Susanne Haun

Das Kunstwerk im Bilderbuch – Bericht vom 15. KunstSalon am Dienstag – Gast Nina Alice Schuchard bei Susanne Haun

Posted in Salon by Susanne Haun on 15. November 2017

 

Ruhe vor dem Sturm - KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun (c) Foto von M.Fanke

 

Beim gestrigen Kunstsalon kamen viele Besucher, die sich für Ninas Verlagskonzept interessierten. Es entstanden interessante Diskussionen darüber, wie Nina die Künstler und Bilder für ihre Bücher auswählt. Inzwischen hat sie schon einiges an Feedback von Käufern und Buchhandlungen zum Buch Landtiere erhalten. Besonders beeindruckend finde ich, dass sie erhaltene Kritik bedenkt und dann entscheidet, welche sie für gut hält und annimmt und welche für sie und ihr Buch-Konzept nicht passt. Mit ihrer (äußerlich) ruhigen Art arbeitet sie zielstrebig, das zweite Buch Monsterkinder (siehe hier) liegt schon im Probedruck vor und ein drittes Buch ist im entstehen.  Dabei übernimmt sie öekologische Verantwortung (siehe hier) bei der Produktion ihrer Bücher.

Es gab viele Fragen, auch wie die Künstler*innen für die Bücher „produzieren“ ohne sich selber zu vergessen. Hier kann ich sagen, dass Nina mir Raum beim Erstelle der Illustrationen für das Buch Landtiere gelassen aber doch auch eine Auswahl getroffen, die sie für passend gehalten hat.

Als Überraschungsgast durften Nina und ich Gerd Knappe berüßen. Er hat die Texte zu den Landtieren geschrieben. Es lohnt sich auf seiner Homepage (siehe hier) zu stöbern und in seine Texte einzutauchen. Er schrieb die Texte, ohne vorher meine Arbeiten gesehen zu haben. Er schrieb, so dass Leser jeden Alters angesprochen sind – die Eltern, die Kinder und die Großeltern sowie Geschwister.

Ich habe in den Buchhandlungen oft als Feedback den Hinweis erhalten, dass das Buch sehr anspruchsvoll ist. Aber darf ein Kinderbuch nicht auch anspruchsvoll sein?

 

Einladung zum 15. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Das Kunstwerk im Bilderbuch – Gast Nina Alice Schuchardt

Posted in Salon, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Oktober 2017

 

Liebe Freundinnen und Freunde meines Kunstsalons!

Der nächste KunstSalon am Dienstag findet am 14. November 2017 um 18 Uhr statt. Insgesamt diskutieren wir nun schon das 15. Mal ausgewählte Themen in meinen Atelierräumen in der Groninger Str. 22, 13347 Berlin.

Als Gast freue ich mich, Nina Alice Schuchardt vom Eichhörnchenverlag (siehe hier) in meinem Atelier begrüßen zu dürfen.

 

Einladung Kunstsalon Nina - Eichhörnchenverlag

Gemeinsam werden wir uns dem Thema „Das Kunstwerk im Bilderbuch“ zuwenden:

Kunst ist Sprache und gute Bilder sprechen deutlicher – auch zu Kindern!

Bildende Kunst ist Kommunikation, die visuell, manchmal auch taktil erfahrbar ist und mittels Farben, Formen, Materialien und Strukturen, Inhalte aufnimmt und vermittelt. Oft gelingt es Werken der bildenden Kunst, ihre großen und kleinen Betrachter emotional zu erreichen, wo Worte nicht weiterkämen. Gleichzeitig ist das Bild unverzichtbarer Übermittler rationaler Informationen, wie in zahlreichen Anleitungen und Lehrbücher nachvollzogen werden kann, die ohne Bilder oft schwer verständlich wären.

Der Eichhörnchenverlag ist ein Buchverlag, der sich aus diesem Grund auf von Künstlern gestaltete Bilderbücher für Babys und Kleinkinder spezialisiert. Liebe- und anspruchsvoll gestaltete Bilderbücher sollen entstehen, die Freude an den Bildern, Worten und Geschichten schenken und den Kindern wie ihren Bezugspersonen Anlass zu entspanntem Miteinander und Kommunikation bieten. Dabei wird besonders darauf Wert gelegt, dass die Bilder in den Büchern selbstständige Erzählungen sind.

Erreichen Kunstwerke auch Kinder in besonderer Weise? Ja. Über die Erfahrungen, die wir mit Kindern und ihrer Sicht auf Kunstwerke gemacht haben, möchten wir sprechen. Auch werden wir der Frage nachgehen, ob Werke der bildenden Kunst bestimmte Kriterien erfüllen müssen, um Kinder anzusprechen und wo die Aufgaben aber auch die Grenzen von Kunstwerken und Bilderbüchern für Kinder liegen.

Als anschauliche Beispiele wird Nina A. Schuchardt einige aktuelle und kommende Bilderbuchprojekte des Eichhörnchenverlags vorstellen.

Ich freue mich, dass ich als Künstlerin im ersten Buch des Verlags, Landtiere, ISBN 978-3-9818726-0-6, die Collagen erstellt habe. Die original Collagen, sowie andere Tierzeichnungen von mir können beim Salon besichtigt werden.

 

Eichhörnchenverlag_Landtiere_Umschlag (c) Nina Alicke Schuchard

 

Auf der Homepage des Eichhörnchenverlags (siehe hier) ist das Buch wie folgt beschrieben:

“ Das Pilotprojekt des Eichhörnchenverlags hat sich der Landtiere angenommen, eines Klassikers unter den Babybuchthemen.  Die Tiere wurden von Thomas Lemnitzer mit Blick für ihre individuelle Schönheit ohne Plüsch und Pathos, ohne vorhergehendes Herrichten oder nachträgliche Retusche in ihrem alltäglichen Leben fotografiert. Susanne Haun hat diese fotografischen Tierportraits zum Ausgangspunkt ihrer Collagen genommen und zeichnerisch fortgeführt. Mit Rücksicht auf das kindliche Sehen hat sie sich dabei der schönsten und leuchtensten Farben bedient. Gerd Knappe hat die Wesenhaftigkeit der Tiere in passende Worte gekleidet und ihnen eine Kinder wie Erwachsene gleichermaßen ansprechende rhythmische Form gegeben. Die gezeigten Tiere leben im Demeter Landwirtschaftsbetrieb „Biohof an der Alten Jäglitz“, auf dem Biohof Malo, auf privaten Höfen und im Tierpark Kunsterspring in der Ostprignitz in Brandenburg.“

KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun

14. November 2017 um 18 Uhr

Groninger Str. 22, 13347 Berlin

info@susannehaun.de T: 030 43 00 45 72 M 0177 232 80 70

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

Einladung (siehe hier) und Programm (siehe hier) im pdf – Format zum herunterladen und ausdrucken.

Programm

KunstSalon am Dienstag, 14.11.2017, Thema „Das Kunstwerk im Bilderbuch“

Nina Alice Schuchardt http://www.eichhoernchenverlag.de
Susanne Haun http://www.susannehaun.com

Susanne
Grußwort
Vorstellung von Nina Alice Schuchard
Vorstellung Susanne Haun

Nina
Vorstellung der Idee des Eichhörnchenverlags
Erfahrungen im Umgang von Kunst mit Kindern

Susanne
Wie beeinflusst ein Illustrationsauftrag die Künstler*in bei der Arbeit?
Abstimmung zwischen Künstler*in, Autor*in, Letor*in und Verlag

Nina
Wie findet der Verlag Künstler*innen?
Wie kommen die Bücher zu den Kindern?

Susanne
Schlusswort
Denkanstoss: Graphik Novells bzw. Comics sind Kunst-Bilderbücher für Erwachsene!

 

Warum ist Ra das Bindeglied zwischen Ku und Tor? – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2016

 
Die Hausarbeit zum Thema Ausstellungsanalyse (W E G S C H Ü T T E N) ist am entstehen.

In einem der Kapitel beschäftigen Cristina Wiedebusch und ich uns mit der Funktion des Kurators. Heute morgen wollte ich das Kapitel der Definition des Kurators ausformulieren als Micha mich fragte, Warum der Gott Ra das Bindeglied zwischen Ku und Tor ist. Ich brauchte doch ein paar Sekunden, bis ich wusste, was er mir sagen wollte.

So entstand die heutige Tuschezeichnung. Re wird auch Ra genannt und über 3000 Jahre von den Ägyptern als Sonnengott verehrt.

 

1 Ku - Ra - Tor - Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm - Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ku – Ra – Tor – Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm – Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Bei dieser 1. Version der Zeichnung störte mich, dass der Zusammenhang zwischen dem großen, durchaus gelungenen Kuhkopf, und dem Tor nicht ersichtlich ist. So begann ich mit einer zweiten Version.

 

2 Ku - Ra - Tor - Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm - Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Ku – Ra – Tor – Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm – Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Bei der zweiten Version fehlt mir die Kuh. Ich werde wohl an beiden Versionen noch arbeiten und vielleicht sogar eine dritte Version beginnen.

Genauso, wie ich an meinen Zeichnungen arbeite, arbeiten Cristina und ich an unsere Definition des Kurators. Es ist nicht so einfach, denn genau diese Definition ändert sich zeitgenössisch im Moment. Bevor ich mich als Kunsthistorikerin mit den Aufgaben des Kurators beschäftig habe, hatte ich als Künstlerin folgende Definition im Kopf.

Die Aufgaben eines Kurators aus Sicht der Künstler

Aus der Sicht der Künstlerin Susanne Haun, ist die wichtigste Aufgabe des Kurators die Begleitung der Künstler während der Vorbereitung der Ausstellung. Der Kurator evaluiert die Arbeiten, sortiert sie thematisch an und trifft eine Vorauswahl: Er ist die erste Betrachter der Werke. Die Art der Präsentation der Werke entscheiden Künstler und Kurator gemeinsam, auch die Ermunterung der Künstler gehört zu dem Aufgabefeld des Kurators. Das Wort Kurator kommt vom lateinischen curator, das mit „Pfleger“, „Vertreter“ oder „Vormund“ übersetzt werden kann. Das Lateinisch curare bedeutet „Sorge tragen“, „sorgen um“. Die Aufgaben des Kurators sind vergleichbar mit den Arbeiten eines Lektors. In der Regel hält der Kurator eine Rede zur Eröffnung der Ausstellung, führt den Betrachter in die Bildideen der Künstler ein, übernimmt die Verkaufsgespräche, pflegt die Kontakte und legt schließlich Termine fest. Den ersten Blogbeitrag zum Thema Kurator schrieb ich im Zusammenhang mit meiner Ausstellung in Roddahn (siehe hier).

Und aus Sicht der Kunsthistoriker

Das Wort Kurator[1] ist eine Berufsbezeichnung, die sich ursprünglich in eine inhaltliche und hierarchische Komponente aufteilte. In den letzten 50 Jahren änderte sich die Profession des Kurators, der Schweizer Museumsleiter Harald Szeemann prägte den Prototyp des modernen Ausstellungsmachers. Die Ausstellung wird zum Werk des Kurators. Das Berufsbild setzte sich ursprünglich aus den Aufgabenfeldern Sammeln, Ordnen, Bewahren und Vermitteln von Exponaten. Nach neuer Definition bleibt nur noch die vermittelnden Tätigkeiten bestehen.[2] Der Kurator tritt in die Öffentlichkeit und muss sich mit organisatorischen Aufgaben auseinandersetzen und Interessenkonflikten lösen. Kuratoren legen mit der Auswahl und Anordnung der Ausstellungsobjekte die Position und den Diskurs fest. Er übernimmt auch die Funktion des Projektleiters, der die Aufgaben koordiniert und verteilt. Oft finden sich auch Kuratoren-Teams zusammen.

Die Diskussionen, ob es damit der Kurator selber zum Künstler wird, sind noch nicht beendet. Die Vorstellung vom künstlerischen Genie, das aus sich heraus Originalkunstwerke schafft, die vollkommen neu und einmalig sind und bei denen es eine Verbindung zwischen Schöpfung, Geist, Einmaligkeit und künstlerischer Signatur gibt, ist spätestens seit Kant gebräuchlich.[3] Kann diese Definition auf den Kurator übertragen werden? Ist dann folglich die Ausstellung das Werk des Kurators als Künstler? Die Kunsthistorikerin Beatrice von Bismarck hinterfragt das Geniekonzept der Kuratoren, das die Ausstellung als Produkt der künstlerischen Leistung sieht.[4], Es stellt sich die Frage, ob auf diesem Weg die ausgestellten Werke eine andere Bedeutung erhalten als die vom Künstler gedachte und ob zu mindestens von zeitgenössischen Künstlern die Erlaubnis für bestimmte Konzepte vorliegen müssten.

Mit der Entscheidung, welche Werke wie in welchem Kontext präsentiert werden, erhält der Kurator Bedeutungsmacht. Deshalb wird das Kuratoring heute eher inhaltlich als personell betrachtet und es werden Kuratorenteams gebildet.

Es ist sogar üblich, dass der Künstler die Funktion des Kurators einnehmen kann. Auch diesbezüglich es ist zu bezweifeln, ob ein Künstler sowohl seine weitreichenden Aufgaben als Künstler als auch gleichzeitig die zeitaufwendigen Aufgaben als Kurator korrekt wahrnehmen kann.[5]

_________________________________________

Quellen:

[1] Um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, haben wir die männliche Form von Berufsbezeichnungen gewählt, die die weibliche Form einschließt.

[2] Ziese, Maren, Bielefeld 2010, S. 60 – 61.

[3] Von Rosen, Phillip, 2003, S. 94.

[4] Ziese, Maren, Bielefeld 2010,, S. 62.

[5] Vgl. Müller, Dominkus, Berlin 2013.

 

ZIESE, MAREN. Kuratoren und Besucher, Modelle kuratorischer Praxis in Kunstausstellungen, Bielefeld 2010.

PFISTERER, ULRICH (Hrsg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003,
Art: von Rosen, Phillip, „Fälschung und Original“, S. 93 – 95.

MÜLLER, DOMINIKUS. The Content of Form, in: Frieze.com, Berlin 2013.
https://frieze.com/article/contedujs?language=de, 23.10.2016, 18:30 Uhr

 

Wie sehen die Kleinsten? Die Kuh – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Projekt Sehgewohnheiten der Kleinsten, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 1. April 2016

 

Kühe sind auf ihre Art sehr friedlich und ich mag es, sie beim grasen auf der Weide zu beobachten.

 

Sehgewohnheiten der Kleinsten – Die Kuh - Version 1 (c) Collage von Susanne Haun

Sehgewohnheiten der Kleinsten – Die Kuh – Version 1 (c) Collage von Susanne Haun

 

So habe ich mich auch sehr gefreut, dass Nina mir für die Collagen für die Kleinsten viele Kuhfotos zur Verfügung stellte.

Nina und ich diskutierten, wie Babys Farben wahrnehmen. Nina sind die Tiercollagen, in denen ich viel mit dem Papierweiß operiere lieber als die sehr farbigen Collagen. Bei den Kühen habe ich zwei Versionen erstellt, eine mit viel Weiß und eine mit viel Grün.

Im Internet habe ich den Artikel „Babys lieben Farben“ auf familie.de (siehe hier) gefunden.

Kanadische Forscher untersuchten das Farbempfinden von Babys und fanden heraus, dass diese schon als Neugeborene Farben erkennen können, am besten rot gefolgt von grün. Blau können die Baby am schlechtesten erkennen, da die sogenannten s-Zapfen im Auge, die für das Erkennen von blauer Farbe zuständig sind, sich erst später entwickeln. Schon im alter von 4 Monaten haben Babys Lieblingsfarben. Ab da können Eltern ihre Babys beim Sehen unterstützen, indem sie sich zum Beispiel Bilderbücher anschauen.²

 

 

______________________
² familie.de, Babys lieben Farben, 29.3.2016, 14:00 Uhr
http://www.familie.de/kind/babys-lieben-farben-psychologie-blindheit-511127.html
Leider ist kein Autor des Artikels angegeben.

 

Heute: Kühe – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 26. Dezember 2014

Im Stall stand nicht nur ein Esel, enträchtig finden wir die Kuh neben dem Esel.

Und auch Kühe zeichne ich gerne, sie schauen mich mit ihren großen Augen wiederkäuend dabei an.
In dem Sinne einen schönen zweiten Weihnachts-Feier-Tag!

 

Kuh - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

Kuh – Zeichnung von Susanne Haun – Tusche auf Bütten – 17 x 22 cm

 

Kuhjunges - Zeichnung von Susanne Haun - 18 x 25 cm - Tusche auf Bütten

Kuhjunges – Zeichnung von Susanne Haun – 18 x 25 cm – Tusche auf Bütten

 

Kuh auf der Weide - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 25 x 25 cm

Kuh auf der Weide – Zeichnung von Susanne Haun – Tusche auf Bütten – 25 x 25 cm

 

 

 

 

Ein grünes Chaos – Radierung und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Material, Radierung, Skizzen, Skizzenbuch, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 9. Mai 2012

Heute habe ich mich bei Cordula Kerlikowski zum Radieren eingeladen.

Ich wollte die Auflage der Kuh  (siehe hier)  drucken; es soll grüne, blaue, rote und gelbe Kühe geben. Nach drei grünen und einer blauen Kuh verließ mich die Radierdrucklust; die Unterlegblätter der Radierplatten hatten ein so schönes Farbmuster angenommen, dass ich beschloss, darauf zu zeichnen.

Bei Cordula lagen Muscheln herum.  Die Form der verwachsenen Muschel war nicht einfach zu erfassen und ich machte sie mir erst einmal in kleinen Skizzen  klar und nahm dann noch ein paar Muscheln dazu.

 Muscheln mit Füller, Pit Artist Pen und Aquarell Grphit Stift (c) Susanne Haun

Muscheln mit Füller, Pit Artist Pen und Aquarell Grphit Stift (c) Susanne Haun

Ich suche mir  von der Muschel die wesentlichen Linien und schaue mir die Abstände zwischen den Linien an. Ich schlüssel mein Modell Muschel  mathematisch auf.  Ich denke nicht bewußt an die Umsetzung, nach den Jahren passiert das automatisch. Ich male nicht aus dem Kopf meine Vorstellung von der Muschel, ich schaue die Muschel bei jeder Linie an. Wichtig ist dabei die Schnelligkeit. Auch wenn die Muschel nicht weglaufen kann, so will ich auch beim Stilleben die Skizze so schnell zeichnen wie bei bewegten Modellen. Es ist einmal ein sehr gutes Training und zum andern lebt eine Skizze von der Schnelligkeit der erfaßten Linien.

Cordula hat sehr viel Material in Ihrem Atelier, alles andere Dinge wie ich sie in meinem Atelier angesammelt habe. So probiere ich Tusche Stifte und einen Aquarell Graphit Stift aus.

Ein grünes Chaos – Radierung und Zeichnung von Susanne Haun

Ätzzeiten bei der Radierung und der Fisch – von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Radierung by Susanne Haun on 28. April 2012

Die Ätzzeiten in der Säure sind das wohlgehüteste Geheimnis der einzelnen Radierer.

Beim Ätzen mit Salpetersäure habe ich die Zeiten im Blut, da ich seit 2003 mit dieser Säure arbeite. In Bethanien gibt es nur die Säure Eisen-III-Chlorid und in dem halben Jahr, in dem ich nun regelmäßig nach Bethanien zum radieren gehe, habe ich langsam die Kombination Zink und Eisen-III-Chlorid in mein Blut einsickern lassen.

Ich mag die großen Becken in Bethanien (c) Susanne Haun

Ich mag die großen Becken in Bethanien (c) Susanne Haun

In der ersten Zeit habe ich geflucht und mir immer nur wieder Salpetersäure gewünscht. Aber inzwischen kann ich gut Umsteigen. Das Eisen-III-Chlorid ätzt sanfter während die Salpetersäure sofort hart in die Zinkplatte eindringt. Beides hat Vorteile, die man gut für die jeweilige Arbeit nutzen kann.

Als ich am Dienstag in Bethanien war, hatte ich als einzigen Plan, die Auflage der Kuh (siehe hier) zu drucken und Stufen zu ätzen. So ist die erste Platte vom Fisch entstanden. Sie ist mit sanften Stufen geätzt und ich überlege nun, nachdem ich den ersten Probedruck aus der Presse geholt habe, wie ich mit der Platte weiter verfahre.

Drucken der Strichätzung Fisch (c) Susanne Haun

Drucken der Strichätzung Fisch (c) Susanne Haun

Mal schauen, vielleicht belebe ich die Platte mit Kaltnadellinien oder schleife ein wenig an ihr herum … oder ich lasse sie, wie sie ist. Das mag ich so am Radieren, die vielen Möglichkeiten, die vorhanden sind. Lege ich jetzt zweite gelbe Platte darüber, wird einiges im Druck grün oder ich wische sie verschieden aus oder ich drucke sie versetzt. Dann habe ich viele Unikate. So wie bei der Tulpenradierung vom letzten Jahr (siehe hier).

Der 1. Probedruck der Aquatinta (c) Susanne Haun

Der 1. Probedruck der Aquatinta (c) Susanne Haun

Der Erscheinungstermin meines Buches „Die Kunst der Radierung“ (siehe hier)  ist leider auf August verschoben worden.

Ätzzeiten bei der Radierung und der Fisch – von Susanne Haun

Eine Kuh in Bethanien – Radierung von Susanne Haun

Posted in Radierung, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 24. April 2012

Wer im 17. und 18. Jahrhundert ein „Mann von Welt“ sein wollte, mußte mehr als Abenteurer, Frauen- und Kriegsheld sein.

So schreibt es Ernst Rebel in seinem Buch Druckgrafik. Er schreibt auch, dass Madam Pompadour sich mit der Ätzkunst beschäftigte, weil diese abenteuerlich alchimistisch war (oder ist). Wenn ich mir die Gemälde, die die Pompadour darstellen, anschaue,  kann ich sie mir schwer beim Radieren vorstellen!

Ich kann es ihr aber nicht verdenken, dass sie eine Leidenschaft für das Radieren hatte, ich finde es auch immer wieder spannend und abenteuerlich wenn ich das Zink aus der Säure ziehe.

Kuh gelb 20 x 25 cm Aquatinta 2 Platten(c) Radierung von Susanne Haun

Kuh gelb 20 x 25 cm Aquatinta 2 Platten(c) Radierung von Susanne Haun

Heute habe ich mir viel Zeit in Bethanien gelassen, meine schon fertigen „Kuh-Platten“ gedruckt und auch eine neue Aquatinta Platte erstellt (davon morgen mehr).

Um die Farben sauber auswischen zu können, habe ich mir für jede Farbe chirugische Handschuhe bereit gelegt und sie immer gewechselt.

Im Juni erscheint mein Buch „Die Kunst der Radierung“ im Edition Michael Fischer Verlag. Hier könnt ihr es bei Amazon vorbestellen oder auch hier direkt beim Fischer Verlag.

 

Eine Kuh in Bethanien – Radierung von Susanne Haun

Wiederkehrende Themen: die Kuh – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 15. Dezember 2011

Es gibt Themen, auf die ich immer wieder zurück komme. So wie die Kuh.

Ich wußte nicht, dass das weibliche Rind erst nach dem ersten kalben als Kuh bezeichnet wird. Und ich habe mir auch nie Gedanken darum gemacht, warum ich gerne Kühe zeichne. Vielleicht weil sie überall herumstehen, viele Linien besitzen und so einfach ein hervorragendes Motiv abgeben. Kühe sind in Deutschland einfach da, während der Löwe nun mal nicht vor jeder Haustür steht.

Kuh auf der Weide - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 25 x 25 cm

Kuh auf der Weide - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 25 x 25 cm

In der Nähe des Hannah Höch Hauses, haben wir in Berlin Heiligensee, wo auch mein Atelier ist, eine große Weide und dort stehen auch Kühe.  Also selbst in Berlin kommt der Betrachter nicht an Kühe vorbei.

Und so lief mir die Woche auch wieder eine Kuh vor die Feder.

Und mich überkam die Lust, meine Kuhsammlung zu betrachten und mich an der Serie zu erfreuen….

Kühe auf der Weide – Skizzen und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Oktober 2011

Die Berge und das Läuten von Kuhglocken gehören zusammen und vermitteln ein Gefühl  von Heidi und dem Geißenpeter.

Mein Sohn und ich sind eine Woche der Herbstferien in den Allgäu eingeladen und geniessen die Berge und Almen. Der Name Alb bedeutet althochdeutschen Berg, Bergwiese  und gäu (göu) mittelhochdeutschen Landschaft, Gegend. Der Allgäu wird seinem Namen gerecht.

Ich :-) und meine Modelle - Foto von Susanne Haun

Ich 🙂 und meine Modelle - Foto von Susanne Haun

Die Kühe freuten sich sehr, mich zu sehen und fanden meine Arbeit interessant. Sie kamen freudig an und posierten freundlich.

Mit den Skizzen und den Blick vom Balkon auf die Kühe nutzte ich den erwachenden Tag und zeichnete meine Lieblingskuh.

Kuh - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

Kuh - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 17 x 22 cm

%d Bloggern gefällt das: