Susanne Haun

Ein Tag ohne Masterarbeit – Susanne Haun

Posted in Foto, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 27. November 2018

 

 

Master-Pause!

Ich habe meine Masterarbeit beendet und sie ist nun zum Korrekturlesen unterwegs. Ich bin inzwischen völlig betriebsblind und brauche auch ein wenig Abstand von meinem Geschriebenen, um dann den Text mit neuer Kraft den letzten Schliff zu geben.

Die Bücherstapel habe ich sortiert, sie haben mein ganzes Atelierzimmer eingenommen. Und das sind nur die Bücher, die ich gekauft habe, nicht die Bücher, die ich in der Bibliothek gelesen habe.

 

 

Zehn Antworten zu Birgits Fragen zu Bücher – Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Literatur, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Oktober 2015

Es ist etwas länger her, das stellte Birgit von sätze&schätze (siehe hier) ihren Leserinnen Fragen zu Bücher.

Der alte Mann - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann – Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt, nach meiner Ausstellungseröffnung habe ich mich in Ruhe mit den Fragen beschäftigt:

1. Das erste Buch, das du bewusst gelesen hast?

Es müssen die 5 Freunde von Enid Blyton gewesen sein. In meiner Generation ein viel gelesenes Jugendbuch.

2. Das Buch, das Deine Jugend begleitete?

Enid Blytons Detektiv- und Internatgeschichten begleiteten meine Jugend genauso wie die Science Fiction Stories von Mark Brandis und Robert A. Heinlein.

3. Das Buch, das Dich zur Leserin/zum Leser machte?

Es gab kein bestimmtes Buch – ich las den ganzen lieben Tag, so dass meine Mutter sich schon sorgte.

4. Das Buch, das Du am häufigsten gelesen hast?

Vor meinem 30. Lebensjahr ist es Revolte auf Luna (englischer Originaltitel The Moon Is a Harsh Mistress) oder die Leben des Lazarus Long. „Lazarus Long, 1916 – 4272: Das Schlüsselwerk Heinleins führt den Leser durch mehrere Jahrtausende, zahllose Welten und Zeitebenen. Das ambitionierteste Werk des Autors und ein Klassiker des Genres über einen Mann, der das Leben so sehr liebte, dass er sich einfach weigerte, zu sterben, und schließlich gar zu seinem eigenen Vorfahr wurde.“ ist auf dem heutigen Klappentext des Buches zu lesen.
Heute lese ich selten ein Buch nochmal, es gibt so viele Bücher, die ich noch lesen möchte. Aber ich lese durchaus Passagen nochmal.

5. Das Buch, das Dir am wichtigsten ist?

Ich kann nicht sagen, welches Buch mir am wichtigsten ist. Das wechselt. Im Moment ist es Hegels Ästhetik, die mich fasziniert, gemischt mit Walsers 13. Kapitel. Ich lese meistens Bücher für die Uni und höre Bücher zum einschlafen und entspannen. Hertha Müllers Herztier hat mich genau so berührt wie Irvings Gottes Werk und Teufels Beitrag. Siri Hustvedts „Gleissende Welt“ hat mich angeregt. Bei dem Angebot an Wissen und Literatur, wie soll ich mich da für ein Buch entscheiden?

6. Das Buch, vor dem Du einen riesigen Respekt bzw. Bammel hast?

Ich habe generell großen Respekt vor den philosophischen Werken. Kant, Hegel, Platon, Aristoteles, Locke um nur wahllos in den Pool zu greifen.

7. Das Buch, das Deiner Meinung nach am meisten überschätzt wird?

Feuchtgebiete, ich weiss nicht, was Leser an diesem Buch so toll finden. Ich habe es nach 10 Seiten zur Seite gelegt, weil es mich einfach nicht interessiert.

8. Das Buch, das Du unbedingt noch lesen willst – wenn da einmal Zeit wäre?

Ich glaube, auf meiner Bücherwunschliste befinden sich knapp 50 Bücher, wie soll ich da eines herausgreifen? Und wenn ich etwas unbedingt lesen möchte, dann nehme ich mir die Zeit 🙂

9. Das Buch, das Dir am meisten Angst macht?

Die Bibel und der Koran und noch einige anderen ähnlichen religiöse, idealistische Schriften.

10. Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?

Descartes Meditations und Prinzipien.

Der alte Mann wartete - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann wartete – nach Hemingway (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Danke für die Fragen, Birgit, ich fand es sehr inspirierend!

Eindrucksvolle Worte: arbiträr

Posted in Eindrucksvolle Worte, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Juni 2015

Arbiträr bedeutet laut Duden dem Ermessen überlassen, beliebig; nach Ermessen, willkürlich.

Ich habe das Wort im Text „Aus der Werkstatt des Hostorikers“ von Marc Bloch gefunden und musste nachschlagen. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass ich gerade beim Lesen von philosophischen und historischen Texten den online Duden geöffnet halte. In Wikipedia verschaffe ich mir vor Lektüre einen ersten Eindruck vom Autor. Das empfinde ich für die Einordnung eines Textes als sehr hilfreich.

Jede Zeichnung ist somit subjektiv betrachtet abitär.

Flora, Cy, Possin und ich Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Flora, Cy, Possin und ich Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Nachdem ich diese Zeichnung bei der Ausstellung double bind gezeigt habe, bin ich dazu Übergegangen, bei meinen Zeichnungen aus einer Linie auf der Rückseite zu signieren. Ich empfinde die Signatur auf der Vorderseite bei der Anordnung zu mächtig.

Eindrucksvolle Worte: lapidar

Posted in Eindrucksvolle Worte, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Juni 2015

Ich mag das Wort ‚lapidar‘.

Den Wortstamm kannte ich bisher nicht.

Laut Duden kommt lapidar vom lateinischen lapidarius = zu den Steinen gehörend; in Stein gehauen; nach dem gedrängten, knappen Stil altrömischer in Stein gehauener Inschriften.

 

Grenzstein (c) Zeichnung von Susanne Haun

Grenzstein (c) Zeichnung von Susanne Haun

Eindrucksvolle Worte: Heuristik

Posted in Eindrucksvolle Worte, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Mai 2015

Heuristik (altgr. εὑρίσκω heurísko „ich finde“; von εὑρίσκειν heuriskein ‚auffinden‘, ‚entdecken‘) bezeichnet die Kunst, mit begrenztem Wissen (unvollständigen Informationen) und wenig Zeit zu guten Lösungen zu kommen.²

So steht es in Wikipedia. Wir Studenten werden immer wieder dazu angehalten, Wikipedia kritisch zu hinterfragen.

Heuristik (c) Zeichnung von Susanne Haun

Heuristik (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Zum Vergleich findet sich folgendende Definition von Heuristik im Duden:

Bedeutung: Lehre, Wissenschaft von den Verfahren, Probleme zu lösen; methodische Anleitung, Anweisung zur Gewinnung neuer Erkenntnisse.
griechisch heurískein = finden, entdecken

 Die längste (beste?) Definition findet sich im Historischen Wörterbuch der Philosophie.

„Heuristik, heuristisch. Der bereits Kant geläufige Terminus heuristisch zählt zu den Wörtern, die von ihrer Stammbedeutung her so verständlich klingen, daß sie uns, ohne einer definitorischen Fixierung zu bedürfen und ohne daß wir wissen, von wem oder wo sie aufgebracht worden sind, seit alters vertraut erscheinen. Indes sind weder das Adjektiv noch die substantivierten Formen heuretica, auch eyretikn oder heuristica in der vorneuzeitlichen Terminologie nachgewiesen, in einschlägigen Wörterbüchern finden sie sogar erst im 19. Jh. Aufnahme“.
[Historisches Wörterbuch der Philosophie: Heuristik, heuristisch. HWPh: Historisches Wörterbuch der Philosophie, S. 10767
(vgl. HWPh Bd. 3, S. 1115-1116)]

So lauten die ersten Sätze und es folgen noch 13 Seiten. Erst in diesen 13 Seiten bekommt der Leser einen Eindruck der verschiedenen Sichtweisen und Bedeutungen des Worts.

Wenn ich einen Philosophischen Text richtig lese, das heisst jedes Wort, das mir nicht ganz klar ist, in seiner Bedeutung nachschlage, benötige ich für einen Text von 25 Seiten nicht nur Stunden sondern mitunter auch Tage.

Deshalb lernt der Student an der Uni auch „lesen“. Es gibt viel Fachliteratur über das Lesen von wissenschaftlichen Texten, die ich interessant finde.

Jetzt aber wende ich mich lieber wieder meinen dieswöchigen 25 Seiten von Hayden White zu. Sonst beginnen meine Gedanken zu schweifen und ich schaffe meine Lektüre bis Dienstag nicht.

 

 

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² G. Gigerenzer und P. M. Todd mit der ABC Research Group: Simple heuristics that make us smart. Oxford University Press, New York 1999.

 

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