Susanne Haun

Vier Generationen – kein leichtes Thema – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Leinwand, Projekt Dialog, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Oktober 2017

 

Vor zwei Wochen hatte meine Mutter 1jährigen Sterbetag. Der erste große Schmerz ist vorbei, das konstante Vermissen hat begonnen.

Peter Mück hat in Zusammenarbeit mit der Galerie Hartung in Köln bei crossart die Ausstellung Dialoge ausgeschrieben. Bis zum 15.10. läuft die zweite Bewerbungsphase für Maler und Fotografen, deren Arbeiten mit einer der jurierten bildhauerischen Arbeit in Dialog treten solletn. Ich habe mir zwei Arbeiten für den Dialog ausgesucht. Die erste Arbeit ist von Bettina Ballendat (siehe hier) und hört auf den klingenden Namen little grandma.

 

Little Grandma Skulptur von www.bettina-ballendat.com (c) Bettina Ballendat

Little Grandma Skulptur von http://www.bettina-ballendat.com (c) Bettina Ballendat

 

Diese beiden Ereignisse ließen mich an das Viergenerationen-Foto aus meinem Babyalbum denken. Vier Generationen: Uroma, Oma, Mama und ich. Von den vier Generationen lebe nur noch ich.

 

Vier Generation - Aus dem Fotoalbum von Susanne Haun

Vier Generation – Aus dem Fotoalbum von Susanne Haun

 

Das Foto von uns vier Frauen ist sehr massiv, es ist eine geschlossene quadratische Komposition, die ich nicht aufgeben möchte, sie symbolisiert Zusammenhalt. Die Skulptur von Little grandma von Bettina kommt mir wie ein Schutzengel vor, den ich den vier Generationen zur Seite stellen möchte.

Zuerst habe ich mich in Skizzen mit der Komposition auseinandergesetzt und mich mit der Haltung der Figuren vertraut gemacht. Das funktionierte sehr gut.

 

 

Ich wollte jedoch eine große Arbeit abliefern und grundierte zwei Leinwände der Größe 60 x 80 cm. Zeichnungen in mein Skizzenbuch hinzuwerfen ist etwas anderes als die Zeichnung dann auf die Leinwand zu zeichnen. Ich habe mich für den Pinsel statt für die Feder entschlossen. Eine Leinwand braucht viel mehr Material als eine kleine Zeichnung. Schnell sieht eine Leinwand, die nur Tuschelinien enthält unfertig aus.

Mit einem kurzen Satz: ich habe mich gequält.

60 x 80 cm sind dann für eine Pinselzeichnung wie ich sie im Kopf habe auch viel zu klein aber größer darf die Arbeit laut Ausschreibung nicht sein und natürlich wollte ich wieder auf beiden Seiten zeichnen. Ich habe den Arbeitsprozeß hier in Fotos festgehalten und werde selber noch mal in mich gehen, wie ich mit beiden Seiten der Leinwand weiter verfahre.

 

 

Während ich beim Nachdenken war,  viel mein Blick auf eine ältere Arbeit, die ich sehr mag. Vielleicht sollte ich die vier Generationen mehr in diese Richtung denken.

 

 

 

 

Weiteres, was ich nicht sehe – aus der Mythologie der Inuit – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Projekt EISIG - EISWELTEN, Zeichnung by Susanne Haun on 11. August 2017

 

Nun ist das Skizzenbuch, in dem ich meine Gedanken zur Mythologie der Inuit visualisiert habe, bis auf die letzte Seite gefällt. Nun gilt es zu überlegen, wie ich es im KuBa präsentieren werde.

Angakkuit: Schamane der Inuit

Alariaq: Großvater der berühmten Inuit-Künstlerin Kenojuak.

Qiviuq: Die Legenden, die sich um Qiviuq sind vergleich mit denen Osysseus. Er ist der suchende Mensch schlechthin.

 

Ausstellung im Kulturbahnhof in Nettersheim
Sonntag, 20. August bis Sonntag, 24. September 2017
Dirk Fliege . Susanne Haun . Sabine Jacobs . Roswitha Mecke

Begrüßung: Evamaria Blaeser-Ridderbecks
Lesungen: Susanne Haun und Martin Haeusler
Sounddesign: Figen Aksoy
Öffnungszeiten: Sa und So von 11 bis 18 Uhr
Kulturbahnhof Nettersheim  Bahnhofstraße 14  53947 Nettersheim  www.kuba-nettersheim.info www.facebook.com/Kulturbahnhof.Nettersheim

 

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Quelle: Walk, Ansgar. Wie Sonne und Mond an den Himmel kamen, Mythen und Legenden der Inuit, Bielefeld 2003, S. 49 – 58.

Kind und Beruf – speziell Kunst – Susanne Haun

Posted in Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2016

 

Das Interview mit Marina Abromovic vom 24. Juli 2016 im Tagesspiegel (siehe hier) hat viel Aufmerksamkeit erregt, es fand einige Erwähnungen in den Sozialen Medien.

 

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

 

Susanne Kippenberger  fragte Marina Abromovic unter anderem:
„Wollten Sie nie Kinder haben?
Nein. Nie. Ich habe drei Mal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass es ein Desaster für meine Arbeit wäre. Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen. Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern.“²

Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare meistens treffen, wenn ihnen die Dimension der Entscheidung noch nicht klar ist. Um Kinder mit Liebe und auch der nötigen Erziehung aufzuziehen, wird von Seiten der Eltern viel Zeit und Geduld benötigt. Es ist klar, dass diese Zeit, die in die Kinder fliesst, für andere Dinge wie z.B. den Beruf, nicht mehr zur Verfüng stehen. In der Welt vom 28.7.2016 können wir lesen, doss jeder fünfte seine Entscheidung für ein Kind bereut (siehe hier).

Mit Kindern ist es zum Beispiel für Künstlerinnen und Künstler schwierig, Stipendien oder Residenzen im In- und Ausland wahrzunehmen oder Abends von Vernissage zu Vernissage zu ziehen, um zu kontakten. Die Präsentationsarbeit der Künstlerinnen und Künstler beginnt dann, wenn alle anderen Feierabend und Freizeit haben.

 

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es schade, dass die beiden Lebenspositionen für oder gegen Kinder immer so krachend aufeinander stoßen. Ich fände es schön, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Positionen sich respektieren könnten. Es ist für mich Emanzipation und Fortschritt, dass ich die Entscheidung für oder gegen Kinder selber treffen konnte und dass heute auch viele Männer diese Entscheidung treffen müssen. Zumindestens in Deutschlands Städten teilen Eltern oft Berufs- und Kinderzeit gerecht untereinander auf, so dass beide Zeit für Beruf und Kind haben.

Man kann natürlich als Eltern auch Zeit kaufen, in dem man eine Assistentin oder einen Assistent für die selbstständige Arbeit oder ein Kindermädchen einstellt.

Ich habe mich durch Marina Abromovics Beantwortung der Frage nicht abgewertet gefühlt. Wenige Frauen handeln wie sie. Ein weiteres Beispiel ist Simone de Beauvoir. In ihren Memoiren berichtet sie ausführlich über ihre Motivation zur Kinderlosigkeit. Heute gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden.

Doreen Trittel schreibt in ihrem Blog (siehe hier) ebenfalls Worte zum Artikel.  „Die Gesellschaft verändert sich und es wird Zeit. Auch der Kunstmarkt kann sich davor nicht verschließen. Es wird Zeit, dass wir neue Wege beschreiten, dass alte Denkmuster aufgelöst werden. Das zeigen z.B. Sally Mann oder Annegret Soltau… Marina Abramovic bedient mit ihrer Aussage die alten Klischees und Schubladen, die es gilt mehr und mehr aufzubrechen.

Ich denke aufgrund Doreens Anregung darüber nach, ob sich die Gesellschaft wirklich ändert? Ich glaube jedoch, ein Mädchen aus Albanien oder dem Kosovo (beide stellvertretend für Jugoslawien) hat heute fast weniger Chancen, eine weltberühmte Künstlerin zu werden als zur Zeit Marina Abramovics.

Und schließlich ist es auch immernoch eine Frage, wie jeder Erfolg in seinem Leben definiert! Dementsprechend kann sie, er handeln.

 

Sie ist schwanger - Zeichnung von Susanne Haun

Sie ist schwanger – Zeichnung von Susanne Haun

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Abramovic, Marina. Mit 70 muss man den Bullshit reduzieren, in: Der Tagesspiegel, Nr. 22.827, Berlin 2016, S. S1.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-marina-abramovic-ich-kann-keine-gemaelde-schicken-darum-schicke-ich-mich-selbst/13913260-2.html , 3.8.2016, 9:12 Uhr

 

Buchvorstellung Holz- u. Linolschnitt bei Boesner Berlin von Susanne Haun

Posted in Holzschnitt, Linolschnitt, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Dezember 2013

An diesem Samstag, den 7.12.2013, stelle ich von 10 bis 12:30 Uhr bei Boesner Berlin Mariendorf mein Buch „Holz- und Linolschnitt“ vor.

boesner GmbH, Nunsdorfer Ring 31, 12277 Berlin-Marienfelde, S2 Buckower Chaussee oder U6 bis Alt-Mariendorf und Bus 277 bis Motzener Str. (Richtung Nahmitzer Damm)

Mutter und Kind - 20 x 15 cm (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Mutter und Kind – 20 x 15 cm (c) Linolschnitt von Susanne Haun

Hier sind die fotografischen Eindrücke von meiner Buchvorstellung bei Thalia.

Es weihnachten langsam, wer mein Buch verschenken möchte, kann es unter info@susannehaun.de signiert für 16,90 € + 2,40 € Porto bestellen.

Die beiden hier gezeigten Linolschnitte sind nach dem Prinzip der verlorenen Form entstanden. Sie sind aus dem Jahr 2000, also schon etwas älter. Sie passen mit der Thematik „Mutter und Kind“ jedoch bestens zu Weihnachten.

Boesner Buchvorstellung Holz- und Linolschnitt von Susanne Haun

Boesner Buchvorstellung Holz- und Linolschnitt von Susanne Haun

Mutter im grünem Rahmen und die Pazzi Madonna 1425 – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Blumen und Pflanzen, Kunstgeschichte, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 27. Dezember 2012

Die Pazzi Madonna ist ein 74,50 x 69,50 cm großes Marmorrelief von Donatello, das eine Mutter mit einem Baby Wange an Wange in einem Rahmen zeigt und zur Skulpturensammlung des Bode – Museums gehört.

Mit der Mutter im grünen Rahmen betitele ich das Buch „Mutterbild in amerikanischem Rahmen“ das Miklós Vajda 2009 schrieb, weil das Cover des Buches grün ist.

Ich las das Buch als ich im Bode – Museum die Pazzi Madonna sah. Die Verbindung war leicht geschaffen, zwei Mütter im Rahmen.

Bodemuseum Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Bodemuseum Berlin (c) Foto von Susanne Haun

Was symbolisiert der Rahmen?

Ursprünglich hing die Pazzimadonna in einem privaten Haushalt in einer für Bilder unüblichen Höhe. Der Rahmen symbolisiert hier sicher „nur“ ein Fenster, um eine größere Tiefe des Reliefs zu erreichen. Interessant ist, dass die Perspektive so von Danotello konzipiert wurde, dass der Betrachter von unten auf die Madonna schauen muss. Sollte er vor der Madonna knien oder war der ursprüngliche Ort für die Madonna höher gelegen und Donatello wusste das. Diese Frage ist heute nicht mehr zu beantworten.

Die Innigkeit und das gleichzeitig klassische Profil der Mutter erzeugen sowohl Monumentalität als auch Intimität beim Betrachter.

Pazzi Madonna im Bodemuseum (c) Foto von Susanne Haun

Pazzi Madonna im Bodemuseum (c) Foto von Susanne Haun

Der Originaltitel des Buches „Anyakép, amerikai keretben“ entspricht der deutschen Übersetzung. Der Autor schaut auf das Leben seiner Mutter zurück, vielleicht durch den Rahmen der Zeit oder der Weisheit des Alters oder aber als Entschuldigung.

Das Buch ist eine Empfehlung von buzzaldrins Bücher von Mara Giese.

Ohne darüber nachzudenken, habe ich das Buch aus der Perspektive der Mutter gelesen und Mara hat ohne einen Gedanken zu verschwenden die Perspektive des Sohns eingenommen.

Im Buch wird das Leben der Mutter aus der Sicht des Sohnes in Ungarn geschildert. Die Mutter ist lange Tod und der Sohn steht auch am Lebensabend. Ich habe selten eine größere Odé, die so viel Liebe zwischen Mutter und Sohn zeigt, gelesen. Mara hat es als Anklageschrift des Sohnes an die Mutter gesehen.

Mara fragt, was für eine Art Buch wir hier vor uns haben.
Vielleicht ist es auch eine Entschuldigung des Autors, dass er zu Lebzeiten der Mutter ihre Mutterliebe so wenig deuten und würdigen konnte.

Ich hebe ein paar Punkte hervor.

Die Mutter siezt ihren Jungen lange, aber sie nennt ihn gleichzeitig Muckl. Kann es ohne Liebe solch einen liebevollen Namen für ein Kind geben? Sie nennt ihn so bis ins hohe Alter. Ich kenne keinen Fall, wo eine Mutter den Kosenamen der Kindheit ihres Sohns nach dem 14. Lebensjahr noch benutzen darf.

Die Mutter verzichtet auf ihr Essen während des Krieges, damit ihr Sohn genug zu essen hat.

Sie umarmt ihn wenig, die wenigen male sind aber sehr eindringlich.

Sie muss, um einer Strafe in Ungarn zu entgehen, nach Amerika auswandern. Dort arbeitet sie schwer, um Geschenke nach Ungarn zu ihrem Sohn zu senden.

Was mich persönlich sehr anspringt ist die Wut, die der Autor (der Sohn) gegenüber seiner Mutter empfindet, weil sie stirbt und die Schuld für den Tod auch bei ihr sucht. Er hat sicher recht, sie hätte früher zum Arzt gehen müssen. Ich kenne diese Wut, die da ist, wenn die Mutter, eine Respektperson, plötzlich krank ist und leidet. Es ist schwer, damit umzugehen.

Das Buch ist absolut empfehlenswert!

Mutter im grünen Rahmen 26 x 35 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter im grünen Rahmen 26 x 35 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
The Pazzi Madonna is a 74.50 x 69.50 cm large marble relief by Donatello, showing a mother with a baby cheek to cheek in a frame. It is shown in the sculpture collection of the Bode Museum.
With the mother in the green border I title the book „Mother Image in American context“ wrote from Miklos Vajda 2009 because the cover of the book is green.
I read the book when I was in the Bode Museum, sawing the Pazzi Madonna. The connection was made ​​easy, two mothers under frame.

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Vajda, Miklós. Mutterbild im amerikanischem Rahmen. Wien2012.

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