Susanne Haun

Unvergleichlich – Afrika zuhause in Berlin – Ausstellungstip von Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Berlin, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Januar 2018

 

Die Ausstellung „Unvergleichlich -Kunst aus Afrika im Bode-Museum“ hat mich sehr in ihren Bann gezogen.

 

Unvergleichlich - Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

Unvergleichlich – Kunst aus Afrika im Bode-Museum (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es werden „herausragende Kunstwerke Afrikas aus dem Ethnologischen Museum in der einzigartigen europäischen Skulpturensammlung im Bode-Museum zeigen. Durch die beiden Hauptetagen werden punktuell Plastiken beider Kontinente gegenübergestellt. Thematische Vertiefungen werden in einem Sonderausstellungsraum gezeigt.“² lautet die offiziele Beschreibung zur Ausstellung.

Bode-Museum , Am Kupfergraben, Eingang über die Monbijoubrücke , 10117 Berli, Mo geschl. Di – So. von 10 – 18 Uhr, Do. bis 20 Uhr. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen.

 

 

Im Hinblick auf unseren Afrikaurlaub hat mich die Ausstellung besonders interessiert und veranlasste mich zum Besuch des Bode – Museums. Ich hätte jedoch nicht erwartet, wie beeindruckend ich den Besuch empfinden werde.  Die Ausstellungsstücke des Bodemuseums sind mir wohl vertraut, ich gehe gerne dorthin und setze den Fokus bei jedem Besuch auf andere Sammlungsstücke.

 

Bodemuseum - Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

Bodemuseum – Susanne Haun zeichnet (c) Foto von M.Fanke

 

Durch den Vergleich habe ich auch die wohlbekannten Exponate neu erlebt und ich wurde neugierig auf die afrikanischen Ausstellungsstücke. Zufällig entdeckte ich auf dem Flohmarkt das politisch völlig unkorrekte Buch Kunst der Welt, Afrika von 1959³, dass mir einen kurzen Kunsthistorischen Überblick gestattete.

 

Natürlich habe ich gezeichnet und M. hat viele Fotos in der Ausstellung gemacht.

 

Die Webseite der Ausstellung bietet unglaublich viel Informationsmaterial, es macht Spaß darauf zu stöbern. Link zur Website der Ausstellung mit mehr Informationen. Der Film zur Ausstellung hat mich sehr fasziniert, so dass ich euch den Link nicht vorenthalten möchte.

 

 

Weitere Filme findet ihr auf der Website des Bode Museums zur Ausstellung (siehe hier).

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² Quelle und weitere Infos unter www.afrikaimbodemuseum.de , Öffnungszeiten 
³ Leuzinger, Elsy. Afrika, Baden-Baden 1959.

 

Das prometheus Bildarchiv und wann darf ich ein Bild veröffentlichen?

Posted in Künstlerische Forschung, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 16. Mai 2017

 

Ich bin eine regelmäßige Benutzerin des Bildarchivs prometheus, das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung & Lehre prometheus-bildarchiv.de .

Regelmäßig erhalte ich den Newsletter des Archivs und habe so schon des öfteren auf Grund der dort erhaltenen Hinweise interessante visuelle Stunden im Netz verbracht. Als Studentin der FU Berlin habe ich freien Zugang zum Archiv, ansonsten kostet der private Einzelzugriff 30 Euro / Jahr. Für meine Hausarbeiten benutze ich dieses reichhaltige Bildarchiv regelmäßig.

Im aktuellen Newsletter des prometheus Archivs habe ich Erläuterungen zur Veröffentlichung von Bildern gefunden, die ich sehr interessant finde, und die ich mir  gerne merken möchte.

Übrigens! Die Rechte an den Fotos von meinen Zeichnungen sind NICHT gemeinfrei. Bei Verwendung erhebe ich eine Lizenzgebühr.

Hier nun das Zitat aus dem prometheus Newsletter (siehe hier):

Gemeinfrei, Public Domain, CC-Lizenzen aus dem Newsletter des Prometheus Bildarchivs:

„Bei der Arbeit im Bildarchiv, dem Umgang und der Nutzung von Bildern für die Wissenschaft und die Lehre sowie darüber hinaus, müssen wir uns auch (immer wieder) mit dem Urheberrecht, dem Bildrecht beschäftigen. Dabei begegnen uns an verschiedenen Stellen die Creative Commons Urheberrechtslizenzen, eine standardisierte Methode, um urheberrechtliche Erlaubnisse an Werken zu geben.
Beginnen wir mit der CC0-Lizenz. Werke mit dieser Lizenz versehen, sind in die Gemeinfreiheit oder auch Public Domain entlassen. Da in prometheus heterogene Bilddatenbanken integriert sind, können Sie nach diesen Bildern unterschiedlich suchen. Suchen Sie in der erweiterten Suche beispielsweise in dem Feld „Bildrecht Fotografie“ nach „public domain“ oder „gemeinfrei“, dann werden rund 65.000 Datensätze vom Amsterdam Museum (Public Domain), der Historischen Glasdiasammlung (Public Domain Mark 1.0) und von Imago (gemeinfrei) angezeigt. In der Sammlung des Rijksmuseums finden Sie in diesem Feld den direkten Link zu den Creative Commons, publicdomain.
Wie sehen die anderen CC-Lizenzen aus?
CC BY macht die Namensnennung des Urhebers, der Urheberin zur Bedingung: „Diese Lizenz erlaubt anderen, Ihr Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange Sie als Urheber des Originals genannt werden.“ Bei CC BY-SA kommt zur Namensnennung die Weitergabe unter gleichen Bedingungen dazu: „…und die auf Ihrem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.“ Die CC BY-ND erlaubt neben der Namensnennung keine Bearbeitung und die CC BY-NC keine kommerzielle Nutzung.
Suchen Sie in prometheus im Feld „Bildrecht Fotografie“ nach „CC“ oder „Creative Commons“, dann finden Sie über 1.500 Datensätze mit der CC-BY-SA 3.0 in der Pictura Paedagogica Online oder CC-BY-SA in HeidICON – Britische Karikaturen oder Creative Commons BY-SA in Imago. Im Feld „Bildnachweis“ wird im Archive of Digital Art (ADA) für einige Datensätze „Creative Commons (Share-Alike License)“ angegeben.
Darüber hinaus lässt sich mit der CC Search außerhalb von prometheus nach Bildern unter CC-Lizenzen suchen. Die Gesamtzahl der CC-lizenzierten Werke im Jahr 2016 liegt bei 1,2 Milliarden, so der Ende des Monats veröffentliche Bericht.“

So einen langen Text habe ich noch nie zitiert. Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob ein so langes Zitat gestattet ist!

Die Verschollene Generation – Bericht vom KunstSalon am Dienstag – Gast Birgit Böllinger und Regine Sondermann bei Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Literatur, Salon by Susanne Haun on 29. März 2017

 

Gestern waren wir beim 13. KunstSalon am Dienstag in großer Runde.

 

Kunstsalon am Dienstag zum Thema verschollene Generation (c) Foto von Susanne Haun

Kunstsalon am Dienstag zum Thema verschollene Generation (c) Foto von Susanne Haun

 

Um Struktur in den Ablauf des Salons zu bekommen, habe ich dieses Mal mit Birgit ein Programm ausgearbeitet, das ich gerne hier im Blog festhalten möchte:

KunstSalon am Dienstag, 28.3.2017, Thema „Verschollene Generation“

Birgit Böllinger              https://saetzeundschaetze.com/
Regine Sondermann     https://www.reginesondermann.de/
Susanne Haun                http://www.susannehaun.com

Susanne
Grußwort
Vorstellung Birgit und Regine
Vorstellung Susanne

Birgit
Verschollene (vergessene) Generation
Literatin Lili Grün
Mädchenhimmel / Alles ist Jazz – Lebensgefühl der Frauen in der Weimarer Republik
UPDATE 2.4.2017: Hier könnt ihr einen ausführlichen Beitrag von Birgit zu Lili Grün auf ihrem Blog Sätze&Schätze lesen.
Jüdische Journalistin Mala Laaser, die im Kreis von Jacob Picard und
Gertraud Kolmar verkehrte
Gründe für das Vergessen:
Jüdischer Herkunft, psychisch erkrankt, Kommunist, Homosexuell oder als entartete Kunst gebrandmarkt

Susanne
Innere Emigration Friedrich Allers-Hestermann -> Bezug zu Nolde
Verhinderte Karriere Willi Ulfig –> Bezug zum Expressionismus

Birgit
Malerin Elfriede Lohse-Wächtler
Genialität und Wahnsinn
Dada

Regine
Über das Buch
Kunst ohne Kompromiss – Die Malerin Elfriede Lohse-Wächtler
Kleine Lesung

Susanne
Schlusswort
Dante und der Expressionismus

 

Ich habe mich sehr gefreut, dass aus dem Vortrag eine lebhafte Diskussion erwuchs, in der kritisch über unterbrochene und verhinderte Künstlerkarrieren durch den Nationalsozialismus gesprochen wurde.  In der Runde wurde auch überlegt, welche Gründe Familien wie zum Beispiel die von Elfriede Lohse-Wächtler hatten, ihre kranken Angehörigen psychatriche Anstalten anzuvertrauen und ob sie nicht vorhersehen konnten, dass sie dort ermordet werden.

 

 

 

Termine 2017  für den Salon am Dienstag bei Susanne Haun

15. August 2017, 18 Uhr

Gast: Peter Mück

Initiator von crossart (http://crossart.ning.com/), das lebendige Ausstellungsportal für Künstler und Kunstraumbetreiber

Peter wird von seiner Arbeit über das Ausstellungsportal berichten und welche Vermittlungsarbeit das Portal crossart für KünstlerInnen, Ausstellungsflächen und Galerien bietet.

10. Oktober 2017, 18 Uhr

Gast: Nina Alice Schuchardt

Besitzerin des Eichhörnchenverlags (http://www.eichhoernchenverlag.de)

Der Eichhörnchenverlag ist ein Buchverlag, der sich auf von Künstlern gestaltete Bilderbücher für Babys und Kleinkinder spezialisiert hat. Nina wird von ihrem Verlagskonzept und ihre Arbeit mit KünstlerInnen und Kindern berichten.

November (genauer Termin wird noch bekannt gegeben)

Gäste: Roswitha Mecke und Martin Häusler

Roswitha Mecke ist Fotografin (https://photolaboratorium.wordpress.com/) und Martin Historiker (https://rumgekritzelt.wordpress.com/). Sie werden sich mit uns über die Mythen der Arktis auseinandersetzen.

 

#2 Zeichnerische Auseinandersetzung mit der Madonna des Kanzlers Nicolaus Rolin – Susanne Haun

Posted in Hortus Conclusus, Vom Bloggen an sich, Zeichnung by Susanne Haun on 30. Januar 2017

Die Rolin Madonna bietet mir viele Reibungspunkte und Inspirationen. (siehe hier).

Beim flüchtigen Betrachten fallen nur der Kanzler, die Madonna und das Kind ins Blickfeld. Beim zweiten Schauen wird die durch die Säulen geteilte Landschaft sichtbar.

Maria präsentiert das Jesuskind. Ich habe auf alten Fotos aus meinem Kinderalbum den Unterschied zwischen dem Präsentieren und dem liebevoll Anschauen des Kindes durch die Mutter entdeckt und zeichnerisch festgehalten. Meine Mutter hat mich nie präsentiert, auch später nicht. Ich empfinde das als Glück, so hat sie mich nicht unter Druck gesetzt, etwas beweisen zu müssen.

Eine weitere Frage beschäftigt mich, wie alt ist meine Mutter im Hortus Conclusus?

Übrigens!

Ich bin gerade am Überlegen, ob ich die Zeichnungen eher einzeln und damit größer einfüge oder ob ich sie weiter in einer Galerie abbilde und dann jedes angeklickt werden muss, um eine größere Abbildung zu erhalten.

Was meint ihr als Betrachter?

 

Zeichnerische Auseinandersetzung mit der Madonna des Kanzlers Nicolaus Rolin – Susanne Haun

Posted in Hortus Conclusus, Zeichnung by Susanne Haun on 16. Januar 2017

 

Jan van Eyck malte um 1435 Die Madonna des Kanzlers Rolin, heute im Louvre zu besichtigen (siehe hier).

Interpretation der Rolin Madonna Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interpretation der Rolin Madonna Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Als wir in Venedig in der Santa Maria della Salute waren, dachte ich stark an Mama und lief mit Tränen das Achteck der Kirche ab. Es war mir ein Trost zu glauben, meine Mutter würde mit Maria im Hortus Conclusus Rummy Cup spielen. Ich weiß, es ist ein skurieler Gedanken. Um so erstaunter war ich, dass mir diese Vorstellung sehr geholfen hat. Mama war eine leidenschaftliche Rummy Cup Spielerin.

Aus diesen Gedanken heraus beschloss ich, mich mit dem Hortus Conclusus näher zu beschäftigen. Als Kunsthistorikerin fiel mir als erstes zu diesem Thema van Eycks Rolin Madonna ein. Ein ganzes Skizzenbuch habe ich für dieses Thema reserviert und als Resultut dieser Zeichnungen möchte ich auf Leinwand das Resümee aus der Sammlung von Skizzen zeichnen.

 

Interpretationen der Rolin Madonna Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Interpretationen der Rolin Madonna Version 2 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Inspirationsquelle Antike – Bericht vom KunstSalon am Dienstag – Gast Xenia Cosmann bei Susanne Haun

Posted in Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 2. November 2016

 

Gestern waren wir beim 12. KunstSalon am Dienstag eine kleinere Runde.

 

Impressionen vom 12. KunstSalon am Dienstag (c) Foto von Susanne Haun

Impressionen vom 12. KunstSalon am Dienstag (c) Foto von Susanne Haun

 

Xenias Lyric ist anspruchsvoll. So war es für uns ein Fest, Xenia Fragen zu ihren Gedichten stellen zu können. Eigentlich beantwortet sie nicht gerne diese Art von Fragen, jeder soll sich selber seine Gedanken machen und zu einem für sich passenden Ergebnis kommen.
Gleich zu Beginn des Abends stellte uns Xenia mit dem Gedicht „Olympische Spiele“ die Götter vor. Schon hier begannen die Diskussionen. Xenia ist davon ausgegangen, dass jeder sich in der griechischen Götterwelt auskennt und so auch die komplizierten Beziehungen dieser Welt kennt. So war es natürlich nicht und so erklärte uns Xenia vor den Gedichten, wer wer ist und gab uns auch einen kurzen Einblick in ihre Arbeit und wie ihr neue Wortschöpfungen einfallen.

Auf Xenias Homepage kann der geneigte Leser das Gedicht des Monats lesen (siehe hier), für den November hat Xenia das Gedicht Schöpfung ausgesucht, was wir auch gestern von ihr hörten.

Xenia ist von meinen Zeichnungen inspiriert, so dass sie bisweilen ein Gedicht zur einen oder anderen Zeichnung schreibt. So auch zu der Athena:

 

thena - Zeichnung von Susanne Haun - 32 x 24 cm - Tusche auf Hahnemühle Cornwall

Athena – Zeichnung von Susanne Haun – 32 x 24 cm – Tusche auf Hahnemühle Cornwall

 

 

Das Bild der Göttin
von Xenia Cosmann

Blau ist die Aura des Göttlichen,
Blau wie der Himmel über der Ägäis,
Blau wie die Augen der Göttin,
Athene.
Athene, Tochter des Zeus.
Athene, Vatertochter gilt als
Unbezwungen,
Und viel besungen.
Unter Liedern und Lorbeer
Verborgen,
Versteckt.
Verheimlicht
Ist Athenes wahres Gesicht,
Ihre Vielgestalt,
Ihr Liebes- und Leibesleben.
Stahlblau blendend
Steht Athenes Legende
Standhafter Jungfräulichkeit.
Das haben die Barden erfunden,
Der unsterbliche Homer hat’s besiegelt
Denn die Griechen erkennen einander
An ihren Göttern,
An den Bildern, die sie gemacht für
Athene, Artemis, Aphrodite…

(März 2013)
Für Susannes Athene Zeichnung Zitat: Die Griechen erkennen einander an ihren Göttern

 

Warum ist Ra das Bindeglied zwischen Ku und Tor? – Susanne Haun

Posted in Kunstgeschichte, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Oktober 2016

 
Die Hausarbeit zum Thema Ausstellungsanalyse (W E G S C H Ü T T E N) ist am entstehen.

In einem der Kapitel beschäftigen Cristina Wiedebusch und ich uns mit der Funktion des Kurators. Heute morgen wollte ich das Kapitel der Definition des Kurators ausformulieren als Micha mich fragte, Warum der Gott Ra das Bindeglied zwischen Ku und Tor ist. Ich brauchte doch ein paar Sekunden, bis ich wusste, was er mir sagen wollte.

So entstand die heutige Tuschezeichnung. Re wird auch Ra genannt und über 3000 Jahre von den Ägyptern als Sonnengott verehrt.

 

1 Ku - Ra - Tor - Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm - Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ku – Ra – Tor – Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm – Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Bei dieser 1. Version der Zeichnung störte mich, dass der Zusammenhang zwischen dem großen, durchaus gelungenen Kuhkopf, und dem Tor nicht ersichtlich ist. So begann ich mit einer zweiten Version.

 

2 Ku - Ra - Tor - Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm - Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Ku – Ra – Tor – Tusche auf Bütten, 70 x 50 cm – Version 1 (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Bei der zweiten Version fehlt mir die Kuh. Ich werde wohl an beiden Versionen noch arbeiten und vielleicht sogar eine dritte Version beginnen.

Genauso, wie ich an meinen Zeichnungen arbeite, arbeiten Cristina und ich an unsere Definition des Kurators. Es ist nicht so einfach, denn genau diese Definition ändert sich zeitgenössisch im Moment. Bevor ich mich als Kunsthistorikerin mit den Aufgaben des Kurators beschäftig habe, hatte ich als Künstlerin folgende Definition im Kopf.

Die Aufgaben eines Kurators aus Sicht der Künstler

Aus der Sicht der Künstlerin Susanne Haun, ist die wichtigste Aufgabe des Kurators die Begleitung der Künstler während der Vorbereitung der Ausstellung. Der Kurator evaluiert die Arbeiten, sortiert sie thematisch an und trifft eine Vorauswahl: Er ist die erste Betrachter der Werke. Die Art der Präsentation der Werke entscheiden Künstler und Kurator gemeinsam, auch die Ermunterung der Künstler gehört zu dem Aufgabefeld des Kurators. Das Wort Kurator kommt vom lateinischen curator, das mit „Pfleger“, „Vertreter“ oder „Vormund“ übersetzt werden kann. Das Lateinisch curare bedeutet „Sorge tragen“, „sorgen um“. Die Aufgaben des Kurators sind vergleichbar mit den Arbeiten eines Lektors. In der Regel hält der Kurator eine Rede zur Eröffnung der Ausstellung, führt den Betrachter in die Bildideen der Künstler ein, übernimmt die Verkaufsgespräche, pflegt die Kontakte und legt schließlich Termine fest. Den ersten Blogbeitrag zum Thema Kurator schrieb ich im Zusammenhang mit meiner Ausstellung in Roddahn (siehe hier).

Und aus Sicht der Kunsthistoriker

Das Wort Kurator[1] ist eine Berufsbezeichnung, die sich ursprünglich in eine inhaltliche und hierarchische Komponente aufteilte. In den letzten 50 Jahren änderte sich die Profession des Kurators, der Schweizer Museumsleiter Harald Szeemann prägte den Prototyp des modernen Ausstellungsmachers. Die Ausstellung wird zum Werk des Kurators. Das Berufsbild setzte sich ursprünglich aus den Aufgabenfeldern Sammeln, Ordnen, Bewahren und Vermitteln von Exponaten. Nach neuer Definition bleibt nur noch die vermittelnden Tätigkeiten bestehen.[2] Der Kurator tritt in die Öffentlichkeit und muss sich mit organisatorischen Aufgaben auseinandersetzen und Interessenkonflikten lösen. Kuratoren legen mit der Auswahl und Anordnung der Ausstellungsobjekte die Position und den Diskurs fest. Er übernimmt auch die Funktion des Projektleiters, der die Aufgaben koordiniert und verteilt. Oft finden sich auch Kuratoren-Teams zusammen.

Die Diskussionen, ob es damit der Kurator selber zum Künstler wird, sind noch nicht beendet. Die Vorstellung vom künstlerischen Genie, das aus sich heraus Originalkunstwerke schafft, die vollkommen neu und einmalig sind und bei denen es eine Verbindung zwischen Schöpfung, Geist, Einmaligkeit und künstlerischer Signatur gibt, ist spätestens seit Kant gebräuchlich.[3] Kann diese Definition auf den Kurator übertragen werden? Ist dann folglich die Ausstellung das Werk des Kurators als Künstler? Die Kunsthistorikerin Beatrice von Bismarck hinterfragt das Geniekonzept der Kuratoren, das die Ausstellung als Produkt der künstlerischen Leistung sieht.[4], Es stellt sich die Frage, ob auf diesem Weg die ausgestellten Werke eine andere Bedeutung erhalten als die vom Künstler gedachte und ob zu mindestens von zeitgenössischen Künstlern die Erlaubnis für bestimmte Konzepte vorliegen müssten.

Mit der Entscheidung, welche Werke wie in welchem Kontext präsentiert werden, erhält der Kurator Bedeutungsmacht. Deshalb wird das Kuratoring heute eher inhaltlich als personell betrachtet und es werden Kuratorenteams gebildet.

Es ist sogar üblich, dass der Künstler die Funktion des Kurators einnehmen kann. Auch diesbezüglich es ist zu bezweifeln, ob ein Künstler sowohl seine weitreichenden Aufgaben als Künstler als auch gleichzeitig die zeitaufwendigen Aufgaben als Kurator korrekt wahrnehmen kann.[5]

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Quellen:

[1] Um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, haben wir die männliche Form von Berufsbezeichnungen gewählt, die die weibliche Form einschließt.

[2] Ziese, Maren, Bielefeld 2010, S. 60 – 61.

[3] Von Rosen, Phillip, 2003, S. 94.

[4] Ziese, Maren, Bielefeld 2010,, S. 62.

[5] Vgl. Müller, Dominkus, Berlin 2013.

 

ZIESE, MAREN. Kuratoren und Besucher, Modelle kuratorischer Praxis in Kunstausstellungen, Bielefeld 2010.

PFISTERER, ULRICH (Hrsg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft, Stuttgart 2003,
Art: von Rosen, Phillip, „Fälschung und Original“, S. 93 – 95.

MÜLLER, DOMINIKUS. The Content of Form, in: Frieze.com, Berlin 2013.
https://frieze.com/article/contedujs?language=de, 23.10.2016, 18:30 Uhr

 

Einladung zum 12. KunstSalon am Dienstag bei Susanne Haun – Gast: Xenia Cosmann

Posted in Salon, Zeichnung by Susanne Haun on 16. September 2016

 

Liebe Freundinnen und Freunde meines Kunstsalons!

Der nächste KunstSalon am Dienstag findet am 1. November 2016 statt.

 

KunstSalon bei Susanne Haun - Einladung Gast Xenia Cosmann

Als Gast freue ich mich, Xenia Cosmann zu diesem 12. Salon in meinem Atelier begrüßen zu dürfen. Gemeinsam werden wir uns der Antike zuwenden und folgendes Thema beleuchten:

Inspirationsquelle Antike in Kunst und Literatur damals und heute

Xenia Cosmann ist in Berlin – Spandau geboren, hat in Berlin und München Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie studiert und in Museen, Bibliotheken oder Archiven gearbeitet. Sie schreibt Lyrik, Kurzprosa und Prosa, die sich häufig – jedoch nicht nur – an Kinder oder das „innere Kind“ richtet. Veröffentlicht hat sie ihre Lyrik und Kurzprosa in Anthologien und in Internetportalen. Zurzeit lebt sie in Berlin Steglitz. Ihre Veröffentlichungen sind hier zu finden: http://www.xenia-cosmann.de/

„Götter haben Geschichte und Geschichten. Die Überlieferung der Griechen haben Künstler und Dichter über Jahrtausende inspiriert. Archäologen, Psychologen, Kunst- Literatur und Religionswissenschaftler usw. haben Fakten gesammelt und jeweils ihrer Zeit entsprechend gedeutet. Wer gerne schon vorab mehr erfahren möchte, kann das eine oder andere Buch der unten angefügten Literaturliste lesen. Die Wechselwirkung von Wort und Bild und ebenso die Wirkung auf die Phantasie der Betrachter sind immer neu und immer anders. Ich habe mich von diesen Überlieferungen in jedem Lebensjahrzehnt wieder inspirieren lassen und in den letzten von den Bildern von Susanne Haun.“ Xenia Cosmann

 

Susanne Haun, Quergeblickt, 1010, Tusche auf Aquarellkarton, 17 x 22 cm

Susanne Haun, Quergeblickt, 1010, Tusche auf Aquarellkarton, 17 x 22 cm

 

Nach einer kleinen Einführung durch Susanne Haun in das Thema wird Xenia Cosmann einige ihrer Gedichte vorstellen. Zum Salon werden Zeichnungen von Susanne Haun mit Bezug zur Antike gezeigt. Xenia Cosmann wird uns Erläuterungen zu ihrer Lyrik geben auch gerne im Laufe von Lesung und Debatte.

Hier findet ihr die pdf Einladung zum 12. Kunstsalon am Dienstag bei Susanne Haun zum Herunterladen.

 

Xenia und ich freuen uns, euch beim Kunstsalon begrüßen zu dürfen.

KunstSalon am Dienstag

KunstRaum Susanne Haun
16. August 2016 um 18 Uhr

Groninger Str. 22, 13347 Berlin-Wedding

info@susannehaun.de   T: 030 43 00 45 72   M 0177 232 80 70

Tram M13, M50 Osramhöfe, U6 Seestraße, Leopoldplatz, U9 Nauener Platz

 

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ARCHÄOLOGIE UND KUNSTGESCHICHTE: Lexicon iconographicum mythologiae classicae (LIMC) Artemis & Winkler Verlag, Zürich/München 1981–1999, hrsg.v.d. Fondation pour le Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae. Bd I-VIII, Indexbd.

MYTHOLOGIE: Mircea Eliade. Geschichte der religiösen Ideen. Herder, Freiburg im Breisgau/Basel/Wien 2002, Bd 1.Von der Steinzeit bis zu den Mysterien von Eleusis,  Bd 2.Von Gautama Buddha bis zu den Anfängen des Christentums, Bd 3.Von Mohammed bis zum Beginn der Neuzeit, Bd4.Vom Zeitalter der Entdeckungen bis zur Gegenwart.

LITERATUR: Handbuch der griechischen Literatur der Antike Bd 1. Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit, Bd 2. Die Literatur der klassischen und hellenistischen Zeit. München 2011-14. Hrsg. v. B. Zimmermann, Bernhard und A. Rengakos,

PSYCHOLOGIE: K. Kerényi. Werke in Einzelausgaben. Herausgegeben von Magda Kerényi in 6 Bänden. Klett-Cotta, Stuttgart 1994–1998 Bd. 1 Dionysos. Urbild des unzerstörbaren Lebens. Bd 2. Antike Religion. Bd 3. Humanistische Seelenforschung. Bd 4. Die Mythologie der Griechen. 1,2 Bände. Bd 5. Urbilder der griechischen Religion. 6. Index

 

Tag des offenen Denkmals – ExRotaprint – Susanne Haun

Posted in Architektur, Berlin, Kunstgeschichte by Susanne Haun on 12. September 2016

 

Am 10. und 11. September fand der Tag des offenen Denkmals in Berlin statt (siehe hier). Wir haben uns zwei Führungen aus dem 81 Seiten starken Programm herausgesucht. Dazu gehörte ExRotaprint (siehe hier), ein ehemaliger Produktionsbetrieb von Offsetdruckmaschinen.

 

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

 

Der junge Architekten Klaus Kirsten präsentierte sich mit seiner Architektur als moderner und fortschrittlicher Wirtschaftsbetrieb. Auf der Webseite von ExRotaprint könnt ihr hier die interessante Historie des Bauensembles nachlesen.

Prof. Helmut Engel, der Landeskonservator, schrieb 1991, dass „… die lange Tradition der Berliner Industriekultur, in der die Formengebung der Gebäude als wichtige künstlerische Gestaltungsaufgabe wahrgenommen wurde.“².

 

ExRotaprint zweiter Turm (c) Foto von Susanne Haun

ExRotaprint zweiter Turm (c) Foto von Susanne Haun

 

Rotaprint ist ein alter Weddinger Betrieb (siehe hier auf YouTube das Darstellungsvideo), der in der Gottschedstraße,  10 Minuten Fußweg von meinem Atelier, liegt. Zu Grundschulzeiten (1971 – 77) lag dort der Verkehrsgarten, den wir regelmäßig im Klassenverbund besuchten. So habe ich ExRotaprint als teil meiner Heimat, den ich nicht mehr bewusst wahrgenommen habe, empfunden. Nach der heutigen 2stündigen, sehr gelungenen und engagierten Führung von Daniela Brahm und Architekt Bernhard Hummel (noch einmal herzlichen Dank an dieser Stelle) empfinde ich das Baudenkmal neu.

Beim Betrachten des ungeputzten Betonturms (manche sagen für mich unberechtigt Bunker dazu), denke ich an die Architektur von Gropius Meisterhaus in Dessau (siehe hier). Ich mag die modulare Bauweise, die simple Form des Quaders ist interessant übereinandergestellt.

Geht die Besucherin durch das Eingangstor, sieht sie sich einer drei Flügelanlage mit vorgesetzten Pförtnerhäusern gegenüber. Geradezu ist das Herzstück der Anlage zu sehen, von außen gut durch den roten Anstrich markiert. Der dahinterliegende Raum ist durch die Fenster hell und früher war dort die Geschäftsleitung sowie die Ingenieure untergebracht. Ich habe sofort an eine „Denkfabrik“ gedacht.  Dieser Teil des Baudenkmals ist schon saniert, die Sanierung der Betontürme wird Anfang des folgenden Jahres ebenfalls in Angriff genommen. Die Sanierung erfolgt durch die Betreibung der Mieterinitiative die gemeinnützige GmbH ExRotaprint e.V., die 2007 gegründet wurde.

 

 ExRotaprint  (c) Foto vom M.Fanke

ExRotaprint (c) Foto vom M.Fanke

 

Buchtip:
Kirsten & Nather – Wohn- und Fabrikationsgebäude zweier West-Berliner Architekten
Hrsg. Daniela Brahm, Les Schliesser / ExRotaprint, Texte von Frank Seehausen, Alexander Hoff, Gundula Lang, Elmar Kossel, Daniela Brahm, Les Schliesser, Thomas Steigenberger, Gestaltung von Daniela Brahm, Carsten Eisfeld
2016. 272 Seiten, 245 Abb.
ISBN 978-3-7757-4068-5

 

 

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²ExRotaprint, Das Baudenkmal, http://www.exrotaprint.de/index.php?section=35, 10.9.2016, 20:46 Uhr

Gemischtes zu Nürnberg und zum Studium – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Nürnberg, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 27. August 2016

Immer wieder werde ich gefragt, welche beruflichen Perspektiven ich nach dem Studium habe. Das ist nicht der Anlaß meines Studiums.

Ich studiere als „Wissenserweiterung“ und „Fortbildung meiner Kunst“ und werde also nach dem Studium wie vor dem Studium Künstlerin, die im Gebiet der Zeichnung tätig ist, bleiben. Das Studium erweitert meine Sinne und schult meinen ästhetischen Blick. So sind für mich die beruflichen Perspektiven irrelevant 🙂

Im Auto auf der Fahrt von Berlin nach Nürnberg und zurück habe ich Texte für meine nächste Hausarbeit gelesen, gezeichnet, geschlafen. Das Zeichnen im Auto ist anstrengend – die Landschaft fliegt vorbei und ein Motiv solange festzuhalten, bis eine Zeichnung entsteht, geht nicht. So setzen sich die Landschaftsschnipsel in meinem Skizzenbuch aus den vorbeifliegenden Teilen des Gesehenen zusammen. Nichts ist real und doch ist alles real.

 

 

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