Susanne Haun

Zeichnerische Notizen Ostia Antica – Susanne Haun

Posted in Tiere, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Dezember 2018

 

Viele Jahre (ab 1999) habe ich meine täglichen Zeichnungen auf Silberburg Büttenpapier gezeichnet.

Mit dem Verwenden von Antiktusche von Rohrers wechselte ich das Papier. Die Antiktusche ist einfach zu pigmenthaltig (zu fett), um auf dem 125g starken Silberburg Büttenpapier zu zeichnen. Die Tusche schlug durch.Seither verwendete ich Aquarellkarton oder Büttenpapier von Hahnemühle von mindestens 300g/m² Stärke. Beim Aufräumen fiel mir ein Paket Silberburg-Papier in die Hände und ich beschloss, es zu verbrauchen.

So arbeite ich meine italienischen Eindrücke in kleinen Arbeiten der Größe 15 x 20 cm auf. Tusche verwende ich von der Firma standardgraph. Sie ist nicht so fett und schlägt nur durch das dünne Papier, wenn ich mit der Feder besonders schwungvoll aufdrücke. Zusätzlich zur Tusche habe ich auf die letzte Zeichnung Aquarellfarbe von schmincke gesetzt.

 

Mit was fange ich an? – Ostia Antica Rom – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Latium, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 30. November 2018

 

Rom - Ostia Antica - Athene - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Rom – Ostia Antica – Athene – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Ich weiß gar nicht, welche Seiten meiner zahlreichen noch nicht im Blog veröffentlichen Skizzenbücher ich als erstes hier aufarbeiten und in meinem Blog-Gedächtnis bewahren sollte.

Vielleicht ist es klug, mit der letzten Reise ins Latium um Rom zu beginnen, dann über Berchtesgaden nach Kopenhagen zu wandern. Auch vom Gasometer in Berlin Schöneberg habe ich noch nichts geschrieben und die letzten Afrikatage an den Viktoriafällen sind auch noch offen. Aber Eile mit Weile und nun bloß keinen Stress!

Die heute gezeigten Zeichnungen sind im Oktober entstanden. Im Rahmen meiner Masterarbeit wollte ich mir den Ort der Zeichnung, die ich bespreche, anschauen: Olevano, ein kleines Bergdorf etwa 75 km von Rom entfernt.

 

 

Am ersten Tag dieser Reise schauten wir uns jedoch erstmal den alten Hafen Roms an. Ostia Antica ist das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt Ostia, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom. Ich war begeistert und die Ausgrabungsstätte gefiel mir sehr viel besser als das Forum Romanum. Kein Anstehen an der Kasse, keine Menschenmengen und schönster blauer Himmel begleiteten unseren Besuch. Das Gelände war so groß, dass wir leider nicht alles besichtigen konnten, wir waren nach dem frühen Flug aus Berlin müde und dachten, wir könnten uns am letzten Tag nochmal das Gelände anschauen. Leider war der letzte Tag ein Montag und die Ausgrabungsstätte ist immer Montags geschlossen. Ein Grund wieder das Latium zu bereisen. Schließlich möchte ich noch den Rest des Hafens sehen.

 

Ostia Antica bei Rom (c) Foto von Susanne Haun

Ostia Antica bei Rom (c) Foto von Susanne Haun

 

In einem Museum waren viele der mir schon aus der Abgusssammlung in Berlin Charlottenburg bekannten Skulpturen untergebracht. Damit die Besucherin, der Besucher auch „anständige“ Fotos mit nach Hause nehmen kann, waren die Wände hinter den eindrucksvollsten Werken mit schwarzem Stoff bezogen. Ich konnte mich nicht satt sehen und mein Finger war fast nicht vom Auslöser des Fotoapparats wegzubekommen. Natürlich habe ich auch nicht, wie die Seiten meines Skizzenbuchs zeigen, das Zeichnen vergessen.

 

 

Unser Hotelzimmer war in Fiumicino, also der „Flughafenstadt“ Roms. Ich amüsiere mich immer noch. Ich dachte, wenn ich schon in Berlin in der Nähe des Flughafen Tegel lebe und gewöhnt bin, dass bei der „falschen“ Windrichtung die Flugzeuge fast im Minutentakt ab 6 Uhr über mein Schlafzimmer donnern, dann könnte ich das auch in Fiumicino aushalten. Dort jedoch fliegen die Flugzeuge gleich über das Meer ein- bis zweimal Morgens und Abends und stören die schlafende Stadt nicht!

Ich habe lange nicht mehr so ausführlich gebloggt, dass ich bei der Auswahl der Fotos tatsächlich eskaliert bin. 70 Fotos habe ich hochgeladen. Drei Tage habe ich immer wieder an diesem Beitrag gearbeitet, mal geschrieben und mal die Fotos bearbeitet und hochgeladen.

 

 

Besonders mag ich Textbruchstücke. Das Abstrahieren der Buchstaben durch die Brüche fasziniert mich. Bei Utz Benkel auf dem Blog zu seiner Südamerika Reise (siehe hier) habe ich gesehen, wie gut kleine Filmschnipsel in einem Reisebericht wirken. Ich filme diese kleinen Reisedokumente sonst immer nur für mich als Notiz.

 

 

 

Seneca – Philosoph und Lehrer Neros sowie die Farbe Blau – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Januar 2017

 

Seneca wurde 4 Jahre v.Chr. in Cordoba geboren, sein Vater nahm ihn früh mit nach Rom, um Reden Ciceros zu hören.

 

2 Meine Vorstellung von Seneca - Blau - Version 1 - 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Seneca – Blau – Version 1 – 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Seneca widmete sich dem Studium der Rhetorik, Philosophie und Literatur. 54 nach Christus begann er den 17jährigen Nero zu unterrichten. Mit 69 Jahren verlangte Nero von Seneca den Tod, er beschuldigte ihn an der Mitwisserschaft an einer Verschwörung gegen ihn. Seneca vergiftete sich.

Bei Senecas Schriften steht die Etik im Mittelpunkt. Er wollte mit seinen Gedanken praktisch wirkend  helfen, das Leben der einzelnen zu gestalten.

Ich habe es schwierig empfunden, nach den Büsten mit Senecas Abbild zu zeichnen. Keine Falte und kein Charakterzug scheint der Stein zu offenbaren. So half ich mir mit der Farbe blau um die carput mortuum Tusche zu vertiefen.

 

„Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet. Du verlierst dadurch das Heute.“
Seneca, DE BREVITATE VITAE²

 

 

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²http://www.dennis-kleine.com/seneca/seneca-zitate.html, 3.1.17, 10:14 Uhr

Aus der Schreibwerkstatt – Sagenumworbender Schatz – Susanne Haun

Posted in Architektur, Kunstgeschichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Juni 2015

Ich möchte Text und Zeichnung verbinden.

Dazu sollte ich auch einiges mehr über das Schreiben wissen als bisher. Also besuche ich an der Uni das Seminar „Schreibwerkstatt“.

Ich habe in den letzten Jahren im Rahmen meines Studiums einige Hausarbeiten geschrieben und festgestellt, dass mir Recherche, Schreiben und vorweg eine These finden, großen Spaß machen. Wichtig ist mir dabei immer auch ein gut recherchierter Abbildungsteil. Denn ich studiere Kunstgeschichte und das bedeutet auch „lapidar“ gesagt, gute Abbildungen mit Text zu verbinden.

Zur Zeit schreibe ich eine Hausarbeit über den Titusbogen in Rom (siehe hier meinen Bericht dazu). In der Schreibwerkstatt sollten wir einen 3.000 Zeichen langen Zeitungsartikel zu unserem Thema schreiben. Die Bilder, die wir in Rom vom Titusbogen fotografierten, sehen aus, als ob sie unscharf wären. Das sind sie nicht, das Relief des Titusbogen ist in den letzten 2.000 Jahren immer mehr zerfallen. Der Bogen steht in Rom unter freien Himmel  am Eingang des Forum Romanum. Deshalb ist er auch den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Diese sind in Rom nicht unerheblich und die Forscher können beobachten, wie die alten Bauwerke immer mehr Schaden nehmen.

Zur Verdeutlichung des Beutereliefs im Titusbogen habe ich eine einfache lineare Zeichnung des Reliefs gezeichnet.

 

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Sagenumwobener Schatz

Schatzjäger suchen die geraubten Heiligtümer aus dem jüdischen Tempel

Vom legendären Schatz des jüdischen Tempels in Jerusalem fehlt weiterhin jede Spur. Der Leuchter, der Schaubrottisch aus purem Gold, die Posaunen und auch die Worte Gottes bleiben verschwunden. Viele Schatzjäger haben sich seit dem Verschwinden des Schatzes auf dem Weg gemacht, gegraben, geforscht und recherchiert – ohne Erfolg!

Von 66 bis 70 nach Christus tobte der Krieg zwischen Juden und Römer und war mit großen Verlusten auf beiden Seiten verbunden. Der Krieg fand auf jüdischem Territorium statt. In einer letzten großen Schlacht gewann der mutige und stattlich anzusehende Kaiser Titus aus dem Geschlecht der Flavier. Er raubte zum Entsetzen der Bevölkerung Judäas den Tempel aus und brannte ihn anschließend nieder. Ein wichtiges Kulturdenkmal ist damit bis fast auf die Grundmauern niedergebrannt. Einzig erhalten ist die sogenannte Klagemauer, die heute als wichtigste religiöse Stätte des Judentums gilt.

Mit judäischen Kriegsgefangenen im Tross und dem Tempelschatz im Gepäck machte sich Kaiser Titus mit seinem Heer auf den langen Weg nach Hause zur Stadt Rom. Er reiste über Berytos, Syrien, Antiocheia und Ägypten. In jeder großen Stadt, die er durchquerte, veranstaltete er prunkvolle Spiele, bei denen judäische Gefangene durch ihren Tod die Schaulust der Stadtbewohner befriedigten. Der römische Senat bewilligte seinem heimkommenden Helden die größte Ehre: einen Triumphzug durch Rom. Dazu wählte Titus die beiden Anführer der Juden, Simon und Johannes, sowie 700 weitere Gefangene, die durch Größe und Schönheit auffielen, aus. Sie wurden in prachtvolle Gewänder gekleidet, um dem römischen Volk die Wichtigkeit der Gefangenen zu zeigen. In Rom wurde Titus von seinem Vater Vespasian erwartet und beide schmückten sich gottgleich mit Purpurgewändern und Lorbeerkränzen, um ihrem Volk entgegen zu treten. Der Priester Josephus, ein judäischer Augenzeuge mit römischem Bürgerrecht, berichtete über den Triumphzug: „Es ist unmöglich, die Menge der hierbei gezeigten Kunstwerke, Luxusgegenstände und Naturseltenheiten gebührend zu schildern. Gold, Silber und Elfenbein in verschiedensten Formen.“.
Nach dem Triumph errichtete Vespasian mit Hilfe seiner Söhne für die Friedensgöttin Pax einen Tempel, in dem er alle Heiligtümer aufbewahrte und zeigte, die die Familie während ihrer Feldzüge gesammelt hatte. Hier sollen auch goldene Gefäße aus dem Tempelschatz der Juden einen Platz gefunden haben. Um den Triumphzug zu dokumentieren, baute Domitian, Titus Bruder, einen Triumphbogen. Er gab zwei Reliefs mit Szenen des Triumphs in Auftrag, die heute noch die Innenwände des Bogens zieren. Der sogenannte Titusbogen erinnert das römische Volk an den großen Sieg der Flavier.

Viele sagen, dass die weitere Suche nach dem Tempelschatz zwecklos sei und Titus nach dem Zuschaustellen Teile des Schatz für den Bau des Kolloseums verwendet hat, um dem römischen Volk Brot und Spiele zu geben und es zufrieden zu stellen.

Moderne Architektur in Rom – Dia Padre Misericordioso

Posted in Architektur, Reiseberichte, Rom by Susanne Haun on 1. Juni 2015

Am vorletzten Tag unseres Aufenthalts in Rom sind wir eine halbe Stunde mit der Straßenbahn zur modernen Kirche Dia Padre Misericordioso gefahren.

 

Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von M.Fanke

Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von M.Fanke

 

Wir hatten im Reiseführer von der Kirche gelesen und wollten sie gerne im Kontrast zum alten Rom sehen. Es war sehr angenehm aus der vollen Stadt heraus zu kommen und da wir beide Fans von moderner Architektur waren, freuten wir uns auch auf die Kirche.

Leider konnten wir nicht hinein, es fand gerade eine Beerdigung statt und so schön, um dort 4 Stunden zu warten, so schön war die Umgebung nicht. Der „Lack der Kirche“ ist auch schon etwas ab. So schön weiß, wie sie auf den Fotos zu sehen ist, ist sie nicht mehr. Der Putz schlägt Bläschen und es gibt rotbraune und schwarze Flecken auf der Fassade.

Der Name der Kirche bedeutet: Gott, der barmherzige Vater. Sie liegt im Stadtviertel Tor Tre Teste und wurde nach den Plänen des US-amerikanischen Architekten Richard Meier erbaut und im Jahr 2003 eingeweiht.

„Der Kirchenbau, mit 40 m Länge und 31 m Breite eher klein gehalten, repräsentiert ein stark stilisiertes Schiff mit drei Segeln. Die Segel haben eine Höhe von 17, 22 und 27 m. Der Kirchturm ist 20 m hoch. Das Schiff steht, im Rückgriff auf die christliche Symbolsprache, für die Universalkirche als Volk Gottes, das durch die „See“ des dritten Jahrtausends segelt. Die drei leicht konkaven Schalen („Segel“) stehen auch für die Dreifaltigkeit, wobei die innerste und größte, die den Gottesdienstraum überwölbt, auch als Symbol des Schutzes Gottes für die christliche Gemeinschaft gesehen werden kann. Die äußerste Schale wölbt sich über der Tauf-, die mittlere über der Sakramentskapelle.“ können wir in Wikipedia lesen.

 

Die Segel der Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von Susanne Haun

Die Segel der Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von Susanne Haun

 

Ich bin froh, dass wir uns die Kirche wenigstens von außen ansehen konnten. Außerdem haben wir fantastisch und preiswert in der Nähe gegessen und konnten den für Romreisende nicht üblichen Stadtteil betrachten. Und wenn wir Rom wieder einmal besichtigen, dann werden wir sicher auch das Innere dieser Kirche sehen.

 

 

Moses mit Hörnern und Petrus‘ Ketten in Rom

Posted in Kunstgeschichte, Reiseberichte, Rom, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2015

„Als Michelangelo den Moses vollendet hatte, gab es kein Werk zu sehen, ob antik oder modern, das daneben bestehen konnte.
schrieb Vasari in seinen Künstlerbiografie Anfang des 16. Jahrhunderts.

Moses mit Hörner (c) Zeichnung von Susanne Haun

Moses mit Hörner (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Hörner auf Moses Kopf gehen auf einen Übersetzungsfehler zurück: Im hebräischen Urtext, der keine Vokale kennt, steht das Wort „krn“. Als man später den Text mit Vokalen versah, wurden zwei „e“ eingesetzt, so werden aus „krn“ -> „keren“ sprich „gehörnt“. Der Fehler wird in die lateinische Bibelübersetzung übernommen. Michelangelo nahm diese Beschreibung Moses in der Vulgata als Vorbild für seine Skulptur. Moses wird in dem Moment dargestellt, da er mit den Gesetzestafeln vom Berg Sinai im Anblick des Tanzes um das Goldene Kalb zurückkehrt.

 Michelangelos Kenotaph für Papst Julius II. (c) Foto von M.Fanke

Michelangelos Kenotaph für Papst Julius II. (c) Foto von M.Fanke

Michelangelo schuf in der Kirche San Pietro in Vincoli ein Kenotaph für Papast Julius den II, das auch den gehörnten Moses beinhaltet. Wer von den beiden Frauenfiguren, die ich fotografiert habe Lea und wer Rachel ist, habe ich leider nicht mehr im Kopf. Michelangelo vollendete das Grabmal 1542 – 45.  Vor dem Kenothap steht ein Automat, füttert ein Besucher ihn mit 1 € geht ein Licht an, was das Kenothap völlig überstrahlt. Das fotografieren im dunkeln ergab eindrucksvollere Fotos.

Die Ketten Petrus' - Reliquie in San Pietro in Vincoli (c) Foto von Susanne Haun

Die Ketten Petrus‘ – Reliquie in San Pietro in Vincoli (c) Foto von Susanne Haun

Ich mochte die weniger besuchten Grabmähler im linken Seitenschiff der Kirche. Die Sklette schauten lustig in die Runde.

Ihren Namen „Petrus in Ketten“ erhielt die Kirche nach der Reliquie der Ketten des Petrus, mit denen er angeblich nach Rom gebracht wurde.

 

Rom – Die Domus Aurea – ein verschüttetes Erlebnis

Posted in Reiseberichte, Rom, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Mai 2015

Seit Ende letzten Jahres können interessierte Besucher wieder Neros Domus Aurea, übersetzt Goldenes Haus, besichtigen.

Der Besucher kann die vergangene Pracht nur noch ahnen (c) Foto von M.Fanke

Der Besucher kann die vergangene Pracht nur noch ahnen (c) Foto von M.Fanke

 

Samstag und Sonntag, wenn die Arbeit der Ärchäologen ruht, werden kleine Gruppen mit gelben Bauhelmen durch Neros Palast geführt. Es ist kalt und feucht in den Überresten von Neros Palast. Schon kurz nach seinem Tod im Jahr 68 wurden die Öffnungen vermauert und mit Sand und Schutt gefüllt und als Fundament für die riesige Trajanstherme genutzt. So befindet sich Neros Palast heute unter den Resten der Thermenanlage und des üppig bewachsenen Parks des Colle Oppio.

 

Park Collo Oppio über dem Domus Aurea (c) Foto von Susanne Haun

Park Collo Oppio über dem Domus Aurea (c) Foto von Susanne Haun

 

Es fällt mir schwer vorzustellen, dass die dunklen, kellerartigen Räume einmal lichtdurchflutet waren. Besonders interessant fand ich die Löcher in der Decke eines Raumes. Durch diese Löcher stiegen in der Renaissance  Michelangelo, Raffael und Pinturicchio in den Domus Aurea. Die Fresken, die sie dort fanden, beeinflussten die Werke der Künstler und sind oft in Abwandlungen in den Gebäuden der Renaissance zu finden. Die Künstler dachten, dass sie eine Grotte entdeckt haben und nannten die gefundenen Zeichnungen Grotesken. Leztes Jahr im Sommer konnten wir „Grotesken“ inspiriert von Neros Fresken des Domus Aurea in den Uffizien in Florenz bewundern.

 

Die Fresken sind hier noch relativ gut erhalten  (c) Foto von M.Fanke

Die Fresken sind hier noch relativ gut erhalten (c) Foto von M.Fanke

 

Durch diese Löcher stiegen Künstler wie Michelangelo in den Palast (c) Foto von M.Fanke

Durch diese Löcher stiegen Künstler wie Michelangelo in den Palast (c) Foto von M.Fanke

 

Ein 31 Millionen Dollar Sarnierungsprojekt soll den Verfall Neros Goldenen Haus‘ aufhalten. „Es ist eine Erlebnisfundstätte, kein steril konservierter Ort.“ schreibt Ute Diehl im art magazin².

Wir bekamen eine bestimmte Zeit für den Besuch des Domus Aurea zugewiesen und waren etwas früher da. So hatten wir Zeit, uns an den Blumen zu erfreuen und eine Katze zu beobachten.

Katze (c) Zeichnung von Susanne Haun

Katze (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der römische Schriftsteller Sueton schrieb über Neros Domus Aurea:

„In der Eingangshalle des Hauses hatte eine 120 Fuß hohe Kolossalstatue mit dem Porträt Neros Platz. Die ganze Anlage war so groß, dass sie drei Portiken von einer Meile Länge und einen künstlichen See umfasste, der fast ein Meer war, umgeben von Häusern, so groß wie Städte. Dazu kamen Villen mit Feldern, Weinbergen und Weiden, Wälder voller wilder und zahmer Tiere aller Arten. Einige Teile des Hauses waren vollständig vergoldet und mit Gemmen und Muscheln geschmückt. In den Speisesälen gab es bewegliche Decken aus Elfenbein, durch die Blumen herabgeworfen und Parfüm versprengt werden konnte. Der wichtigste von ihnen war kreisrund und bewegte sich bei Tag und bei Nacht ständig, wie die Erde. Die Bäder wurden mit Meer- und Schwefelwasser gespeist. Als Nero nach Abschluss der Bauarbeiten das Haus einweihte, zeigte er sich sehr zufrieden und sagte, dass er jetzt endlich in einem Haus wohne, das eines Menschen würdig sei.“ (Sueton, Nero, 31)

 

 

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²Diehl, Ute. Feucht, finster, kalt. In: art magazine 12 / 2014.
http://www.art-magazin.de/div/heftarchiv/2014/12/5855698717685728950/Feucht-finster-kalt

Rom – der verborgene Ara Pacis Augustae

Posted in Foto, Reiseberichte, Rom by Susanne Haun on 16. Mai 2015

Der Ara Pacis Augustae (lateinisch „Altar des Friedens des Augustus“) wurde 13 v. Chr. unter Kaiser Augustus gebaut und  gehört zu einem Denkmalkomplex in Tibernähe.

Die geschlossene Ara Pacis Augustae (c) Foto von Susanne Haun

Die geschlossene Ara Pacis Augustae (c) Foto von Susanne Haun

2006 eröffnete an der Fundstelle des Altars das Museo dell’ Ara Pacis, das in Form eines Glasbaus des Architektenbüros Richard Meier & Partners,  den Altar nun besser vor Überhitzung und Umweltverschmutzung schützen soll. Wir waren zweimal dort, das erste mal zu spät für die Öffnungzeiten und das zweite mal war es so voll, dass uns jegliche Lust fehlte, ins Museum zu gehen.

Ich mag das Gebäude des Museums von 2006. Mit seinen einfachen Formen hebt es sich wohltuend von den antiken und renaissance Bauwerken Roms ab.

Es gibt viel „am Rande“ der großen Sehenswürdigkeiten zu sehen. So zum Beispiel auch Papst Johannes Paul II.

 Papst Johannes Paul II - Skulptur vor dem Termini, Bahnhof (c) Foto von M.Fanke

Papst Johannes Paul II – Skulptur vor dem Termini, Bahnhof (c) Foto von M.Fanke

Oder dieses ungewöhnliche Wohnhaus:

 Etwas außerhalb von Roms Innenstadt (c) Foto von M.Fanke

Etwas außerhalb von Roms Innenstadt (c) Foto von M.Fanke

Rom – die Engelsburg – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Engel, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 13. Mai 2015

Schon immer wollte ich auf die Engelsburg – das Castel S. Angelo.

Die Engelsburg (c) Foto von M.Fanke

Die Engelsburg (c) Foto von M.Fanke

 

Spätestens seit dem Film „Illuminati“ haben viele Erdenbürger eine Vorstellung von der Architektur der Engelsburg und des Vatikans. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, den Film nur wegen den Rominspirationen nochmals zu schauen.

Für mich war die Engelsburg ein Engel-Eldorado 🙂

 

Engel der Engelsburg (c) Zeichnung von Susanne Haun

Engel der Engelsburg (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Eigentlich wurde die Burg als Mausoleum für Kaiser Hadria (76 – 138) gebaut. Das Problem der historischen Überlagerung von Epochen ist in der Engelsburg deutlich sichtbar. 1277 baute Papst Nikolaus III. einen Fluchtweg, der die vatikanischen Paläste mit der Engelsburg verband. Die Engelsburg diente auch bis in die Napoleonischen Zeit immer wieder als Gefängnis.

 

Die prächtigen Gemächer der Päpste in der Engelsburg (c) Foto von M. Fanke

Die prächtigen Gemächer der Päpste in der Engelsburg (c) Foto von M. Fanke

 

Im mittleren Gebäudetrakt kann der Besucher die Papstgemächer durchwandern. Die Fresken im zentralen Apollosaal sind von 1547/48. In den Fresken sind Götter des römischen Olymps und auch Groteskenornamente dargestellt. Die Grotesken wurden kurz davor im Domus Aurea entdeckt. Ich werde in den nächsten Tagen darauf zurückkommen.

 

Rom – der Trevi- und Vierströmebrunnen – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Foto, Reiseberichte, Rom, Skizzen, Skizzenbuch, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Mai 2015

Endlich schaffe ich es wieder, unsere Romfotos und meine Zeichnungen zu sortieren.

 

Der Trevi Brunnen im Bau (c) Foto von Susanne Haun

Der Trevi Brunnen im Bau (c) Foto von Susanne Haun

 

Der Trevibrunnen ist der populärste und mit rund 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite größte Brunnen Roms. Leider wird er zur Zeit restauriert und die Menschenmengen drängten sich um die Baustellensicherung und standen meterlang an, um auf dem Steg über das trockene Brunnenbecken zu laufen. Wir haben uns das geschenkt und uns das Spektakel von weitem angeschaut und Münzen in das trockene Brunnenbecken geworfen. Ein Volksglaube sagt, dass es Glück bringe, Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze führe zu einer sicheren Rückkehr nach Rom, zwei Münzen dazu, dass der Werfende sich in einen Römer oder eine Römerin verliebe, drei Münzen würden zu einer Heirat mit der entsprechenden Person führen.
Der Vierströmebrunnen, (ital.: Fontana dei Quattro Fiumi) wurde von Papst Innozenz X. in Auftrag gegeben und von Gian Lorenzo Bernini in den Jahren 1648–51 in der Mitte der Piazza Navona in Rom erbaut. Es war so voll auf der Piazzaa Navona, dass wir kaum den Brunnen erkennen konnten.

Am Vierströmebrunnen (c) Foto von M.Fanke

Am Vierströmebrunnen (c) Foto von M.Fanke

Im Zeitalter der „schnellen Fotos“ kann man an einem Tag schnell mal 365 Fotos (ich) und 137 Fotos (Micha) fotografieren. Ich bin haltloser, ich drücke auf den Auslöser, sobald mir etwas nur ansatzweise interessant erscheint. Je aufgeregter ich bin, desto mehr fotografiere ich. Als ob ich Angst habe, etwas von den Eindrücken zu vergessen. Micha ist konzentriert und überlegt sich jedes Foto genau. So haben wir immer eine interessante Mischung.

Rom (c) Zeichnung von Susanne Haun

Rom (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Das Zeichnen zwingt mich zum bewußteren Handeln, ich überlege eher, was ich zeichne als was ich fotografiere. Micha kann mich irgendwo absetzen und ich beobachte, zeichne, träume und nehme die Atmosphäre auf. Manchmal ist mir das Laufen an solche überfüllten Orten einfach zu anstrengend. Gut, dass ich ein gutes Teleobjektiv für mein Fotoapparat besitze, es dient mir auch als Fernglas, um besser zu erkennen.

 

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