Susanne Haun

Susanne Haun Zitat am Sonntag – Folge 194 – Platon

Posted in Zeichnung, Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 11. Juni 2017

 

Das Denken ist das Selbstgepräch der Seele.

Platon

 

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerung und Zeichnung auf Angiografieaufnahem  des Selbst von Susanne Haun

 

 

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Zitiert nach Zitatkalender aus der Helmut Lingen Verlag Gmbh, 2016 Köln, Kalenderblatt 5. Juni 2017

Die Küchenuhr von Borchert – Illustrationen von Susanne Haun

Posted in Borchert - Die Küchenuhr, Zeichnung by Susanne Haun on 20. März 2017

 

Im Januar bewarb ich mich für den Otto-Dietscher-Preis 2017 für Illustration.

 

1 Die Kuechenuhr - innerlich ist sie kaputt (c) Zeichnung von Susanne Haun

1 Die Kuechenuhr – innerlich ist sie kaputt (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Es waren drei Texte vorgegeben, aus denen einer ausgewählt und zwischen 3 bis 5 Illustrationen angefertigt werden sollten. Die Zeichnungen durften nicht signiert, nur mit einer Nummer gekennzeichnet sein, damit „der Künstlername“ keine Rolle spielte.

Leider ist meine Illustration nicht ausgewählt worden. Hier findet ihr die Preisträger.

Die Generation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Weltkriegs stirbt, nur noch wenige Augenzeugen leben. Ich gehöre zur Generation der Kriegsenkelkinder. Meine Oma berichtete mir, wie es war, ausgebombt zu werden, sie erzählte anschaulich, wie ganze Straßenzüge brannten und das Feuer mit seinem Licht die Nacht zum Tag und mit seiner Wärme den Winter zum Sommer machte. In Berlin, meiner Heimatstadt, waren in den 70iger Jahren, in denen ich aufwuchs, noch die Kriegsschäden zu sehen. Inzwischen sind sie fast ganz verschwunden.

In der Schule gehörte die Küchenuhr von Borchert zur Pflichtlektüre. Schon als ich sie mit 15 Jahren zum ersten Mal las, knüpfte ich Verbindungen von der Uhr zu den Erlebnissen meiner Oma.

 

2 Die Kuechenuhr - er kam nach Hause ins Paradies (c) Zeichnung von Susanne Haun

2 Die Kuechenuhr – er kam nach Hause ins Paradies (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Borchert verwendet sehr einfache, stilistische Mittel. In knappen Sätzen verwendet er die Sprache der armen, einfachen Menschen, von denen die Geschichte handelt. Aufgrund dessen entschloss ich mich, Marker und Layoutpapier für die Illustration der Geschichte zu verwenden. Die Linien der Marker können nicht durch Druck modelliert werden, ein Mischen der Farben ist nicht möglich. So einfach wie Borchert seine Geschichte erzählt, so einfach habe ich die Illustration gestaltet. Die Linien sollen die Intention des Autors aufnehmen und vermitteln. Wichtig war für mich beim Illustrieren die Semantik der um halb drei stehen gebliebenen Küchenuhr, weswegen sie in allen drei Blättern aufgenommen wird. Die Farbe Blau symbolisiert die Zeit des Paradieses vor dem Krieg, die Zeit nach dem Krieg wird in zwei Grautönen dargestellt.

In den drei Blättern sind die Kernaussagen Borcherts „Trümmerliteratur“ festgehalten:

Blatt 1: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – innerlich ist sie kaputt, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier
Blatt 2: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – er kam nach Hause ins Paradies, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier
Blatt 3: Susanne Haun, Die Kuechenuhr – sie sahen ihn nicht an, 30 x 40 cm, 2017, Zeichnung, Marker auf Layoutpapier

Borchert möchte den Leser zum Nachdenken über den Krieg anregen, die Küchenuhr ist in der Vorderansicht das Symbol für das verlorene Paradies vor dem Krieg und in der Hinteransicht zeigt sie die Zerstörung der Seele des Mannes. Der Mann ist seelisch überfordert mit der Situation. Die Zuhörer sind gleichgültig, der Mann hat keine Familie mehr, der er seine Not anvertrauen kann, er vertraut sich Fremden an. Borschert löst mit seiner Erzählung starke Gefühle aus, die auf den Illustrationen bildlich dargestellt sind.

 

3 Die Kuechenuhr - sie sahen ihn nicht an (c) Zeichnung von Susanne Haun

3 Die Kuechenuhr – sie sahen ihn nicht an (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

 

Etwas Erholung mit Blumen – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Blumen und Pflanzen, Zeichnung by Susanne Haun on 20. April 2016

 

Es ist gut, sich zwischendurch auszuruhen und die Seele mit ein paar Blumen baumeln zu lassen.

 

Die Engel haben die Seelen gemacht! – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 12. August 2013

“Die Hernianer: Die Engel haben die Seelen gemacht!
Die Priscillianer: Der Teufel hat die Welt gemacht!”

Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Oft lohnt es sich, ein Thema mehrmals zu bearbeiten. Sehr unzufrieden war ich mit meiner ersten Umsetzung des obigen Zitats und ich nahm mir schon sehr bald nach der Fertigstellung vor, es nochmals zu interpretieren.
Hier seht ihr meine letzte Umsetzung vom 10.7.2013.

Der Teufel (c) Zeichnung von Susanne Haun

Der Teufel (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich möchte zu Flauberts Worten Martin Häusler aus dem Blog Rumgekritzel zitieren. Er hat in den Kommentaren zu meiner letzten Zeichnung zum Thema das Zitat erläutert:

„Kleine Erläuterung zu der sehr schwierigen Flaubert-Stelle: Die Priscillianer waren die Anhänger des Priscillian von Avila (um 350), die der Meinung waren, die Welt wäre als solche von vorneherein schlecht, eben vom Teufel gemacht. Diese Lehre hatte damals einige Anhänger, ist vom christlichen “Mainstream” als falsch verurteilt worden, findet sich aber bis heute in gewissen esoterischen Kreisen. Die Hernianer sind die Anhänger von Hermas, dessen lange und schwierige prophetische Schrift “Der Hirt des Hermas” (um 150) in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten viel gelesen worden ist. Hier haben wir die Ergänzung: Wenn alles Irdisch-Materielle des Teufels ist, dann ist der menschliche Körper auch des Teufels. Das Gute im Menschen kann folglich nur von den Engeln geschaffen sein und es darf nichts Materielles sein – da bleibt nur die Seele übrig. Auch das ist nicht christlicher “Mainstream”, sondern gnostischer Dualismus, wiederum in einigen esoterischen Zirkeln sehr beliebt.“

Die Engel haben die Seelen gemacht - 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Engel haben die Seelen gemacht – 65 x 50 cm (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ich habe das Zitat gewählt, weil ich es auf dem ersten Eindruck so schön klar fand. Da gibt es eindeutige Abgrenzungen, ein Gut und ein Böse. Aber ich musste bei Martins Erklärung dann schmunzeln: nichts anderes als die Seele bleibt für die Engel übrig. Ich bin KEINE Esoterikerin und ich bin auch NICHT übermäßig gläubig. Vielleicht kann ich deshalb die Ironie im Zitat sehen.

For my english speaking reader:
I draw the quote: “The soul is made from the angels.” ones more. I’am not satisfaction with my first draw but I like the second one.

Zitat am Sonntag – Folge 2 – Marguerite Duras

Posted in Zitat am Sonntag by Susanne Haun on 28. Juli 2013

„Ich weiß nicht, was ein Buch ist. Niemand weiß es. Aber man weiß, wenn eines da ist. Und wenn nichts da ist, weiß man es, wie man weiß, dass man noch nicht tot ist.“
Marguerite Duras in ihrem Buch „Schreiben“.

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Am Mittwoch war ich beim Treffpunkt Kulturmanagement zu besucht. Hier könnt ihr eine Aufzeichung der Veranstaltung sehen und hier die Ankündigung der Veranstaltung auf Christian Henner-Fehrs Kulturmanagement Blog.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Christian für die Einladung bedanken. Es war auch für mich sehr anregend und inspirierend und ich habe viele Leute kennengelernt und bin noch dabei, die Emails, die ich im Anschluss der Veranstaltung erhalten habe, zu beantworten.

Heute bin ich so auf den Blog Kunst und Wirtschaft von Helga Stattler und Karin Wolf aufmerksam geworden und habe einige Beiträge gelesen. Besonders interessant fand ich den Beitrag über die Rolle von Kunst und KünstlerInnen, in dem Edgar H. Schein zu Wort kommt (seht hier).

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Die Seele – ein Welträtsel – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 10. Juli 2013

Es wird Zeit, sich wieder Flaubert und dem Antonius zuzuwenden.

Die Ausstellungseröffnung in Köln ist schon am Samstag, den 31. August 2013 ab 16 Uhr im Raum Lotus im Tor 28, Machabäerstraße 28 50668 Köln. Ich freue mich schon sehr, es haben einige Blogger ihr Kommen angekündigt und so wird es auch ein reales Bloggertreffen.

 Die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

So habe ich mich in der letzten Woche mit der Seele beschäftigt, um das folgende Zitat zeichnerisch darstellen zu können.

„Die Hernianer: Die Engel haben die Seelen gemacht!
Die Priscillianer: Der Teufel hat die Welt gemacht!“ Gustave Flaubert in den Antoniusversuchungen

Über die Seele könnte ich Wochen zeichnen und schreiben, ein sehr umfangreiches und interessantes Thema.

„Ist doch die Seele wohl das undurchsichtigste und unnahbarste Gebilde, mit dem sich wissenschaftliches Denken je beschäftigt hat“ C.G. Jung

Lateinisch anima, griechisch pneuma, gotisch us-anan, arabisch rih wird die Seele auch als Atem oder ausatmen, hauchen, mühsam atmen bezeichnet.
Ohne unseren Atem haben wir auch kein Leben. Und heißt es nicht, dass unsere Seele entfährt, wenn wir sterben also aufhören zu atmen?

Überlegt nicht jeder von uns zu irgend einem Zeitpunkt, was es bedeutet, eine Seele zu besitzen oder was es bedeutet, Mensch zu sein?

Flaubert schreibt also, dass die Engel die Seelen machten.
Ich denke, das Mensch sein ist im Laufe der Evolution entstanden.

Die Engel machten die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Die Engel machten die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Aber auch wenn es im Laufe der Evolution entstanden ist, so ist sie doch wie unser Gehirn, unser Haut oder auch unser Herz ein biologisches Produkt. Das Herz haben wir im Laufe der Jahrhunderte schon sehr gut erforscht aber unser Gehirn, unsere Seele bietet dem Menschen in seinem Forscherdrang noch viele Geheimnisse oder Welträtsel.

For my english speaken reader:
I go back to Flaubert and Antonius because end of August is the next exibition to this project in Köln. Flaubert wrote „The soul is made from the angels.“ I think about it and I think, the soul is made in evolution.

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Jung, C.G. Hrsg. Alt, Frank. „Worte der Seele“, Freiburg.2000.
Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

„Erinnern heißt Vergessen“ – Zeichnungen von Susanne Haun

In meinem Kopf hat sich eine Gedankenkette inklusive Reizüberflutung gebildet.

In einer solchen Kette fliessen viele meiner Gedanken, die ich aktuell habe, vom Kopf in die Bilder.

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Ich und meine Seele (c) Fotoüberlagerund und Zeichnung von Susanne Haun

Heute vermischt sich Christoph Schlingensief mit Seele und Gehirn.
In der Bücherei habe ich mir „Christoph Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia“, ausgeliehen.
Im Buch schreiben Kollegen, Historiker, Jounalisten und Sammler über Schlingensief.

Der theaterschaffenden Carl Hegemann schrieb das Kapitel „Erinnern heißt Vergessen“ und zitiert gleich im ersten Absatz Boris Groys:
„Wenn eine Kunst wie Kunst aussieht, gilt sie nicht als Kunst, sondern als Kitsch. Wenn die Kunst wie Nicht-Kunst aussieht, ist sie einfach Nicht-Kunst.“

Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ hat Schlingensief sein Fluxus-Oratorium (Bühneninstallation) genannt. Riesige Röntgenbilder seiner Lunge, seines Geschwürs, werden gezeigt, zusammen mit einem Hasen und Bilder von Menschen, die alle verzweifelt und gequält aussehen. Am besten ihr geht hier auf die Homepage des Projekts.

Versteht ihr mich jetzt?

Wie bin ich zu meinen heutigen Bildern gekommen? Wie kann die Erinnerung gleichzeitig Vergessen sein und was sagt der Satz von Groys aus?

In den letzten 5 Jahren sind wiederholt Angiografie Aufnahmen von meinem Gehirn gefertigt worden.
Wenn ich davon ausgehe, dass die Seele das Gehirn ist, dann habe ich Fotos meiner Seele.

Ich nahm die Bilder von meinem Gehirn, schaute sie mir an und fragte mich, ob das wirklich ein Abbild meiner Seele sein soll?

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich (c) Foto und Zeichnungsüberlagerung von Susanne Haun

Ich brauchte eine Woche, um mich zu entscheiden diese intimen Bilder meiner selbst zu überlagern und dann hier zu zeigen.
Und ich brauchte eine weitere Woche, um diese Überlagerungen mit den Portraits technisch zu meiner Zufriedenheit zu realsisieren.

Was bedeutet erinnern? Mein Blog ist ein großer Teil meiner Erinnerung,  meiner zeichnerisch, künstlerischen Erinnerung. Bildung basiert auch auf Erinnerung. Das ist aber eine „innere Erinnerung“ eine Erinnerung auf uns selbst bezogen. Nach außen bezogen lautete die Frage, wie erinnern wir uns an Verstorbene? Schlingensief hat eine breite Spur für uns zur Erinnerung hinterlassen. Wan verblaßt die Erinnerung? Und ist das, an was wir uns in Bezug auf Schlingensief erinnern, wirklich auch das, was er sagen wollte.

Zur Erinnerung kommt immer die Wahrnehmung hinzu und schon haben wir wieder tausende von Wahrheiten.

Lassen sich diese Wahrheiten mit den Verästelungen des Gehirns erklären? Was sehe ich auf den Bildern meines Gehirns nun wirklich … ich bin skeptisch, dass diese Fotos meine Seele darstellen sollen. Muss da nicht mehr sein?

Nun kommen wir zu Groys. Er ist generell schwer zu verstehen und so ein einziger Satz aus dem Kontext genommen ist natürlich immer problematisch. Ist ein Röntgenbild Kunst? Und wenn ja, wer ist dann der Künstler? Die Radiologin? Es ist ein Abbild wie ein Foto wie ein Portrait!

Denken wir an Duchamps readymades, das Pissoir. Der Künstler ist der, der die Arbeiten in die Galerie bringt, sie zum Kunstwerk erhebt. Duchamps schrieb übrigens noch auf dem Pissoir.

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Ich und der Baum (c) Fotoüberlagerung von Susanne Haun

Es war nicht einfach, die Röntgen – Bilder zu bearbeiten. Das erste Bild sieht auf dem ersten Blick unbearbeitet aus, ist es aber nicht. Ein Teil der Verästelungen entstand schon  durch Überlagerung beim Fotografieren. Ich musste die Bilder an meiner Balkontür anbringen, um genügend Licht zum fotografieren zu haben. Dabei habe ich gemerkt, dass die Bilder sich überlagern. Ich habe probiert und entscheiden, die kahlen Äste der Linde vor meinem Balkon sind perfekt in meinem Gehirnfoto. Die Unruhe um den Kopf habe ich einfach geschwärzt.

For my English-speaking readers:
In my head there is a chain of thoughts were completely overwhelmed has formed.
In such a chain flow many of my thoughts that I have known, from the head to the images. I took the pictures of my brain, she looked at me and asked me if it should really be a reflection of my soul? I work with them.

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Gaensheimer, Susanne. Hrsg. Christop Schlingesief, Deutscher Pavillion 2011, 54. Internationale Kunstausstellung La Biennale Di Venezia. Venedig 2011.

als löse sich der Kern seines Wesens – Flauberts Antonius – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Zeichnung by Susanne Haun on 12. Dezember 2012

„Es ist, als löse sich der Kern seines Wesens; sein Widerstand zerbricht; er stürzt auf die Matte!“
Gustav Flaubert in der Versuchung des heiligen Antonius

Dieser Satz ist unwiderruflich der letzte Satz des Kapitel I in der Versuchung des heiligen Antonius.

Blatt 69 löse sich der Kern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 69 löse sich der Kern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Sicher meint Flaubert hier die Seele, die er als Kern des Wesens beschreibt. Ich habe in diesem Zusammenhang über die Paragone, die Wettstreite der Künste, nachgedacht. In den Paragonen wurde diskutiert, welche Kunst die Edelste ist. Da Vince verglich in einem Traktat sogar die Musik mit der Malerei. Ich muss hier nicht schreiben, dass er zu dem Ergebnis kam, die Malerei ist die edelste aller Künste“

Hatte es Flaubert einfacher, die Seele mit Worten auszudrücken als Ute Schätzmüller und ich in unserem Antoniusprojekt (Hier der Blog zum Projekt) in der mit Malerei?

In der Ikonographie ist die Taube ein Sinnbild für die Seele. Um die Taube als Seele zu erkennen, benötigt der Betrachter jedoch das Wissen darum! So bin ich in den ersten beiden Arbeiten ohne Taube ausgekommen, konnte mich aber nicht beherrschen, wenigstens ein drittes Blatt mit Taube zu zeichnen.

Blatt 68 sein Widerstand zerbricht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 68 sein Widerstand zerbricht (c) Zeichnung von Susanne Haun

Als Übergang zu Kapitel II habe ich die Farben gewechselt. Ich werde im Kapitel zwei mit den Farben schwarz, ocker und sinna bis carput mortuum arbeiten.

Wenn ihr mehr von meinen Gedanken zu diesem dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier auf meinem Blog.

Blatt 67  löse sich der Kern (c) Zeichnung von Susanne Haun

Blatt 67 löse sich der Kern (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
„It is as if solving the core of his being, his resistance is broken, he falls to the mat!“
Gustav Flaubert in the Temptation of St. Anthony
This sentence is irrevocable, the last sentence of Chapter I of the Temptation of St. Anthony.
Sure Flaubert is referring to the soul, which he describes as the core of the being. I’ve been in this context about the Paragons, the contests of the Arts. In the Paragons were discussed, which is the noblest art. Since Da Vince compared in a tract even music with painting. I have to write here that he came to the conclusion that the painting is the most noble of all the arts „

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Flaubert, Gustave, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Venizianische Engel und die Seele – Überlegungen und Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Engel, Zeichnung by Susanne Haun on 11. Dezember 2012

Heute Morgen habe ich meine Fotografien aus Venedig betrachtet und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn die Engel aus den Fotos flögen.

Holen Engel die Seelen der Menschen, wenn sie sterben? Warum fühlt sich der Mensch geborgen, wenn er an Engel denkt?

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Unter einem der Kupferstiche mit einem Portrait Luthers von 1521 von Lucas Cranach steht folgende Inschrift:
“Des Lucas Werk ist dies Bild der sterblichen Gestalt Luthers, das ewige Bild seines Geistes prägt er selbst.”².
Ich berichtete hier.

In den Kommentaren des Beitrags diskutieren wir über die Seele des Menschen und was ist die Seele überhaupt?

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Klausbernd hat sehr lesenswert über die Seele aus dem Symbollexikon zitiert. Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Kommentar.

„Literatur: In der Literatur wird die Seele meistens als der Träger psychischer Vorgänge angesehen. So schrieb der Freud-Biograf Irving Stone einen Roman über S. Freud mit dem Titel „Der Seele dunkle Pfade“. Auch Graham Greene benutzte in dieser Weise den Begriff „Seele“ im Titel seines Romans „Zwiespalt der Seele“ und selbst der postmoderne amerikanische Romancier Douglas Adams fühlt sich vom Begriff der Seele angezogen, so dass er einen seiner ironischen Romane „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“ nennt. Paul Valéry und Umberto Eco setzen die Seele einer Person mit ihrem Gedächtnis gleich. Auch Augustinus sieht in seinen Bekenntnissen die Seele als Gedächtnis an: „Eine große Kraft ist das Gedächtnis […] und das ist meine Seele, das bin ich selbst.“
Pascal Mercier, Schweizer Autor und Philosophieprofessor in Berlin, schreibt: “Wir haben die Seele erfunden, um einen Gesprächsgegenstand zu haben, etwas, über das wir reden können, wenn wir uns begegnen.“ (aus „Nachtzug nach Lissabon“).“

Ich habe  aus dem Zitat den Teil herausgenommen,  den ich persönlich treffend finde; ich habe eine subjektive Auswahl getroffen.

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Natürlich ist die Seele immer wieder Gesprächsgegenstand, wie wir gerade merken.

Aber sind wir nicht ohne Gedächtnis seelenlos? Ohne Gedächtnis sind wir nicht mehr wir selber. Verlieren wir einen Teil unseres Gedächtnis, ist es, als ob ein Teil unserer Selbst verloren gegangen ist; schlimmer als ein physikalisch einfach zu fassendes Körperteil.  Wir verlieren ein Teil dessen, was uns ausmacht!

Eines der großen Geheimnisse auf der Welt ist unser Gehirn. Da unser Gehirn in vielen Dingen so unbegreiflich ist, sucht sich der Mensch ein fremdes Wesen wie einen Engel zur Erklärung. Ich finde die Vorstellung von etwas, was ALLES erklären kann schön, glaube aber nicht daran.

Ende 2008 las ich das Buch „Der Griff nach dem Gehirn“ von Friedhelm Schwarz und aus der Buchhandlung vom Hamburger Bahnhof kaufte ich von Michael O’Shea „Das Gehirn“.

Wer mag, kann auf der Seite Gehirn und Geist einiges über den Stand der Forschung und des Glaubens lesen.

Wie ich mit den Bildern zu meinem Gehirn umgehe und wie ich es für meine Kunst entdecke werde ich euch in den nächsten Tagen berichten!

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Tanz der venezianischen Engel 18 x 13 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:
This morning I looked at my photos from Venice and imagined how it would be if the angels fly away from the photos. Get Angel’s souls when they die? Why people feel safe, when he thinks of angels? I don’t think so, I think our soul is in brain!


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²Warnke, Martin. Cranachs Luther. Frankfurt am Main, April 1984.

Philosophen flüstern mir ins Ohr: BEWEGUNG – Animation von Susanne Haun

Posted in Animation, Betrachtungen zur Kunst, Konzeptkunst by Susanne Haun on 20. März 2012

Ihr fragt euch, was eine Animation ist?

Bei einer Animation wird durch die Zusammensetzung mehrerer einzelner Bilder ein bewegtes Bild geschaffen.
Animation kommt aus dem lateinischen von animare, „zum Leben erwecken“ oder animus, „Geist, Seele“. Das Wort an sich ist also schon an sich philosophisch.

Im Juni letzen Jahres hat mich das Thema Animation schon einmal in seinen Bann  gezogen. Ich erstellte „Wisteria“ siehe hier.

Heute habe ich dieses Thema wieder aufgenommen und die Animation Bewegung erstellt.

Szenenbild Bewegung VII und Abgang (c) Foto von Susanne Haun

Szenenbild Bewegung VII und Abgang (c) Foto von Susanne Haun

Im Zusammenhang mit meinen Fotos (siehe hier) reizt mich die Animation sehr. Sie bietet ein zusätzliches Darstellungselement, indem ich die einzelnen Bilder zur einer Bewegung zusammensetze.

Hier eine Auswahl an Szenenbilder, die ich für die Animation verwendet habe. So habt ihr die Möglichkeit sie ohne die Bewegung in der Animation zu betrachten.


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Philosophen flüstern mir ins Ohr: BEWEGUNG – Animation von Susanne Haun

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