Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Ulises Carrión – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 8. Juli 2018

 

„ein buch ist eine folge von räumen.
jeder dieser räume wird in einem bestimmten moment wahrgenommen –
ein buch ist auch eine bestimmte folge von momenten.“

Ulises Carrión, 1975 in seinem Manifest Die neue Kunst des Büchermachens

 

Auf Marlenes Blog „das Kunstbuch“ habe ich dieses Zitat des mexikanischen Künstlers Carrión gefunden. Der Artikel zum Zitat ist sehr lesenswert.

 

Ich zeige heute eines von Jürgen und meinen Unikat-Künstler-Bücher aus dem Projekt Wegschütten. Die gesamten Heftchen könnt ihr unterfolgendem Link (Link) sehen.

 

 

Zur Zeit arbeite ich an einem Künstlerbuch mit Doreen Trittel  zu unserem Projekt / Installation Erinnerung (siehe hier).

 

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Ulises Carrión, „Die neue Kunst des Büchermachens“, übersetzt aus dem Englischen von Hubert Kretschmer, Wolkenkratzer 3 (1982).

 

Doreen Trittel und Susanne Haun – Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen als Künstlerbuch

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 4. April 2018

 

Nächste Öffnungszeit für die Ausstellung Künstlerischer Umgang mit Erinnerung

Do. 5. April 15 – 18 Uhr

 

Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen - Installation von Doreen Trittel und Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen – Installation von Doreen Trittel und Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

 

Unsere Ausstellung Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen ist noch bis zum 4. Mai 2018 an verschiedenen Tagen geöffnet. Inzwischen Arbeiten Doreen und ich an einem Künsterbuch zum Thema. Nicht nur für dieses Projekt haben wir unsere Installation in allen Einzelheiten fotografiert.

 

Was ist ein Künstlerbuch?

 

Bei den Vorbereitungen zu unserem (Doreen Trittel und Susanne Haun) Salon nahm die Idee Gestalt an, unsere Installation  Künstlerischer Umgang mit Erinnerungen in einem Künstlerbuch aufzubewahren. Die Idee, Künstlerbücher professionell zu gestalten schwirrt schon lange in meinem Kopf herum. Ich möchte dabei das Künstlerbuch als Ausstellungsfläche sehen. Haptisch ist das Buch schließlich auch ein Raum. Ich möchte es nicht als Dokumentation unserer Ausstellung sondern als eigenständiges Werk verstehen und für ein breites Publikum erlebbar machen.

Wie immer gehe ich strukturiert an die Dinge. Nachdem Doreen und ich uns einig waren, begann Doreen unser Papier zur Vorbereitung der Installation zu strukturieren und mit Vorbereitungsfotos zu bestücken. Ich fragte M.Fanke, ob er unsere Installation auf einem guten Foto bannen könnte. Das Ergebnis seht ihr oben.

 

Ausschnitt aus der Installation Künstlerischer Umgang mit Erinnerung (c) Doreen Trittel und Susanne Haun

 

Wichtig für mich als Kunsthistorikerin ist die Definition eines Künstlerbuches. Wenn ich etwas über Künstlerbücher wissen möchte, dann schaue ich in Marlene Obermayers Blog Das Kunstbuch. In vier Teilen (hier die Links: eins, zwei, drei und vier) beschreibt Marlene eingängig das Kunstbuch. Es lohnt sich, auf Marlenes Blog zu stöbern.

Die für mich wichtigen Elemente habe ich hier zusammengefasst. Der italienische Kunsthistoriker Germano Celan weist darauf hin, dass ein Buch nicht erzählen, beschreiben oder illustrieren braucht, sondern ein selbstständiges Medium ist. Von Marlene erfahren wir, dass viele Künstler besondere Bücher in außergewöhnlichen Formaten und Inhalten produzierten, welche den Vorgang des traditionellen Verlegens auf den Kopf stellte. Die Mehrheit der Künstlern produzierten die Bücher selber aber es gab auch Galerien, die das Künstlerbuch produzierten und als Begleitung zur Ausstellung verstanden.  Andy Warhols Buch  Index (book) wurde vom Random House Verlag herausgegeben.

 

 

Ich mag besonders die Definition der Kunsthistorikerin Lucy Lippard, die in einfachen Worten meinte, „von einem Künstlerbuch spricht man, wenn es ein Künstler gemacht hat, oder wenn er sagt, es sei eines.“.

Es ist die Frage, ob das Künstlerbuch die Idee transportiert oder selbst die Idee verkörpert?

Doreen erforscht das Netz nach einer EINFACHEN Software, um Bücher zu setzen.  Habt ihr Tips für uns?

Die Ausstellung kann vom 21.3. – 4.5.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Fr. 23. März 10 – 13 Uhr, Do. 5. April 15 – 18 Uhr, Mo. 9. April 15 – 18 Uhr, Fr. 20. April 10 – 13 Uhr, Do 26. April 15 – 18 Uhr, Do 3. Mai, 15 – 18 Uhr, Fr. 4. Mai 10 – 13 Uhr.

Kunstraum Susanne Haun

Groninger Str. 22, 13347 Berlin

info@susannehaun.de T: 030 43 00 45 72, M: 0177 232 80 70

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

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Marlene hat eine Literaturliste zum Künstlerbuch erstellt. Die Liste könnt ihr unter diesem Link einsehen: https://daskunstbuch.at/source-books/

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 100 – Golo Mann

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 12. Juli 2015

„Der Analytiker weiß alles. Aber er weiß es nur nachher – eine billige Überlegenheit über die Toten. Wenn er doch ein klein wenig Gesichertes auch über unsere eigene Zukunft wüßte, wenn seine Analysen auch darüber etwas Gesichertes aussagen könnten, dann würde ich noch mehr Respekt für ihn haben, als ich habe“.²
Golo Mann

Vanitas Stilleben Totenkopf Frontal (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vanitas Stilleben Totenkopf Frontal (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

 

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² Mann, Golo: Plädoyer für die historische Erzählung, in: Kocka Jürgen, Nipperdes, Thomas (Hrsg.), Theorie und Erzählung in der Geschichte, Beiträge zu Historik, Band 3, München 1979, S. 51.

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 98 – Paul Veyne

Posted in Radierung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 28. Juni 2015

„In dieser Welt spielt man nicht Schach mit zeitlosen Figuren wie dem König oder dem Läufer; die Figuren sind das, was die wechselnden Konfigurationen auf dem Brett aus ihnen machen.“

Paul Veyne in „Foucault révolutionne l’histoire“, Paris 1978, S. 236

Wechselnde Konfigurationen beim Schach (c) Radierung von Susanne Haun

Wechselnde Konfigurationen beim Schach (c) Radierung von Susanne Haun

Wie erfaßt der Künstler Zeitgeist – Zeichnungen und Bericht von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 11. April 2012

Berlin hat eine der besten Universitäten Europas, die Frei Universität.

Der Unesco Bericht zur Bildung im 21. Jahrhundert trägt den Titel „Lernfähigkeit: unter verborgener Reichtum“. Das sehe ich auch so und  trage mich schon seid zwei, drei Jahren mit dem Gedanken, an der FU als Gasthörerin Seminare und Vorlesungen zu besuchen. Mit der Gasthörerkarte Kann ich, wenn Plätze frei sind, alle angebotenen Kurse des Volesungsverzeichnisses besuchen.

Lindenblätter Version 1 (c) Skizze von Susanne Haun

Lindenblätter Version 1 (c) Skizze von Susanne Haun

So saß ich gestern im Seminar „Skulptur, Raum, expanded field“ zwischen den Studenten und genoss die vielen Eindrücke und das Gefühl an der Uni zu sein. Bei der Verteilung der Referate nahm ich als Gast pflichtbewußt das Thema, was übrigblieb, denn ich brauche ja keinen Schein und besuche den Kurs der Bildung und Inspiration wegen. So werde ich mich mit dem Thema „Zeit als plastisches Konzept im Futurismus: Umberto Boccioni“ auseinandersetzen.

Ich bin gespannt, wie das Gastsemester meine aktuellen Arbeiten beeinflußt. Natürlich kann ich mir neben meiner Arbeit als Künstlerin nur 1 Tag in der Woche mit Vorlesungen genehmigen.

Was ich sehr interessant fand, die Seminare zu Beuys und Duchamp „blieben übrig“. Beuys und Duchamps, die Revolutionäre ihrer Zeit scheinen auf die heutigen Studenten keinen so großen Eindruck mehr zu machen. Oder sind wir alle einfach „satt“ von Ihnen? Obwohl ich beide sehr schätze, wollte auch ich ein Thema, in dem ich noch eine Herausforderung sehen kann und von dem ich noch nicht so viel weiß.

Der Zeitgeist liegt von meinem Verständnis her bei der Jugend…..und die Jugend sitzt an den Unis!


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Wie erfaßt der Künstler Zeitgeist – Zeichnungen und Bericht von Susanne Haun

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