Susanne Haun

Dort hause ich mit Skorpionen, die zwischen Steinen krochen – Flaubert – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Oktober 2012

„Dort hauste ich mit Skorpione, die zwischen den Steinen krochen, und Adlern, die ständig über meinen Kopf im blauen Himmel kreisten.“
Flaubert in „Die Versuchung des heiligen Antonius“

Dieses Zitat hat Ute Schätzmüller für unsere nächsten Zeichnungen zu unserem Projekt ausgesucht. Wir wechseln uns ab, Zitate aus dem Buch für Interpretationen zu bestimmen.

Blatt 13 Dort hauste ich mit Skorpionen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 13 Dort hauste ich mit Skorpionen (c) Zeichnung von Susanne Haun

In meinem Inseltaschenbuch sind im Anhang einige Bilderinterpretationen und auch Nachworte zum Text.

Der heilige Antonius ist von vielen Künstlern literarisch interpretiert worden. Ich möchte hier nur Dali oder Max Ernst, Goya und Bosch nennen. Die Motive um den Heiligen Antonius sind besonders seit dem ausgehenden Mittelalter zu einem häufig dargestellten Motiv der bildenden Kunst geworden.

Es ist kein Wunder, dass der innere Kampf des Menschen mit sich selber, seinem Glauben, der Lust und das Gute und Böse immer wieder dargestellt wird. Es geht hier um die menschlichsten aller menschlichen Dinge!

Blatt 12 Adler über meinem Kopf im blauen Himmel kreisten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 12 Adler über meinem Kopf im blauen Himmel kreisten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Flaubert hat sehr lange von 1849 bis 1872 mit Abständen an der Versuchung geschrieben und brachte drei Fassungen 1849, 1856 und 1872 heraus.

In dem Nachwort zitiert der französische Philosoph  Michel Foucault  Flaubert in einem Zitat kurz vor dem Abschluss vom Buch:

„Ich habe mich wie wild in den heiligen Antonius gestürzt, und jetzt bin ich so weit, dass die unheimlichste Überspanntheit mir ein Genuß ist … Nie sind mir verrücktere Einfälle gekommen.“

Diesen Zustand der Überspanntheit, des Abhebens kenne ich vom Zeichnen, es passiert mir, wenn ich mich lange mit einem Thema beschäftigt habe und ich merke, jetzt läuft es, jetzt kommt genau das heraus, was ich mir vorstelle.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

For my english reader:
Today I drawed three new sheets from the theme of the temptation of St. Antonius from Flaubert:
„There I had for companions the scorpions that crawled amongst the stones, and, overhead, the eagles who were continually whirling across the azure sky.“

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Quelle:
Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Ein Stück des Weges lief sie mir nach – Flaubert – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Oktober 2012

Wiedereinmal greife ich mir aus dem Universum ein paar kleine Details heraus.

Mit der Liebe zum Detail bin ich auch an Ute Schätzmüllers nächstes gesendete Zitat aus Flauberts „Versuchung des heiligen Antonius“ herangegangen. Nachdem ich den Kuvert aus meinem Briefkasten genommen hatte, las ich den Satz, legte ihn zur Seite und dachte erst 2 Stunden Später wieder an ihn.

Ich hatte die Vorstellung einer kleinen Odaliske im Kopf uns sah viele Ketten an ihren Fußgelenken und hörte sie fast klimpern. Matisse Arbeiten waren mir vor Augen, ich mag sowohl die Zeichnungen als auch die Gemälde zum Thema Harem und Odalisken.

Die Stille Post findet also nicht nur zwischen Ute und mir statt, sie findet schon bei mir im Kopf bei der Erinnerung an den von Ute gesendeten Satz statt. Es sind keine Ketten sondern Ringe an den Knöcheln. Ob die Mädchen die Ringe schon als kleine Kinder um die Knöchel gelegt bekommen? So dass sie irgendwann nicht mehr von den Beinen rutschen?

2. Zitat aus dem heiligen Antonius ausgesucht von Ute

2. Zitat aus dem heiligen Antonius ausgesucht von Ute

„Ein Stück des Weges lief sie mir nach. Die Ringe um ihre Knöchel glänzten im Staub und ihr an den Hüften offenes Kleid flatterte im Winde.“ Flaubert in der Versuchung des heiligen Antonius.

Das Zitat hat Ute gleich auf einen der Silberburg Büttenpapiere geschrieben und ich werde an dem gleichen Blatt weiter arbeiten. Mit dem Zitat habe ich auch von Ute einige Postkarten erhalten, die mir sehr gefallen und die ich mit Interesse gelesen habe.

Blatt 9 Ein Stück des Weges lief sie mir nach (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 9 Ein Stück des Weges lief sie mir nach (c) Zeichnung von Susanne Haun

Damit ihr einen Eindruck von Ute erhaltet zitiere ich hier von ihrer Einladungskarte ÜBER LEBEN, Drahtlitographien und Malerei von Ute Schätzmüller: „Meine Bilder zeigen Leben. Ich bwschäftig emich mit dem Sein, wie mein lehrer Hörg Eberhard sagte: „Es geht um Geburt, Tod und das Dazwischen.“ Es interessiert mich das Entstehen und das Vergehen, genauso wie die Zustände auf dem Pfad vom einem zum anderen, jedoch liegt mal das eine und mal das andere im Fokus der Beschäftigung.“

Ich mag die Zweideutigkeit des Ausstellungstitels. Nur Überleben reicht mir persönlich nicht, ich möchte Leben und über das Leben berichten, Erfahrungen sammeln und teilen, lernen und Erkenntnisse gewinnen. Der Austausch und die Diskussion sind mir wichtig.

Ute und ich wollen aus unserem Projekt und unseren Erkenntnissen eine Publikation erarbeiten. Unsere Zeichnungen und die Publikation sollen  mit der Ausstellung in Essen und der in Berlin das Produkt unserer Arbeit sein.

Blatt 11 Die Ringe um ihre Knöchel glänzten im Staub (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 11 Die Ringe um ihre Knöchel glänzten im Staub (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

For my english reader:
Once again I take not the whole universe but a small detail for my drawing. With the attention to detail I approached to Ute Schätzmüllers next quote from Flaubert’s „Temptation of St. Anthony.“ After I took the envelope with them out of my mailbox, I read the sentence, put it aside and thought as 2 hours later back at him. I had the following idea in my head: a little Odalisque with many chains on their ankles and I really heard her jingle almost.

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Quelle:
Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996
Einladungskarte „Über Leben Drahtlithografien und Malerei von Ute Schätzmüller

Ein Quell der Gnade vom Himmel in mein Herz – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Die Versuchung des heiligen Antonius, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Oktober 2012

Ich habe Ute Schätzmüller den Satz
Zu bestimmten Stunden hörte ich auf zu arbeiten; betend, mit weit geöffneten Armen, fühlte ich ,wie ein Quell der Gnade vom Himmel in mein Herz strömte.
aus „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ von Flaubert gesendet.

Blatt 6 Mit weit geöffneten Armen fühlte ich (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 6 Mit weit geöffneten Armen fühlte ich (c) Zeichnung von Susanne Haun

Hier könnt ihr Utes zeichnerische Gedanken dazu lesen.

Als ich mir den Satz aussuchte, hatte ich viele Bilder im Kopf und stellte dann beim Zeichnen fest, dass das Format 15 x 20 cm doch relativ kleine für viele Dinge im Kopf ist. So habe ich den Satz nochmals auseinander genommen und mehrere Blätter gezeichnet.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

Die Öffentlichkeit mag große, monumentale Arbeiten, wird oft gesagt. Ist das wirklich so? Oder sind die großen Werke einfach nur so groß, dass die Kleinen daneben einfach übersehen werden?

Ich mag das Wechselspiel zwischen den großen und kleinen Arbeiten. Das dieses Wechselspiel auch von den Betrachtern gesehen wird, ist bei der Zeichnung einfacher zu erreichen als bei Leinwandarbeiten, da auch eine große Zeichnung aufgrund des Papiers noch leicht und luftig wirkt. Ich nutze das Spiel von groß und klein bei meiner Ausstellungskonzeption gerne aus. So werde ich ab Samstag bei meiner Ausstellung „Durchblicke – Langblicke“ (siehe hier mehr Informationen) in Hamburg meine 10 Meter x 40 cm lange Rolle zum Buch Henoch ungerahmt ohne Glas neben kleineren Arbeiten präsentieren.

Picasso hat für ein Ölbild genauso lange gebraucht wie für eine Zeichnung. Für eine große Zeichnung benötige ich sogar mehr Zeit als für eine große Acrylarbeit. Es ist auch eine logische Schlussfolgerung, dass es in der Erstellungszeit keine Unterschiede gibt. Für Öl und Acryl benötigt der Schaffende einfach mehr körperliche Kraft; Leinwand bespannen, Hasenleim, Grundierung und die Farbe: stehend arbeiten, den Pinsel frei schwingend mit Kraft Schicht für Schicht in die Leinwand reiben, dabei die Leiter hinauf und hinunter.

Die Zeichnugnen fordert es mehr Fragilität, mehr Nachdenken, mehr Konzentration. Es gibt keine Möglichkeit der Korrektur. Das locker und leichte aussehen ist schwere Arbeit.

Blatt 7 Wie ein Quell der Gnade vom Himmel in mein Herz strömte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 7 Wie ein Quell der Gnade vom Himmel in mein Herz strömte (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mir gefällt der Beitrag „Über die Wirkung von und die Veränderung durch Kunst“ von Jürgen Küster und die Diskussion dazu.

Ich habe in der Diskussion folgendes geschrieben, was meiner Meinung gut zeigt, dass es kein Unterschied in der Zeit der Erstellung von Zeichnung oder Ölarbeit gibt, denn es gilt sowohl für das eine wie für das andere:

Ich bin auch immer wieder erstaunt, was der Betrachter in meinen Bildern sieht. Oft mache ich mir über die Fragen, die mir zu den Bildern gestellt werden, beim gestalterischen Prozeß keine Gedanken.
Die Frage ist da die Frage nach dem Unterbewußten. Wieviel tun wir aus uns heraus mit einem Sinn, ohne noch konkret über den Sinn nachzudenken?
Auf die Frage, wielange ich für eine Zeichnung brauche, antworte ich immer, es ist die Summe aller Zeichnungen, die vor dieser Zeichnung liegen.
Ich glaube, so ist es auch mit den Gedanken und der Interpretation der Bilder. Alles Wissen, was ich gesammelt habe, geht in die Zeichnung ein, nicht bewußt, aber eben doch wiederum einfach darum, weil das Wissen da ist!
In den letzten Jahren mache ich mir schon immer mehr Gedanken, was meine Arbeit im Zusammenhang ausdrückt und wie ich bestimmtes Wissen, bestimmte Gedankengänge, durch meine Arbeit vermitteln kann.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

For my english reader:
I Ute Schätzmüller the sentence
„At certain times I stopped working; praying with arms wide open, I felt like a source of grace from heaven poured into my heart.“
sent from „The Temptation of Saint Anthony“ by Flaubert.
When asked how long do I need for a drawing, I always answer, it is the sum of all drawings that are before this drawing.
I think, so it is with the thought and the interpretation of the images. All the knowledge I’ve gained goes into the drawing, not consciously, but still turn simply because the knowledge is there!

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Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996
Kunstforum Band 196, April – Mai 2009, Die umfassenste oder offenste Gattung der Gegenwart, Seite 56 ff.

Manche Themen brauchen einen zweiten Tag – Zeichnungen zum Purpur des Antonius von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 29. September 2012

Manche Dinge brauchen einen zweiten Tag, um vollständig verarbeitet zu werden. Ich konnte heute Utes erstes Zitat aus dem Antonius noch nicht wieder zur Seite legen.

Ute sendete mir auf einer Karte die Worte: „Gegen Norden hat der Himmel perlgraue Färbung, während vom Scheitelpunkt aus, wie die Strähne einer ungekämmten Mähne, purpurne Wolken das blaue Gewölbe durchkräuseln .“  Flaubert

Gestern hat Ute in ihrem Blog ihre Arbeiten zu dem Satz gezeigt (siehe hier) und ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlch wir interpretiert haben. Ute beschreibt auf ihrer Seite auch sehr schön unser Projekt.

Die Rolle ist ein Meter hoch (c) Foto von Susanne Haun

Die Rolle ist ein Meter hoch (c) Foto von Susanne Haun

Das Stilleben und die große weiße Rolle lagen auf meinem Ateliertisch. Wie der Name „Still“ schon sagt, meine Gegenstände können sich nicht auf und davon machen. Ich setze mich an den Tisch und betrachte alles und bringe  es nicht über das Herz, es  wegzuräumen.

Das blaue Gewölbe sehe ich in der Kopfform des Schädels, den ich auf der weißen Rolle festhalte. Mit dunklem Grau ziehe ich eine Felsfand in Richtung Norden und benutze das Blau, um den Himmel zu zeichnen. Zu schnell bin ich wieder an einem Punkt, wo alles trocknen muss und wie eine Bessene nehme ich mir einen 30 x 40 cm großen Aquarellblock vor und beginne ein neues Stillleben.

Als Model für den Felsen auf dem Papier dient mir ein zerknülltes Stück Packpapier. Die Linien sind genauso prägnant wie die der Felswände in der Natur. Ich möchte kein Grau mehr benutzen, ich mag starke Kontraste und verwende das pure Schwarz, ohne es zum grau zu verwässern. Durch die Tage, die ich schon mit dem Stilleben und der Rolle arbeite, ist mir alles vertraut und ich kann mich auf den Ausdruck konzentrieren.

Stilleben blaues Gewölbe 30 x 40 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Stilleben blaues Gewölbe 30 x 40 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nach dem dunklen Stilleben ist immer noch nicht alles aus mir heraus; also nehme ich noch den blühenden Grashalm, den ich für das Stillleben kaufte, und zeichne ihn.

Nach solche einem „Arbeits-Excess“ bin ich ausgelaugt, als ob jemand eine Spannplatte auf mir legte und darauf tanzte, fühle ich mich. Zitat und Stillleben geben nun Ruhe und ich kann mich neuer Arbeit zuwenden.

For my english reader:
The first sentence from the book “The temptation of Saint Anthony” from Flaubert was in my brain and I can’t get him out of them. In my studio stand the still life on my table, sure, it cannot move therefore named still life.
So I drawed on the second white role all my emotions to the sentence. As the color had to dry on the role, I took a sheet of watercolor paper and draw, I took a second paper and draw …. now, I feel tired but lucky.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

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Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Antonius – Purpurne Wolken das blaue Gewölbe – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 28. September 2012

Kennt ihr das Kinderspiel „Stille Post“?
Geflüsterte Worte werden von Mensch zu Mensch weitergereicht.
Beim letzten Teilnehmer werden die Worte laut ausgesprochen und mit den Eingangsworten verglichen.
Meistens können alle über die Veränderungen lachen.

Ute Schätzmüller und ich werden für unser Projekt „Die Versuchung der heiligen Antonius“ mit diesem Prinzip arbeiten. Ute hat mir den Ersten Satz per Post gesendet:

„Gegen Norden hat der Himmel perlgraue Färbung, während vom Scheitelpunkt aus, wie die Strähne einer ungekämmten Mähne, purpurne Wolken das blaue Gewölbe durchkräuseln.
Almählich werden die flammenden Streifen dunkler.“ Flaubert, Die Versuchung des heiligen Antonius

1. ausgewählter Satz aus dem Antonius von Ute

1. ausgewählter Satz aus dem Antonius von Ute

Ich muss euch sicher nicht schreiben, dass die Übersetzung von Utes Flaubert eine andere ist als die drei, die ich vor mir zu liegen habe (siehe meinen Artikel gestern).

Gestern habe ich meinen ersten Satz aus dem Roman zu Ute gesendet. Wir illustrieren immer beide beide Sätze, es gibt also zu jedem Satz mindestens eine Arbeit von Ute und mindestens eine Arbeit von mir.
Wir wollen uns während des Projekts zweimal zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Einmal fahre ich zu Ute nach Essen und einmal kommt Ute zu mir nach Berlin.
Natürlich möchen wir auch dazu ein Katalog, vielleicht auch ein Künstlerbuch in kleiner Auflage erstellen. Wir sind beide noch im Gedankenaustausch.

Blatt 2 Das blaue Gewölbe aus der heiligen Antonius (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 2 Das blaue Gewölbe aus der heiligen Antonius (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zuallererst gilt es nun zu entscheiden, ob ich den Farbkodex, den Ute hier vorgibt für die gesamte Illustration nutzen werde.
Ich mag grau in allen Abstufungen, warmes und kaltes grau bietet eine breite Farbpalette. Und es ist vor allem eine Farbe, die ich mir persönlich nicht ausgesucht hätte und so ist es auch eine neue Herausforderung für mich!

Eva Heller schreibt in ihrem Buch „Wie Farben wirklen“ zu grau: „Grau ist eine Farbe ohne Charakter.

Da muss ich widersprechen. Ich bin der Meinung, dass Grau als Farbe sehr vielfältig ist und natürlich auch andere Farben zum Leuchten bringt. Ich sehe ein, dass symbolisch Grau für für Einsamkeit, Trauer, Bedrängnis und Leere steht und Pate für grauenhaft, gräßlich und grausam war. Aber für mich ist grau trotzdem eine elegante Farbe, die zugunsten der anderen Farben in den Hintergrund tritt und ohne die die anderen Farben weniger leuchtend sind. Ich bin auch fasziniert von den unterschiedlichen Grautönen, die z.B. durch Mischung der Komplementärfarben entstehen.

Blatt 3 Perlgraue Färbung aus der heiligen Antonius (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 3 Perlgraue Färbung aus der heiligen Antonius (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nach dem Zeichnen mit den Tuschen schwarz, blau und violett habe ich entschieden, dass mir die gewählten Farben für den gesamten Antonius gefallen und dass sie zur Geschichte passen.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier. Rechts am Blog sind die Steuerelemente. Darunter die Checkboxs „Kategorie“. Wenn ihr den kleinen Pfeil drückt, dann kommen alle Themen, die ich hier in meinem Blog besprochen, zu denen ich gezeichnet habe. Ihr wählt das Thema, in dem ihr es mit einem Klick mit der Maus ansteuert.

For my english reader:
You know the children’s game „whisper“ or „silent post“?
Whispered words are passed from person to person. The last person tells the words out loud and compared it to the input words. Usually can all laugh about the changes.
Ute and I will be send us sentence from the book „The temptation of Saint Anthony“ from Flaubert. We both will be draw our mind.


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Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Quelle zur Farbe grau: Eva Heller, „Wie Farben wirken“, Rowolth Taschenbuch Verlag, 5.Auflage, 2009

Die Versuchung des heiligen Antonius – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 27. September 2012

»Unter Flauberts vielen Büchern das seltsamste.« Jorge Luis Borges

Dieses Zitat steht  auf der Katalogseite des Diogenes Verlags zum Buch „Die Versuchung des heiligen Antonius„.

Entstehung Herbst (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Herbst (c) Zeichnung von Susanne Haun

40 Jahre lang schrieb Flaubert an diesem Buch, das den Weg des heiligen Antonius zu völliger Askese und Einsamkeit und seine Versuchungen durch Luxus, Sinnlichkeit und Macht erzählt. Er begann mit dem ersten Entwurf als 13jähriger und nach knapp 40 Jahren legte er die entgültige Fassung vor.

Ute Schätzmüller hat den Antonius zu mir gebracht.

Schon vor einem halben Jahr beschlossen wir beide, ein gemeinsames Projekt zu starten. Beide fühlen wir uns angesprochen von den Arbeiten des anderen, wir haben uns über unsere Blogs kennengelernt.

Es war dann trotzdem nicht einfach,  das passende Thema  für uns beide zu finden und nach einem langen Brief-, nein Mailwechsel, schlug Ute schliesslich den heiligen Antonius vor, der sie so oder so gerade beschäftigt. Sie nannte zwei, drei Zitate aus dem Buch und ich war überzeugt.

Im Netz kaufte ich drei verschiedene Exemplare mit unterschiedlichen Übersetzungen des heiligen Antonius. Das schönste ist das Buch von 1921 in einer Übersetzung von Hermann Lismann mit 14 Holzschnitten desselben.

Der Heilige Antonius von Lismann übesetzt und illustriert (c) Foto von Susanne Haun

Der Heilige Antonius von Lismann übesetzt und illustriert (c) Foto von Susanne Haun

Ich weiss, es hört sich etwas verrückt an, drei gleiche Bücher zu kaufen. Deshalb hier der erste Satz mit der Ortsbeschreibung aus allen drei Büchern:

Übersetzung von Hermann Lismann:
„In der der Thebais, auf der Höhe eines Gebirges, Terasse in Halbmondform gerundet, eingeschlossen von großen Steinen.!

Übersetzung von Barbara und Robert Picht:
„Hoch in der Thebais, auf einem halbmundförmigen, von großen Felsbrocken eingeschlossenen Bergplateau.“

Übersetzung von Felix Paul Greve:
„In der Thebais, hoch oben an einem Berg, auf einem halbmondförmigen Plateau, das von großen Felsen eingeschlossen ist.“

Interessant, oder? Müßte der Leser nicht denken, dass bei so etwas simplen wie die Ortsbeschreibung alle drei Übersetzungen gleich sind? Wie sieht es dann erst mit den phylosophischen Betrachtungen aus?

Direkt mit dem Zeichnen zum heiligen Antonius habe ich heute noch nicht begonnen. Wie Ute und ich uns unser Projekt vorstellen, berichte ich morgen weiter.

Entstehung Herbst (c) Zeichnung von Susanne Haun

Entstehung Herbst (c) Zeichnung von Susanne Haun

Während ich über den heiligen Antonius und Ute und unser Projekt nachdachte, habe ich in der Gärtnerei gerade über meines Ateliers gestöbert, mich am grünen Kürbis erfreut und ein Stilleben mit meiner Ruthi (siehe hier) aufgebaut und gezeichnet.

For my english reader:
I have a new project, the illustration of „The temptation of saint Antonius“ from Flaubert. As I thought about Saint Anthony, and Ute and our project, I looked at the garden and flower shop just above my studio, I am pleased  a green pumpkin still life with my Ruthi (see here) and drawn up.

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Quelle: Diogenes Verlag, Katalog, http://www.diogenes.ch/

Gustav Flaubert, „Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Gustav Flaubert, „Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Felix Paul Greve, Diogenes Verlag, 1979

Gustav Flaubert, „Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Herman Lismann, Verlag für praktische Kunstwissenschaft S.Schmidt, 1921

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