Hermann Hesse - Piktors Verwandlungen · Illustration · Zeichnung

Bist du der Baum des Lebens – Zeichnung von Susanne Haun nach Hermann Hesse

In den Trödelhallen in Berlin Wedding, wo früher das Rewe war, wo ich unsere Wochenendeinkäufe tätigte und wo noch früher das Kino war, in dem meineEltern, als sie noch so jung waren, das sie nicht einmal an mich oder meinen Bruder dachten, die s/w Filme Hitchcocks sahen, entdeckte ich einen Schatz:

Das Buch „Märchen“ von Hermann Hesse (siehe auch mein Portrait) aus dem Fischer Taschenbuchverlag von 1955. Es kostete damals DM 2,80 – ich habe es für 50 Cent erstanden.

Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005
Bist du der Baum des Lebens? - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

1955 steht über dieses Buch unter anderem vorne im Umschlagtext:
„Märchen sind ein seltenes Geschenk geworden in einer Welt, die des Zaubers beraubt zu sein scheint.“

55 Jahre später flüchtet sich unsere Welt in die Märchen hinein. Ich denke da an Filme wie „Der Herr der Ringe“ und „Avatar“ und ich denke an die Online Games wie „WOW“ und „Second Life“. Die Menschen heute – wir – flüchten uns in eine „Schöne neue Welt“ und verdrängen immer mehr die gesellschaftlichen, politischen und menschlichen Probleme. Die Diskussionen über diese Themen scheinen einzuschlafen. Bekommen wir Brot und Spiele?

Vor 55 Jahren stand die grausame Realität des 2. Weltkrieges und auch des 1. noch vor den Augen der Menschen. Diese Generationen sterben aus. Mein Vater war genau 9 Jahre bei Kriegsende, er hat viel Leid gesehen und erlebt. Jetzt ist er 73 Jahre.

Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005
Der neue Falter aber, der frohe bunte Vogelschmetterling - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Wildseidenpapier - 70 x 50 cm - 2005

Das letzte Märchen im Buch ist „Piktors Verwandlungen“. Fünf Jahre ist es her, da gab mir die damalige Dresdner BWL Studentin und Galeristin Ines Richter die Geschichte von Piktor zu lesen und ich fertigte eine Serie mit 70 x 50 cm Tuschezeichnungen an. Ines war enttäuscht, sie dachte, ich benutze viel Farbe. Aber schon damals erklärte ich ihr, dass ich diese kreative Leistung, die Farben zu finden, vom Betrachter erwarte. Siehe auch hier mein Blogbeitrag.

Für die Ausstellung in der Klostergalerie Zehdenick 2007 hatte ich noch nicht die Entscheidung getroffen, mich auf die Zeichnung zu konzentrieren. So könnt ihr hier auch noch Acrylleinwände von mir sehen.

Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun
Klostergalerie Zehdenick 2007 - Ausstellung von Susanne Haun

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