Susanne Haun

Wegschütten – Objekt von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Objekt, Projekt Wegschütten, Wegschütten by Susanne Haun on 22. Juli 2016

 
In weniger als einem Monat präsentieren Jürgen Küster, Cristina Wiedebusch und ich die Ausstellung Wegschütten.

Letzte Woche habe ich das Objekt Wegschütten fertiggestellt, es besteht aus textilen Strängen die sich wie Wasser in einen Glaskasten ausschütten. Ich freue mich, dass ich diesen Weg gefunden habe, die textilen Elemente und die Zeichnung in einem Objekt zu verbinden.

 

Wegschütten (c) Objekt von Susanne Haun

Wegschütten (c) Objekt von Susanne Haun

 


 

Entstehung der Video-Dokumentation Susanne Haun – Dokumentarin AugenZeugeKunst Anna-Maria Weber beginnt mit den Dreharbeiten

Posted in Darstellungsvideo, Filmisches Künstlerportrait, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Juli 2016

 

Es ist schon drei Jahre her, da besuchte ich beim bbk einen von Annas Informationsveranstaltugen zum Thema dokumentarisches Filmen. Nachdem ich ihre Filme gesehen hatte, war für mich klar, dass ich gerne einen Film über meine Kunst mit ihr drehen möchte.

Dokumentarin AugenZeugeKunst Anna-Maria Weber (c) Foto von Susanne Haun

Dokumentarin AugenZeugeKunst Anna-Maria Weber (c) Foto von Susanne Haun

 

Da ich dieses Jahr keine Rahmen kaufen muss, war es für mich eine passende Gelegenheit, dieses zurückgelegte Geld in einen Film zu investieren.

Auf Anna-Maria Webers Homepage AugenZeugeKunst (siehe hier) fasst sie treffend zusammen, warum es heute wichtig ist, auch bewegte Bilder für sich sprechen zu lassen:

„… ein bewegtes Bild sagt mehr als tausend Worte.

Inwieweit ist diese Aussage auch für Bilderwelten, Abbildungen und Darstellungen zeitgenössischer Kunst anwendbar? Weder ein Bild noch tausend Worte vermögen zeitgenössische Kunst, die Arbeit des Künstlers oder des Kunstvermittlers so gut zu beschreiben, wie es bewegte Bilder, ein Kurzfilm oder eine Video-Dokumentation, können.“²

Hier findet ihr Beispielfilme von Anna-Maria.

Am Montag haben wir den ganzen Tag in meinem Atelier gedreht. Das war anstrengend! Ich hätte nie gedacht, dass es so anstrengende ist, vor der Kamera zu stehen und die Regieanweisungen zu befolgen. Und dabei musste ich doch bloß ich selber sein!

Schon lange vor dem Drehtermin bat mich Anna, mir darüber klar zu werden, wer ich bin, was ich mache und wie wir das im Film darstellen wollen. Sie machte mir einige Vorschläge, was möglich ist und beriet mich bei meinen Überlegungen. Auf ihrer Seite findet ihr auch eine Übersicht von dem, was alles zu einem Film dazugehört!

 

Vorbesprechung des Darstellungsvideomit Dokumentarin AugenZeugeKunst Anna-Maria Weber (c) Foto von Susanne Haun

Vorbesprechung des Darstellungsvideos mit Dokumentarin AugenZeugeKunst Anna-Maria Weber (c) Foto von Susanne Haun

 

Für die Dreharbeiten kam Anna mit einem großen Exipment an Technik. Beim Aufbau berichtete sie von ihren Ängsten, etwas beim Aufbau kaputt zu machen, „aber ich bin versichert!“, sagte sie mit großer Erleichterung. Mein Atelier war vom Licht schwer auszuleuchten, die Kamera schimpfte immer „Highkey“ also zu hell! Anna ist sehr genau, kein falscher Schatten soll zu sehen sein! Besonders schwierig ist es, meine Brille auszuleuchten. Nichts empfindet sie schlimmer als wenn Reflexionen auf dem Glas zu sehen sind.

Wir drehten insgesamt 8 Stunden, danach viel ich ins Bett und schlief durch bis zum nächsten morgen!

 

Zeichnerin Susanne Haun bei der Arbeit (c) dokumentiert von Anna-Maria Weber

Zeichnerin Susanne Haun bei der Arbeit (c) dokumentiert von Anna-Maria Weber

 

Der Film wird nach den Sommerferien erscheinen.

Für Anna beginnt jetzt ein weiterer arbeitsintensiver Teil beim Erstellen des Films. Sie füllt viele Excel Tabellen, um genau festzuhalten, welches Rohfilmmaterial vorhanden ist und anhand dieser Tabellen beginnt sie mit dem schneiden.

Während des Drehs habe ich viele Bilder von Anna bei der Arbeit fotografiert und sie gebeten, auch das eine oder andere Foto von mir bei der Arbeit zu machen. So kann ich diesen Beitrag sehr gelungen mit Fotos dokumentieren.

Ich freue mich sehr auf den Film und auch darauf, bei meinen nächsten Bewerbungen für Projekte, Ausstellungen, Stipendien oder Kunstpreise auch bewegte Bilder zeigen zu können.

Übrigens: Am 1. August 2016 feiert AugezeugeKunst sein 5jähriges Bestehen!

 

 

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² http://www.augenzeugekunst.de/dt/konzept.html, 20.7.2016, 7:48 Uhr

Fragile Sense of Hope im me collectors room – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 15. Oktober 2014

Zeit ist ein relativer Begriff – ich dachte, ich wäre erst gestern beim letzten Presselunch im me collectors room gewesen,  jedoch war dieser schon im Mai.

 

Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

 

Am Donnerstag fand der Presselunch zur Ausstellung „FRAGILE SENSE OF HOPE, Art Collection Telekom“  im me collectors room statt.
Die Ausstellung kann vom 10.10.-23.11.2014 im me collector room betrachtet werden.
me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht, Auguststraße 68, 10117 Berlin, Di – So 12-18 Uhr

Es waren sehr viele „Presseleute“ beim Lunch. Ich war erstaunt – das erste Mal nahm ich im September 2013 einen Pressetermin im me collectors room wahr. Es waren mehrere Termine angeboten und ich war zum ersten Termin alleine vor Ort und erhielt einen kleinen besinnlichen Überblick über die Ausstellung der Arbeiten von Thomas Schütte.

Im Mai beim Presselunch zur Präsentation der Sammlung Patrizia Sandretto de Rebaudengos war es schon etwas voller, jedoch konnte ich mit Frau Sandretto de Rebaudengos noch ein paar Worte wechseln.

Gestern erschlug mich das Event fast, obwohl ich es in meinem Kopf zerlegte und in seine einzelnen Bestandteile sehr interessant fand. Nur die Kunst, die ist mir ein wenig zu kurz gekommen. Es mag sein, dass ich einen derartigen „Pressewirbel“ nicht kenne und ihm deshalb mehr Aufmerksamkeit als der Kunst schenkte. Es wurde mit großen Kameras und den dazugehörigen Kamerawagen, jegliche Art von Spiegelreflexkameras, Handy, Tablets im Raum agiert. Jeder dieser dort anwesenden Fotografen hat sicher bessere Fotos gemacht als ich es vermag!

Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

So fotografierte ich die Situation „Presselunch“ selber, machte etwas andere Fotos und hatte Freude daran. Ich hoffe, die Betrachter der Fotos können diese ebenso mit einem lachenden Auge anschauen. Ich hatte die Lomo Fotografie im Kopf.

Es fiel mir heute beim Schreibe des Artikels auf, dass bisher alle schon veröffentlichen Texte zur Ausstellung mit dem ersten Satz der vorgefertigten Pressemitteilung beginnen:
„Erstmalig präsentiert die Deutsche Telekom im Herbst 2014 unter dem Titel „Fragile Sense of Hope“ Teile ihrer Sammlung, der Art Collection Telekom, im me Collectors Room/Stiftung Olbricht in Berlin.“

Thomas Olbricht saß während den Presse-Gesprächen abseits am Fenster des me collector rooms auf einer Couch. Er erscheint sehr aufmerksam, aber denoch etwas distanziert zum Geschehen. Ist es wirklich Schüchternheit, wie die Direktorin der Stiftung Julia Rust anmerkte?

Die Vertreter der Telekom erläuterten das Sammlungs-Konzept. Es werden Arbeiten von Künstlern aus Ost- und Südeuropa gesammelt. Die Sammlung soll die Künstler über einen gewissen Zeitraum begleiten und ihr Werk dokumentieren. Bis vor Gründung der Sammlung wurde von der Telekom Kunst als reine Bürodekoration angekauft, bemerkte ein Vertreter der großen Firma schmunzelnd.

Bei der Präsentation der Sammlung wird gezielt Wert auf neue Museumstechnologien gelegt. Der Besucher kann sich ein iPad mit einem digitalen Museumsführer ausleihen und so mehr über die Künstler und ihre gezeigten Werke erfahren. Im Katalog zur Ausstellung befinden sich QR Codes, mit deren Hilfe der Leser mehr im Internet zum Künstler erfahren kann.

Einer der kuratorischen Berater der Sammlung Telekom, Rainald Schumacher, hebt besonders die Kinder- und Jugendarbeit der Sammlung Olbricht im me collector room hervor. Mehr darüber könnt ihr hier erfahren. Ich persönlich finde es auch sehr wichtig, dass Kinder schon früh an Kunst herangeführt werden. Nur so kann die Kunst auch eine Bedeutung in der neuen Sammlergeneration erhalten. Leider fällt auch heute noch zu oft gerade der Kunst und Musikunterricht in der Schule aus und wird als unwichtig deklariert.

 

Mein präferiertes Bild der Ausstellung - Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

Mein präferiertes Bild der Ausstellung – Presselunch me collectors room zur Art Collection Telecom (c) Foto von Susanne Haun

 

 

Mir hat die Ausstellung gefallen, besonders das Bild Nr. 19. Was sich hinter dem Bild 19 verbirgt? Ihr könnt es im me collectors room betrachten.

 

Können wir zeitgenössische Kunst fassen? – Bericht von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Film, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 20. Juni 2014

Klausbernd Vollmar (hier ein Link zu seinem gemeinsamen Blog mit Dina) und ich diskutieren immer noch über das Wesen des Ichs und der Kunst (siehe Beitrag hier).

Wie arbeiten wir innerhalb unserer Kunst? Gibt es unterschiede zwischen der Wort- und der Bildkunst.

Was ist heute überhaupt Bildkunst? Sollte es eine neue Studienrichtung – die Bildwissenschaften geben? Und zählen zu diesen Bildwissenschaften auch alle Facebook Fotos?

Ich möchte über die Bildkunst heraus wachsen. Noch bin ich davon entfernt – ich bin Zeichnerin. Und das will ich auch bleiben. Aber ich möchte die Zeichnung mit dem Wissen, was ich beim Studium erwerbe anreichern. Wie kann ich das machen? Es ist eine gute Frage.

 

Vor zwei Jahren experimentierte ich mit Animationen. Hier eines der Ergebnisse:

 

 

 

Mich inspiriert das Seminar „Zeitgenössische Kunst“ sehr. Es gehört zu meinem Modul „Theorie und Methode“ was ich mit diesem Seminar abschliessen werde. Ich finde es dort sehr passend. Bei jedem Termin wird eine neue zeitgenössische Kunstrichtung vorgestellt und wir diskutieren darüber. Oft fragen wir uns „Ist das Kunst?“. Dabei ist es wichtig, dass wir uns auf sie in allen neuen Formen einlassen.

Der Sprung, von den ursprünglichen Denkmustern zu den neuen ist sehr schwer. Auch ich habe damit meine Probleme und aus den Gesprächen mit meinen Kommilitoninnen in diesem Seminar weiss ich, dass auch die jungen Menschen damit Schwierigkeiten haben. Aber diese Schwierigkeiten gab es schon immer, selbst die Impressionisten, die uns heute so leicht verständlich scheinen, hatten Probleme sich durchzusetzen und verstanden zu werden.

Klausbernd stellte die Theorie auf, dass Wortkunst anders entsteht als Bildkunst. Ich denke, der Entstehungsprozeß ist abhängig von der Art des Denkens der Künstler. In der Zeitgenössischen Kunst wird anders gedacht. Alte Wege werden verlassen. Als Beispiel möchte ich euch die Spekulation in der Kunst vorstellen. Nicht die wirtschaftliche Spekulation sondern die Spekulation in der Philosophie nach Kant. Und da beginnt das Dilemma. Wir können die Kunst nicht mehr mit den Augen alleine erfassen, der sinnliche Eindruck muss durch theoretisches Wissen komplettiert werden.

„Spekulation ist eine philosophische Denkweise zu Erkenntnissen zu gelangen, indem man über die herkömmliche empirische oder praktische Erfahrung hinausgeht und sich auf das Wesen der Dinge und ihre ersten Prinzipien richtet.“ so steht es im Wikipedia und es ist natürlich viel zu einfach gesagt. Aber es trifft den Kern.

Als Beispiel könnte ihr euch die Ausstellungsseite Fridericianums (siehe hier) Arbeiten zu diesem Thema anschauen. Es ist sinnvoll, euch einfach mal ein paar der Künstler anzuschauen, indem ihr den Links an der Seite folgt. Was haltet ihr davon?

Sehr interessant sind die Arbeiten des Künstlers Ryan Trecartin. Ich war entsetzt als ich seine Videoarbeiten (siehe hier) sah und doch muss ich die ganze Zeit seither darüber nachdenken. Hier seht ihr einiges bei Vimeo. Es ist wichtig auch den Ton zu hören. Unser Dozent erzählte, dass bei der Venedig Bienale jeweils ein Film auf eine Raumseite projeziert wurde und dazu auf dem Boden die Requisiten des Films lagen. Das muss ein unglaublicher Sinneseindruck gewesen sein.

Auch hier ist die Sprache noch die Bildwelt.
Die zeitgenössische Kunst sprengt jegliche Regeln. Und genau das ist es doch auch, was zeitgenössische Kunst ausmacht. Sie ist voller philosphischer Ansätze und von der Philosophie kaum zu trennen.

Deshalb Klausbernd glaube ich, dass der Unterschied zwischen Bild- und Wortkunst nicht im sinnlichen Erlebnis oder in der Theorie der Art des Denkens liegt.

 

Wer Interesse hat, kann nun hier Klausbernd und meinen Dialog lesen. Ich würde mich freuen, eure Meinung zu lesen:

Klausbernd said, on 14. Juni 2014 at 15:22

Liebe Susanne,
jede Malerin, Grafikerin und Illustratorin steht in der Geschichte der Produktion von Bildern. Es hilft der Künstlerin sehr, denke ich, ihren Standort in dieser Geschichte reflektieren zu können. Insofern gehört dein Kunstgeschts- und Philosophiestudium zur Weiterbildung in deiner Kunst – eine aufwändige in der Tat, aber eine notwendige zur Weiterentwicklung, oder?
Ganz liebe Grüße von der sonnigen Küste Norfolks
Klausbernd
Ich habe auch u.a. Philosophie und Literaturgeschichte studiert, was dem Schreiben meiner Romane sehr geholfen hat. Aber da stellten wir ja schon die Frage auf meinem Blog, ob grundsätzlich das Schreiben nicht intellektueller ist als das Malen …
Antwort

Susanne Haun said, on 14. Juni 2014 at 19:03

Liebe KB,
eine sehr befriedigende, wenn auch aufwendige Art der Weiterbildung. Ich beginne, die Welt anders zu sehen, es macht mir Freude. Es ist sehr viel Arbeit und meine sozialen Kontakte leiden, auch meine Kunden. Aber irgendwoher muß ja die zusätzliche Zeit herkommen und der Vorlesungsplan ist jedesmal so interessant, dass ich mich noch sehr zusammennehmen muss, damit ich nicht noch mehr Seminare und Vorlesungen besuche.  Wie schön, KB, der Wettstreit der Künste um 1500 herum wird bei dir im Blog auf unsere Zeit übertragen: Literatur gegen Malerei: die Paragone: Zu den Künstlern, die sich in Form von Traktaten am Paragone-Diskurs beteiligten, gehörten Leon Battista Alberti, Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci, die alle die Malerei als die edelste der Künste favorisierte. Meine Suppe ist fertig, ich wünsche dir einen schönen Abend, lg Susanne
Klausbernd said, on 16. Juni 2014 at 12:06

Liebe Susanne,
mir ging es nicht in meiner Aussage über die EDELSTE der Künste, was ja ein Werturteil ist, sondern mir ging es um die Qualität der unterschiedlichen Künste, also in dem Sinne, dass Schreiben mehr zum Intellektuellen hin tendiert und Malen/Zeichnen mehr zum Sinnlichen. Das ist für mich eine Qualitäts-, aber Wertaussage – und überhaupt, ist das ein Gefühl von mir, eine subjektive Aussage ohne Bewertung.
Habe eine schöne Woche
liebe Grüße von
Klausbernd und Dina und unsere geliebten Buchfeen Siri und Selma
Susanne Haun said, on 18. Juni 2014 at 07:51

Oh, KB, das denke ich ist ein Urteil, dass die zeitgenössischen Künstler nicht gerne hören. Die Epoche der Moderne ist beendet. Was beginnt nun? Im Seminar “Zeitgenössische Kunst” untersuchen wir gerade die Strömungen der Gegenwartskunst. Sie ist intellektueller denn je. Kaum ein Werk kann nur noch durch den sinnlichen Eindruck begriffen werden. Natürlich entfernt sich die zeitgenössische Kunst zum Teil auch vom Malen und Zeichnen und baut doch wiederum darauf auf.
Ich werde im Laufe der Woche ein paar Beispiele zur Zeitgenössischen Kunst auf meinem Blog vorstellen. Der philosophische Aspekt der neuen Kunst ist dabei unübersehbar. Ob wir diese Kunst sofort begreifen oder für uns annehmen, das ist eine andere Sache.
Ich würde zu den Beispielen unseren Dialog gerne als Dialog mit im Artikel schreiben. Denn er steht auch zum Teil für meinen inneren Dialog, den ich beim Anblick der zeitgenössischen Kunst führe.
Einen schönen Tag dir und auch Dina und den Buchfeen von Susanne
Klausbernd said, on 18. Juni 2014 at 11:19

Liebe Susanne,
ich bin mir sehr unsicher, über den Unterschied zwischen der Wortkunst und der Bildkunst. Ich war mit einer Zeichnerin, die Expeditionszeichnerin ist, das letzte Mal in der Arktis. Dabei fiel mir auf, dass wir oftmals ziemlich unterschiedlich wahrnahmen. Sicherlich viel zu vereinfacht ausgedrückt, hatte ich das Gefühl, sie denkt mit dem Stift, indem sie zeichnet und entwickelt ihre “Endzeichnung” aus gezeichneten Entwürfen. Das ist ähnlich, wie ich schreibe: ich schreibe einen Entwurf, den ich immer wieder überarbeite, bis der “Endtext” steht. Bei mir, so hatte ich das Gefühl, ist die Entwicklung bis zum fertigen Text durch theoretische Überlegungen geprägt, bei ihr war die Entwicklung mehr sinnlich, wie ich es wahrnahm. Sie zeichnete, verwarf, nachdem sie den Entwurf von Farbe und Linienführung betrachtete und dann wurde neu gezeichnet. Ich will es mal so ausdrücken: Sie SAH, was zu veränderändern war (und war nicht so an Reflektion interessiert), ich DENKE darüber nach, was an meinen Texten zu verändern ist.
Von dieser Erfahrung her sind meine Aussagen über den Unterschied zwischen Schreiben und bildschaffender Kunst geprägt.
Ja, du kannst gern unseren Dialog in deinem Text aufnehmen. Siri & Selma 😉 schrieben ja über Landschaftsfotografie in einem unserer letzten Blogs. Da geht es über Reflexion beim Abbilden und Otto von Münchow drückte es auch nochmal in seinem Kommentar zu diesem Blog aus, dass jeder, der ein Bild schafft, in der Historie der Bildproduktion steht. Well, in diesem Blog vertreten Siri & Selma die andere Seite der Münze: Es geht um die Reflexion in der bildschaffenden Kunst.
Ich finde das Thema so interessant, da es mir schwer fällt, es richtig zu verstehen. Ich sehe aus persönlicher Erfahrung einen Unterschied zwischen Wort- und Bildkunst, auf der anderen Seite kann ich ihn nicht fassen.
Ganz liebe Grüße aus Cley, wo ich gerade ganz down-to.earth meinen Rasenmäher reparierte
Klausbernd
liebe Grüße auch von Dina, Siri & Selma
Susanne Haun said, on 19. Juni 2014 at 14:28

Lieber KB,
ich denke, dass in der Wort- sowie in der Bildkunst jeder seine eigene Art der Arbeit finden muss. Ich benötige für meine Arbeiten sehr viele theroretische Überlegungen, ich zeichne selten “nur” aus der Emotion hinaus sondern informiere mich umfassend über das Thema, zu dem ich zeichne. Mein gewonnenes Wissen fliess dann direkt und indirekt in die Zeichnung ein. Trotzdem sind die Zeichnungen sinnlich erfasst, denn das recherchierte Wissen sowie mein handwerkliches Können führen mich zur spontanen kreativen Handlung.
Ich möchte diesen Dialog von der “bildschaffenden” Kunst lösen, denn die “bildende” Kunst ist soviel mehr in den letzten 100 Jahren geworden.
Danke, dass ich unseren Dialog für meinen Beitrag nutzen kann. Ich werde ihn aber erst morgen schreiben, denn dafür brauche ich Ruhe und Zeit, um meine Gedanken geordnet in den Rechner zu schreiben. Beides habe ich heute nach der Uni nicht mehr.
Ich wünsche euch vieren in Cley einen schönen ABend, LG Susanne
Klausbernd said, on 19. Juni 2014 at 18:51

Liebe Susanne,
wir haben heute den ganzen Tag einen Schuppen fürs Kaminholz gebaut und zwei kleine Schuppen restauriert. Nachher, du glaubst es kaum, möchte Dina mit mir in den Pub gehen, da England heute spielt und dort public viewing ist. Ich geb’s zu, ich habe noch nie so etwas elebt. Selma und Dina halten das für eine Bildungslücke. Ich bin gespannt und freu mich auf alle Fälle aufs Bier. Von Fußball haben Siri und ich keine Ahnung, oh dear …
Ich bin darauf gespannt, was du schreiben wird. Ich habe fast keine Ahnung von Kunstgeschiche, meine Schwester ist die Spezialistin. Sie gibt mir stets Nachhilfe 😉
Auch dir einen schönen Abend.
Liebe Grüße aus dem hochsommerlichen Cley
Klausbernd
die anderen 3 lassen auch lieb grüßen

Die Zukunft der Vergangenheit – was ist ein Reenactment?

Posted in Kunstgeschichte by Susanne Haun on 3. Juni 2014

Heute war ich lange an der Uni – das letzte Seminar hat den Titel „Zeitgenössische Kunst“ und beschäftigt sich mit den verschiedenen Ausdruckweisen der Kunst in usnerer Gegenwart.

Wir diskutierten über das künstlerische Reenactment, seit den 2000er Jahren eine der wichtigsten Strömung der Gegenwartskunst. Als Beispiel wurde das Werk „The Battle of Orgreave“ von 2001 von Jeremy Dellers vorgestellt. 2004 erhielt Dellers den Turner Prize für dieses Werk.

Hier auf youtube könnte ihr seinen Film zu The Battle of Orgreave sehen.

Deller führt uns ein Dokument der Vergangenheit als zu interpretierende Gegenstände vor Augen. Er stellt in seiner Arbeit mit Reeactment-Schauspieler und tatsächlichen Gegenwartszeugen den Bergarbeiterstreik von 1984 in Orgreave, England dar. Dabei vertauscht er die Rollen der Zeitzeugen; aus den Bergarbeitern werden Polizisten und umgekehrt. In dem nachgestellten Film sind Originalszenen eingeschnitten. Die Vergangenheit erscheint nicht abgeschlossen. Er interviewt Zeitzeugen und zeigt auch diese Interviwes im Film.

Juliane Rebentisch schreibt in ihrem Buch „Theorien der Gegenwartskunst“, dass dem Thema Erinnerung eine immer größere Bedeutung in der Kunst zukommt.

Es war mir wichtig, über dieses Thema zu schreiben. Aber ich habe keine Zeichnung von mir zu diesem Thema. Reenactment hat für mich etwas vom Beearbeiten von historischen Ereignissen der nahen Vergangenheit in Form von Performances oder von Filmen.

Damit gibt es seit dem 9. März 2009, an diesem Tag begann ich, diesen Blog täglich zu führen, keine Arbeit von mir in einem Artikel.

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Quelle: Rebentisch, Juliane. Theorien der Gegenwartskunst, Hamburg 2013.

Stanze/Rooms – Sandretto de Rebaudengos Sammlung im me collectors room – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 1. Mai 2014

Gestern war ich zum Presselunch zur Ausstellungseröffnung Stanze/Rooms im me Collectors Room der Stiftung Olbricht.

Beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Ab dem 2. Mai 14 präsentiert Thomas Olbricht Teile der Sammlung Patrizia Sandretto de Rebaudengos im me Collectors Room. Sie gehört zu den wichtigsten privaten Sammlerinnen zeitgenössischer Kunst in Europa, mit dem Sammeln begann sie in den frühen 90zigern.

Beim Presselunch sprach Patrizia Sandretto de Rebaudengos persönliche Worte zur kommenden Ausstellungseröffnung. Wir erfuhren, dass sie schon als Kind kleine Pillendöschen sammelte und seit den 80ziger Jahren sammelt sie Modeschmuck, der im 1. Stock im me Collector Room gezeigt wird. So präsentiert sich Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch auch in einem atemberaubenden pink farbenden klassisch geschnittenen Kleid mit einer funkelnden, eng am Hals liegenden Kette. Selbstbewusst, sympathisch und fröhlich lächelt sie ihr Publikum an.
Leider war ich auf die Möglichkeit des Fotografierens schlecht vorbereitet, meine Kamera lag zuhause, aber ich hatte zum Glück ein aufgeladenes Handy dabei, um wenigstens ein paar „Knipsfotos“ mit Impressionen der Veranstaltung und Ausstellung zu zeigen.

Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Patrizia Sandretto de Rebaudengos beim Presselunch im me Collectors Room (c) Foto von Susanne Haun

Ihre zeitgenössische Kunstsammlung besteht aus mehr als 2.000 Werken verschiedenster Medien von aufstrebenden Künstlern Europas.
Sie sammelt nicht unter dem Aspekt eines speziellen Themas sondern sie möchte generell mit der Kunst in einen Dialog treten und ihre Erfahrungen im Umgang mit Kunst mit anderen teilen. Patrizia Sandretto de Rebaudengos findet es als Abenteuer, die Künstler kennenzulernen, mit ihnen zu reden und zu entscheiden, welches Werk sie kaufen wird.

Sandretto hat drei Punkte genannt, die ihr wichtig sind:

1. Förderung von jungen Kuratoren, die Ausstellungen in ihrer Sammlung organisieren
2. Dem nicht im Kunstgeschehen stehenden Publikum die manchmal schwer zu verstehende zeitgenössische Kunst näher zu bringen.
3. Netzwerke zwischen den Sammlern in Europa schaffen, sie ist stolz auf den daraus resultierenden Austausch von Sammlungspräsentationen in Europa.

Nach dem Pressegespräch wurden wir durch die Ausstellung geführt. Unter dem Ausstellungstitel „Stanza“ versteht man einen Ort, an dem sich der Dichter zurückziehen und Inspirationen finden kann. „Es ist ein physischer oder metaphorischer Raum, dessen Fenster den Blick auf den lebendigen, wandelbaren Horizont unserer Gedanken und Bilder eröffnet.“²

Wer in Berlin weilt und sich für zeitgenössische Kunst interessiert, dem empfehle ich einen Besuch der Ausstellung.

Zum Nachdenken haben mich die beiden präsentierten Arbeiten von Sherrie Levine angeregt. Sherrie Levine ist eine amerikanische Fotografin und Konzeptkünstlerin. In der Ausstellung hängen zwei Werke aus Levines Bilderserie „After Walker Evans“. Sie fotografierte Fotos von Evans ab und präsentiert die Fotos. Die Arbeiten gehören  der Appropriation-Art (Aneignung) an und wir diskutierten im Rahmen des Seminars „Zeitgenössische Kunst“ an der Uni über diese Arbeit.
Ich fragte Patrizia Sandretto de Rebaudengos, warum sie gerade diese Arbeiten kaufte. Sie erklärte, dass sie keine Feministin sei aber trotzdem gerne Frauenkunst sammelt. Für sie ist Levine neben Trokel eine große Künstlerin. Levine eignet sich unter anderem „Männerkunst“ an, darunter präsentierte sie u.a. Zeichnungen nach de Kooning, Schiele und Malewitsch, sowie Aquarelle nach Mondrian, Matisse und El Lissitzky, durchgängig Werke männlicher Avantgardisten, „Heroischer Modernisten“ also. Levine: „Wie die meisten Frauen bin auch ich es Leid, mich von Männern darstellen und repräsentieren zu lassen.“³

Sherry Levine, Untitled (After Walker Evans 6, 1990

Sherry Levine, Untitled (After Walker Evans 6, 1990

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
Auguststraße 68
10117 Berlin

Eintritt / Preis: Regulär 7 Euro / Ermäßigt 4 Euro Gruppenticket 4 E
Beginn: 12:00 Uhr
Homepage: me-berlin.com
Ticket-Hotline: +49 30 86 00 85-10

 

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²Pressemitteilung me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht
³http://de.wikipedia.org/wiki/Sherrie_Levine Link vom 1.Mai2014

Museu d’Art Contemporani de Barcelona – macba – Susanne Haun

Posted in Architektur, Barcelona, Foto by Susanne Haun on 26. April 2014

Immer noch habe ich viel aus Barcelona zu berichten. Die Berichtsfolge wird durch mein tägliches Künstlerleben durchbrochen.

Bewusst suchte ich mir das macba für einen Museumsbesuch in Barcelona aus. Die Museen Picassos, Miros und Tàpies‘ sind wohl die geläufigen Museen, die der Barcelona Besucher aufsucht. Die Architektur des macbas ist weiß und lichtdurchflutet. Hauptsächlich werden Werke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie z.B. Kentridge oder Cragg gezeigt.

Das macba ist lichtdurchflutet (c) Foto von M.Fanke

Das macba ist lichtdurchflutet (c) Foto von M.Fanke

Wozu ist diese verfluchte Schlucht dazwischen – Die Rolle Henochs – Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Das Buch Henoch, Engel, Landschaft, Rolle, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Mai 2012

„Diese verfluchte Schlucht ist für die bis in Ewigkeit Verfluchten bestimmt.“ antwortete Uriel Henoch.

Eine Schlucht für die Verfluchten zu zeichnen war und ist spannend und hat mir Freude bereitet. Die Schlucht liegt bisherzwischen Uriel und Henoch aber ich werde sie nach Uriel erweitern.

Uriels Flügel und weiterführung der Schlucht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Uriels Flügel und weiterführung der Schlucht (c) Zeichnung von Susanne Haun

In den nächsten Tagen muss ich mich von der Rolle losreissen, um die Arbeit an meinem Lilienthal Zyklus zu vollenden und die Ausstellung Flughafen Berlin Tegel vorzubereiten.

Vorgestern versprach ich euch eine zweite Aussage zur zeitgenössischen Kunst.
Thomas Wulffen schrieb im Kunstform Nr. 200:
„Die zeitgenössische Kunst leidet an einer Bringschuld. Sie will aktuell sein und zeitgenössisch, aber zuweilen wird diese Zeitgenossenschaft nur auf der Folie des ureingenen Kontext gesehen.“

Ich verstehe das so, dass die zeitgenössische Kunst erstmal beweisen muss, dass sie zeitgenössisch ist und im Moment sie nur jeder für sich in seinem persönlichen Umfeld zeitgenössisch hält. So ist sie von meinem Verständniss her zumindestens authentisch.

Was macht Kunst zeitgenössisch? Das der Künstler das Material benutzt, was es heute und jetzt gibt? Das Szenen des täglichen Alltags geschildert werden?

Wozu ist diese verfluchte Schlucht dazwischen – Die Rolle Henochs – Susanne Haun

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