Susanne Haun

Tagebucheintrag 1. – 2.7..2020: Eine virtuelle Reise nach Rom – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Engel, Zeichnung by Susanne Haun on 6. Juli 2020

 

Tagebucheintrag 1.7.2020, Im Schneckentempo, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Tagebucheintrag 1.7.2020, Virtuelle Reise nach Rom, Engelsburg, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Rom gehört nicht zu meinen Lieblingsorten Italiens, zu voll, zu eng, zu dreckig.

Nichtsdestotrotz zieht mich Rom immer wieder an. Wann es wohl möglich ist, wieder unkompliziert dorthin zu reisen?

Und immer noch die Frage: Farbe ja oder nein!

Den Petersdom zeichnete ich unter dem Aspekt, ob der Mensch für den Frieden geschaffen sei!

 

agebucheintrag 2.7.2020, Ist der Mensch für den Frieden geschaffen, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Tagebucheintrag 2.7.2020, Ist der Mensch für den Frieden geschaffen, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Es ist eine Unruhe in mir – Lyrik von Ulli Gau kombiniert mit Tagebucheintrag von Susanne Haun vom 29.6.2020

Posted in Blumen und Pflanzen, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 3. Juli 2020

 

Tagebucheintrag 29.6.2020, Im Schneckentempo, 20 x 15 cm, Tinte und Buntstift auf Silberburg Büttenpapier, Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2020Es ist eine Unruhe in mir

von (c) Ulli Gau (-> Klick)

Es ist eine Unruhe in mir
ein Pendeln dazwischen
Untergang und Auferstehung
Freude
echte Freude, ja
Traurigkeit und
Sorge
Wut
Ohnmacht
Liebe
immer wieder Liebe
wo
ist Heimat
ein Herz eine

Rumpelkammer

wovon

zehren

mutvoll

mundvoll zu viel
es ist ein Pendel
dazwischen.

49 Wörter

Liebe Ulli, herzlichen Dank für die doppelte Inspirationsquelle durch deiner Lyrik (-> Klick) und deinem Foto (-> Klick)

 

Bücherzählung 2019 – Susanne Haun

Posted in Buchtip, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Januar 2020

 

12 Weihnachtsangebot - Duras - Manchmal bin ich lange Zeit leer (c) Zeichnung von Susanne Haun

12 Manchmal bin ich lange Zeit leer – inspiriert von Marguerite Duras (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Auf Petras Blog (siehe hier) las ich von der großen „Buchzählung“. Petra fragte sihc von der Frauenleserin Kerstin Herbert inspiriert, die zur Zählung von Büchern aufrief, ob 2019, das Jahr der Frauen in der Buchwelt war?

Ich weiss nicht, wieviele Bücher ich 2019 gelesen habe!

Ich schreibe kein Lesetagebuch mehr. Vielleicht sollte ich da eine Seite auf meinem Blog einrichten ;-). Immerhin hat mich der Beitrag inspiriert, eine kleine Auswahl von Büchern, die mir 2019 gefallen haben, hier aufzuzählen.

Ich habe Delia Owens mit dem Gesang der Flusskrebse entdeckt, ich werde sicher mehr von ihr lesen. Nachdenklich haben mich die Zeuginnen von Atwood gemacht und das achte Leben, ein Buch von über 1.000 Seiten von Nino Hartischwile hat mir sehr gefallen. Krimis habe ich von Val McDermid gelesen, bis sie mir zu schrecklich wurden. Dörte Hansen hat mich mit ihrer Mittagsstunde unterhalten und Terésia Mora mit der Liebe unter Aliens. Kennt eine / einer von euch das Buch über die römische Familie von Francesca Melandri, von der sie im Buch Alle außer mir berichtet? Auch Daniela Krien und ihre Liebe im Ernstfall bin ich nach Leipzig gefolgt, um dort vier Frauen wie du und ich kennenzulernen.

Bedanken möchte ich mich bei Tanja Bethke, die Buchhändlerin der Buchhandlung am Schäfersee (siehe hier), wo ich meine Bücher, wenn ich sie nicht als Hörbuch höre, bestelle und abhole. Ich mag das Abholen, das wir immer mit einer gemeinsamen Mittagspause verbinden.

 

Die Fünf Lebensstufen der Frau (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Fünf Lebensstufen der Frau (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Kerstin Herbert, die bloggende Frauenleserin, die zu dieser Blogparade aufrief, stellte noch einige Fragen zum Leseverhalten von uns Lesern und Leserinnen, die ich beantworten möchte:

Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Ich lese sehr ausgewogen und mache mir keine Gedanken, ob ich ein Buch von einer Frau oder von einem Mann lese, hauptsache der Inhalt fesselt und inspiriert mich oder macht mich nachdenklich. Nachdem ich aber gezählt habe, habe ich festgestellt, dass ich 19 Bücher von Männern und 14 Bücher von Frauen gelesen habe. Ich lasse hier mal die Fachbücher weg und zähle wirklich nur die Belletristik auf. Bei den Fachbüchern Kunstgeschichte und Kunst ist ganz sicher die „Männerquote“ höher.

Welches Buch einer Autorin ist Dein Lesehighlight in 2019?

Das kann ich nicht sagen, ich denke, die oben aufgezählten Bücher von Frauen gehören tatsächlich neben Stanisic, Würger, Lem, Schami, McEvan und Sutter zu den Büchern, die ich 2019 gerne gelesen habe. Ich trenne ungern zwischen Frauen und Männern, ich halte diese Trennung kontraproduktiv zur Emanzipation der Frau.

Welche Autorin hast Du in 2019 für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?

Da kann ich wieder nur auf die oben aufgezählten Autorinnen verweisen, keine ist besser als die andere, alle Bücher waren auf ihre Art sehr gut.

Welche  weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich besonders beeindruckt (und warum?)

Da nenne ich doch mal die Künstlerin Louise Seidler, die zum größten Teil nur als Randnotiz in der Fachliteratur zu den Deutsch-Römern (Romantikern) des 19. Jahrhunderts genannt wird. Vielleicht gebe ich ihr in meiner Dissertation einen größeren Platz, um sie bekannter zu machen. Sie hatte es tatsächlich als weibliche Künstlerin im 19. Jahrhundert sehr schwer.

Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2020 unbedingt lesen?

Das ergibt sich aus der Laune zwischen beendeten und angefangenen Buch heraus und ich kann es jetzt nicht sagen. Ich lese gerade die Gestirne von Eleanor Cutton. Ich bin am Anfang des Buches, weiss aber schon, dass es mir sehr gut gefällt und ich es zuende lesen werde.

 

 

 

Zitat am Sonntag – Teresa von Ávila

Posted in Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 24. November 2019

 

Was am meisten Liebe in euch weckt, das tut.

Teresa von Ávila (1515 – 1582), Heilige und Schutzpatronin

 

Teresa von Avila, Rom 2015 (c) Foto von Susanne Haun

Teresa von Avila, Rom 2015 (c) Foto von Susanne Haun

 

Vom Leben und Wirken der heiligen Teresa erfuhr ich 2013 im Grundkurs Kunstgeschichte an der Uni. Mich faszinierte die Herangehensweise des Künstlers bei der Erstellung der Statue der Heiligen in mystischer Verzückung  in der Cornaro-Kapelle in der Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria in Rom. Leider wurde zu der Zeit, wo wir uns die Kapella anschauten, das Innere restauriert, so dass das „Seherlebnis“ nicht ganz so ausgefallen ist, wie ich mir das erhofft hatte.

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Teresa von Ávila, zitiert nach Kopf- & Nebensachen, in Flow, Hamburg, S.108.

 

Zeichnerische Notizen Ostia Antica – Susanne Haun

Posted in Tiere, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 7. Dezember 2018

 

Viele Jahre (ab 1999) habe ich meine täglichen Zeichnungen auf Silberburg Büttenpapier gezeichnet.

Mit dem Verwenden von Antiktusche von Rohrers wechselte ich das Papier. Die Antiktusche ist einfach zu pigmenthaltig (zu fett), um auf dem 125g starken Silberburg Büttenpapier zu zeichnen. Die Tusche schlug durch.Seither verwendete ich Aquarellkarton oder Büttenpapier von Hahnemühle von mindestens 300g/m² Stärke. Beim Aufräumen fiel mir ein Paket Silberburg-Papier in die Hände und ich beschloss, es zu verbrauchen.

So arbeite ich meine italienischen Eindrücke in kleinen Arbeiten der Größe 15 x 20 cm auf. Tusche verwende ich von der Firma standardgraph. Sie ist nicht so fett und schlägt nur durch das dünne Papier, wenn ich mit der Feder besonders schwungvoll aufdrücke. Zusätzlich zur Tusche habe ich auf die letzte Zeichnung Aquarellfarbe von schmincke gesetzt.

 

Mit was fange ich an? – Ostia Antica Rom – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Latium, Reiseberichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 30. November 2018

 

Rom - Ostia Antica - Athene - Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

Rom – Ostia Antica – Athene – Zeichnung von Susanne Haun (c) VG Bild Kunst, Bonn 2018

 

Ich weiß gar nicht, welche Seiten meiner zahlreichen noch nicht im Blog veröffentlichen Skizzenbücher ich als erstes hier aufarbeiten und in meinem Blog-Gedächtnis bewahren sollte.

Vielleicht ist es klug, mit der letzten Reise ins Latium um Rom zu beginnen, dann über Berchtesgaden nach Kopenhagen zu wandern. Auch vom Gasometer in Berlin Schöneberg habe ich noch nichts geschrieben und die letzten Afrikatage an den Viktoriafällen sind auch noch offen. Aber Eile mit Weile und nun bloß keinen Stress!

Die heute gezeigten Zeichnungen sind im Oktober entstanden. Im Rahmen meiner Masterarbeit wollte ich mir den Ort der Zeichnung, die ich bespreche, anschauen: Olevano, ein kleines Bergdorf etwa 75 km von Rom entfernt.

 

 

Am ersten Tag dieser Reise schauten wir uns jedoch erstmal den alten Hafen Roms an. Ostia Antica ist das Ausgrabungsgelände der antiken Stadt Ostia, der ursprünglichen Hafenstadt des antiken Rom. Ich war begeistert und die Ausgrabungsstätte gefiel mir sehr viel besser als das Forum Romanum. Kein Anstehen an der Kasse, keine Menschenmengen und schönster blauer Himmel begleiteten unseren Besuch. Das Gelände war so groß, dass wir leider nicht alles besichtigen konnten, wir waren nach dem frühen Flug aus Berlin müde und dachten, wir könnten uns am letzten Tag nochmal das Gelände anschauen. Leider war der letzte Tag ein Montag und die Ausgrabungsstätte ist immer Montags geschlossen. Ein Grund wieder das Latium zu bereisen. Schließlich möchte ich noch den Rest des Hafens sehen.

 

Ostia Antica bei Rom (c) Foto von Susanne Haun

Ostia Antica bei Rom (c) Foto von Susanne Haun

 

In einem Museum waren viele der mir schon aus der Abgusssammlung in Berlin Charlottenburg bekannten Skulpturen untergebracht. Damit die Besucherin, der Besucher auch „anständige“ Fotos mit nach Hause nehmen kann, waren die Wände hinter den eindrucksvollsten Werken mit schwarzem Stoff bezogen. Ich konnte mich nicht satt sehen und mein Finger war fast nicht vom Auslöser des Fotoapparats wegzubekommen. Natürlich habe ich auch nicht, wie die Seiten meines Skizzenbuchs zeigen, das Zeichnen vergessen.

 

 

Unser Hotelzimmer war in Fiumicino, also der „Flughafenstadt“ Roms. Ich amüsiere mich immer noch. Ich dachte, wenn ich schon in Berlin in der Nähe des Flughafen Tegel lebe und gewöhnt bin, dass bei der „falschen“ Windrichtung die Flugzeuge fast im Minutentakt ab 6 Uhr über mein Schlafzimmer donnern, dann könnte ich das auch in Fiumicino aushalten. Dort jedoch fliegen die Flugzeuge gleich über das Meer ein- bis zweimal Morgens und Abends und stören die schlafende Stadt nicht!

Ich habe lange nicht mehr so ausführlich gebloggt, dass ich bei der Auswahl der Fotos tatsächlich eskaliert bin. 70 Fotos habe ich hochgeladen. Drei Tage habe ich immer wieder an diesem Beitrag gearbeitet, mal geschrieben und mal die Fotos bearbeitet und hochgeladen.

 

 

Besonders mag ich Textbruchstücke. Das Abstrahieren der Buchstaben durch die Brüche fasziniert mich. Bei Utz Benkel auf dem Blog zu seiner Südamerika Reise (siehe hier) habe ich gesehen, wie gut kleine Filmschnipsel in einem Reisebericht wirken. Ich filme diese kleinen Reisedokumente sonst immer nur für mich als Notiz.

 

 

 

Seneca – Philosoph und Lehrer Neros sowie die Farbe Blau – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Philosophie, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Januar 2017

 

Seneca wurde 4 Jahre v.Chr. in Cordoba geboren, sein Vater nahm ihn früh mit nach Rom, um Reden Ciceros zu hören.

 

2 Meine Vorstellung von Seneca - Blau - Version 1 - 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Meine Vorstellung von Seneca – Blau – Version 1 – 25 x 25 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Seneca widmete sich dem Studium der Rhetorik, Philosophie und Literatur. 54 nach Christus begann er den 17jährigen Nero zu unterrichten. Mit 69 Jahren verlangte Nero von Seneca den Tod, er beschuldigte ihn an der Mitwisserschaft an einer Verschwörung gegen ihn. Seneca vergiftete sich.

Bei Senecas Schriften steht die Etik im Mittelpunkt. Er wollte mit seinen Gedanken praktisch wirkend  helfen, das Leben der einzelnen zu gestalten.

Ich habe es schwierig empfunden, nach den Büsten mit Senecas Abbild zu zeichnen. Keine Falte und kein Charakterzug scheint der Stein zu offenbaren. So half ich mir mit der Farbe blau um die carput mortuum Tusche zu vertiefen.

 

„Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet. Du verlierst dadurch das Heute.“
Seneca, DE BREVITATE VITAE²

 

 

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²http://www.dennis-kleine.com/seneca/seneca-zitate.html, 3.1.17, 10:14 Uhr

Aus der Schreibwerkstatt – Sagenumworbender Schatz – Susanne Haun

Posted in Architektur, Kunstgeschichte, Rom, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Juni 2015

Ich möchte Text und Zeichnung verbinden.

Dazu sollte ich auch einiges mehr über das Schreiben wissen als bisher. Also besuche ich an der Uni das Seminar „Schreibwerkstatt“.

Ich habe in den letzten Jahren im Rahmen meines Studiums einige Hausarbeiten geschrieben und festgestellt, dass mir Recherche, Schreiben und vorweg eine These finden, großen Spaß machen. Wichtig ist mir dabei immer auch ein gut recherchierter Abbildungsteil. Denn ich studiere Kunstgeschichte und das bedeutet auch „lapidar“ gesagt, gute Abbildungen mit Text zu verbinden.

Zur Zeit schreibe ich eine Hausarbeit über den Titusbogen in Rom (siehe hier meinen Bericht dazu). In der Schreibwerkstatt sollten wir einen 3.000 Zeichen langen Zeitungsartikel zu unserem Thema schreiben. Die Bilder, die wir in Rom vom Titusbogen fotografierten, sehen aus, als ob sie unscharf wären. Das sind sie nicht, das Relief des Titusbogen ist in den letzten 2.000 Jahren immer mehr zerfallen. Der Bogen steht in Rom unter freien Himmel  am Eingang des Forum Romanum. Deshalb ist er auch den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Diese sind in Rom nicht unerheblich und die Forscher können beobachten, wie die alten Bauwerke immer mehr Schaden nehmen.

Zur Verdeutlichung des Beutereliefs im Titusbogen habe ich eine einfache lineare Zeichnung des Reliefs gezeichnet.

 

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

Stilisierte Beute (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Sagenumwobener Schatz

Schatzjäger suchen die geraubten Heiligtümer aus dem jüdischen Tempel

Vom legendären Schatz des jüdischen Tempels in Jerusalem fehlt weiterhin jede Spur. Der Leuchter, der Schaubrottisch aus purem Gold, die Posaunen und auch die Worte Gottes bleiben verschwunden. Viele Schatzjäger haben sich seit dem Verschwinden des Schatzes auf dem Weg gemacht, gegraben, geforscht und recherchiert – ohne Erfolg!

Von 66 bis 70 nach Christus tobte der Krieg zwischen Juden und Römer und war mit großen Verlusten auf beiden Seiten verbunden. Der Krieg fand auf jüdischem Territorium statt. In einer letzten großen Schlacht gewann der mutige und stattlich anzusehende Kaiser Titus aus dem Geschlecht der Flavier. Er raubte zum Entsetzen der Bevölkerung Judäas den Tempel aus und brannte ihn anschließend nieder. Ein wichtiges Kulturdenkmal ist damit bis fast auf die Grundmauern niedergebrannt. Einzig erhalten ist die sogenannte Klagemauer, die heute als wichtigste religiöse Stätte des Judentums gilt.

Mit judäischen Kriegsgefangenen im Tross und dem Tempelschatz im Gepäck machte sich Kaiser Titus mit seinem Heer auf den langen Weg nach Hause zur Stadt Rom. Er reiste über Berytos, Syrien, Antiocheia und Ägypten. In jeder großen Stadt, die er durchquerte, veranstaltete er prunkvolle Spiele, bei denen judäische Gefangene durch ihren Tod die Schaulust der Stadtbewohner befriedigten. Der römische Senat bewilligte seinem heimkommenden Helden die größte Ehre: einen Triumphzug durch Rom. Dazu wählte Titus die beiden Anführer der Juden, Simon und Johannes, sowie 700 weitere Gefangene, die durch Größe und Schönheit auffielen, aus. Sie wurden in prachtvolle Gewänder gekleidet, um dem römischen Volk die Wichtigkeit der Gefangenen zu zeigen. In Rom wurde Titus von seinem Vater Vespasian erwartet und beide schmückten sich gottgleich mit Purpurgewändern und Lorbeerkränzen, um ihrem Volk entgegen zu treten. Der Priester Josephus, ein judäischer Augenzeuge mit römischem Bürgerrecht, berichtete über den Triumphzug: „Es ist unmöglich, die Menge der hierbei gezeigten Kunstwerke, Luxusgegenstände und Naturseltenheiten gebührend zu schildern. Gold, Silber und Elfenbein in verschiedensten Formen.“.
Nach dem Triumph errichtete Vespasian mit Hilfe seiner Söhne für die Friedensgöttin Pax einen Tempel, in dem er alle Heiligtümer aufbewahrte und zeigte, die die Familie während ihrer Feldzüge gesammelt hatte. Hier sollen auch goldene Gefäße aus dem Tempelschatz der Juden einen Platz gefunden haben. Um den Triumphzug zu dokumentieren, baute Domitian, Titus Bruder, einen Triumphbogen. Er gab zwei Reliefs mit Szenen des Triumphs in Auftrag, die heute noch die Innenwände des Bogens zieren. Der sogenannte Titusbogen erinnert das römische Volk an den großen Sieg der Flavier.

Viele sagen, dass die weitere Suche nach dem Tempelschatz zwecklos sei und Titus nach dem Zuschaustellen Teile des Schatz für den Bau des Kolloseums verwendet hat, um dem römischen Volk Brot und Spiele zu geben und es zufrieden zu stellen.

Moderne Architektur in Rom – Dia Padre Misericordioso

Posted in Architektur, Reiseberichte, Rom by Susanne Haun on 1. Juni 2015

Am vorletzten Tag unseres Aufenthalts in Rom sind wir eine halbe Stunde mit der Straßenbahn zur modernen Kirche Dia Padre Misericordioso gefahren.

 

Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von M.Fanke

Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von M.Fanke

 

Wir hatten im Reiseführer von der Kirche gelesen und wollten sie gerne im Kontrast zum alten Rom sehen. Es war sehr angenehm aus der vollen Stadt heraus zu kommen und da wir beide Fans von moderner Architektur waren, freuten wir uns auch auf die Kirche.

Leider konnten wir nicht hinein, es fand gerade eine Beerdigung statt und so schön, um dort 4 Stunden zu warten, so schön war die Umgebung nicht. Der „Lack der Kirche“ ist auch schon etwas ab. So schön weiß, wie sie auf den Fotos zu sehen ist, ist sie nicht mehr. Der Putz schlägt Bläschen und es gibt rotbraune und schwarze Flecken auf der Fassade.

Der Name der Kirche bedeutet: Gott, der barmherzige Vater. Sie liegt im Stadtviertel Tor Tre Teste und wurde nach den Plänen des US-amerikanischen Architekten Richard Meier erbaut und im Jahr 2003 eingeweiht.

„Der Kirchenbau, mit 40 m Länge und 31 m Breite eher klein gehalten, repräsentiert ein stark stilisiertes Schiff mit drei Segeln. Die Segel haben eine Höhe von 17, 22 und 27 m. Der Kirchturm ist 20 m hoch. Das Schiff steht, im Rückgriff auf die christliche Symbolsprache, für die Universalkirche als Volk Gottes, das durch die „See“ des dritten Jahrtausends segelt. Die drei leicht konkaven Schalen („Segel“) stehen auch für die Dreifaltigkeit, wobei die innerste und größte, die den Gottesdienstraum überwölbt, auch als Symbol des Schutzes Gottes für die christliche Gemeinschaft gesehen werden kann. Die äußerste Schale wölbt sich über der Tauf-, die mittlere über der Sakramentskapelle.“ können wir in Wikipedia lesen.

 

Die Segel der Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von Susanne Haun

Die Segel der Dia Padre Misericordioso, Rom (c) Foto von Susanne Haun

 

Ich bin froh, dass wir uns die Kirche wenigstens von außen ansehen konnten. Außerdem haben wir fantastisch und preiswert in der Nähe gegessen und konnten den für Romreisende nicht üblichen Stadtteil betrachten. Und wenn wir Rom wieder einmal besichtigen, dann werden wir sicher auch das Innere dieser Kirche sehen.

 

 

Moses mit Hörnern und Petrus‘ Ketten in Rom

Posted in Kunstgeschichte, Reiseberichte, Rom, Vergänglichkeit, Zeichnung by Susanne Haun on 21. Mai 2015

„Als Michelangelo den Moses vollendet hatte, gab es kein Werk zu sehen, ob antik oder modern, das daneben bestehen konnte.
schrieb Vasari in seinen Künstlerbiografie Anfang des 16. Jahrhunderts.

Moses mit Hörner (c) Zeichnung von Susanne Haun

Moses mit Hörner (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Hörner auf Moses Kopf gehen auf einen Übersetzungsfehler zurück: Im hebräischen Urtext, der keine Vokale kennt, steht das Wort „krn“. Als man später den Text mit Vokalen versah, wurden zwei „e“ eingesetzt, so werden aus „krn“ -> „keren“ sprich „gehörnt“. Der Fehler wird in die lateinische Bibelübersetzung übernommen. Michelangelo nahm diese Beschreibung Moses in der Vulgata als Vorbild für seine Skulptur. Moses wird in dem Moment dargestellt, da er mit den Gesetzestafeln vom Berg Sinai im Anblick des Tanzes um das Goldene Kalb zurückkehrt.

 Michelangelos Kenotaph für Papst Julius II. (c) Foto von M.Fanke

Michelangelos Kenotaph für Papst Julius II. (c) Foto von M.Fanke

Michelangelo schuf in der Kirche San Pietro in Vincoli ein Kenotaph für Papast Julius den II, das auch den gehörnten Moses beinhaltet. Wer von den beiden Frauenfiguren, die ich fotografiert habe Lea und wer Rachel ist, habe ich leider nicht mehr im Kopf. Michelangelo vollendete das Grabmal 1542 – 45.  Vor dem Kenothap steht ein Automat, füttert ein Besucher ihn mit 1 € geht ein Licht an, was das Kenothap völlig überstrahlt. Das fotografieren im dunkeln ergab eindrucksvollere Fotos.

Die Ketten Petrus' - Reliquie in San Pietro in Vincoli (c) Foto von Susanne Haun

Die Ketten Petrus‘ – Reliquie in San Pietro in Vincoli (c) Foto von Susanne Haun

Ich mochte die weniger besuchten Grabmähler im linken Seitenschiff der Kirche. Die Sklette schauten lustig in die Runde.

Ihren Namen „Petrus in Ketten“ erhielt die Kirche nach der Reliquie der Ketten des Petrus, mit denen er angeblich nach Rom gebracht wurde.

 

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