Susanne Haun

Mein Sinnbild von Herbert von Karajan – Version 3 – Collage von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Collage, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 26. April 2019

 

Mein Sinnbild von Karajan, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Mein Sinnbild von Karajan, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ihr erinnert euch, dass ich für den Kalender Musikerinnen und Musiker 2020 (siehe hier aktueller Kalender) eine Zeichnung von Herbert von Karajan (siehe hier) beisteuern werde?

Heute habe ich eine für mich überzeugende 3. Version gelegt. Diese Collage sende ich nun Utz Benkel (siehe hier) für den Kalender.

Die Figuren/Portrait habe ich auf Layoutpapier mit Tusche und Feder gezeichnet. Das war nicht einfach, ihr seht es auf Bild 2 der Galeriefotos, dass das Layoutpapier dünn ist und sich wellt, wenn es mit der Tusche in Verbindung kommt. Gerade das gefällt mir, ich habe dicken Passepartoutkarton verwendet, um den Dreidimensinalen Effekt herauszuheben. Durch das Layoutpapier bleiben die Farben, zwar etwas gedämpft, bestehen.

Warum ich dieses Jahr Karajan gezeichnet habe?

Ich höre gerne klassische Musik. Sie inspiriert mich sowohl beim Zeichnen als auch beim Schreiben. Ich empfinde sie auch als weniger anstrengend als die Musik des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Irgendwann vor vielen Jahren fiel mir auf, wie unterschiedlich sich die Musik je nach Interpretation der Dirigenten anhört. Das ist logisch, war aber damals ein Aha-Erlebnis für mich. Ich stellte fest, dass mir die Interpretationen von Karajan am besten gefielen. Das Karajan aufgrund seiner politischen Haltung im 2. Weltkrieg auch kritisch gesehen werden sollte, ist mir durchaus bewusst.

 

 

 

Karajan – Version 2 – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Zeichnung by Susanne Haun on 22. März 2019

 

Entstehung Portrait Karajan, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Collage (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Entstehung Portrait Karajan, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Collage (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

An der Philharmonie in Berlin liegt die Herbert von Karajan Strasse, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

An der Philharmonie in Berlin liegt die Herbert von Karajan Strasse, Foto von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Mir ist zur Zeit nach Farbe. Ich möchte meine Tusche als Fläche nebeneinandersetzen und doch in meinen Linien erkennbar sein. Das ist kein einfaches unterfangen.

Schnell wird Farbe bunt. Ich aber möchte sie zum Leuchten bringen – Fläche und Farbe neben Linie und Figur. Deshalb habe ich die Figur auch auf Transparentpapier gezeichnet. Erst hatte ich überlegt, ob ich sie auf Acrylglas zeichne, doch das Acryl nimmt der Farbe die Leuchtkraft. Dann habe ich überlegt, sie auf das Glas des Rahmens zu zeichnen, vielleicht mache ich dieses auch. Natürlich ist der dreidimensionale Effekt nur in der Ausstellung zu sehen, nicht auf dem Kalenderblatt. Aber ich denke, dass wird meine favorisierte Technik sein.

Hier seht ihr auch, woher ich die blaue Farbe in Karajans Gesicht der 1. Version gefunden habe! Im blauen Himmel an der Philharmonie in Berlin liegt die Herbert von Karajan Strasse. Ich laufe sie regelmäßig, wenn ich zum Kulturforum gehe. In der Philharmonie bin ich selten, ich mag das Konzerthaus lieber.

Für den Musikerinnen und Musiker Kalender 2020 im Utz Benkel Verlag habe ich mir für dieses Jahr Herbert von Karajan für ein Portrait ausgesucht. Zwei Collagen habe ich von ihm erstellt. Die erste habe ich schon am Dienstag vorgestellt (siehe hier).

Bei der zweiten Collage habe ich die Musik in den Vordergrund gestellt und Karajan wie aus meinem Skizzenbuch in wenigen Linien in die Farbe gesetzt. Ist das für einen Musikerinnen und Musiker Kalender zu wenig Figur?

 

 

Portrait Karajan, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Collage (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Portrait Karajan, Zeichnung von Susanne Haun, 40 x 30 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Collage (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Was lese ich gerade? Torso – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Akt, Formen, Was ich gerade lese, Zeichnung by Susanne Haun on 5. Juli 2017

 

Vor zwei Wochen habe ich Birgit von Sätze & Schätze (siehe hier) in Augsburg besucht. Sie hat angeregt, dass ich auch einmal von den Büchern bericht, in denen ich gerade lese. Danke für die Idee, Birgit, sie hat mich zum Nachdenken angeregt.

 

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

Torso (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Neben meinen Hörbüchern, meistens eine Mischung aus Krimis (Arne Dahl), Belletristik (Genazino), Literatur (Mann und Dostojewski), lese ich Fachbücher für mein Kunstgeschichte Studium. Die Auswahl meiner Hörbücher sind dominiert vom Angebot. Hörbücher gibt es im Angebot der öffentlichen Bibliothek (siehe hier) zuhauf, leider oft nicht die, die ich lesen möchte. So schaue ich mir regelmäßig die Neuankäufe an und wähle wie im Buchladen aus, was mich interessiert. Das schöne ist, dass die Hörbücher kostenfrei mit einem Bibliothekausweis bis zu 14 Tagen ausleihbar sind.

Die Auswahl der Fachbücher erfolgt in der Uni- oder Kunstbibliothek oder Online über Kubikat (siehe hier) abhängig von den Themen meiner Hausarbeiten und inzwischen auch meiner Masterarbeit, im Moment über die Künstler Poussin, Gericault und Horny. Wie immer habe ich mir viel vorgenommen für das Semester. Nach der Vorstellung meiner Ideen für die Masterarbeit am letzten Semestertag im Colloquium werde ich eine Hausarbeit über Poussins Flora schreiben.

Auf dem Weg nach Augsburg habe ich den Ausstellungskatalog Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form² gelesen. Da die Bibliothek des Kunsthistorischen Instituts eine Präsensbibliothek ist, kaufe ich gerne – meistens gebraucht – Fachbücher, damit ich sie zuhause und unterwegs lesen und für meine jeweiligen Arbeiten auswerten kann.

Der Maler und Museumsdirektor Thomas Grochowiak schreibt im Katalog Torso, dass beim Publikum eine Vorliebe für Skizzen, die Spontanität und Unverhülltheit der Handschrift zeigen, besteht. Dabei beeindrucken die Verkürzung und Vereinfachung der Ausdrucksmittel.² In meheren Aufsätzen wird das Unvollendete diskutiert.

Ich markiere und schreibe meine Zusammenfassung und Kommentare gleich ins Buch, um später in meiner Masterarbeit die Informationen zu verwerten und vielleicht auch zu zitieren.

Während der Fahrt habe ich auch ein paar Sizzen nach dem Buch erstellt. Ich kann besser denken, wenn ich das Gelesene zeichnerisch verarbeite.

Es ist merkwürdig: meine Zeichnungen zeige ich hier im Blog offen und ehrlich. Mir ist klar, dass sie sicher einige male kopiert werden, doch ich weiss, es sind meine Zeichnungen, die mir niemand nehmen kann.

Bei den Texten, die ich für die Uni schreibe, fällt es mir schwer, etwas davon hier in meinen Blog zu schreiben. Ich empfinde die Texte als viel ungeschützer als gedankliches Eigentum als meine Zeichnungen. Ich besitze in der Zeichnung – in der Kunst allgemein – eine sehr eigene Handschrift, die gut erkennbar ist. Wie aber ist es bei den Texten? Sind sie schon mir persönlich zuordenbar? Wie ist es mit meinen Ideen in der Welt der Kunstgeschichte? Wie schütze ich sie? Bin ich hier zu pingelig?

 

 

 

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² GROCHOWIAK ,THOMAS (Hrsg.). Torso, Das Unvollendete als künstlerische Form, Ruhrfestspiele, Recklinghausen 1964.

Back to the roots – Fische – Tuschezeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 6. August 2016

 

Ich habe die chinesische Tuschemalerei vor 30 Jahren 2 Jahre lang bei der Chinesin Ping Qiu gelernt. Diese Ausbildung ist der Grundstock meiner Ausbildung als Zeichnerin! Ping liess es die erste Zeit nicht zu, dass ich mehrere Farben benutzte, ich arbeitete einzig mit schwarzer Tusche. In meinen heutigen Arbeiten ist es noch zu erkennen, wie sehr mich ihr Unterricht prägte. Noch heute zeichne ich gerne Monochrome, jedoch nur sehr selten schwarz.

 

Wie ein Fisch im Wasser (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wie ein Fisch im Wasser (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Durch ein Gespräch mit einer Freundin über chinesische Tuschemalerei hatte ich den Drang, mich wieder einmal mit der Technik zu beschäftigen. Ich weiss noch, jemand erzählte mir damals, dass ein chinesischer Meister sein ganzes Leben lang nur einen einzigen Pinsel benutzt. Ich habe doch mehr Pinsel benötige aber eigentlich immer nur einen, maximal drei.

Da ich Fische mag, zeichnete ich davon viele auf Sumi-e Papier von Hahnemühle. Nicht, nach dem Vorbild der alten Meister sondern nach dem, was ich im Aquarium sehe und was mir gefällt.

 

Chinesische Pinsel (c) Foto von Susanne Haun

Chinesische Pinsel (c) Foto von Susanne Haun

 

Mir gefällt die Beschreibung des Papiers auf der Hahnemühle Homepage:
„Die Sumi-e Malerei wurde im 5. Jahrhundert aus der chinesischen Kalligrafie entwickelt. Im 12. Jahrhundert brachten Zen-Mönche die Maltechnik nach Japan, wo die sumi-e-Malerei bis heute einen starken Einfluss auf den Lebensstil hat. „Sumi“ heißt übersetzt „schwarze Tusche“ und „e“ bedeutet sowohl „Weg“ als auch „Malerei“. Dabei handelt es sich um schlichte und dabei im hohen Maße ästhetische Zeichnungen, die aus kraftvollen, meist jagenden und schnell hingeworfenen Strichen bestehen.“²

Bei Ping Qiu habe ich auch meine zwei chinesischen Stempel hergestellt. Der große bedeutet phonetisch Susanne, der kleine Haun. Ich benutze sie nie auf meinen Zeichnungen, ich finde, sie gehören nicht in meinem westlichen Kontext. Ich habe das gelernte in meine Kunst integriert und eine eigene Handschrift entwickelt. Nichtsdestotrotz habe ich große Freude gehabt, einen chinesischen Fischschwarm zu zeichnen und meine Linien zu vervollkommenen. Und ich bin noch nicht fertig mit meinen Schwarm, es werden noch einige folgen.

 

 

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² http://www.hahnemuehle.com/de/traditional-fineart/maltechniken/sumi-e.html, 6.8.2016, 8:17

Dreimal über den Schatten springen – Übermalungen von Susanne Haun

Posted in Übermalungen, Betrachtungen zur Kunst, Foto, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Juli 2011

Ich übermale mich selber. Das gefällt mir, so kann ich auf einen Schlag meine Stimmung ändern.

Früher haben Künstler vorwiegend übermalt, um Material zu sparen. Eine andere Art des Übermalens ist das „Kunstzitieren“, also übermalen von Bildern anderer Künstler oder mittels Collage Stücke andere Künstler ins eigene Werk einzubringen.

Ich fand beim Herumstromern in der Bastionstraße in Düsseldorf, wo die Galerie von Angelika Blaeser liegt, nicht nur Stockrosen und das Verwaltungsgericht Düsseldorf, sondern auch drei mal mich selber auf dem Asphalt. Ich finde es spanned, wie der Untergrund den Schatten verändert und hatte das erste Mal das Bedürfnis, Fotos mit meinen Linien zu übermalen.

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Mir gefallen die Schatten schon so sehr gut, aber ich kann die Finger nicht von den CD-Markern lassen - Foto von Susanne Haun

Diese Fotos wirken eigentlich auch an sich nur durch das nebeneinandersetzen.

Aber ich konnte trotzdem nicht die Finger davon lassen, sie zu übermalen. Sie laden dazu ein. Da wir heute viele Gäste aus Facebook im Atelier hatten, bin ich mit meinen Überlegungen nicht ganz zu Ende gekommen und zeige euch einen Zwischenstand. Ein neues Medium, einen neuen Untergrund mit meiner Handschrift in nur 1 Stunde  zu füllen, ist nicht einfach, ja sogar unmöglich.

Ich habe aber viele Ideen zum weiterarbeiten im Kopf …. und werde diese Ideen auf meine Schatten legen!

Wißt ihr, was das Tolle ist? Ich kann das Foto noch oft ausdrucken und meine Handschrift mit Tusche darüberlegen.

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