Susanne Haun

Auf welchen Säulen steht meine Kunst? – Susanne Haun

 

Einschnitte im Leben lassen mich in regelmäßigen Abständen darüber nachdenken, wie ich bestimmte Dinge handhabe und ob es an der Zeit wäre, etwas zu ändern.

So habe ich gefragt, auf welchen Säulen meine Kunst steht und habe auch versucht, die Säulen in der Reihenfolge der Priorotät aufzubauen.

Zeichnung
Kunstgeschichte / Promotion
Blog / mein größtes Werk in Timeline
Kommunikation / Dozentinnentätigkeit
Neues probieren: Installation- Multimedia – Die Kunst in den Raum holen
Literatur
Philosophie
Reisen

Das sind viele Säulen und ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit für alle. Einen Punkt habe ich noch nicht erwähnt: Ich würde meinen Blog gerne modernisieren. Das ist natürlich nicht einfach, denn es ist ja ein laufendes System, eben immer aktuell, und heisst es nicht: never change a running system!

 

 

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 58 – Gerhard Gamm

Posted in Übermalungen, Foto, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 21. September 2014

„Ein Urteil über die Anderen steht uns nicht zu. Warum nicht? Der äußere Grund besteht darin, dass das individuelle Selbst der anderen gar nicht zu erreichen ist.“

Gerhard Gamm in Philosophie im Zeitalter der Extreme

 

Selbst als Schatten mit Übermalung eines Farbkörpers, Chromosoms - Susanne Haun

Selbst als Schatten mit Übermalung eines Farbkörpers, Chromosoms – Susanne Haun

Zeit der Berge – Collagen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Collage, Foto, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Februar 2013

Im November vergangenen Jahres fand ich zwei weggeworfene Fotoalben im Papiermüll und habe damit begonnen, die Fotos zu Collagen verarbeitet.

Dabei steht für mich das Thema “Zeit” im Vordergrund.
Wie erleben wir das Vergehen der Zeit?
Kann ich es in den Collagen verdeutlichen?
Welche Mittel benutze ich dazu?

Blatt 14 Vergangene Urlaubszeit (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 14 Vergangene Urlaubszeit (c) Collage von Susanne Haun

In den Fotoalben waren auch Urlaubsfotos, vier davon sprachen mich besonders an, Neuschwanstein, der Alpsee, zwei Mädchen auf einen Stein und ein junges Mädchen, das aussieht, als ob sie gerade aufwacht vor einem Bretterzaun.

Hinten auf den Fotos befinden sich Stempel. Sie geben den Fotos Namen und Nummern. Ob sie recherchierbar sind? Im Google finde ich einige Bürgerbücher dazu.

Die Berge und selbst Neuschwanstein werde sich seit Entstehung der gezeigten Fotos nicht verändert haben. Aber für die fotografierten Menschen wird sicher alles anders sein, leben sie noch und haben sie Erinnerungen an den Urlaub, den sie dort verbrachten?

Auf diesen Fotos wird die Zeit durch ihre Merkmale sichtbar, durch den rückseitigen Stempel, durch das Fotopapier der Zeit, durch die Kleidung der abgebildeten Personen. Dieser abstrakte Begriff Zeit fasziniert mich.

Hier seht ihr eine Übersicht der Collagen, die ich schon aus Fotos aus den Alben erstellte.

Blatt 15 Zeit wie ein Fluss (c) Collage von Susanne Haun

Blatt 15 Zeit wie ein Fluss (c) Collage von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
In november 2012 I found two discarded photo albums in paper waste and started to process the photos into collages.

My focus is in the foreground the theme of “time”.
As we experience the elapse of the time?
Can I explain it in the collages?
What resources do I use it?

In the photo albums were vacation photos, I like particularly four of them : Neuschwanstein, Alpsee, two girls look at a stone and a young girl looks like as she wakes up just in this moment.

In the Back of the photos are stamps withe photographer name and number.

The mountains and Neuschwanstein itself will have not changed since the creation of the photos. But whats about the people? I think all changed since they photographed, are they ttill alive and have they memories of the holiday showing on the photos?

In these photos, the time can be seen by their characteristics, through the back stamp, by the time of the photo paper, through the clothes of the people pictured. This abstract concept of time fascinates me.

„Erinnern heißt Vergessen“ – Zeichnungen von Susanne Haun

In meinem Kopf hat sich eine Gedankenkette inklusive Reizüberflutung gebildet.

In einer solchen Kette fliessen viele meiner Gedanken, die ich aktuell habe, vom Kopf in die Bilder.

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Heute vermischt sich Christoph Schlingensief mit Seele und Gehirn.
In der Bücherei habe ich mir „Christoph Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia“, ausgeliehen.
Im Buch schreiben Kollegen, Historiker, Jounalisten und Sammler über Schlingensief.

Der theaterschaffenden Carl Hegemann schrieb das Kapitel „Erinnern heißt Vergessen“ und zitiert gleich im ersten Absatz Boris Groys:
„Wenn eine Kunst wie Kunst aussieht, gilt sie nicht als Kunst, sondern als Kitsch. Wenn die Kunst wie Nicht-Kunst aussieht, ist sie einfach Nicht-Kunst.“

Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ hat Schlingensief sein Fluxus-Oratorium (Bühneninstallation) genannt. Riesige Röntgenbilder seiner Lunge, seines Geschwürs, werden gezeigt, zusammen mit einem Hasen und Bilder von Menschen, die alle verzweifelt und gequält aussehen. Am besten ihr geht hier auf die Homepage des Projekts.

Versteht ihr mich jetzt?

Wie bin ich zu meinen heutigen Bildern gekommen? Wie kann die Erinnerung gleichzeitig Vergessen sein und was sagt der Satz von Groys aus?

In den letzten 5 Jahren sind wiederholt Angiografie Aufnahmen von meinem Gehirn gefertigt worden.
Wenn ich davon ausgehe, dass die Seele das Gehirn ist, dann habe ich Fotos meiner Seele.

Ich nahm die Bilder von meinem Gehirn, schaute sie mir an und fragte mich, ob das wirklich ein Abbild meiner Seele sein soll?

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich brauchte eine Woche, um mich zu entscheiden diese intimen Bilder meiner selbst zu überlagern und dann hier zu zeigen.
Und ich brauchte eine weitere Woche, um diese Überlagerungen mit den Portraits technisch zu meiner Zufriedenheit zu realsisieren.

Was bedeutet erinnern? Mein Blog ist ein großer Teil meiner Erinnerung,  meiner zeichnerisch, künstlerischen Erinnerung. Bildung basiert auch auf Erinnerung. Das ist aber eine „innere Erinnerung“ eine Erinnerung auf uns selbst bezogen. Nach außen bezogen lautete die Frage, wie erinnern wir uns an Verstorbene? Schlingensief hat eine breite Spur für uns zur Erinnerung hinterlassen. Wan verblaßt die Erinnerung? Und ist das, an was wir uns in Bezug auf Schlingensief erinnern, wirklich auch das, was er sagen wollte.

Zur Erinnerung kommt immer die Wahrnehmung hinzu und schon haben wir wieder tausende von Wahrheiten.

Lassen sich diese Wahrheiten mit den Verästelungen des Gehirns erklären? Was sehe ich auf den Bildern meines Gehirns nun wirklich … ich bin skeptisch, dass diese Fotos meine Seele darstellen sollen. Muss da nicht mehr sein?

Nun kommen wir zu Groys. Er ist generell schwer zu verstehen und so ein einziger Satz aus dem Kontext genommen ist natürlich immer problematisch. Ist ein Röntgenbild Kunst? Und wenn ja, wer ist dann der Künstler? Die Radiologin? Es ist ein Abbild wie ein Foto wie ein Portrait!

Denken wir an Duchamps readymades, das Pissoir. Der Künstler ist der, der die Arbeiten in die Galerie bringt, sie zum Kunstwerk erhebt. Duchamps schrieb übrigens noch auf dem Pissoir.

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Es war nicht einfach, die Röntgen – Bilder zu bearbeiten. Das erste Bild sieht auf dem ersten Blick unbearbeitet aus, ist es aber nicht. Ein Teil der Verästelungen entstand schon  durch Überlagerung beim Fotografieren. Ich musste die Bilder an meiner Balkontür anbringen, um genügend Licht zum fotografieren zu haben. Dabei habe ich gemerkt, dass die Bilder sich überlagern. Ich habe probiert und entscheiden, die kahlen Äste der Linde vor meinem Balkon sind perfekt in meinem Gehirnfoto. Die Unruhe um den Kopf habe ich einfach geschwärzt.

For my English-speaking readers:
In my head there is a chain of thoughts were completely overwhelmed has formed.
In such a chain flow many of my thoughts that I have known, from the head to the images. I took the pictures of my brain, she looked at me and asked me if it should really be a reflection of my soul? I work with them.

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Gaensheimer, Susanne. Hrsg. Christop Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia. Venedig 2011.

Dreimal über den Schatten springen – Übermalungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Juli 2011

Ich übermale mich selber. Das gefällt mir, so kann ich auf einen Schlag meine Stimmung ändern.

Früher haben Künstler vorwiegend übermalt, um Material zu sparen. Eine andere Art des Übermalens ist das „Kunstzitieren“, also übermalen von Bildern anderer Künstler oder mittels Collage Stücke andere Künstler ins eigene Werk einzubringen.

Ich fand beim Herumstromern in der Bastionstraße in Düsseldorf, wo die Galerie von Angelika Blaeser liegt, nicht nur Stockrosen und das Verwaltungsgericht Düsseldorf, sondern auch drei mal mich selber auf dem Asphalt. Ich finde es spanned, wie der Untergrund den Schatten verändert und hatte das erste Mal das Bedürfnis, Fotos mit meinen Linien zu übermalen.

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Diese Fotos wirken eigentlich auch an sich nur durch das nebeneinandersetzen.

Aber ich konnte trotzdem nicht die Finger davon lassen, sie zu übermalen. Sie laden dazu ein. Da wir heute viele Gäste aus Facebook im Atelier hatten, bin ich mit meinen Überlegungen nicht ganz zu Ende gekommen und zeige euch einen Zwischenstand. Ein neues Medium, einen neuen Untergrund mit meiner Handschrift in nur 1 Stunde  zu füllen, ist nicht einfach, ja sogar unmöglich.

Ich habe aber viele Ideen zum weiterarbeiten im Kopf …. und werde diese Ideen auf meine Schatten legen!

Wißt ihr, was das Tolle ist? Ich kann das Foto noch oft ausdrucken und meine Handschrift mit Tusche darüberlegen.

Wisteria – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Foto, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Juni 2011

Was für ein schöner, geheimnisvoller Name: Wisteria, oder ganz einfach Blauregen, Glyzinie!

Blühender Wisteria - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 12 cm

Blühender Wisteria - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 12 cm

Bei einem Freund im Garten hintem am Schuppen steht eine sehr alte Glyzinie. Ich mag diese Pflanze und bewundere sie jedesmal sehr! Der knorrige Stamm windet sich an der Schuppenwand hoch und hat soviel Kraft, um sie zu sprengen. Ich hatte Glück und habe auch noch eine vertrocknete Blüte im Laub gefunden.

Verblühter Wisteria - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 12 cm

Verblühter Wisteria - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 12 cm

Ich mag die Übermalungen von Arnulf Rainer. Die Verknüpfung von zwei Kunstrichtungen ist für den Betrachter sehr spannend und erlaubt neue Blickwinkel. Als ich den vertrockneten Blauregen fotografierte und dann mit meiner Bildsoftware veränderte und dann auch noch Linien darauf zeichnete (mit dem Computer), um die Bilder dann zu guter Letzt mit einem Videoprogramm zu verbinden (alle guten Dinge sind schließlich drei), war ich mit dem Ergebnis erst zufrieden, als ich auch zwei der klassischen Zeichnungen integrierte. Ich denke, dieser Gedankengang paßt …
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Kurz knapp und etwas, was ich auch im Kopf zum weiter verfolgen behalte:


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