Susanne Haun

Anna – mach mal ein Foto von mir!

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 30. Juli 2015

Gestern war ich mit Anna von Augenzeuge Kunst und mit Jürgen im Hamburger Bahnhof und wir haben uns die Ausstellungen „Sturtevant: Drawing Double Reversal“ und „Michael Beutler. Moby Dick“ angeschaut.

Ich mag die Zeichnungen und das Konzept von Elaine Sturtevant aber fasziniert haben mich die Räume in den Räumen von Beutler. Mein erster Eindruck beim Betreten der Ausstellung war eine Enge in der Weite. „Das ist mir zu voll!“ dachte ich und fühlte mein gesamtes Denken zerstört.

Kunstgenuss im Hamburger Bahnhof (c) Foto von Susanne Haun

Kunstgenuss im Hamburger Bahnhof (c) Foto von Susanne Haun

 

Aber je länger ich mit Anna und Jürgen durch die Halle streifte, desto mehr Räume ich begriff und entdeckte, desto zufriedener und ruhiger wurde ich. Die Räume zogen mich an und die einfachen Materialien hätte ich gerne berührt – aber das war natürlich nicht möglich! Beutler hat aber zum Glück Prototypen von Banken aufgestellt. Auf einer entstand der Dreierselfie von Anna, Jürgen und mir.

 

Kunstgenuss im Hamburger Bahnhof (c) Foto von Susanne Haun

Kunstgenuss im Hamburger Bahnhof (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen wollte es natürlich wieder ganz genau wissen: Kunst betrachten, was bedeutet das Anna und mir. Anna bedeutet es, sich verstanden zu fühlen und Gleichgesinnte, Seelenverwandte in den Künstlern zu treffen und die Zusammenhänge zu begreifen. Während dieses Gespräches saßen wir im Werk „PEQUOD“ von 2015. Und Jürgen sagte „Anna – mach mal ein Foto von mir!“.

Ich nehme das Gesehene sinnlich war, lasse mich fallen und fühle die Kunst. Nach dem sinnlichen Eindruck möchte ich mehr vom Künstler und seiner Motivation wissen.

Dazu habe ich mir den Film zur Ausstellung auf youtube angeschaut. Darin erfahre ich, dass die Arbeit vom prozeßhaften getragen ist und nicht statisch bleibt sondern immer in Bewegung ist. Beutler verändert die Arbeit immer wieder und es lohnt sich öfter zur Ausstellung zu gehen.

Ein Katalog mit Fragen – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Berlin, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Zeichnung by Susanne Haun on 14. November 2014

Zur Zeit leistet mir Buchalov Gesellschaft. Und wie jedesmal, wenn er nach Berlin kommt, hat er einen großen Katalog an Fragen für mich mitgebracht.

Jürgen Küster und Susanne Haun (c) Foto von Claudia Jahnke

Jürgen Küster und Susanne Haun (c) Foto von Claudia Jahnke

Nachdem wir uns die aktuellen Ausstellungen im Hamburger Bahnhof angeschaut haben, sind wir zum Berliner Hauptbahnhof gelaufen, haben Kaffee getrunken und Buchalov begann zu fragen:

1. „Was willst du mit deinem Studium anfangen?“

Ich möchte keinen neuen Beruf wählen, nach wie vor bin ich Künstlerin, genauer Zeichnerin. Das Studium erweitert meinen Denkraum beträchtlich und inspiriert mich in meiner Arbeit als Künstlerin und regt mich an, Interdiziplinär zu arbeiten.

Jürgen berichtet von seinen Erlebnissen (c) Foto von Susanne Haun

Jürgen berichtet von seinen Erlebnissen (c) Foto von Susanne Haun

2. „An welchem künstlerischem Projekt arbeitest du aktuell?“

Es sind mehrere, Buchalov.

a) Da ist mein Projekt mit Jürgen, dem wir heute den klangvollen Namen sammenzu gegeben haben. Über dieses Projekt werde ich in der nächsten Zeit mehr berichten.

b) Ich zeichne philosophische Persönlichkeiten für die nächste Gruppenausstellung in der Werkkunstgalerie in Berlin Wedding. Dabei kommte es mir auf dem Gedankenfluß an, der während der Zeichnung in meinem Kopf zur gezeichneten Person fließt.

c) Die Kieler Zeichnerin Kerstin Mempel und ich senden uns gegenseitig Zeichnungen von unseren Reisen. Wir senden sie kommentarlos. Alles, was wir vom anderen aus ihrem Urlaub wissen müssen, befindet sich in der Zeichnung.

d) Ich trete von Anfang Dezember bis Mitte Januar mit Heike Sackmann in einen zeichnerischen Dialog. Dazu erhaltet ihr beizeiten mehr Informationen auf meinem Blog.

e) Mein größtes neues Denk-Zeichen-Projekt ist eine künstlerische Dokumentation. Es wird ein Projekt, mit dem ich nicht einfach beginne, es entwickelt sich zuerst in meinem Kopf.

3. „Wie planst du Ausstellungen, Susanne?“

 

Planungszeichnung double bind und sammenzu (c) Susanne Haun und Jürgen Küster

Planungszeichnung double bind und sammenzu (c) Susanne Haun und Jürgen Küster

 

Jürgen und ich haben heute dieses Schaubild zu unserer Verdeutlichung erstellt.

Präsentation und Gegenüberstellungen im Museum – Bericht von Susanne Haun

Posted in Ausstellung, Berlin, Betrachtungen zur Kunst, Interpretation der Flora, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Oktober 2012

Schon im August war ich im Hamburger Bahnhof, DEM Museum in Berlin für Gegenwartskunst und habe mir die Ausstellung Cy Twombly und die Schule von Fontainebleu angeschaut. Leider ist die Ausstellung schon beendet.

Am Ziel angelangt, Cy Twombly (c) Foto von Susanne Haun

Am Ziel angelangt, Cy Twombly (c) Foto von Susanne Haun

Aber im Hamburger Bahnhof sind immer wieder neue interessante Ausstellungen und Events.
Besonders angesprochen hat mich die folgende Veranstaltungsserie:
Robert Rauschenberg und 9 Evenings, Theatre & Engineering, 13. Oktober 2012 – 30. Juni 2013

1996 wurde der Hamburger Bahnhof nach Umbau mit der Sammlung Erich Marx wieder eröffnet. Im Jahr 2004 wurde das Museum um weitere 6000 qm auf insgesamt 13.000 qm Ausstellungsfläche erweitert. Ich war damals kurz nach der Eröffnung dort und sah mir die Sammlung Flick an. Ich mag den Übergang und die „neue“ Präsentationsfläche.

Die Institution des Kunstmuseums ist noch sehr jung. Eines der ersten Museen, die einer begrenzten Öffentlichkeit zugänglich waren, ist das uns von der documenta bekannte Fridericianum in Kassel, dass 1779, also in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, fertig gestellt wurde.

Flora, Cy, Possin und ich Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Flora, Cy, Possin und ich Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vorher wurden Sammlungen nur im privaten Bereich präsentiert. Im 15. Jahrhundert fanden zum Beispiel Veranstaltungen der Medici zur Präsentation ihrer Sammlung in der Tribuna, den heutigen Uffizien statt. Heute kann jeder, der genug Zeit zum Anstehen mitbringt, die Uffizien besichtigen.

Erst im 19. Jahrhundert gibt es die ersten öffentlichen Museen, die Kunst wird zum Bildungsinstrument und erst ab diesem Zeitpunkt an der Uni gelehrt.

Nach diesem Exkurs zum Thema Museum zurück zur Cy Twombly Ausstellung.
Es wurden Arbeiten aus der Sammlung Marx von Twombly gezeigt, die in einem Dialog mit Arbeiten von Künstlern der Schule von Fontainebleu standen. Die Arbeiten könnten unterschiedlicher nicht sein und ich war völlig faszinert von den Gegensätzen und doch wieder Ähnlichkeiten.

Die geteilte Flora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die geteilte Flora (c) Zeichnung von Susanne Haun

Da ich wie immer erfahren wollte, was Twombly so faszinierte, habe ich mir Stiche nach Possins Reich der Flora angeschaut und meinen Füller über das Papier gleiten lassen und Ausschnitte immer wieder in kleine 15 x 15 cm Zeichnungen festgehalten.
Twombly arbeitete sein Bild Empire of Flora inspiriert von Poussins Reich der Flora.

Dieser Ausstellungsbesuch und die Kommunikation der beiden Maler über die Jahrhunderte und den Tod hinweg inspirierte mich so, dass ich mich Ihnen anschloss und das Reich der Flora selber auch interpretierte.

For my english reader:
Already in August, I was at the Hamburger Bahnhof, the Museum in Berlin for contemporary art and had a look at the exhibition Cy Twombly and the School of Fontainebleau. Unfortunately, the exhibition has ended. Because I wanted to learn as always, what Twombly so fascinated on Fontainbleau, I have looked after Possins kingdom of flora and my pen glide across the paper and cut Flora into small 15 x 15 cm recorded drawings.

______________________________________________________________________________________________________________
Quelle: http://www.hamburgerbahnhof.de/text.php

Ocker, braun, schwarz, wie nähere ich mich einem Künstler – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Landschaft, Zeichnung by Susanne Haun on 15. August 2012

Ich war im Hamburger Bahnhof und Anselm Kiefers Raum hat mich schlichtweg „umgehauen“.

Kein Foto kann das, was ich empfunden habe als ich in Kiefers Reich eintratt, wiedergeben.
Es muss erlebt sein. Trotzdem möchte ich darüber schreiben.
Kiefer füllt den gesamten Raum, den er im Hamburger Bahnhof hat, aus. Die Größe und Eindringlichkeit seiner Gemälde und Objekte sind enorm.

Einen Ausschnitt von Kiefers Raum im Hamburger Bahnhof (c) fotografiert von S.Haun

Einen Ausschnitt von Kiefers Raum im Hamburger Bahnhof (c) fotografiert von S.Haun

Natürlich sagte mir der Namen Anselm Kiefer etwas. Aber ich bin nicht wegen Kiefer in den Hamburger Bahnhof gegangen, ich wollte die Ausstellung von Cy Twombly & The School of Fontainebleau und ein bißchen Karl André und Sol LeWitt schauen. Das habe ich auch getan und auch das war beeindruckend, ich berichte später darüber. Das besonderer an Kiefer ist einfach, dass er so unerwartet auf mich einwirkte.

Der trockene Mohn am Flugzeug, die Babykleidung an der Leinwand und alles ocker, schwarz, grau, weiß.

Es ist klar, dass ich heute in ocker, schwarz, grau zeichnete. Ich hatte noch mein Schlüsselbund, dass ich gestern zeichnete (siehe hier) im Kopf. Ich begann, meine Schlüssel zu zeichnen, um mich dann in den Formen und Linien zu verlieren, klein in klein auf 17 x 22 cm.

Nach dieser ersten „Entladung“ habe ich in der arte-Mediathek ein sehr interessantes und aussagekräftiges Interview gefunden – siehe hier. Es ist sehr empfehlenswert.

Die Auflösung der Schlüssel 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Die Auflösung der Schlüssel 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Nachdenkenswert finde ich folgende Sätze von Kiefer: „Ich gebe keine Interpretationen.“ und „Die Kunst ist eine andere Welt als die Reale.“

For my english speaking readers:

Today I wrote about ocer, brown and black and how to near an artist. I saw works of Anselm Kiefer in the museum “Hamburger Bahnhof”, Berlin. It was great and Kiefer fills his room in the museum with a presence. I like two sentences from him: “I give no interpretations.” and “The art is a other world as the real.”

 

Ocker, braun, schwarz, wie nähere ich mich einem Künstler – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Fliegenpilz – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 6. November 2010

„Was ist das denn für ein Scheiss?“ war mein erster Gedanke aber schon der zweite Gedanke war KLASSE. Es ist, als ob ich durch eine REALE Riesenzeichnung laufe.

Im Hamburger Bahnhof läuft die Ausstellung Soma von Christian Höller.

Ich habe schon Pilze und ich habe schon Hirsche gezeichnet.

Nachdem ich von der Ausstellung Soma gelesen habe, wollte ich sofort Fliegenpilze zeichnen.
Mir ist klar, das mein eigenes Medium, die Zeichnung, klassische und konservativ ist. Mich reizt es mit dieser klassischen, konservativen Technik etwas Neues, kraftvolles zu schaffen, dass keine Hallen braucht und was im Stillen wirkt und auch noch in 200 Jahren da ist.

Nichtdestotrotz mag ich das Szenario von Höller sehr. Es gefällt mir und regt meine Sinne an. Ich habe zu wenig Ahnung von Installationen, um mehr zu beurteilen.

Hier meine Inspiration dazu.

Fliegenpilz - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Fliegenpilz - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

%d Bloggern gefällt das: