Susanne Haun

Auf welchen Säulen steht meine Kunst? – Susanne Haun

 

Einschnitte im Leben lassen mich in regelmäßigen Abständen darüber nachdenken, wie ich bestimmte Dinge handhabe und ob es an der Zeit wäre, etwas zu ändern.

So habe ich gefragt, auf welchen Säulen meine Kunst steht und habe auch versucht, die Säulen in der Reihenfolge der Priorotät aufzubauen.

Zeichnung
Kunstgeschichte / Promotion
Blog / mein größtes Werk in Timeline
Kommunikation / Dozentinnentätigkeit
Neues probieren: Installation- Multimedia – Die Kunst in den Raum holen
Literatur
Philosophie
Reisen

Das sind viele Säulen und ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit für alle. Einen Punkt habe ich noch nicht erwähnt: Ich würde meinen Blog gerne modernisieren. Das ist natürlich nicht einfach, denn es ist ja ein laufendes System, eben immer aktuell, und heisst es nicht: never change a running system!

 

 

Zehn Antworten zu Birgits Fragen zu Bücher – Susanne Haun

Posted in Hemingway "Der alte Mann und das Meer", Literatur, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Oktober 2015

Es ist etwas länger her, das stellte Birgit von sätze&schätze (siehe hier) ihren Leserinnen Fragen zu Bücher.

Der alte Mann - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann – Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt, nach meiner Ausstellungseröffnung habe ich mich in Ruhe mit den Fragen beschäftigt:

1. Das erste Buch, das du bewusst gelesen hast?

Es müssen die 5 Freunde von Enid Blyton gewesen sein. In meiner Generation ein viel gelesenes Jugendbuch.

2. Das Buch, das Deine Jugend begleitete?

Enid Blytons Detektiv- und Internatgeschichten begleiteten meine Jugend genauso wie die Science Fiction Stories von Mark Brandis und Robert A. Heinlein.

3. Das Buch, das Dich zur Leserin/zum Leser machte?

Es gab kein bestimmtes Buch – ich las den ganzen lieben Tag, so dass meine Mutter sich schon sorgte.

4. Das Buch, das Du am häufigsten gelesen hast?

Vor meinem 30. Lebensjahr ist es Revolte auf Luna (englischer Originaltitel The Moon Is a Harsh Mistress) oder die Leben des Lazarus Long. „Lazarus Long, 1916 – 4272: Das Schlüsselwerk Heinleins führt den Leser durch mehrere Jahrtausende, zahllose Welten und Zeitebenen. Das ambitionierteste Werk des Autors und ein Klassiker des Genres über einen Mann, der das Leben so sehr liebte, dass er sich einfach weigerte, zu sterben, und schließlich gar zu seinem eigenen Vorfahr wurde.“ ist auf dem heutigen Klappentext des Buches zu lesen.
Heute lese ich selten ein Buch nochmal, es gibt so viele Bücher, die ich noch lesen möchte. Aber ich lese durchaus Passagen nochmal.

5. Das Buch, das Dir am wichtigsten ist?

Ich kann nicht sagen, welches Buch mir am wichtigsten ist. Das wechselt. Im Moment ist es Hegels Ästhetik, die mich fasziniert, gemischt mit Walsers 13. Kapitel. Ich lese meistens Bücher für die Uni und höre Bücher zum einschlafen und entspannen. Hertha Müllers Herztier hat mich genau so berührt wie Irvings Gottes Werk und Teufels Beitrag. Siri Hustvedts „Gleissende Welt“ hat mich angeregt. Bei dem Angebot an Wissen und Literatur, wie soll ich mich da für ein Buch entscheiden?

6. Das Buch, vor dem Du einen riesigen Respekt bzw. Bammel hast?

Ich habe generell großen Respekt vor den philosophischen Werken. Kant, Hegel, Platon, Aristoteles, Locke um nur wahllos in den Pool zu greifen.

7. Das Buch, das Deiner Meinung nach am meisten überschätzt wird?

Feuchtgebiete, ich weiss nicht, was Leser an diesem Buch so toll finden. Ich habe es nach 10 Seiten zur Seite gelegt, weil es mich einfach nicht interessiert.

8. Das Buch, das Du unbedingt noch lesen willst – wenn da einmal Zeit wäre?

Ich glaube, auf meiner Bücherwunschliste befinden sich knapp 50 Bücher, wie soll ich da eines herausgreifen? Und wenn ich etwas unbedingt lesen möchte, dann nehme ich mir die Zeit 🙂

9. Das Buch, das Dir am meisten Angst macht?

Die Bibel und der Koran und noch einige anderen ähnlichen religiöse, idealistische Schriften.

10. Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?

Descartes Meditations und Prinzipien.

Der alte Mann wartete - Zeichnung von Susanne Haun

Der alte Mann wartete – nach Hemingway (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Danke für die Fragen, Birgit, ich fand es sehr inspirierend!

Geburt und die gleissende Welt – Entstehung Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Geburt, Leinwand, Roddahn, Zeichnung by Susanne Haun on 25. September 2015

Ich höre gerade den Roman „Die gleissende Welt“ von Siri Hustvedt (siehe hier Artikel in der Zeit dazu).

Seit ich meine Hörbücher online mittels einer App bei voebb24 (siehe hier), die Onlineplattform der Berliner Stadtbibliotheken,  ausleihen kann, bin ich immer versorgt mit guter Literatur.

Das Buch fasziniert mich. Es ist ein Bericht über die Installationskünstlerin Harriet Burden. Hustvedt berichtet aus verschiedenen Perspektiven. Als die Tochter der Künstlerin ihr vorschlägt, sich eine Galerie zu suchen, interpretiert die Künstlerin diese Suche als „Hausieren gehen“, „Ware verhökern“ und „nach Aufmerksamkeit lechzen“. Das sind die Schattenseiten meines Berufs, genau diese drei Punkte, die ich auch so hasse und die ein Künstler doch lebensnotwendig erfahren muß.

Laura von aboutsomething hat hier eine Besprechung zum Buch geschrieben.

 

Der erste Monat (c) Entstehung Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Der erste Monat (c) Entstehung Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Während ich zuhöre zeichne ich die nächste Arbeit für meine Ausstellung in Rodahn in der historischen Kirche (siehe hier).

Als Kontrapunkt zur schon fertig gestellten Leinwand mit dem Thema Tod zeichne ich nun die Geburt. Das Thema Geburt ist für mich schwerer zu verarbeiten als die Vergänglichkeit. Ich frage mich, woran das liegt? Die Geburt entsteht für mich aus einem Chaos, aus Atomen und Chromosomen, Zellteilungen. Ich bin keine Biologin oder Chemikerin. Ich stelle mir bildlich das Chaos Geburt, Entstehung des Lebens vor.

 

Runde Forment (c) Entstehung Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Runde Forment (c) Entstehung Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Hier nochmal die Leinwand „Der Tod“, die das Gegenstück zur Geburt darstellt.

 

Der Tod - 120 x 30 cm (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

Der Tod – 120 x 30 cm (c) Zeichnung auf Leinwand von Susanne Haun

 

Und wieder geht es um die Wahrheit – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Dezember 2014

Heute Morgen lass ich u.a. zwei Artikel in den Weiten der Bloggerwelt:

„Panta rei – Gedanken zum Jahreswechsel“ auf dem Blog der Kunsthistorikerin Dr. Tanja Bernsau.
„Menschen nehmen Historisches stets im Kontext ihrer eigenen Zeit wahr. Es gelten unterschiedliche Werte, Schwerpunkte in der Betrachtungsweise. Objektivität lässt sich kaum erreichen, auch wenn wir immer auf der Suche nach der einzigen Wahrheit sind.“ (siehe hier den gesamten Artikel

Kröte Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kröte Vers. 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Bei der Mützenfalterin las ich: „Die Zeit: eine Kröte, die dich schluckt.“³ (siehe hier).

Die Wahrheit und die Zeit, es sind immer wieder Themen, die mich beschäftigen und faszinieren.

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²https://bernsau.wordpress.com/2014/12/20/panta-rei-gedanken-zum-jahreswechsel/, 20.12.2014, 10:48 Uhr
³http://muetzenfalterin.wordpress.com/2014/12/20/20-dezember/, 2012.2014, 10:57

Bericht vom 2. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Thema: Ichfindung und Identitätsbildung

Posted in Salon by Susanne Haun on 14. Mai 2014

Gestern fand mein 2. KunstSalon am Dienstag zum Thema „Ichfindung und Identitätsbildung – Das Ich im Laufe der Moderne und Postmoderne“ statt.

Katja und Laura vom Blog aboutsomething führten uns durch das Thema. Herzlichen Dank an beide für ihre sehr guten Ausführungen, die uns zur Diskussion anregten.

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Susanne Haun

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Susanne Haun

Katja stellte die Grundfragen der Identität und Individualisierung aus Sicht der Soziologie vor:

Ihre Quelle war dabei:
Heinz Abels, Identität – Lehrbuch, 2. üb. erw. Aufl. 2010, Verlag für Sozialwissenschaften Wiesbaden

„Grundfragen der Soziologie im Hinblick auf das Individuum im Verhältnis zu sich:

• Wie ist die Vorstellung des Menschen, ein Individuum zu sein, entstanden?
• Welcher Anspruch hat sich aus dieser Vorstellung ergeben?
• Wie sehen die gesellschaftlichen Bedingungen in der fortgeschrittenen Moderne aus?
• Was ist Identität? – Wie bin ich geworden, was ich bin (Entwicklung des Selbst)? Wer will ich sein (Ich – Es)? Was tue ich (Handlungen)?
Wie sehen mich die Anderen (Ich –  Gesellschaft, der Spiegel)?“

Identität – Individualität – Das Ich – Das Selbst

Wir haben viel diskutiert und ich möchte euch einige „Schlagwörter“ aus der Diskussion benennen.

Inszenieren wir unser Ich? Lassen wir die unliebsamen Elemente unseres Ich weg?
Stellen wir uns die Fragen in Bezug auf unsere Blogs, ist uns allen wichtig, authentisch in unseren Berichten zu sein. Je nach Thema fliesst dort unser ich mehr oder weniger ein. Aber alle lassen wir im Blog teile unseres Lebens außen vor. Wir gewähren dem Leser oder Rezipienten immer nur Einblick auf einen Teil unseres Ichs.

Je nachdem, in welchen Kreisen wir uns befinden, sind wir eine andere Persönlichkeit, angemessen an unseren Gegenüber.
Ist das Ehrlichkeit? Was ist Ehrlichkeit in Bezug auf unserem Blog auf unserem Leben? Ist Weglassen schon Lüge?
Gibt es ein Ich? Als wieviel empfindet man sich von dem, wie andere in einen selber sehen? Wer bin ich in der Gesellschaft? Gibt es noch die Klassen-Gesellschaft?

Wir haben überlegt, ob es zum Mensch sein dazu gehört, sich darzustellen, ob das das ist, was wir Kommunikation nennen! Ist die Identität ein Aspekt der Sprache? Wie können wir eine Identität zeigen, wenn wir nicht dieselbe Sprache sprechen? Kommen wir dann zur Performance?

Und gibt es das Andersartige? Ist das Andersartige nicht im Normalen zu finden?

In wie weit gehört die Erinnerung zu unserem ich und in wie weit ist unsere Erinnerung stimmig oder ändert sich im laufe der Zeit. Hier spielt auch die Wahrnehmung eine Rolle. Jeder nimmt uns anders wahr und wir nehmen uns auch nicht immer so wahr, wie die anderen uns sehen. Auf dem Markt wird Biografiearbeit angeboten, hier erfährt der „Kunde“, in wie weit seine Erinnerungen real sind.

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Susanne Haun

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Susanne Haun

Laura hat uns im zweiten Teil des Abends Künstler-Selbstportraits gezeigt: Dürer, Munch, Shermann, Ulrichs …
In Zusammenhang mit Banksy sprachen für über den Künstlermythos. Bansky inszeniert seine eigene Identität. Wer ist Cindy Sherman, sie löst sich in ihren dargestellten Rollen auf!

Sind die Selbstbildnisse der Künstler Ausdruck ihres Ichs oder ihrer Ich – Findung bzw. Suche? Ist es nur das preiswerte Modell, was uns Künstler dazu bewegt, Selbstbildnisse zu gestalten? Ich werde in einem gesonderten Beitrag auf diese Fragen eingehen.

Wir stellen fest, dass wir die Identität leider nicht aus biologischer Sicht beleuchtet haben, wir haben uns geisteswissenschaftlich mit dem Ich auseinandergesetzt.

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Laura

Salon zum Thema Ichfindung (c) Foto von Laura

Als Abschluss diskutierten wir gemeinsam einen Ausschnitt aus dem Film „Being John Malkovich“ und fragten uns, in welchen Filmen noch die Identität ein Thema ist.

Die Frage der Menschheit nach dem Selbst ist eine der großen Fragen, die auf der gesamten Welt diskutiert wird.

So habe ich euch in Kürze einen Abriß unseres gestrigen Abends gegeben und möchte mit einem Zitat, dass uns Katja aus dem Buch von Heinz Abels herausgesucht hat, schliessen:

„Individualität meint einerseits das Bewusstsein des Menschen von seiner Besonderheit und das Bedürfnis, diese Einzigartigkeit auch zum Ausdruck zu bringen, und andererseits die von ihm selbst und den Anderen objektiv festgestellte Besonderheit und Einzigartigkeit.“

Hier auf diesen Link findet ihr alle Artikel zum Thema „KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun“.
Der Abend findet in lockerer Atmosphäre statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 16 Leute begrenzt. Gerne sende ich euch Einladungen zu den Abenden zu. Sendet mir einfach auf info@susannehaun.de eine Mail mit Betreff „Salon“.

Der nächste Salon findet am 2. September statt. Geplant ist das Thema „Kränkung“.

Der Salon – Ergebnisse – Bericht von Susanne Haun

Posted in Salon by Susanne Haun on 26. Februar 2014

Gestern fand der erste Salon bei mir im Galerieraum statt.

Dienstag, den 25.2. - Salon bei Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

Dienstag, den 25.2. – Salon bei Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

Als erstes stellten wir fest, dass viele der Gäste – natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel – aus der Blogger Welt kamen.

Wir fragten uns, ob die Bloggerwelt die Salonwelt des 21. Jahrhunderts ist.
Was meint ihr?

Anna von AugenZeugeKunst bereitete einen kleinen Vortrag zum Thema Salon vor. So erfuhren wir, dass Salon aus dem italienischen von salone kommt und im Gesellschaftszimmer, Empfangszimmer oder Saal eines repräsentativen Hauses stattfand und seit dem 17.Jahrhundert üblich ist.

Anna erzählte uns weiter zum Berliner Salon (Auszug):
(Hier auch der Link zu ihrem Beitrag dazu).

Die Salons, die am Ende des 18. Jahrhunderts in Berlin entstehen werden von Frauen initiert. Jedoch sind die Salons primär nicht politisch engagiert, sondern auf künstlerischem oder literarischem Gebiet. Sie sind darüber hinaus Begegnungsstätten von Adel, Großbürgertum, Intellektuellen und vor allem auch jüdischen Bürgern.
Voraussetzungen für einen Salon: die räumlichen Gegebenheiten mussten vorhanden sein oder ein großes Haus wie es damals höchstens beim Adel in den Stadtpalästen. Weiterhin bedurfte es einer „einladenden“ Person. Da die Männer meistens mit ihren Geschäften im bürgerlich-wirtschaftlichen Sinne oder im Hof- und diplomatischen Dienst beschäftigt waren fiel diese Rolle den Frauen zu. Eine Frau, die einen Salon eröffnen wollte, bedurfte also des wirtschaftlichen Rückhalts ihres Mannes, der ihr ein Leben mit viel Freizeit ermöglichte. Diese Frauen gaben mit ihren Salons ihren Männern einen Gewinn an Ansehen. Für die Frau war eine umfassende Bildung unabdingbare Voraussetzung.
Die Salons sind nicht denkbar ohne Moses Mendelssohn (1729–1786).
Er war als Dreizehnjähriger nach Berlin eingewandert und hatte nach einiger Zeit eine Stellung in der Textilfabrik Bernhard erhalten.
Er bildete sich selbst aus und wurde zu einem der bekanntesten Philosophen, der internationales Ansehen genoss. Selbst dieses Ansehen verhalf ihm nicht zu einer Audienz beim König und sogar die Aufnahme in die Königlich-preußische Akademie der Wissenschaften wurde ihm trotz einstimmiger Zuwahl vom König verweigert.

Dienstag, den 25.2. - Salon bei Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

Dienstag, den 25.2. – Salon bei Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

Salon der Rahel Levins (1723-1790)
Rahel Levins erster Salon existiert von 1790 bis 1806. Von den Voraussetzungen der Salonbildung waren erfüllt: der wohlhabende Bürgerstatus, wenn nicht Großbürgerstatus, ein genügend großes Haus, um Gäste zu empfangen und eine Frau – nämlich Rahel – als Salonière. Rahel benötigt auch die notwendige Bildung, die sie als Autodidaktin erwirbt durch Lesen von Rousseau, Lessing, Shakespeare, Dante, Diderot.
Die als Tochter des jüdischen Kaufmanns Markus Levin (1723-1790) geborene Schriftstellerin und frühe Frauenrechtlerin Rahel Varnhagen von Ense (1771-1833) war eine bedeutende Persönlichkeit der deutschen Romantik. Obwohl Varnhagen gegen die Benachteiligungen sowohl aufgrund ihres Geschlechts als auch ihrer Religionszugehörigkeit zu kämpfen hatte, wurde sie weithin bekannt für ihre Berliner Salons. Sie hielt um die Jahrhundertwende in Berlin trotz bescheidener Verhältnisse einen Salon, der Mittelpunkt eines Kreises Intellektueller wurde. Man bewunderte ihre geistige Originalität, kritische Urteilsfähigkeit, leidenschaftliche Aufrichtigkeit, die sich auch in ihrem umfangreichen Briefwechsel manifestiert. Die Salons trugen zur gesellschaftlichen Stärkung ihrer weiblichen Gäste bei, indem sie ihnen eine einzigartige Gelegenheit boten, sich mit den herausragendsten Autoren, Denkern und Musikern der damaligen Zeit auszutauschen, darunter Friedrich Schlegel, Bettina von Arnim, Clemens Brentano, Friedrich Hegel, Heinrich Heine, Ludwig von Tieck und Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Varnhagens erster Salon (geschlossen 1806) war ein wichtiger Treffpunkt für die mit der Berliner Romantik in Verbindung stehenden Autoren; ihr zweiter Salon (eröffnet 1819 mit ihrem Ehemann, Karl August Varnhagen von Ense) wurde zu einem zentralen Forum für das „Junge Deutschland“, einer in der Restaurationszeit tätigen literarischen Oppositionsbewegung. Ihr ausgedehnter Briefwechsel und ihre literarischen Schriften (z.B. Über Goethe, 1812) stellen äußerst bedeutende Beiträge zur Kulturgeschichte dar. Weder schön noch reich, dazu Frau und Jüdin, fühlte sich Rahel gesellschaftlich benachteiligt. Trotzdem war sie eine der geistreichsten Frauen ihrer Zeit. Rahel Varnhagens wichtigstes Ziel war, mit sich selbst identisch zu sein, d.h. Einheit von Denken und Fühlen herzustellen. Vielen war sie deswegen auch unbequem.
Die intensiven Briefwechsel geben uns Aufschluss über das Leben der Rahel. Nicht nur über ihre Lebensdaten, sondern über ihr Denken und ihre Nöte, über die Stellung der Jüdin in der Gesellschaft, über ihr Leiden an der „infamen Geburt“. Aber auch über ihre Empfindungen und die Verarbeitung ihrer Erlebnisse.
Rahels Salon ist sicher als eine Form der Geselligkeit anzusehen. Es ist eine spezielle Form, die sich unter den oben erwähnten Bedingungen bilden konnte. Diese Form der Geselligkeit ist selbst schon eine Kunst. Das Arrangement von Menschen verschiedenen Standes, verschiedener Religion, verschiedenen Charakters besitzt wohl eine gewisse Einmaligkeit. Eines allerdings verband diese Menschen über alle Grenzen: ihre Kreativität. Fast alle betätigten sich irgendwie, sie warenr literarisch produktiv entweder im Briefe schreiben, im Romane schreiben oder im Journalismus. Verbindendes Fluidum des Salons war das Gespräch.
Das Gespräch selbst ist die Kunst des Salons, die Kunst der Geselligkeit.

Wir kamen über den Vortrag ins Gespräch und haben abschliessend beschlossen auch gleich ein zweites Treffen vereinbard.

Der zweite Salon mit dem Arbeitstitel „Das Ich“ findet am Dienstag, den 13. Mai um 18 Uhr statt. Er wird von Katja und Laura bestritten, die schon zum Thema „Ich und Ich-Konstruktionen“ in Ihrem Blog berichteten.

Da der Platz um meinen zugegebener Maßen schon sehr großen Tisch begrenzt ist, bitte ich ausnahmsweise Mal unter Anmeldung unter info@susannehaun.de.

Die Zeit verplauscht – Collage von Susanne Haun

Posted in Collage, Zeichnung by Susanne Haun on 10. März 2013

Heute waren Katja und Laura vom Blog aboutsomething ~ Kunst – Literatur – Blog bei mir zu Besuch, wir haben uns angeregt ausgetauscht und die Zeit vergessen.

So zeige ich euch heute ohne große Worte die nächsten beiden Collagen aus meiner Serie:

Blatt 19 Die Jahre (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 19 Die Jahre (c) Collage von Susanne Haun

 

 

Blatt 20 Am Schloss (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 20 Am Schloss (c) Collage von Susanne Haun

Am Anfang war das FeuerZEICHEN – Widder, Löwe und Schütze – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Sternzeichen, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Januar 2012

Erinnert ihr euch an mein Wasserzeichen (seht hier)? Heute beginne ich mit dem nächsten Element, dem Feuer.

Heraklit (* 540 vor Christus) war der Ansicht, dass das Urelement das Feuer war!

Sieht so Pele aus? - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 17 cm - Tusche auf Bütten

Sieht so Pele aus? - Zeichnung von Susanne Haun - 24 x 17 cm - Tusche auf Bütten

Auch auf Hawaii hat das Feuer aufgrund der dortigen Vulkane eine besondere Bedeutung. Dort herrscht die Vulkan- und Feuergöttin Pele, die laut der Legende aus Himmel und Erde geboren wurde. Pele bedeutet „geschmolzene Lava“ und es heißt, dass Pele alle  verflucht, die Vulkangestein von  Hawaii mitnehmen. Ich war noch nie auf Hawaii und kenne es nur aus zahlreichen Filmen und Büchern.  Aber die langen schwarzen Haare, die Pele laut der Legende aus Lavagestein trägt, die sehe ich vor mir!

Da ich das Element Feuer archaisch gestalten möchte, nehme ich statt des Bogens ein Speer für den Schützen.

Habt ihr eigentlich schon unser Sternzeichenbuch (hier bei Amazon) gelesen?

Die Autorin Annette Pehnt hat schon viele Bücher im Piper Verlag veröffentlicht und unter anderem 2002 den Preis der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs erhalten. Der Ingeborg Bahmann Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung im deutschprachigen Raum! Was über Annette wenig bekannt is: sie ist Doktorin für Anglistik und Keltologie. Die meisten ihrer Bücher habe ich schon gelesen und kann sie alle weiterempfehlen. „Ich muss los“ gibt es auch als Hörbuch gesprochen von Joachim Król. Annette ist auch ein Feuerzeichen: Löwe!

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