Susanne Haun

Erstklässler in der Ausstellung BilderBuchBanden – Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Collage, Kinderkunst, Workshop by Susanne Haun on 17. Dezember 2018

 

Am 26. November eröffnete die Ausstellung BilderBuchBanden in der Bibliothek am Schäfersee. Zwei Wochen später empfingen Nina Alice Schuchardt, die Verlegerin des Eichhörnchenverlags und ich eine erste Klasse, um mit Ihnen 2 Stunden in der Ausstellung zu verbringen.

 

 

Nina laß den Kleinen zuerst vom Hahn aus den Landtieren vor und anschliessend verbrachten wir eine Stunde damit, den Kleinen die Collage näher zu bringen. Sowohl die Lehrerinnen als auch wir waren erstaunt, wie eifrig und lange die Kinder schnitten, malten und zeichneten. Viele Collagen sind entstanden.

Nina und ich haben im Vorfeld lange und ausführlich besprochen, was für Materialien wir den Kindern für die Collagen zur Verfügung stellen. Als Grundlage für die Collagen hatten wir drei verschiedene Papiersorten:

Lana Dessin 220 Drawing Paper, 220 g/m²‎ in der Größe 21 x 29,7 cm, einen Creativblock von Hahnemühle und für die gezeichneten und geklebten Notizen Travel Journals auch von Hahnemühle.

Als Farben standen den jungen Künstlerinnen und Künstlern Tuschkästen, Bunt- und Kohlestifte und Filzer zur Verfügung.

Nina hatte eine Unmenge an Zeitschriften mitgebracht und sogar ein dickes Pferdebuch als Collagenmaterial zerrissen.

Bisher hatte ich noch nie so junge Schülerinnen und Schüler und natürlich haben sie weniger Interesse daran, wie Lichtecht die Farben sind 🙂 Sie erfreuten sich einfach an der Tatsache, soviel Papier benutzen zu können wie sie wollen und an die Galerie, die wir mit ihren Collagen erstellten.

Als nach einer Stunde die Konzentration der Kleinen nachließ, nahm Nina alle mit in die Leseecke der Bücherei und las ihnen die Geschichte von Tui-Tiu  und den Monsterkindern vor.

Am 18. Dezember wird eine weitere 1. Klasse in die Ausstellung kommen und mit uns Collagen erstellen. Ich bin schon sehr neugierig, was die Kinder alles Kleben, Zeichnen und Malen werden.

 

 

Kind und Beruf – speziell Kunst – Susanne Haun

Posted in Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2016

 

Das Interview mit Marina Abromovic vom 24. Juli 2016 im Tagesspiegel (siehe hier) hat viel Aufmerksamkeit erregt, es fand einige Erwähnungen in den Sozialen Medien.

 

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

 

Susanne Kippenberger  fragte Marina Abromovic unter anderem:
„Wollten Sie nie Kinder haben?
Nein. Nie. Ich habe drei Mal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass es ein Desaster für meine Arbeit wäre. Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen. Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern.“²

Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare meistens treffen, wenn ihnen die Dimension der Entscheidung noch nicht klar ist. Um Kinder mit Liebe und auch der nötigen Erziehung aufzuziehen, wird von Seiten der Eltern viel Zeit und Geduld benötigt. Es ist klar, dass diese Zeit, die in die Kinder fliesst, für andere Dinge wie z.B. den Beruf, nicht mehr zur Verfüng stehen. In der Welt vom 28.7.2016 können wir lesen, doss jeder fünfte seine Entscheidung für ein Kind bereut (siehe hier).

Mit Kindern ist es zum Beispiel für Künstlerinnen und Künstler schwierig, Stipendien oder Residenzen im In- und Ausland wahrzunehmen oder Abends von Vernissage zu Vernissage zu ziehen, um zu kontakten. Die Präsentationsarbeit der Künstlerinnen und Künstler beginnt dann, wenn alle anderen Feierabend und Freizeit haben.

 

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es schade, dass die beiden Lebenspositionen für oder gegen Kinder immer so krachend aufeinander stoßen. Ich fände es schön, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Positionen sich respektieren könnten. Es ist für mich Emanzipation und Fortschritt, dass ich die Entscheidung für oder gegen Kinder selber treffen konnte und dass heute auch viele Männer diese Entscheidung treffen müssen. Zumindestens in Deutschlands Städten teilen Eltern oft Berufs- und Kinderzeit gerecht untereinander auf, so dass beide Zeit für Beruf und Kind haben.

Man kann natürlich als Eltern auch Zeit kaufen, in dem man eine Assistentin oder einen Assistent für die selbstständige Arbeit oder ein Kindermädchen einstellt.

Ich habe mich durch Marina Abromovics Beantwortung der Frage nicht abgewertet gefühlt. Wenige Frauen handeln wie sie. Ein weiteres Beispiel ist Simone de Beauvoir. In ihren Memoiren berichtet sie ausführlich über ihre Motivation zur Kinderlosigkeit. Heute gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden.

Doreen Trittel schreibt in ihrem Blog (siehe hier) ebenfalls Worte zum Artikel.  „Die Gesellschaft verändert sich und es wird Zeit. Auch der Kunstmarkt kann sich davor nicht verschließen. Es wird Zeit, dass wir neue Wege beschreiten, dass alte Denkmuster aufgelöst werden. Das zeigen z.B. Sally Mann oder Annegret Soltau… Marina Abramovic bedient mit ihrer Aussage die alten Klischees und Schubladen, die es gilt mehr und mehr aufzubrechen.

Ich denke aufgrund Doreens Anregung darüber nach, ob sich die Gesellschaft wirklich ändert? Ich glaube jedoch, ein Mädchen aus Albanien oder dem Kosovo (beide stellvertretend für Jugoslawien) hat heute fast weniger Chancen, eine weltberühmte Künstlerin zu werden als zur Zeit Marina Abramovics.

Und schließlich ist es auch immernoch eine Frage, wie jeder Erfolg in seinem Leben definiert! Dementsprechend kann sie, er handeln.

 

Sie ist schwanger - Zeichnung von Susanne Haun

Sie ist schwanger – Zeichnung von Susanne Haun

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Abramovic, Marina. Mit 70 muss man den Bullshit reduzieren, in: Der Tagesspiegel, Nr. 22.827, Berlin 2016, S. S1.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-marina-abramovic-ich-kann-keine-gemaelde-schicken-darum-schicke-ich-mich-selbst/13913260-2.html , 3.8.2016, 9:12 Uhr

 

Kinder und Kunst – Bericht von Susanne Haun

Posted in Kinderkunst, Workshop, Zeichnung by Susanne Haun on 22. April 2013

Im Mai werde ich drei Tage für den Verein zur Förderung von Kindern durch Kunst e.V.  Grundschüler einer Weddinger Schule unterrichten.

Heute war Claudia Simon-Buzasi vom Verein bei mir im Atelier und wir haben besprochen, was an Material benötigt wird und wo an den schönsten Stellen Berlins die Termine stattfinden. Wir werden mit den Kindern die Fischerinsel, die Spree um das Bodemuseum und den Reichstag erkunden.

„Der “Verein zur Förderung von Kindern durch Kunst e.V.“ wurde im Sommer 2008 in der Künstlerkolonie Berlin-Wilmersdorf gegründet, 2009 im Vereinsregister eingetragen und 2010 als gemeinnützig anerkannt. Vorausgegangen war ein Besuch in dem New Yorker Children`s Museum of the Arts, wo Kinder von professionellen Künstlern gefördert werden.“  https://kinderundkunst.wordpress.com/

Ich unterrichte gerne Kinder, sie sind noch so unvoreingenommen und saugen das Wissen auf wie ein Schwamm. Heute zeige ich euch Fotos vom Unterricht im Atelier vom September 2006.

Das Buch Henoch – Und ein Gericht wird stattfinden – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Das äthiopische Buch Henoch, Engel, Illustration, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Juni 2011

„…, und ein Gericht wird über alle stattfinden.“
Das Buch Henoch

Und ein Gericht wird über alle stattfinden - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Und ein Gericht wird über alle stattfinden - Zeichnung von Susanne Haun - 20 x 15 cm - Tusche auf Bütten

Warum urteilen Frauen, die Kinder haben, über Frauen, die keine haben?
Diese Frage haben mich schon viele kinderlose Frauen gefragt. Nicht nur in meinem Blog (seht hier meinen Artikel über Simone de Beauvoir) sondern auch bei „realen“ Diskussionen.

Claudia Jahnke stellt dazu die Frage, was mit den Männern ist, die keine Kinder haben wollen oder können? Mit denen, die sich nicht um sie kümmern, sich jeglicher Verantwortung entziehen?
Warum diskutieren und urteilen Frauen, die Kinder haben, über Frauen, die keine haben?

Ich habe lange darüber nachgedacht und als erstes fiel mir Neid als Begründung ein.
Keine schöne Eigenschaft!
Aber ist es nicht so, dass sich jede Mutter manchmal mehr Freizeit, mehr Geld und einfach nicht diese drückende Last der Verantwortung wünscht?
Es gibt auch immer noch Frauen, die ihre einzige Daseinsberechtigung in ihren Kindern sehen, Mütter die kein eigenes Leben leben. Was für eine Last und Verantwortung für die Kinder, die für das Glück der Mutter verantwortlich sind.

Und sehr stark ist auch das Bild der Mutter Maria in den Köpfen der Menschen – sie suggeriert, dass es der Frauen Pflicht ist, Kinder zu bekommen. So kommt meines Erachtens auch die Empörung der Frauen mit Kinder gegen die Frauen ohne Kinder zu stande.

Mutter und Kind - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

Mutter und Kind - Zeichnung von Susanne Haun - 15 x 20 cm - Tusche auf Bütten

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