Susanne Haun

Skizzen aus der Abgusssammlung Berlin – Susanne Haun

Posted in Skizzen, Skizzenbuch, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Februar 2016

 

Ohne Worte ein paar Skizzen aus der Abgusssammlung Berlin.

 

 

Eine Stunde auf der Spree – Susanne Haun

Posted in Berlin, Foto, Skizzen, Skizzenbuch, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 22. August 2015

Im Sommer sind mehr Ausflugsschiffe auf der Spree als Autos auf der Autobahn.

Der Berliner Dom von der Spree aus (c) Foto von Susanne Haun

Der Berliner Dom von der Spree aus (c) Foto von Susanne Haun

 

Es ist eine entspannende Art, Berlins Mitte zu erkunden. Der Besucher sitzt an einem Biertisch, es werden wie in einem Café Getränke serviert und der Dom, die Museumsinsel und das Regierungsviertel ziehen am Auge vorbei.

Die Perspektive ist eine andere als vom Land und aus dem Lautsprecher tönen in Deutsch und anschliessend in Englisch die Erklärungen zu den Gebäuden. Alle 30 Minuten fährt ein Boot vom Anleger „Alte Börse“ und 60 Minuten fährt das Boot. In diesem Rhytmus fahren die Boote auch von den anderen Anlegern in Mitte. Es wundert mich, dass es noch keine Zusammenstöße gab.

 

 Interessante Berliner Durchblicke hier Hauptbahnhof (c) Foto von M.Fanke

Interessante Berliner Durchblicke hier Hauptbahnhof (c) Foto von M.Fanke

Bei dem sonnigen Wetter liegt leichter Dunst in der Luft und meine Bilder scheinen einen leichten Grauschleier zu haben, weil ich gegen die Sonne fotografierte. Micha saß mir geradeüber und fotografierte mit der Sonne. So haben wir die Motive aus unterschiedlichen Perpektiven gesehen.

Berlin Nikolaiviertel von der Spree aus (c) Foto von M.Fanke

Berlin Nikolaiviertel von der Spree aus (c) Foto von M.Fanke

 

Es ist erstaunlich, wieviele Figuren wir auf den Giebeln und Häuserdächern der Berliner Museumsinsel zu sitzen haben!

 

Auf den Dächern von Berlin (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auf den Dächern von Berlin (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es immer erstaunlich, wie unterschiedlich unsere Fotos und dann wieder wie gleich sie sind.

 

Berlin Regierungsviertel (c) Foto von Susanne Haun

Berlin Regierungsviertel (c) Foto von Susanne Haun

 

 Berlin Regierungsviertel (c) Foto von M.Fanke

Berlin Regierungsviertel (c) Foto von M.Fanke

 

Rom – Santa Maria degli Angeli – Susanne Haun

Posted in Foto, Reiseberichte, Rom, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 21. April 2015

Wieder in Berlin angekommen, kann ich meine neusten Beobachtungen aus Rom gleich in der Vorlesung zur alten Geschichte anwenden.

Rom - Santa Maria degli Angeli (c) Foto von Susanne Haun

Rom – Santa Maria degli Angeli (c) Foto von Susanne Haun

Den Dozenten kenne ich schon vom letzten Semester und so weiss ich, dass in den nächsten 14 Wochen spannende und lehrreiche Vorlesungen vor mir liegen.

Schmunzeln musste ich bei seiner Bemerkung, dass der Besucher von Städten merken würden, bis wohin die Römer mit ihrem Imperium gekommen sein. Berlin ist die einzige Stadt außerhalb des Limes, die von den Möglichekeiten in den Museen und Gebäuden der Antike so gut ausgestattet ist wie Rom!
Könnte man Berlin sogar als das neue Rom bezeichnen?
Von der Fülle an Menschen bestimmt, ich habe gerade in der letzten Zeit festgestellt, dass es in Berlin kaum leerer ist als in Rom, jedoch die Berliner Menschenmengen sind meine „Heimat – Menschenmengen“ und mir deshalb vertrauter.

Glasabschluss Kuppel - Santa Maria degli Angeli (c) Foto von Susanne Haun

Glasabschluss Kuppel – Santa Maria degli Angeli (c) Foto von Susanne Haun

Wisst ihr, wann Rom gegründet wurde? Unser Prof. meint, das müsste man wissen – es sei sozusagen Allgemeinbildung. Ich wusste das genaue Jahr nicht.
Es wurde festgelegt, dass Rom 753  v.Chr. gegründet wurde.
Ich wusste es Anfang letzten Jahres noch nicht aus dem Kopf und wird der Mensch nicht faul, im Zeitalter der Handys und von Google? Das Wissen ist nur ein Klick weit entfernt.

Santa Maria degli Angeli wurde 1561 nach Plänen Michelangelos gebaut. Es stand nicht auf „meiner Liste“, wir stolperten auf dem Weg zu spanischen Treppe hinein. Im Fußboden der Kirche ist eine 45 Meter lange Bronzelinie eingelassen. Sie markiert einen Meridian.

Santa Maria degli Angeli (c) Zeichnung von Susanne Haun

Santa Maria degli Angeli (c) Zeichnung von Susanne Haun

Als wir in Rom waren, begann der Frühling sichtbar zu werden. Inzwischen sind auch in Berlin die Bäume hellgrün als wir aber abfuhren, war noch keine Blüte am Baum zu sehen.

Frühling (c) Zeichnung von Susanne Haun

Frühling (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Bedeutung des Löwen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Skulptur, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 17. Dezember 2012

Im Sommer war ich in Ravenna in der Kirche Sant’Appolllinare Nuovo.

Mich haben dort nicht nur die Mosaike und Besucher interessiert sondern auch die Skulpturen (siehe meinen Artikel dazu hier).

Ist euch schon einmal aufgefallen, wir oft der Löwe auf Bildern und als Skulpturen dargestellt wird?

Die heutige Zeichnung ist inspiriert von einer Figurengruppe, die einen Kardinal, Fortuna, einen Löwen und eben die dargestellte Frau, deren Bedeutung ich nicht kenne, die ich aber gezeichnet habe, darstellt.

Der Löwe und das Glück (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Löwe und das Glück (c) Zeichnung von Susanne Haun

Im Physiologus (Naturforscher) entstanden vom 2. Jahrhundert vor bis ca. 4. Jahrhundert nach Christus findet der Leser viele Bedeutungen der Natur wie sie in der damaligen Zeit gesehen wurden.

Der Löwe hatte nach dem Physiologus drei Eigenschaften:
1. Er kann seine Spuren vor den Jägern gut verwischen
2. Auch wenn er schläft, ist der Löwe immer wachsam.
3. Die Löwin gebirt ihre Kinder tod und erst nach dem dritten Tag bläst der Löwe seinen Nachkommen ins Gesicht, um sie zu erwecken.

Diese drei Eigenschaften werden mit folgenden drei kirchlichen Eigenschaften verbunden:
1. Der Vater verbirgt sein Gottsein, unter Engel wird er Engel, unter Thronen zum Tron usw.
2. „…so schläft auch der Leib meines Herrn am Kreuz, seine Gottheit aber wacht …“²
3. Am dritten Tag erweckte Gott Jesus von den Toten.

Meine Sichtweise auf viele Bilder und Skulpturen hat sich verändert!

 

For my English-speaking readers:
In the summer I was in the church Sant’Appolllinare Nuovo in Ravenna .
I have there not only interested in mosaics and visitors but also sculptures (see my article here). If you ever noticed, we often the lion is depicted in paintings and sculptures as?.
The lion had to the Physiologus three properties:
First: He can cover his tracks well from the hunters.
Second: Even when he is asleep, the lion is always vigilant.
Third: The lioness brings her babies forth death in world and until the third day the lion blows his descendants in the face of his children to wake them.

These three properties are related to the following three christian properties:
First: The father hides his divinity, he is among angels angels etc.
Second: „… as well as the body of my Lord is asleep on the cross, his divinity but wakes …“ ²
Third: On the third day God raised Jesus from the dead.

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²Schönberger, Otto. Übersetzung. Pysiologus. 2001. 2009². Stuttgart.

Kunst = Kunst – Teil 2 und ein Besuch in Magdeburg – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 18. November 2012

Wir befinden uns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was ist Kunst zu dieser Zeit?

Der Kunst wurde nun eine Therapeutische Wirkung zugetraut, sie sollte den Rezipienten seine eigenen, individuellen Defizite klar machen und diesen Defiziten Abhilfe verschaffen.

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Magdeburger Figuren (c) Zeichnungen von Susanne Haun

Die Kunst sollte erst im Auge des Rezipienten zur Entfaltung kommen. Philosophisch gesehen war es zu dieser Zeit unüblich, zeitgenössische Kunst als solche zu betrachten, weil sie den hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden nicht entsprechen konnte. Man sah das Ideal der Kunst in der Antike.

„In Vorwegnahme des marxistischen Endziels der Geschichte wurde vielmehr sogar die ersatzlose Abschaffung der Institutionen des Staates imaginiert, an deren Stelle ein ewiges und glückliches Reich der Kunst treten sollte.“²

Ich denke, an dieser Stelle ist wieder eine Pause zum Verinnerlichen des Gelesenen richtig.
Nach der Ablösung der Religion durch die Kunst sollte sie nun auch den Staat ersetzen.

Es ist auch einfach zu sagen, dass die Kunst nicht in der Gegenwart zu finden ist, damit werden Diskussionen mit Künstlern gleich im Keim erstickt.

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Im Kreuzgang im Kloster unser lieben Frauen (c) Foto von Susanne Haun

Ich dagegen schaue mir gerne aktuelle Kunst an. So habe ich gestern Conny Niehoffs neues Atelier besucht. Es ist von beeindruckender Größe und Conny fühlt den Raum mit ihrer Arbeit souverän. Bevor sie dort einzog, war ein Sparladen in der Halle, sie hat dezent noch einige Relikte aus der Zeit stehen gelassen: ein halb übermalter Spar Schriftzug an der Wand und ein Schild für Kartoffeln. Nach Anmeldung könnt ihr euch Connys Arbeiten im neuen Atelier anschauen.

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Das Hundertwasserhaus am 17.11.2012 (c) Foto von Susanne Haun

Conny und ich kennen uns seit September 2004, wir haben uns im Netz kennen gelernt und ich war seither oft in Magdeburg und konnte so einige Städtebaulichen Veränderungen miterleben. Gestern waren wir am Hundertwasserhaus, von dem ich noch Fotos im Bau befindlich von 2005 gefunden habe. Wir waren auch vor der Renovierung im Kloster unser lieben Frauen, leider habe ich diese Fotos nicht mehr gefunden. Das Kloster wurde im Hochmittelalter so um  1063 angefangen zu bauen. Ich mag die Stimmung im Kloster, die ich mit meiner kleinen CANON IXUS eingefangen habe. Kein einfaches Unterfangen, weil es begann schon zu dämmern! So habe ich aus den vielen Figurengruppen, die ich gestern sah, einzelne herausgenommen und gezeichnet.

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

Conny Niehoff und ich 2012 (c) Foto von A Haun

For my English-speaking readers:
I gladly look present art. I visited yesterday Conny Niehoffs new studio. It feels an impressive size and Conny fills the space confidently with their work. The hall was a food store before she moved there, she discreetly few relics from the time left: half overpainted saving writing on the wall and a plate of potatoes.


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Pfisterer, Ulrich (HG), Metzlers Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003, 2011²

Der Blick zum Schloss Tegel – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berlin, Skizzen, Skizzenbuch, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 15. November 2012

Der Mensch strebt zuerst in die Ferne, ehe er sieht, wie schön seine Umgebung ist.

Ich war in Afrika, Amerika, Asien und vielen Teilen Europas ehe ich nur 5 km von mir zuhause entfernt das Schloss Tegel besuchte. Das Schloss ist auch unter dem Namen Humboldt Schloss bekannt und die Gebrüder Humboldt haben dort ihre Kindheit verbracht. Ich berichtete schon hier in meinem Beitrag vom 22. September 2012 vom Schloss.

Hier waren die Gebrüder Humboldt zuhause (c) Foto von Susanne Haun

Hier waren die Gebrüder Humboldt zuhause (c) Foto von Susanne Haun

Wilhelm von Humboldt erwähnt es in seinen Brief Archäologen und Philologen Gottlieb Welcker 12. März 1822 mit den Worten:
“Ich bin auf einige Tage allein aufs Land gegangen, liebster Freund, und schreibe Ihnen von hier.”
Heute liegt das Schloss im Norden Berlins und mitnichten auf dem Land. Ich will nicht sagen, dass es im Herzen Berlins liegt, es steht ca. 5 km von der Stadtgrenze entfernt.

Spe, die Hoffnung 15 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Spe, die Hoffnung 15 x 15 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Das Schloss ist noch heute von den Nachfahren der Gebrüder Humboldt bewohnt, es ist nur im Sommer im Rahmen von Führungen zu besichtigen. In teilen des Schlossparks kann der Besucher während der gesamten Jahreszeit wandeln, vorne am Zaun steht eine Spendenbox zur Erhaltung des Gartens, in der ich gerne ein silbernen Taler warf. Ich finde es sehr großzügig von den Bewohnern, dass ich als Gast Teile des Gartens besichtigen darf. Möchtet ihr in eurem Garten jeden Tag fremde Leute zu Besuch haben?

Mit Rücksicht auf die Bewohner gibt es deshalb auch keine große Fotoserie zu meinem Besuch. Ich habe für einen Eindruck von außerhalb des Gartens das Schloss fotografiert und mich mit der dicken Marie ablichten lassen. Ist das nicht ein toller Name? Die dicke Marie ist eine 800 Jahre alte Eiche, die von den Gebrüdern Humboldt nach ihrer Köchin benannt wurde.

Im Wikipedia habe ich folgendes zur Marie gefunden:
Dendrologischen Erfahrungen zufolge ist jedoch keine Eiche in Deutschland älter als 800 Jahre, so dass die Maße des Umfanges und des Durchmessers eher für ein Alter des Baumes zwischen 400 und 500 Jahren sprechen. Eine genauere Bestimmung wäre durch eine Kernbohrung möglich, die jedoch noch nicht erfolgt ist.“

UPDATE vom 28.9.16: Ein freundlicher Leser meines Blogs hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die dicke Marie an der Malche am Tegler See steht (siehe hier).

Die Eiche im Schloßpark Tegel ist die sogenannte Humboldeiche. Herzlichen Dank für den Hinweis. Bei Recherchen habe ich folgendes zu den beiden Bäumen gefunden:

„Die »Humboldteiche« und die »Dicke Marie« sind als Relikte des mittelalterlichen Landschafts- und Waldbildes zu betrachten. Interessant ist die in der Literatur vertretene These, daß diese Bäume als Grenzbäume zwischen den Gemarkungen Tegel und Heiligensee fungiert haben sollen und deshalb bei den mittelalterlichen Waldrodungen verschont wurden. Noch gibt es aber dafür keine schlüssigen Beweise.“ Hainer Weißpflug

Auch für die Humboldteiche schätzt Weißpflug das Alter von ca. 400 – 500 Jahre. Er widerspricht damit der These, dass der Vater der Humboldtbrüder die Eiche gepflanzt hat.

Dieses Zitat habe ich in der Zeitung Berlin im Detail zur Humboldteiche gefunden (siehe hier).

Die alte Marie ist soviel älter als ich (c) Foto von A.Haun

Die alte Marie ist soviel älter als ich (c) Foto von A.Haun

Sehr hat mich die von Schinkel angelegte Familiengrabstätte der Familie von Humboldt beeindruckt. Eine hohe Säule mit einer Kopie der 1818 von dem Bildhauer Bertel Thorvaldsen geschaffenen Statue der Spes (Hoffnung) steht auf der Grabstätte. Spes schaut in Richtung des Schlosses und ich konnte mich nicht beherrschen, sie in mehreren Positionen zu zeichnen. Die Hoffnung der Spes bezieht sich auf gute Ernte und Kinder. Ich zeichnete sie einige male, sie ist schlecht zu erkennen von unterhalb der Säule!

Tegel Schloss (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tegel Schloss (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
At first human beeing strives into the distance until he sees how beautiful the surroundings.
I was in Africa, America, Asia and many parts of Europe before I visited just 5 km away from my home, the Tegel Castle. The castle is also known under the name of Humboldt Castle and the Humboldt brothers have spent in the Castle their childhood. With regard to the residents, there don’t exist a great photo series from my visit. I have a picture of the garden outside the castle and photographed myself with the thick Marie leave. Is it a great name? The thick Marie is a 800 year old oak tree, which was named by the brothers Humboldt cook.

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Wilhelm von Humboldt, Schriften zur Sprache, Zweitausendeins Verlag, Seite 1018

Krankenhäuser wie Schlösser – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berlin, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Oktober 2012

Es gibt Gebäude, die für den Bewohner einer Stadt einfach selbstverständlich sind.

Ich bin in Berlin, Wedding in unmittelbarer Nähe des Virchow Krankenhauses geboren. Das Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding wurde 1899–1906 gebaut. Schon damals bestand der Campus aus 50 kleinen Gebäuden. Vor dem Mauerfall gehörte das Rudolf Virchow Krankenhaus zur freien Universität, inzwischen ist es der Humboldt Universität angegliedert. Die gesamte Anlage ist denkmalgeschützt und seit 2003 sind die medizinischen Fakultäten der Humboldt- und Freien Universität Berlin der Universitätsmedizin Berlin Charité angegliedert, die zu den grössten Universitätskliniken Europas gehört. Charité ist franzsösich und bedeutet Barmherzigkeit bzw. Nächstenliebe. Ihr Leitspruch lautet „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“.

Der Eindruck des Märchenschlosses bleibt erhalten (c) Foto von Susanne Haun

Der Eindruck des Märchenschlosses bleibt erhalten (c) Foto von Susanne Haun

Ich bin mit diesen Gebäuden groß geworden, sie sind in meinem täglichen Umfeld so integriert und mit der Umgebung verschmolzen, dass sie selbstverständlich werden. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr im Wedding sondern in Reinickendorf wohne. Betritt der Besucher den Campus von der Amrumer Straße, dem Augstenburger Platz ist er zuerst im Gebäudekomplex des Herzzentrum.

Das Herzzentrum ist für mich eine Selbstverständlichkeit, es sieht ein wenig aus wie ein Märchenschloss und ich bin dann immer wieder erstaunt, wie düster doch andere Krankenhäuser mitunter wirken. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit und der deutschen Krankenkassenversicherungskarte ist es auch selbstverständlich, dort bei bedarf von den besten Ärzten der Welt operiert zu werden.

Fassadenfiguren Herzzentrumm Version 3 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Fassadenfiguren Herzzentrumm Version 3 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns das bewußt machen, wie priviligiert wir trotz allen Kritikpunkten mit unseren Krankenkassen sind. Nur die Reichen und Mächtigen dieser Welt werden sonst dort operiert und sie müssen viel Geld dafür bezahlen. Bestimmt liegt es auch daran, dass die Charité mit Gewinn arbeitet.

Das Herzzentrum geht in das Virchowkrankenhaus über. Als ich um die 18 Jahre alt war, restaurierte ich mit meinem Vater die damals bleiverglasten Fenster in meinen Ferien. Die Bleiverglasungen sind inzwischen hellen Scheiben gewischen. Ich kann mir schon vorstellen, dass die dunklen Gläser, die nicht viel Licht durchlassen, in einem Krankenhaus fehl am Platz sind.

Die alte Kastanienalle (Mittelallee) spricht ebenfalls von der Geschichte des Krankenhaus. Neue und alte Gebäude stehen nebeneinander.

Fassadenfiguren Herzzentrum Version 1 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Fassadenfiguren Herzzentrum Version 1 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es wird auch an den Namensgeber Rudolf Virchow erinnert. Ein vielseitiges Talent, der zum Beispiel als Gründer der modernen Pathologie gilt. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit war er auch Politiker und Archäologe.

For my english reader:
There are buildings that are easy for the inhabitants of a city, of course. I was born in Berlin, Wedding in the immediate vicinity of the Virchow Hospital. The Rudolf Virchow Hospital in Berlin-Wedding was built 1899-1906. Even then, the campus consisted of 50 small buildings. Before the Berlin Wall fell, the Rudolf Virchow Hospital belonged to the free university, now it is affiliated with the Humboldt University. I think the Building looks like a castle and I drawed the building facade.

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Quellen:
Die Charité: Geschichte(n) eines Krankenhauses, Hrsg: Johanna Bleker und Volker Hess, Akademie Verlag, 2010
RUDOLF VIRCHOW, KURT WINTER, Teubner Verlag 1976

Bologna, die schönste Stadt Italiens – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Emilia Romagna, Engel, Skizzen, Skizzenbuch, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 31. Juli 2012

Ich bin begeistert von Bologna!

Die Stadt pulsiert voll Leben und die Bogengänge schützen auch zur Mittagszeit vor der sengenden Sonne. Trotz der heutigen 32 Grad konnte ich durch die Bogengänge (knapp  38 km in der Stadt) flanieren. Bis ins 17. Jahrhundert war es Vorschrift, die Häuser mit Arkaden zu bauen, um ein einheitliches Stadtbild beizubehalten.

Skulptur im Palast Archiginnasio (c) Zeichnung von Susanne Haun

Skulptur im Palast Archiginnasio (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sehr beeindruckt hat mich auch der Anatomie Vorlesungssaal, der Teatro Anatomico, in der alten Universität im Palast Archiginnasio. Da kann die Phantasie schon mit einem durchgehen und man sieht vor seinem geistigen Auge, wie der Professor vor seinen Studenten an Hand eines Toten die Anatomie erklärt. Die Universität ist voller Familienwappen von Professoren und Studenten.

Das Morandi Museum war für mich natürlich auch ein Höhepunkt, leider hatte ich mich nicht nach den Öffnungszeiten erkundigt, das Atelier kann nur von 12 bis 14 Uhr besichtigt werden und als ich um zehn vor zwei nach den Weg von der Ausstellung seiner Arbeiten im Rathaus zum Atelier fragte, war es schon zu spät.

Pause auf dem Piazza Maggiore (c) Foto von Julian Haun

Pause auf dem Piazza Maggiore (c) Foto von Julian Haun

Aber nichtsdestotrotz habe ich besonders seine Bleistiftzeichnungen, Kaltnadel Radierungen und Aquarelle genossen. Die Schraffuren der Radierungen sind einmalig.

In der Stadt selber gibt es so viele Skulpturen, die die Gebäude halten, dass ich schnelle Zeichnungen von einigen fertige. Der berühmte Neptunbrunnen von Bologna, mein Reiseführer sagt sogar, es sei DIE Sehenswürdigkeit der Stadt, liegt in der prallen Sonne und ist kaum wahrnehmbar. Beim nähertreten sehe ich einzig die vielen Tauben, die sich im Wasser erfrischen.

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

 

Bologna, die schönste Stadt Italiens – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Dädalus und Ikarus im Antiquarium Cesenatico – Zeichnungen von Susanne Haun

Ich habe mich sehr gefreut, im Antiquarium in Cesenatico zwei Fragmente von Skulpturen von Dädalus und Ikarus zu finden.

Die gesamte Sammlung im erzählt vom Alltag um Cesenatico zur Römerzeit.

So habe ich auch erfahren, dass die Prägung von Münzen von den Römern schon Ende des 4.Jahrhunderts vor Christus eingeführt wurde. Die Prägungen der Münzsammlung sind sehr fein und eindrucksvolle Zeichnungen.

Das Museum ist reich an Texten an den Wänden, die alle sicher sehr Informativ sind, wunderschön aussehen aber für mich leider unverständlich sind, da ich die italienisch Sprache nicht beherrsche.

Deidelus und Ikarus (c) Foto von Susanne Haun

Deidelus und Ikarus (c) Foto von Susanne Haun

So laufe ich um Ikarus Kopf und erfreue mich mit meinem Füller an seinen Proportionen.

Deidelus Version 9 (c) Zeichnung von Susanne Haun (10)

Deidelus Version 9 (c) Zeichnung von Susanne Haun (10)

Gefallen hat mir auch die Tabula Peutingeriana, eine mittelalterliche Karte mit den Eintragungen der Straßen des römischen Reiches. Auch hier kommt wie in der Tora das Prinzip der Rolle zum Tragen.

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

 

Dädalus und Ikarus im Antiquarium Cesenatico – Zeichnungen von Susanne Haun

Ravenna und die Gerechtigkeit der Welt – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Emilia Romagna, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 19. Juli 2012

Die Basilica San Vitale in Ravenna wurde 526 begonnen zu bauen und ist mit ihren Mosaiken ausgesprochen prunkvoll und wunderschön anzusehen.

Basilica di Vitale (c) Foto von Susanne Haun

Basilica di Vitale (c) Foto von Susanne Haun

Bei uns kam die Frage auf, wie es möglich ist so viel Prunk zu gestalten, während der Hauptteil der Bevölkerung in größter Armut lebt?

Doch gesehen auf die gesamte Welt, leben wir jetzt nicht anders; einige wenige in Europa, Amerika und Asien leben in großem Prunk und andere müssen jeden Tag befürchten, nicht genug zu essen zu bekommen. Wie wird das die Welt in 1.500 Jahren sehen?

Mein Sohn wies mich auf die Bücher, im speziellen „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ von Jared Diamond hin, die interessant klingen und ich denke, dass ich mir das Buch sicher kaufen oder in der Bücherei leihen werde.

Zurück zu Ravenna: die Bernsteinfenster der kleinen Taufkapelle gefielen mir von den Maserungen besonders gut. Sie geben dem Inneren einen schönes Licht.

Das Gesamtbild ist schwer festzuhalten, so habe ich lieber Details der Mosaike und Reliefs fotografiert.

Details Ravena (c) Fotos von Susanne Haun

Details Ravena (c) Fotos von Susanne Haun

Die Kirche Sant’Apollinare ist mit Reliefs von 22 Jungfrauen und 26 Märtyrern und vielen Skulpturen geschmückt. Die Stühle im Kirchenschiff laden zum Verweilen ein und ich habe die Zeit neben der Erholung von der Hitze zum fertigen einiger schneller Skizzen genutzt.

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

Altarfigur in Sant'Appollinare Nuovo (c) Skizze von Susanne Haun

Altarfigur in Sant’Appollinare Nuovo (c) Skizze von Susanne Haun

Ravenna und die Gerechtigkeit der Welt – Zeichnungen von Susanne Haun

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