Susanne Haun

12 Monate Ringelnatz – Ein Kalender von Hans Hilmar-Koch und Arndt Weigend

Posted in Ausstellungstip, Betrachtungen zur Kunst by Susanne Haun on 13. August 2018

 

 

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

Michas Blick in Hilmars Buchdruckmuseum in Krakow (c) Foto von M.Fanke

 

Hans-Hilmar Koch habe ich vor Jahren über das Netzwerk Druckgrafik kennengelernt, 2014 stellte ich in seiner Galerie Blickwinkel in Schwerin meine Radierungen aus (siehe hier).

Hilmars Arbeiten und seine Vita findet ihr beim stilhaus, eine Seite, auf der sich das Stöbern lohnt. Das stilhaus ist zwischen Kiel und Fehmarn zuhause. Auch ich als Berlinerin benötige 5 Stunden Autofahrt, um anzukommen. Leider zu lange! Dafür war uns die Anfahrt zum Jubiläum zum Buchdruckmuseum in Krakow am See (siehe hier) nicht zu weit. Hilmar betreibt das Museum seit 20 Jahren und bewahrt viele Maschinen und Buchstabensätze vor dem verschrotten.

 

 

„Seit 1998 gibt es in Krakow am See in der Alten Schule ein Museum der Buchdruckkunst zum Anfassen, ein Unikat in der Museumslandschaft des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Hierbei handelt es sich nicht um eine Technikansammlung schlechthin. Alle Maschinen und Geräte sind so ausgesucht und angeordnet, dass der Besucher sich in die Arbeitswelt eines Buchdruck-Familienbetriebes der 1920er und 30er Jahre hineinversetzen kann.“ ist auf der Tourismus-Seite von Krakow am See zu lesen.

Beim Jubiläum stellte Hilmar mit dem Künstler Arndt Weigend den aktuellen Ringelnatz Kalender vor und ich konnte nicht widerstehen, ihn zu kaufen. Hilmar hat mir Fotos von der Produktion des Ringelnatz-Kalenders gesendet, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

 

Ihr wollt auch einen Ringelnatz.Kalender?

Ihr könnt ihn per E-Mail hans-hilmar.koch@t-online.de  oder Telefon/Fax: 038457 23872 bei Hilmar direkt bestellen. Hilmar ist auch oft bei Messen zu finden. Auch dort könnt ihr den Kalender erwerben.

 

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

Hans Hilmar Koch mit seinen Offizin Schwarze Kunst bei der Messe (c) Hilmar Koch

 

Zusammenhang – Zusammenbruch – Linolschnitte von Susanne Haun

Posted in Linolschnitt, Zusammenhang - Zusammenbruch by Susanne Haun on 14. November 2015

Bisher sind 18 unterschiedliche Drucke zu meiner Serie zum Thema Zusammenhang – Zusammenbruch entstanden.

Von meiner Intention für diese Arbeit habe ich gestern berichtet (siehe hier). Wie schnell sich doch vom Gestern zu Heute alles ändern kann. Die schrecklichen Anschläge in Paris verschärfen die Weltkrise und die Europakrise. Meine Angst weitet sich aus.

Ich überlege, auf einigen Drucken  zu schreiben und Symbole anzubringen. Dafür werde ich mir die Arbeiten aber erst in ruhe einige Tage anschauen und dann entscheiden, ob ich noch etwas ändere.

 

 

Verschiedene Linoldrucke zum Thema Zusammenbruch - Zusammenhang von (c) Susanne Haun

Verschiedene Linoldrucke zum Thema Zusammenbruch – Zusammenhang von (c) Susanne Haun

 

 

Zusammenhang – Zusammenbruch, meine Intention – Linolschnitte von Susanne Haun

Posted in Linolschnitt, Zusammenhang - Zusammenbruch by Susanne Haun on 13. November 2015

Letternwald vom Blog Gelesenes & Gedanken (siehe hier) fragte mich gestern in den Kommentaren, ob ich mehr über die intentionellen Hintergründe meiner Linolschnitte erzählen könnte.

Zusammenbruch - Zusammenhang (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Zusammenbruch – Zusammenhang (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Ich bin 1965 geboren und die ersten 24 Jahre meines Lebens verbrachte ich im ummauerten West-Berlin. Für mich war es selbstverständlich, bei jeder Reise an der Grenze anzustehen und meinen Personalausweis zücken zu müssen.

Was das wirklich bedeutete, merkte ich erst, als die Mauer fiel und wir West-Berliner plötzlich ohne Ausweis und ohne anzustehen überall hinfahren konnten. Ich habe das als großes Glück und als große Freiheit empfunden.

Als dann der Euro eingeführt wurde und die innereuropäischen Grenzen fielen, da war ich überzeugt, wir „Europa“ könnten gemeinsam etwas Neues und Gutes schaffen!
Ich weiss, ich bin in gewisser Weise naiv – mein Wasserglas ist immer halbvoll und NIE leer.

Zusammenbruch - Zusammenhang (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Zusammenbruch – Zusammenhang (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Ich bin enttäuscht, dass Europa Schwierigkeiten hat, gemeinsam Krisen zu bewältigen und Lösungen zu finden. Ich bin enttäuscht, dass den Flüchtlingen vielerorts nicht geholfen wird. Ich bin enttäuscht, dass die Zäune und Mauern wieder gezogen werden.

Ich habe auch Angst vor immer größeren Rechtsradikalismus, nicht nur in Deutschland sondern überall.
Wo ist die Großzügigkeit, Toleranz und die Bereitschaft, von anderen Kulturen zu lernen, geblieben? Sicher, die Flüchtlinge müssen in die bestehenden Gesellschaftsformen und -werte integriert werden. Egal, ob die Flüchtlinge in Lybien, der Türkei, Italien, Österreich oder Deutschland landen, das ist sicher nicht leicht für sie. Es ist ein Stück Identitätsverlust, der der Preis der Flucht, Sicherheit und der Freiheit ist.

Diese Gedanken sind in meine Linolschnitte eingeflossen.

Die ersten Drucke – Zusammenhang – Zusammenbruch von Susanne Haun

Posted in Linolschnitt, Zusammenhang - Zusammenbruch by Susanne Haun on 12. November 2015

Die Linolschnitte Zusammenhang – Zusammenbruch entstehen auf einem Kalendarium, das ich vorsichtig auseinandergenommen habe.

Das Thema ist den täglichen Nachrichten entlehnt.

Druckstock Zusammenbruch - Zusammenhang (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Druckstock Zusammenbruch – Zusammenhang – 1. Zustand (c) Linolschnitt von Susanne Haun

 

Die 3. Version des Drucks habe ich nach dem Prinzip der verlorenen From erstellt. Leider habe ich nur zwei Versionen davon, denn schon nach dem Druck der zwei Versionen, habe ich den Druckstuck weiter verändert. Versionen 1 und 2 entstanden.

Ich bin immer unsicher, ob das alle drei Unikat-Drucke sind oder sind es drei Drucke einer Auflage? Wie handhabt ihr das?

 

Zusammenbruch - Zusammenhang, Druck 3 ( (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Zusammenbruch – Zusammenhang, Druck 3 ( (c) Linolschnitt von Susanne Haun

 

Variationen des Schlosses – Linolschnitte von Susanne Haun

Posted in Linolschnitt by Susanne Haun on 2. Januar 2013

Drucktechniken bieten uns unendliche viele Möglichkeiten, mit Farben zu arbeiten.

Ein Schloss im Märchen blau (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Ein Schloss im Märchen blau (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Ich stellte euch Mitte Dezember den Linolschnitt „Wie ein Schloss im Märchen“ vor. Siehe hier.

Ich habe das Schloss noch in anderen Farbvariationen gedruckt, die ich euch heute ohne viel Worte zeige.

Noch etwas in „Blogger-Sache“. Mein gestriger Beitrag zur Schinkel Ausstellung ist leider nicht im Reader zu sehen gewesen. Ist euch das auch schon passiert? Und wenn ja, was habt ihr für Einstellungen geändert, damit eure Beiträge wieder im Reader zu sehen sind?

Männertorso – Linolschnitte von 2000 von Susanne Haun

Posted in Linolschnitt by Susanne Haun on 6. Juli 2012

Ich mag beim Linolschnitt die Vielfalt, die ich durch Variation des Trägerpapiers und der Farbe erhalte.

Das ist das, was ich bei der gesamten Druckgrafik mag, egal ob Radierung, Holz- oder Linolschnitt.

Schon am Beginn der Arbeit muss ich mir überlegen, wieviele Drucke ich erstellen will, da ich nach dem Prinzip der verlorenen Form arbeitet. Das heißt, ich schneide im ersten Durchgang alles aus der Platte, was weiss bleiben soll und Drucke die gesamte Auflage durch. Danach schneide ich weiter und drucke den nächsten Durchgang mit der nächsten Farbe usw.

2000 Männertorso 15 x 20 cm Linolschnitt (c) Susanne Haun

2000 Männertorso 15 x 20 cm Linolschnitt (c) Susanne Haun

Beim Männertorso habe ich u.a. eine Tageszeitung als Papier benutzt, das setzt den Torso in einen anderen Kontext.

Gerne drucke ich auf Zeitungen oder Prospekte, es gibt so ein interessantes Druckbild!

Männertorso – Linolschnitte von 2000 von Susanne Haun

Nietzsches Begriff von „frei sein“ und ein Orchester – Linoldrucke von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Linolschnitt, Marketing, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 25. Mai 2011

Orchestermusik fasziniert mich immer wieder – besonders der Dirigent, der es schafft so viele Musiker zu koordinieren.

Wloka, der Aquarellmaler, zitierte Henry Matisse in seinem Blog:

1999 - Saxophonist - Linoldruck von Susanne Haun - 30 x 20 cm auf einer Kunstzeitung

1999 - Saxophonist - Linoldruck von Susanne Haun - 30 x 20 cm auf einer Kunstzeitung

„Heutzutage ist alles teuer für den Maler – Farben, Material, das Leben überhaupt. Wenn ich ein junger Maler wäre, würde ich eine bezahlte Arbeit annehmen, dann wäre ich unabhängig und könnte frei malen. Meine Kunst würde nicht darunter leiden. Wenn ich mich mit kitschiger Malerei befassen würde, wenn ich Weihnachtsgebäck verzierte, dann würde das meine Kunst beeinträchtigen, aber eine Arbeit als Bankangestellter oder das Beladen von Güterzügen würde mir nicht schaden.
Nietzsche sagte: „;Alle Künstler sollten einen Beruf lernen, um frei zu sein.“;
Man braucht nur drei oder vier Stunden täglich zu arbeiten. Dann kann man ehrlich malen und braucht sich nicht um den Geschmack der anderen zu kümmern.“;
Henri Matisse

1999 - Dirigent - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 15 cm

1999 - Dirigent - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 15 cm

Ich kann Matisse Worten nicht folgen. Ich habe von 1999 – 2004 nebenbruflich 23 Stunden die Woche bei einem Zusammenschluss mehrerer ARD Anstalten gearbeitet und hatte dort die Aufgabe in den Redaktionen von den Redakteuren zu erfahren, was sie für ein bestimmtes Projekt von einem Computerprogramm erwarten, diese Informationen mußte ich dann bündeln und zu einem Gesamtprogramm zusammenstellen.
Ich war einfach kaputt, wenn ich aus den Redaktionen kam – ich mußte von Berlin nach Leipzig, Dresden, Chemnitz, Magdeburg und mehr und konnte in der Zeit keine Kunst machen, denn ich mußte meine Arbeit machen. Ich bin um 4 Uhr früh aufgestanden, um Zeit für meine Kunst zu haben, aber die Gedanken sind gebunden an den Job und ich möchte meine Gedanken an die Kunstprojekte binden.

In einem Beruf auch wenn er nur 4 Stunden täglich ist, ist man nicht frei für die Kunst! Nietzsche täuscht sich. Wenn ich 5 Stunden am Tag „Kohlen schaufel“ zittert meine Hand so, dass ich keine Linie zeichnen kann, ich bin müde und mein Kopf ist leer.

1999 Trompeter mehrfache gedruckt 30 x 60 cm - Linoldruck von Susanne Haun

1999 Trompeter mehrfache gedruckt 30 x 60 cm - Linoldruck von Susanne Haun

Ich habe 2004 meinen Job gekündigt, um mich ganz auf die Kunst zu konzentrieren. Entgegen allen Ratschlägen. Ich habe diesen Entschluss NIE bereut. Sicher, ich möchte nicht verheimlichen, dass ich finanziell lange nicht so gut dastehe wie vorher.

Bei Wloka schrieb ich folgendes als Antwort im Blog – das war natürlich die pure Provokation aber es stimmt schon zum Teil:
„1 Stunde aus dem Branchenbuch vermeindliche Kunden für deine Kunst abtelefonieren, 1 Stunde am Rechner PDF Flyer für deine Kunst fürs Internet erstellen, 1 Stunde im Internet Galerien heraussuchen und anschreiben, 1 Stunde Pressearbeit am Rechner = 4 Stunden an 5 Tagen –> da hast du dann auch einen Erfolg daraus — das Problem ist, nicht den Mut zu verlieren bei der 1.001 Absage und auch wirklich diese 4 Stunden am Tag darin investieren…… auch die Kunst ist einfach eine Selbständige Arbeit “

1999 - Gitarrist - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 30 cm

1999 - Gitarrist - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 30 cm

Natürlich nehme ich mir nicht jeden Tag das Branchenbuch vor …. ich gehe da schon etwas differenzierter vor, aber ich telefoniere täglich mit Interessierten, Galeristen und Malschülern über Kunst. Suche nach neuen Kunstprojekten und schaue mir die Kunstzeitungen im Internet an, lese Kunstbücher etc. Meine Leser können das ganz gut hier im Blog verfolgen, was ich so mache!

Man kann halt auch den Tag nicht so nach Stunden aufteilen – gestern waren wir den ganzen Tag in Saalfeld bei Maren, der Galeristin, und morgen sind wir in Rostock zum Künstlertreff mit Frank Koebsch. Was würde das für Probleme geben, wenn wir jeden Tag 4 Stunden arbeiten müßten – und glaubt mir, ich weiss, wovon ich rede.

Ich bin ohne eine Arbeit außerhalb der Kunst frei. Ich möchte nicht verheimlichen, dass ich mit meinem Sohn in einer 40 qm 1 Zimmer Wohnung lebe – ich habe ja hier die Kosten der Kunst dargelegt, es ist immer die Frage, was man bereit ist, für seine Freiheit zu zahlen. Mein 17jähriger Sohn hat beschlossen, dass er, egal was er studiert, später eine Festanstellung haben möchte. Eine Anstellung, wo am Monatsende das Geld auf dem Konto kommt.

Alles hat seinen Preis im Leben – es ist nur die Frage, ob man bereit ist, ihn zu zahlen. Freudig zu zahlen!

Aber das, was für mich richtig ist, muss für andere noch lange nicht der richtige Weg sein. Es ist nur mein Weg. Ich weiss, ich klinge manchmal sehr absolut. Aber ich möchte meinen Weg nicht als Gottesurteil verstanden wissen!

Nun bin ich dieses mal sehr persönlich geworden. Das war nicht mein Ziel aber zur Beantwortung mancher Fragen scheint es sich nicht vermeiden zu lassen.

1999 - Geigerin - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 30 cm

1999 - Geigerin - Linoldruck von Susanne Haun - 20 x 30 cm

Jedenfalls, als ich die 1999 die mdr Redaktion Klangkörper nach Ihren Wünschen befragte, entstand ein Linoldruckzyklus mit Orchestermusikern.

Warum ich damals Linoldrucke erstellte? Ich hatte nicht nur den Job, ich hatte auch einen 5jährigen Sohn zuhause und beim Linoldruck konnte ich alles stehen und liegen lassen es hat der Linie keinen Abbruch getan, wann ich sie weiter in das Gummi ritze. So habe ich jede 5 Minuten frei genutzt, an meinen Platten zu arbeiten. Um um 4 Uhr Morgens, wenn alle schliefen habe ich gedruckt!

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