Susanne Haun

Was passiert, wenn man beginnt, den Tagesspiegel digital zu lesen – Susanne Haun

Posted in Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 4. Dezember 2017

 

 

Seit neustem haben wir den Tagesspiegel online aboniert!

 

Zerknüllte Zeitung zeichnen (c) Foto von Susanne Haun

Zerknüllte Zeitung zeichnen (c) Foto von Susanne Haun

 

Was für eine Wohltat! Keine Berge von Altpapier mehr!

Aber!

Mir fehlt das Gefühl, Samstag Morgen mit einer Tasse Kaffee gemütlich auf der Couch zu sitzen, in der Zeitung zu blättern, das Gefühl das Papiers in den Händen zu halten, pausierend, träumend aus dem Fenster zu schauen.

Tja und mir fehlt das Papier, um es als Unterlage beim Zeichnen zu verwenden, wenn ich auf den „guten Arbeitstisch“ im Galerieraum arbeite. Mir fehlt es, um die Pakete mit Bilderverkäufen auszustopfen.

Und dann:

Dann fehlen mir doch die Stapel mit den Kulturteilen der letzten 100 Jahre, die ich so gerne durchstöbert habe.

Aber!

Ich kann in Timbuktu Süd und Buxdehude West meine Zeitung lesen.

Aber mir fehlen die zerknüllten Zeitungsseiten zum Zeichnen. Ich mag es,  den Linien zu folgen und sie zu abstrakten Formen zusammenzusetzen. Hier habe ich Papas Zeichnung zerknüllt.

 

 

Kind und Beruf – speziell Kunst – Susanne Haun

Posted in Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 4. August 2016

 

Das Interview mit Marina Abromovic vom 24. Juli 2016 im Tagesspiegel (siehe hier) hat viel Aufmerksamkeit erregt, es fand einige Erwähnungen in den Sozialen Medien.

 

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

Übermalen der letzten Arbeiten im Mai (c) Foto von Susanne Haun

 

Susanne Kippenberger  fragte Marina Abromovic unter anderem:
„Wollten Sie nie Kinder haben?
Nein. Nie. Ich habe drei Mal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass es ein Desaster für meine Arbeit wäre. Man hat nur so und so viel Energie in seinem Körper, und die hätte ich teilen müssen. Das ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Frauen in der Kunstwelt nicht so erfolgreich sind wie Männer. Es gibt jede Menge talentierter Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder – all das will eine Frau nicht opfern.“²

Die Entscheidung für oder gegen Kinder müssen Paare meistens treffen, wenn ihnen die Dimension der Entscheidung noch nicht klar ist. Um Kinder mit Liebe und auch der nötigen Erziehung aufzuziehen, wird von Seiten der Eltern viel Zeit und Geduld benötigt. Es ist klar, dass diese Zeit, die in die Kinder fliesst, für andere Dinge wie z.B. den Beruf, nicht mehr zur Verfüng stehen. In der Welt vom 28.7.2016 können wir lesen, doss jeder fünfte seine Entscheidung für ein Kind bereut (siehe hier).

Mit Kindern ist es zum Beispiel für Künstlerinnen und Künstler schwierig, Stipendien oder Residenzen im In- und Ausland wahrzunehmen oder Abends von Vernissage zu Vernissage zu ziehen, um zu kontakten. Die Präsentationsarbeit der Künstlerinnen und Künstler beginnt dann, wenn alle anderen Feierabend und Freizeit haben.

 

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mutter und Kind (c) Zeichnung von Susanne Haun

 

Ich finde es schade, dass die beiden Lebenspositionen für oder gegen Kinder immer so krachend aufeinander stoßen. Ich fände es schön, wenn die Vertreterinnen und Vertreter der Positionen sich respektieren könnten. Es ist für mich Emanzipation und Fortschritt, dass ich die Entscheidung für oder gegen Kinder selber treffen konnte und dass heute auch viele Männer diese Entscheidung treffen müssen. Zumindestens in Deutschlands Städten teilen Eltern oft Berufs- und Kinderzeit gerecht untereinander auf, so dass beide Zeit für Beruf und Kind haben.

Man kann natürlich als Eltern auch Zeit kaufen, in dem man eine Assistentin oder einen Assistent für die selbstständige Arbeit oder ein Kindermädchen einstellt.

Ich habe mich durch Marina Abromovics Beantwortung der Frage nicht abgewertet gefühlt. Wenige Frauen handeln wie sie. Ein weiteres Beispiel ist Simone de Beauvoir. In ihren Memoiren berichtet sie ausführlich über ihre Motivation zur Kinderlosigkeit. Heute gibt es immer mehr Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden.

Doreen Trittel schreibt in ihrem Blog (siehe hier) ebenfalls Worte zum Artikel.  „Die Gesellschaft verändert sich und es wird Zeit. Auch der Kunstmarkt kann sich davor nicht verschließen. Es wird Zeit, dass wir neue Wege beschreiten, dass alte Denkmuster aufgelöst werden. Das zeigen z.B. Sally Mann oder Annegret Soltau… Marina Abramovic bedient mit ihrer Aussage die alten Klischees und Schubladen, die es gilt mehr und mehr aufzubrechen.

Ich denke aufgrund Doreens Anregung darüber nach, ob sich die Gesellschaft wirklich ändert? Ich glaube jedoch, ein Mädchen aus Albanien oder dem Kosovo (beide stellvertretend für Jugoslawien) hat heute fast weniger Chancen, eine weltberühmte Künstlerin zu werden als zur Zeit Marina Abramovics.

Und schließlich ist es auch immernoch eine Frage, wie jeder Erfolg in seinem Leben definiert! Dementsprechend kann sie, er handeln.

 

Sie ist schwanger - Zeichnung von Susanne Haun

Sie ist schwanger – Zeichnung von Susanne Haun

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Abramovic, Marina. Mit 70 muss man den Bullshit reduzieren, in: Der Tagesspiegel, Nr. 22.827, Berlin 2016, S. S1.
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/interview-mit-marina-abramovic-ich-kann-keine-gemaelde-schicken-darum-schicke-ich-mich-selbst/13913260-2.html , 3.8.2016, 9:12 Uhr

 

Auf das es dir jedes Jahr gut gehe – Susanne Haun

Posted in Foto, Hamburg, Was es sonst so gibt! by Susanne Haun on 6. Januar 2016

Im Tagesspiegel lese ich Samstags „MEINE WOCHE – Kolumne von Ahmad Al-Dali“ (siehe hier).

Hamburg - Susanne Haun vor der Elbphilharmonie (c) Foto von M.Fanke

Hamburg – Susanne Haun vor der Elbphilharmonie (c) Foto von M.Fanke

Besonders mag ich am Schluß des Text das arabische Wort, was Ahmad uns mit in die Woche gibt. Letzten Samstag ist es ein arabischer Ausdruck, der mich besonders beeindruckt:

Kol aam w ento beheer – auf das es dir in jedem Jahr gut gehe.

Mir gefällt dieser Wunsch besser als unser „Ein glückliches Neues Jahr.“, denn der Termus ist so viel umfassender, das ganze Leben betreffend.

Wir waren noch im alten Jahr bei ausgesprochen kalten, nassen, nebligen Wetter in Hamburg. Kein blauer Himmel, keine Sonne und doch finde ich die Fotos, die wir machten spannend.

Braucht ein Foto schönes Wetter?

Und doch hoffe ich, dass wir bei unseren Städtereisen, die wir für dieses neue Jahr planen, besseres Wetter haben werden.

Es ist schon ein Privileg und eine große Freiheit, reisen zu können. Es braucht dazu genau diese Freiheit, ein wenig Geld, Gesundheit, Zeit und Freude am Reisen. Mir geht es also nächstes Jahr in diesem Punkt auf jeden Fall gut und ich hoffe, es geht mir in jedem Jahr so gut.

 

 

 

 

 

 

 

Der Tagesspiegel, ein Operndorf, Schlingensief und Kéré – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Portraitmalerei, Was es sonst so gibt!, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Juli 2012

Ich bin Tagesspiegel Leserin.

Das ist nicht immer einfach. Die Zeitung ist voller Informationen, eben wie es Zeitungen von Natur gegeben ist.

Bei meinem Arbeitspensum muss ich mir die Zeit fürs Zeitung lesen stehlen. Am liebsten lese ich sie in der S-Bahn oder im Zug wie neulich, als ich auf den Weg zu Conny Niehoff nach Magdeburg war.

Vor ca. 10 Jahren gab ich einmal mutig meinen derzeit aktuellen Ausstellungskatalog am Empfang des Tagesspiegels ab. Es rif mich tatsächlich ein Redakteur an! Es war ein sehr nettes Gespräche, es ging um keinen Artikel, der Redakteur wollte einfach wissen, warum ich den Tagesspiegel gewählt habe.  Die Gründe sind damals wie heute fast dieselben.

 

Mein Sinnbild von Schlingensief 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Schlingensief 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ein Grund, den ich damals zur Enttäuschung des Redakteurs noch nicht hatte, ist die Seite 3. Damals war es für mich eine Seite von vielen. Heute freue ich mich  darauf, meine Zeitung aufzuschlagen und zu schauen, wer heute die Seite 3 füllt.

Zum Beispiel wurde am Dienstag, dem 19. Juni 2012 über den Architekten Diébédo Francis Kéré berichtet, der in Berlin studiert und auch dort noch sein Büro hat. Hier geht es zu diesem Artikel. Der hat mich so beeindruckt, dass ich mehr von Kéré wissen wollte und mir so auch dieses Interview anhörte.

Mein Sinnbild von Kéré 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Mein Sinnbild von Kéré 17 x 22 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Kéré baut auch Schlingensiefs afrikanisches Operndorf. Hier ein Artikel der Süddeutschen zum Thema. Von dieser Geschichte berichtet Sibylle Dahrendorfs Filmdokumentation „Knistern der Zeit„, den ich nun unbedingt sehen will.

Der Tagesspiegel, ein Operndorf, Schlingensief und Kéré – Zeichnung von Susanne Haun

Der einsame Künstler und Widder und Ratte – Zeichnungen von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Tiere, Zeichnung by Susanne Haun on 20. Februar 2012

„Einsamkeit gehört zur Malerei dazu und zur Literatur.“ Daniel Richter

Jeden Sonntag ist im Tagesspiegel ein Interview mit einer berühmten Persönlichkeit abgedruckt. Ich freue mich schon beim Herausholen der Zeitung aus dem Briefkasten auf das Interview. Wer interessiert ist, kann hier das Interview von Kolja Reichert mit Daniel Richter lesen.
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Widder - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm

Widder - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm


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Daniel Richter ist der Ansicht, dass sich die meisten Maler für die Malerei entscheiden, weil man in seinem Raum (Atelier) ein Teenagerdasein führen kann: Platten hören, sortieren, Bücher lesen… ein interessanter Ansatz. Vor allem sind es alles Tätigkeiten, denen ich auch gerne nachgehe aber nicht nur im Atelier sondern auch zu hause. Ich kann stundenlang mit iPode und Kopfhörer Dinge von links nach rechts sortieren. Ist es etwa ein Kriterium für Künstler? 🙂

Beim Fotos sortieren sind mir zwei Tierfotos in die Hände gefallen, die mich heute zum zeichnen reizten: ein Widder an der Straße und Dominique Niehoffs Ratte.

Ich wünsche euch einen schönen Wochenbeginn!
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Ratte - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm

Ratte - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 20 cm


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Der einsame Künstler und Widder und Ratte – Zeichnungen von Susanne Haun

Routine durchbrechen und mein Sinnbild von Steven Pinker – Pastell von Susanne Haun

Posted in Berühmt, Betrachtungen zur Kunst, Pastell, Portraitmalerei, Zeichnung by Susanne Haun on 2. Dezember 2011

Steven Pinker lehrt Psychologie an der Havard Universität und gehört laut Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Steven Pinker war mir bis zur Lektüre des Tagesspiegels letzte Woche Sonntag völlig unbekannt. Wenn ich seine Leistungen in Wikipedia lesen, dann frage ich mich, ob das eine Lücke in meiner Allgemeinbildung war.

Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Sehr interessant finde ich folgendes Zitat von Steven Pinker: „In Wahrheit glaubt fast jeder Mensch, der Böses tut, er handle richtig, dass er nur tut, was jeder in seiner Situation tun würde (…) Die Legende von der Existenz des reinen Bösen entspringt dem Standpunkt des Opfers.“

Wäre die Kunst nicht viel ärmer ohne die vielen Darstellungen des reinen Bösen?

Aber es ist natürlich völlig richtig, dass „Böse“ sehr subjektiv ist.

Detail Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Detail Sinnbild von Steven Pinker - Pastell von Susanne Haun - 30 x 40 cm Hahnemühle Kraftpapier

Da ich das Thema sehr interessant finde, schaute ich auf youtube was es so über Steven Pinker dort gibt und bin immer wieder erstaunt, wie medienwirksam wir uns heute informieren können. Ich habe mir EINEN der vielen Vorträge angehört und bin so ins Atelier losgegangen.

Gewalt und Pastell, widerspricht sich das nicht? Ich sah heute morgen zwei Arten der Darstellung von Pinkers vor mir: Pastell oder eine riesige TuschePinselZeichnung. Ich entschied mich für das Pastell und denke, dass mir diese Art zu zeichnen, die so konträr zur Tuschezeichnung ist, wieder neue Anstöße für die Tuschemalerei gibt.

Eiliger Engel und graphic novels – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Engel, Zeichnung by Susanne Haun on 27. November 2011

Was passt besser zum ersten Advent als zwei Engel?

Karminroter Schutzengel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 15 cm

Karminroter Schutzengel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 15 cm

Heute morgen laß ich im Kulturteil des Tagesspiegel von gestern einen großen Artikel über graphic novels. Klar, dass ich als Zeichnerin graphic novels sehr interesant finde. Eine deutsche Übersetzung hat sich nicht durchgesetzt – ich finde von allem, was man sagen könnte „Bildroman“ am besten. Gerrit Bartels schreibt  im Artikel „Das Genie steckt im Detail“ im Tagesspiegel das Thomas Bernhards „Alte Meister“ in Bildern zu fassen, eine Herausforderung für jeden Zeichner ist, da der Roman von extremer Handlungsarmut geprägt ist. Dieser Herausforderung stellte sich Nicolas Mahler.

Wäre das Leben nicht langweilig, wenn wir uns keinen Herausforderungen stellen würden?

Ich mag diese Übersetzung von Schrift in Zeichnungen wahrscheinlich auch deshalb, weil ich ein visueller Typ bin und bei jedem geschriebenen Satz eine Reihe von Bildern in meinem Kopf entstehen.  Bartels stellt die Frage ob wir diese graphic novels, diese bildnerischen Übersetzungen brauchen und beantwortet sie zum Abschluss des Artikel mit „JA“.

Natürlich kann auch ich ihm nur zustimmen! Bei meiner Arbeit mit dem Gedicht „Die Dämonen“ von  Diarmuid Johnson ging es mir auch so.

Es ist, als ob man aufgebaute Stillleben der Worte in Bilder umsetzt.

Ich muss euch nicht sagen, dass ich mir das Buch  schon bestellt habe und es mir für die Adventzeit schenke.

Eiliger Engel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 15 cm

Eiliger Engel - Zeichnung von Susanne Haun - Tusche auf Bütten - 20 x 15 cm

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