Susanne Haun

Verwunschene Prinzessin im herbstlichen Seerosenteich – Gemälde von Susanne Haun

Posted in Film, Leinwand, Portraitmalerei by Susanne Haun on 13. Oktober 2020

 

Verwunschene Prinzessin im Seerosenteich, Öl, Tusche und Acryl auf Leinwand, Gemälde von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst Bonn 2020

Verwunschene Prinzessin im Seerosenteich, Öl, Tusche und Acryl auf Leinwand, Gemälde von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst Bonn 2020

 

Susanne Haun erzählt Geschichten. So auch die 2006 entstandene Geschichte von der verwunschenen Prinzessin, die in einen Seerosenteich wohnt und wartet, dass ein Prinz sie retten wird.
Ihr Ausdruck ist nicht das Wort sondern das Bild. In Linien folgt sie der Prinzessin in den Teich, betrachtet ihre Heimat und lässt der Betrachterin, dem Betrachter Raum für die eigenen Wünsche und Träume.
Außergewöhnlich für Haun ist die Materialwahl Öl, das sie gekonnt mit Tusche und Acryl kombiniert. Dadurch erhält das Gemälde einen satten Glanz auf der Oberfläche.“

So steht es in der Beschreibung des Bildes in der Pariser Galerie Singulart. (-> Klick)

Ich male tatsächlich kaum mit Öl. Dieses Bild entstand mit „geliehenen“ Ölfarben. Ich wollte ausprobieren, wie sich diese Farben verarbeiten. Mir gefällt die Haptik und der Glanz des Bildes, ich überlege, ob ich mir ein paar Ölfarben kaufen sollte. Es reizt mich sehr.

 

 

Um das Spiel der Linien einzufangen, habe ich einen kleinen Videofilm mit meinem Handy gedreht. Es ist ein schnelles, expressives Video, aus der Hand gedreht und sehr ruckelig. Ich bin keine Videofilmerin und möchte mir die Zeit für den Perfektionismus im Filmen nicht nehmen.

 

Der Bauer und der Teufel – Grimms Märchen interpretiert von Susanne Haun

Posted in Illustration, Märchen, Zeichnung by Susanne Haun on 10. April 2020

 

Der Bauer und der Teufel, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Der Bauer und der Teufel, 30 x 40 cm, Tusche auf Aquarellkarton (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Grimms Märchen erzeugen bei mir immer noch ein wohliges Gefühl.

Ich kann meine Mama fast riechen und spüren, wenn sie mir Märchen vorlas, saß ich abwechselnd mit meinem Bruder eingekuschelt auf ihren Schoß und lauschte gebannt, was das Grimmsche Märchenbuch hergab. Mama änderte die Märchen ab, alles, was ihr zu grausam für ihre „Königskinder“ erschien. So wurde die Hexe nie verbrannt, sondern verjagt und die bösen Stiefschwestern hackten sich auch keine Fußteil ab, um in Aschenputtels Schuhe zu passen.

Das Märchen „Der Bauer und der Teufel“ mochte ich wegen dem pfiffigen Bauern besonders. Auf der Seite des Grimmschrats können alle Texte der Gebrüder Grimm gelesen werden (siehe hier -> Klick)

Der bildende Künstler Henrik Schrat arbeitet gerade an einer Gesamtausgabe Grimms Märchen. Der 1. Band Schneefall ist schon fast fertig. Bei Startnext (KLICK) kann das Projekt noch bis zum 26.4.2020 unterstützt werden. Mich hat das Projekt angesprochen. Man kann das Entstehen beeinflußen, indem man sich hineinzeichnen lässt und die Märchen an heutige Orte versetzt und umbesetzt.

Ich habe das Projekt unterstützt, indem ich schon vor Produktion ein Buch gekauft habe. Wenn ihr neugierig seid, dann folgt einfach dem Link (Klick).

 

Der Froschkönig – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 4. November 2012

Der Froschkönig und die Prinzessin sitzen in Berlin am Brunnenrand vor dem Reinickendorfer Geriatriezentrum, Krankenhaus.

Der Prinzessinenbrunnen vor dem Krankenhaus (c) Foto von Susanne Haun

Der Prinzessinenbrunnen vor dem Krankenhaus (c) Foto von Susanne Haun

Ich mag den Brunnen, jetzt im Herbst kommt kein Wasser mehr aus ihm heraus, so kann ich ihn viel besser betrachten.
Ich mag das Märchen „Der Froschkönig„, weil es nicht so glatt ist, wie die anderen Prinzessinen Märchen. Diese Prinzessin darf Widerworte haben!

Sieht man sich die Deutung des Märchen an, so liegen die Dinge nicht so einfach wie sie scheinen.
Die berühmteste Szene ist wohl die Verwandlungsszene vom Frosch zum Prinzen. Diese Szene wird in jeglicher Form „ausgeschlachtet“, sei es lustig, traurig oder melodramatisch.

Der Froschkönig 22 x 17 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Froschkönig 22 x 17 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nach Deutungen soll Der Froschkönig unter anderem als Geschichte sexueller Initiation eines jungen Mädchens und die des Frosches für die männliche Pubertät gelesen werden.
Die drei eisernen Bande um das Herz des Dieners Heinrich ist heute weniger bekannt. Als der Prinz erlöst wurde, sprangen sie vor Freude vom Herzen des Dieners ab. Der sprichwörtliche Stein viel vom Herzen.
Die Kugel kann die Kameradschaft in einer Ehe oder aber auch die strahlende weibliche Jungfräulichkeit bedeuten.

1812, vor genau 200 Jahren, nahmen die Gebrüder Grimm das Märchen in ihre Sammlung auf.

Über Märchen könnt ihr mehr im Blog von Ute Schätzmüller im Artikel „Rapunzel und der Eiserne Heinrich (Die Drahtlithografienserie “Figuren” von 2009)“ und der muetzenfalterin im Artikel „Rapunzel und Hans im Glück“ lesen.

Der Froschkönig am Ball 22 x 17 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Froschkönig am Ball 22 x 17 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
The Frog Prince and the Princess  are sitting in Berlin on the edge of the fountain in front of the Reinickendorfer Geriatric Center, hospital. I like the fountain, now in the fall no more water comes out of it, so I can look at it a lot better.   I like the fairy tale „The Frog Prince“, because it is not as smooth as the other fairy tale princesses. This princess may have arguing!

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Bibliographie
Grimm, Märchen, Der Froschkönig
Wikipedia: Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

Krankenhäuser wie Schlösser – Bericht und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Berlin, Skulptur, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Oktober 2012

Es gibt Gebäude, die für den Bewohner einer Stadt einfach selbstverständlich sind.

Ich bin in Berlin, Wedding in unmittelbarer Nähe des Virchow Krankenhauses geboren. Das Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding wurde 1899–1906 gebaut. Schon damals bestand der Campus aus 50 kleinen Gebäuden. Vor dem Mauerfall gehörte das Rudolf Virchow Krankenhaus zur freien Universität, inzwischen ist es der Humboldt Universität angegliedert. Die gesamte Anlage ist denkmalgeschützt und seit 2003 sind die medizinischen Fakultäten der Humboldt- und Freien Universität Berlin der Universitätsmedizin Berlin Charité angegliedert, die zu den grössten Universitätskliniken Europas gehört. Charité ist franzsösich und bedeutet Barmherzigkeit bzw. Nächstenliebe. Ihr Leitspruch lautet „Forschen, Lehren, Heilen, Helfen“.

Der Eindruck des Märchenschlosses bleibt erhalten (c) Foto von Susanne Haun

Der Eindruck des Märchenschlosses bleibt erhalten (c) Foto von Susanne Haun

Ich bin mit diesen Gebäuden groß geworden, sie sind in meinem täglichen Umfeld so integriert und mit der Umgebung verschmolzen, dass sie selbstverständlich werden. Auch wenn ich inzwischen nicht mehr im Wedding sondern in Reinickendorf wohne. Betritt der Besucher den Campus von der Amrumer Straße, dem Augstenburger Platz ist er zuerst im Gebäudekomplex des Herzzentrum.

Das Herzzentrum ist für mich eine Selbstverständlichkeit, es sieht ein wenig aus wie ein Märchenschloss und ich bin dann immer wieder erstaunt, wie düster doch andere Krankenhäuser mitunter wirken. Mit der deutschen Staatsangehörigkeit und der deutschen Krankenkassenversicherungskarte ist es auch selbstverständlich, dort bei bedarf von den besten Ärzten der Welt operiert zu werden.

Fassadenfiguren Herzzentrumm Version 3 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Fassadenfiguren Herzzentrumm Version 3 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns das bewußt machen, wie priviligiert wir trotz allen Kritikpunkten mit unseren Krankenkassen sind. Nur die Reichen und Mächtigen dieser Welt werden sonst dort operiert und sie müssen viel Geld dafür bezahlen. Bestimmt liegt es auch daran, dass die Charité mit Gewinn arbeitet.

Das Herzzentrum geht in das Virchowkrankenhaus über. Als ich um die 18 Jahre alt war, restaurierte ich mit meinem Vater die damals bleiverglasten Fenster in meinen Ferien. Die Bleiverglasungen sind inzwischen hellen Scheiben gewischen. Ich kann mir schon vorstellen, dass die dunklen Gläser, die nicht viel Licht durchlassen, in einem Krankenhaus fehl am Platz sind.

Die alte Kastanienalle (Mittelallee) spricht ebenfalls von der Geschichte des Krankenhaus. Neue und alte Gebäude stehen nebeneinander.

Fassadenfiguren Herzzentrum Version 1 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Fassadenfiguren Herzzentrum Version 1 Tusche auf Bütten 17 x 22 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es wird auch an den Namensgeber Rudolf Virchow erinnert. Ein vielseitiges Talent, der zum Beispiel als Gründer der modernen Pathologie gilt. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit war er auch Politiker und Archäologe.

For my english reader:
There are buildings that are easy for the inhabitants of a city, of course. I was born in Berlin, Wedding in the immediate vicinity of the Virchow Hospital. The Rudolf Virchow Hospital in Berlin-Wedding was built 1899-1906. Even then, the campus consisted of 50 small buildings. Before the Berlin Wall fell, the Rudolf Virchow Hospital belonged to the free university, now it is affiliated with the Humboldt University. I think the Building looks like a castle and I drawed the building facade.

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Quellen:
Die Charité: Geschichte(n) eines Krankenhauses, Hrsg: Johanna Bleker und Volker Hess, Akademie Verlag, 2010
RUDOLF VIRCHOW, KURT WINTER, Teubner Verlag 1976

Bist du der Baum des Lebens – Zeichnung von Susanne Haun nach Hermann Hesse

Posted in Hermann Hesse - Piktors Verwandlungen, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 12. August 2010

In den Trödelhallen in Berlin Wedding, wo früher das Rewe war, wo ich unsere Wochenendeinkäufe tätigte und wo noch früher das Kino war, in dem meineEltern, als sie noch so jung waren, das sie nicht einmal an mich oder meinen Bruder dachten, die s/w Filme Hitchcocks sahen, entdeckte ich einen Schatz:

Das Buch „Märchen“ von Hermann Hesse (siehe auch mein Portrait) aus dem Fischer Taschenbuchverlag von 1955. Es kostete damals DM 2,80 – ich habe es für 50 Cent erstanden.

Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

1955 steht über dieses Buch unter anderem vorne im Umschlagtext:
„Märchen sind ein seltenes Geschenk geworden in einer Welt, die des Zaubers beraubt zu sein scheint.“

55 Jahre später flüchtet sich unsere Welt in die Märchen hinein. Ich denke da an Filme wie „Der Herr der Ringe“ und „Avatar“ und ich denke an die Online Games wie „WOW“ und „Second Life“. Die Menschen heute – wir – flüchten uns in eine „Schöne neue Welt“ und verdrängen immer mehr die gesellschaftlichen, politischen und menschlichen Probleme. Die Diskussionen über diese Themen scheinen einzuschlafen. Bekommen wir Brot und Spiele?

Vor 55 Jahren stand die grausame Realität des 2. Weltkrieges und auch des 1. noch vor den Augen der Menschen. Diese Generationen sterben aus. Mein Vater war genau 9 Jahre bei Kriegsende, er hat viel Leid gesehen und erlebt. Jetzt ist er 73 Jahre.

Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

Das letzte Märchen im Buch ist „Piktors Verwandlungen“. Fünf Jahre ist es her, da gab mir die damalige Dresdner BWL Studentin und Galeristin Ines Richter die Geschichte von Piktor zu lesen und ich fertigte eine Serie mit 70 x 50 cm Tuschezeichnungen an. Ines war enttäuscht, sie dachte, ich benutze viel Farbe. Aber schon damals erklärte ich ihr, dass ich diese kreative Leistung, die Farben zu finden, vom Betrachter erwarte. Siehe auch hier mein Blogbeitrag.

Für die Ausstellung in der Klostergalerie Zehdenick 2007 hatte ich noch nicht die Entscheidung getroffen, mich auf die Zeichnung zu konzentrieren. So könnt ihr hier auch noch Acrylleinwände von mir sehen.

Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun

Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun

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