Susanne Haun

Pilze schiessen aus dem Boden – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Zeichnung, Blumen und Pflanzen by Susanne Haun on 17. November 2017

 

In Papas Garten ist es zur Zeit nass und feucht und die Pilze schiessen aus dem Boden. Ich musste die Riesengewächse mit Handschuhen aus dem Rasen ziehen, ich fand sie doch schon etwas glibberig und ein wenig eckelig.

 

 

Wenn die Historikerin mit der Künstlerin streitet – ein Seelenbericht von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Was ich gerade lese by Susanne Haun on 13. November 2017

 

Gerade habe ich meine Hausarbeit „Bedeutungsaspekte in Géricaults Gemälde Das Floß der Medusa“ abgeschlossen und vor allem auch abgegeben.

Als Historikerin sollte jeder meiner Gedanken belegt und neue Gedanken logisch konstruiert sein. Mein künstlerisches Selbst tritt in den Hintergrund. Wie sehr ich in der Lage bin meine beiden Selbst – die Künstlerin und die Historikerin – zu trennen, hat mich selber überrascht.  Birgit von Sätze & Schätze schrieb eine Rezension über die literarische Adaption des Floßes der Medusa von Franzobel (siehe hier). In meinem Historikerinnen-Dasein versponnen, habe ich nicht begriffen, wozu dieses Buch dient. Es gibt doch schließlich einen Bericht der Leidensfahrt der Medusa von zwei Schiffbrüchigen des Floßes, also von Augenzeugen, dem Wundarzt Savigny und dem Geologe Corréard (siehe hier)!

Ich fragte also Birgit, wozu dieses Buch von Franzobel notwendig sei und was es aus dem Pool der Historienromane so heraushebe und bekam eine wirklich gute Antwort von ihr, die mich auflachen lies und mich für meine weitere Arbeit an meiner Hausarbeit lockerte. Natürlich kann ich auch als Historikerin kreativ sein! Mir fehlt beim Schreiben nur noch die Lockerheit, die ich beim Skizzieren habe, ein Thema mit einer Linie so einfach wie möglich darzustellen.

Hier also Birgits Antwort auf meine Frage nach dem warum:

Birgit Böllinger:
„Liebe Susanne, ich finde Deine Fragen nicht ketzerisch – aber es wundert mich ein wenig, dass Du als Künstlerin sie stellst: Wozu braucht es Kunst? Natürlich kann man auch andere Texte über diesen Schiffbruch lesen, natürlich kann man auch historische Bücher lesen. Aber die Frage, ob es nun genau dieses Buch braucht, die stellt sich mir eigentlich nicht: Ein Schriftsteller hat es geschaffen so wie ein Maler ein Bild schafft – aus einer eigenen inneren Notwendigkeit oder Lust heraus. Nun ist es in der Welt: Nach der Brauchbarkeit könnte man bei jedem Buch fragen – dann wäre aber die Literatur an sich obsolet. Frei nach Schiller: „Der Nutzen ist das große Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen.“ Viel Spaß mit Deiner Hausarbeit – und ich bin gespannt auf deinen Blogbeitrag, liebe Grüße Birgit“

Und hier meine ersten beiden Absätze der Hausarbeit:

Man denke sich fünfzehn Unglückliche fast ohne alle Bekleidung, am ganzen Leibe und im Gesicht von der Sonne fürchterlich verbrannt; zehn davon konnten sich kaum rühren; die Haut von allen unseren Gliedern abgeschunden; alle unsere Züge zum Entsetzen verzerrt! Unsere hohlen und fast wilden Augen, unsere langen Bärte gaben uns ein noch scheußlicheres Ansehen; wir waren nur noch Schatten von Menschen.“[1]

Mit diesen Worten schilderte der Geologe und Augenzeuge Alexandre Corréards die Situation auf dem Floß der Medusa (Abb. 1), das der Maler Théodore Géricault zum Hauptthema seines 4,91 x 7,16 Meter großen Gemäldes wählte. Géricault schloss 1819 die letzten Arbeiten an dem in Öl im Stil des Realismus[2] erstellten Bild ab, es wurde noch im gleichen Jahr im Pariser Salon gezeigt. Heute ist das Gemälde als eines der Hauptwerke der französischen Romantik[3] im Louvre zu besichtigen.[4]

Auch nach einer Diskussion mit Birgt entstand meine neue Beitrag Rubrik „Was lese ich gerade“ (siehe hier).  Deshalb habe ich meine Literaturliste am Ende des Beitrags gesetzt. So bekommt ihr eine Vorstellung, warum ich neben meinem Studium höchsten noch Hörbücher zum Einschlafen höre.

Gerda (siehe hier) regte mich dazu an, mein Kunsthistorikerin Dasein mehr im Blog zu postulieren. Bisher habe ich das kaum gemacht aber ich werde mal schauen, ob ich öfter solche einen Beitrag wie heute einstreue. Es ist einer der wenigen Beiträge, wo ich keine Zeichnung von mir zeige. Ich zeige aus lizenzrechtlichen Gründen auch kein Foto von Géricaults Floß der Medusa. Ihr könnte es hier sehen.

Ach ja, hier die Rezension vom Tagesspiegel von Franzobels Roman.

Aus diesem ganzen Dilemma heraus ist die Zeichnung von Freitag „Die Bedrohung durch das Meer“ entstanden (siehe hier).

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[1] Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre, Berlin 2005, Seite 72 – 73.

[2] Zimmermann, Anja, Stuttgart/Weimar 2011, S. 370-373. Der Realismus im historischen Sinn entstand im 19. Jhd. als neue Richtung in der Literatur, Malerei und Grafik, deren Ziel eine sachliche und nüchterne Darstellungsweise war. Schon während der Entstehungszeit konnte sich auf Grund der komplexen und heterogenen Form und des kontroversen Verständnisses der dem Realismus zugeordneten Kunst keine allgemein gültige Begriffsdefinition durchsetzen.

[3] Wolf, Norbert, Stuttgart 2002, S. 29 – 31. Die Romantik ist eine gesamteuropäische Erscheinung am Ende des 18. Jahrhunderts und im Übergang zur Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts. In ihr sollte das menschliche Subjekt emanzipiert werden und einen Sinn in einer Gegenwart finden, die von politischen und industriellen Neuerungen geartet war. Sie ist geprägt vom Optimismus einer Aufbruchsstimmung, die in Religion, Philosophie, Politik, Kunst, Psychologie und auch im Einzelschicksal Ausdruck fand. Die Romantiker suchten Anleihen in früheren Epochen, kamen jedoch zu anderen geistigen Ergebnissen.

[4] Wedekind, Gregor, Frankfurt am Main, S. 73.

 

Quellenverzeichnis

SAVIGNY, JEAN-BAPTISTE HENRI, CORRÉARD, ALEXANDRE. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005.

VAHLAND, KIA. Vom Schrecken des Schiffsbruchs, in: Süddeutsche Zeitung, München 2015.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/gericaults-floss-der-medusa-vom-schrecken-des-schiffbruchs-1.2439606#redirectedFromLandingpage, 25.10.2017, 9:40 Uhr.

KOSMALLA, MARINA. Forschung zu Meer und Seefahrt, Schiffbruch aus dem Fernsehsessel betrachtet, in: Tagesspiegel, Berlin 2016.

http://www.tagesspiegel.de/themen/freie-universitaet-berlin/forschung-zu-meer-und-seefahrt-schiffbruch-aus-dem-fernsehsessel-betrachtet/12963920.html, 29.10.2017, 14:24 Uhr.

Literaturverzeichnis

ALHADEFF, ALBERT. The Raft of the Medusa, Géricault, art and race, Munich 2002.

ALHADEFF, ALBERT. Julian Barnes and the „Raft of the Medusa“, in: The French Review, Band 82, Nr. 2, Marion, Illinois 2008, S. 276-291.

BUCH, ASTA VON. „Quel spectacle hideux! mais quel beau tableau!“, die Ästhetik des Erhabenen in Géricaults „Floß der Medusa“, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Band 69, München/Berlin 2006, S. 342 – 357.

CHENIQUE, BRUNO. Ein kannibalisches Kaiserreich, politische Symbole in Thédore Géricaults „Floß der Medusa“, in: Idea, Jahrbuch der Hamburger Kunsthalle, Bremen/Hamburg 2009, S. 61 – 77.

CORBIN, ALAIN. Meereslust, Das Abendland und die Entdeckung der Küste, Frankfurt am Main 1999.

EITNER, LORENZ E.A. Géricault’s Raft of the Medusa, London 1972.

HEINRICH, KLAUS. Das Floß der Medusa, in: Schlesiger, Renate (Hrsg.), Faszination des Mythos, Basel und Frankfurt am Main 1991, S. 335 – 398.

LESSING, GOTTHOLD EPHRAIM. Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie. Mit beiläufigen Erläuterungen verschiedener Punkte der alten Kunstgeschichte, Stuttgart 1987.

MERTENS, SABINE. Seesturm und Schiffbruch. Eine motivgeschichtliche Studie, Hamburg 1987.

MICHEL, RÉGIS. Le Radeau de la Medusa, in Laveissière, Sylvain (Hrsg.). Géricault: Galeries Nationales du Grand Palais, Paris, 10 octobre 1991 – 6 janvier 1992, Paris 1991, S. 136 – 171.

RICHTER, DIETER. Das Meer, Geschichte der ältesten Landschaft, Berlin 2014.

TOURNIER, MICHEL. Das Floß der Medusa, in: Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005, S. 5 – 9.

TREMPLER, JÖRG. Der Stil des Augenblicks, Das Bild zum Bericht, in: Savigny, Jean-Baptiste Henri, Corréard, Alexandre. Der Schiffbruch der Fregatte Medusa, Berlin 2005, S. 191 – 238.

TREMPLER, JÖRG. Katastrophen, Ihre Entstehung aus dem Bild, Berlin 2013.

WEDEKIND, GREGOR. Körper, in: Wedekind, Gregor, Hollein, Max, (Hrgs). Gericault. Bilder auf Leben und Tod. Frankfurt am Main 2013, S. 51 – 94.

WOLF, NORBERT. Théodore Géricault, Das Floß der Medusa, in: Kunstepochen, Band 9, Klassizismus und Romantik, Stuttgart 2002, S. 161 – 164.

Nachschlagewerk

THEODORE, JEAN LOIS. Géricault, In: Bazin, Germain (Hrsg.), Kindlers Malerei Lexikon, Band 4 FR – GY, München 1982, S. 1449 – 1455.

PLETICHA, HEINRICH (Hrsg.). Geschichtslexikon, Art: Französische Revolution, S. 117 – 120.

ZIMMERMANN, ANJA. Realismus, in: Pfisterer, Ulrich (Hrsg.) Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen, Methoden, Begriffe, Stuttgart/Weimar 2011, S. 370-373.

 

 

 

 

Vanitas Stillleben – Tag 3 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 7. November 2017

 

Das zeichnen eines Stilllebens beginnt mit dem Anordnen der Gegenstände, die auf dem Bild gezeichnet werden sollen, schrieb ich in meinem letzten Beiträgen zum Stillleben (siehe hier und hier).

Dieses Stillleben wird durch ein Lot bereichert.

 

 

Palermo – Monreale – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2017

 

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

Wo Palermo und Monreale sich begegnen (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, 9. September 2017

Als Kunsthistorikerin sollte man auf Sizilien die Cattedrale Santa Maria Nuova in Monreale besuchen. Der mit einer Grundfläche von 102 x 40 Meter große Dom besticht durch seine goldenen Mosaiken im Inneren. Scherzhaft wird das Bildprogramm als „Comic des Mittelalters“ bezeichnet.

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, Palermo „von oben“ aus zu erkunden, das erwies sich als schwierig. Wir lasen im Reiseführer, dass es von San Martino delle Scale einen wunderschönen Blick auf die Hauptstadt Siziliens gibt. Es gab auf jeden Fall ein wunderschönes Ausflugslokal mit Blick auf das einheimische Kloster, in dem Bier gebraut wird und wo 10 Liter Fässer erhältlich sind. Der Blick auf Palermo ist auch o.k. – jedoch haben wir den Dom von Monreale nicht ausmachen können. Die Fahrt von San Martino della Scala nach Monreale ist nicht ohne und erfordert große Konzentration, dafür wird man jedoch mit einem touristenfreien Zugang zum Dom vorbei an einem morbiden, zugewachsenen Brunnen belohnt, das GPS ermittelt den klangvollen Namen Mezzomonreale-Villatasca für diesen Ort, an dem sich Palermo und Monreale treffen. Wir kommen genau zur Mittagspause am Dom an und müssen 1 ½ Stunden auf den Einlass warten. Wir hätten pfiffigerweise zuerst den Kreuzgang besichtigen können, er ist durchgehend geöffnet, jedoch sind wir so auf den Dom fixiert, dass wir uns die Zeit mit einem Spaziergang im sehr touristischen Monreale gekrönt mit Cappuccino und Eis vertreiben.

 

 

 

 

Fast hätte ich vergessen, vom ungewöhnlichen Parkhaus in Monreale zu berichten, es geht steil nach unten und ist in den Berg gehauen, so gibt es Parkplätze im Berg und Parkplätze auf einer Terrasse vor dem Berg. Es ist auf jeden Fall teuer, dort zu parken, 2 Euro pro Stunde, so dass wir letztendlich 8 Euro zahlen. Das sind mit der Autobahngebühr von 3 Euro pro Tour für heute die höchsten Nebenkosten des Autos: 14 Euro. Jedoch ist es müßig darüber nachzudenken, ohne Auto wäre die Anreise nach Monreale für mich zu anstrengend.

Am Eingang der Kirche müssen wir nicht warten, zügig dürfen wir eintreten, wichtig ist, dass die Frauen die Schultern bedeckt haben. Ich habe dafür immer ein Tuch bereit, in Marokko in den Moscheen für den Kopf und in Monreale im Dom für die Schultern.

Viele Bildbände und Fotos habe ich von Monreale gesehen, eine Hausarbeit über Teile des Bildprogramms geschrieben und doch entdecke ich Darstellungen, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ich mag die Engel, die die Himmelsleiter nach oben zu Gott klettern genauso wie das Werkzeug, was beim Bau der Arche gezeigt wird. Es macht mir Freude, die einzelnen Figuren zu identifizieren. Das linke Seitenschiff ist an der Apsis gesperrt, es wird renoviert.

 

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

Klostergang von Monreale (c) Foto von Susanne Haun

 

Beim anschließenden Besuch des Kreuzgangs wird es schon nach kurzer Besichtigung laut. Nacheinander erscheinen eine holländische, französische und italienische Reisegruppe, deren Reiseleiter*innen sich gegenseitig in der jeweiligen Sprache zu übertönen versuchen. Schade! Ich mochte es, im Kreuzgang zu sitzen und das Ensemble auf mich wirken zu lassen.

Eigentlich wollten wir danach noch nach Palermo-City aber so gegen 17 Uhr beschlossen wir nach Caronia zurück zu fahren. Wir fuhren am Morgen extra schon um 9 Uhr los, um möglichst viel zu sehen und so war ich einfach sehr müde von den vielen Eindrücken und der Wärme.

 

Vernissage Blumen Hortensie – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 1. November 2017

 

Zur Vernissage Querbrüche habe ich von einem lange nicht mehr gesehenen befreundeten Ehepaar, die ich bei der Geburtsvorbereitung vor 24 Jahren kennenlernte, einen Blumenstrauß mit einer Hortensie bekommen. Ich habe mich sehr über das Wiedersehen und auch über die Hortensie gefreut.

 

Hortensie - 23,5 x 32 cm - Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hortensie – 23,5 x 32 cm – Tusche auf Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Aus der Vergangenheit vor 10 Jahren: Die Lebensstufen der Frau – Gemälde von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 30. Oktober 2017

 

Vor 10 Jahren hatte ich eine museale Ausstellung im Schleswig Holstein Haus in Schwerin. Dafür malte ich auf eine 4 x 2 Meter  (800g/m²) großen Leinwand die Lebensstufen der Frau.

Marion von FindeSatz fragte mich in Zusammenhang mit ihrem Tagessatz vom 20. Oktober nach meinem Gemälde (siehe hier).

10 Jahre sind eine lange Zeit, ich würde die Lebensstufen der Frau heute vollständig anders interpretieren. Vielleicht werde ich dieses Projekt einmal in Angriff nehmen. Ich weiss noch, dass die Dame vom Museum fassungslos vor der Leinwand stand und meinte, das seien nun die Lebensstufen der Frau und im Vordergrund steht der Mann. Interessant 🙂

Ich habe einfach Fotos und Presse hochgeladen, damit ihr euch eine Vorstellung machen könnt. Die Leinwand hing durch ein Loch in der Decke und konnte nur vollständig gesehen werden, wenn der Besucher direkt neben der Leinwand stand. Dadurch rückte der Mann tatsächlich in den Vordergrund des Gemäldes. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. An den Wänden hingen meine täglichen Zeichnungen. Die Rückseite der Leinwand bildete eine kleinere Leinwand, die auch ein Frauenthema behandelte.

 

 

Schweriner Volkszeitung 2.5.2007

Schweriner Volkszeitung 2.5.2007

 

Unser Schwerin 22.4.2007

Unser Schwerin 22.4.2007

 

 

Übrigens – die Leinwand existiert nicht mehr in dieser Art. Ich habe sie übermalt. Den Mann in den Vordergrund des Lebens der Frauen zu setzen, nein, das konnte ich nicht bestehen lassen. Über das daraus entstehende Gemälde habe ich schon des öfteren berichtet (siehe hier).

 

 

Übermalungsprojekt – Heike verschwindet unter weiß – Susanne Haun, Heike Schnittker und Jürgen Küster

Posted in Übermalungen, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Oktober 2017

 

Heike hat mir schon  vor einiger Seite zwei Selbstportraits zum Übermalen gesendet. Da Jürgen noch in Spanien unterwegs war, ließ ich mir Zeit mit dem Übermalen.

Beim ersten Portrait musste ich mich überwinden mit dem Übermalen zu beginnen. Mir gefiel das Portrait von Heike sehr gut besonders die Augen. Ich nahm einen stylefile Marker in Blau, zeichnete mit schnellen Strichen ein Rechteck um die Augen und mit weißem Acryl löschte ich die Linien, die ich im neuen Portrait entbehrlich fand. Heike hat so hochpigmentig gezeichnet, dass die Linien unter dem Acryl durchscheinen, das gefällt mir.

Nach dem zweiten Seminar über das Portrait in der Frühen Neuzeit an der Uni fand ich, dass es Zeit wäre, die Seele mit ins Spiel zu bringen. Und damit Jürgen auch noch Platz hat, habe ich mich nur klein aber fein mit der Seelenwanderung eingebracht.

 

 

Das zweite Portrait drehe ich um und zeichne mich aus dem Gedächtnis mit lotusgrüner Tusche in schnellen Linien. Um Ordnung in das Chaos zu bringen, hilft wieder weiße Acrylfarbe.

 

 

Das ganze Projekt könnt ihr in der Themenauswahl (siehe im Widget rechts KLICK) in der  Kategorie Portraitmalerei -> Übermalungen aufrufen.

 

Monte Nero – Nebenkrater des Etnas auf Sizilien – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Landschaft, Reiseberichte, Sizilien, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2017

 

Sizilien rückt immer weiter in den Hintergrund meiner Gedanken.
Gut, dass ich Tagebuch geführt habe!

 

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

Auf dem Weg zum Monte Nero (c) Foto von M.Fanke

 

Sizilien, den 5.9.2017

Was wäre ein Besuch Siziliens ohne den Mongibello, den schönen Berg, zu besuchen? Bedingt durch die Lage unserer Ferienwohnung beginnen wir die Erkundung des Etnas von der Nordflanke her, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel. Das Navi spuckt für die 98 km von Caronia bis nach Piano Provenzana 2 ½ Stunden Wegzeit aus, wir geben als Wegpunkte Randazzo und Linguaglossa an, da wir aber vorher schon an vielen interessanten Aussichten an der Straße angehalten haben, beschließen wir, auf die Altstadt und die beiden Dome in Randazzo zu verzichten und nur ein Panoramafoto am Straßenrand mitzunehmen.

 

 

 

Die Fahrt war ein Genuss und die Ziegen, die die Straße vor uns überquerten, waren bestimmt extra für mich des Weges gekreuzt.

Piano Provenzana ist der Skiort Siziliens. 2002 wurde die Talstation vollständig unter den Lavamassen begraben. Wir haben auf unserer Wanderung einige Zeugen der Zerstörung gefunden. Inzwischen sind im Winter wieder Skilifte in Betrieb. Im Sommer sieht es Am Piano Provenzana wie in den Skiorten der Alpen im Sommer aus: Skurril stehen die Skilifte still, es herrscht eine Stille im Ort, wo im Winter die Skibars für Musik sorgen. 3 Euro kostet es, hier zu parken. Der Parkwächter kommt mit einem Mofa das weitläufige Parkgelände hochgefahren und kassiert gewissenhaft. Es ist schon 15 Uhr und zu spät für große Touren – dafür haben wir einfach zu sehr auf dem Weg getrödelt, wir sind um 10 Uhr losgefahren und ehrlich gesagt, ich wusste nicht, wo die Zeit geblieben war. Bei jedem kleinen Lavastrom haben wir angehalten, Fotos gemacht, gezeichnet und die Landschaft in uns aufgenommen und uns nur einen Espresso zwischendurch gegönnt. Nicht nur die Zeit auch das Wetter spielte für eine längere Wanderung nicht mit, es hatte sich am Etna zugezogen, statt der 28 Grad in Caronia hatten wir eine Temperatur von 16 Grad. Ein Glück war ich schon mit meiner langen Wanderhose losgegangen. Gut informiert wussten wir, dass hier eine gute Wanderausrüstung benötigt wird. Wir hatten Jacken, Tücher und Trekkingstöcke dabei und brachten alles für den kleinen Weg zum Monte Nero. Die Wanderung geht eigentlich weiter zur Grotta del Gelo, in der ein kleiner Gletscher liegen soll. Uns reichte der kleine Einblick in die Kraterlandschaft, mir kamen beim Spazieren Gedanken an die Höllenkreise aus Dantes göttlicher Komödie, an Lucifer und auch an die Brutstätte der Orks aus dem Herrn der Ringe. Besonders interessant fand ich, wie die Pflanzen aus der Lava wachsen, rosa und gelbe Blumen und Etna-Tragant (dornige Polsterpflanze) scheinen aus dem Stein hervorzugehen. Nach hawaiianischer Art bezeichnet man die Lava als Aa-Lava, sie ist blockartig zerbrochen und sollte sich jemand wagen, barfuß auf der Lava zu laufen, ist die lautmalerische Bedeutung des Lavatypus sofort verständlich. Wir verzichten darauf, Barfuß über das Lavafeld zu schlendern, ich bin froh über unsere festen Wanderschuhe. Es bieten sich viele Einblicke in Lava Abbrüche, das Highlight ist der Blick in einen erloschenen Krater.

Nach diesem kurzen Ausflug setzen wir uns wieder ins Auto, es stand in der Zwischenzeit alleine auf den Parkplatz und begannen den sich zähgestaltenden Rückweg. Nach den vielen Eindrücken wollen wir eigentlich nur schnell in unsere Ferienwohnung jedoch zieht sich die Rückfahrt, auf der wir über Cesare fahren, in die Länge. Eigentlich wollten wir noch einen Cappuccino, Cesare hätte sich dafür angeboten, aber das haben wir lieber auf ein andermal verschoben.

 

 

Vanitas Stillleben – Tag 2 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 24. Oktober 2017

 

Das zeichnen eines Stilllebens beginnt mit dem Anordnen der Gegenstände, die auf dem Bild gezeichnet werden sollen, schrieb ich in meinem letzten Beitrag zum Stillleben (siehe hier).

Heute habe ich eine rostige Schraube zu den Gegenständen platziert, ich habe sie vor einiger Zeit beim Spaziergang gefunden.

 

 

Vanitas Stillleben – Tag 1 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Stillleben, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 23. Oktober 2017

 

Das zeichnen eines Stilllebens beginnt mit dem Anordnen der Gegenstände, die auf dem Bild gezeichnet werden sollen.

Ich habe eine große Auswahl dieser Gegenstände und heute habe ich die Strohblumen, die Roswitha Mecke mir bei der Ausstellung Eiswelten schenkte mit den Schneckenhäusern und Mäuseschädel von Nina Alice Schuchardt kombiniert. Natürlich sind für mich diese Gegenstände nicht bloße Naturalien, sie sind verknüpft mit den Personen und Geschichten derjenigen, die sie mir schenkten.

 

Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 2 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Freundschaft – Vanitas Stillleben Vers. 2 – 20 x 50 cm – Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Freundschaft - Vanitas Stillleben Vers. 1 - 20 x 50 cm - Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

Freundschaft – Vanitas Stillleben Vers. 1 – 20 x 50 cm – Hahnemühle Aquarellkarton (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Fotos habe ich mit einer Festbrennweite von 50 mm aufgenommen. Die Tiefenschärfe ist bei diesem Objektiv sehr gering – ich habe es zum Fotografieren meiner Zeichnungen gekauft. Mit den unscharfen und scharfen Elementen habe ich bei den Fotografien gespielt:

 

 

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