Susanne Haun

Das Bauhaus in Dessau – Tip von Susanne Haun

Posted in Architektur, Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 31. Mai 2014

Durch einen Artikel im Tagesspiegel (siehe hier) vom 15.5.14 bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die im Krieg zerstörten Meisterhäuser von Gropius und Moholy-Nagy in Dessau als architektonisches Denkmal wieder eröffnet wurden.

Entgegen der Berichtserstatterin im Tagesspiegel, gefällt mir das „Konzept der Unschärfe“, dass das Berliner Architekturbüro Bruno Fioretti Marquez anwandte. Für mich ist die neue Architektur, die den Gedanken des Bauhauses aufnimmt und weiterentwickelt, nicht abweisend. Sie weckt mein Interesse und macht mich auf die Geschichte des Bauhaus neugierig.

Direktorenhaus von Gropius - Konzept der Unschärfe (c) Foto von M.Fanke

Direktorenhaus von Gropius – Konzept der Unschärfe (c) Foto von M.Fanke

Ich möchte nur in Kürze auf die Geschichte des Bauhaus eingehen: nachdem das Bauhaus Weimar verließ, wählte es Dessau, die Industriestadt, als neuen Standort. Hier waren die Junker Werke, die die neuen Bauwerke mit Heizungen ausstattete. In der NS-Zeit wurde das Bauhaus geschlossen. Die nun enteigneten, in Staatshand befindlichen, Junkerwerke bekamen die Meisterhäuser als Wohnungen für ihre leitenden Angestellten. Das NS Regime machte zur Auflage, die revolutionäre Architektur der Bauten zu verändern. Im Krieg wurde das Direktorenhaus von Gropius bis auf den Sockel zerstört, auch die Haushälfte von Moholy-Nagy fiel dem Krieg zum Opfer.

Zu DDR Zeiten wurde im Hauptgebäude eine Schule etabliert und die Meisterhäuser vermietet. Was für verherende Folgen die Vermietung hatte, zeigt das Foto von 1992, das ich abfotografiert habe. Auf den Sockel von Gropius Haus wurde ein 1 Familien Haus mit Giebeldach errichtet. Vom Grundgedanken des architektonischen Ensemble war nichts mehr zu erkennen.

Das Meisterhaus Endsemble von 1992

Das Meisterhaus Endsemble von 1992

Nach den Restaurierungsarbeiten ist der Gedanke des Bauhaus wieder zu erkennen. Ein Wehrmutstropfen sind die Öffnungszeiten des Bauhaus: 10 – 17 Uhr. Für die arbeitende Bevölkerung ist es somit so gut wie unmöglich, an einem Wochentag das Ensemble zu besichtigen! Für ein UNESCO-Welterbe eine wirklich schwache Leistung!

Eingangsbereich Bauhaus in Dessau (c) Foto von Susanne Haun

Eingangsbereich Bauhaus in Dessau (c) Foto von Susanne Haun

Wir haben bei der Besichtigung viel fotografiert und so kann ich euch eine spannende Auswahl an Fotos zeigen. Gerne möchte ich in meinem Galerieraum ähnliche Lampen wie die Bauhaus-Lampen vor der Aula anbringen. Ich mag das schlichte, sachliche. Die Aula selber kann der Besucher nur mit einer Führung besichtigen. Ich finde gut, dass anstelle des sonst üblichen „Gründerbildes in Öl“ stattdessen eine Heizung hängt. Ich gebe dabei zu bedenken, dass 1926 üblicherweise noch die Ofenheizung in Neubauten eingebaut wurden.

Diese Beleuchtung von der Aula wünsche ich mir für meinen Galerieraum (c) Foto von M.Fanke

Diese Beleuchtung von der Aula wünsche ich mir für meinen Galerieraum (c) Foto von M.Fanke

Unser Ausflug hat sich gelohnt, wer Zeit und Muße hat, dem kann ich einen Trip zum Bauhaus vorbehaltlos empfehlen.

12 Antworten

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  1. Replicant Core said, on 31. Mai 2014 at 17:09

    Ich lese Deutsch, als ich jung war.
    Leider erinnere ich mich nicht.
    Meine Worte werden über Google übersetzt.
    Ich denke sehr viel über Ihre Fotos.

    • Susanne Haun said, on 1. Juni 2014 at 16:08

      Thank you for your words. I’am glad, that you are thinking about art. Not all of huming beeing do so. My english isn’t very good but I try….
      Greetings from Susanne

  2. KleesButterfly said, on 31. Mai 2014 at 17:25

    Ich bin neidisch, Dessau steht auf meiner Reiseliste!

    • Susanne Haun said, on 1. Juni 2014 at 16:09

      Es lohnt auch einen Besuch, KleesButterfly. Ich habe auch eine Wunsch-Reise-Liste und sie ist so lang, dass ich immer in Not komme, wenn ich mich wiedermal für einen Ort entscheiden muß.
      LG Susanne

  3. Antonia said, on 31. Mai 2014 at 19:04

    Was für eine wunderbare Architektur. Ich mag sie wirklich.

    • Susanne Haun said, on 1. Juni 2014 at 16:09

      Das freut mich, Antonia. Ich bin auch immer wieder begeistert von der Architektur!

  4. Dina said, on 1. Juni 2014 at 12:12

    Ein ganz toller Beitrag, liebe Susanne! So feine Bilder! Ich unterhielt mir gestern noch mit Doris über Dessau und sah ähnliche Bilder; sie war vor einer Woche dort. Ich besuchte mit Klausbernd das Bauhaus Museum und mehr in Weimar, ich finde die Architektur großartig!
    Liebe Grüße, Dina

    • Susanne Haun said, on 1. Juni 2014 at 16:11

      Danke, liebe Dina. Das finde ich ja gut, dass Doris auch in Dessau war. Das ist ja gar nicht so weit von mir entfernt! Weimar steht auch auf meine Reiseliste, ich weis bloß noch nicht wann….
      Liebe Grüße von Susanne

    • Susanne Haun said, on 1. Juni 2014 at 16:20

      Auch der Berichterstatterin vom Tagesspiegel (siehe Link in meinem Artikel) gefällt es nicht. Sie äußert ihre Kritik nicht so ausdrücklich aber sie ist doch vernehmbar.
      Ich mag das „Prinzip der Unschärfe“ trotzdem. Und mir gefällt der unscharfe Wiederaufbau immernoch. Aber wie schon am Ende des Artikels in der Welt steht, jede Kritik regt die Diskussion an.
      Danke für den Link, Martin und weiter „unkompliziertes“ Umziehen (ich bin schon gespannt auf die ersten Fotos von eurer neuen Behausung) , lg von Susanne

  5. entdeckeengland said, on 1. Juni 2014 at 21:12

    Liebe Susanne, eine sehr schöne Führung durch das Bauhaus. Das passt ja sehr gut zu meinem letzten Kommentar 🙂 irgendwann werde ich es mir aber noch einmal in Natur anschauen. Liebe Grüße, Peggy

  6. […] mich unberechtigt Bunker dazu), denke ich an die Architektur von Gropius Meisterhaus in Dessau (siehe hier). Ich mag die modulare Bauweise, die simple Form des Quaders ist interessant […]


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