Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Die Versuchung des heiligen Antonius · Exlibris und Titelrahmen · Illustration · Landschaft · Zeichnung

Zwei Titelrahmen für den heiligen Antonius – Zeichnungen von Susanne Haun

Es ist nicht einfach, einen Titelrahmen zu gestalten. Die Zeichnungen um den Titel sollen den Inhalt des Buches treffend beschreiben.

Für mich persönlich sind die Buchstaben am schwierigsten zu gestalten. Gelungen finde ich meine Schrift auf dem Titelrahmen der Knabenthaten, ein Kapitel der Tain, der irischen Sage schlechthin. Ihr findet meinen Beitrag dazu hier. Ich habe vorher einige Blätter vollgeschrieben, bis ich mich entschied, wie ich die Buchstaben kalligraphiere. Das ist nun inzwischen auch schon zwei Jahre her.

Titelrahmen der Tain (c) Zeichnung von Susanne Haun 2011
Titelrahmen der Tain (c) Zeichnung von Susanne Haun 2011

Eine Übersicht der Zeichnungen zum Rinderraub seht ihr hier.

Als ich dann einen Titelrahmen für Flauberts heiligen Antonius gestalten wollte, hatte ich vorerst keine Muße, die Buchstaben zu setzen. Das ist ziemlich dumm von mir, denn es geht nun mal beim Titelrahmen um den Titel.

Aber als ich die Beiträge von Dina und Klausbernd zur Dublin’s Fine Library las und die dort abgebildeten Bücher sah, hatte ich einfach den Drang, Titelrahmen zu zeichnen.

So entstanden zwei Blätter, das erste in blau, auf denen ich die Versuchungen zeichnete und dann das zweite in Ocker, auf dem ich eher die Gesamtlage zeige. Ich denke, ich werde noch einen dritten Rahmen zeichnen, die Gesamtlage in blau.

Auch wenn ich finde, zu den Versuchungen des Antonius gehören die Frauen, habe ich sie doch etwas zu direkt in den blauen Rahmen gesetzt: Seele, Teufel und Frauen…. das sind ja auch erst drei der Versuchungen, wenn sollte ich wenigstens alle ins Bild setzen.

Titelrahmen Version 1 Zustand 4 (c) Zeichnung von Susanne Haun
Titelrahmen Version 1 Zustand 4 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sobald Ute Schätzmüller, mit der ich zusammen den Antonius erforsche, sich in ihrem neuen Blog eingerichtet hat, werden wir uns das zweite Kapitel vornehmen. Unsere Ergebnisse seht ihr auch Zusammengefasst im Blog „Antonius Versuchungen“.

Titelrahmen Version 2 Zustand 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun
Titelrahmen Version 2 Zustand 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
It is not easy to make a title frame. The drawings for the title should describe the content of the book.
For me personally, the letters are the most difficult to make. I managed to find my writing on the part of the boys‘ title deeds, a chapter of the Tain, the irish saga par excellence. You can find my post about it here. I have previously written several full sheets until I decided I worte the letters. Now this is now already two years ago.
When I wanted to create a title frame for Flaubert’s St. Anthony, I had no leisure for the time being, to use the letters. That’s pretty stupid of me, because it is now time for title frame for the title.

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Kinsella, Thomas. Englische Übertragung. „Der Rinderraub”, 1976. Leipzig.

Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Zeichnung

Vier Flecke auf jeder seiner zwei Wangen – Zeichnung von Susanne Haun

Ich freue mich immer sehr, wenn ich ein Projekt abschliessen kann. So auch die Illustration zu den „Knabenthaten des Cuchulinns“, ein Auszug aus der irischen Sage „Der Rinderraub“.

Ich habe zwei Jahre an der Illustration gearbeitet, die insgesamt aus 23 Blätter à 30 x 40 cm besteht. Das Schwierigste an speziell dieser Illustration war, sich in die Zeit der Geschehnisse einzudenken. Meine eigene Restriktion war, dass ich kein Blut auf den Zeichnungen fliessen lassen wollte. Das ist nicht einfach gewesen, spielt die Handlung der Sage doch um das Jahr Null und diese Zeit ist nun einmal blutdrünstig.

Titelblatt - Zeichnung von Susanne Haun
Titelblatt - Zeichnung von Susanne Haun

Als Abschluss habe ich folgendes Zitat aus dem Manusskript von Ernst Windisch gewählt:

„Vier Flecke auf jeder seiner zwei Wangen: ein blauer Fleck, ein purpurner Fleck,
ein grüner Fleck, ein gelber Fleck. Fünfzig hellblonde Haarsträhne von dem einen
Ohr von ihm bis zum andern, wie der Kamm einer Birke oder wie Nadeln von
lichtem Golde gegen das Antlitz der Sonne. Eine glänzend weisse geschorene
Stelle auf ihm, als ob eine Kuh sie geleckt hätte. Ein grüner Mantel um ihn, eine
Nadel von Silber darin. Ein Untergewand von Goldfaden um ihn.“

Vier Flecke auf jeder seiner zwei Wangen ein blauer Fleck, ein purpurner Fleck - Zeichnung von Susanne Haun
Vier Flecke auf jeder seiner zwei Wangen ein blauer Fleck, ein purpurner Fleck - Zeichnung von Susanne Haun

Nun werden die Zeichnungen von einem professionellen Fotografen abfotografiert und dann wird der curach-bhan Verlag ein Kunstbuch in kleiner Auflage mit laufender Nummerierung (wahrscheinlich auf Hahnemühle Bütten) im Offset Verfahren drucken.

Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Landschaft · Zeichnung

Die Furt der Wache – Zeichnung von Susanne Haun

„Sie (die Straße) geht bis zur Furt der Wache in Sliab Fuait“, sagte Ibar (der Wagenlenker).

An diesen Satz aus dem Rinderraub mußte ich sofort denken, als ich über die Elbe schaute und so habe ich jetzt das blau der Elbe mit dem grün Irlands gemischt.

Da ich nicht regelmäßig von den Knabentaten des Cuchulain hier im Blog berichte, wieder eine kurze Zusammenfassung:
Der Knabe Cuchulain bekommt seine Waffen und ein Pferdegspann und gilt nun als Mann. Vor Freude dreht er im Wagengespann mit seinem Wagenlenker eine Runde. Dabei führt sie ihr Weg zuerst zur Furt der Wache.

Furt der Wache - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Furt der Wache - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten

Ich habe beim Artikel von Gestern einen Update vorgenommen. Ich habe den Himmel von Ithas Insel Caput mortuum laviert. Seht hier.

Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Portraitmalerei · Stillleben · Zeichnung

Diese Waffen sind gut – irische Sage – Zeichnung von Susanne Haun

„Conchobar gab ihm seine eigenen zwei Speere und seinen Schild und sein Schwert. … „Ja, diese Waffen sind gut“, sagte der kleine Knabe, …“

Lange habe ich überlegt, wie ich diese Sätze bildnerisch darstellen kann. Der mutigste der Kelten war der, der am meisten Köpfe der Feinde mit nach Hause brachte. Das Empfangen der Waffen ging einher mit dem Erwachsen sein. Laut der Sage war Cuchulain ein so guter Kämpfer, dass er schon sehr früh seine Waffen erhielt und nur die Waffen des Königs gut genug für ihn waren.

Totenkopf - Ausschnitt Zeichnung von Susanne Haun
Totenkopf - Ausschnitt Zeichnung von Susanne Haun

Ich denke, einige von euch sind schon ganz verwirrt von dem nicht durchgehend von mir erzählten irischen Heldenepos um den Knaben Cuchulain.
Hier findet ihr alle vorherigen Beiträge. Ihr müßt etwas scollen – der aktellste Beitrag bei Wahl der Kategorie „Illustration – Rinderraub“ ist nun mal der, den ihr gerade lest. Verwirrend, oder? Aber seid wan ist das Internet leicht zu begreifen?

Übergabe der Waffen - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Übergabe der Waffen - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Hände · Illustration · Keltische Eindrücke · Zeichnung

Das Orakel – Zeichnung von Susanne Haun

Ein Orakel ist für mich immer geheimnisvoll. Mittels eines Orakels sollen mit göttlicher Hilfe Fragen beantwortet werden. Praktisch, oder?

Daniel Büchner stellte mir Knöchlein als Orakelmodell zur Verfügung - Foto von Susanne Haun
Daniel Büchner stellte mir Knöchlein als Orakelmodell zur Verfügung - Foto von Susanne Haun

In der Táin wird natürlich auch das Orakel befragt. Je nachdem, wer die Táin übersetzt hat, klingt die Frage so:

Ernst Windisch
„Einer von ihnen fragte seinen Erzieher (den Druiden Cathba) , was für ein Zeichen und Omen der Tag hätte, an dem sie waren, ob es gut sei, oder ob es schlecht sei.“

Thomas Kinsella
„Wem bringt die Stunde Glück?“

Bei einem Druiden denkt man entweder an Gandalf aus dem Herrn der Ringe oder an Miraculix aus Asterix und Obelix. Um nicht in diese Schiene zu rutschen, habe ich nur die Hand des Druiden gezeichnet.

Das Orakel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 30 x 40 cm
Das Orakel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 30 x 40 cm
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Landschaft · Zeichnung

Vor dem Thor ihrer eigenen Behausung – Zeichnung von Susanne Haun

Das heutige Zitat aus der irischen Sage „Der Rinderraub“ war für mich nicht einfach umzusetzen.

„Ein kleiner Knabe, der diese That (…) gethan hat, dass er die Söhne der Helden und Schlachtenkrieger vor dem Thor ihrer eigenen Behausung und Burg niederwarf (…).“

Vor dem Thor ihrer eigenen Behausung - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Vor dem Thor ihrer eigenen Behausung - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Ich beschäftige mich sehr selten mit architektonischen Themen – die Linien sind mit zu gerade, zu menschlich, zu „perfekt“. Aber ich finde, es gibt bestimmte Dinge in der Sage, die ich einfach für eine gute Gesamt – Illustration darstellen muss.

Ich werde dieses Zitat sicher noch eins bis zweimal umsetzen, bis ich es auf den Punkt gebracht habe.

Die Natur hat natürliche Linien - Susanne Haun
Die Natur hat natürliche Linien - Susanne Haun
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Keltische Eindrücke · Tiere · Zeichnung

Dem Schlachthunde oder ein niedlicher Hund – Zeichnung von Susanne Haun

Ich arbeite weiter an der Illustration der irischen Sage „Die Knabenthaten des Cuchulinns“.

Nocheinmal eine kurze Zusammenfassung der Geschichte bisher:
Cuchulinn ist fünf Jahre und zieht aus, um sich der 150ziger Knabenschar des Königs Conchobar anzuschließen. Er fällt durch seine herausragenden Mut und seine Kampfeskraft auf.
Conchobar (der König) bekommt eine Einladung zum Fest vom Schmied Culann und will den Knaben Cuchulinn mit nehmen. Der will später nachkommen, weil er noch mit seinen Freunden spielt. Culann (der Schmied) läßt seinen Wachhund (Schlachthund) frei, als der König sicher bei ihm im Haus ist.

„(…) dem Schlachthunde (…), und er war da, sein Kopf auf seinen Pfoten; und der Inbegriff alles Wilden, Barbarischen, Wüthenden, Ungeschlachten, Grimmigen, Kriegerischen war, der dort war.“

Nun ist es gar nicht so einfach, einen wütenden Hund zu zeichnen.
Hier mein erstes Blatt zum Thema. Als es fertig war, mußte ich schallend lachen, denn nichts, aber auch gar nichts an dem Blatt paßt zum Zitat.

Hund Version 1 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Hund Version 1 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Gut, dachte ich. Der Betrachter muss die Zähne sehen. Gut, es entstand ein schon wütendender Hund aber noch nicht so wütend wie ich es mir vorstellte.

Hund Version 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Hund Version 2 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Und da alle guten Dinge drei sind, habe ich dann heute morgen nocheinmal ein neues Blatt auf den Tisch gelegt! Mit diesem Blatt bin ich noch nicht fertig, obwohl ich es signiert haben, manchmal fallen mir die besten Dinge nach der Unterschrift ein. Das werde ich morgen umsetzten.

Ich habe festgestellt, dass ich eine Zeichnung von einem bellenden Hund am besten mit den Zähnen beginne und NICHT mit dem Auge.

Hund Version 3 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Hund Version 3 - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Keltische Eindrücke · Portraitmalerei · Zeichnung

Der Schmied – Zeichnung von Susanne Haun

Es ist schon zwei Jahre her, dass ich mich das erste mal mit der irischen Literatur beschäftigte.

Ich habe mir das alles viel einfacher vorgestellt.

Mein Buch "Der Rinderraub" nach Thomas Kinsella daneben mein Arbeitsblatt von Ernst Windisch
Mein Buch "Der Rinderraub" nach Thomas Kinsella

Ich bekam vom Verleger Daniel Bücher das Buch „Der Rinderraub“ – Altirisches Epos nach der Übertragung von Thomas Kinsella. Was soll ich euch sagen – ich las gar nicht im Impressum wer da was wann übersetzt hat.

Das Buch beinhaltet mindestens 1.001 Namen, und die Namen werden umständlich mit den Taten der Namensträger geschmückt. Ich wußte nie wer wer ist und was er wie tat…. So pickte ich mir immer kleine Geschichten heraus.

Gestern nun erfolgte die Erleuchtung. Ich bekam von Daniel Büchner eine andere Übersetzung der Sage von Ernst Windisch, einem Deutschen Sprachwissenschaftler des 19. Jahrhunderts.

Original Textauszug von Ernst Windisch: Die Altirische Heldensage Táin bó Cúalnge nach dem Buch von Leicester
Original Textauszug von Ernst Windisch: Die Altirische Heldensage Táin bó Cúalnge nach dem Buch von Leicester

Nun wurde alles klar! Thomas Kinsella ist Dichter! Er brachte seine Dichtung in die Übersetzung ein!

Thomas Kinsella schreibt:„Er drückte ein Auge schmäler als ein Nadelöhr, das andere machteer weiter auf als die Mündung eines Bechers. Er entblößte seinen Kiefer bis zum Ohr, er stülpte seine Lippen bis zu den Backenzähnen zurück, so dass sein Schlund zu sehen war.“

Ernst Windisch übersetzt:„Da stürzte er sich seinerseits unter sie.“

Und ich zeichnete folgendes Bild dazu:

"Kampfeswut" - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
"Kampfeswut" - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Ich bin erstaunt, was eine Übersetzung ausmacht. Aber man hört das ja auch oft bei der Synchronisation von Filmen.

Heute habe ich mich diesem Part der Sage gewidmet:
Culann, der Schmied lud zum Fest ein, bat aber um eine kleine Anzahl an Gästen:
„(…),denn nicht Gebiet oder Land besässe er, sondern nur seine Hämmer und seine Ambosse und seine Fäuste und seine Zangen.“

Culann der Schmied - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Culann der Schmied - Zeichnung von Susanne Haun - 30 x 40 cm - Tusche auf Bütten
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Exlibris und Titelrahmen · Illustration · Landschaft · Zeichnung

Titelseite für die Tain oder welche Stellung hat die Buchillustration – Zeichnung von Susanne Haun

Ich sehe meine Zeichnungen zu literarischen Vorlagen als eigenständige Werke.

Für die Illustration der irschen Sage Táin lese ich „Den Rinderraub“, gedruckt 1969 in Leipzig, von der Dolmen Press, Ltd., Dublin. Diese Ausgabe besitzt sehr gute schwarze Tuschezeichnungen.

Die Zeichnungen sind alle an den Rand gesetzt und nicht im Buchblock. Als ich begann, Sätze für meine Zeichnungen aus dem Buch heraus zu suchen, nahm ich die Tuschezeichnungen nicht wahr, ich benutze meine eigene Bildsprache zur Illustration. Je mehr ich mit meiner Arbeit voranschritt, umso mehr ärgerte ich mich, wie scheinbar lieblos die Zeichnungen von Louis Le Brocquy in der genannten Ausgabe an den Rand gestellt wurden.

M - Susanne Haun
M - Susanne Haun

Ich diskutierte mit Daniel Büchner, Verleger, der sagte, das die Illustrationen in vielen Büchern nur das Begleitwerk zum Buch sind. Dann möchte ich ehrlich gesagt kein Illustrator sein! Wir haben uns darauf geeinigt, dass meine Zeichnungen für seine Ausgabe der Tain den gleichen Stellenwert wie der Text erhalten.

Zuerst wird folgendes Kapitel aus der Tain erscheinen:

„Die Knabenthaten Chuchulinns“ – dafür habe ich heute mit dem Titelblatt begonnen.

Da habe ich mich verzählt - Susanne Haun
Da habe ich mich verzählt - Susanne Haun

Bisher habe ich mich noch nicht groß mit Kalligraphie beschäftigt, so dass dieses Gebiet eine neue Herausforderung für mich ist. So habe ich auch erst einmal mehrere Buchstabenkombinationen probiert bevor ich mit dem Titelblatt begann.

Titelblatt "Die Knabenthaten Cuchulinns" - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 40 x 30 cm
Titelblatt "Die Knabenthaten Cuchulinns" - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 40 x 30 cm
Der Rinderraub - Táin Bó Cuailnge · Illustration · Portraitmalerei · Selbstbildnisse · Zeichnung

Ein wütender Knabe oder ICH – Zeichnung von Susanne Haun

„Er drückte ein Auge schmäler als ein Nadelöhr, das andere machteer weiter auf als die Mündung eines Bechers. Er entblößte seinen Kiefer bis zum Ohr, er stülpte seine Lippen bis zu den Backenzähnen zurück, so dass sein Schlund zu sehen war.“ Die Táin

Der Mund gewinnt durch das Lavieren mehr Tiefe - Zeichnung von Susanne Haun
Der Mund gewinnt durch das Lavieren mehr Tiefe - Zeichnung von Susanne Haun

Unser Held Cúchulainns beschloss mit 7 Jahren auszuziehen, um sich der heldenhaften Knabenschar des Königs Conchobar anzuschliessen. Sicher könnt ihr euch vorstellen, dass die Knaben ihn nicht mit offenen Armen empfingen. Natürlich standen sie ihm feindlich gegenüber. Ich habe den Eindruck, dass nun vom wirklich ersten Superhelden berichtet wird. Weder Pfeile noch Kugeln oder Stöcke konnten ihm etwas anhaben. Er stand den Knaben wie oben im Zitat beschrieben unerschrocken gegenüber.

Ich beschliesse, Akzente mit meinen Aquarellfarben zu sezten - Foto von Susanne Haun
Ich beschliesse, Akzente mit meinen Aquarellfarben zu sezten - Foto von Susanne Haun
Natürlich habe ich kein 7jähriges Modell – aber ich habe mich. Ich hatte heute viel Spaß dabei mein Gesicht wie oben beschrieben immer wieder zu verziehen, in den Spiegel zu schauen und zu zeichnen. Wußtet ihr, dass es mit der Zeit weh tut, wenn man den Mund so aufreißt? 🙂

Mit den ersten Ergebnissen war ich noch nicht zufrieden und ich beschloss meinen Aquarellkasten hervorzuholen. Ich habe ihn zum 18. Geburtstag (oder war es zum Abitur?) von meiner Oma geschenkt bekommen und er hat mir seither gute Dienste geleistet. Mit Ultramarin und Magenta laviere ich Mund und Nase.

"Kampfeswut" - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten
"Kampfeswut" - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten