Die Seelen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Zitat am Sonntag – Arthur Schnitzler

„Was unsere Seele am schnellsten und schlimmsten abnützt,
das ist:
verzeihen ohne zu vergessen.“


Arthur Schnitzler, 1862 – 1931,  österreichischer Arzt, Erzähler und Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne.

Quelle: Aus meiner Kalenderblattsammlung: Abreißen, loslassen, Kalender 2019, Diogenes, Sonntag, 14. April 2019


Gesang von der Ankunft der Seelen - Dante - 25 x 25 cm - Tusche und Aquarell auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun
Gesang von der Ankunft der Seelen – Dante – 25 x 25 cm – Tusche und Aquarell auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

9 comments

  1. So sehr ich Schnitzler mag und schätze, da gebe ich ihm nicht recht. Vergessen ist schwer und nicht immer gut. Verzeihen aber ist wichtig für den eigenen Frieden. Wirkliches Verzeihen würde ja bedingen, dass die Erinnerung nicht mehr schmerzt, selbst wenn sie noch da ist. Dann hätte man seinen Frieden gemacht.

    Aber dies nur meine Sicht.

    Danke für das Sonntagszitat zum Weiterdenken und liebe Grüsse
    Sandra

    1. Liebe Sandra,
      es ist richtig, was du schreibst.
      Ich habe das Zitat so verstanden, dass es wichtig ist, zu verzeihen und nicht nachtragend zu sein.
      Ich bin nicht begeistert, wenn jemand sagt, er verzeiht aber bei jeder Gelgenheit darauf hinweist. Oder etwas nach 10 Jahren immernoch seine Verletzheit zeigt. Da ist es, wie du schon schreibst gut, wenn mit dem Verzeihen auch ein Befreien einhergeht.
      Einen schönen Tag von Susanne

    1. Danke, liebe Gerda.
      Ich bin ganz traurig, denn ich habe die obige Zeichnung mit dem Busen vor knapp 10 Jahren gezeichnet und gleich zerstört. Als ich sie fertig gezeichnet hatte, erschien sie mir schlecht. Heute denke ich, dass ich eine „blöde Kuh“ war, diese Zeichnung zu zerstören. 🙁
      Ganz doll liebe Grüße von Susanne

  2. Ob er da recht hat, der Herr Schnitzler? Wenn man den Stein des Anstoßes vergessen hat, dann braucht man ja nicht mehr zu verzeihen, dann ist es ja wirklich weg, vergessen. Verzeihen bedeutet doch, scheint mir, sich sehr wohl zu erinnern und trotzdem nicht nachtragend zu sein – schwierig, aber wie sonst soll man den Ärger loslassen und zur Gelassenheit kommen … ?

    1. Ja, Martín, so habe ich es verstanden: erinnern und verzeihen, nicht nachtragend sein. Aber das ist natürlich nicht die korrekte Nutzung des Wortes „vergessen“.
      Ja, wirklich verzeihen, dass ist sehr schwer und geht mit großer Liebe und Respekt einher.
      Wie du schon sagst, Ärger frist den Menschen auf. Schon um seiner selbst Willen sollte der Mensch verzeihen können.

  3. Manche können das, verzeihen.
    Aber es gibt Fälle, in denen der missetäter nichts von einer Verzeihung wissen will!
    „Du stellst dich über mich , indem du mir verzeihst“.
    Verzeihen ohne es durchzustehen. Das ginge.

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