Susanne Haun

Rembrandt und eine Louis Vuitton Handtaschen Torte – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Juli 2017

 

Manchmal bringt das Leben interessante Kombinationen hervor, so auch Rembrandt und eine Louis Vuitton Handtaschen Torte.

Als ich vor vier Jahren mit meinem Studium begann, erwartete ich nicht, noch einmal eine wirklich gute Freundin kennenzulernen, schliesslich war ich ja schon 48 Jahre alt. So ging es auch Cris, die letzte Woche 48 Jahre alt wurde. Wir sind beide sehr erstaunt, nicht nur wegen unseres Alters und die schnell vergehende Zeit. Ich habe euch Cris schon einmal vorgestellt (siehe hier), sie hat die Ausstellung Wegschütten von Jürgen und mir kuratiert.

Cris hat sich zur Rembrandt Expertin entwickelt. Neben Rembrandt beschäftigt sie sich während ihres Studiums mit Caravaggio und den Caravaggisten.

 

Acryl-Käfer bevölkern Rembrandt Kopf - 25 x 25 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Acryl-Käfer bevölkern Rembrandt Kopf – 25 x 25 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Cris inspirierte mich dazu, mich mit Rembrandt im Portrait zu befassen. Das ist keine einfache Aufgabe, gibt es doch „nur“ Gemälde, Zeichnungen und Radierungen von ihm.

Wie schaffe ich es in solch einem Fall, mich und meine Kunst in Rembrandt einzubringen, ohne dass meine Zeichnung wie eine Kopie von Gewesenem wirkt?

Das erste Portrait zeichnete ich nach einem Besuch in der Gemäldegalerie  – ich kaufte im Museumsshop einen Käfer in Acryl eingelegt (nein keinen Hai wie bei Damien Hirst sondern einen Käfer!) und verknüpfte ihn in schnellen Linien mit Herrn Rembrandt.

Das zweite Rembrandt Portrait ging ich bedachter an, beim Schreiben des Text dachte ich an Cris und stellte mir vor, wie Rembrandt Cris in seinem Haus in Amsterdam, was ich letztes Jahr besuchte (siehe hier) wohl betrachten und ihr erklären würde, wie Farben angemischt werden. Ich habe mich sehr gefreut, was für unterschiedliche Portraits mit unterschiedlichen Ausdrücken entstanden sind. Die beiden Arbeiten zeigen, wie entscheident der Künstler und nicht der Portraitierte für das entstehende Werk ist. Eigentlich ist das Modell (oder Auftragsgeber) dem Künstler und seine sicht ausgeliefert.

 

Rembrandt trifft mit stechenden Blick auf Cris - 25 x 25 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rembrandt trifft mit stechenden Blick auf Cris – 25 x 25 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Cris hat zu ihrem Geburtstag ihre Kreativität in anderer beeindruckender Weise ausgelebt. Mit 60 Eiern, 4 Paketen Butter, viel Zucker und noch einigem mehr backte² sie eine Louis Vuitton Handtaschen Torte. Da ich die Tasche sehr beeindruckend fand, möchte ich sie euch hier auch zeigen:

 

 

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² Ich habe im Duden die Vergangenheit von Backen nachgeschlagen, ich wusste, buk gehört zur alten Rechtschreibung (siehe hier) und erfuhr so, dass backte nun die neue Vergangenheitsform des Verbes backen ist.

Workshop Tiere mit Tusche zeichnen – Boesner Berlin Marienfelde – Dozentin Susanne Haun

Posted in Boesner Berlin, Tiere, Workshop Zeichnungen, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Juli 2017

 

Am Samstag, den 21. Oktober 2017 von 10:30 – 15:30 Uhr findet bei Boesner Berlin Marienfelde unter meiner Leitung der Workshop “Tiere mit Tusche zeichnen“ statt (siehe hier).

Ihr könnt euch per Mail an berlin@boesner.com oder telefonisch 030 / 75 65 67 – 55 anmelden. Ich kann keine Anmeldungen annehmen. Die Organisation des Workshops obliegt Boesner Berlin.

 

Workshop Boesner Tiere mit Tusche Zeichnen, Dozentin Susanne Haun

Tiere begegnen uns in der Stadt, auf dem Land und im Zoo. Ob Sie den Hund von nebenan, die Kuh auf der Weide oder die Elefanten im Zoo zeichnen wollen – in diesem Workshop lernen Sie, Tiere zu betrachten, ihre Proportionen zu erkennen und mit Tusche und Feder auf Papier zu zeichnen.
Im ersten Teil des Workshops werden Sie kleine Filmsequenzen von Tieren anschauen und diese mit Füller skizzieren. Im zweiten Teil entsteht ein Tierbild entweder nach einem mitgebrachten Foto oder nach den kleinen Filmsequenzen. Dabei lernen Sie die Eigenschaften der verschiedenen Tuschen und Federn kennen.

Der Workshop eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene.

Kursgebühr: 65 €. Arbeitsmaterialien und -kleidung bitte mitbringen oder nach Empfehlung vor Ort erwerben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung zum Workshop ist erforderlich. Hier findet ihr die Materialliste, die Anmeldung ist unter diesem Link möglich.

 

Ich freue mich auf den Workshop mit euch!

Wer möchte, kann hier (Link) die Ergebnisse vom letzten Workshop mit dem Thema Tiere zeichnen sehen.

 

 

Wanderungen durch die Mark Brandenburg – zu Gast beim Eichhörnchenverlag

Posted in Blumen und Pflanzen, Landschaft, Stillleben, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juli 2017

 

Deutschlands Landschaften sind schön und vielseitig; letzte Woche war ich zu Gast bei Nina Alice Schuchardt vom Eichhörnchenverlag (siehe hier).

 

 

Wir haben nicht nur über unser gemeinsames Projekt, das Bilderbuch Landtiere (siehe hier), gesprochen, sondern wir sind auch auf dem Deich der Jäglitz, die nah an Ninas Standort Neuroddahn (siehe hier) fließt, gewandert. Unweigerlich denkt man an Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg und ich nahm mir noch während des Spaziergangs vor, mein Exemplar von Fontanes Reisebericht zu suchen und darin zu lesen.

Übrigens, die Jägitz wird in ihrem weiteren Verlauf bei Kyritz zur Knatter, da einmal so viele Windmühlen an dem kleinen Fluss standen, dass das Knattern weit zu hören war und so den Namen des weiteren Flusslaufs prägten.

 

Hühner und Laufenten in der Mark Brandenburg, Neuroddahn (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hühner und Laufenten in der Mark Brandenburg, Neuroddahn (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe extra ein neues Skizzenbuch mitgenommen und es vollständig bezeichnet. Als Zeichenaufgabe stellte ich mir eigentlich die Kühe am Wegesrand aber es sind auch ein paar Blumen und Landschaften aus meiner Feder geflossen. Nina hat einige Fotos ihrer Eindrücken gemacht und schließlich sind wir bei ihrer Nachbarin Silke auf dem Bauernhof abgebogen, um die frisch geschlüpften Küken zu bewundern. So füllte sich mein Heft mit Federtieren und mein Bauch mit Torte und Kaffee.

Für den Rückweg im Zug bekam ich von Nina einen Feldblumenstrauß und eine kleine Schatzdose zum Zeichnen. Im Zug saß ich glücklich, müde und mit schmutzigen Füssen in meinen Großstadt-Glitzersandalen auf dem Sitz, ließ die Eindrücke bei Musik aus dem iPhone Revue passieren und musste aufpassen, nicht wie ein kleines Kind einzuschlafen und zu weit zu fahren.

Die Wunderkistenzeichnungen entstanden erst in der Früh am nächsten Tag.

Zur Technik:
Ich zeichne in meinem Skizzenbuch nie lange an einem Motiv und gehe mit den Bewegungen des Motivs mit. Ich will nur das wichtigste festhalten. Es sollen Eindrücke entstehen, die oft bewegter sind als Zeichnungen, an denen ich lange arbeite. Verändert ein Tier seine Position und kommt nicht wieder in diese Haltung zurück, lasse ich die begonnenen Zeichnungen unfertig stehen. Die Arbeiten sind mit einem Rotring ArtPen mit Waterman Tusche der Farbe absolute braun in einem standard Konverter entstanden. Ich achte nicht darauf, das Buch immer in derselben Postion zu halten, ich drehe das Heft wie ich es brauche.

 

 

 

Zwei Selbstportraits (nicht im Badezimmerspiegel) zum Bearbeiten für Heike und Jürgen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Selbstbildnis im Badezimmerspiegel, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Juli 2017

 

Alles fing mit dem Selbst im Badezimmerspiegel an. Wie sehen wir uns morgens im Spiegel und was sind wir dabei in der Lage darzustellen? Welche zeichnerischen Gedanken teilen wir auf dieser Weise unserer Umwelt mit? Mit welchem Sinn verknüpfen wir dieses Projekt?

An dem Projekt beteiligten sich sehr viel und so sind viele unterschiedliche Selbstportraits im Badezimmerspiegel entstanden (siehe hier in den Kommentaren zu folgendem Blogbeitrag).

Heike und ich sind dann noch ein Stück weiter gegangen, in dem mir Heike ihr Portrait zur weiteren Bearbeitung zugesendet hat (siehe hier).

Nun habe ich vier Portraits von mir mit Tusche gezeichnet, davon zwei zerstört, eines zu Jürgen und eines zu Heike zur weiteren Bearbeitung gesendet.

Mehr sschreibe ich hier ersteinmal nicht. Ich bin einfach gespannt, wie es zeichnerisch bei den beiden weitergeht.

 

 

 

Noch ein Zeichenfüller für den unglaublichen Ausblick von der Halsalm zum Hintersee – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berchtesgadener Land, Landschaft, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juli 2017

 

Den letzten Tag im Berchtesgadener Land nutzten wir für einen Spaziergang zur Halsalm am Hintersee, siehe hier die Beschreibung vom Naturpark. Wir wurden mit phantastischen Ausblicken belohnt.

 

Halsarm - Berchtesgadener Land (c) Zeichnung von Susanne Haun

Halsarm – Berchtesgadener Land (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Dann ist der Urlaub schon wieder vorbei – 6 Tage Berchtesgadener Land, von dem Tag Salzburg, den wir uns dazwischen gegönnt haben, berichte ich ein anderes Mal.

Berchtesgaden (Stadt) besitzt einen ausgesprochen guten Schreibwarenladen und ich konnte in Ruhe die Auswahl an Füller probieren. Schliesslich entschied ich mich als Ergänzung zu meinem Rotring Artpen mit Zeichenfeder für ein Parallel Pen 1.5 mm – F (Kalligraphie-Füller siehe hier). Seine Spitze besteht aus schwei parallele Schreibplättchen und sie kann dünne und dicke Linien zeichnen. Ihr seht den Unterschied gut bei den heute eingestellten Zeichnungen.

Ich denke nicht, dass der neue Füller mein Standardfüller wird, der Artpen und ich sind einfach schon miteinander verwachsen und ich weiss genau, was ich von ihm zu halten habe.

 

 

Almbachklamm und die Eiskapelle am Königssee – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berchtesgadener Land, Landschaft, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Juli 2017

 

Ein wenig muss ich in mich gehen, um mir die Stimmung der Berge wieder hervorzurufen. Es sind nun schon zwei Wochen seit der kurzen Stipvisite in den Bergen vergangen.

Die Almbachklamm in Marktschellenberg im Berchtesgadener Land habe ich schon mehrfach besucht. Auf dem Folder der Klamm wird mit wildromantischen Augenblicken und Wasserfällen geworben. Das stimmt auf jeden Fall, jedoch teilt man diese Augenblicke mit Hunderten anderen. Erst, wenn man sich für den Rückweg für einen etwas anstrengenden Weg, parallel zur Klamm entscheidet, lichten sich die Massen und man ist alleine.

 

 

Schönau am Königssee ist für mich die scheußlichste Ortschaft im Berchtesgadener Land. Vom Parkplatz zum Königssee ein einziger bayrischer Jahrmarkt. Ein Ticket für die Tour nach St. Bartholomä ist trotz der Massen schnell zu kaufen. Die Elektroboote sind überfüllt und wir sitzen Knie an Knie, Schulter an Schulter und kämpfen um den besten Blick. An zeichnen ist gar nicht zu denken. Weiter als St. Bartholomä bin ich noch nie gefahren. Mich interessiert von dort die Wanderung in das Massiv des Watzmanns zur Eiskapelle. Hier findet ihr eine Beschreibung des Weges von St. Bartholomä zur Eiskapelle vom Naturpark. Je weiter wir vom Schiffsanleger entfernt sind, desto ruhiger wird es, hier trifft man die Wandertouristen, man grüßt sich und tauscht Erfahrungen aus. Mit richtigem Schuhwerk ist die Strecke gut zu laufen, selbst für mich.

 

 

Auf beiden Touren habe ich wenig gezeichnet, meine Kraft brauchte ich zum Laufen und Festhalten.

 

 

Ich sehe in den Bergen überall Brüche, Wege, Gefahr und Schönheit und mag besonders das Wechselspiel zwischen Schöneheit, Erhabenheit und Gefahr. Jürgen ist gerade mit seinem Wohnmobil im Berchtesgadener Land und Allgäu (siehe hier) und empfindet es als zu schön. Jürgen, vielleicht liegt das daran, dass ihr es aus dem Wohnmobilheraus betrachtet und wenig ins Land wandert? Ich bin wiedereinmal erstaunt, wie unterschiedlich daselbe Motiv gesehen wird.

 

Eine Woche in den Bergen – Das Berchtesgadener Land – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berchtesgadener Land, Landschaft, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Juli 2017

 

Letzte Woche waren wir in Oberau, Berchtesgaden.

Ich mag den Nationalpark Berchtesgaden und habe mich schon etwas erholt, jedoch ist eine Woche viel zu kurz. Ich hatte beinahe Streß, mich zu entscheiden, ob ich einfach dasitzen und die Berge betrachten sollte, zeichnen, laufen, lesen oder fotografieren?

 

 

Lange habe ich den Watzmann – meine heimliche Leidenschaft – nicht besucht. Es gehörte einmal zu meinen Plänen, die Watzmann Ostwand zu steigen und ich trainierte auch schon fleißig darauf zu. Manche Pläne in seinem Leben kann man aus den einen oder anderen Gründen nicht realisieren, der Watzmann gehört zu diesen meinen Plänen, die ich aufgeben musste.

 

 

 

Die lange Nacht der Freiheit in Augsburg – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Augsburg, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Juli 2017

 

Es ist schon etwas her, da besuchten wir die Lange Nacht der Freiheit in Augsburg. Viele Eindrücke stürmten konzentriert auf mich ein und so habe ich lange nicht alles gezeichnet oder Fotografiert was ich wollte.

 

Innenstadt Augsburg (c) Foto von M.Fanke

Innenstadt Augsburg (c) Foto von M.Fanke

 

Beeindruckt hat mich die abgeschlossene Renovierung der Moritzkirche (siehe hier). Ganz in Weiß erstrahlt ihr Inneres, geschmückt ist sie einzig mit unbemalten original aus der Kirche stammenden Holzskulpturen und die neu gebaute Orgel. Das Büro John Pawson architects (Projektarchitekt: Jan Hobel)  realisierte eine „zukunftsweisenden Gestaltung für einen Sakralraum mitten in einer Stadt“² .

 

 

Der Rathausplatz Augsburgs‘ ist florentinisch-bayrisch, besser kann ich den Campanile mit Zwiebeldach neben dem Rathaus und dem muschelförmigen Platz nicht beschreiben.

Die Fuggerei als älteste Sozialsiedlung der Welt finde ich interessant. Die Miete ist fast geschenkt, noch heute sind die Häuser mit den sozial Schwächsten bewohnt. Jedoch muss jeder Mieter noch heute mindestens dreimal am Tag in der Kapelle der Siedlung für die Familie Fugger beten.

Augsburg hat mir sehr gut gefallen! Eine interessante Stadt – danke für das Herumführen, Birgit 🙂

 

 

 

 

 

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²http://www.moritzkirche.de/neugestaltung, 8.7.2017, 20:00 Uhr

Übermalung von Heike Schnittker zu Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Selbstbildnis im Badezimmerspiegel, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Juli 2017

 

So fing alles an: Heike übermalt Postkarten (siehe hier). Sie stellt sich in dem Beitrag folgende Frage:

„Gerade übermale ich eine Postkarte und denke, dass, da ich ja das Bild des ursprünglichen Künstlers nicht gänzlich übermale, ich es wegen der Urheberrechte gar nicht darf! Also schon, aber nicht öffentlich machen. Da schützt auch keine Namensnennung sagt der freundliche Anwalt am Telefon.

Oder ich muss es anders übermalen….“

In den Kommentaren von Heikes Blog schreibe ich

„Heike, kennst du von Rauschenberg den ausgelöschten de Koonig?
https://en.wikipedia.org/wiki/Erased_de_Kooning_Drawing
Ich habe mit Jürgen eine Zeit lang gemeinsam gezeichnet. Wir haben jedoch den anderen nicht übermalt sondern fortgesetzt. Magst du mir ein Portrait von dir senden, dann führe ich es fort oder übermale auch Stellen und sende es an Jürgen weiter. Mal schauen, wo er es hinsendet. Er ist für solch ein Projekt immer zu haben.
Wichtig ist, dass du ein großes Papier nimmst. Du kannst es falten, das macht die Sache noch interessanter.
Und wichtig ist, dass die anderen nicht ganz ausgelöscht werden.
Ich hoffe, dir gefällt mein Vorschlag, wenn nicht ist auch nicht so schlimm, liebe Grüße von Susanne“

 

 

Einige Tage später fand ich von Heike ein großes Blatt mit einem Selbstportrait und viel Raum zum Übermalen in meinem Briefkasten und habe mit weißem Softpastell Teile ausgelöscht und mit Rötel und Kohle Teile hinzugefügt.

Eigentlich sollte es nun weiter zu Jürgen. Jürgen ist auf große Reise. Wollen wir es ihm trotzdem senden und abwarten, bis er wieder im Lande ist und sich damit beschäftigen kann, Heike? Oder soll ich es weiter bearbeiten und es dann dir zu weiteren Bearbeitung zurück senden?

 

 

Was lese ich gerade? Torso – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Akt, Formen, Was ich gerade lese, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Juli 2017

 

Vor zwei Wochen habe ich Birgit von Sätze & Schätze (siehe hier) in Augsburg besucht. Sie hat angeregt, dass ich auch einmal von den Büchern bericht, in denen ich gerade lese. Danke für die Idee, Birgit, sie hat mich zum Nachdenken angeregt.

 

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Neben meinen Hörbüchern, meistens eine Mischung aus Krimis (Arne Dahl), Belletristik (Genazino), Literatur (Mann und Dostojewski), lese ich Fachbücher für mein Kunstgeschichte Studium. Die Auswahl meiner Hörbücher sind dominiert vom Angebot. Hörbücher gibt es im Angebot der öffentlichen Bibliothek (siehe hier) zuhauf, leider oft nicht die, die ich lesen möchte. So schaue ich mir regelmäßig die Neuankäufe an und wähle wie im Buchladen aus, was mich interessiert. Das schöne ist, dass die Hörbücher kostenfrei mit einem Bibliothekausweis bis zu 14 Tagen ausleihbar sind.

Die Auswahl der Fachbücher erfolgt in der Uni- oder Kunstbibliothek oder Online über Kubikat (siehe hier) abhängig von den Themen meiner Hausarbeiten und inzwischen auch meiner Masterarbeit, im Moment über die Künstler Poussin, Gericault und Horny. Wie immer habe ich mir viel vorgenommen für das Semester. Nach der Vorstellung meiner Ideen für die Masterarbeit am letzten Semestertag im Colloquium werde ich eine Hausarbeit über Poussins Flora schreiben.

Auf dem Weg nach Augsburg habe ich den Ausstellungskatalog Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form² gelesen. Da die Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts eine Präsensbibliothek ist, kaufe ich gerne – meistens gebraucht – Fachbücher, damit ich sie zuhause und unterwegs lesen und für meine jeweiligen Arbeiten auswerten kann.

Der Maler und Museumsdirektor Thomas Grochowiak schreibt im Katalog Torso, dass beim Publikum eine Vorliebe für Skizzen, die Spontanität und Unverhülltheit der Handschrift zeigen, besteht. Dabei beeindrucken die Verkürzung und Vereinfachung der Ausdrucksmittel.² In meheren Aufsätzen wird das Unvollendete diskutiert.

Ich markiere und schreibe meine Zusammenfassung und Kommentare gleich ins Buch, um später in meiner Masterarbeit die Informationen zu verwerten und vielleicht auch zu zitieren.

Während der Fahrt habe ich auch ein paar Sizzen nach dem Buch erstellt. Ich kann besser denken, wenn ich das Gelesene zeichnerisch verarbeite.

Es ist merkwürdig: meine Zeichnungen zeige ich hier im Blog offen und ehrlich. Mir ist klar, dass sie sicher einige male kopiert werden, doch ich weiss, es sind meine Zeichnungen, die mir niemand nehmen kann.

Bei den Texten, die ich für die Uni schreibe, fällt es mir schwer, etwas davon hier in meinen Blog zu schreiben. Ich empfinde die Texte als viel ungeschützer als gedankliches Eigentum als meine Zeichnungen. Ich besitze in der Zeichnung – in der Kunst allgemein – eine sehr eigene Handschrift, die gut erkennbar ist. Wie aber ist es bei den Texten? Sind sie schon mir persönlich zuordenbar? Wie ist es mit meinen Ideen in der Welt der Kunstgeschichte? Wie schütze ich sie? Bin ich hier zu pingelig?

 

 

 

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² GROCHOWIAK ,THOMAS (Hrsg.). Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form, Ruhrfestspiele, Recklinghausen 1964.

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