Stillleben · Zeichnung

Echt Silber oder was? – Susanne Haun

 

Vorgestern las ich auf Martin Häuslers Blog Rumgekritzelt den Beitrag „Endlich wieder Silberbesteck“ (siehe hier), auf den er vom Silberbesteck seiner Familie berichtete. Ich kann nur empfehlen, den Beitrag zu lesen!

 

Silberbesteck im Kasten (c) Foto von Susanne Haun
Silberbesteck im Kasten (c) Foto von Susanne Haun

 

Wir haben uns köstlich amüsiert, vor allem, weil wir seit dem Sommer überlegen, was wir mit dem „na ja“ Silberbesteck meiner Tante Rohrbeck machen, dass ich schon im Alter von 12 Jahren erbte und seit her tapfer von Wohnung zu Wohnung schleppe, ohne es je benutzt zu haben. Es hat eine dunkle Patina angesetzt, wahrscheinlich ist es auch das letzte mal von meiner Tante geputzt worden ….
Ich mag im täglichen Gebrauch mein wmf „Lübeck“ Besteck, das meine Eltern zur Hochzeit bekamen und das sie mir vor knapp 10 Jahren schon zu Mamas Lebzeiten übergaben. Ich wusste auch einmal, wie die Dame heist (oder hieß), die dieses Besteck designt hat, leider habe ich es vergessen und selbst im Internet nicht herausgefunden.

 

Besteck (c) Zeichnung von Susanne Haun
Besteck (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich versuche meine Besitztümer immer wieder zu reduzieren. Ich möchte mich nicht mit Dingen zuschütten, die ich nicht brauche oder benutze. Ich denke da auch an meinen Sohn, ich möchte ihm auf keinen Fall eine unübersichtliche Anzahl an Habseligkeiten hinterlassen, die verhindern zu erkennen, was mir wirklich wichtig war. Bekomme ich ein neues Teil, geht ein Altes aus meinen Beständen. Ich bin stolz, dass ich mit 1 1/2 Meter Kleiderschrank auskomme und auch nur ein Kaffee- bzw. Eßservice besitze, das in täglicher Benutzung ist.

Gerade zur Weihnachtszeit finde ich diese Gedanken wichtig, der Geschenkewahn macht mich fertig. Ein Glück hat das meine Familie weitgehend eingestellt, ich verschenke „nur“ die Fotofamilienkalender in A3 wie jedes Jahr. Diese Kalender dokumentieren auch unser Jahr und unser werden und wachsen.

 

Architektur · Berlin · Foto · Zeichnung

Die mexikanische Botschaft Berlin – Susanne Haun

Letzte Woche haben wir bei unserem Besuch des Bauhaus Archiv (siehe hier) vor der mexikanischen Botschaft geparkt und ich habe mich für ein Foto mit Engelsflügel angestellt.

 

Mexikanische Botschaft Berlin (c) Foto von M.Fanke
Mexikanische Botschaft Berlin (c) Foto von M.Fanke

 

Der Engel passt zum nächsten Salonthema (siehe hier):

Am 28. Juli 2015 ist Buchalov, alias Jürgen Küster mein Gast im KunstSalon. Er wird mit mir durch die Veranstaltung führen und wir wollen mit euch über unsere Arbeit zum Thema “double bind” sprechen.

Das Motto wird sein: “Wer glaubt heute noch an Engel?”. Warum stellen wir euch diese Frage? Wir verstehen “double bind” als “doppelt gebunden”. Einerseits sagt unser Verstand, dass es keine Engel gibt, aber andererseits haben wir alle tief uns den Wunsch, es möchte Engel geben.

Auch bei Jürgen im Atelier in Geldern haben wir uns mit dem Thema “double bind” auseinandergesetzt (siehe hier).

 

Nasses Grün (c) Zeichnung von Susanne Haun 0002
Nasses Grün (c) Zeichnung von Susanne Haun 0002

 

Ich mochte die Linien der Fassade der mexikanischen Botschaft.

Meine Zeichnungen sind noch beeinflusst vom Bauhaus.

 

Berühmt · Kalender · Plakat · Portraitmalerei

Entwurf Kalenderblatt Lucia Moholy – Susanne Haun

Inzwischen habe ich meine Zeichnung von Lucia Moholy digital in ein von mir entworfenes Kalenderblatt integriert. Dabei war mir wichtig, den Schriftfont des Bauhaus zu benutzen und auch auf die Farben und grafische Aufteilung des Bauhaus zu verweisen.

 

Entwurf Kalenderblatt lucia moholy Version 7 (c) Susanne Haun
Entwurf Kalenderblatt lucia moholy Version 7 (c) Susanne Haun

 

In der Uni-Bibliothek habe ich auch ein Buch von Rolf Sachsse zu Lucia Moholy aus dem Bauhaus Archiv Berlin gelesen.²
Lucia Moholy studierte an der Pädagogischen Hochschule in Prag Englisch und Philosophie und hörte an der Prager Universität Vorlesungen in Philosophie und Kunstgeschichte, die ihr Denken entscheidend prägten. Ihr waren die Entstehungszusammenhänge einer Arbeit wichtiger als das fertige Resultat.

An der Seite des Bauhaus Meisters Lázló Moholy-Nagys entwickelte sie sich am Bauhaus zu einer einflussreichen fotografischen Dokumentarin. Sie war eine unbestechliche, sogar zum Teil sogar unbequeme Zeitzeugin. Obwohl der künstlerische Eigenwert der Fotografie in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, bleibt auch heute noch der fotografische Urheber hinter der Darstellung verborgen.
Durch ihre Fotos und theoretischen und publizistischen zu Bauhausthemen und zur Avantgarde war sie von großem Wert für die Selbstdarstellung des Bauhaus.

Es ist in der breiten Masse fast unbekannt, dass Lucia Moholy ein Portraitfotografin von Rang war und sich mit der Kulturgeschichte der Fotografie befasste. Außerdem verfasste sie theoretische Erörterungen zum Aufbau kulturhistorischer Archive. Im Auftrag der UNESCO war sie in hochspeziellen Fragen zur Mikroverfilmung bewandert.

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² Sachsse, Rolf. Lucia Moholy Bauhaus Fotografin, Berlin 1995.

Berühmt · Portraitmalerei · Zeichnung

Mein Sinnbild von Lucia Maholy – Zeichnung von Susanne Haun

Vor einiger Zeit fragte Utz Benkel an, ob ich mich am Grafikkalender „Starke Frauen 2016“ beteiligen möchte.

 

Mein Sinnbild von Lucia Maholy (c) Zeichnung von Susanne Haun
Mein Sinnbild von Lucia Maholy (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich habe mich entschieden für den Kalender Lucia Moholy, die Fotografin, zu radieren.

Bevor ich sie radiere, möchte ich Lucia durch die Zeichnung kennenlernen; dabei hat sich gleich ein erster Reibungspunkt eingeschlichen: Ich habe statt Moholy – Maholy geschrieben. Gut, dass ich erst gezeichnet habe! Auch gefällt mir der von mir benutzte Schrifttyp nicht. Ich suche mir für die nächste Zeichnen einen Typ heraus, der im Bauhaus entwickelt wurde und werde die Schrift auch nicht so dominant zur Zeichnung setzen.

Lucia Moholy (1894 – 1989) habe ich nach ihrem Selbstportrait Foto gezeichnet. Sie studierte Philosophie, Philologie und Kunstgeschichte in Prag und  fiel mir durch die vielen Fotos, die im Bauhaus von ihr hängen auf. Sie dokumentierte das Leben der Meister und Schüler im Bauhaus und war von 19 bis 29 mit dem Bauhaus-Meister László Moholy-Nagy  verheiratet.

Im digitalen Register der allgemeinen deutschen Biographie  Neue deutsche Biografie (siehe hier) erhält man einen guten Einblick in ihr Leben und hier erhält man einen Eindruck vom Kalender „Starke Frauen 2014„.

 

Architektur · Ausstellungstip · Betrachtungen zur Kunst · Kunstgeschichte

Das Bauhaus in Dessau – Tip von Susanne Haun

Durch einen Artikel im Tagesspiegel (siehe hier) vom 15.5.14 bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die im Krieg zerstörten Meisterhäuser von Gropius und Moholy-Nagy in Dessau als architektonisches Denkmal wieder eröffnet wurden.

Entgegen der Berichtserstatterin im Tagesspiegel, gefällt mir das „Konzept der Unschärfe“, dass das Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez anwandte. Für mich ist die neue Architektur, die den Gedanken des Bauhauses aufnimmt und weiterentwickelt, nicht abweisend. Sie weckt mein Interesse und macht mich auf die Geschichte des Bauhaus neugierig.

Direktorenhaus von Gropius - Konzept der Unschärfe (c) Foto von M.Fanke
Direktorenhaus von Gropius – Konzept der Unschärfe (c) Foto von M.Fanke

Ich möchte nur in Kürze auf die Geschichte des Bauhaus eingehen: nachdem das Bauhaus Weimar verließ, wählte es Dessau, die Industriestadt, als neuen Standort. Hier waren die Junker Werke, die die neuen Bauwerke mit Heizungen ausstattete. In der NS-Zeit wurde das Bauhaus geschlossen. Die nun enteigneten, in Staatshand befindlichen, Junkerwerke bekamen die Meisterhäuser als Wohnungen für ihre leitenden Angestellten. Das NS Regime machte zur Auflage, die revolutionäre Architektur der Bauten zu verändern. Im Krieg wurde das Direktorenhaus von Gropius bis auf den Sockel zerstört, auch die Haushälfte von Moholy-Nagy fiel dem Krieg zum Opfer.

Zu DDR Zeiten wurde im Hauptgebäude eine Schule etabliert und die Meisterhäuser vermietet. Was für verherende Folgen die Vermietung hatte, zeigt das Foto von 1992, das ich abfotografiert habe. Auf den Sockel von Gropius Haus wurde ein 1 Familien Haus mit Giebeldach errichtet. Vom Grundgedanken des architektonischen Ensemble war nichts mehr zu erkennen.

Das Meisterhaus Endsemble von 1992
Das Meisterhaus Endsemble von 1992

Nach den Restaurierungsarbeiten ist der Gedanke des Bauhaus wieder zu erkennen. Ein Wehrmutstropfen sind die Öffnungszeiten des Bauhaus: 10 – 17 Uhr. Für die arbeitende Bevölkerung ist es somit so gut wie unmöglich, an einem Wochentag das Ensemble zu besichtigen! Für ein UNESCO-Welterbe eine wirklich schwache Leistung!

Eingangsbereich Bauhaus in Dessau (c) Foto von Susanne Haun
Eingangsbereich Bauhaus in Dessau (c) Foto von Susanne Haun

Wir haben bei der Besichtigung viel fotografiert und so kann ich euch eine spannende Auswahl an Fotos zeigen. Gerne möchte ich in meinem Galerieraum ähnliche Lampen wie die Bauhaus-Lampen vor der Aula anbringen. Ich mag das schlichte, sachliche. Die Aula selber kann der Besucher nur mit einer Führung besichtigen. Ich finde gut, dass anstelle des sonst üblichen „Gründerbildes in Öl“ stattdessen eine Heizung hängt. Ich gebe dabei zu bedenken, dass 1926 üblicherweise noch die Ofenheizung in Neubauten eingebaut wurden.

Diese Beleuchtung von der Aula wünsche ich mir für meinen Galerieraum (c) Foto von M.Fanke
Diese Beleuchtung von der Aula wünsche ich mir für meinen Galerieraum (c) Foto von M.Fanke

Unser Ausflug hat sich gelohnt, wer Zeit und Muße hat, dem kann ich einen Trip zum Bauhaus vorbehaltlos empfehlen.

Kunstgeschichte · Portraitmalerei · Zeichnung

Ist Kunst lehrbar? – Zeichnung von Susanne Haun

Ist Kunst lehrbar?

Ich habe mich in der letzten Zeit viel mit dem Bauhaus beschäftigt und unter anderem auch von Marion Ölmann (siehe hier) aus der Reihe KUNSTGeschichten die CD vom Bauhaus gehört.

Zuschauer Version 4 (c) Zeichnung von Susanne Haun
Zuschauer Version 4 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wer am Bauhaus studierte, der musste vor seinem Studium erst eine Lehre zum Tischler, Metallbauer und anderen Handwerken absolvieren. Erst nach erfolgereichem Abschluß im Handwerk wurden die Studenten auch tatsächlich zum Studium zugelassen. Während des Hörens der CD habe ich einige Sätze mitgeschrieben. So z.B.:

„Kunst an sich ist nicht lehrbar aber das Handwerk. Zum Künstler müssen sich die Studenten selber machen.“

Ich denke schon einige Zeit über diese Sätze nach und finde die Worte gelungen. Es gehört sehr viel mehr zum „Künstler sein“  hinzu als das Werk an sich.

Auf dem Markt, Version 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun
Auf dem Markt, Version 3 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Auf der Diorama (siehe hier) habe ich einige vorbeigehende Besucher gezeichnet. Ein paar Tage davor war ich bei einem Sportereignis im Olympiastadion und habe die Zuschauer beobachtet. Es ist erstaunlich, wie sich die Portraitzeichnungen unterscheiden. Die Zuschauer im Olympiastation  sind gebannt und leichter mit dem Füller auf meinem Papier festzuhalten als die Besucher der Diorama, die immer in Bewegung sind.