Susanne Haun

Der Nulltunnel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Mai 2016

 

Schon gestern berichtete ich von meinem Kampf mit der Null. Wenn also schon alles gezeichnet ist, dann könnte die Null eine Lösung sein. Ich habe das Gefühl, ich stecke in einem nullförmigen Tunnel fest.

 

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

#60.1 Der Nulltunnel (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Jürgen (siehe hier)  meinte, wir müssten anfangen, thematisch zu sortieren und schlug folgende Unterteilung vor:

das Jahr Null, der Nullraum, die Nullprognose, die Nullzerstörung, die Nike, die Time-maschine, die Nullscheiben, die Nullwerkzeuge (Nullzange, Nullkralle, Nullsäge), das Nullpferd, die Nullbarke, die Nullosmose und die Nullen als solches., ie Obszönität und die Vermessung der Null dazukommen

Jürgen und ich sehen uns das nächste mal erst im August und wollen dann zusammen meinen 11. Salon gestalten. Ich möchte bei diesem Salon noch nicht unsere Arbeiten zum Null-Projekt zeigen, Jürgen, meine Räume und der Salon selber eignen sich nicht dafür, die Vielfalt unseres Nullprojekts zu zeigen. Unsere Bewerbungen um eine Ausstellung gestalten sich erwartungsgemäß zäh. Eine Ausstellung ist uns bisher für 2018 für unser Projekt versprochen. Wissen wir bis dahin noch, was wir getan haben oder müssen wir unsere Blogbeiträge lesen? Die Null und unsere verschiedenen Ausdrucksformen müssen sich im Raum entfalten und vor allem – bevor wir sie das erste mal zeigen, müssen wir beide von Angesicht zu Angesicht darüber reden!

Was hälst du davon, wenn wir bei diesem 11. Salon eher von unseren Erfahrungen mit dem Kunstbetrieb in Bezug auf unsere Projekten sprechen? Wir wollen mit unseren Arbeiten einer breiten Masse etwas erzählen, gelingt uns das?

 

Ist etwa auch die Null obzön? – Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2016

Nach meinem Beitrag über die Obzönität der Cashewkerne (siehe hier) fragte mich Jürgen, ob nicht auch die Null obzön sei.

Ich musste sehr überlegen, inwiefern die Null Obzön ist, meine ersten Gedanken dazu lagen zuerst auf der formalen Ebene. Diese Gedanken sind in der ersten Arbeit auch sogleich erkennbar.

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.1 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich besuche zur Zeit das Seminar Kunst und Skandal, aufgrund dessen habe ich mich mit den Culture Wars und Andres Serrano beschäftigt. Das veränderte meine Sicht auf die Obszönität. Meine zweite Arbeit ist stark beeinflusst vom sogenannten „Piss Christ“, den ich nicht blasphemisch oder obszön empfinde.

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.2 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

In meiner dritten Arbeit frage ich mich, ob ich überhaupt in der Lage bin, Obszönität darzustellen. Ich habe natürlich eine Vorstellung davon aber meine Hemmschwelle ist einfach zu groß, um Obzönität darzustellen. Da muss ich wohl noch an mir arbeiten 😉 Meine Mutters Erziehung hat bei mir also sehr große Früchte getragen. Es ist schwer, sich von den ersten Moralvorstellungen, die das Leben lehrt, zu trennen.

Ich bin auf Jürgens antworten gespannt. Ich empfinde die Obzönität der Null als Zwischenspiel, ich antworte mit meinen Arbeiten nicht auf Jürgens gesendete Zeichnungen. Ich werde wohl morgen antworten.

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

#59.3 Die Obzönität der Null (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Die Nullpause – Zeichnungen von Susanne Haun und Jürgen Küster

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 14. Mai 2016

Jürgen hat Recht, wenn er in seinem Beitrag schreibt, dass eine Pause mitunter störend ist, in diesem Fall die Pause in unserem gemeinsamen Schaffungsprozeß.

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

#57.5 Nullbarke (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

In meinen Nullräumen hat sich Dantes Barke des Vergessens (siehe die Leinwand von gestern hier) eingeschlichen. Ich habe erst überlegt, ob ich meine letzte Arbeit von heute weglasse, denn darauf werde ich eine zweite Große Leinwand entwickeln. Aber auch der Nullraum ist in die Barke eingeflossen und passt sie nicht gut zum Nullraum? Also habe ich auch diese Zeichnung Jürgen als Antwort gesendet.

Das Nullpferd habe ich in Jürgens erstem Blatt gesehen, ich glaube Jürgen hat da eher die Null aufgelöst?

Ich merke, dass ich mich wiederhole, obwohl Jürgen darauf hinweist, Dass wir uns noch um die Vermessung der Null und die Obszönität der Null kümmern sollten.

 

Die Nullkralle – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Mai 2016

Nun sind wir bei der Kralle angelangt. Lateinisch wird die Kralle als Unguis, seltener: Unguicula bezeichnet. Ströhmen diese lateinischen Worte nicht schon etwas von einer Bedrohung aus?

 

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

#55.1 Nullkralle (c) Zeichnung von Susanne Haun

„Die Kralle ist eine feste, meist gekrümmte Struktur an den Endgliedern der Extremitäten vieler Tiere, die ihnen als Waffe und zum Greifen dient. Die Kralle gehört zu den Hautanhangsgebilden. Homologe Organe sind bei Menschen und Menschenaffen die Nägel sowie bei Huftieren die Hufe und Klauen.“ schreibt Wikipedia.

Jürgens Kralle erinnert mich an eine Tierfalle und ich denke unweigerlich an Schmerz und an Blut. Ich weiss nicht, ob Jürgen auch diese Assoziationen hatte.

 

Aneignung in der Kunst – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Konzeptkunst, Kunstgeschichte, Projekt Null, Zeichnung by Susanne Haun on 27. April 2016

Jürgen hat schnell auf meine neuen Zeichnungen zum Projekt Null geantwortet. Seine klaren reduzierten Nullräume haben mich sofort angesprochen.

Erst gedachte ich, die Zeichnungen mit Tusche und Feder nachzuzeichnen. Warum die Arbeit machen, fragte ich mich und druckte Jürgens Zeichnungen mit meinem s/w Laserdrucker aus. Mit Zeitungscollagen und rotem Stift habe ich dann die Zeichnungen verändert. Es entspricht vom Sinn der Arbeitsweise die Jürgen und ich bei unseren Berliner Blättern (siehe hier) oder dem Projekt sammenzu (siehe hier).
Die Aneignung ist ein wichtiges Mittel in der zeitgenössischen Kunst. Diese Gattung gehört zur Konzeptkunst und wird Appropriation Art genannt. In Wikipedia steht dazu folgende Definition:

„Im engeren Sinn spricht man von Appropriation Art, wenn Künstler bewusst und mit strategischer Überlegung die Werke anderer Künstler kopieren, wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst verstanden werden sollen (andernfalls spricht man von Plagiat oder Fälschung).“²

Interessant, oder?

 

 

 

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² Wikipedia, 22.4.2016, 9:32 Uhr

Die Industrie sowie Nachahmung und Originalität – Susanne Haun

Posted in Foto, Kunstgeschichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 4. April 2014

Die Orangerie in Postdam wurde im Stil der italienischen Renaissance gebaut.

Friedrich Wilhelm IV. zeichnete während seiner ersten Italienreise im Jahr 1828 seine Reiseeindrücke. Diese inspirierten ihn, Sanssouci und die Potsdamer Landschaft mit Bauwerken im italienischen Stil zu verschönern.

Orangerie Potsdam  Sanssouci (c) Foto von Susanne Haun

Orangerie Potsdam Sanssouci (c) Foto von Susanne Haun

Für die südöstliche Seite schuf Eduard Mayer Die Industrie mit Zahnrad, Zange, Hammer und Bienenkorb sowie Die Wissenschaft mit einem Buch.

Das Sommersemester an der Uni beginnt schon in wenigen Wochen und dieses Mal liegt mein Schwerpunkt auf Architektur. Auch werde ich weitere Vorlesungen und Seminare in Philosophie belegen. Im Streß des vergangenen Semester hat es mir geholfen, zu wissen, dass ich immer ein anderes Nebenfach belegen kann, wenn ich das möchte.

Skulpturen Orangerie (c) Zeichnung von Susanne Haun 0006

Skulpturen Orangerie (c) Zeichnung von Susanne Haun 0006

Ich lese zur Zeit „Klassiker der Kunstgeschichte“ und beschäftige mich dadurch mit den Methoden von Johann Joachim Winckelmann.

Winkelmann versucht in seinem Essay von 1759 „Erinnerung über die Betrachtung der Werke der Kunst“ die Unterscheidung des positiven Begriffs „Nachahmnung“ vom negativen Begriff „Nachmachung“ zu unterscheiden. Er hatte dabei die Kunst der Griechen im Kopf, die bis in unsere heutige Zeit immer wieder als Inspriationsquelle genutzt wird. Nachmachung sei einfach Epigonalität, während Nachahmung Kreativität erfordere.²

Es ist ein interessantes Thema, was gerade in unserer Zeit der Aneignung große Aktualität beinhaltet.

Wenn ich jetzt „Die Industrie“ von Mayer zeichne, der wiederum die italienische Renaissance als Vorbild hat, die wiederum bei den alten Griechen geschaut haben, was ist das dann für eine Aneignungskette?

Heute zeige ich dazu schnelle, überlegte Zeichnungen in einer Linie.

Bei diesen Zeichnungen ist es mir wichtig, die Details festzuhalten und aus vielen Blättern einen Gesamteindruck herzustellen.

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²Pfisterer, Ulrich. Hrsg. Klassiker der Kunstgeschichte. München 2007. Décultot, Élisabeth. Johann Joachim Winkelmann (1717 – 1768), Seiten 12-28.

Weiterer Kampf mit den Überzeichnungen zum Thema double bind Teil 2 – Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind, Zeichnung by Susanne Haun on 28. März 2014

Die heutigen Arbeiten entstanden durch spärliche Überzeichnung der von  Jürgen Küster gesendeten Fotos zum Thema double bind.

Wieder habe ich die Fotos ausgedruckt und manuel bearbeitet (siehe hier zu meinen Beitrag von gestern). Mit diesen Ergebnissen bin ich zufrieden, manchmal ist weniger einfach doch mehr.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich schliesse nun erst einmal das Kapitel Überzeichnungen. Vielleicht greife ich es später noch einmal auf.
Davor interessieren mich allerdings viele andere Sachen mehr. Es ist gut für sich herauszufinden, was man mag und was nicht.

Weiterer Kampf mit den Überzeichnungen zum Thema double bind – Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind, Zeichnung by Susanne Haun on 27. März 2014

Als Jürgen letzten Monat in Berlin war, sprachen wir viel über die überzeichneten Fotos.

Die überzeichneten Fotos sind Teil unseres Projektes double Bind (Link zu unserem Projektblog). Zwei Monate sendete mir Jürgen jeden Mittwoch Fotos zum überzeichnen. Natürlich sendete ich auch Jürgen Fotos zum Überzeichnen. Ich habe versucht, in meinen Fotos für Jürgen einen kleinen Engelbezug herzustellen aber das war nicht immer einfach. Inzwischen haben wir mit dem versenden der Fotos aufgehört. Wir haben beide soviel Material, dass wir daran noch lange arbeiten können.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe Schwierigkeiten am Handy, Tablet oder PC die von Jürgen gesendeten Fotos zu überzeichnen. Zum einen habe ich nicht das entsprechende technische Equipment und möchte das Geld dafür auch nicht ausgeben. Ich habe keinen so großen Bezug wie Jürgen, am tablet meine Fotos zu überzeichnen. Ich spüre dabei nicht die Freude und das kreative Schaffen, dass nötig wäre.

Ohne die entsprechende Technik sagen meine Überzeichnungen dilettantisch aus. Ich dachte zuerst, dass das auch etwas hätte, aber es ist einfach nur dilettantisch. Hier der Link zu diesen Arbeiten. Ich habe bei diesen Arbeiten auch stark mit dem Titel gearbeitet. Da ich so gar nicht überzeugt von den hochglänzenden Fotos war, habe ich als nächstes das gesendete Motiv gezeichnet und mit einem Grafikprogram Foto und Zeichnung überlagert und das Ergebnis auf Zeichenpapier ausgedruckt (siehe hier). Davon war ich dann überzeugt aber Jürgen meinte, dass wäre nicht überzeichnet.

Wir überlegten, wie ich doch zu guten Ergebnissen kommen könnte und so druckte ich die Fotos nun auf Zeichenpapier aus und begann mit weißer Acrylfarbe und Tusche zu überzeichnen.

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Überzeichnungen double bind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Ergebnisse sind besser aber ich gehe immer noch keine innige Verbindung mit Ihnen ein. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach zu viel andere Dinge gleichzeitig mache. Ich nehme mir jedes mal vor, mich besser zu koordinieren, weniger Projekte anzunehmen, aber eigentlich schaffe ich es nur, immer mehr Projekte anzunehmen, weil mich alles so sehr interessiert.

Ich kämpfe weiter mit den Überzeichnungen – Fotos von Susanne Haun

Posted in Überzeichnung Fotos, Double Bind by Susanne Haun on 21. Dezember 2013

Nachdem die Überzeichneten Fotos eine Woche an meiner Wand hängen, ich viel über sie diskutiert habe, stelle ich fest, diese Lösung hat noch nicht genug Substanz.

Zitat oder Aneignung (c) Überzeichnung von Susanne Haun

Zitat oder Aneignung (c) Überzeichnung von Susanne Haun

Beim Betrachten bleibt die Frage nach dem Inhalt offen, es ist nicht mehr, als eine Spielerei. Die Präsentation im Alurahmen gefällt mir auch nicht. Ich habe Ideen im Kopf ….

Heute zeige ich die nächsten drei Überzeichnungen, die schon wieder etwas anders von der Art sind. Ich zitiere hier viel Jürgen, der mir die Fotos jeden Mittwoch, projektgenau, sendet, damit ich sie bearbeiten kann.
Mehr zu unserem Projekt „double bind“ findet ihr in unserem Projektblog.

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