Susanne Haun

Die Dächer von Nürnberg – Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Landschaft, Nürnberg, Reiseberichte, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 31. August 2016

 

Wer die Qual hat, hat die Wahl …. oder war es umgekehrt? 😉

 

Nürnberg am Henkersteg (c) Foto von Susanne Haun

Nürnberg am Henkersteg (c) Foto von Susanne Haun

 

Der Himmel über Nürnberg war von solch strahlendem Blau, dass die Versuchung groß war, mehr Fotos zu machen, als wir überhaupt verarbeiten können. Gedanklich und maschinell 🙂

Selbst meine erste Auswahl an Fotos von den Straßen und Dächern von Nürnberg war über 50 an der Anzahl. Ich sage immer, bis die SD Karte uns trennt und drücke nochmals auf den Auslöser. Micha ist disziplinierter, er überlegt genau, wann und mit welchem Ausschnitt er den Auslöser betätigt. Ich bin immer so aufgeregt, dass ich mehr Fotos vom Motiv knipse als nötig ist. Das rächt sich dann bei der Auswahl der Fotos.

 

 

Für mich ist es beruhigender, zu skizzieren. Beim skizzieren legt sich die Aufregung und Ruhe tritt ein. Manchmal können es die kleinen Dingen sein, die mich interessieren. Während Micha die Architektur in Fotos band, setze ich mich auf eine Bank, nehme den Ort in mich auf und zeichne die Tangetes im Blumentopf neben der Bank. Die Architekturen im Skizzenbuch entstehen, weil ich es mir vornehme. Es ist für mich gerade wichtig, auch das große Ganze zu erfassen und nicht nur das kleine Versteckte.

Nürnberg ist geprägt vom Fachwerk, der Stadtmauer und Burg. Die roten Ziegel mit dem Blau des Himmels und dem Grün der Bäume geben ein warmes Stadtbild.

 

Dokumentationszentrum Nürnberg – Susanne Haun

Posted in Architektur, Ausstellungstip, Foto, Nürnberg, Reiseberichte by Susanne Haun on 30. August 2016

Nürnberg ist von den Reichsparteitagen der Nazi-Zeit überschattet. Ein neues, gut gemachtes Dokumentationszentrum (siehe hier) weisst kritisch und in einer großen Gesamtzeit auf die dunkle Zeit der Stadt hin. Einen Tag haben wir dort verbracht, uns zuerst die Filme und Dokumtation angeschaut, um später die vorgeschlagene Runde durch das Gelände zu gehen.

Ich habe überlegt, ob ich die Fotos hier zeigen sollte. Natürlich fotografieren wir unter ästhetischen Gesichtspunkten, achten auf Vorder- und Hintergrund und überlegen uns die beste Aufteilung. Dokumentieren diese Fotografien ausreichend den Schrecken? Was meint ihr? Wie geht ihr mit unserer Geschichte um?

Wo Hitler auf der Tribüne stand, können jetzt Autorennen gesehen werden, die Startnummern schmücken den Asphalt. Die Bauwerke sind dem Verfall preisgegeben. Bald wird es bautechnisch nicht mehr sicher sein, auf den Tribünen zu stehen. Die Bauwerke wurden als Symbole mißbraucht und sind deshalb nicht wieder aufgebaut worden. Verfallen wirkt alles morbide, noch dazu war es relativ leer. Eine grausige Kombination – morbide und leer – ,die den Schrecken des 2. Weltkriegs stark verdeutlicht.

Seit meiner Kindheit werde ich mit diesen Schrecken konfrontiert und doch erschreckt mich die Organisation der Macht immer wieder.

 

Gemischtes zu Nürnberg und zum Studium – Susanne Haun

Posted in Landschaft, Nürnberg, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 27. August 2016

Immer wieder werde ich gefragt, welche beruflichen Perspektiven ich nach dem Studium habe. Das ist nicht der Anlaß meines Studiums.

Ich studiere als „Wissenserweiterung“ und „Fortbildung meiner Kunst“ und werde also nach dem Studium wie vor dem Studium Künstlerin, die im Gebiet der Zeichnung tätig ist, bleiben. Das Studium erweitert meine Sinne und schult meinen ästhetischen Blick. So sind für mich die beruflichen Perspektiven irrelevant 🙂

Im Auto auf der Fahrt von Berlin nach Nürnberg und zurück habe ich Texte für meine nächste Hausarbeit gelesen, gezeichnet, geschlafen. Das Zeichnen im Auto ist anstrengend – die Landschaft fliegt vorbei und ein Motiv solange festzuhalten, bis eine Zeichnung entsteht, geht nicht. So setzen sich die Landschaftsschnipsel in meinem Skizzenbuch aus den vorbeifliegenden Teilen des Gesehenen zusammen. Nichts ist real und doch ist alles real.

 

 

Germanisches Nationalmuseum und Neues Museum – Susanne Haun

Posted in Architektur, Ausstellungstip, Nürnberg, Reiseberichte, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 26. August 2016

 

In Nürnberg haben wir uns mit Birgit vom Sätze&Schätze Blog (siehe hier) getroffen.

Wir besuchten gemeinsam in aller Ruhe das Germanische Nationalmuseum und das Neues Museum Nürnberg und nahmen, solange unsere Kraft reichte, Inspirationen auf. Zwischendurch tranken wir Kaffee, tauschten uns aus und krönten unser Treffen mit einem fränkischen Braten, bevor Birgit wieder in den Zug nach Augsburg stieg.

 

An diesem Tag interessierten mich die Gardienen unseres Hotelzimmers. 

Die Architektur beider besichtigten Museen gefiel mir sehr gut. Die Fotos geben Einblick in das, was uns fotografisch interessierte: Architektur, Wissenschaft und Buchstaben!

 

St. Lorenz und St.Sebald in Nürnberg – Susanne Haun

Posted in Architektur, Nürnberg, Reiseberichte, Zeichnung by Susanne Haun on 24. August 2016

 

Die beiden eindrucksvollsten Kirchen in Nürnberg sind St. Lorenz und St.Sebald. Ich habe in beiden ein wenig gezeichnet und stelle langsam fest, dass ich mich auch für Architektur in der Zeichnung zu begeistern beginne.

 

 

St. Lorenz ist ein gotischer Bau, der 1250 begonnen und 1477 vollendet wurde. Ich fand besonders den Engelsgruß von Veit Stoss, die Rosette in der Westfassade, die Wendeltreppe zur Kanzel und das Gestühl in der Apsis sehenswert. Die Skulptur, die das Schweißtuch der Veronika darstellt, fand ich interessant, da Jesus Kopf nicht als Abbild sondern als Büste auf dem Tuch dargestellt wird.

 

Lorenzkirche Nürnberg (c) Zeichnung von Susanne Haun

Lorenzkirche Nürnberg (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

St.Sebald hat mich trotz des Taufbeckens, in dem der kleine Dürer getauft wurde, nicht so beeindruckt wie St.Lorenz , obwohl es die bedeutendere Kirche ist und natürlich das Sebaldusgrab in seinen vielen Einzelheiten sehr sehenswert ist

 

!

 

Das Dürer Haus in Nürnberg – Susanne Haun

Posted in Ausstellungstip, Nürnberg, Reiseberichte by Susanne Haun on 23. August 2016

 

Außer den Gemäuern ist nichts echt im Albrecht Dürer Haus und trotzdem fand ich es besuchenswert.

 

Susanne Haun klingelt bei Herrn Dürer (c) Foto von M.Fanke

Susanne Haun klingelt bei Herrn Dürer (c) Foto von M.Fanke

 

Schon kurze Zeit nach Dürers Tod 1627 verließ eines seiner Hauptwerke, die vier Apostel, die Stadt und wurde von Kurfürst Maximilian von Bayern nach München gebracht, weitere folgten und sind heute in der ganzen Welt zu finden. So ist kein original Dürer mehr im Dürer Haus platziert. Dafür gibt es einen ungewöhnlichen Raum, der sich „Original kopiert! Der Neue Dürer Saal“ nennt. 1928 wurden zur großen Dürer Ausstellung viele Original Dürer ausgeliehen und Nürnberger Künstler erhielten den Auftrag, die Originale zu kopieren. Seither besitzt die Stadt Dürers Hauptwerke in „hochwertigen historischen Nachschöpfungen“.²

Ich mochte das überlebensgroße Selbstportrait Dürers, was im ersten zu besichtigen Raum im Dürerhaus als Tapete an der Wand angebracht ist. Da konnte ich doch endlich mal dem Herrn Dürer in der Nase boren! Multimedial bietet das Dürerhaus neben der Audioguide Führung einiges. So auch einen Schrank mit Gegenständen wie das berühmte Nashorn. Der Schrank ist mit einer Multimediaglaswand, die auf Fingerdruck reagiert ausgestattet.

 

Ich wollte schon immer Herrn Dürer in der Nase boren (c) Foto von M.Fanke

Ich wollte schon immer Herrn Dürer in der Nase boren (c) Foto von M.Fanke

 

Dürer ist in Nürnberg allgegenwertig, er wird mit Straßenschildern und Restaurationstiteln geehrt. Daniel Rauch schuf die Dürerskulptur auf dem Dürerplatz.

Für mich ist dieser Kurzurlaub die Belohnung für meinen bestandenen Bachelor. Das Thema meiner Bachelorarbeit lautet „Wissenschaftlichkeit und Disegno in Albrecht Dürers Werk“. Nun habe ich neben Abitur, Ausbildung und meinem Künstlerinnendasein eine zusätzliche Bezeichnung in meiner Vita, Bachelor of Arts. Inzwischen bin ich für das Masterstudium Kunstgeschichte immatrikuliert und schreibe schon an meiner ersten Masterhausarbeit. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, dass ich mein erstes Studienziel schon erreicht habe.

 

 

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² Im Dürer Haus hängen zahlreiche Informationstafeln und mit dem Eintritt erhält die Besucherin einen Audioguide, der 17 Stationen beinhaltet.

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