Susanne Haun

Diskurs mit Bo um Hegel und neue Spielarten in der Kunst – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Hegel, Philosophie, Zeichnung by Susanne Haun on 7. November 2015

Hegel regt auch auf Facebook zur Diskussion an. Ich führe dort mit Ahti Bo eine Diskussion, die ich hier festhalten möchte. Das Thema war, ob etwas Neues ohne Erinnerung geschaffen werden kann.

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ahti Bo

um etwas neues zu erschaffen, muss man jeweils einen sprung ins unbekannte wagen. aber das bedeutet nicht, dass man sich nicht dabei an schon erfahrenes erinnern darf. man muss es sogar.

Ich

Ja Bo, so sehe ich es auch, ist es sonst nicht bezugslos?

Ahti Bo

das wäre es, aber das ist nicht der punkt. sondern dass es anders gar nicht geht. es gibt in der bildenden kunst ja auch so eine „richtung“, nämlich die der l’art brut, bei der man sich nicht so sicher ist, ob das überhaupt kunst ist, eben weil sie aus sich selbst heraus unbezüglich ist, will sagen keinen sinn macht. allenfalls interpretiert der betrachter etwas hinein und „macht“ somit im nachhinein den sinn selbst.

Ich

Selbstreflektion? Dann verändert sich das Werk von Betrachter zu Betrachter. Es gibt soviele neue „Spielarten“ in der Kunst. Gerade habe ich mich mit Reenactment in der Kunst beschäftigt und bin noch dabei, die Informationen zu verarbeiten. Hier kannst du, wenn du Lust hast, einen Bericht vom SRF Kultur darüber sehen.

Ahti Bo

mmh, für mich ist reenactment eher politik als kunst. ein bisschen steht es in der tradition von brecht (entfremdungseffekt etc.), nur ist es viel weniger gestaltet, daher ist der kunst-anteil in meinen augen eher gering. was mir bei diesen dingen auffällt (wie übrigens bei fast allen diskursen, in denen kunst und philosophie durcheinander geschmissen werden), ist, dass die interpretation jeweils den inhalt des kunstwerks überhöht. gemessen an dieser überhöhung wirkt das kunstwerk an sich dann wiederum sehr bedeutungslos, und das würde mich als künstler glaube ich eher stören als freuen.

Ich

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das reenactment sehe. Bei mir sind gerade sehr viele neue Gedanken und Impulse im Kopf, die ich in meiner Kunst einfliessen lassen möchte. Denn das ist doch Kunst: Gedanken von innen nach außen tragen. In welche Stilrichtung diese Kunst dann später von den Kunsthistorikern gepackt wird, dass kann mir als Künstler eigentlich egal sein. Jedoch finde ich es interessant, mir diese Spielarten anzuschauen, ohne sie jedoch immitieren zu wollen. Meine Kunst selber ist eher klassisch, ich empfinde es mitunter als erholsam, meine Gedanken mit einer Blumenzeichnung zu ordnen und diese dann in einen anderen Kontext zu setzen. So kann ich das Aufgewühlte in meinen Inneren doch etwas mildern und ruhiger werden, um wieder Gedanken aufzunehmen, die mich aufwühlen.

Was meint ihr dazu?

 

Florales  (c) Zeichnung von Susanne Haun

Florales (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Antworten

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  1. gkazakou said, on 7. November 2015 at 20:29

    Wie du dir denken kannst, Susanne, finde ich deine Selbstreflexionen als Künstlerin sehr anregend und schön von dir, dass du dieses Gespräch in deinem Blog wiedergibst und so eine Art Diskussionsforum anbietest.

    • Susanne Haun said, on 8. November 2015 at 19:38

      Danke, Gerda, ich freue mich sehr, dass du das so siehst.
      Viele betrachten meine Auseinandersetzung mit Hegel für mich als Künstlerin so unnötig wie ich sie als essential betrachte.
      Ich werde morgen in meinem Blog darüber schreiben


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