Susanne Haun

Sollte ein Künstler sich mit Kunsttheorie beschäftigen?

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 9. November 2015

Meine Auseinandersetzung mit Hegel schlägt Wellen.

21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

21 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein guter Künstlerfreund Jürgen alias Buchalov (siehe hier) rief mich letzte Woche an und bemerkte, dass er meinen Blog sofort schließen würde, wenn er das Wort Hegel lese.

Das ist ganz klar auch eine Reaktion, ähnlich, wie die von Xenia (siehe hier), der Poetin und Kunsthistorikerin, die in Facebook schrieb, sie betrachte meine Kunst sehr gerne ohne Hegel.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass ein Künstler sich auch mit Kunsttheorie beschäftigen sollte.

Jürgen und ich beschäftigten uns in der Kolumba mit Kunsttheorie (siehe hier) und das erweiterte den Geist und hat extrem viel Spaß gemacht.

Xenia als Kunsthistorikerin ist auch Theorielastig.

Daraus folgere ich, dass es nicht an der Kunsttheorie sondern an Hegel selber liegen muß.

Wer also ist der Adressat von Hegels Vorlesung über die Ästethik?

20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun (1)

20 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Diskurs mit Bo um Hegel und neue Spielarten in der Kunst – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 7. November 2015

Hegel regt auch auf Facebook zur Diskussion an. Ich führe dort mit Ahti Bo eine Diskussion, die ich hier festhalten möchte. Das Thema war, ob etwas Neues ohne Erinnerung geschaffen werden kann.

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ahti Bo

um etwas neues zu erschaffen, muss man jeweils einen sprung ins unbekannte wagen. aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht dabei an schon erfahrenes erinnern darf. man muss es sogar.

Ich

Ja Bo, so sehe ich es auch, ist es sonst nicht bezugslos?

Ahti Bo

das wäre es, aber das ist nicht der punkt. sondern dass es anders gar nicht geht. es gibt in der bildenden kunst ja auch so eine „richtung“, nämlich die der l’art brut, bei der man sich nicht so sicher ist, ob das überhaupt kunst ist, eben weil sie aus sich selbst heraus unbezüglich ist, will sagen keinen sinn macht. allenfalls interpretiert der betrachter etwas hinein und „macht“ somit im nachhinein den sinn selbst.

Ich

Selbstreflektion? Dann verändert sich das Werk von Betrachter zu Betrachter. Es gibt soviele neue „Spielarten“ in der Kunst. Gerade habe ich mich mit Reenactment in der Kunst beschäftigt und bin noch dabei, die Informationen zu verarbeiten. Hier kannst du, wenn du Lust hast, einen Bericht vom SRF Kultur darüber sehen.

Ahti Bo

mmh, für mich ist reenactment eher politik als kunst. ein bisschen steht es in der tradition von brecht (entfremdungseffekt etc.), nur ist es viel weniger gestaltet, daher ist der kunst-anteil in meinen augen eher gering. was mir bei diesen dingen auffällt (wie übrigens bei fast allen diskursen, in denen kunst und philosophie durcheinander geschmissen werden), ist, dass die interpretation jeweils den inhalt des kunstwerks überhöht. gemessen an dieser überhöhung wirkt das kunstwerk an sich dann wiederum sehr bedeutungslos, und das würde mich als künstler glaube ich eher stören als freuen.

Ich

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das reenactment sehe. Bei mir sind gerade sehr viele neue Gedanken und Impulse im Kopf, die ich in meiner Kunst einfliessen lassen möchte. Denn das ist doch Kunst: Gedanken von innen nach außen tragen. In welche Stilrichtung diese Kunst dann später von den Kunsthistorikern gepackt wird, dass kann mir als Künstler eigentlich egal sein. Jedoch finde ich es interessant, mir diese Spielarten anzuschauen, ohne sie jedoch immitieren zu wollen. Meine Kunst selber ist eher klassisch, ich empfinde es mitunter als erholsam, meine Gedanken mit einer Blumenzeichnung zu ordnen und diese dann in einen anderen Kontext zu setzen. So kann ich das Aufgewühlte in meinen Inneren doch etwas mildern und ruhiger werden, um wieder Gedanken aufzunehmen, die mich aufwühlen.

Was meint ihr dazu?

 

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie beschreibt Hegel die Freiheit und was hat sie mit Kunst zu tun?

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 6. November 2015

Um mir Hegels Texte zu erschließen, schreibe ich jede Woche Textexzerpte.

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Freiheit ist die höchste Bestimmung des Geistes. (134)
Die Freiheit ist zunächst subjektiv, unfrei und ihr steht das Objektive als Naturnotwendigkeit gegenüber.
Zur Freiheit gehört das Allgemeine und Selbstständige und im Gegensatz dazu stehen die Triebe.
Dadurch entsteht ein Gegensatz, die Philosophie denkt diesen Gegensatz (135).
Aus der Auflösung dieses Gegensatz entsteht Befriedigung.
Der Unwissende ist unfrei, denn ihm gegenüber steht eine fremde Welt.
Willkür ist unvernünftige Freiheit (136), abhängig von zufälligen Trieben (dem Sinnlichem und Äußeren)
Die Freiheit an sich ist subjektiv (138).

Die Zahlen in Klammern bedeuten die Seitenzahl in Hegels Vorlesung über die Ästhetik. Besonders, wenn ich eine Hausarbeit schreiben möchte ist es für das richtige Zitieren wichtig, die Seitenzahlen zu kennen und so kann ich auch immer wieder nachlesen, wie der genaue Wortlaut und Zusammenhang ist.

Kann ich Hegel so verstehen, dass nur der der die Freiheit besitzt, die zum absoluten Geist gehört, Kunst produzieren kann?

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Eine Rose ist eine Rose und ist Kunst – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 5. November 2015

Eine Rose ist eine Rose und ist Kunst!

Hegel, der bekannt dafür ist, das Ende der Kunst postuliert zu haben, ist nicht einfach zu verstehen. Bei jeder Sitzung lerne neue Sichtweisen in seinen Texten erkennen.

Unser philosophie Dozent versteht Hegel so, dass eine Rose Schön (Kunstschön) ist, wenn die Rose perfekt in all ihren Facetten zum Ausdruck gebracht wird.

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Zu dieser Aussage sind wir gestern im Laufe der Diskussion im Hegelseminar über die Stellung der Kunst bei Hegel gelangt.

Mit der Kunstvermögen wir mit unserem Geistigen nach außen zu dringen. Die Kunst führt uns das Geistige vor.

Kunst thematisiert eine geistige Idee in eine Form.

„Die Kunst erinnert uns, dass wir als geistige Wesen wirklich sind.“ fasste unser Philosophie Dozent, Herr Bertram, zusammen.

Die Kunst überschreitet eine Schranke, sie ist nicht nur sinnlich sondern sie geht mit dem absoluten Geist darüber hinaus.

Wir erkennen uns in den Prinzipien der Kunst wieder.

Die gestrige Seminardiskussion war lebhaft und inhaltsschwer. Ich habe obig nur wenige Aussagen aus der Diskussion genommen und schon mit jeder einzelnen können wir Seiten füllen.

Aber die Woche ist lang und ich habe Zeit, die Gedanken um Hegel kreisen zu lassen.

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

ENDLICH!

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 3. November 2015

ENDLICH!

Ich habe mit einen Kommentar wie den folgenden zu meinen Hegel Beiträgen lange schon gerechnet und war enttäuscht, dass er erst so spät erfolgte:

„Deine Blütenzeichnungen sind vordergründig, objektiv wahrnehmbare Blumendarstellungen.
Hegel ist da schon zwei Schritte weiter und erkennt in dem einzigartigen, subjektiven Ausdruck das Äussere ins Innere geholt und somit das übergreifende Objektive im Subjektiven verborgen.“ schrieb Wolfgang Herok gestern in den Kommentaren zu meinem 6.Beitrag zu Hegels Vorlesungen über die Ästhetik (siehe hier).

 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich dachte, es wäre schnell zu erkennen, dass ich die Blüten als bewusste Provokation den Hegelbeiträgen beigegeben habe. Hegel postoliert das Ende der Kunst. Er hat in seinen Vorlesungen über die Ästhetik die kommende Kunst vorweggenommen. Das finde ich sehr bewundernswert.

Was also ist an meinen Blüten die Kunst?

Die Blütenzeichnungen sind nicht alleine zu sehen. Jede der Blüten gehört zu den Hegelbeiträgen und die Hegelbeiträge gehören gebündelt zusammen und finden ihre Präsentation hier im Blog. Der Blog ist mein Gesamtwerk, aus diesem Gesamtwerk sind die Hegelbeiräge ein Teil davon. Ich präsentiere mein Kunstwerk digital in einer Ausstellung. Das Werk ist eine soziale Plastik, jeder von euch kann das Werk mit seinen Kommentaren erweitern!

Nun bin ich sehr gespannt auf eure Kommentare!

 

Ich war erstaunt und erfreut diese Kommentare von Gerda zu lesen. Vor allem gefallen mir Gerdas Worte zum gezeichneten Rahmen meiner Bilder.

„Vergiss nicht, dass Hegel kein Künstler war. Und der Dozent, ist er einer? Wie stehts mit den klugen Diskutanten? Wissen sie etwas von dem, was einen Künstler umtreibt, wie er vorgeht, was ihn antreibt, wo er Halt macht? Von seiner zitternden Freude, seinem Kampf und Krampf, seiner Verzweiflung? Wissen sie, wie er auf sein eigenes Bild starrt und es zu beurteilen versucht?
Deine Blumenbilder zeigen, wie das Lebendige über den Kasten im Kopf hinauswächst. Das erste tut es mit erheblicher Anstrengung, man fühlt den Kampf, das zweite ist fast gleichgültig gegenüber dem Kasten, ähnelt ihm mehr.
Deine Pflanzenzeichnungen sind sehr schön. Wie ich schon mal sagte, beeindruckt mich besonders, wie du sie in die rechteckige Form hineinstellst und also lebendiges Wachstum in den Rahmen der Logik stellst, ohne es zu behindern. Es zeigt ein Befürfnis, die Dinge nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie zu verstehen und notfalls auch zu kontrollieren.“
schrieb Gerda Kazakou zu meinen Hegel

Liebe Gerda, danke dafür, auch wenn ich mir etwas ganz anderes zu den Blüten gedacht habe!

 Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

Verästelungen am blauen Himmel und die letzte Blogparadenfrage – Susanne Haun

Posted in Blogparade, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 27. November 2012

Ich schaue in den blauen Himmel, sehe die kahlen Bäume mit den Verästelungen der Zweige, die sich wie das Leben in den Himmel recken.

Ich möchte über Franks Blogparaden Frage „Passen Kunst und Kommerz zusammen?“ nachdenken, finde aber keinen Zugang zur Frage.

Traumküste 34 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Traumküste 34 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Über die Definition von Kunst habe ich ausführlich hier in meinem Blog gesprochen.

Das der Haupt- oder auch der Nebenberufskünstler mit der Kunst Geld verdienen muss, ist allen klar – ich muss nicht von Miete, Essen und Krankenkasse reden.

Conny Niehoff hat es verschärft ausgedrückt.  Sie produziert ihre Kunst selbstverständlich mit allem was dazu gehört. Für sie ist ihre Begabung nichts besonderes; manchmal glaube ich sogar, dass sie nicht weiss, wie begabt sie ist.

Ich habe diese Selbstverständlichkeit das erste Mal bei Annette Pehnt und danach bei Kerstin Mempel bewusst wahrgenommen.

Annette Pehnt, die für uns netterweise die Sternzeichengeschichten schrieb, hat dieses Jahr zwei große Literaturpreise erhalten, den Solothurner Literaturpreis  und den Hermann Hesse Preis und sie moderiert das Freiburger Literaturgespräch. Sie muss ihre Arbeit nicht legitimieren und ich habe auch nie von ihr ein Wort in dieser Richtung gehört. Ebenso wenig von Kerstin oder Conny.

Es ist ein selbstverständliches Tun in allem was nötig ist.

1 In den Himmel schauen (c) Foto von Susanne Haun

1 In den Himmel schauen (c) Foto von Susanne Haun

Ich hatte heute noch die Indigo farbende Tusche auf meinem Arbeitstisch zu stehen. So habe ich zu den Bäumen noch eine Traumküsten gezeichnet.

For my English-speaking readers:
I look at the blue sky, see the bare trees with the ramifications of the branches that stretch out like living in heaven.

I want to think about Frank’s blogparade question  „Fit  art and commerce together?“ But I haven’t an access to this question.
About the defintion of art I have spoken extensively in my blog.
That artists must make money is clear for all of you – I don’t have to talk rent for the studios, food and health insurance.

Im Abstand von einer Woche haben einige Blogger euch Frangen zur Kunst gestellt und euch eingeladen, mit uns zu diskutieren. Dieses ist die letzte Woche und Frank Koebsch ist an der Reihe eine Frage zu stellen und die Diskussion zu leiten.

Hier eine Übersicht der bisherigen Fragen:

Susanne Haun    Wie wichtig ist für dich die Präsentation von Kunst

Ute Schätzmüller   Darf das Geschlecht der Künstler in der Rezeption und Beurteilung der Kunst eine Rolle spielen?

Jürgen Küster  Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

Conny Niehoff   Wird bildende Kunst überbewertet? Und drängen wir uns nicht zu sehr auf? Wen interessiert unser geistiges Gedöns?

Oliver Kohls       Wie beeinflusst das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen?

Frank Koebsch  Passen Kunst und Kommerz zusammen?

  • Als Sponsor für unser Projekt konnten wir, wie ich schon erwähnte,  Karsten Peters, Galerist der Hamburger Galerie Faszination Artgewinnen.
  • Start der Blogparade Künstler /  ausgelobter Preis Ausgelobter Preis
    22.10.2012 Susanne Haun„Azalee“17 x 22 cm, Zeichnung Tusche auf Bütten Azalee (c) Zeichnung von Susanne HaunAzalee (c) Zeichnung von Susanne Haun
    29.10.2012 Ute Schätzmüller“man, water”18 x 24 cm, Aquarellzeichnung auf Clairefontaine Bütten man, water (c) Ute Schätzmüllerman, water (c) Ute Schätzmüller
    04.11.2012 Jürgen Küstero.T.21 x 29,7 cm, Radierung/Gummidruck auf Bütten 160g o.T. (c) Jürgen Küstero.T. (c) Jürgen Küster
    12.11.2012 Conny Niehoff„kleine expressive Landschaft“ca. 16 x 24 cm,  Mischtechnik auf Papier kleine expressive Landschaft (c) Conni Niehofkleine expressive Landschaft (c) Conni Niehof
    19.11.2012 Oliver Kohls„Abendhimmel über Marschland”40 x 50cm, Pastell Abendhimmel über Marschland (c) Oliver KohlsAbendhimmel über Marschland (c) Oliver Kohls
    26.11.2012 Frank KoebschFaszination Ballett # 1“10,5 x 15 cm, Miniatur in Aquarell Faszination Ballett # 1 (c) Miniatur in Aquarell von FRank KoebschFaszination Ballett # 1

Sollte die Kunst in Bild-, bzw. Medienwissenschaft umbenannt werden? – Zeichnung und Diskussion von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Blogparade, Konzeptkunst, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 21. November 2012

In der Kunstwissenschaft wird überlegt, die Kunst in Bild-bzw. Medienwissenschaft umzubenennen², dann wäre die Frage nach Kunst oder nicht Kunst nicht mehr relevant!

Diese These passt zu Oliver Kohls Frage in der 5. Woche unserer Blogparade:
Wie beeinflusst das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen?

Die Frage, die ich mir zuerst dazu stelle ist, ob das Internet schon den Weg in die Kunst gefunden hat.
Als Kunst und nicht als Medium.
Ich möchte deshalb die Werbung und den Verkauf im Internet völlig aus der Frage herauslösen.

Zu allererst möchte ich feststellen, dass das Internet nicht die bisherigen Kunstarten wie das reale Bild/Foto für die Wand, die Filmkunst und Buchkunst ersetzen kann; das Internet kann sie nur um eine weitere Art des Ausdrucks ergänzen.
Für mich persönlich ist es eine zusätzliche Art der Betrachtung und des Ausdrucks in der Kunst, ein neuer Werkstoff.

Deshalb kann meines Erachtens die Umbenennung in Bild- und Medienwissenschaft wiederum nur einen Teil der Kunst abdecken. Alles andere bliebe bei dieser Art des neuen Kunstbegriffs außen vor.

Ich habe durch Jürgen Küster die Plattform Issuu kennen gelernt. Diese Plattform bietet die Möglichkeit, digitale Bücher zu präsentieren. Ich fand sie sofort faszinierend und Jürgens Bücher gefallen mir sehr. So habe ich mich angemeldet und bei mir gedacht, dass ich „irgendwann“ etwas hochladen.  Ähnlich, wie ich mit einem neuen Block zum Zeichnen verfahren würde.

Ich sehe es als Ergänzung zum gedruckten Buch.

Musste der Rezipient früher zum Betrachten der Kunst ins Museum, der Galerie oder Bücherei gehen, kann er sich nun leicht im Internet einen Überblick verschaffen. Gerade bei großen Bildern, Skulpturen, Installationen und Konzepten ist es schwierig im Internet einen genauen Eindruck zu erhalten. Ich vergleiche in dieser Funktion das Internet mit einem Buch.

Der Blog im Allgemeinen hat schon Einzug in die Kunst gehalten. Dazu gibt es Fachliteratur, die ich noch nicht gelesen habe, die ich aber in der näheren Zukunft in Angriff nehmen werde und worüber ich hier berichten werde.

Mein Blog ist Teil meines Werkes.

For my English-speaking readers
In arthistory is considered  art  rename in image or Media Studies ², then the question be art or not to be is no longer relevant! This hypothesis fits Oliver Kohl’s question in the 5th Week of our blogparade:  How does the Internet the art creative and artistic people experiencing
The question I ask myself first to whether the Internet has already found its way into art. As art and not as a medium
I would therefore like to advertising and selling on the Internet completely detach from the question.

Im Abstand von einer Woche werden wir folgenden sechs euch Fragen zur Kunst stellen und euch einladen, mit uns zu diskutieren:

  • Susanne Haun    Wie wichtig ist für dich die Präsentation von Kunst?
  • Ute Schätzmüller   Darf das Geschlecht der Künstler in der Rezeption und Beurteilung der Kunst eine Rolle spielen?
  • Jürgen Küster  Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?
  • Conny Niehoff   Wird bildende Kunst überbewertet? Und drängen wir uns nicht zu sehr auf? Wen interessiert unser geistiges Gedöns?
  • Oliver Kohls       Wie beeinflusst das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen?
  • Frank Koebsch
  • Als Sponsor für unser Projekt konnten wir, wie ich schon erwähnte,  Karsten Peters, Galerist der Hamburger Galerie Faszination Artgewinnen.
  • Start der Blogparade Künstler /  ausgelobter Preis Ausgelobter Preis
    22.10.2012 Susanne Haun„Azalee“17 x 22 cm, Zeichnung Tusche auf Bütten Azalee (c) Zeichnung von Susanne HaunAzalee (c) Zeichnung von Susanne Haun
    29.10.2012 Ute Schätzmüller“man, water”18 x 24 cm, Aquarellzeichnung auf Clairefontaine Bütten man, water (c) Ute Schätzmüllerman, water (c) Ute Schätzmüller
    04.11.2012 Jürgen Küstero.T.21 x 29,7 cm, Radierung/Gummidruck auf Bütten 160g o.T. (c) Jürgen Küstero.T. (c) Jürgen Küster
    12.11.2012 Conny Niehoff„kleine expressive Landschaft“ca. 16 x 24 cm,  Mischtechnik auf Papier kleine expressive Landschaft (c) Conni Niehofkleine expressive Landschaft (c) Conni Niehof
    19.11.2012 Oliver Kohls„Abendhimmel über Marschland”40 x 50cm, Pastell Abendhimmel über Marschland (c) Oliver KohlsAbendhimmel über Marschland (c) Oliver Kohls
    26.11.2012 Frank KoebschFaszination Ballett # 1“10,5 x 15 cm, Miniatur in Aquarell Faszination Ballett # 1 (c) Miniatur in Aquarell von FRank KoebschFaszination Ballett # 1

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² Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Kunst = Kunst – Teil 4 und für immer jung – Collagen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Collage, Kunstgeschichte, Zeichnung by Susanne Haun on 20. November 2012

In den letzten drei Tagen bin ich mit euch durch die Zeit des Kunstbegriffs gereist.
Heute bewegen wir uns von den 60zigern ins JETZT, in der seit 1990 andauernden Postmoderne.

Blatt 2 Für immer jung - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 2 Für immer jung – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Duchamps mit seinen Readymades und Beuys mit seinem erweiterten Kunstbegriff prägen ab Mitte des 2o. Jahrhunderts den Kunstbegriffe.

Ein Readymade ist ein Gegenstand des Gebrauchs, der aus seiner Umgebung herausgerissen in der Galerie oder im Museum zur Kunst wird. Duchamps Pissoir ist dafür das berühmteste Beispiel.

Um nun Kunst erkennen zu können, muß die Definition von Kunst klar reguliert (genormt) sein. Mir persönlich haben Bruce Naumans Worte zur Kunst besonders gefallen: „Ich folgerte also, dass ich ein Künstler in seinem Atelier war und dass demnach alles, was ich dort tat, Kunst sein musste.“³
Seitdem ich Auszüge dieses Interviews mit Bruce Nauman las, lächel ich an Gedanken daran, wenn ich morgens mein Atelier aufschließe!

Blatt 3 Im Zoo mit G. - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 3 Im Zoo mit G. – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

„Diskussionen über zeitgenössische Kunst spiegeln deshalb vor allem die Ansprüche des Publikums ihr gegenüber, wobei auffällt, dass die Heilserwartungen und revolutionären Hoffnungen seit den 1060er Jahren insgesamt verschwunden sind.“² steht im Lexikon der Kunstwissenschaft.

Seit den 80ziger Jahren wird das Ende der Kunst vorhergesagt. A.C.Danto (amerikanischer Philosoph und Kunstkritiker) und J.Baudrillard (französischer Medientheoretiker, Philosoph und Soziologe) stellen fest, dass die Kunst den Begriff der Philosophie immer mehr reflektiert und deshalb nicht mehr eigenständig besteht.

In der Kunstwissenschaft wird überlegt, die Kunst in Bild-bzw. Medienwissenschaft umzubenennen, dann wäre die Frage nach Kunst oder nicht Kunst obsolet!

Es hat mir Spaß gemacht, den Kunstbegriff auseinanderzunehmen und regt mich zum weiteren Denken an.

Oliver Kolhls stellt in unserer Blogparade die Frage, wie das Internet die kunstschaffenden und die kunsterlebenden Menschen beeinflusst.

Blatt 4 Die Zeit - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 4 Die Zeit – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ich habe heute weiter an meine Collagen aus dem „weggeworfenen Fotoalbum“ gearbeitet. Es ist schwer, die Gesichter mit weiß zu übermalen. Ich habe es bisher nur zur Hälfte geschafft. Die Dame schaut mich mit so strahlenden Augen an, dass ich es nicht schaffe, diese Freude zu übermalen. Collage kommt aus dem Französischen von coller gleich kleben. Es gibt Collagen nicht nur in der bildenden Kunst sondern auch der Musik und Literatur.

For my English-speaking readers:
In the last three days I have been traveling with you by the time of art.
Today we are moving from the 60zigern to NOW, in the epoch of postmodernism.
To recognize art, the definition of art must be clearly regulated (standardized).
Personally, I liked Bruce Nauman’s words to art: „I ​​concluded, therefore, that I was a artist in his studio, and that therefore everything I was doing, had to be art.“ ³
Since I read parts of this interview with Bruce Nauman, I smiled when I am on the door to my studio!


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³ Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²
² Naumann, Bruce, „Kunst, die eigentliche Tätigkeit – Ein Interview mit Ian Wallace und Russel Keziere, 1996, S.112

Kunst = Kunst – Teil 3 und eine weggeworfene Vergangenheit – Zeichnung von Susanne Haun

Heute gehe ich mit euch und der Kunst ins späte 19. und frühe 20. Jahrhundert.

Ich finde es sehr spannend, wie sich der Kunstbegriff über die Jahrzehnte ändert und ich werde versuchen, die Kunst, die ich mir anschaue, auch im Hinblick auf den zur Zeit der Herstellung gültigen Kunstbegriff anzuschauen.

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts suchten die Künstler nach einer Legitimation für ihre Arbeit. Sie standen unter dem Druck, etwas Besonderes, Revulutionäres schaffen zu müssen, dass dem hohen Anspruch, den die Gesellschaft an die Kunst hatte, genügen mußte. So taten sich viele Künstler aller Gattungen wie bildende Künstler, Dichter und Interlektuelle zusammen und verfaßten Manifeste, in denen sie ihre Vorstellung von Kunst darlegten, wie zum Beispiel die Futuristen oder die Brücke.

Ungeliebte Vergangenheit - Die Beobachterin - 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Ungeliebte Vergangenheit – Die Beobachterin – 25 x 25 cm (c) Collage von Susanne Haun

Es wurde begonnen, dem Kunstmarkt vorzuwerfen, durch eine Auratisierung Geld mit der Kunst verdienen zu wollen. Der Definition Kunstbegriff wurde vorgeworfen, für eine Entfremdung zwischen Kunst und Volk zu sorgen.

In Frankreich gründete sich die L’art pour l’art Bewegung, „die Kunst entsprechend als elitäre „Insel“ oder Paradies definiert, fern von sozialer Verantwortung, allein dem Schönen verpflichtet, was nicht selten Eskapismus-Vorwürfe provozierte.“²

Nun sind wir schon fast in unserer Zeit angekommen, aber noch nicht ganz … ich lasse uns wieder Zeit zum Denken.

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Weggeworfene Vergangenheit (c) Foto von Susanne Haun

Vor ein paar Tagen habe ich meine alten Zeitungen zum Papiermüll gebracht und sah gleich oben auf im Container zwei alte weggeworfene Fotoalben.  Mein Herz zog sich zusammen; eine weggeworfene Vergangenheit. Warum? Ist jemand gestorben und die Erben wollte sich mit den Fotos nicht belasten? Oder wollte jemand seine Jugend und seine Erinnerungen nicht mehr besitzen? War die Erinnerung an das, was einmal war, zu schmerzhaft? Eine sehr schöne Frau ist auf den Fotos abgebildet.

Habe ich das Recht, diese Fotos zu zeigen? Auch wenn sie entsorgt wurden? Es ist mir zu privat, die Fotos klar und deutlich zu zeigen. Was ist der Unterschied zu den alten Fotos, die ich auf dem Flohmarkt kaufe?

Ich nehme mir einen 25 x 25 cm Aquarellblock und beschliessen, alle Bätter dieses Blogs mit Collagen von den Fotoalben zu verarbeiten. Heute beginne ich mit dem ersten, der ungeliebten Vergangenheit, ich nenne es „die Beobachterin“.

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

Was darf ich zeigen (c) Foto von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
A few days ago I brought my old newspapers to the waste paper and saw at the top of the container two old discarded photo albums. My heart contracted, a discarded past, . Why? If someone died and the inherits did not want them? Or did someone don’t want to have his youth and his memories? Was the memory too painful? A very beautiful woman is pictured in the photos.
Have I the right to show these photos? Even if they were drop away? It’s too private to show the photos clearly. What is the difference to the old photos that I often bought at the flea market?
I take a lot of 25 x 25 cm watercolor papers and decide to process all sheets of them with collages of the photo albums. Today I begin with the first, the unloved past, I call it „the observer“.

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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Kunst = Kunst – Teil 2 und ein Besuch in Magdeburg – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 18. November 2012

Wir befinden uns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was ist Kunst zu dieser Zeit?

Der Kunst wurde nun eine Therapeutische Wirkung zugetraut, sie sollte den Rezipienten seine eigenen, individuellen Defizite klar machen und diesen Defiziten Abhilfe verschaffen.

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Die Kunst sollte erst im Auge des Rezipienten zur Entfaltung kommen. Philosophisch gesehen war es zu dieser Zeit unüblich, zeitgenössische Kunst als solche zu betrachten, weil sie den hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden nicht entsprechen konnte. Man sah das Ideal der Kunst in der Antike.

„In Vorwegnahme des marxistischen Endziels der Geschichte wurde vielmehr sogar die ersatzlose Abschaffung der Institutionen des Staates imaginiert, an deren Stelle ein ewiges und glückliches Reich der Kunst treten sollte.“²

Ich denke, an dieser Stelle ist wieder eine Pause zum Verinnerlichen des Gelesenen richtig.
Nach der Ablösung der Religion durch die Kunst sollte sie nun auch den Staat ersetzen.

Es ist auch einfach zu sagen, dass die Kunst nicht in der Gegenwart zu finden ist, damit werden Diskussionen mit Künstlern gleich im Keim erstickt.

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Ich dagegen schaue mir gerne aktuelle Kunst an. So habe ich gestern Conny Niehoffs neues Atelier besucht. Es ist von beeindruckender Größe und Conny fühlt den Raum mit ihrer Arbeit souverän. Bevor sie dort einzog, war ein Sparladen in der Halle, sie hat dezent noch einige Relikte aus der Zeit stehen gelassen: ein halb übermalter Spar Schriftzug an der Wand und ein Schild für Kartoffeln. Nach Anmeldung könnt ihr euch Connys Arbeiten im neuen Atelier anschauen.

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Conny und ich kennen uns seit September 2004, wir haben uns im Netz kennen gelernt und ich war seither oft in Magdeburg und konnte so einige Städtebaulichen Veränderungen miterleben. Gestern waren wir am Hundertwasserhaus, von dem ich noch Fotos im Bau befindlich von 2005 gefunden habe. Wir waren auch vor der Renovierung im Kloster unser lieben Frauen, leider habe ich diese Fotos nicht mehr gefunden. Das Kloster wurde im Hochmittelalter so um  1063 angefangen zu bauen. Ich mag die Stimmung im Kloster, die ich mit meiner kleinen CANON IXUS eingefangen habe. Kein einfaches Unterfangen, weil es begann schon zu dämmern! So habe ich aus den vielen Figurengruppen, die ich gestern sah, einzelne herausgenommen und gezeichnet.

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

For my English-speaking readers:
I gladly look present art. I visited yesterday Conny Niehoffs new studio. It feels an impressive size and Conny fills the space confidently with their work. The hall was a food store before she moved there, she discreetly few relics from the time left: half overpainted saving writing on the wall and a plate of potatoes.


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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

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