Ich weiß, wann die Zeit für bestimmte Dinge abgelaufen ist.
Mein Kopf beschäftigt sich dann lange mit der Thematik und schiebt Argumente hin und her. Oft weiss ich aber aus dem Bauch heraus schon vorweg die Entscheidung, die ich treffen werde. Das lange mit mir selber diskutieren ist bloß ein Alibi für mich selber, um mir mir sagen zu können, alles gut durchdacht zu haben.
So habe ich mich Anfang des Jahres entschlossen, mit Atelier und Wohnung umzuziehen. Wer die Beiträge auf meinem Blog verfolgt, der weiss, dass ich in der letzten Zeit oft im Wedding unterwegs war und darüber schrieb. Die gezeigten Fotos und Beiträge entstanden auf meiner Wohnungssuche. Begonnen hat es mit einem Newsletter des bbk Berlin (berufsverband bildender künstler berlin e.v.) über geförderte Atelierangebote. Eines dieser Angebote beschrieb eine kombinierte Atelierwohnung im Wedding. Diese Wohnung hatte sogar zwei Haustüren, eine für das Atelier und eine für den privaten Bereich.
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Nachdem ich fünf Jahre am Stadtrand in Berlin Reinickendorf lebte und arbeitete, bekam ich eine große Sehnsucht nach solch einer Kombination und nach dem Wedding. Es ist schön, nahe am Wald zu leben aber ich brauche 1 1/2 Stunden zur Uni und spontan mit jemanden einen Kaffee trinken zu gehen, dass ist nahezu unmöglich, wenn die S-Bahnen im 20 Minutentakt fahren und ich dann auch noch 30 Minuten Fahrzeit in die Stadt brauche. Da haben alle — aber auch wirklich alle — ihren Kaffee schon ausgetrunken, wenn ich aus dem Musstopf oder besser vom Stadtrandtopf komme.
Und so habe ich mich bemüht, eine Wohnung in der Siedlung Nordverbund zu erhalten. Die Zeiten, wo man im Wedding einfach mal eine Wohnung mieten kann, sind vorbei. Ich war erstaunt, wie sich mein Geburtsbezirk verändert hat! Es gibt sogar eine Postkarte von dem Wohnkomplex, die ich euch eingescannt habe. Ich ziehe in das Haus oben links.
Ich bin sehr aufgeregt und freue mich und richte natürlich in Gedanken schon meine neuen Räume ein. Schön finde ich, dass in dem Wohnkomplex andere Künstlerfamilien leben. Ich werde in die Groningerstraße, gerade über von den Osramhöfen, ziehen. In den Osramhöfen sind ebenso Ateliers und auch zwei Galerien. Es ist immer wieder spannend, wenn man beginnt, sein Leben umzustellen. Manchmal, so zwischendurch, habe ich auch ein wenig Angst vor meinem eigenen Mut.
Der Umzug ist für den späten Herbst geplant, Oktober oder November, wie ich zu Potte komme. Es wird natürlich eine Ausstellung meiner Arbeiten zur Einweihung meiner neuen Räume geben.
Jetzt beginne ich ersteinmal wieder mit dem Selektieren meiner Dinge, was benötige ich, was kann ich aussortieren, was verkaufe ich bei ebay, was kaufe ich bei ebay….
