Susanne Haun

Verzaubert vom Totenkopf – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Caravaggio, Kunstgeschichte, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 18. Februar 2013

Caravaggio revolutionierte das Stilleben mit der Darstellung des Hässlichen. Sein Fruchtkorb enthielt wurmstichige Äpfel und faule Trauben.

Beginnend mit Caravaggio wurden von Künstlern Vanitas-Stilleben dargestellt.

Laut dem PONS Lateinlexikon besitzt Vanitas drei Bedeutungen:
1. Nichtigkeit, Schein, eitles Wesen
2. Misserfolg, Vergeblichkeit, Nutzlosigkeit
3. Lügenhaftigkeit, eitles Gerede, Prahlerei

Ich denke aber am besten beschreibt das Wort Vergänglichkeit die Bedeutung von Vanitas.

Stilleben mit Totenkopf (c) Foto von Susanne Haun

Stilleben mit Totenkopf (c) Foto von Susanne Haun

Ich mag die morbide Schönheit des Totenkopfs und habe mir deshalb einen „Vollplastik“ Totenschädel gekauft. Da er mich immer so nett anlächelt habe ich ihn oder dann natürlich besser SIE Ruthi getauft. Meine Ruthi stand schon in vielen Stillebenarrangements. Ich kombiniere sie gerne mit Blüten und Zweigen.

Nach Caravaggio betrachtete Cezanne, der auch der Urvater der Moderne genannt wird, die Stilleben von einer neuen Seite. Ich persönlich habe bei Cezannes Stilleben immer die „Schädelpyramide“ um 1901 in meinem Kopf. Auch Cezanne benutze keine „echten Totenschädel“, seine sind aus Elfenbein geschnitzt.

Matisse sagte von seinem Kollegen Cezanne: „Eine Art lieber Gott der Malerei.“, während Zola nach 30jähriger Freundschaft von Cezanne enttäuscht war, es kam nach der Erscheinung von Zolas Buch „Das Werk“ zum Bruch der beiden.
Zolas Worte: „Paul mag das Genie eines großen Malers haben, wird aber nie das Genie besitzen, tatsächlich einer zu werden.“
Wie sehr sich Zola irrte!

Während Cezanne mit der Schädelpyramide ein tragisches Todesbewusstsein reflektiert, möchte ich mit meinem Totenschädel Ruthi eine Harmonie zwischen Leben und Tod schaffen. So wie das Leben gehört auch der Tod zu unserem Dasein und ihn zu verleugnen macht ihn für uns zu einer unbekannten Größe.

Vanitas, Totenkopf mit Mandarine und Zweig, 40 x 30 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vanitas, Totenkopf mit Mandarine und Zweig, 40 x 30 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

For my English-speaking readers:

Caravaggio revolutionized the still life with the presentation of ugliness. His fruit basket contained wormy apples and rotten grapes.

Artist presents still life in this way starting with Caravaggio.

I like the morbid beauty of the skull and therefore I bought a „full plastic“ skull. Because she always smiles at me so nicely, I named her Ruthi. My Ruthi was already in many still lifes from me. I like to combine them with flowers and branches.

After looking at Caravaggio there was Cezanne, who is called the father of the modern, revolutionized the still life. I personally like Cezannes still life „The scull pyramide“ around 1901. Cezanne also do not use „real skull“, his were carved out of ivory.

While Cezanne with the skull pyramid reflects a tragic awareness of death, I want to show with my skull Ruthi harmony between life and death. Just life and death are parts of our existence and to deny it makes it for us to an unknown size.

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Adriani, Götz. Cezanne Gemälde. Köln 1993.

Manche Themen brauchen einen zweiten Tag – Zeichnungen zum Purpur des Antonius von Susanne Haun

Posted in Die Versuchung des heiligen Antonius, Illustration, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 29. September 2012

Manche Dinge brauchen einen zweiten Tag, um vollständig verarbeitet zu werden. Ich konnte heute Utes erstes Zitat aus dem Antonius noch nicht wieder zur Seite legen.

Ute sendete mir auf einer Karte die Worte: „Gegen Norden hat der Himmel perlgraue Färbung, während vom Scheitelpunkt aus, wie die Strähne einer ungekämmten Mähne, purpurne Wolken das blaue Gewölbe durchkräuseln .“  Flaubert

Gestern hat Ute in ihrem Blog ihre Arbeiten zu dem Satz gezeigt (siehe hier) und ich finde es sehr interessant, wie unterschiedlch wir interpretiert haben. Ute beschreibt auf ihrer Seite auch sehr schön unser Projekt.

Die Rolle ist ein Meter hoch (c) Foto von Susanne Haun

Die Rolle ist ein Meter hoch (c) Foto von Susanne Haun

Das Stilleben und die große weiße Rolle lagen auf meinem Ateliertisch. Wie der Name „Still“ schon sagt, meine Gegenstände können sich nicht auf und davon machen. Ich setze mich an den Tisch und betrachte alles und bringe  es nicht über das Herz, es  wegzuräumen.

Das blaue Gewölbe sehe ich in der Kopfform des Schädels, den ich auf der weißen Rolle festhalte. Mit dunklem Grau ziehe ich eine Felsfand in Richtung Norden und benutze das Blau, um den Himmel zu zeichnen. Zu schnell bin ich wieder an einem Punkt, wo alles trocknen muss und wie eine Bessene nehme ich mir einen 30 x 40 cm großen Aquarellblock vor und beginne ein neues Stillleben.

Als Model für den Felsen auf dem Papier dient mir ein zerknülltes Stück Packpapier. Die Linien sind genauso prägnant wie die der Felswände in der Natur. Ich möchte kein Grau mehr benutzen, ich mag starke Kontraste und verwende das pure Schwarz, ohne es zum grau zu verwässern. Durch die Tage, die ich schon mit dem Stilleben und der Rolle arbeite, ist mir alles vertraut und ich kann mich auf den Ausdruck konzentrieren.

Stilleben blaues Gewölbe 30 x 40 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Stilleben blaues Gewölbe 30 x 40 cm Tusche auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne Haun

Nach dem dunklen Stilleben ist immer noch nicht alles aus mir heraus; also nehme ich noch den blühenden Grashalm, den ich für das Stillleben kaufte, und zeichne ihn.

Nach solche einem „Arbeits-Excess“ bin ich ausgelaugt, als ob jemand eine Spannplatte auf mir legte und darauf tanzte, fühle ich mich. Zitat und Stillleben geben nun Ruhe und ich kann mich neuer Arbeit zuwenden.

For my english reader:
The first sentence from the book “The temptation of Saint Anthony” from Flaubert was in my brain and I can’t get him out of them. In my studio stand the still life on my table, sure, it cannot move therefore named still life.
So I drawed on the second white role all my emotions to the sentence. As the color had to dry on the role, I took a sheet of watercolor paper and draw, I took a second paper and draw …. now, I feel tired but lucky.

Wenn ihr mehr von dem Projekt lesen wollt, dann könnt ihr das hier.

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Gustav Flaubert, “Die Versuchung des heiligen Antonius, aus dem Französischen von Barbara und Robert Picht,insel Taschenbuch 1868, Erste Auflage 1996

Cuba Soli Spezial und Vanitas Stillleben – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Mai 2012

10 Stunden waren wir gestern in unseren Ausstellungsräumen der Cuba Soli Spezial.

Eingang zur Cuba Soli Spezial (c) Foto von Susanne Haun

Eingang zur Cuba Soli Spezial (c) Foto von Susanne Haun

Wir führten dabei nicht nur interessante Gespräche mit unseren Besuchern sondern natürlich auch untereinander.

Ich hatte zum Zeichnen und als Inspiration meine  Ruthi Totenschädel (siehe hier) und einzelne Blüten mitgenommen, um diese zu Vanitas Stilleben zu komponieren. In „meinem Raum“ hatte mir Katrin Günther ihren Arbeitstisch geschoben und so habe ich auch ein wenig gearbeitet. Katrin berichtete von ihrem Traum, ein Froschskelett zu besitzen.

Ich hatte mich immer gefragt, warum bei meiner Ruthi der Unterkiefer nicht fest am Oberkiefer sitzt. Nun weiss ich es: ein zur Seite geschobener Unterkiefer ist ein Zeichen der Auflösung der Person. Interessant ist auch, dass viele Totenkopfdarstellungen auf den Rückseiten von Bildnissen gemalt wurden. Mir geht da schon eine Bildidee durch den Kopf…

Stilleben II 40 x 30 cm Tusche und Aquarell auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne

Stilleben II 40 x 30 cm Tusche und Aquarell auf Bütten (c) Zeichnung von Susanne

Gelohnt hat sich die Aktion auch, danke an alle, die Arbeiten von uns mit nach Hause genommen haben.

Am Ende der Veranstaltung habe ich, um die Ausstellung ausklingen zu lassen, die Linie losgelassen und Flächen mit Aquarellfarbe aneinandergesetzt. Erst ganz am Ende des Malprozeßes habe ich meine Feder zur Hand genommen. Natürlich passt da meine Caput Mortuum Tusche besonders zum Thema. Caput Mortuum bedeutet, das Rot der Tusche ist wie das Rot des Blutes, was beim giutiniren aus den Köpfen läuft.

Cuba Soli Spezial und Vanitas  Stillleben – Bericht und Zeichnung von Susanne Haun

Wenn der Postmann einmal klingelt und Ruthi, mein Totenkopf – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Portraitmalerei, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 8. Februar 2012

Gestern klingelte der Postmann an meiner Tür, einmal wohlbemerkt!

Das übergebene Paket war viel leichter als ich dachte und spontan sagte ich dies auch.
Der Postbote meinte, er wüsse ja nicht, was darin ist.
„Ein Totenkopf“ sagte ich und muss immer noch herzlich über das Gesicht des Boten lachen!

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Totenkopf mit Orchideen (c) Zeichnung von Susanne Haun

Totenkopf mit Orchideen (c) Zeichnung von Susanne Haun


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Und hier ist sie nun: Ruthi habe ich sie getauft: Mein Plastik Totenkopf. Maike Josupait, die Plain Air Malerin (siehe hier ihren Blog), gab mir den Tip, dass es Plastik Totenköpfe bei Amazon zu kaufen gibt.

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Totenkopf Ruthi (c) Foto von Susanne Haun

Totenkopf Ruthi (c) Foto von Susanne Haun


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Ruthi steht jetzt neben meinem Laptop und hält Zweisprache mit mir bis ich sie mit ins Atelier nehme und sie dort ihren Platz zwischen meinen anderen Stilleben Gegenständen findet.
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Wenn der Postmann einmal klingelt und Ruthi, mein Totenkopf – Zeichnung von Susanne Haun

Vanitas Stilleben Rose, Totenkopf und Kanne – Zeichnung von Susanne Haun

Posted in Betrachtungen zur Kunst, Stillleben, Zeichnung by Susanne Haun on 1. Februar 2012

Vanitas Stilleben Rose, Totenkopf und Kanne – Zeichnung von Susanne Haun

Am faszinierensten finde ich die Symbolik und das Geheimnisvolle der Vanitas Stilleben.

Vanitas Stilleben Totenkopf Halbprofil (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vanitas Stilleben Totenkopf Halbprofil (c) Zeichnung von Susanne Haun

Dazu gehören die Totenköpfe, die die Vergänglichkeit des Menschen symbolisieren. Leider – oder zum Glück – haben wir heute nicht mehr die Möglichkeit einen Totenkopf zu Hause im Schrank auf zubewahren. So hole ich meine Inspirationen und Skizzen zu den Totenköpfen in den Museen der Stadt Berlin. Seht zum Beispiel hier meinen Artikel vom Neuen Museum.

Vanitas Stilleben Rose, Totenkopf und Kanne Nr. 3 - (c) Zeichnung von Susanne Haun

Vanitas Stilleben Rose, Totenkopf und Kanne Nr. 3 - (c) Zeichnung von Susanne Haun

Ihr merkt es schon, heute gönnte ich mir eine „Projektpause Tegel – Lilienthal“  – ich wollte einfach mal zeichnen was ich sehe. „Einfach“ – ich kann immer noch über mich lachen! Es gibt schon einen Grund, warum Morandi (siehe hier meinen Artikel über ihn) sein Leben lang die selben Gegenstände malte und warum es sinnvoll ist, in Serie zu arbeiten.

Ich stellte mir den Tisch voller Gegenstände und merkte, dass es besser ist, einen Gegenstand herauszugreifen und nicht das ganze Universum auf einen Schlag zu zeichnen.  Noch dazu, weil mein Kopf dann doch bei der Familie Lilienthal bleibt ….

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Vanitas Stilleben Rose, Totenkopf und Kanne – Zeichnung von Susanne Haun

Diese Waffen sind gut – irische Sage – Zeichnung von Susanne Haun

„Conchobar gab ihm seine eigenen zwei Speere und seinen Schild und sein Schwert. … „Ja, diese Waffen sind gut“, sagte der kleine Knabe, …“

Lange habe ich überlegt, wie ich diese Sätze bildnerisch darstellen kann. Der mutigste der Kelten war der, der am meisten Köpfe der Feinde mit nach Hause brachte. Das Empfangen der Waffen ging einher mit dem Erwachsen sein. Laut der Sage war Cuchulain ein so guter Kämpfer, dass er schon sehr früh seine Waffen erhielt und nur die Waffen des Königs gut genug für ihn waren.

Totenkopf - Ausschnitt Zeichnung von Susanne Haun

Totenkopf - Ausschnitt Zeichnung von Susanne Haun

Ich denke, einige von euch sind schon ganz verwirrt von dem nicht durchgehend von mir erzählten irischen Heldenepos um den Knaben Cuchulain.
Hier findet ihr alle vorherigen Beiträge. Ihr müßt etwas scollen – der aktellste Beitrag bei Wahl der Kategorie „Illustration – Rinderraub“ ist nun mal der, den ihr gerade lest. Verwirrend, oder? Aber seid wan ist das Internet leicht zu begreifen?

Übergabe der Waffen - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

Übergabe der Waffen - Zeichnung von Susanne Haun - 40 x 30 cm - Tusche auf Bütten

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