Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Eva Strittmatter

Posted in Tiere, Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 29. Oktober 2017

 

Urruf
Warten auf ein neues Kind.
Auf den ungewissen Wind.
Wieder einem Frühling glauben.
Unterm Urruf dunkler Tauben.

Eva Strittmatter , deutsche Dichterin und Schriftstellerin

 

Taube - Zeichnung von Susanne Haun

Taube – Zeichnung von Susanne Haun

 

____________________

Strittmatter, Eva, Wildbirnenbaum, Berlin 2009, S. 44.

Kind und Beruf – speziell Kunst – Susanne Haun

Posted in Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2016

 

Das Interview mit Marina Abromovic vom 24. Juli 2016 im Tagesspiegel (siehe hier) hat viel Aufmerksamkeit erregt, es fand einige Erwähnungen in den Sozialen Medien.

 

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

 

Susanne Kippenberger  fragte Marina Abromovic unter anderem:
„Wollten Sie nie Kinder haben?
Nein. Nie. Ich habe drei Mal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass es ein Desaster für meine Arbeit wäre. Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen. Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern.“²

Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare meistens treffen, wenn ihnen die Dimension der Entscheidung noch nicht klar ist. Um Kinder mit Liebe und auch der nötigen Erziehung aufzuziehen, wird von Seiten der Eltern viel Zeit und Geduld benötigt. Es ist klar, dass diese Zeit, die in die Kinder fliesst, für andere Dinge wie z.B. den Beruf, nicht mehr zur Verfüng stehen. In der Welt vom 28.7.2016 können wir lesen, doss jeder fünfte seine Entscheidung für ein Kind bereut (siehe hier).

Mit Kindern ist es zum Beispiel für Künstlerinnen und Künstler schwierig, Stipendien oder Residenzen im In- und Ausland wahrzunehmen oder Abends von Vernissage zu Vernissage zu ziehen, um zu kontakten. Die Präsentationsarbeit der Künstlerinnen und Künstler beginnt dann, wenn alle anderen Feierabend und Freizeit haben.

 

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es schade, dass die beiden Lebenspositionen für oder gegen Kinder immer so krachend aufeinander stoßen. Ich fände es schön, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Positionen sich respektieren könnten. Es ist für mich Emanzipation und Fortschritt, dass ich die Entscheidung für oder gegen Kinder selber treffen konnte und dass heute auch viele Männer diese Entscheidung treffen müssen. Zumindestens in Deutschlands Städten teilen Eltern oft Berufs- und Kinderzeit gerecht untereinander auf, so dass beide Zeit für Beruf und Kind haben.

Man kann natürlich als Eltern auch Zeit kaufen, in dem man eine Assistentin oder einen Assistent für die selbstständige Arbeit oder ein Kindermädchen einstellt.

Ich habe mich durch Marina Abromovics Beantwortung der Frage nicht abgewertet gefühlt. Wenige Frauen handeln wie sie. Ein weiteres Beispiel ist Simone de Beauvoir. In ihren Memoiren berichtet sie ausführlich über ihre Motivation zur Kinderlosigkeit. Heute gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden.

Doreen Trittel schreibt in ihrem Blog (siehe hier) ebenfalls Worte zum Artikel.  „Die Gesellschaft verändert sich und es wird Zeit. Auch der Kunstmarkt kann sich davor nicht verschließen. Es wird Zeit, dass wir neue Wege beschreiten, dass alte Denkmuster aufgelöst werden. Das zeigen z.B. Sally Mann oder Annegret Soltau… Marina Abramovic bedient mit ihrer Aussage die alten Klischees und Schubladen, die es gilt mehr und mehr aufzubrechen.

Ich denke aufgrund Doreens Anregung darüber nach, ob sich die Gesellschaft wirklich ändert? Ich glaube jedoch, ein Mädchen aus Albanien oder dem Kosovo (beide stellvertretend für Jugoslawien) hat heute fast weniger Chancen, eine weltberühmte Künstlerin zu werden als zur Zeit Marina Abramovics.

Und schließlich ist es auch immernoch eine Frage, wie jeder Erfolg in seinem Leben definiert! Dementsprechend kann sie, er handeln.

 

Sie ist schwanger - Zeichnung von Susanne Haun

Sie ist schwanger – Zeichnung von Susanne Haun

____________________________

Abramovic, Marina. Mit 70 muss man den Bullshit reduzieren, in: Der Tagesspiegel, Nr. 22.827, Berlin 2016, S. S1.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-marina-abramovic-ich-kann-keine-gemaelde-schicken-darum-schicke-ich-mich-selbst/13913260-2.html , 3.8.2016, 9:12 Uhr

 

Buchvorstellung Holz- u. Linolschnitt bei Boesner Berlin von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt, Linolschnitt, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Dezember 2013

An diesem Samstag, den 7.12.2013, stelle ich von 10 bis 12:30 Uhr bei Boesner Berlin Mariendorf mein Buch „Holz- und Linolschnitt“ vor.

boesner GmbH, Nunsdorfer Ring 31, 12277 Berlin-Marienfelde, S2 Buckower Chaussee oder U6 bis Alt-Mariendorf und Bus 277 bis Motzener Str. (Richtung Nahmitzer Damm)

Mutter und Kind - 20 x 15 cm (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Mutter und Kind – 20 x 15 cm (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Hier sind die fotografischen Eindrücke von meiner Buchvorstellung bei Thalia.

Es weihnachten langsam, wer mein Buch verschenken möchte, kann es unter info@susannehaun.de signiert für 16,90 € + 2,40 € Porto bestellen.

Die beiden hier gezeigten Linolschnitte sind nach dem Prinzip der verlorenen Form entstanden. Sie sind aus dem Jahr 2000, also schon etwas älter. Sie passen mit der Thematik „Mutter und Kind“ jedoch bestens zu Weihnachten.

Boesner Buchvorstellung Holz- und Linolschnitt von Susanne Haun

Boesner Buchvorstellung Holz- und Linolschnitt von Susanne Haun

Wolken vor dem Mondlicht – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Februar 2013

Es gab eine Zeit, da war der Mond noch geheimnisvoll und Inhalt zahlloser Spekulationen und schöner Geschichten.

Ich habe noch eine sehr dunkle Erinnerung an die erste Mondlandung und wie wir alle vor dem Fernseher saßen. Vielleicht ist es aber auch eine Erinnerung, die ich durch die Erzählungen meiner Eltern als meine angenommen habe.

Blatt 108 Mondlicht sickert durch eine Wolke (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 108 Mondlicht sickert durch eine Wolke (c) Zeichnung von Susanne Haun

The Man who sold the moon“ von Robert A. Heinlein gehörte zu einer meiner Lieblings SF Geschichten. Auch die Story von Mike, dem Mondcomputer, der eine Seele hat, stammt von Heinlein. Lange vor dem Computerzeitalter und der Mondlandung schrieb er darüber.

„Das Mondlicht sickert durch eine Wolke und fällt auf das Kind.“ schreibt Flaubert.

Blatt 109 Entstehung Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 109 Entstehung Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aber er spricht nicht von einem gewöhnlichen Kind, weiße Haare bedecken den übergroßen Kopf des Kindes. Es ist in einem erbärmlichen Zustand und hält eine Papyrusrolle in der Hand.

Das gesamte Zitat klingt nach der Farbe schwarz.

Blatt 109 Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 109 Mondlicht fällt auf das Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:

There was a time, when the moon was still mysterious and content of countless speculation and beautiful stories.

„The moonlight seeping through a cloud and falls on the child.“ Wrote Flaubert.

But he is not talking about an ordinary child. White hairs cover the oversized head of the child. The Child ist holding a papyrus role in his hand.

The entire quote sounds like the color black.

__________________________
Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Maria macht alles wieder gut – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Aus der Vergangenheit, Betrachtungen zur Kunst, Bibel, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 22. Dezember 2012

„Maria macht alles wieder gut, was Eva verbockt hat!“
sagte die Dozentin der FU am Mittwoch im Bode-Museum vor der „Madonna mit Kind“ von 1199 von Priester Martinius.

Die Madonna ist 184 cm hoch und besteht aus Pappelholz. Sie präsentiert das Jesuskind in ihrem Schoss und sitzt auf einem Löwenthron.
Jesus ist wie ein Erwachsener proportioniert und hält die rechte Hand zur Segnungsgeste und signalisiert so seine Sprechbereitschafft. In der linken Hand bietet er einen Apfel an.

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter mit Kind 22 x 17 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Indem Maria Jesus den Messias gebar machte sie als Frau wieder gut, dass Eva Adam den Apfel der Versuchung zum Essen gab und der Mensch deshalb aus dem Paradies vertrieben wurden.

Ich finde es sehr spannend, was der Betrachter alles von der Skulptur erfahren kann, wenn er nur weiß, wie er schauen muss. Gedanken aus der Mythologie und Religion, die den Betrachter zur Entstehungszeit des Kunstwerkes eingängig waren, sind verloren gegangen, dafür kann der Betrachter heute schneller Bilder wahrnehmen, da sein Auge durch die heutige Bilderflut geschulter ist.²

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Mutter mit Kind Bewegungsstudie (c) von Susanne Haun

Für mich persönlich spannend sind auch die großen Acryl- / Ölkreide Skizzen, die ich vor knapp 10 Jahren von meiner Freundin und ihrem Sohn zeichnete. Die beiden saßen als „Mutter und Kind“ in meinem Atelier Modell!
Meine Freundin präsentierte mir ihren Sohn auf dem Schoß so wie die Madonna Jesus präsentiert. Ich hatte damals bloß keine Ahnung, welche Haltung sie da vor mir einnahm.

Anhand der großen 100 x 70 cm Skizzen auf Packpapier und den Fotos von damals, habe ich sie heute gezeichnet.

For my English-speaking readers:
„Mary makes up for it, what Eva has screwed up!“
said the professor of the FU on Wednesday at the Bode Museum in front of the „Madonna and Child“ by 1199 of priests Martinius.
The Madonna is 184 cm tall and is made of poplar wood. They presented the baby Jesus in her lap and sitting on a lion throne.
Jesus is proportioned like an adult, and his right hand for the blessing gesture, thus showing his speech ready awareness. In his left hand he offers an apple.
By Mary gave birth to Jesus the Messiah as a woman she was well again, that Eve gave Adam the apple of temptation to eat and the people were expelled from Paradise.


_______________________________________-
²Kopp-Schmidt, Gabriele. Ikonographie und Ikonologie. Köln 2004.

%d Bloggern gefällt das: