Vier Euro - Stillleben, die leere Leinwand (c) Foto von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Stillleben mit Medusa, Barby und Tierschädel – Gemälde von Susanne Haun

Stillleben

Wie oft habe ich es schon geschrieben? Das Stillleben beginnt mit dem Aufbau desselben. Eigentlich schon vorher: mit dem Sammeln von Gegenständen für Stillleben. Ich gehe sehr gerne zu Trödelmärkten und -läden. Dort finde ich oft skurriele Dinge, die ich zum Zeichnen und Malen mitnehme. Die Medusa schenkte mir mein Sohn vor einigen Jahren. Sie kommt in diesem Bild groß heraus. Die Barby Puppen kaufte ich bei nochmal, ein 2nd Hand Kaufhaus der Berliner Müllabfuhr. Den Tierschädel brachte mir meine Verlegerin Nina-Alice Schuchardt mit. Sie fand ihn im Wald und reinigte ihn für mich. Kugeln und Wecker kaufe ich oft und gerne genau wie fossile Schnecken.

Die Abenteuer der fliegenden Ziege und der Fledermaus in der Luft und auf der Erde (c) Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2023

Die Abenteuer der fliegenden Ziege und der Fledermaus in der Luft und auf der Erde – Gemälde von Susanne Haun

Was lange währt, währt gut

Diese Leinwand stand sehr lange unvollendet in meinem Atelier. Vor zwei Wochen vervollständigte ich den Hintergrund.

Bildbeschreibung bei der Pariser Galerie Singulart:

Susanne Haun erzählt bildnerisch die Geschichte der fliegenden Ziege Nanni, der Möwe Kwame und der Fledermaus Julien. Sie verwendet dazu das elegante, hohe Format, und zeichnet auf einer selbst grundierten, derben Leinwand und verwendet wasserfeste Tusche. In schnellen, sicheren Linien sind die Tiere auf dem Bildträger entstanden, in der Fantasie der Betrachter können nun die Abenteuer der drei Freunde entstehen, die in der schönen Umgebung von Wasserfällen,  Bergen und Wolken neue Freunde kennenlernen und die Welt erforschen. Haun ist in ihrem Ausdruck so minimalistisch wie möglich, es ist keine Linie zu viel oder zu wenig.

Entstehung Gemälde von Susanne Haun, Der traurige Clown, 140 x 200 cm, Acryl auf Leinwand (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Der traurige Clown – Gemälde von Susanne Haun

Gemälde von Susanne Haun

Der traurige Clown – Portrait, 2022 von Susanne Haun, Acryl und Tusche auf Leinwand,140x200cm

„Susanne Haun stellt in ihrem traurigen Clown zwei existenzielle Zustände des menschlichen Gefühlslebens dar: die Traurigkeit und die Fröhlichkeit. Die reinen Farben des Gemäldes deckt sie in mehreren Schichten immer wieder mit Pastelltönen, die aus Weiß und der noch nassen Tusche entstehen ab. Spielt der Clown vor seinem Publikum die Fröhlichkeit so ist er in seinem privaten Raum von großer Trauer erfüllt, die sich nicht nur in den Tränen nassem Gesicht äußern: das gesamte Gemälde weint. Bewußt setzt Haun die Farbrinnsale. Die Kombination aus Acryl und Tusche erzeugen einen satten Farbton auf der Leinwand. Besonders bei den Schriftzügen „Das bleibt“ und „das kommt weg“ ist die schichtweise aufgetragene Farbe erkennbar.
Der Rand der bemalten Leinwand ist großzügig bemessen, das Bild kann auf Keilrahmen einer Tiefe bis 5 cm aufgezogen werden. Haun verwendet Acryl Farben von Schmincke.“

Pariser Galerie Singulart

Selbstbildnisstagebuch 16.9. – 31.10.2021, Zeichnung von SusanneHaun (c) VG-Bild-Kunst Bonn 2021

Zitat am Sonntag – Rosa Luxemburg

Zeichnung von Susanne Haun nach einem Zitat von Mizuhara Shūōshi.

„Jede revolutionäre Tat beginnt damit,
auszusprechen, was ist.“

Regina Scheer, *1950, Schriftstellerin und Historikerin

Quelle: Scheer, Regina. Machandel, München 2014, ungekürztes Hörbuch gesprochen von Viola Sauer, 2021, Zitat an Position 02:31:15.

Das Buch wurde mit dem Ausgezeichnet mit dem Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman 2014.

Scheer verwendet das Zitat in Bezug auf den ersten Besuch Gorbatschows in Berlin, bei dem er über Selbstkritik sprach. Das Wort begeisterte die Protagonisten, denn sie wuchsen in einem System mit öden Losungen auf, das darauf bestand, dass „Keine Fehlerdiskussion“ stattzufinden hätten.

Als erstes habe ich von Regina Scheer „Der liebe Gott wohnt im Wedding“ gelesen, dass tatsächlich um die Ecke meines Geburtshauses und auch um die Ecke meines Ateliers spielt. Ich werde auch alle weiteren Bücher von ihr nach und nach lesen. Ich mag die Ausgewogenheit von historischem und fiktieven. Der Journalist Andrei Schnell hat das Buch im weddingweiser sehr gut besprochen.

Schmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche und Aquarell auf Bütten

Zitat am Sonntag – Mizuhara Shūōshi (水原 秋櫻子)

Zeichnung von Susanne Haun nach einem Zitat von Mizuhara Shūōshi.

„Der erste Falter,
Der auf dem Weg vorausfliegt,
Wird bald erschöpft sein.“

Mizuhara Shūōshi, (水原 秋櫻子), 1892 – 1981, japanischer Arzt und Haiku-Dichter

Quelle: Mizuhara Shūōshi (水原 秋櫻子), in: Ulenbrook, Jan (Hrsg.). Haiku. Japanische Dreizeiler, Stuttgart 2010 (2).

Ich kombiniere hier ein Gemälde, dass ich nach Hesses Piktors Verwandlungen gemalt habe mit dem Haiku von Mizuhara Shūōshi (水原 秋櫻子).

Detail - La Palma - Auf dem Vulkan, Acryl und Tusche auf Leinwand, 70 x 100 cm (c) Gemälde von Susanne Haun, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

La Palma – Der Tanz auf dem Vulkan – Gemälde von Susanne Haun

Gemälde von Susanne Haun

La Palma – Tanz auf dem Vulkan, Gemälde von 2022 von Susanne Haun, Acryl und Tusche auf Leinwand, 70x100cm

„2021 war für die kanarische Insel La Palma vom Vulkanausbruch geprägt. Drei Monate spie der Vulkan Feuer, seine Lavaströme zerstörten Häuser, Plantagen, Wasserreservoirs, alles was auf dem Weg der Lava zum Meer war. Haun kennt La Palma seit knapp 30 Jahren, ihre Freundin wanderte Mitte der 1990 Jahre nach La Palma aus. Die Künstlerin verarbeitete in dieser Leinwand die Eindrücke, die ihre Freundin ihr seit Ausbruch des Vulkans schildert, in Erinnerung an die vergangenen Wanderungen über die schöne Insel. Die Eruption dauerte 85 Tage und 18 Stunden. Die Lava zerstörte knapp 1400 Häuser, knapp 1200 Hektar sind von der Lavaschicht bedeckt. In diesem Vulkanausbruch ist die Gewalt und Unberechenbarkeit der Natur greifbar, das Kunstwerk entwickelt Haun auf der Leinwand wie den Ausbruch selbst: erst kleine Flammen, die zur riesigen Feuersbrunst werden. Das klare Blau des Himmels steht im Kontrast zum Grau der Lava und dem Rot des Feuers und vermittelt einen schaurig schönen Eindruck.“
Pariser Galerie Singulart

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