Susanne Haun

Projekt ohne Namen – Es ist neckisch – Die zeichnerische Aneignung der Aneignung von Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Projekt ohne Namen, Zeichnung, Zeitgenössische Kunst by Susanne Haun on 11. September 2019

 

Julian Schnabel eignete sich 1989 ein gefundenes Ölgemälde 51 x 38,5 Inches (1,40 x 1 Meter) an.

Der Künstler bearbeitete es mit Ölfarbe und Marker und eignete sich damit das Kunstwerk an, machte es zu einem Teil seinesŒuvres.

«Appropriation Art» wird diese Art der Zeitgenössischen Kunst genannt.

Schnabel ist kein Kopist, er setzt mit seiner Arbeit bewusst einen Stachel in das Konzept der Autorschaft. Wenn ihr diesem Link folgt (Klick) könnt ihr euch von Andreas Beyer von der Universität Basel als Audiodatei anhören, was unter Aneignung in der Kunst zu verstehen ist.

In diesem Artikel der NY Times (Klick) könnt ihr ein Foto von Schnabels angeeigneten Ölgemälden sehen. Ich vermute, dass die meisten von euch Schnabel bisher eher als Filmregisseur wahrgenommen haben. Vielleicht hat der eine oder andere schon den neusten Film Schnabels über van Gogh gesehen? Wilhem Dafoe spielt den schon so oft dargestellten Künstler, der durch seine Naturdarstellungen und vor allem durch sein abgeschnittenes Ohr einen herausragenden Platz in der Kunstgeschichte einnimmt.

Seit ca. zwei Jahren arbeiten Jürgen und ich am Projekt ohne Namen. Wir werfen uns angefangene Sätze in unseren Blöggen zu, die der andere – natürlich künstlerisch – beantwortet. In diesen Sätzen werden die jeweiligen aktuellen Themen der beiden verarbeitet. So kommt es, dass ich mit meinen Markerstiften und Acryl mir den Schnabel angeeignet habe. Natürlich nicht sein Original. Bei irgendeinem Flohmarktbesuch kaufte ich mir fasziniert den Katalog JULIAN SCHNABEL – Fox Farm Paintings, December 1, 1989, – Januarx 6, 1990, The Pace Gallery, 32 East 57th Streer, New York 10022.  Der Katalog ist 30,5 x 22,8 cm groß.

 

Ist das nicht neckisch, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Ist das nicht neckisch, 30,5 x 22,7 cm, Marker auf Katalog, Aneignung, Zeichung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ich vervollständigte Jürgens Satzanfang

#31

J:  „Dieses Ding frisst kein Brot, aber ….“
S: „… es ist neckisch, es sich anzueignen.“

 

Mein neuer Satzanfang für Jürgen lautet:

#32

S: „Kaffee! Noch mehr Kaffee!!! Kaffee ist das …“

 

________________

Hier könnt ihr in unseren bisherigen Satzanfängen und -enden stöbern. Schon seit November 2016, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, führen Jürgen und ich diesen Dialog.

#30 (siehe hier)

S: „Der Stein ist ein Dada der Gertrude …“
J:  „… und damit ist alles beisammen, was die Welt der rose is a rose is a rose is a rose zusammenhält.“

#29 (siehe hier)

S: „Der Kalender neben meinem iMac zeigt Freitag, nicht den 13., und ich habe Hunger, was mich dazu veranlasst …“
J: „… eine der Druckplatten abzulecken –  nämlich die mit dem Hummermotiv.“

#28 (siehe hier)

J: Wir baten Oma sehr oft, wirklich sehr oft,  ihre zweiten Zähne in den Mund zu nehmen  …
S: … und waren jedesmal überrascht, dass sie ihre eigenen Zähne zeigen konnte. Wem gehörten also die zweiten Zähne?

#27 (siehe hier)

S: Simple und einfach ist nichts auf dieser Welt, weil …
J: …immer irgendwas in der Landschaft herumsteht und stört.

#26 (siehe hier)

J: Mir gefällt, dass …
S: … immer wieder Zeichnen von Linien!

#25 (siehe hier)

S: Natura naturata und natura naturans“ sind zwei ästhetische Begriffe, die …
J: … die mir etwas von der Trias „Gott, Natur und Mensch“ erzählt haben, die aber beim intuitiven Bogenschießen keine Rolle spielen.

#24 (siehe hier)

J: Die Weltenseele ist mir noch nicht begegnet, …
S: … während sie Susanne in dem kleinsten Blatt, selbst im Ion entdeckt.

#23 (siehe hier bei Jürgen und hier bei Susanne)

S: Inhaltsverzeichnisse sind Wissensquellen, die ….
J: …die das Rhizom fressen wird!“

#22 (siehe hier)

J: Und während ich hier in meinem kleinen Atelier sitze…
S: … schaue ich aus meinem Atelierfenster und imaginiere die Erhabenheit der Berge.

#21 (siehe hier)

S: Ein neuer Anfang bedeutet …
J: … Reset, und die alten Einstellungen werden in der Maschine gespeichert

#20 (siehe hier)

J: Der Himmel wartet, doch die Erde verlangt …
S: Liebe, Respekt und Verantwortung.

#19 (siehe hier)

S: „Durst wird nicht immer durch Wasser gelöscht, sondern …“
J: “ … auch mit Erdöl!“

#18 (siehe hier)

J: „Wenn ich mit dem Finger schnipse, …“
S:  „… passiert nichts weiter außer ein Schnipsen.“

#17 (siehe hier)
S: „Eine Linie biegt sich nach links nach rechts, um dann…“
J: „… an den Rändern des Blattes zu verschwinden.“

#16 (siehe hier)

J:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“
S:  „… nichts ist perfekt aber alles ist möglich!“

#15 (siehe hier)
S: „Wörter sind immer …“
J: „… gut oder böse.“

#15.1 (siehe hier)
J: „Worte, die den Raum fülleun und als ewiges Licht bleiben.“

#14 (siehe hier)
J: „Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“
S: „… aber dann sah ich es: Am Ende des Weges war alles voller Bücher, Papier und Tinte.“

#13 (siehe hier)
S: „Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …“
J:  „… sind wie Worte, die die Erde lockern werden.“ (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

#12 (siehe hier)
J: „Ich schaue mich im Spiegel an und denke: …“
S: „… Nichts!“

#11 (siehe hier)
S: Die Ferne lockt mit fremden Geruechen, Farben und Tönen …
J:  …, doch mein Herz schlägt nur für dich.

#10 (siehe hier)
J: „Ich war jung und töricht, naiv und unbedarft …“
S: „… und dabei sehr fröhlich und sorglos.“

#9 (siehe hier)
S: Der Mensch blickt zurück in sich selbst und findet in der Zukunft …..
J: … den „loving cup“.

#8 (siehe hier)
J: „Der, der alleine ins Wasser geht, das ist „der Alleineinswassergeher“ und die, die zu mehreren gehen …“
S: „…werden sich selbst vergessen, fröhlich sein und planschen.“

#7 (siehe hier)
S: „Kalte Hände sind ein kritisches….“
J: „… Phänomen, denn wie sagte Christoph Ernst Freiherr von Houwald, so ungefähr: „Nimm noch einmal in Deine kalten Hände des warmen Herzens Signatur. Und ist Dein Herzensspiel noch nicht zu Ende, und kommt ein neuer Akt: so klingle nur.“ ( frei übertragen aus: Christoph Ernst Freiherr von Houwald, die Freistatt, vierte Szene, Leipzig 1820)

#6 (siehe hier)
J: „Wenn sie losgelassen werden und durch die offenen Tore fegen …“
S: „… können nicht die größten Drollerien sie aufhalten.“

#5 (siehe hier)
S: „Das perfekte Ding ist …“
J: „… das momentane Ding“

#4 (siehe hier)
J: „Ich höre die schweren Maschinen in der Ferne und ahne …“
S: „… dass sie an ihrer Last zerbrechen.“

#3 (siehe hier)
S: „Es ist schwer vorstellbar, dass der hoch in den Himmel aufragende Turm …!“
J: „… tatsächlich ein Raumschiff darstellt.“

#2 (siehe hier):
J: „Heute ist heute, morgen wird übermorgen und  …“
S: „… gestern ist nicht gewesen sondern wird Erinnerung.“

#1 Projektauftakt (siehe hier):
S: „In der Nacht verschwimmen die Gegenstände zu schwarzen verwischten Flächen, deshalb ……“.
J:  „… versucht der Abfalleimer ein verzweifeltes Glühen“.

Der Nulltunnel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2016

 

Schon gestern berichtete ich von meinem Kampf mit der Null. Wenn also schon alles gezeichnet ist, dann könnte die Null eine Lösung sein. Ich habe das Gefühl, ich stecke in einem nullförmigen Tunnel fest.

 

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Jürgen (siehe hier)  meinte, wir müssten anfangen, thematisch zu sortieren und schlug folgende Unterteilung vor:

das Jahr Null, der Nullraum, die Nullprognose, die Nullzerstörung, die Nike, die Time-maschine, die Nullscheiben, die Nullwerkzeuge (Nullzange, Nullkralle, Nullsäge), das Nullpferd, die Nullbarke, die Nullosmose und die Nullen als solches., ie Obszönität und die Vermessung der Null dazukommen

Jürgen und ich sehen uns das nächste mal erst im August und wollen dann zusammen meinen 11. Salon gestalten. Ich möchte bei diesem Salon noch nicht unsere Arbeiten zum Null-Projekt zeigen, Jürgen, meine Räume und der Salon selber eignen sich nicht dafür, die Vielfalt unseres Nullprojekts zu zeigen. Unsere Bewerbungen um eine Ausstellung gestalten sich erwartungsgemäß zäh. Eine Ausstellung ist uns bisher für 2018 für unser Projekt versprochen. Wissen wir bis dahin noch, was wir getan haben oder müssen wir unsere Blogbeiträge lesen? Die Null und unsere verschiedenen Ausdrucksformen müssen sich im Raum entfalten und vor allem – bevor wir sie das erste mal zeigen, müssen wir beide von Angesicht zu Angesicht darüber reden!

Was hälst du davon, wenn wir bei diesem 11. Salon eher von unseren Erfahrungen mit dem Kunstbetrieb in Bezug auf unsere Projekten sprechen? Wir wollen mit unseren Arbeiten einer breiten Masse etwas erzählen, gelingt uns das?

 

Ist etwa auch die Null obzön? – Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2016

Nach meinem Beitrag über die Obzönität der Cashewkerne (siehe hier) fragte mich Jürgen, ob nicht auch die Null obzön sei.

Ich musste sehr überlegen, inwiefern die Null Obzön ist, meine ersten Gedanken dazu lagen zuerst auf der formalen Ebene. Diese Gedanken sind in der ersten Arbeit auch sogleich erkennbar.

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich besuche zur Zeit das Seminar Kunst und Skandal, aufgrund dessen habe ich mich mit den Culture Wars und Andres Serrano beschäftigt. Das veränderte meine Sicht auf die Obszönität. Meine zweite Arbeit ist stark beeinflusst vom sogenannten „Piss Christ“, den ich nicht blasphemisch oder obszön empfinde.

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

In meiner dritten Arbeit frage ich mich, ob ich überhaupt in der Lage bin, Obszönität darzustellen. Ich habe natürlich eine Vorstellung davon aber meine Hemmschwelle ist einfach zu groß, um Obzönität darzustellen. Da muss ich wohl noch an mir arbeiten 😉 Meine Mutters Erziehung hat bei mir also sehr große Früchte getragen. Es ist schwer, sich von den ersten Moralvorstellungen, die das Leben lehrt, zu trennen.

Ich bin auf Jürgens antworten gespannt. Ich empfinde die Obzönität der Null als Zwischenspiel, ich antworte mit meinen Arbeiten nicht auf Jürgens gesendete Zeichnungen. Ich werde wohl morgen antworten.

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Nullpause – Zeichnungen von Susanne Haun und Jürgen Küster

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Mai 2016

Jürgen hat Recht, wenn er in seinem Beitrag schreibt, dass eine Pause mitunter störend ist, in diesem Fall die Pause in unserem gemeinsamen Schaffungsprozeß.

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

In meinen Nullräumen hat sich Dantes Barke des Vergessens (siehe die Leinwand von gestern hier) eingeschlichen. Ich habe erst überlegt, ob ich meine letzte Arbeit von heute weglasse, denn darauf werde ich eine zweite Große Leinwand entwickeln. Aber auch der Nullraum ist in die Barke eingeflossen und passt sie nicht gut zum Nullraum? Also habe ich auch diese Zeichnung Jürgen als Antwort gesendet.

Das Nullpferd habe ich in Jürgens erstem Blatt gesehen, ich glaube Jürgen hat da eher die Null aufgelöst?

Ich merke, dass ich mich wiederhole, obwohl Jürgen darauf hinweist, Dass wir uns noch um die Vermessung der Null und die Obszönität der Null kümmern sollten.

 

Die Nullkralle – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Mai 2016

Nun sind wir bei der Kralle angelangt. Lateinisch wird die Kralle als Unguis, seltener: Unguicula bezeichnet. Ströhmen diese lateinischen Worte nicht schon etwas von einer Bedrohung aus?

 

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Die Kralle ist eine feste, meist gekrümmte Struktur an den Endgliedern der Extremitäten vieler Tiere, die ihnen als Waffe und zum Greifen dient. Die Kralle gehört zu den Hautanhangsgebilden. Homologe Organe sind bei Menschen und Menschenaffen die Nägel sowie bei Huftieren die Hufe und Klauen.“ schreibt Wikipedia.

Jürgens Kralle erinnert mich an eine Tierfalle und ich denke unweigerlich an Schmerz und an Blut. Ich weiss nicht, ob Jürgen auch diese Assoziationen hatte.

 

Aneignung in der Kunst – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Konzeptkunst, Kunstgeschichte, Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 27. April 2016

Jürgen hat schnell auf meine neuen Zeichnungen zum Projekt Null geantwortet. Seine klaren reduzierten Nullräume haben mich sofort angesprochen.

Erst gedachte ich, die Zeichnungen mit Tusche und Feder nachzuzeichnen. Warum die Arbeit machen, fragte ich mich und druckte Jürgens Zeichnungen mit meinem s/w Laserdrucker aus. Mit Zeitungscollagen und rotem Stift habe ich dann die Zeichnungen verändert. Es entspricht vom Sinn der Arbeitsweise die Jürgen und ich bei unseren Berliner Blättern (siehe hier) oder dem Projekt sammenzu (siehe hier).
Die Aneignung ist ein wichtiges Mittel in der zeitgenössischen Kunst. Diese Gattung gehört zur Konzeptkunst und wird Appropriation Art genannt. In Wikipedia steht dazu folgende Definition:

„Im engeren Sinn spricht man von Appropriation Art, wenn Künstler bewusst und mit strategischer Überlegung die Werke anderer Künstler kopieren, wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst verstanden werden sollen (andernfalls spricht man von Plagiat oder Fälschung).“²

Interessant, oder?

 

 

 

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² Wikipedia, 22.4.2016, 9:32 Uhr

Die Industrie sowie Nachahmung und Originalität – Susanne Haun

Posted in Foto, Kunstgeschichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 4. April 2014

Die Orangerie in Postdam wurde im Stil der italienischen Renaissance gebaut.

Friedrich Wilhelm IV. zeichnete während seiner ersten Italienreise im Jahr 1828 seine Reiseeindrücke. Diese inspirierten ihn, Sanssouci und die Potsdamer Landschaft mit Bauwerken im italienischen Stil zu verschönern.

Orangerie Potsdam  Sanssouci (c) Foto von Susanne Haun

Orangerie Potsdam Sanssouci (c) Foto von Susanne Haun

Für die südöstliche Seite schuf Eduard Mayer Die Industrie mit Zahnrad, Zange, Hammer und Bienenkorb sowie Die Wissenschaft mit einem Buch.

Das Sommersemester an der Uni beginnt schon in wenigen Wochen und dieses Mal liegt mein Schwerpunkt auf Architektur. Auch werde ich weitere Vorlesungen und Seminare in Philosophie belegen. Im Streß des vergangenen Semester hat es mir geholfen, zu wissen, dass ich immer ein anderes Nebenfach belegen kann, wenn ich das möchte.

Skulpturen Orangerie (c) Zeichnung von Susanne Haun 0006

Skulpturen Orangerie (c) Zeichnung von Susanne Haun 0006

Ich lese zur Zeit „Klassiker der Kunstgeschichte“ und beschäftige mich dadurch mit den Methoden von Johann Joachim Winckelmann.

Winkelmann versucht in seinem Essay von 1759 „Erinnerung über die Betrachtung der Werke der Kunst“ die Unterscheidung des positiven Begriffs „Nachahmnung“ vom negativen Begriff „Nachmachung“ zu unterscheiden. Er hatte dabei die Kunst der Griechen im Kopf, die bis in unsere heutige Zeit immer wieder als Inspriationsquelle genutzt wird. Nachmachung sei einfach Epigonalität, während Nachahmung Kreativität erfordere.²

Es ist ein interessantes Thema, was gerade in unserer Zeit der Aneignung große Aktualität beinhaltet.

Wenn ich jetzt „Die Industrie“ von Mayer zeichne, der wiederum die italienische Renaissance als Vorbild hat, die wiederum bei den alten Griechen geschaut haben, was ist das dann für eine Aneignungskette?

Heute zeige ich dazu schnelle, überlegte Zeichnungen in einer Linie.

Bei diesen Zeichnungen ist es mir wichtig, die Details festzuhalten und aus vielen Blättern einen Gesamteindruck herzustellen.

_______________________
²Pfisterer, Ulrich. Hrsg. Klassiker der Kunstgeschichte. München 2007. Décultot, Élisabeth. Johann Joachim Winkelmann (1717 – 1768), Seiten 12-28.

Weiterer Kampf mit den Überzeichnungen zum Thema double bind Teil 2 – Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind, Zeichnung by Susanne Haun on 28. März 2014

Die heutigen Arbeiten entstanden durch spärliche Überzeichnung der von  Jürgen Küster gesendeten Fotos zum Thema double bind.

Wieder habe ich die Fotos ausgedruckt und manuel bearbeitet (siehe hier zu meinen Beitrag von gestern). Mit diesen Ergebnissen bin ich zufrieden, manchmal ist weniger einfach doch mehr.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich schliesse nun erst einmal das Kapitel Überzeichnungen. Vielleicht greife ich es später noch einmal auf.
Davor interessieren mich allerdings viele andere Sachen mehr. Es ist gut für sich herauszufinden, was man mag und was nicht.

Weiterer Kampf mit den Überzeichnungen zum Thema double bind – Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind, Zeichnung by Susanne Haun on 27. März 2014

Als Jürgen letzten Monat in Berlin war, sprachen wir viel über die überzeichneten Fotos.

Die überzeichneten Fotos sind Teil unseres Projektes double Bind (Link zu unserem Projektblog). Zwei Monate sendete mir Jürgen jeden Mittwoch Fotos zum überzeichnen. Natürlich sendete ich auch Jürgen Fotos zum Überzeichnen. Ich habe versucht, in meinen Fotos für Jürgen einen kleinen Engelbezug herzustellen aber das war nicht immer einfach. Inzwischen haben wir mit dem versenden der Fotos aufgehört. Wir haben beide soviel Material, dass wir daran noch lange arbeiten können.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe Schwierigkeiten am Handy, Tablet oder PC die von Jürgen gesendeten Fotos zu überzeichnen. Zum einen habe ich nicht das entsprechende technische Equipment und möchte das Geld dafür auch nicht ausgeben. Ich habe keinen so großen Bezug wie Jürgen, am tablet meine Fotos zu überzeichnen. Ich spüre dabei nicht die Freude und das kreative Schaffen, dass nötig wäre.

Ohne die entsprechende Technik sagen meine Überzeichnungen dilettantisch aus. Ich dachte zuerst, dass das auch etwas hätte, aber es ist einfach nur dilettantisch. Hier der Link zu diesen Arbeiten. Ich habe bei diesen Arbeiten auch stark mit dem Titel gearbeitet. Da ich so gar nicht überzeugt von den hochglänzenden Fotos war, habe ich als nächstes das gesendete Motiv gezeichnet und mit einem Grafikprogram Foto und Zeichnung überlagert und das Ergebnis auf Zeichenpapier ausgedruckt (siehe hier). Davon war ich dann überzeugt aber Jürgen meinte, dass wäre nicht überzeichnet.

Wir überlegten, wie ich doch zu guten Ergebnissen kommen könnte und so druckte ich die Fotos nun auf Zeichenpapier aus und begann mit weißer Acrylfarbe und Tusche zu überzeichnen.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Ergebnisse sind besser aber ich gehe immer noch keine innige Verbindung mit Ihnen ein. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach zu viel andere Dinge gleichzeitig mache. Ich nehme mir jedes mal vor, mich besser zu koordinieren, weniger Projekte anzunehmen, aber eigentlich schaffe ich es nur, immer mehr Projekte anzunehmen, weil mich alles so sehr interessiert.

Ich kämpfe weiter mit den Überzeichnungen – Fotos von Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind by Susanne Haun on 21. Dezember 2013

Nachdem die Überzeichneten Fotos eine Woche an meiner Wand hängen, ich viel über sie diskutiert habe, stelle ich fest, diese Lösung hat noch nicht genug Substanz.

Zitat oder Aneignung (c) Überzeichnung von Susanne Haun

Zitat oder Aneignung (c) Überzeichnung von Susanne Haun

Beim Betrachten bleibt die Frage nach dem Inhalt offen, es ist nicht mehr, als eine Spielerei. Die Präsentation im Alurahmen gefällt mir auch nicht. Ich habe Ideen im Kopf ….

Heute zeige ich die nächsten drei Überzeichnungen, die schon wieder etwas anders von der Art sind. Ich zitiere hier viel Jürgen, der mir die Fotos jeden Mittwoch, projektgenau, sendet, damit ich sie bearbeiten kann.
Mehr zu unserem Projekt „double bind“ findet ihr in unserem Projektblog.

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