Blumen und Pflanzen · Emilia Romagna · Zeichnung

Blumen und Abreise aus der Emilia Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Mit drei Füller bin ich in Portico angereist, mit zwei fahre ich wieder ab.

Der dritte Füller ist wohl in Cesenatico geblieben, jedenfalls habe ich da mit ihm die Hafenszenerie und den Deiderus gezeichnet. Es ist mir erst beim Packen aufgefallen, dass er fehlt, da dieser nicht mein Lieblingsfüller war. Aber nun, wo er weg ist, vermisse ich ihn doch!

Meine Zeichnungen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun
Meine Zeichnungen auf dem Balkon (c) Foto von Susanne Haun

Die Idylle hier am Montone hat mir ausgesprochen gut gefallen. Deutsche Touristen habe ich nicht gesehen, im Landgasthaus waren ein paar Holländer und Engländer aber da das Landgasthaus auch nur 15 Zimmer besitzt, hält sich auch das in Grenzen. Die Ferienwohnung ist eine wirklich italienisch eingerichtete Wohnung mit viel Platz und zwei Terrassen.

Unsere Ferienwohnung in Portica (c) Foto von Susanne Haun
Unsere Ferienwohnung in Portica (c) Foto von Susanne Haun

Gefallen hat mir auch das gemeinsame Fußballschauen im Landgasthaus. Der Kontrast zwischen alt und neu war groß. Das Essen gab es im klassischen italienischen Garten und das Fußballspiel wurde mit Beamer auf die Leinwand unter dem Weinstock gezeigt!

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Ich denke, dass ich noch lange inspiriert von der Reise in die Emilia Romagna sein werde.

Rote Blumen 17 x 22 cm Tusche auf Burgund (c) Zeichnung von Susanne Haun
Rote Blumen 17 x 22 cm Tusche auf Burgund (c) Zeichnung von Susanne Haun

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

Blumen und Abreise aus der Emilia Romagna – Zeichnungen von Susanne Haun

Betrachtungen zur Kunst · Emilia Romagna · Tiere · Zeichnung

Hahnenkampf und Marais Hund – Zeichnungen von Susanne Haun

Unweit unserer Ferienwohnung ist ein großer Hühnerstall. 

Beim Beobachten stelle ich wieder einmal fest, dass der männliche Hahnenkampf zu recht nach diesem Tier benannt wurde. Es ist unglaublich welche Arroganz und welches Königsgehabe sie austrahlen.

Dabei sind Hunde groß im Kommen und nicht die Hähne!

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (2)
Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (2)

Wer sich mit der documeta 13 beschäftigt, kommt kaum an Hunden vorbei. 

Die documenta-Leiterin Christov-Bakargiev sieht die Wertigkeit ihres Hundes sehr hoch, sie sieht keinen Unterschied zwischen Mensch und Hund.

Liest man Sandor Maráis Buch Ein Hund mit Charakter“, bemerkt der Leser, dass das Buch nicht nur vom Hund sondern auch um das Mensch sein handelt. Die kleinen und großen Schwächen der Menschen werden liebevoll immer mit Sicht auf den Hund beschrieben. Der Roman ist autobiografisch und ein ehemaliger Nachbar Marais empfahl ihm nach Erscheinen des Buches, lieber in die Provinz auszuwandern, weil alle wussten, wer die Charaktere des Buches sind.

Dabei beginnt Marais das Buch mit „Achtung, werter Leser! Hier folgt eine Hundegeschichte!“

Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)
Hahn 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun (3)

Was vom Bericht Marais auf Tatsachen beruht, kann nicht gesagt werden, hier ein Zitat seines Biographen Erno Zeltner:

„Hat doch der Autor sein ganzes Schriftstellerleben lang einen wahren „Irrgarten“ angelegt, in dem sich Fakten und Erinnerung, Biographie und Fiktion auf sonderbare Weise mischen.“

Ich empfinde dieses Buch als sehr tiefsinnig und es regt mich mehr zum Denken an, als viele Bücher, die andere „sogenannte“ wichtige Themen haben. In dieser Geschichte vom Hund und Menschen ist für mich so viel Philosophie enthalten, dass ich das Buch, obwohl ich es schon vor einiger Zeit gelesen habe, nicht vergessen kann und bei der Lektüre der Berichte über die documenta 13 sofort wieder im Kopf hatte.

Besonders gefällt mir die Feststellung Marais, dass der Mensch irgendjemand zum Sprechen braucht und warum dann nicht der Hund! Der hört immer zu, macht keine verachtenden Bemerkungen und widerspricht auch nicht!

Wenn ihr die vorherigen Berichte meiner Reise lesen und sehen möchtet, könnt ihr das hier !

 

Hahnenkampf und Marais Hund – Zeichnungen von Susanne Haun

Emilia Romagna · Landschaft · Zeichnung

Arbeit an der Brücke in der Emilia Romagna – Zeichnung von Susanne Haun

Vor vielen Jahren habe ich mich entschieden, die Natur zu zeichnen.

So habe ich die Architektur immer vernachlässigt. In der Regel mag ich sie nicht darstellen, sie ist mir zu grade, zum Teil zu heroisch und zu industrialisiert. Sie hat keine kleinen Fehler, wie eine Krumme Nase oder zu große Ohren.

Ich male an einem lauschigen Platz (c) Selbstauslöser Susanne Haun
Ich male an einem lauschigen Platz (c) Selbstauslöser Susanne Haun

In Portico die Romagna in Italien ist das selbstverständlich anders. Alles ist hier schief und krumm, die Straßen, die Häuser und die Landschaft des Apennin bilden eine perfekte Symbiose.

Die Zeichnung ist mir doch am liebsten (c) Susanne Haun
Die Zeichnung ist mir doch am liebsten (c) Susanne Haun

So überlege ich nun schon die ganze Zeit, wie ich die alte Steinbrücke über den Fluss darstellen möchte. Zuerst erfasse ich sie klassisch mit Aquarell in hellen und in grellen Tönen und bin ausgesprochen unzufrieden mit dem Resultat.

Ich überlege, dass Universum zu verkleiner, aber ich möchte nicht nur einen krummen kleinen Stein zeigen sondern in dem Fall möchte ich das Universum gesamte Universum zeigen.

Am liebsten mag ich die Brücke auf meiner Zeichnung – reduziert auf wenige Linien. So erscheint sie mir am spannensten auf dem Papier.

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Arbeit an der Brücke in der Emilia Romagna – Zeichnung von Susanne Haun

Blumen und Pflanzen · Emilia Romagna · Zeichnung

Gänseblümchen und Käfer – Zeichnungen von Susanne Haun

Wenn der Urlauber die Gegend erforschen will, bleibt wenig Zeit zum Zeichnen.

Heute war so ein Tag, wo die Zeit trotz der vielen Motive, die ich unterwegs sah „nur“ für Gänseblümchen und den Käfer, der sich sonnte, reichte.

Käfer 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
Käfer 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Es ist schön, durch die Gegend zu schlendern, alles aufzunehmen und sich in Ruhe zu überlegen, wo man in den nächsten Tagen länger bleiben möchte. Es sind knapp 40 Grad und es ist erstaunlich, wie der Körper die Bewegungen auf ein Minimum reduziert. Ich suche im Geist die Schattenplätze, wo ich malen werde, möglichst nahe bei der Ferienwohnung, um mich nicht mehr als notwendig zu bewegen.

Die typischen grünen Jalousien der Häuser sind alle geschlossen, um die Hitze auszuschließen.

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Gänseblümchen und Käfer – Zeichnungen von Susanne Haun

Emilia Romagna · Landschaft · Skizzen · Skizzenbuch · Zeichnung

Der erste Tag – Skizzen aus der Emilia Romagna von Susanne Haun

Der erste Tag ist der schönste Tag und von den Eindrücken überwältigend – egal ob positiv oder negativ!

Dieses Gefühl des Neuen, des noch nie dagewesenen wird es schon am zweiten Tag nicht mehr geben.

Die ersten Eindrücke halte ich gleich fest (c) Skizzen von Susanne Haun
Die ersten Eindrücke halte ich gleich fest (c) Skizzen von Susanne Haun

In der Emilia Romagna habe ich sofort ein freudiges, positives Gefühl. Portico di Romagna hält was sein Name verspricht. Es ist sehr alt und hat auch genau diese Atmosphäre des schiefen und verwinkelten. Überall gibt es Bögen und über dem kleinen Fluss geht eine alte Steinbrücke.

Portico di Romagna (c) Skizzen von Susanne Haun
Portico di Romagna (c) Skizzen von Susanne Haun

In 10 Minuten halte ich in schnellen Strichen die Straße vor der Kirche fest, ich möchte das Neue einfangen, um es zu bewahren und das Gefühl wiederholen zu können.

Der erste Tag – Skizzen aus der Emilia Romagna von Susanne Haun