titus von seinem Vater Vespasian erwartet und beide schmückten sich gottgleich mit Purpurgewändern und Lorbeerkränzen, um ihrem Volk entgegen zu treten. Der Priester Josephus, ein judäischer Augenzeuge mit römischem Bürgerrecht, berichtete über den Triumphzug: „Es ist unmöglich, die Menge der hierbei gezeigten Kunstwerke, Luxusgegenstände und Naturseltenheiten gebührend zu schildern. Gold, Silber und Elfenbein in verschiedensten Formen.“.
Nach dem Triumph errichtete Vespasian mit Hilfe seiner Söhne für die Friedensgöttin Pax einen Tempel, in dem er alle Heiligtümer aufbewahrte und zeigte, die die Familie während ihrer Feldzüge gesammelt hatte. Hier sollen auch goldene Gefäße aus dem Tempelschatz der Juden einen Platz gefunden haben. Um den Triumphzug zu dokumentieren, baute Domitian, Titus Bruder, einen Triumphbogen. Er gab zwei Reliefs mit Szenen des Triumphs in Auftrag, die heute noch die Innenwände des Bogens zieren. Der sogenannte Titusbogen erinnert das römische Volk an den großen Sieg der Flavier.

Viele sagen, dass die weitere Suche nach dem Tempelschatz zwecklos sei und Titus nach dem Zuschaustellen Teile des Schatz für den Bau des Kolloseums verwendet hat, um dem römischen Volk Brot und Spiele zu geben und es zufrieden zu stellen.

Das ICH hält Einzug an der Uni – Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnisse, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Dezember 2014

Am Mittwoch war ich in der Vorlesung „Alltagsgeschichte, Mikrogeschichte“ im Studiengang Geschichte.

Ich - 12 x 17 cm - Tusche auf Burgund Bütten - Vers. 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun .jpg

Ich – 12 x 17 cm – Tusche auf Burgund Bütten – Vers. 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun .jpg

Im Verlauf der Vorlesung offenbarte uns die Dozentin, dass es an der FU Berlin bei fasst allen Professoren inzwischen gestattet ist, in den Hausarbeiten das „Ich“ zu verwenden. Jahrelang galt es als verpöhnt, in wissenschaftlichen Arbeiten von der eigenen Postion aus zu sprechen. Nun etabliert sich auch das „ICH“ in an der Uni. Ich bin begeistert, denn so brauche ich zwischem meinem künstlerischen und wissenschaftlichen Schilderungen nicht mehr ganz so sehr von den Gedanken hin und her schalten.

Ich finde, dass es dem Selbstbewusstsein der Studenten nur gut tun kann, sich selber in wissenschaftlichen Arbeiten zu positionieren!

Ich - 12 x 17 cm - Tusche auf Burgund Bütten - Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich – 12 x 17 cm – Tusche auf Burgund Bütten – Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich - 12 x 17 cm - Tusche auf Burgund Bütten - Vers. 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich – 12 x 17 cm – Tusche auf Burgund Bütten – Vers. 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vergängliches für Grimma, die nächsten Linien – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Klosterkirche Grimma, Kunstgeschichte, Leinwand, Vergänglichkeit by Susanne Haun on 17. März 2014

Täglich arbeite ich an der großen Leinwand für Grimma. Sie schaut mich an und ich sehe die Linien, die bleiben und die Linien, die verschwinden müssen.

Zwischenstand Vergängliches (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Zwischenstand Vergängliches (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Heute habe ich begonnen, meine letzte Hausarbeit für das erste Semester in die entgültie Form zu schreiben. Es ist viel Arbeit, denn ich kann nicht wie hier meinen persönlichen Eindruck vermerken – ich muß in den Hausarbeiten wissenschaftlich bleiben, ohne Emotion, sachlich! Alles muss mit Fußnoten und Literaturhinweisen belegt werden. Eine vollständig andere Art zu arbeiten, als ich es hier in meinem Arbeitstagebuch so lange Jahre praktiziere.

Ich muß vor dem Schreiben Luft holen, um mich von dem einen in den anderen Modus zu bringen.

So kann ich nicht so viel Text zu meiner Leinwand schreiben. Vielleicht ist das auch einmal besser so.

Ich beschrifte die Fotos anständig, so kann ich dort auch ein wenig meiner Gedanken unterbringen.

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